Indiana Tribüne, Volume 3, Number 37, Indianapolis, Marion County, 23 April 1881 — Page 3

Indianer Tribüne.

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Sturmvögel. Gibt es wirklich in der Welt engherzige

Jämmerlinge, die solche Menschen ge

Ein paar Worte sind es nur, die der meine Meuchelmörder nennen können?

Agent der Associirten Presse aus Peters. Was ist denn Heldenthum, Freiheitsliebe, . rv . i r ri cm i v I m ri . m .

vuiunoicj gnioien MUm 'jjciigiiere Vegemerung, wenn oas herhatten Dtner des russischen Ministeriums und Tscher- Märtyrer der russischen Revolution nicht

najesf zum Gouverneur vom Orenburg alle diese herrlichen Eigenschaften, welche

ernannt. in unserem kleinkrämerlicken Zeitalter

Warum nur unsere Leser mit so unbe- schier ausgestorben zu sein scheinen, in sich

deutenden Kleinigkeiten plagen? darum vereint?

weil Jgnatieff und Tschernajeff die beiden Am Charfreitag haben diese Märtyrer

Häuptlinge der Panslavisten sind. den Tod erlitten. Ein bezeichnendes, für

Wie aber beide ihre Aufgabe verstehen das verlogene, prostituirte moderne Chri

haben stt in den Jahren 1876 und 1877 stenthum ties beschämendes Zusammentrefgezeigt. ' sen ! Fast zwei tausend Jahre endloser

Damals zwar waren sie durch die Au- Kämpfe' edlen Strebens, fruchtlosen

torität Alexander II. gebunden, und nur

im Geheimen unterstützte sie der Czare witsch. Denoch zettelte Jgnatieff als ruf sischer Botschafter in Constantinopel Auf.

stände über Ausstände an, stelle sich

Haders hat die Menschheit erlittee, seitdem

jener Mann, der das erste erlösende Wort der Menschenliebe und der Menschengleich'

heit in die Welt geschleudert haben soll.

von den Machthabern und Pharisäern

Tschernatjeff an die Spitze der russischen jener Zeit gemartert und gemordet wurde. Freiwilligen, wie der serbischen Volksar- Und welches ist die Frucht dieser langen.

mee. Am 2. Juli 1876 kam der so vor. ereignißschweren Entwicklungsepoche ?

bereitete Krieg zum Ausbruch und die Heute, wie vor zweitausend Jahren, werWelt weiß wie viel Blut derselbe gekostet den Diejenigen, die am glühendsten die hat. Menschheit, die Freiheit lieben, deren Herz Nur die Beseitigung dieser beiden Man am treuesten und wärmsten für die Leiden ner und ihre Rückkehr in's Privatleben er ihrer Mitmenschen schlägt, gehetzt und ver möglichte am Ende die Berliner Conferenz folgt, gepeinigt bls zum Tode. Heute, und den Friedensschluß. wie vor zwei tausend Jahren, erkennt die Und jetzt ! erscheinen sie beide zugleich umnachtete, bethörte, gedankenlose Masie

wiederum aus der Bildfläche. Ist doch ihr nicht ihre besten Kräste, ihre edelste:, durch Rücksichten gedungener Patron von Freunde ! Heute, wie vor zwei tausend ehemals nunmehr Selbstbeherrscher aller Jahren ertönt aus tausend Kehlen der

Reußen und der PanslavismuS begehrt wüste Schrei: Kreuzige! Kreuzige!"

nach Entwicklung. Schlagt nicht ! Jetzt verstehtJhr nicht. Unter solchen Umständen mögen die bei was ich gethan, es wird aber die Zeit den Altrusien immerbin als Sturmvögel kommen, wo Ihr es einsehen werdet !" So

in einem gewisienSinne angesehen werden, sprach Rusiakoff zu den ihm mitMißhand

Aber auch ihre Eigenthümlichkeit erweckt lung drohenden Pöbelhaufen. Und aui

wohl in Manchem, der mit ihrer Laus- ferner, ferner Zeint tönt bis in die heutige bahn vertraut ist, Besorgnisse. Welt der Schmerzensschrei herüber : Der nunmehr dreiundsünfzigjährige Herr, vergibJhnen, denn sie wissen nicht.

Jgnatieff hat sich während seiner zwölf ws sie thun !"

jährigen Verwaltung des russischen Bot Aber Eines haben die Märtyrer und schasterpostens in Constantinopel als einer Helden der Freiheit in diesen zweitausend der frechsten und verlogensten Jntrigan- Jahren doch gelernt und das ist: nicht ten der Welt gezeigt. Das Erregen von mehr zu vergeben. Sie haben gelernt.

