Indiana Tribüne, Volume 3, Number 41, Indianapolis, Marion County, 21 May 1881 — Page 4
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Jndiana Tribüne.
Sndiana Hriöüne.
(Wochenblatt.) Cffke: Ecke Circle u. Meridianstr, , ,Jm dritten Stock. - . jEntered ' az second-class matter at the Pogtofllce at Indianapolis, Indiana.) , Abonnements-Preise. Inder Stadt durch die Post ins Haus geliefert Per Jahr im Voraus $2.00 Per Nummer . 5 Kents. Otto Schissel, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 21. Mai 1881. Der Veutekrieg ist wiederum in eine .neue Phase getreten. Am Montag legten zum Erstaunen ihrer Collegen und zur Ueberraschung des gan zen Landes, die beiden BundessenatorlN von New York, Conkling und Platt, ihre Stellen nieder. Der Zweck dieses ganz außerordentlichen Verfahrens ist klar, ob wohl man sich Anfangs die Köpfe darüber zerbrach. Im Bundessenate hat Conkling denKürzeren gezogen. Platt zählt eigentlich nicht mit, denn er ist lediglich ein Werkzeug Conkling's. Der republikanische Caucus ist einfach über Conkling hin weggeschritten. Er bat beschlossen, die Ernennung Robertson's nicht zurückzule gen, wie es Conkling haben wollte, sondern sie sofort zur Erledigung vorzunehMkN. Die Bestätigung der Ernennung verstand sich unter diesen Umständen ge wissermaßen von selbst. Aber der eitle, arrogante Conkling ist nicht der Mann, welcher sich ruhig. einer Niederlage unter wirst. JmBundessenat war er abgethan, dort war für ihn Nichts mehr zu machen, der Kampf sollte an . einer, Stelle ausge fochten werden wo er sich stark fühlte. Durch einen coup wollte er den Kampf nach dem Staate New York verlegen und Herr der Situation werden. Uns dünkt, Conkling hat das Schlimmste gethan, was ein Mann in seiner Lage thun konnte, er hat sich lächerlich gemacht.' Die Legislatur des Staates New York ist zur Zeit in Sitzung, und' Conkling rechnet darauf, daß er dadurch,, daß er wieder gewählt wird, auf diese Wiedettrwählung als ein Zeichen hindeuten kann, daß das Volk des Staates New York auf seiner Seite stehe. Man könnte das Verfahren Conklings kühn nennen, wenn man die Verhältnisse nicht kennte, und' nicht wüßte, mit wem man eö zu thun hat. Die Senatoren Stellen finden sich nicht auf der Straße, daß man sie so leicht aüs's Spiel setzt WennConklingnicht davon überzeugt wäre, daß er in der Legislatur genug Kreaturen hat, um mit Bestimmtheit auf Wiederer wählung rechnen zu können, hätte er seine Stelle nicht niedergelegt. Wir sind fest überzeugt, daß Conkling die Chancen sei ner Wiedererwählung aus' Allersocgsältigste berechnet hat, und Derjenige, wel cher ou5 ; sicherem Verstecks herausschoßt und sich doch zugleich den Anschein geben will, als sei er ein großer Held, macht sich eben lächerlich. : Wir nehmen es als ziemlich sicher an, daß die New Yorker Legislatur Conkling und Platt wiedererwählen wird. Wenn aber Conkling glaubt, daß dies die öffentlich Meinung wesentlich ändern nrnd; daß dies in der That der Ansicht. Raum verschaffen könne, als stände' die Bevölkerung des Staates' New York aus' seiner Seite, so ist er gewaltig im Irrthum. j Die Ansichten , der Presst sind natürlich getheilt, aber