Indiana Tribüne, Volume 3, Number 38, Indianapolis, Marion County, 30 April 1881 — Page 4
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L . -k. . Ml . Offire: (rcke (?irrl? h. v3h'r;Mj;iftr. ?sm tr.itjM ItpJ JEntered sminl-clas3 matter at the Fostoittce at Indianapolis, Indiana.j Abonnements-Preise. Dnfrrr Stadt durch die Post ine aui geliefert Per Jahr im Voraus 2.00 tr Nummrr c ßents. Otto Sch'ss l, Hcrauögebrr. Indianapolis, Ind., den 30. April 1831. Republikanisches HüU - WiSeö. . Mayor: Daniel W. Grnbbs. City-Clerk: Joseph T. Magner. Schatzmeister-: Jsaac N. Pattison. Assessor: Millard F. Connctt. Marschall: Richard S. Colter.' Für Aldermen. Erster DiflrZkt James T. L hman. Zweiter Distrikt D rk DeNuiter. Dritter Distrikt -HarrhDrew. Drainard Norison. Vierter Tistnkt-Hiram Seibert. Fünfter Distrikt Dr. I. C. Waters. Für Councilmcn. Erste Ward George Weaver. Zweite Ward H. B. Stout. Dritte Ward Jome A. Pritchard. Vierte Ward Allen E. Taylor. ' Fünfte Ward John R. Pearson. Sechste Ward Dr. B. Ward. Siebente Ward Dr. C. T. Bedford. Vchte Ward Adolph I. Many. Nennte Ward Philip Rcichweia. Zehnte Ward Barton W. Cole. Vlste Ward Jsaac Thalmann. Zwilfte Ward W. H. Morrison. Dreizehnte Ward .- John R. Cokie. Vierzehnte Ward Henry Mauer. Fünfzehnte Ward Frank F Wekieh. Sechzehnte Ward -Hugh Vurnö. Siebenzehnte Ward Peter F. Vrhce. Achtzehnte Ward-S. H. Hassell. Nennzehnte Ward Ed. P. Thompson. Zwanzigste Ward Nelson S,ke. Einundzwanzigfte Ward Ed. Brundage. Zweinndzwanzigfte Ward John Sgger. Dreiundzwanzigste Ward S. H. Dean. Vierundzwanzigfte Ward Ernst Anodel. Fünfundzwanzigfte Ward James Coftell. Die Stadtwahl und die Prohibitionö Frage. Nachdem das Tageblatt an der Dela Vare Straße länger als eine Woche ge braucht hatte, sich eine Meinung in Bezug auf den Zusammenhang oder Nicht'Zu sammenhang der Prohibitionsfrage mit der bevorstehenden Stadtwahl zu bilden, brachte es amMontag unter obiger Ueber Schrift folgenden Artikel: .Sobald die demokratische Stadt'Con vention ihre Nominationen gemacht und durch NichtPassirung irgend welcher Be schlöffe es Unterlasten hatte, die Prohibi lionsjrage in unsere Stadtwahl hmeinzu tragen, nahmen wir Akt von dieser That fache uno erklärten, daß dies? Frage nnter den Umständen nicht die EntscheidungS frage bei der Stadtrsahl sein könnt: und würde. aß Mefo iwall öffentlichen Fragen in der Wahl BerüSstchtigung finden würde, war selbstverständlich. Aber ob man die republikanischen Hanoi' daten alS Vertreter ihrer Partei für die Sünden derselben verantwortlich machen, oder ob man sie als Schaase unter den Böcken betrachten und feiern wollte, ob man den demokratischen. Candidaten die Weigerung ihrer Convention. Stellung zu nehmen, ehe irgend eine Organisation da war, die Stellung verlangte, als eine persönliche und politischeSünd anstreichen wollte oder sollte, ooer ob man sie nicht eben so zu behandeln verpflichtet war, wie ihre Opponenten,- also sie nach ihrer per. sönlichen Stellung und Antccedentien und nach den allgemeinen Einflüsten in ihren respektiven Entschlüssen zu beurtheilen das war und ist eine Frage für jeden ein zelnen Wähler. Als direkte Partei und Prinzipiensrage existirt die Prohibitionsfrage bei unserer Stodtwzhl nicht. .Und die Demokraten, welche von . Ne. publikanern verlangen, baß sie ohne irgend welche Positionsnahme seitens ihrer Partei für die Kandidaten derselben stimmen, thun eben so- Unrecht, wie die Republikaner, welche die Nichtberücksichtigung der Prohibionsfrage bei einer bloßen Munizipal.