Revolution und das Aneinanderhetzen der daß die Liebe zum Menschen, zum Recht,

Völker machte er zu seinem Spezialsache. zur Freiheit ein eitler Traum bleibt ohne

Sein Günstling Tschernatjeff ater führte glühenden, verzehrenden Haß, ohne erbar

wildrücksichtslos durch, was er einge' brockt.

Wie Auaeneuaen erzadlen. war na-

mentlich die Unverschämtheil, mit der Jg' natieff seine eigenen Handlungen ableug net, unnachahmlich. Selbst den Chine sen, in deren Hauptstadt er zweimal Ver

träge abzuschließen hatte, war er in der

Verstellungskunst überlegen.

mungslosen Kamps gegen Alles, was der 9 ft. ST-m . .

znelyell und louaien erecvtlgkett im

Wege steht. Aus dem Blute der Gemor

deten, aus den Gebeinen der Märtyrer

erstehen heute nicht mehr, wie ehemals.

demüthige, ergebene Asketen, stille thaten lose Dulder. Nein ! Aus diesem geweih

ten Blute steigen Rächer und Richter in

hundertfacher Zahl empor. Der Kamps

UebrigenS legt das Wiederaustauchen wird mit jedem Tage furchtbarer, erbitter

der beiden Vertrauten Aksokoffs die,' An ter und wird sich nicht eher ausgetobt

nähme nahe, daß der Sturm, wenn er los- haben, als bis die letzte Spur der schmäh-

bricht, zunächst den Orient verheeren mag. lichen Knutenherrschaft von der Wurzel

.Amerika,,, auf ausgerottet ist.

Wie Helden sterben.

Die Namen der Märtyrer aber bleiben unsterblich für alle Zeit. Nicht ob der Tbat an sick. die sie vollbracht, wobl aber

Die Theilnehmer und Vollstrecker der des boben Zweckes, dem sie aedient. des

Petersburger Hinrichtung, Rusiakoff, unerreichten Beisvieles von reiner, todes.

Michailoff, Kibaltschltsch. Jelmboff und uiuthiger Begeisterung für ihre Ideen, Sophie Perowsky, sind von den Henkern mi& sie geliefert. Und wenn auch was des Zarenthums gemordet worden, nach. ift 00n sen edlen Kampfern in

dem amage zuvor ein verzwelsener, qei irgenb einem versteckten Winkel ihrerMut. denmüthiger Versuch, die Verurteilten rerde, heimlich, verstohlen eingescharrt mit Gewalt zu befreien, an der Ueber- toirb so fallt doch auf ihr unbekanntes rt - l . . P .. i ' ' '

macht der Zaren - öoioaiesia ge,qeneri rab ein Kranz, der nie verwelkt, gewun.

war. den VON all den Millionen leidender, dar.

Daß der Ausgang dieser entsetzlichen nder Menschen. d?e sick aus ibrer Nackt

. rv 5v v ' ' '

Ge,a)lls ' z.ragoole in anow unö Noih zum 2id)te der wahren Freiheit . ! . t. m . . r f n ' ' '

konnte, oa wuen oxz eigeuigien iciou ;efamn ,,nb bcr:t stnv für bierc .u fäm.

am besten. Indem sie sich zur unerhörten j,jcn ,U leiden und zu sterben. . ri . tCTli. V ' 1 ' J j '

dem Dienstmädchen schließlich andeutete.

man brauche ihr überhaupt kein Essen mehr zu bringen. Ihre Schwester undDr. AilworN suchten sie von ihrem Entschluß,

zu faste?, abzubringen, jedoch vergeblich. Nach einigen Tagen des Fastens schrieb

sie aus eine Tafel: Jch habe keine Hoff'

nung auf Wiederherstellung oderErlösung und bin entschlossen zu sterben." Nun ist sie zum Gerippe abgemagert. Ihre Au gen sind tief eingesallen, ihre Wangen hohl, ihre Nase dünn und eingesunken.

und ihr Haar ist, obgleich sie nur 32 Jahre

zählt, bereits grau. An ihren Kinnbacken

befindet sich kein Fleisch mehr und ihre

Haut ist so durchsichtig, daß man die Um

risse der Knochen deutlich sehen kann. Verschiedene Versuche, ihr im Schlafe oder

aus andere Weise unbemerkt Nabrungs stoff einzugeben, sind mißlungen.