Vsele bezeichnen das Ver fahren Conkling als kleinlich und kin dlsch. . ES ist durchaus nicht unmöglich, daß er sich bei dieser Affaire seinen' politi scheu Tod holt, denn solche Erzkrakehler, welche sich für das Zentrum einer Partei halten, passen nicht in die amerikanische Parteidisziplin. ' ' ) ..' Conkling leidet .'offenbar an ' Größenahn. Als er und.seineClique ihre ganze politische Krast anstrengten, um die Nomi Nation Grant's durchzusetzen, und trotzdem nichts weiter erzielten,' als. 'daß Blaine nicht nominirt wurde,' da war der große Mann schon schrecklich verletzt' und erzog flch in den Schmollwinkel zurück. Was immer ihn veranlaßt haben mag, trotzdem für Garfield auf den Stump zu 'gehen, er sah das jedenfalls für' thun solch' riesigen Akt der Großmuth anr&afr er überzeugt war, daß Garfield und die ganze republi kanische Partei ihm dasür tributpflichtig aewörden : seien. Bci seinem Größenwahn ist für ihn die Annahme,' daß durch seine ...'s' ,. - 1 - ' 1 i t j 1 - V.'t-:. .V. - i
Stumpjspeeches allein Garfield gewählt worden sei und daß ohne ihn, Garfield nimmer Präsident geworden wäre, etwas ganz Selbstverständliches. Daß er seine Hilfe bei der Campagne von gewiffen Versprechungen in Bezug auf die Patronage abhänqig machte, bezwei feln wir keinen. Augenblick, wohl schwerlich kann aber Garfield' seine Würde . so weit vergeben haben, sich ganz unter die Obhut Conkling's zu stellen, wohl aber mag der vor Einbildung blinde Conkling es so verstanden haben. Als nun der Präsident sich erkühnte,' Robertson, einen Gegner Grands uno nicht eine derKreaturenConk ling's für die' Stelle deö Hafenkollektors von New York zu ernennen, ohne den arroganten, Conkling darum zu , fragen, da faßte derselbe dies als einen Uebergriff von Seiten des Präsidenten, als eine Be einträchtigung seiner Rechte auf, und um sich wichtig zu machen, und um demPwsi denten seine Macht und seinen Einfluß zu zeigen, suchte er die Bestätigung Robert son's zu verhindern. Als er die Schwie rigkeüen bemerkte, welche sich ihm entge genstellken, putzte er die an sich unbedeu tende Affaire zu einer großen Haupi und Staatsaktion auf. Aber er hat sich verrechnet und sich überschätzt. Soweit ist er in dem von ihm heraufbeschworenen Kampfe unterlegen und durch seineAbdankung wird er nichts besser machen. ES ist wie gesagt sehr wahrscheinlich, daß er wiedergewählt werden wird, aber eS ist nicht unmöglich, daß eS nicht geschieht. Geschähe es nicht, so wäre Conkling poli tisch mausetodt und dies würden wir ihm aus.vollem Herzen gönnen. Geschieht es aber, so sehen wir für ihn darin weder ei nen Gewinn noch einen Sieg. Ja, wenn nichtdie republikanischen Mitglieder der New Yorker Legislatur in ganz überwältigender Mehrheit auf seiner Seite stehen, so würden wir dies als eine ganz schimpf liche Niederlage betrachten. Unter allem Umständen aber. hat er sich geschndet, denn die republikanische Partei ist nicht mehr in der Lage innere Kriege ohne Schaden zu bestehen, und das Heraufbeschwören eines solchen inneren Krieges aus purem Hoch muth und aus wahnsinniger Selbstüber schätzung wird in der amerikanischen Poli tik nicht verziehen.
