Indiana Tribüne, Volume 3, Number 34, Indianapolis, Marion County, 2 April 1881 — Page 4

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ü Jndiana Tribune.

ndiana Hriöüne.

(Wochenblatt.) Office: Ecke Circle u. Meridianstr. Jm dritten Stock JEntered as second-class matter at the rostorace at Indianapolis, lndiana.) Abonnements-Preise. Inder Stadt durch die Post in Hau geliefert Per Jahr im Voraus 52.00 Per Nummer ö Kents. Qtto Schissel, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 2. April 1881. Die Temperenz-Spidemie scheint nun doch sich auch über unseren Staat ausbreiten zu wollen. Das Tem perenzComite der Legislatur berichtete am Dienstag zu Gunsten der Annahme eineS Amedements zur Verfassung, durch v:lcheS das Verbot der Fabrikation be rauschender Getränke dem Grundgesetze unseres Staates einverleibt würde. Aller dings wurde auch ein Veinoritätsbericht eingereicht. Das Haus entschied sich aber mit 53 gegen 31 Stimmen zu Gunsten des Majoritätsberichtes und nahm am Mitt voch die Resolution, das Amendement dem Volke zur Abstimmung zu unterbreiten mit 55 gegen 35 Stimmen an. Von den Ver tretern unseres CountyZ stimmte Mob Mc Sheeby gegen die Resolution, die Uebri gen, auch der Advokat Vincent Carter, stimmten das:"-r. Wir glauben nun allerdings nicht, daß bei der Stellung der Parteien in unserem Staate ein Prohibitiv'Amendement Aus' sicht auf Einverleibung in die Verfassung hat. Denn ganz abgesehen von derFrage ob es diesmal im Senate durchgehen wird, oder ob eineVolksabstimmung sich sü? oder gegen dasselbe erklären würde, der Kampf muh bei der nächsten Legislaturwahl aus gefochten werden, weil in unserem Staate ein Verfassungs'Amendement in zwei aus einanderfolgenden Legislaturperioden an genommen werden muß, bevor es zur Ur abstimmung gelangen kann.. Und daß die Temperenzbande aus dem Sattel gehoben werden kann, ist schon einmal bewiesen worden. Aber die Gefahr ist nichtsdestoweniger da. Die Temperenzler durch den einst weiligen Erfolg muthig gemacht, werden nun arbeiten, wie die Biber. Dem sollte man nicht ruhig zusehen. .Wir halten dafür, daß eine große De rnonstration jetzt ganz in der Ordnung wäre. Es handelt stch um mehr, als ein bloßeS Polizeigefetz. ES handelt sich um einen Verfassungsparagraphen, welcher nicht nur die industriellen und kommerziel len Interessen Tausender schädigen, sondern auch die individuelle Freiheit auf un erhörte Weise beeinträchtigen würde. ' Wollen nicht einige unserer Bürger, be sonders Solche, welche selbst bei der Sache interessirt sind, die einleitenden Schritte zu einer Volksversammlung thun,derenZweck eö sein soll, Protest gegen die sreiheitswi drigen Bestrebungen unserer Legislatur einzulegen? Solche Schritte sollten iin verzüglich geschehen, vielleicht gelingt es dadurch den Senat zu beeinflussen. Unter allen Umständen aber wäre es an der Zeit eine permanente Anti'Temperenz-Organi-sation in's Leben zu rufen. Die Wohnungsfrage. Vor zwanzig und fünfundzwanzig Jahren hätte man wahrscheinlich Denjenigen ausgelacht, welcher behauptet hätte, Vme rika würde binnen Kurzem seine Wohnungsfrage ebenso gut haben, wie die Industrieländer Europas; man hätte es für unmöglich gehalten. Und doch ist diese Wohnungssrage jetzt da da in desWortes unangenehmster Bedeutung. Freilich in kleineren Städten, in denen daS Cot tagesystem noch vorherrscht, und in denen viele Arbeiter in guten Zeiten ein Grund stück und ein Häuschen sich erworben haben, ist die WohnungSnoth gerade noch nicht zu einer drückenden geworden. AnderS aber ist es in Städten, die so unge Heuer ausgedehnt sind, daß der Arbeiter nicht mehr im Stande ist sich soweit von der Arbeitsstätte zu entfernen, daß er die Grenzen der Stadt bewohnen könnte, oder wo natürliche Ursachen es der Bevölkerung unmöglich machen, sich über eine große Fläche auszudehnen. In beiden Fällen muß das Tenement System um sich grei sen. Bis jetzt bilden New Pork und Ein cinnati die beiden Städte, in welchen die