Ein zweiter Fall des freiwilligen Hun gernö wird von New Jork berichtet. Dort

hat sich die 61 Jahre alte Frau Magda lenaC. Müller durch Verhungern den Tod

gegeben. Frau Miller wurde in Deutsch land geboren; ihr Gatte war Zimmer mann von Beruf. Vor ungefähr dreißig

Jahren wanderten Beide nach Amerika aus. Der Mann diente während des

Bürgerkriegs in der UnionsArmee und erhielt eine Beinwunde, welche ihn lebens lang zum Krüppel machte. Da die Leute keine Kinder hatten, adoptnten sie eine Tochter armer Eltern ; dieselbe ist jetzt 19 Jahre alt. Vor etwa drei Jahren trenn ten sich die Ehegatten, und während Mil ltt im Soldatenheim in Bath. N.P., Aufnahme fand, blieb die adoptirte Tochter bei der Mutter zurück. Das ganze Ei genthum der Familie bestand aus einem Hause, welches Frau Miller im vergange nen Herbste für $4000 verkaufte und die Hälfe desErlöses an ihrenGatten absandte. Frau Miller beschloß das übrige Geld bei einer Bank zu deponiren und übergab dasselbe zu diesem Zwecke ihrer adoptirten Tochter Kate. Letztere behielt jedoch das Geld und täuschte ihre Mutter durch eine gefälschte Quittung. Infolge dieses Vor falles wurde Frau . Miller schwermüthig und schließlich irrsinnig. Ihr Neffe nahm die Unglückliche in sein Haus aus, so daß dieselbe keine Noth zu leiden brauchte. Im Monat Februar sprach Frau Miller öfters von Selbstmord; vor drei Wochen verweigerte sie die Annahme jeder Nah rung, und alle Anstrengungen, sie zum Effen zu bewegen, waren vergeblich. Seit neun Tagen trank die Irre kein Wasier mehr nnd machte auf diese Weise ihrem Leben ein Ende. Nach den Aeuße

rungen der Wolf'schen Familie wurden

keine Anstrengungen gemacht, die Ge stes kranke mit Gewalt zur Annahme vonNah rung zu zwingen, und nicht versucht, die selbe nach einem Hospital zu schaffen, son

dern man sah rathlos zu, wie sich dieFrau

zu Tode hungerte.

meist geneigt, zu den jetzigen Preisen zu verkaufen. Aus Miffouri lauten 37 Be richte, viel günstiger; 5 schlechter als 1880 und 2 gut. Nach 18 Berichten ist nur wenig alter Weizen auf Lager; nach 10 die Häste; nach 4 ein Viertheiz. Auch hier sind die meisten.Farmer geneigt, zu den jetzigen Preisen zu verkaufen. Aus Qhio lauten 25 Berichte schlechter, 11 bes ser als 1880; 17 wissen von gutem, 6 von spärlichem Stand. Einundzwanzig Cor resvondenzen aus Jndiana melden schlech teren, einen besieren Stand als 1880; 10 guten Stand. Nach 13 Berichten ist d)rt sehr wenig alter Weizen ; nach 8 einFünf theil, nach 3 die Halste auf Lager. 30 Farmer dort erklären sich bereit, zu den jetzigen Preisen zu verkausen, zwei waren nicht dafür. In Michigan liegt noch zu viel Schnee, um ein klares Urtheil bilden zu können. Von den bis jetzt eingegan genen Berichten lauten 10 schlechter als 1880, 6 gut, 10 sehr dürstig. Viel alter Weizen ist nicht mehr vorhanden. Iowa ist, genau genommen, kein eigentlicher WinterweizenStaat, doch sind die dorti gen Aussichten besier als 1880. In Ten nessee ist der Weizen zurück. Das Wetter

ist dort ungewöhnlich kalt gewesen. Die

Saat hat sich noch wenig entwickelt, sängt

aber jetzt an zu wachsen und sieht gut aus."

That rüsteten, ihr Vaterland von einem

jämmerlichen Tyrannen zu befreien, muß

ten sie wohl, daß sie dem sicheren Tode

entgegengingen. Ja, mehr als

Aus früherer Erfahrung, aus erlittener

Schmach und Verfolgung mußten sie die

N. P. V.-Ztg.

Dr. Tanner hat eine neue Epidemie,

die Hunger-Epidemie ins Land geschleppt. In Iowa City, im Staate Iowa, liegt

die verückte Fasterin in den letzten Äüaen.