Wie ficht die Knute aus? Aus Petersburg wird einem Berliner Blatte geschrieben : Die Deportation der schweren Verbrecher in Rußland nach den Bergwerken Sibiriens bildet eine schwere Strafe ; die Knute muß jedoch in erster Reihe nach russischen Begriffen ihre Pflicht erfüllen, damit der zur Deportation ver urtheilte' Verbrecher einen Vorgeschmack der ihm wartenden Strafe bekommt. Der Begriff, daß die Knute am Sattel des Kosaken hängt, ist nicht richtig. Dieses Instrument, welches der Kosak be: sich führt, ist der sogenannte Pletj", ein Kant schu, und dient lediglich zurAufmunterung des PferdeS.' " Durch die g-sammteTages preffe ging die Notiz, daß der Henker Frolow in Folge seiner Trunkenheit bei der Hinrichtung der Nihilisten zu 250 Knuten hieben verurtheilt worden war, und daß d t'e ihm auch ertheilt worden sind. Wir eri lauben uns, diesem ein erhebliches Bedenken entgegen zu setzen.' Wer in Rußland ge lebt und einer Exekution der Knutung bei gewohnt- hat, wird wiffe'n, daß schon fünf zig Hiebe vollständig hinreichen, einen Menschen - im wahren Sinne des Wortes zu' zerfleischen.' Eine'-'menschensreünd-liche" Bestimmung Peter des Großen ver ordnete, daß die zum'Tcde durchie Knute verurtheilt'en Verbrecher ' Viu? 101 Hiebe empfangen sollten -Natürlich 'wußte der Reformator des russischen Reiches, daß der betreffende Delinqent bei 25 Hieben be wußtlos und bei ca. 50 bereits ins Jenseits befördert war ; wahrend der Knntenmei ster seinem Opfer pflichtgemäß die diktirten Hiebe weiter auszählte. ' Kaiser Nikolaus .milderte die Strafe dahin, daß einem Verbrecher, welcher zu der höchsten Kriu-tenstrase-öeruttheilt worden sei, solche m Raten gegeben werden soll und -zwar jedesmal nur 10 Stücks ' ' Um dem Leser einen Begriff von einer Knute zu machen, bringen wir nachstehend eine genaue Beschreibung. Eine Knute besteht aus einem ca. 1 Meter langen. vierkantigen," ca." einen ' Centimeter dicken Lederstreifen, welcher an'einem ca.'30Cen timeter 'langen Stiel ' befestigt' ist. Am dünnen' Ende der Schnur befindet 'sich ein kleiner stählttNer ' Haken in . Form eines AngelbokenS.!'..Der'Delinquent wirdaüf ernen Bock geschnallt' und zwar derartig. daßjdie Arme. kreuzweise befestigt und' die VrU: '-.ü-Xii 5tlic:.sr
Füße ebenfalls angeschnallt werden. Der Knutenmeister hebt nur. die lange Peitsche, läßt dieselbe in der Lust schwingen und ruft dem Verbrecher ein pasmatrie " (Gieb Acht !) entgegen. Sausend fährt die schwere Peitsche auf den-nackten Leib und langjam zieht der Knutenmeister diese zurück, unbeachtet der kleinen Fleischfetzen, welche sich an den Endhaken gehenkt haben. Der Reinlichkeit, wegen wischt nach jedem
Hiebe ein zweiter Henker die bluttriesende Spur mit einem Flachsbündel ab, dann erfolgt der zweite Hieb. Die Force eines Knutenmelsters muß darin bestehen, daß dem Delinquenten Hieb neben ieb verabreicht wird und daß kein Hieb zweimal auf eine Stelle fällt. Nachdem der Delinquent die ihm zudiktirten Hiebe regelrecht em pfangen hat, wird derselbe in sehr men schensreundlicher Weise auf 'schleunigem Wege geheilt; nämlich daß man die ge schlagenen Wunden mit Spiritus 'einreibt, um eine schnellere' Heilung zu erreichen. Geseffelt, willenlo, muß der Bestrafte die entsetzlichsten Qualen bei dieser Kur aus