Indiana Tribüne, Volume 3, Number 38, Indianapolis, Marion County, 30 April 1881 — Page 2

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Jndimm Tribüne.

Mex. Metzgers Heucra5-Damps-Schisssa!):ls-Agc::tur.

Sämmtliche YeiiisctV, enstUscke und amertta. msche Linien fi d durch mich dertreten, Pas. sage, und Excursions. Tickets zu den billigsten Preisen. Nock immer ist (eleaenbeit. durch mich Pas. sage für Einwanderer zu rcdmirlen Preisen aus den regulären deutschen Dampscr.Vtnien zu lau sen. Zugleich habe ich die Agentur für die Qesttkcbel: Etsettbabucn und biete meinen Kunden alle mit einem reellen Seschäste verbundenen Vertheile. Europa Reisende sollten nicht vcrsrh. len, ehe sie ihre Vorberciturgen für die Reise treffen, bei mir vorzusprechcn. Nnse-Paffe wer. den prcmp! besorgt. Alex. Metzger, Zweites SlcJicetf, Odd Fellows Halle. ' I.,H. Bütes, 41 Park Rom (Times" B::ilding). ' '?w ?)ink. ' Auzeiflctt'Agcutur. 'SiLT.:EBEv kn i '3 tf3 A ist ein wirksames Mittel zegen Malaria Fieber, kzlteS Fieber und verdorbenen 5lzen. LeberkkLnkiten, Unverdaulichkeit und Linken Ux strafte. ES hat mit seines Gleichen und kann öurch Nichts ersetzt werden. 6 sollte nicht mit billi zn Mischungen von epintuofen, ätherischen Ctlen a. f. io., roelche ost u:ter dem LIamen BitterZ verkauft erden, vermechsett werden. Zu verkaufen bei allen . Lxothekern, Grocern und Weinhär:dlern. frÄTi-HrtA i i o rrryj iM.uiri"w JSVN&Vrl ty wr im i iui i KendaW Spath-Cme. Das erfolgreichste Mittel, das je ent. itckt wurde. Es ist sicher in seiner Wirkung und erzeugt keine Kruste. Lieö folgende Beweise : Bon Eol. L. T. Foster. VoungStorom, Ohio, 10. Mai 1880. Tr. B. I. K endall 4 Co. Meine Herren: hatte ein seyr fZhigeö hamiletonischeö Füllen, welche ich sehr hoch schätzte, eS hatte einen großen Cxath an den einem Gliede und einen kleineren an dem andern, elch S sehr lahm machte, ich hatte tl unter der t't Handlung von zwei alten Chirurgen de en die Hei luna fehlschlug. Eines ZaaeS las 'ch die Annonce von Äenball'4 Cvath,Lki!mittel in der Chicago Ervreß: ich beschloß es sozleich zu versuchen und veranlaßte die hiesigen Arotheker mir dasselbe u verschaffen. Sie laben Order für 3 Flaschen, ich nahm st alle und ae. iacht gründlicki zu versuchen, ich gebraucht eS der Lnroeisung gen-äß und am 4. Tage hörte das Füllen auf lahm zu fern und die Klumpen waren aZnzllch ver. Schwunde. Ich braucht nur in Fltch und dS Füllen'S Glieder sind frei von Klumxen und fo weich ie die irgend eines Pferdei im gewöhnlichen Zu Ende. SS ist vollständig aeheilt. Die Heilung war merkwürdig, daß ich zweien meiner Nachbarn die rtgen 2 Flaschen iibklließ. welche sie jetzt gebrauchen. HchachtunaSvoU L. T. Foster. Keudall's Sirntjj - Cure für menscklicke Gebrechen: Patten Mill, Washihington Co.. N. N.. 21. Februar 188. V. I. KendaL, 21. v.- Geehrter Herr ! Ich litt sehr in einer überaus schlimmen Verrenkung am Fuh. knSchel, und zwar schon sechzehn Vlonate, alö ich mit dem Gebrauch von endall'S L:ath'Ture ansing. Ich hatte zuvor alles Mögliche versucht, aber umscnft. Ihre Lxatlure brachte mich zuerst wieder auf die Beine und meinen verrenkten Knöchel zum ersten Mal feit meiner Verletzung wieder in die rechte Lage. AlS ein HauLmittel übertrifft S an Werth alle Bisherige. Ihr ergebenster Freund, -Rev.W. P.B e ll. Prediger der Ful n Str. irche. Kcndall'ö Spath-Cure. Man sende Ndresse für ein illuftirteö Clrcular, okI cheS nach unserer Meinuua dessen Werth über alle Zweifel darstellt, ein Mittel, für Thier sowohl als Mensch, hat sich unseres Wiss'inS je solche entschiede, nen SrsolgeS erfreut. ?reiS $1 xer Flasche, k Flamen Z5. Ll! Vxotheker a Sttmcnt. Zu vcrkausku. in eKeu Apclhcke::.

