Indiana Tribüne, Volume 3, Number 42, Indianapolis, Marion County, 28 May 1881 — Page 4
Jndiana Tribüne.
Sndiana Hriöüne.
(Wochenblatt.) Office: Ecke Circle u. Meridianstr. , Im dritteir Stock . - - JEntereil as sccond-class matter at the Postofllce at Indianapolis, Indiana. AbonnementsPreise. Inder Stadt durch die Post in HauS geliefert Per Jahr im Voraus $2.00 Vei Nummer :. K Kerttö. Otto Schissel, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 23. Mai 1831. Persönliche Freiheit. Gerade jetzt, gegenüber der grenzenlosen Anmaßung der Temperenzelemente und der uns bedrodendenProdibition wird das Wort persönliche Freiheit häusiger gebraucht, als sonst. Vielfach wird auch behauptet,- daß man in europäischen Monarchien mehr persönlicheFreiheithabe, alS hier. Würden aberDiejenigen. welche so Etwar sagen, sich nur einmal die Frage vorlegen, worin eigentlich die persönliche Freiheit besteht, so würden sie finden, wie ungeheuer schwer die Frage zu beantwor ten ist, und sie würden vielleicht auf die Idee kommen, daß sie in ihrem Urtheil etwaS zu . schnell waren. An und sür sich ist der Ausdruck per sönliche Freiheit, für das. was man damit ausdrücken will, ganz falsch.' Persönliche Freiheit bedeutet am Ende nur Gleichheit, denn wenn Einer dasselbe thun darf, was der Andere, so hat Jeder seine persönliche Freiheit. Um den Zustand zu bezeichnen, welcher die gesetzmäßigen Grenzen des Handelns in einem geordneten Staats Wesen bildet, kann man nur den Ausdruck .bürgerliche Freiheit" gebrauchen. Eine andere Freiheit giebt eö im Staate eigent' lich nicht, und das, waö wir gewöhnlich persönliche Freiheit nenn:n, ist im Grunde nichts, als ein hoher Grad bürgerlicher Freiheit. Im Staate besteht die Freiheit nur durch das Gesetz. Die Freiheit ist etwas Erworbenes, sie lädt sich 'nicht ihn ken in verschiedene Zweige, sondern, besteht als ein Ganzes und daher giebt es nur eine Freiheit und das ist die bürgerliche. Wer wollte nun behaupten, dafe die bürgerliche Freiheit in irgend einer europälschen Monarchie größer sei als bei uns? Worin besteht nun die bürgerliche Frei heit?. Es ist bis jetzt nicht gelungen, eine in jeder Richtung zulreffendeDesinition des Freiheitsbegriffes zu. geben. Auch wird das niemals möglich sein, denn die Ansichten über Freiheit werden weder bei allen Menschen, noch zu allen Zeiten die gleichen sein. Die Anschauung über das was Freiheit ist, hangen mit den Fortschritten der Civilisation, mit den Lebens gewohnheiten, den religiösen Anschauungen so eng zusammen, daß es nur ganz natürlich ist, daß den Einen das unertragliche Beschränkung dünkt, was dem Andern als ganz vertraglich mit bürgerlicher Freiheit vorkommt. Während unser sittliches Freiheitsgefühl durch die Prohibitions Idee aus's Aeußerste verletzt wird, glauben Andere, daß eö gerade im Interesse der Freiheit sei, das was Schädliches erzeugen kann, gewaltsam zu unterdrücken. Unsere Lebensgewonheiten, lassen uns den Genuß geistiger Getränke nicht als schädlich erkennen, weil wir diesem Genusie nicht im UebermaKe pflegen. Unter den Amerikanern aber giebt es kaum eine größere Familie, welche nicht ein Mitglied zählt, das sich durch unmäßiges Trinken ruinirt hat. Stellen wir ähnliche' Vergleichungen auf allen anderen Gebieten an, so werden wir zu dem Schlüsse kommen, daß in demselben Verhältnisie, in welchem der Mensch kernt, sich selbst zu bezwingen, seiner wil den Naturtriebe Herr zu werden, seine Lei denschasten zu bezähmen, die Beschrünkun gen, welche der Staat ihm auferlegt, überflüsstg werden. In dem Maße, wie die Herrschast des Menschen über sich selbst zunimmt, Wird die Herrschast des Staates über ihn abnehmen. Wollen wir denAuö druck persönliche Freiheit beibehalten, so sollten wir ihn nur in dem Sinne gebraa chen, als er den Grad der Unabhängigkeit des Menschen von sich selbst bezeichnet. In dem Verhältnisse, wie diese persönliche Freiheit zunimmt, wird auch die bürger liche Freiheit zunehmen, denn wahrhast frei ist nur der Mensch, der sich selbst bezwingen kann.