Ueberzeugung gewonnen haben, daß sie Sie fastet aber nicht, wie dieser, um zu nicht nur dem Tode, sondern auch der eigen, wie lanae ein Mensch ohne Nab

Folter sich preisgaben. Sie wußten, dab rung sein kann, sondern um zu - sterben.

die Söldlinge jener Schandherrjchast, der Seit November 1879batte sie sich, äbnlick

sie den Todesstoß gegeben, sie den rassi. den Trappisten. aus freien Stücken zum

nirtesten Martern aussetzen wurden, um Schweigen verurtheilt, auch hat sie sich Enthüllungen" zu erpresien. Dn früher hin und wieder des Essens ent

Das Alles wußten jene Helden und, um halten. Sie wobnt bei ftrem Sckwaaer.

strahlt von dem Glänze der Idee, der sie Dr. Allwortb. uud kann abaesehen von

ihr Leben geweiht, gingen sie mit kaltblü religiösen Hirnverbranntheit, nicht

tlgem NllchlUL, Mtt yemrem, looesmulyl- für irrsinnig gelten, da sie stets vernünf

gem Smne dem umagttcyen enlgegen. jj. sgch. wenn sie es früber mit ibrem

ivi ' '

.Stumm, ohne emen lhrer Bruder zu ver Religionsglauben vereinbar hielt, den w ..rr r-Pl ' '

rathen, erirugen ,ie iror rnu anncian Mund au zuthun. Während des Winters m m ' f f. f"W I '

licher" Grauiamieu ver,azarire ouer. beklagte sie sich öfters über Kälte im Kopfe Die Gerichtskomödie in ihrer Art auch und pflegte in Decken eingehüllt, am Ofen

eine Folter venutzlen t oazu, man NH zu hocken. Im Allgemeinen scheint sie an zu rechtfertigen oder um Gnade zustehen, Neuralgie und Nervosität zu leiden, und t . . . V . ...M. IfltllA MIrtlA V IM nt , I U ,

nÄTCÄ ist seit mehreren Jahren bettlägerig.

jjjj eil luiv f fc a ö a J r . a cm t läuternde Flamme ihre Begeisterung zum Emc Tages lm Februar bemerkte man. -wwft n ... . .C .uSk A Am fl f aC I V Cl 4 i h , e? tMÜ(tl(tw4 Alls rt f C A

letzten UlsllC IN 01c lie Ulliatütuuc üUUC uuu ic ius yiugiiuu uuuuuuu llulltu Nacht leuchten zu lassen. hatte, und dies wiederholte sich, bis sie

Der Stand des Winterweizens.

In Anbetracht der Thatsache, dan die

hier einlaufenden Berichte über den Stand

der Wintersaat sich stark widersprechen, dürste es unsere Leser interessiren, wenn

wir mittheilen, was das über derartige Fragen meist gut unterrichtete Journal of Commerce" gesammelt hat : Berichte

welche aus demWinterweizen-Gürtel wäh

rend der mit dem 29. März zu Ende ge-

gangenen Woche eingetroffen sind, lasien

wenig Hoffnung, daß die Ernte mehr als eine mittelmäßige sein wird. Kansas hat

noch die'zbesten Aussichten ; dann Miffouri,

Illinois, Michigan, Ohio und Jndiana. Der Winterweizen ist bis jetzt nur wenig

gewachsen, und der zuletzt gesäete Weizen

hat am meisten gelitten. Der größteTheil des Winterweizens ist sehr spät gesät und

sing den Winter in schwachem Zustande

an. Jetzt kommt die schlimmste Zeit für denselben, und wir halten es deshalb für zu frühzeitig, eine gute oder schlechte Ernte mit Bestimmtheit vorauszusagen. Was

den Zustand des diesjährigen Winterwei

zens in Illinois im Vergleich mit dem des

Frühjahrs 1880 anbetrifft, so geben 23

Berichte den diesjährigen Stand der Saa

als einen besseren, 84 als einen ziemlich

gleichen an. Vorjähriger Weizen ist nach

40 Berichten noch ein Viertel, nach 20 Bc

richten die Hälste und nach 22 sehr wenig vorhanden. Alle Berichte stimmen darin

überein, daß die Farmer nicht geneigt sind

Weizen zu den gegenwärtigen Preisen zu

verkaufen, ebe sie nicht sehen, wie die jetzig Saat sich machen wird. AusKansas mel den 74 einen besieren, und 12 einen schlech

teren Stand als 1880. Viel alter Weizett

ist dort nicht mehr an Hand. 45 Bericht

sagen : sehr wenig, zwölf : ein Viertheil

elf: ein Drittheil. DieFarmer dort sind

In Louisiana trttt der Aussatz auf

und zwar nicht wie in Californien unter Chinesen, sondern unter Weißen. Das geht aus dem Jahresberichte des dortigen