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'gexmif&t c'o. Inland. Aus den offiziellen Berichten über unsere Armee entnehmen wir folgende be zeichnende Stellen : OberstCorbin vom 24. Infanterie-Regiment berichtet : Es ist lächerlich, daß ein Offizier auszieht, um 4 Soldaten einzuex erziren. Ich war schon 10 Jahre Capitan und hatte dies noch zu thun. Es ist schwer, einem solchen Vergnügen das Aussehen einer militärischen Bewegung zu geben. Wir gehen zwar zum Paradedienst, die Soldaten sehen es als ein Kinderspiel an. Ich habe Auszüge gesehen, wo der Eapi tan die vordeie und der Sergeant die hintere Reihe bildeten." GeneralH. B. Banning berichtet : 'Wir haben 5023 Q ssiziere, welche 14,291 So!baten kommandiren, also kommt ein Offi zier aus VA Soldaten. Ueberdies giebt es noch folgende Stabsoffiziere : 8 Bri, gadeGcnera'le, 31 Obersten, 45 Lieutenant-Obersten, 175 Majors, 210 Eapi täns, 88 erste Lieutenants, 10 zweite Lieu. nants." General Hazen sagt auf Seite 227 seines Werkes betitelt Die Armee und die Schule" : ' Wir haben in der Linie der Armee 1600 und im Stäbe 00 dienstthu ende Offiziere. Rechnet man noch die 600 Assistenten des Stabes, welche wenigstens

100 monatliches Gehalt beziehen, hinzu. so haben wir 1200 im Stab allein. Wir haben also nahezu so viel Offiziere im Stab, wie in der Linie." Oberst Robert Williams berichtet : Es find Offiziere im Stab, die so wenig von unserem Land verstehen, daß sie, sollten sie einen Marsch durch die Jndianer-Län dereien machen müssen, in Gesahr kämen, sich selbst zu verlieren. Die Ausgaben für das Militär, das Kriegsministerium nicht mitgerechnet, waren für einJahr folgende: Zahl-Departement $12,702,607.76, Eommissions Departement 2,443,872.64, Quartiermeister - Departement $11.879,787.58, Ordinanz-Department $1.305,' 627.42,Medizin.Departement$592,902.38, Akademie-Departement $186,837.87 im Ganzen $20,116,935.65." . ' Das Soldatenspielen ist ganz nett, aber es kostet viel Geld. Wenn wir nun auch mit unserem herrlichen Kriegsheer nicht prahlen können, so können wir nns damit trösten, daß wir's nicht besser brauchen und daß wir noch viel besser daran sind als die europäischen Staaten mit ihren stehenden Heeren. In Binghampton, N. B. fand am Donnerstag Morgen in einer Pulverfabrik eine Nitro Glycerin - Explosion statt. Fünf Minuten später explodirten 10,000 PfundPulver und zerstörten das Gebäude. Menschenleben gingcn dabei keine vttloren. Ungefähr zur selben Zeit explodirten in einer Pulverm'"hle bei Bridgeport, Eonn. 10,000 ffäßchen Pulver. Die Ex ploston richtete an den Gebäulichkeiten einen Schaden von $50,000 an, glücklicher Weise wurde Niemand dabei verleb Bis jetzt hat zu unsererVerwunderung noch Niemand die Entdeckung gemacht, daß die Nihilisten die Hand im Spiele hatten. Aus Wisconsin wird gemeldet : De peschen aus dem Inneren des Staates bringen die Kunde von verheerendenUeberschwemmungen. Bei Fond du Lac ist der Fluh zu einem reißenden Strom ange schwollen, und der ganze westliche Theil der Stadt wurde unter Wasser gesetzt. Die in der dritten, vierten, sechsten und siebenten Ward wohnenden Familien muß ten eilends ihre Häuser verlassen. In den Holzhöfen, dasFlußufer entlang, schwimmt das Holz in allen Richtungen umher. Der Schaden wird bedeutend sein. Bei Wattttown ist der Rock River in zwei Tagen fünf Fuß gestiegen. Das Eis treibt in großen Feldern flußabwärts. Mehrere Brücken wurden weggeschwemmt. Der Fluß steigt noch immer. . Vom Tod einer deutsch amerikanischen Dichterin meldet der Philad. Demkrat" : ,SrauFannhGumpert ist nach kurzer Krankheitim Hause ihres Sohneö in Vbiladephia an einem Lungenschlaq, im Alter von 73 Jahren gestorben. Sie war eine talentvolle und gebildete Dame und hatdie deutschen Unterhaltungsblätter, besonders in Philadephia und New Bork, mit manchem tief empfundenen Gedicht be reichert. Sie war noch bis zu ihrem unererwarteten Tod. körperlich krästig und i geistiger Frische und voll Jntresse sür AIles was Kunst und Wissenschaft betraf. Frau Eumpert war in Dessau geboren und lebte in Philadelphia in angenehmen