Der Bundessenat hat sich vertagt. Wir weinen ihm keine Thräne nach.
' Carl Schurz hat nun die Pedaktior. der Jft. P. Evening Expreß" übernommen. In Hoboken verstarb am Samstag der in der wissenschaftlichen Welt wohlbe kannte Professor Schem. Die Aktien Conkling's sind bedeutend gefallen. SeineWiedererwählung ist trotz seiner Anstrengungen sehr zweiselhast. In Oestreich geht man damil um. die Schulpflicht von acht Jahren auf sechs Jahren zu reduziren. Immer rückwärts ! Eine sonderbare Form der Doppel Währung schlug Frankreich in der Münz konferenz vor. Nämlich Geld aus einer Mischung, welche zur Hülste auS Gold und zur Hülste aus Silber besteht. Mit den afrikanischen Raubstaaten wird es nun bald ganz zu Ende gehen. Frankreich hat jetzt Tunis, Italien will sich Tripolis nehmen und Spanien hat feine Augen auf Marokko geworfen. Ein entsetzliches Unglück ereignete sich am Dienstag Abend in der Nähe des HasenS von London, Ontario. Das Ex cursionsboot Victoria mit nngesühr 500 Passagieren an Bord schlug um, wobei über zweihundert Personen ihren Tod fanden. Die Aktien der Pacisic-Eisenbahnen stiegen an der Börse 6 Prozent, als die Nachricht von derBestätigung des Stanley Matthews zu einem der BundeSoberrichter ankam. Jay Gould hat also ein hübsches Stück Geld sür die Bestätigung zahlen können. . Unsere Consuln im Orient berichten über die fortwährende Zunahme und Aus breitung der Pest. (3 wäre in der That Zeit, daß an unseren großen Seehäfen Vorsichtsmaßregeln gegen. die Einschlep pung dieser fürchterlichen Krankheit getroffen werden. Zu der Landbill im englischen UnterHause sind bereits mehr als tausend Amendements vorgeschlagen worden. Es scheint als ob die Bill so lange verschleppt werden sollte, bis eine neue Hungersnoth, ver bunden mit der riesigen Auswanderung Irland vollständig entvölkert hat. , Dann ist keine Landbill mehr nöthig. Die russischen Juden haben eine Deputation an den Zaren geschickt, um ihn um Schutz gegen die Verfolgungen zu bit ten. Der Zar belehrte sie, daß die Verfolgungen von den Nihilisten ausgingen. Dem Zaren dursten die Juden, natürlich nicht widersprechen, sie .werden ihm aber wohl schwerlich geglaubt haben. Die Gegner Conkling's haben eö durchgesetzt, daß kein Parteikaukus statt findet. Niederlage No. 'l'sür, Conklmg. Conkling berief sodann eine Ptivatkonfe renz seiner AnHanger, seinen Gegnern aber gelang es, mindestens die Hälfte derselben von der Theilnahme abzuhalten. Niederlage N 2. Conkling's Aktien fallen. Aus Stockholm wird gemeldet: Die schwedische Regierung sängt an über die Auswanderung, welche immer größere Dimensionen annimmt, ernstlich besorgt zu werden. In einzelnen Distrikten sind thatsächlich fast alle arbeitsfähigen Männer über's Meer gezogen Vorläufig ist die Auswanderung ganz gut. Das Vom Regen in die Traufe-, wird erst später kommen. Die russischen Revolutionäre haben aus das Manifest des Czaren eine zweite Antwort veröffentlicht, in welcher sie auf die jämmerliche Läge der Bauern, die Ver schickungen nach Sibirien, die Knebelung der Presse, Unterdrückung der Redefreiheit in kurzen scharfen Worten hinweisen und beklagen, daß der Czar falschen Rathge bern sein Ohr leihe. Das Schriftstück schließt mit denWorten : .Möge es Eurer Majestät gefallen, treue Vertreter deSVol kes um sich zu sammeln und deren gerech ten Wünschen, vorurtheilsfrei. Gehör zu schenken. Dann werden wederEureMaje. stät, noch Andere Grund haben, weitere Angriffe von unS zu befürchten !" Die Bevölkerung der alten Stadt Alexandria in Virginia mußte am letzten Sonntag mit Waffer ihren Durst löschen. Bier und Spiritussen durften nicht verschenkt werden, nicht einmal Selterswasser war zu haben ; ja, selbst in einer Apotheke