halten. Da jedoch dieser Stoff in Ruß land theuer ist, verbrauchen die Vollstrecker der Strafen das vorgeschriebene Quantum von Wedro (Eimer) Spiritus zur leib lichen Erqu'ckung und benetzen die Wun den deS Geknuteten mit reinem Waffer. Nach den vorstehenden Ausführungen, die unseren Lesern wohl ein kleines' Grauen einflößen werden, dürften es wohl weniger Hiebe gewesen sein, die der Henkermeister Frolow erhalten haben soll. Le Duc. der Vorsitzer deS Ackerbau' Departements der Regierung hat höchst unfreiwillig abgedankt. Bismarck hat eine Niederlage erlitten. Sein Vorschlag zur Einführung vierjäh riger Reichstagsperioden wurde verworfen. Der Zar beharrt auf seiner autokra tischen Gewalt und weigert sich, ein Titel chen davon abzugeben. Dies ist um so bedauerlicher für ihn, als noch nicht alles Dynamit verbraucht ist. ' Der Berliner Correspondent der Daily News" sagt : Die nächste Vorlage welche Fürst Bismarck vor den Rerchstag bringen wird, betrifft dasTabaksmonopol, doch wird dieselbe schwerlich zur Annahme gelangen." Grant schreibt Briefe zu Gunsten seincs Freundes Conkling. Warum . 'auch nichl? Eine Hand wäscht die' andere. Man sollte ab?r denken, daß' Grant noch an seinen eigenen Händen genug zu wa schen hätte. ' Die französische Regierung hat mit dem Bey von Tunis einen Vertrag abgeschloffen, der das Land thatsächlich unter französische Oberhoheit stellt. Die Regie rungen von England und Italien schütteln darob bedenklich die Köpfe. Nach einer Berliner Depesche an den Standard" heben die Nihilisten auf das Manifest des Czaren mit einer Proklama tion geantwortet, in der sie erklären, daß sie den ihnen aufgezwungenen Kamps.auf nehmen und des Sieges sicher sind. .Je größer dieUnterdruckung, desto fester werde die dem Despotismus feindliche. Partei zusammenhalten.- - ,' 4 ' - -' In Utah unter den Mormonen unter halten die Presbyteriäner 44 Missionäre zu $36.000 Jahreskosten ; die Concrega. tionalisten opfern dafür $30,000? die Methodisten unterhalten 20 Missionäre und andere Sekten im Verhältniß. Das weckt nur den Widerstand der Mormonen und bisher scheint der Bekehrungseifer ein weggeworfener zu sein. :V . Der deutsche Reichstag hat , nun auch noch die vierjährige Parlaments'Periode abgelehnt, und zwar durch dasZusammen wirken der Conservativen, Ultramantanen und Liberalen. Das. kommt sast Nie mandem unerwartet als unserem Freunde BiSmarck. Er hat schwerlich an diesen Aüögang geglaubt, sonst hatte er ihn durch Drohung mit seinem Rücktritte zu verhin dern gesucht. - t In dem Kampse zwischen der Ädmini stration und dem ausgeblasenen .Conkling steht daS hiesige Journal" auf Seite des Letzteren. . BiS jetzt wußten wir nicht recht warum, aber dadurch daß das Journal gestern seinem Berichte über die vom Präsidenten' dem Senate ' eingeschickten NominationeN die Bemerkung' beifügt: Aber .wo bleibt Indiana?" istünS die tzsache klar geworden. -...Herr.'. New und r -. cv v - n w x. . . . inne reunoe mo uoaz immer nlcyl ver t : & ... ... . . (. ' . . , . , torgl, . -. ' - (' ) ' ,7 " ' f , j ti . ,i n j , ti f .," ''1; ' . .' . . j . i ! ' ' '- .- . :
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vorzüglich anerkannt. Auftrage zum Verschiffen von Lagerbier aus allen Eisenbahn Linien werden prompt ersüllt.