Verhältnissen und umgeben von der lie benden Sorgfalt ihrer Töchtcr und ihrer Söhne, welche den Verlust dcr theuren, trotz ihres hohen Alters noch so '.ebenskräftigen Mutter tief beklagen." Zu Charlotte in Nord'Caroline hat Charles Disdenor, ein intelligenter, aber nicht mit Glücksgütern gesegneter Mann in der gesetzlichen Form einem Andern eine Hypothek auf sich selbst oüsgestellt und diesem alle Rechte und Ansprüche auf sich selbst zur Sicherstellung einer Schuld übn tragen. Das Dokument ist in derselben Weise wie eine Hypothek auf Grundeigen thum ausgefertigt, und Frau , Disdenor hat allen ihren Ansprüchen zu Gunsten des Hypotckeninhabers, gerade wie im Falle von Grundeigenthum, den StaatZgestzen gemäß entsagt. Nach einer Lesart wäre das Ganze ein schlechter Witz. . m Die Furcht vor den Trichinen hat immer ncue wundersamme Entdeckungen zu Folge. Nicht allein in Beziehung auf dieTuchinen-Kcankheit, sondern auch aus thierische Parasiten im Allgemeinen.

So hat eine von New Jorker Gelehrten angestellte mikroskopische Untersuchung neuerdings .erwiesen", daß sich in den Geweben der Muskeln und Eingeweide todter Thiere bei einer Temperatur von 85 bis 90 Grad Fahrenheit im Laufe von 24 bis 43 Stunden Organismen bilden, die der Trichina spiralis" gleichen und doch im Grunde von derselben verschieden find. Man nennt sie den Todtenwurm. Ihre Größe ist ungefähr dieselbe wie die der Trichine, und Kundige können sie nur dadurch von letzterer unterscheiden, daß. man sie nie in eingekapseltem Zustande antrifft, während die Trichine sich meistens in dieem Zustande zeigt. Ohne Zweifel ist oft eine Verwechslung beider vorgekommen'. Man ist der Anficht, daß dies eine fast allgemeine Erscheinung der animalischen Zersetzung ist, und fie soll auch in Schinken, Wülsten und Fleischpreserven sich bilden! ! Ein gut Theil gastrischer Krankheiten und septischer Fieber wird ihrem Ein stusse zugeschrieben. Die dadurch hervorgerufenen Krankheitserscheinugcn find denen der Trichinose sehr ähnlich. Wenn noch ein paar Jahre so weiter entdeckt wird, so wird man zu guter Letzt gar nichts mehr essen können! Ein Liebes-Roman. Sie liebten sich. Erträgt den poetischen Namen I. P. Crow, ist ein flotter Student in Senora, Ky., und seine Angebetene beißt Ollie Williams und nennt Stanford, Kn., ihre Heimath. Sie hätten vielleicht schon vor mehreren Monaten ihre Hochzeit gefeiert, wenn die Eltern etwas mehr Einficht ge habt und die jungen Leute hätten . gewäh ren lassen. Aber leider war dies nicht der Fall. .Der alte.Crow, der keine Ahnung von Poesie und Schwärmerei hat, drohte dem Sohne mit dem bekannten väterlichen. Fluch und Enterbung und der alte Wil liams meinte, der dumme Junge, sollte wenigstens erst die Schule absolviren, , ehe er an' Heirathen dachte. E grimmt ob dieser elterlichen Unvernunft brannten die Liebendem nach Louisville durch, er stieg im St. Cloud Hotel ad und sie nahm Quartier bei einer befreundeten Familie. Einmal in Louisville, beschlok der Acadö' miker stch auch 'mal iie Merkwürdigkeiten der Stadt anzusehen, ehe der , eheliche Knoten geschürtz wurde. Natürlich hatte das Vuckingham Theater für den Vetter vom Lande einen eigenthümlichen Reiz, und Braut und Hochzeit vergessend, nahm er.andächtig an den Kunstgenüffen Theil, die ihm dort geboten wurden. Während' er in seligem Anschauen versunken die plastischen lebenden Bilder bewunderte, traf im Hotel eine Depesche aus Sonora ein und der Besitzer des Gasthauses, der seine Pappenheimer kennt, schickte das Telegramm an den Director des Bucking ' ham Theaters. Dieser begab sich auf die Bühne und rief mit lauter Stimme : Hr. Crow, von Sonora, wird ersucht, hinter die Coulissen zu kommen, da wichtige Nachrichten für ihn eingetroffen sind." Man kann stch den Schrecken und die Verlegenheit des AjademikerS ausmalen der sich einbildete, jeder Zuschauer müßte ihm das böse Gewissen ansehen 'und. dem zu Muthe wahr als ob tausend Augen sich auf ihn richteten. Der Taugenichts wartete verschmitzt his sich die Aufregung gelegt hatte dann schlich er zerknirscht wie Petrus, als der Hahn zum dritten mal krähie, hinaus und nahm an der Kaffe das Telegramm in Empfang, welches von einem Studiengenossen abgeschickt war und folgendemaßen lautete : Macht geschwindt der Alte ist bereits unterwegs!" Eiligst