konnte man Keinen hinter die Binde gießen. Dieser Zustand war durch eine vom Stadtrath angenommene Temp?renzAn ordnung herbeigeführt. Der Mayor, der kein Freund der Waffersimpe! ist, hielt aus genaue Befolgung der Anordnung, um deren Verkehrtheit darzuthun. Daher durften keine Zeitungen verkaust, keine Packete über die Straßen getragen werden und drei Schuhputzer wurden verhaftet, als sie mit Bürste und Wichse zu Hantiren begannen. , Johann Most, der Redakteur der sozialistischen Freiheit" ist von einer Jury in London in Folge eines im genannten Blatte bei Gelegenheit des Zarenmordes veröffentlichten Ar'ikels, der Aufreizung zum Morde schuldig gefunden worden. Daß sich in England eine Jury fand, welche die Hand zu einem Attentate aus die Preßfreiheit bot, ist traurig. Die Thatsache, daß die Jury Most der Gnade des Gerichtshofes empfahl, mildert an der Thatsache Nichts. Die Empfehlung galt bloß dem Umstände, daß Most ein AuSländer ist und in der Verbannung lebt, sie galt nicht der Preßfreiheit. Die Herren wollen eben Herren bleiben, auch im freienEngland. LordSaliS bürg sagte dieser Tage in einer Rede in Bezug ausdie Landbill, eS wäre wohl bester, daß das Haus der LordS sich auf löse, als daß seine Funktionen lediglich darin bestehen, sich den Beschlüssen des HauseS der Gemeinen anzuschließen. DaS Herrenhaus werde jeden, nach reiflicher Ueberlegung gefaßten Beschluß deS Unter Hauses mit Achtung behandeln, doch sei es wohlbekannt, daß letzteres in manchen Fällen nicht . nach den'Ansichten der Wäh. lerschaften handle. Die Landbill sei eine communistische Maßregel'und zu veracht lich und lächerlich, als daß sie eine ernst liche Erwägung verdiene. , Verschiedene Blätter unterziehen diese Aeußerungen Salisburhs einer scharfen Beurtheilung. Die neurevidirte Bibel ist in unzähligen Exemvlaren erschienen. Die Aen derungen sollen sehr zahlreich sein, obwohl wir ,dieö nicht aus eigener Erfahrung wissen, denn wir haben uns niemals des eifrigen ' Studiums der Bibel beflüffen. Wenn'aber die Bibel das .Wort Gottes sein soll, so will es uns sehr eigenthümlich bedünken, .daß Menschen so viel daran zu revidiren haben. . Es gab eine Zeit, in der Diejenigen, welche an der Bibel zu deuten und zu düsteln wgten, als Ketzer ver brannt wurden. Heute ist das allerdings nicht mehr so gefährlich. Die neue Revi sion ging allerdings, von Geistliche aus und die stehen ja bekanntlich in direktem Verkehr mit Gott. So wird wahrscheinlich die neue Revision auch göttlich inspi rirt sein. Dem Glauben ist ja nichts unmöglich! - . Von St. Petersburg kommt- ein schauerlicher Bericht über das daS Schicksal Heffy Helfmann, welche, als an dem Atten. täte auf den Zaren betheiligt, zum' Tode verurtheilt wurde.. deren Hinrichtung aber aufgeschoben worden ist, weil sie sich in ge segneten Umständen befand. Darnach heißt es, daß man die Helfmann fast jede Nacht aus dem Bette geholt und aufgehängt, sie aber immer noch'frühzeitig ge nug abgeschnitten habe, um ihr das Leben zu erhalten. Man hoffte' ihr durch diese Tortur Geständnisse zu erpresien. Am 16. ds. vier Tage nach der Geburt ihres ttiN' des habe man den rechten Moment desAb schneidens versäumt und als man sie ab schnitt, war sie todt. Die Aufregung in Petersburg soll in Folge dessen ungeheuer sein. Man befürchtet eine Revolte und die Truppen sind in den Kasernen consig.' nirt. . Die Nachricht ist einstweilen mit Vorsicht aufzunehmen, denn sie ist dem Rochefort'schen Blatte IIritraiiZiAeaüt." entnommen, und dieses ist keine zuverlässige Quelle. ' ' Viereck ist am Samstag nach Deutschland abgereist. Eine Anzahl Parteigenossen gab ihm das Geleite aus ben Hobokener Dock. An di: Redaltion der .Volkszeitung" hat er folgendes. 'Schreiben gerichtet : An alle Freunde und Partei genossen! . New York, 21. Mai 1681. Bei meiner Abreise von Amerika drängt eS mich, allen Denen, die in so thatkräftiger Weise dem Appell von Deutschland entsprochen und mir in diesem Lande eine so gastliche Ausnahme bereitet haben, meinen tiefgefühltesten Dank auszusprechen. Ich scheide mit dem erhebenden Bewußtsein, daß wir in der alten Welt mit
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(SCHMIDT'S 6ie berühmteste und besteingerichtetste W und "Invigoratins: Malt-Extract
vorzüglich anerkannt. Aufträge zum Verschiffen von Lagerbier aus allen Eisenbahn ILinien werden prompt erfüllt.