Gesundhcitsrathes hervor. Dr. Joseph

Jones, der Gesundheusraths-Präsident,

welcher den Aussatz in der Gegend von

Bayon Lasourche untersucht hat, sagt :

Nur ein genauer Census könnte alle Fälle

eststellen, aber er hat bereits 12 Fülle im

10. Distrikt des Parish Lasourche gefun

den. Manchmal waren alle Mltalleder

einer Familie von der Krankheit befallen.

in anderen Familien nur ein Theil der

selben. Einige der Kranken besanden sich

in einem mitleiderregenden Zustande : das

Gesicht mit Knoten bedeckt, r.ehrere Ge

lenke der Finger und Zehen abgesallen.

wcißsarbige Schwären an den Gliedern

und die Hände so allen Gefühls baar, daß

die Kranken, ohne Schmerzen zu cmpsin

den, glühende Kohlen in denselben halten

konnten. Die Bewohner der Gegend be

trachten die Krankheit mit Schrecken und

Abscheu, und die damit behafteten Perso

nen und Familien sind sich selbst über lassen und fast vollständig von der Gesell

schast abgesondert. Man hält das Leiden für unheilbar und bemüht sich nicht, es zu

heilen oder zu hemmen. Der unglückliche Kranke ist vervehmt und verfällt einem

langsamen Hinsiechen, das die Knochen

und das Fleisch verzehrt. Die Bewohner

der Gegend von Lasourche leben großen

theils von Fischen, Wild und Reis, und

das mag eiuigen Einfluß auf das Fort

wuchern der Krankheit haben. Die Mei

nnng des Arztes ist aber, daß das Uebel nicht in Louisiana seinen Ursprung hat.

sondern von den Vorfahren der jetzt daran

Leidenden aus Südeuropa herüberge

bracht wurde. Diese Ansicht findet eine Bestätigung in dem Umstände, daß alle

Aussätzigen in Lasourche Greolen Isind,

deren Vorsahren aus der Gegend dcsMit telmeers kamen. Der Präsident des Ge

sundheitsraths glaubt zwar nicht, daß die

Krankheit dazu angethan sei, ernstliche

Besorgniffe zu erregen, hält sie aber doch

sür wichtig genug, um die Aufmerksamkei der Gesetzgeber auf dieselbe zu lenken

Sein Rath geht dahin, ein Haus für Aussätzige zu errichten, in welchem die

Opfer genügend abgesondert werden

können.

Die Indianer in Alaska haben unter

sich d'e Strafe des Feuertodes. Die Mannschast eines amerikanischen Kriegs schiffes suchte kürzlich einzuschreiten, um den Vollzug dieser Strafe zu verhindern. Leider gelang dies nicht. Es handelte sich um die Verbrennung zweier Indianer, welche sich unter ihren Stamn'csgenoffen in Hochinho eines Verbrechens schuldig gemacht hatten. Der Capitän desKliegsschiffes Jamestown erfuhr, daß'die Ver urtheilten im Laufe des März den Feuer tod erleiden sollten und sandte Mannschaft aus, um dieses zu verhindern. Fähndrich Usher durchsuchte das Dorf Hochinho nach allen Richtungen, konnte die zum Tode bestimmten Opfer indeffen nicht finden und schiffte sich wieder ein. Als er eine be trächtliche Strecke vom Lande entfernt war, bemerkten er und seine Begleiter, wie die Indianer ein weithin sichtbares Feuer am User anzündeten, in welchem ohne jeden Zweifel die vor den Augen der Weißen verborgen gehaltenen Verbrecher den Feu ertod erleiden mußten.

Manricc Albrecht,

Dut8li?i7 Zahnarzt.

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Ankunft und Abgang der Eisenbahnzüge in Indianapolis, an und nach Sonntag, den 10. Oktober 1880.

Cleveland, ColumbuS, Cincinnati und Jndiana polis Eisenbahn. (Vee Line.) Abgang: Ankunft: N Y & 58 Cj 8.. 4.1ÄSM I 2 & St fi Gj ... 6.55 SCm Union Accom ... ö.1 Am ' E G M & Cr . .12.45 N Jnd'rl KNAEx x 1.05 Bm Union Accom. . . . 3. N Dayton E Ez .11. 3h Bm oft I Sc Et L Er L.U5 N il 9) Sc 93 Ci 8 c C 7.15 Nm ' N Y 5 St L :.t0.55 N Brightwood Div sion, C. C. C. und I.

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