holte er nun seine Dulcinea ab und begab sich nach Jcsfersonville, wo Rev. A. P.

Terrell, Pastar der Methodisten Kirche die Trauung vollzog. Das geschah um Mit ternacht. Am nächsten Morgen .traf der Präsident dcs College von Senora ein um weiteres Unglück zu verhüten. Allein es war zu spät, den vollendeten Thatsachen mußte er die Flagge streichen und er konnte nichts Besseres thun, als mit sauersüßer Miene den Vermählten seinen Glückwünsch darzubrigen. Vermischtes. Ausland. Das Amtblatt des Polizeiamts der Stadt Leipzig" vom 26. März bringt folgende Mittheilung : Am vorgestrigen Abend fand man einen 57 Jahre alten hier wohnhasten Packträger auf der Straße liegend auf und schasste ihn in die benach ' barte 2. Polizeibczirkswache auf . dem Königsplatz. Dort gab er, als er fich etwas erholt hatte, an,. daß er bereits 2 Tagelang nichts gegessen habe und des halb auf der Straße umgefallen sei. Da fich zeigte, daß'der Mann fich nicht vcrstellte, so gab man ihm Kaffee zu trinken und etwas zu essen : und entließ ihn später wieder. Es aber nur kurze Zeil, so brachten Straßenpaffenten denMann, der aber malsaus dem Königsplatz gelegen hatte wiederum in die Wache, nunmehr aber als eine Leiche." Aus Trentschin in Ungarn wird geschrieben: Dle Gattin der Grundbesitzers Paul Wig in dem nahen Tarjan . unterhielt hinter dem Rücken ihres Gatten ein Liebesverhältniß mit einem kaum . den Kinderschuhen entwachsenen Bauernburschen. Freitag Abend kehrte fie von ihrem Schäferstündchen nach Hause und fand ihren Gatten bereits in tiesem Schlafe. Schnell entschloffen nahm fie eine Dynamitpatronc. welche fie schon seit längerer Zeit geheim ausbewahrt hatte, legte dieselbe unter das Bett, in dem ihr Gatte schlief, worauf fie dieselbe anzündete' Die Wirkung der Dynamitpatrone war 'eine furchtbare. Das Bett, die Decke des Zimmers waren in Stücke zerriffcn und weit geschleudert worden, aber auch der Körper des Paul Wig war furchtbar zugerichtet. Der Kopf und die rechte Hand waren vom, Rumpfe abgeriffen und weit von einander geschleudert worden. Das bestialische Weib wie auch ihr Geliebter wurden verhastet und den Gerichten einge liefert. - Die Nihilisten halten die Welt fortwährend in Aufregung. Eine SpezialDepesche meldet aus St. Petersburg, daß die Nihilisten allen Vorsichtsmaßregeln der Negierung zum Trotze ihre Organisation vollkommen ausrecht erhalten und mit neue., Verschwörungen beschäftigt find. Die Regierung b.müht sich, alle Nachrichten über die geheime Thätigkeit der Nihi listen zu unterdrücken'; indessen hat man ermittelt, daß eine Anzahl der Kerzen, welche gelegentlich der Ceremonieen bei der Beerdigung des Czaren benutzt werden sollten? mit Nitro-Glycerin gefüllt waren. Eine dieser Kerzen zerbrach -vor dem Leichengottesdienste zufällig in bjm Händen eines Angestellten, und eine Untersuchung brachte obige Thatsache an den Tag. Ohne diese Entdeckung würde sich wahrscheinlich eine schreckliche Explosion in un mittelbarer Nähe der Ueberreste desErmorbeten ereignet haben. . Der Beamte welcher dieEntdeckung machte, ist reich belohnt worden, allein man hat nicht die geringste Spur von den Urhebern des Complotts. Die Fürstin Dolgoruki hat sich ganz von der Welt zurückgezogen; sie ist inTdem Testament des Zaren reich bedacht worden. Ihr Haar hatte sie sich nach ihres morganatischen Gatten Tode abschneiden lasten und es eigenhändig dem Kaiser in den Sarg gelegt, so wie dieser bei seinen Lebzeiten es. einmal gewünscht hatte. Das Haar der Fürstin'war von sprüchwörtlicher Schönheit und Fülle. . In den niederm Schichten des russischen Volkes macht fich bei vielfachen Gelegenheiten ein äußerst pessimistischabergläubischer Zug bemerkbar. Ganz besonders bekundet sich derselbe, wenn plötzlich dergleichen blutige außerordentlicheEreignlsse, wie die Ermordung des Kaisers an den gewöhnlichen gänzlich ungebildeten Mann aus dem Volke heranheten. So wurden gleich nach demAttentat daselbst alle möglichen Gerüchte über vorher wahrgenommene unausgeklürte Erscheinungen laut; Erscheittungeti, welche sämmtlich als Un-