Laut einer Depesche aus Krakau ist der dortige Handelsstand von Warschau aus gewarnt worden, keine jüdischen Rei senden dahin zu schicken. Es sind dort an allen Straßenecken Plakate angeschlagen , worden, welche die Christen zum Angriff gegen die Juden aufreizen. Zu Kamieniec wurde am letzten Samstag eine Judenhetze in Scene gesetzt, und sind in Folge deffen viele Juden über die Grenze geflüchtet. Eine Depesche aus Konstantinopel meldet, daß die Pest in Nedjef bis zum 2. Mai taglich 66 Opfer forderte. : Gegen 4000 Personen liegen, vollständig obge sondert, in Lagern rings um die Stadt herum. In den Städten Elzajad und Djara, wo die ersten Opfer fielen, .ist die Seuche erloschen. Die Gesundheitsbeam ten bieten Alles aus, die Leiden der Be wohner von Nedjef zu lindern und die Keime der Seuche zu verstören. . Seit dem Amtsantritt des General Postmeisters James sind in den Kosten des Stern Routen- und DampferPostdiensteS Ersparnisse erzielt worden, die sich seitber auf $412,034 belaufen, nämlich $215,490 im März, $84,531 im April und $11-2,013 vom 1. bis 13. Mai. Diese Ersparniffe wurden erzielt, ohne daß der Dienst im Geringsten darunter litt. Am 30 Juni erwartet man die Kosten um einen weiteren bedeutenden Betrag vermindern zu können. Der Chef des Statistischen Bureau berichtet., daß der Kesammtmerth des Ex Ports von Petroleum und Petroleum Pro--dukten aus den, Ver. Staaten während des Monat März 1831 sich auf $3,285.116 und im März 1880 auf $2,378,342 belau fen habe. Für die 9 mit dem 31. März 1881 geendeten Monate belief sich der Werth des Petroleum Exports auf $29.648,507 und in derselben Periode in 1880 auf $30,612.815. Der Fortschritt im Verkehrswesen wird oft mit entsetzlichen Opfern erkauft. Im St. Gotthard Tunnel fano ein Ein stürz statt, wodei 400 Arbeiter unter Erde und Steinen begraben wurden.' Ueber siebzig derselben wurden sofort getödtet die Anderen tbeils mehr, theils weniger verwundet. .Und doch spricht man immer nur von der.' Risiko des Kapitals und nicht von dem Risiko der Arbeiter. ' Men schenleben gelten eben nicht' so viel,,, wie Dollars und Cents.. Die Eisenbahnarbeiter in Jekateriws law.haben die Läden mehrerer Juden ge plündert, doch stellten die Truppen die Ordnung wieder her; letzteres geschah auch in Konotop und Amanjem. In Warschau haben ebenfalls judenseindliche Störungen' stattgefunden. In 'Odessa mußten die Juden ihre Waffen abliefern, weil . ein Jude einen. Christen erschaffen hatte. Die Lokalbehörden in Orel haben revolutionäre Proklamationen durch die Post erhalten. Ein Mitglied des vor eini ger Zeit in Lipetzk abgehaltenen revolutio nären Congreffes ist verhastet worden.' 1 Die Blätter Minnesota'S warnen Einwanderer, sich vor den zahlreichen Gaunern in Ächt zu nehmen, die in Cbi cago aus der Lauer lieger., um sie zu be trügen. Die Einwanderer sind fast durch gänpig der englischen Sprache unkundig, während die Gauner mit der deutschen, böhmischen, ungarischen und allen anderen Sprachen vertraut sind. Eine Anzahl Böhmen, welche, reichlich mit Geldmitteln versehen, New Vork verließ, wurde unter wegS derart geschröpft, daß sie thatsächlich mittellos Crookstown in Minnesota er reichte. ' Fürst Dolgorucki.' General Gouver -eur von Moskau hat ein neues Polizei gesetz, erlassen. Polizeipatrouillen werden Nachts die Straßen durchstreifen; vor jedem Hause muß Nachts ein vom Hausbe' sitzer anzustellender Wächter stehen. Letz terer darf Niemanden in die Häuser ein,treten oder aus denselben fortgeh ey lasten, . ', y' . . , ...''. . . : . ; .'('