unsern Bestrebungen nicht allein stehen, daß vielmehr in dem Lande der Zukunft ein von Tag zu Tag mehr erstarkender Rückhalt uns erwachse ist. Wenn jemals eine Stunde des -Schwankens kommen sollte, die Erinnerung an die großartigen Sympatbiebezeugungen in diesem Lande wird zu erneutem Eiser anspornen ! Die. amerikanische Presse hat im Großen und Ganzen seh? kräftig secundirt und selbst da, wo entschieden gegnerische Tendenzen vorwalteten, sich.durch objektive und prompte Berichterstattung, ausgezeichnet. Ganz besonderen Dank hat die New Borker Volkszeitung- verdient, welche zu meiner "giotzten Freudein der Zeit meines hiesigen Aufenthaltes einen so rapiden Ausschwung erlebt bat. Hätten wir jetzt in Deutschland nur ein solches Blatt, wir müßten'einen gewaltigen Erfolg haben. ' Alle für den Fond bestimmten Gelder bitte ich an die Expedition.der New B'orker Volkszeitung" zu adressiren, welche fortlaufend über, die Eingänge quittiren wird. Korrespondirend damit wird das in Zürich erscheinende Centralorgan der deutschenSozialdemökratie, Der Sozialdemokrat seiner Zeit, über den Gesammt betrag quittiren. Ueber die Verwendung des.Geldes wird dem nächsten Parteikongresse Rechnung, gelegt werden. Schon jetzt ist ein erheblicher Theil im Kampfe gegen die. Bismarck'sche Reaktion zur Verwendung gelangt und wenn die Stunde dieses schmachvollen Systems schlägt, werden die Amerikaner wissen, daß , sie das Ihrige dazu beigetragen haben. . . L. Viereck. Die Einkerkerung Michael Brennan's, Sekretärs derLandliga, unter derAnklage, Jrländer zum Ausstand und zu Gewaltthaten zur Verhinderung der Vollstreckung der Justiz und' zur Störung der Ordnung aufgereizt zu haben, hat unter der irischen Partei'-große Ausregung hervorgerufen. Die Centralstelle der Liga in Dublin hielt eine Sitzung und man sprach die Ansicht aus. das' Volk könne in keiner Weise gegen diesen neuen Gewaltstreich der Regierung protestiren, als wenn sie einen allgemeinen Strike ö'rganisirt und Brennan auf diese Weise rechtfertigt In London hat Brennan's Einkerkerung einen solchen Eindruck hervorgerufen, daß man glaubt, die Stellung Förster's, des Ministers sür Irland, sei unhaltbar ge worden. Er würde resigniren. Die iri schen Mitglieder des Parlaments hielten eine Berathung und kamen zu der Ansicht, sie könnten ihrerseits die Mißbilligung der Einkerkerung der Volkstribunen nur zum Ausdruck bringen, indem sie die Annahme der ohnehin unnützen Landreformbill verschleppen, so lange die Zwangsherrschast fortdauert. Bis jetzt sind bereits über 1000 Amendements zu der Bill im Unterhause vorgemerkt und noch diese werden nicht blos von denJrländern, sondern auch vonKonservativen und englischen Liberalen vorbereitet. Die Debatte über Justin McCarthy's Antrag, die irischen Behörden zu tadeln, wurde im Unterhause fortgesetzt. O'Donnell erklärte, der Regierung Vorgehen sei geradezu verbrecherisch, nicht allein die Handlungen der Regierung seien kriminell, auch deren Unterlaffungen. Sie erbitteren das Volk durchEinkerkerung von Volkstribunen und Priestern und verhindert dadurch die Annahme von Gesetzen, welche ohnehin selbst im besten Falle nur ein Palliativmittel sür die Leiden Irlands sein würden. Minister Forster erwiderte in einer Rede, welche eine Art Entschuldigung für die Regierung sein sollte. Er meinte, die Einkerkerungen seien nothwendig gewesen, wenn sich die Regierung vor einer Erhebung des Volkes wahren wollte.