heilverkünder" angesehen und in diesem Sinne besprochen sein sollten. Ein blutrother Stern über dem WinterpalaiZ, leuchtende undesinirbare- Himmelskörper, todte Tauben vor dem Fenster des Kaisers, kurzum, untrügliche Zeichen hätten ein bevorstehendes furchtbares Unglück angezeigt, darauf schwört heute der gesammte Äiuschik": die thörichten Menschen aber schenkten diesen Warnungen keiue Beachtung, und so mußte denn daL Entsetzliche geschehen. Folgende Prophezeiung" aber dürfte schwerlich dem Kopse eines weisen Muschiks entsprungen, sondern wahr scheinlich von Klügeren" und zwar mit ganz bestimmter Abficht, in den niederen Volksklaffen verbreitet werden. Nimm die Anfangsbuchstaben derNamen der fünf ältesten Söhne des gemordeten Kaisers (Nikolaus, bereits gestzrben, Alexander, der jetzige Kaiser, Wladimir, lexei und Sergej) und lies dieselben erst vorwärts, dann rückwärts, so erhältst Du das Menetekel: "X a yt a s S a w a n!" Nawas sawan aber heißt zu deutsch : Ueber Euch das Leichentuch !" Aus diesem zufälligen Wortspiel will nun das Volk herausdeuten, daß die genannten Brüder alle hintereinander schnell ist's Grab sinken würden (auf die vorhandenen Kinder derselben nimmt der Volksaberglaube selbstverständlich keine Rückstcht!) -alsdann der jüngste Großfürst Paul" auf den Thron gelangen und dieser Rußland zum mächtigsten Staate in Europa machen würde. Kann es wohl Tolleres geben, als. diese Prophezeiung ? Doch das russische Volk neigt zu sehr zum

Aberglauben und zu dergleichen graufigen Weiffagungen, als daß es nicht unter fich jene mystische Deutung besprechen und ein Muschik den anderen darauf hinweisen sollte, daß das Alles doch zum Mindesten sehr, sehr merkwürdig" sei. Die Offizin der Inüianä t vs tt 1 tWMM empsieytt sich zur Anfertigung von Rechnungen, Cirkularen, Briefköpfen, Preislisten, Quittungen iZV Eintrittskarten, Mitglicderkartcn, Broschüren, Constitutionen, Adreßkartcn, . und allen einschläglichen Ar tlkcln unter Zusicherung ele qanter AuSfübrung bel biüiqcm Preise.

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