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mihl ul? giniigcndcii Ö.und ktrudjlfii ur-o 'MUfbiii, innjrdeder tmt er-lim J'lbr! in' Pjrtcitjorn zu ftifert und wenigncnZ indirekt d i ' P ? i n .5 i v i e l l c I a s a r.i ie eiidnMire n. diß dirProhidtions' srae üe.'daüpl nicht zu einer Politiken iSiitirfictami eZrtt;ze g'lllacht werden fönnlc oder sollte. Als Klugheit und Pfl'ch! für etliche und entschiedene Geaner der Prohibition
tvra7l"ei erschein! uns. bei der hiesigen Stavtw.ihl eine reselvirte Stellung imic u bflltcn. um so mehr, als sie wenigstens UimTkeit selber se'ur zweifelhaft waren und sind, ob es ratdlich sei. die hiesige Stadtwähl zu einer Testmahl zu machen, ehe man wenigstens teilweise organinrt war. Und dieser Zweifel erhielt doppeltes Ge wicht dadurch, das; selbst im Falld die hiesige Stadtwahl zu einer Testmah! gemacht und ein Sieg der Anti'Probibitioniflen erringen würde, dieser Sieg doch nur eine politische Demonstration bedeuten konnte, welche in Betreff der eigentlichen Frage absolut Nichts entschied.Wir legen diesen Artikel unseren Lesern wörtlich vor. um zu zeigen, mit welch' hohlen, nichtssagenden Phrasen das demo kratische Blatt sich aus der Verlegenheit zu winden sucht, in welche es durch die Feigheit und Heuchelei seiner Partei ge bracht wurde, und wie wir im Recht sind, wenn wir behaupten, daß Demokraten immer demokratisch sind. Wollen wir einmal sehen, ob die Prohi' bitionsfrage Nichts mit der nächstenStadt wähl zu thun hat ! Zugegeben, daß, wie das p. p. Tageblatt bebauptet, die Prohibitionsfrage bei der Stadtwahl als direkte Parteifrage nicht existirt, so fragen wir, ob die Kan didaten denn für gar nichts zählen ? Wir sragen. ob es . nicht von weittragendem praktischem Einfluß ist, sür die Kandidaten zu stimmen, von denen man weiß, daß sie individuell Anti Prohibitionisten sind, und Denjenigen eine Niederlage zu be.reiten, welche ihrer ganzen gesellschast lichen Stellung gemäb Freunde der Temperenzler sind? Wenn man denn einmal die beiden Parteien zwingen will, Farbe zu bekennen, warum nicht die erste Gelegenheit dazu benützen, um zu zeigen, daß wir nicht bloß die Partei, son dern auch die Kandidaten bevorzugen, die unserer Sache sympathisch sind, denn wir wissen noch lange nicht, ob wir nicht spä terhin gezwungen sein werden, uns die Kandidaten und nicht die Parteien anzu schauen. Dazu kommt noch, daß wir auch die Nächstliegenden praktischen Folgen zu erwägen haben. Wer sagt uns, daß wenn ver Mucker Smart gewählt wird, unser Sommertheater nicht seine Thüren zu schließen gezwungen sein wird, wie ja auch in Cincinnati der demokratische Temperenz'Mayor die Theater, schließen ließ. Bis jetzt wurden die Wirthe am Sonntag nicht viel belästigt, wer sagt uns, daß Smart das nicht ändern würde? Nach dem Beispiele des demokratischen MayorS von Cincinnati würde er eS gewiß. Ueber all das hat das p. p. Tageblatt Nichts zu sagen, eS ist eben demokratisch. In dem aber, waS eS sagt, drückt eS sich sehr vorsichtig aus. Als dir e k t Par-tei-und Prinzipienfrage existirt die Pro hibitionssrage bei der Stadtvahl nicht. Das Wort .direkte- ist hier sehr gut ange bracht. Bewundernswerthe Vorsicht! Da