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-MmM ? SQUARE,) . INDIANAPOLIS, IND. ' Brauerei 'm Staate. Mein Lagerbier Bottle Beer" ist vor allem anderen als " C. F. Schmidt. den er nicht persönlich kennt. Es wird deffen Pflicht sein, das Ankleben von Maueranschlägen, selbst mit Anwendung von Gemalt, zu verhindern. Im Laufe des Sommers werden durcd Moskau 12.500 nach Sibirien .Verschickte-passi ren. Wer möcht: nicht in Rnßland woh nen ! ' Mr. . Michael Brennan ' erklärte . auf einer Maffenversammlung zu Ballymed am letzten Sonntage, daß wenn vor einem Jahre es Jemand gesagt haben würde, von der Rednerbühne herab für Entschädi gung der Grundherren eine Lanze zu bre chen, man ihm in's Gesicht gelacht haben würde. Er blnbe dabei und erkläre noch einmal, daß die Landbill ein jämmerliches Machwerk sei. Er fordere jeden Päch ter auf, die Zahlung der. Grundrente zu verweigern. Die Antisklaverei-Bewegung in den Ver. Staaten habe damit beqon nen daß den Sklavenhaltern Entschädi gung für ihr Eigenthum- geboten wurde, aber später wurde die Sklaverei mit Blut ausgetilgt. Er forderte am Schluffe.daS Volk auf, dahin zu streben, daß es jedem Grundherrn unmöglich werde, Pachtrenten einzutreiben. . . ... . .. Depeschenträger am Strjke. ' 25Jungens mit der Ueberlieferung von telegra phischen Depeschen von 'der American Distrikt Telegraph Company in Brook lyn angestellt, sind von der Arbeit ausqe' standen. Sie verlangen $4 wöchentlichen Lobn und 9 Stunden Arbeit den Tag, während sie seitber 12 Stunden im Tag arbeiten mußten und nur $3.60 die Woche erhielten. Der Präsident der Gesellschaft. Wbeeler, hat ihnen bedeutet, wenn sie nicht zu den seitberigen Bedingungen ungesäumt wieder die Arbeit aufnehmen, die Stellen sofort mit anderen Jungen besetzt werden würden. Diese armen Jungen zerreißen mebr an Schuhwerk und an Kleidern wie sie verdie nen, dabei müffen sie von Morgens bis Abends auf den Beinen sein. Das ist gewiß human, die Jungens hungern-zu laffen. . ' -; ' Robertson ist im Bundessenate ein stimmig bestätigt worden. Soweit ist dies eine ganz gepfefferte Niederlaae Conk ling's.. In Albany und New Vork wur den deshalb von den Freunden der Admi nistration hundert Kanonenschüffe abge feuert. . Jnzwischen'kursiren alle möglichen Ge rächte und es heißt, daß die Wiedererwüh lung i . Conkling's und Platt's sehr zweifelhaft sei. Im Falle Conkling nicht wieoererwählt wird, heißt es, beabsichtige er das Feld der gegenwärtigen Partei Politik ganz zu verlsffen und sich aus schließlich dem Kampfe gegen die Monopole zu widmen. Wenn er dies thut, und an Erfolg und Zustimmung wird es ihm dann kaum fehlen, lo wird man ihm gern das Vorgefallene verzeihen. ' ' Die Parteipresse beschäftigt sich zur Zeit mit gar nichts Anderem, als mit. dieser Angelegenheit und für die Zeitungen kom men bei der totalen Stagnation in unseren politischen' Verhältnisien' solche Vorfälle allerdings sehr geleaen. : - ''.' '- ' - . " : . . ....f ,. . . :": . , Die. Regierungen in .Deutschland wiffen sich zu helfen. Die bayerische Re greruNg' hat gegen denMagistrat der Stadt Fürth auf Grundldes Socialistengesetzes eine bemerkenSmerthe, Maßregel ergriffen. AIS während der -Anwesenheit ..des Herrn , Stöcker -in .. München, der sozialdemokratische . ReichStagöabgeord nete ' Bebel in einer Versammlung Her rn Stöcker antwortenwollte, wurde die Abhaltung dieser Versammlung von der Münchener Polizeibehörde bekanntlich inhibirt.' AIS dnn bekannt wuide, B'bel wolle in Fürth sprechen, erwartete man, daß auch diese' Versammlung verboten werden würde... Diese Annahme bestätigte sich nicht. Die Versammlung fand mit Genehmigung deS Fürther Magistrats statt und Bebel konnte eine mehrstündige Rede halten. DaS bayrische Ministerium hat nun dem Fürtber Magistrat die Zu ständigkeit zur Erlaffung von Verfügun genim Sinne, des 10 deö Sozialisten ffesetze5entzogen' und dieselbe, sowie die Ausübung der den Distriktspolizeibebör den . vordebaltenen Befugniffe in Bezug auf das) Vereinswesen und Versamm lungsrecht demkönigl. Bezirksamt Fürth übertragen. V: ... - ry . r, jtt.