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Mietet ? SQUARE,) INDIANAP0I4S, IND. Brauerei m Staate. Mein Lagerbier Bottle Leer" ist vor allem anderen als C. F. Schmidt. Als der Minister gegen die Führer der irischen Partei. Parnell, Dillon und Brennan, direkt Beschuldigungen zu erheben begann, sammelten sich die Jrländer im Gange deö Saales und ließen keineAeußerung des Redners ohne Protest vorüber gehen. - In Irland breitet sich der revolutio näre Geist immer mehr auS. Einstweilen finden ganz kleine Putsche statt. Wozu eS noch kommen wird, läßt sich einstweilen xicht sagen. Ueber einen dieser kleinen Putsche wird Folgendes berichtet: Der Stand der Dinge in New Pallas Distrikt hat sich wenig geändert. Der Sheriff ist außer Stande, Austreibungen von Pächtern vorzunehmen. . DaS Militär, bestehend aus 100 auserlesenen Soldaten vom 9. Regiment und aus einer gleichen Zahl vom 57., kehrte in seine Quartiere zurück, ohne einen Angriff auf die Besatzung der Burg gewagt zu haben. Die Osßziere des Militär, wie der Polizeimacht, wollen Blutvergießen vermeiden. . Im Lause dS Tages fand ein Kriebsrath statt, in welchem beschaffen wurde, die Burg anzuschließen und die Besatzung auszuhungern; diese ist'jedoch entschlossen, das Aeußerste zu wagen. Die umliegenden Brücken sind von 'der Landbevölkerung zerstört worden, um die Herbeischaffung von Feldgeschützen zu ' erschweren. Die. Landarbeiter und Pächter in der Burg sind meistens mit Sensen, Heugabeln und Knüppeln bewaff net. Nur -"wenige führen Feuerwaffen. Bis jetzt haben sich drei Priester mit Er. folg bemüht, Blutvergießen zu verhüten. Als der größte Theil der.B'elagerungs. Armee abzog . und eine zerstörte Brücke wieder herstellen wollte, wurden sie von Hunderten von Männern und Frauen mit Steinwürfen -angegriffen. Der PolizeiCapitän ließ seineLeute sofort scharf laden Der Priester O'Donnell aber warf sich zwischen die feindlichen Parteien und verhinderte Blutvergießen. Doch kamen Verwundungen auf beiden Seiten, vor. Sobald die Brücke ausgebeffert war, zogen sich Militär und Polizei in Ordnung zurück. Eine halbe Stunde spater rückten zwei Volkshaufen, lauter Mitglieder der Landliga,. mit wehenden Bannern, beglei iet von überTausendMännein undFrauen auf den Schauplatz der Unruhen, und feierten mit patriotischen Reden und Liedern die Niederlage der. Grundherren. Der Sheriff sah sich dieser Menge gegenüber Machtlos und hielt es nicht sür gerathen, weitere Austreibungen vorzunehmen. Der Stand der Dinge ist ein. äußerst U denklicher,und ein blutiger Zusammenstoß zwischen dem Volke und der bewaffneten Macht scheint unvermeidlich zu sein,. zumal die Priester, als Vermittler, nahezu. alle Macht über die Gemüther der Gedrängten verloren haben. Besonders hat während der letzten Tage die Verhaftung des beim Volke von Limerick Co. hochangesehenen Priesters Sheeby viel böses Blut gemacht ' rÄ" Eh eerlaubnißscheineer langten : JameS W. Speer und Parmelia C. MeyerS. Charles Jordan und Arien F. Glioeuell,. Joseph A. LevenS und Mary T. Atkinson, George Spratt und Lucy Burns, Jefferson Harris und Elizabeth Bonner. Mark I. Wick und Catherine McCall, Archibald G. Bowman und Lu cinda Smitb, John Betress und Mary Lewellyn, NicholaS Hocker und Sarah E. Ward, .Zohn Moran und'Barbara E. Schultz. Patrick Hays und Anna Wells, Frank O. Aldag und Christina M. Koch, William Carr und SusanWilson, Jackson V. Allen und Ada E. Coleman, William Wiegel und Anna F. Weinberger, JameS O Green und Rache! Colley, William E. JoneS und BerthaC. Schott. JohnCreagh und Elizabeth Lynch, John R. Harcourt und Mary E. Mustard.