hat man doch nicht nöthig, auseinan derzusetzen, wie sie .indirekt- existier, denn das Wörtchen direkt" , wird ja wohl von den Meisten doch übersehen. . Darin liegt ja eben die ganze Wichtigkeit der Sache, daß die Prohibitionsfrage indirekt mit der Stadtwahl zusammenhängt. Um das zu sehen, . muß man eben Schlöffe ziehen, und Schlöffe sind des p. p. Tageblattö schwache Seite, zumal wenn sie un bequem sind. Man. hatte nach dem, was der demokratischen Staatsconvention vorausgegangen war, und, weil, traditionell die demokratische Partei immer ihren Bor theil wahrnahm, wenn die. Temperenzler Fahrwasser gewonnen hatten, ein Recht zu erwarten, daß sie sofort Stellung nehmen würde. Das that sie nicht., . Unzveisel hast zur gewaltigenEnttäuschung des v. p. Tageblatts, nicht zu unserer! Würden die Deutschen jetzt doch fürisie. stimmen. müßten sie dann nicht auf die.Jdce kommen, sie hätten die Stimmen der Deutschen im Sack und sie brauchten,, um sie auch später zu bekommen, sich gar nicht sehr anstrengen, hätten gar nicht nöthig, die Temperenzler vor den Kopf zu schla gen? Gliche nicht unter den Umständen ein starkes deutsches Votum zu Gunsten der Republikaner, einem Wink mit dem Zaunpfahl für die Demokraten, daß die Deutschen sich nicht mit einem Heuchler! schen Lächeln, oder noch heuchlerischerem Stillschweigen abfinden lasten würden.
sondern .daß mir Alli's haben v ullcn, oder niit? ? Und kann irgend um velnünsti' rer Mensch bestreiken, daß ein '5lcher'Mi,:k mit dnn Z'iuü Pfahl von Icdei'iciidein Einsliiß für die Zukunft in B-g auf die Stellung der demokratischen i rtei in der Prohibitionsf rage sein würd ? Es ist also wohl ein Zusammenhang - zwischen der Prohibitionsfrage und der Stadtwahl. Ob dieser Zusammenhang ein direkter oder indirekter ist. ,st gleichartig. Wir bleiben deshalb dabei,. daß die Gegner der Prohibition alle Ursache haben, im In tereffe ihrer Sache bei der nächsten Stadt mahl republikanisch zu stimmen. Freilich, dies einzusehen muß man eben nicht bloß demokratisch sein.
Die Irish World und unsere Negierung. Die Jrish Morld" ein Wochenblatt, welches in New Pork erscheint, und, wie das schon der Name besagt, die Jntereffen und Anschauungen der Jrländer vertritt und demzufolge auch das Vorgehen der Landliga befürwortet ist von der englischen Regierung in Irland verboten werden. Der Herausgeber des Blattes ruft nun den Intervention der Regieruug resp, des Staatssekretärs an. Er stellt sich auf den Standpunkt, daß ein solches Verbot eine Verletzung der Bestimmungen des Welt postvereins sei, welche die Beförderung von Correspondenzen, Drucksachen :c. garan tiren, und kraft welcher kein Land, das Mitglied dieses Vereins sei, das Recht habe, eine auswärtige Zeitung zu unterdrücken. Er führt dann weiter an, daß die britische Regierung das Blatt als ein hochverrätheüscheS bezeichnet hat, daß aber selbst, wenn das wahr wäre, das internationale Recht und die Billigkeit es verlangt hätten, daß die britische Regierung die Sache erst der amerikanischen Regierung unterbreitete. Was die Ansicht des Her ausgebers des genannten Blattes betrifft, daß auf Grund der Bestimmungen des Weltpostvtteins keine Regierung die Cir kulation eines im Auslande erscheinenden Blattes verbieten könne, so sind wir der Meinung, daß er im Irrthum ist, wenigstens dann wenn die Tendenz des Blattes aus den Umsturz der zur Zeit bestehenden staatlichen Verhältnisse . berechnet ist. Die Frage ist aber die, ob es der Regierung des betr. Landes ausschließlich überlasten Mei ben kann darüber zu urtheilen, ob die Tendenz deS Blattes in der That auf den Umsturz der bestehenden staatlichen Verhältnisse berechnet ist. Und in dieser Beziehung hat der Herausgeber jedensalls Recht, wenn er darauf besteht, daß die eng lische Regierung die Angelegenheit erst der amerikanischen hätte unterbreiten müs sen. Jedenfalls aber kann kein Mitglied des Weltpostvereins die auö einem ande ren Milgliede kommenden Zeitungen unterdrücken, wenn sie nichts enthalten, was gegen die Preßgesetze des betr. Landes verstoßen, während anderseits alle Preßgesetze illusorisch wären, wenn sie auf die im Lande cirkulirenden Blätter des Auslandes keine Anwendung finden könnten. Vom Standpunkte der Freiheit wäre Letzteres freilich ganz wünschenSwerth, und für alle revolutionäre Bestrebungen sehr vortheilhast, mit den zur Zeit herrschenden Rechtsanschauungen jedoch absolut nicht vereinbar. Wir sind begierig zu erfahren, wie sich unser Staatssekretär in der Sache verhalten wird. Die skandalöse Unthätigkeit des Se natS dauert noch immer fort. Die Hotelwirthe in den .BadeplStzen deS Ostens beabsichtigen auch diesenSommer wieder Juden die Aufnahme zu perweigern. ' " ' "- -' , i ' Frankreich bereitet sich zum : Kriege mit Tunis und will 50.000 Soldaten nach Afrika schicken, um an der Spitze der Zivilisation zu marschiren ....'' Der Henker Frohloff, der die Nibili sten hinrichtete, erhielt hundert Peitschen Mebe, weil der Strick mit dem Michaeloff gehenkt wurde zwei Mal riß. : ; Die in London erscheinende Jreiheit" bish'r von Most -redigirt, . erschien, am Tage der, Hinrichtung der verurtheilten Nihilisten mit einem Trauerrand. ' " 7 . . . ,.... , ' ; . . '" Bei einer Bevölkerung von weniger als 40.000 Seelen zäh!t..die, Stadt Den. ver 6 Millionäre (von je 1 bis SWllionen) 20 Hälbmillionäre und 200 welche je eine Viertelmillion besitzen. " " ' , , ' ' " - Arbeiter-Ausstände sind an derTages? ordnung.. Die Zeitungsjungen in Cleve land, die Schriftsetzer in Milwaukee, die Eisengießer in Cleveland und die Schrei ner in Detroit sind im Ausstand.
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- -j - - - Es wird berichtet, daß man ausge funden habe, daß der Großfürst Nikolaus bei dem Attentate auf den Zaren betheiligt gewesen sei und daß ihn der neue Zar zu lebenslänglicher Gefängnißhast verurthellt habe. Die irische Landliga wird immer ent schiedener in ihrer Opposition gegen die Gladstone'sche Landbill, welche nach ihrer Ansicht nach keiner Seite hin Befriedigung gewährt und nur die Wirren vergrößern würde. Der Strike der Angestellten an den Straßenbahnen in St. Louis nimmt unerquickliche Dimensionen an. Die Angestellten und die Compagnien beharren auf ihren resp. Standpunkten. DieAngestell ten scheinen entschlossen zu sein, die Compagnien mit Gewalt an dem Betriebe zu bindern und Letztere haben die Hilfe der Behörden angerufen. Die Milizen sind bereits aufgefordert sich bereit zu halten, auch haben die Behörden eine Kanone mit Munition in Bereitschaft. Am nächsten Montag, den 2. Mai um 6 Uhr Morgens werden alle im Bäckerge werke beschäftigten Arbeiter in New Z)ork, Brooklyn, Jersey City und Newark die Ar beit niederlegen und dieselbe nur aufneh men, wenn die von der Union gestellten Forderungen von den Arbeitgebern . bewilligt werden. Diese Forderungen lau ten : 1. Beschränkung der täglichen Arbeits zeit auf 12 Stunden, 2. Beschränkung der Arbeitswoche aus 6 Arbeitstage, und 3. Abschaffung deS Mohnens und der Beköstigung bei den Arbeitsgebern. DuS Kabel meldet, daß die Kaiserin von Rußland sehr an Hysterie leide. Es heißt, sie sei mit dem Tode bedroht worden, wenn die beiden Frauenzimmer Pe'rrowsky und Helfmann hingerichtet würden und sie habe sich alle mögliche Mühe gegeben sie, zu retten, sei aber hintergangen worden. Man habe ihr dje Begnadigung der beiden Frauen versprochen, habe aber gar nicht die Absicht gehabt, das Versprechen zu halten. Wir glauben kaum, daß die Frau für ihr Leben Etwas zu befürchten hat, obwohl eS nicht unmöglich ist, daß die Ni hilisten sich ihren Einfluß zu Gunsten ihrer verurtheilten Genoffen sichern wollten. Wohl aber hat sie alle Ursache für das Leben ihres Gatten zu zittern. Die Rochesort'sche Zeitung L'Jn transigeant sagt, der Zar babe die Frau Hesse Helfmann nicht auS Rücksicht darauf, daß sie sich in gesegneten Umständen bf findet, noch nicht henken lasten, vielmehr nur, weil die Polizei ihr durch Folterun genGefländniffe erpreffen zu können hoffte. Man ließ sie im Gefängniß 48 Siunden ohne Nahrung und die leidende Frau fiel während der Hungertortur nicht -weniger als sieben Mal in Ohnmacht. Als man ihr endlich wieder Nahrung reichte, um sie nicht sterben zu lassen, damit man später noch einmal versuchen kann, ein Geständ niß zu erzwingen, war sie vor Erschöpfung nicht im Stande zu sprechen. Bis jetzt hat sie keinerlei Auskunft über die Thätige keit der Nihilisten gegeben. ! - Der Zopf ist auch in England zu Hause, in dem Lande, das sich seiner Frei heiten rühmt. Charles Bradlaugh, . der im Unterhause wegen verweigerter Eides leistung nicht zugelaffen wurde, legte seine Stelle .als . Parlamentsmitglied nieder. Eine Steuerwahl wurde angeordnet und RraMauab wurde wiederaewäblt. Er wollte NUN den Eid leisten und gab sein Ehrenwort, oafj er denselben sur binoeno erachten wolle. Northcote aber, on Stelle Dis.'aelis, der n?ue Führer der Conservativen, beantragte ihm als Un alaubiaen die Eidesabaade zu verweiaerni Der Antrag wurde unter Jubelgeschrei der tr r . . i : t : 1. nnn ir tm oiiiervllliven inu zwo Hcpen xio oiioi men angenommen. Da Bradlaugh sich weigerte, .sich zu entfernen, wurde er vom Sergeant at Arms abgeführt. Die from men Engländer scheinen sich vordem Got tesläugner gewaltig zu fürchten.' Hoffen! lich wird auch ihnen noch einmal die Sonne, der Aufklärung scheinen. t : Seit einigen Wochen schon sanden in d?r Roberts Park Kirche sogenannte Revival Meetings statt, von denen die
oorjugllch anerkannt. .Auftrage zum Verschiffen von Lagerbier aus allen Eisenbahn Lmlen werden prompt erfüllt.
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kl 3 re-Jf n 4 m 1 ntum a WB u a E n liiiJL a - Brauer ? HQUARE,) INDIANAPOLIS, IND. " w - ' i v v W MM v , C. F. Schmidt. Zeitungen jeden Tag berichteten, daß daß Publikum in Massen hinzuströme und daß der junge Prediger (boy preaclicr) schon eine große Zahl Bekehrungen bewirkt habe. Reklame ist wirksam und schließlich beeinflußte sie auch uns Schreiber dies begab sich denn eines Abends ebenfalls nach der Roberts Part Kirche. Um aber gleich von vornherein dem Gedanken zu begegnen, daß er die Absicht gehabt haben könne sich bekehren zu lasten und feine Seele zu säven, wollen wir hier gleich mit theilen, daß er auS ganz profaner Neu gierde hinging, und mit der Absicht den i Lesern dieses Blattes eine amüsante Evi l fnh tmtiiithtTtt- nfc 6ffirtfir WV Ulll,UIUVIVIi 5. MfV W4f unter solchen Umständen nicht mit allzu großer Andacht die Kirche betrat, läßt sich denken und selbst wenn wirklich eine Spur andächtiger Stimmung in ihm vorhanden gewesen wäre, so wäre dieselbe sehr schnell dm Aerger über den Umstand gewichen, daß er keinen Platz mehr finden konnte, an dem er seinen Körper mit auch nur der kleinsten Quantität von Comfort hätte unterbringen können. Da sahen wir uns dann die Geschichte von einem Parterre Stehplatz an. Sonst war's billig genug. Eintritt kostete es nicht und der Klingel beute! machte weder einen sonderlichen Eindruck auf un?, - noch wir auf ihn. Vorerst haben wir uns das Publikum an. Es sah aus, wie jedes andere Publikum auch; das geschminkte Geschlecht war sehr stark vertreten, und Viele schienen unö maskirt zu sein, denn wir glaubten die Maske der Scheinheiligkeit auf ihren sonst sehr nichtssagenden Gesichtern wahrzunehmen. Orgel und Chor begannen darauf die Vorstellung. Der zweite Cboral war noch nicht zu Ende, da stürzte der boj preacher, Harrison ist sein Name, ein junger Mann von 2021 Jahren, auf die Platsorm. welche sich am oberen Ende der Kirche befindet, kniete mit dem Rücken gegen das Publikum gewendet niedet, sprang dann wieder aus, firirte das Publikum, ging mit großen hastigen Schritten aus und ab und strich sich mit der Hand daß bartlose Kinn. Als der Gesang zu Ende war. sprach oder schrie er vielmehr in daS Publikum hinein, daß Jeder seine Seele säven müffe. sonst komme er in die Hölle, und wer gesävt sein wolle, der solle nur vorwärts kommen zu ihm und sich nicht geniren. So sprach er ungesähr drei Minuten lang dann wurde wieder ein Lied gesungen, dann schrie er wieder : -Wer den Lord suche, der werde ihn finden, und wer I ihn noch nicht gefunden, der habe eine ganz gute Tschäbns, wenn er vor zum Altare komme. Darauf wurde wieder ge sungen und so ging das den ganzen Abend fort, abwechselnd Gesang, abwechselnd die brüllende Stimme ßarrison's. Dabei stand Letzterer. keinen Augenblick still, bald fuchtelte er mit den Armen in der Luft berum nach dem Takte der Musik, wie ein OrchesterDirigent, bald klatschte er laut nach dem Tekt der Mustk in die Hände, dann rief er wieder, wie ein Ausrufer vor einer Kirmeßbude den zerknirschten Sündern zu vorwärts zu kommen. Dabei sprang er immer auf und ab, sprang vor auf denTausstein, und hockte auf denselben nieder, wie Jemand, der eineBeschästigung vor hat. bei der er sich nicht sehen lasten will, sprang dann herunter und stürmte die Gänge der Kirche von einem Ende zum andern herab und heraus und geberdete stch wie ein Verrückter. Der Mensch machte auf uns den Eindruck, daß er ent weder ein Schausvieler sei oder den Ver stand verloren habe. Nach und nach ka men dann etwa gegen sechzig fromme See len, welche den heiligen Geist in 'stch einge kehrt fühlten vor an den Altar und knieten zerknirscht nieder. Es waren . meistens Mädchen, was um so weniger Wunder zu nehmen braucht, als ja bekanntlich der hei lige Geist gerne mit Weibern verkehrt, welche Neigung, unter uns gesagt, auch bei unheiligen . Geistern vorkommen soll. Dann knieten andere schon längst bekehrte Seelen, meistens Männer zu, ihnen nieder und flüsterten ihnen allerhand in's Ohr ; was', - wissen wir nicht. ' Die Situation sah sehr vertraulich aus. Und Männlein und Weiblein weinten und vergoffen Thränen - und umarmten sich. vor Freude über dieBekehrung u. dieEinkehr des heiligen Geistes. Wir aber glaubten uns in einem Irrenhaus, wir fühlten, daß wir auch des Sävens bedürften und Schreiber dies ging zerknirscht von dannen nach dem Circle Haus, wo na das gehört nicht mehr hierher.
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