seS System zur. höchsten Blüthe gelangt

ist. In New tyoxl wohnen in einem ein zigen Tenementhause mehr Menschen, als bei uns in einem ganzen Square. Die Bevölkerung New tyoxti ist weit dichter. als selbst die von London. Die dichtbe völkertste Stadt ist aber unstreitig Ein cinnati. Im Jahre 1869 war daS Verhältniß un gefähr folgendes : In Philadelphia kamen auf die Quadratmeile 6200, in Chicago etwa 10,000. in Indianapolis 45000, in Brooklyn 17.383, in New York 32.063 und in Cincinnati 37,142 Einwohner. Betrachtet man jedoch die ärmeren Stadtviertel besonders, so stellt sich noch ein ganz anderes Verhältniß heraus. In der 11. Ward in New Jork wohnen unge sahr 70,000 Menschen, so daß 330 auf den Acker oder über 200,000 auf die Quadrat meile kommen. Wollen die Jndianapoliser sich daöVer hältniß vergegenwärtigen, so brauchen sie sich bloß vorzustellen, daß in unserer ur sprünglichen, genau eine Quadralmeile großen Stadt, begränzt von Ost-, West-, Nord und SüdStraße eine dreimal so große Bevölkerung zusammengepfercht wäre, als Die ganze ötaot jetzt Umwohner hat. In einem einzigen Block in der elsten Ward in New York wohnen 225 Men. schen. Von 27.000 Personen, welche im Jahre 1878 in New York starben, wohnten 19.000 in Tenementhäusern. Schlagen wir den Bericht des statisti schen Arbeitsbureaus für Ohio vom Jahre 1879 auf, so finden wir darin Folgendes: Zwei Zimmer, Vorder und Hinterzim mer im zweiten, dritten, vierten, ja fünften St?ck, von allen Seiten mit Ausnahme m mm m emer, emgejcyionen, blioen im Allgemer nen die'Wohnung deö Arbeiters in der Königin des Westens. Die Zahl der Te nementhäuser mit 6 oder mehr Familien im Jahre 1863 war 1410. Die Zahl der Zimmer in denselben war 16,197. Diese Zimmer waren bewohnt von 6894 Fami lien, bestehend auS 38.721 Personen ; 4218 Familien, bestehend auS 15.604 Personen bewohnten bloß je ein Zimmer dieFamilie, welches Zimmer natürlich als Wohnzim mer, Schlafzimmer, Küche u. s. w. benutzt; wurde; 3571 dieser Zimmer hatten bloß! . . f n . - - ii iv ein einziges rnn ner : oy stammen oe t wohnten zwei Zimmer; über 400Familien wohnten in Kellern. In Cincinnati kommen siebenzig Prozenl' der Todesfälle in Tenementhäusern vor. Mit welchen Riesenschritten sich die VerHältnisse verschlimmern, zeigt die That sache, daß während also, wie oben angege ben rm Jahre 1863. in Cincinnati 1410 Tenementhäuser existirten, welche von 9894 Familien, bestehend auS 38,721 Personen, bewohnt waren im Jahre 1879 die Zahl der Tenementhäuser auf 5616 gestiegen war. Die Zahl der Zimmer in denselben betrug 54,065 und bewohnt wurden die selben von 24.883 Familien, welche 105, 483 Personen zählten. Während also in Cincinnati vor els Jahren nur der sechste Theil der Bevölkerung in Tenementhäusern wohnte, wohnen jetzt schon zwei Fünftel, also nicht viel we niger als die Hälfte in Miethkasernen. Und die Ungleichheit der Dichtigkeit der Bevölkerung ist so groß, daß während z.B. in der 12. Ward die Bevölkerung per Acker 6.83 beträgt, sie stch in der 13. auf 156.78 per Acker beläuft. Man sieht, wir nähern unS europäischen Verhältnissen nicht nur schritt sondern so gar sprungweise, denn man muß nicht ver gessen, daß die Wohnungsfrage auch in Europa nur in großen Städten wie V:r lin, Wien, London, Hamburg u. f. w. eine brennende ist. In New York ist die Wohnungsfrage bereits bei dem Stadium der öffentlichen Agitation und des aktiven Widerstandes angelangt. Die Landlords von New Z)ork und Brooklyn haben beschlossen, vom 1. Mai an die Miethpreise bedeutend zu er höhen. Was das sür den Arbeitersjand, bei der Thatsache, daß bei einem Steigen der Preise der Lohn ganz langsam und immer zuletzt nachfolgt, zu bedeuten hat, brauchen wir kaum auseinanderzusetzen. So fanden denn auch schon in New Pork und Brooklyn große Massenversammlun gen statt, um den Widerstand gegen die Landlords zu organisiren. Comites wur den aufgestellt, um bei den nächsten Ver sammlungen praktische Schritte vorzuschlagen. Wir versolgen den Verlaus der Bewegung mit großem Interesse.

Also auch Du BrutuS! Unsere Leser wissen bereits, daß am 21. Februar in New Pork eine Massenver sammlung stattfand, bei welcher eine Anti MonovolLiga gegründet wurde. Die Führer dieser Bewegung gehören Alle den sog. bessern, d. . wohlhabenden Classen an. Und die N. Y. Tribune" hat zwei Tage darauf nichts weiter zu sagen, alö Folgendes: Der Beobachter wird mit Bedauern bemerken, daß ungerechte und unpraktische Schritte in einer rücksichts losen und heftigen Weise besürwortet wurden, welche eine verbrecherische Nichtbeach tung von Privatrechten, und eine eigensinnige Blindheit für die Folgen, welche dem Volke daraus erwachsen, kundgab, und welche sich besser für die Rothen und Communisten von Paris früherer Tage, als für die freien Bürger einer wohlhaben den Republik geziemt hätten." Also auch Rothe und Communisten ! Man rühre heutzutage nur einmal an auS -saugerische Privatrechte an, und man ist gleich ein Rother und Communist. Es ist freilich zu bedenken, daß die N. I. Tribune" sich in den Händen eines der

größten Monopolisten, nämlich I. W. Gould bcsindet, aber was ist da imGrunde für ein Unterschied? Die Monopolisten im Kleinen machend auch nicht besser. Eine Erwiderung, welche die Anti'Mono pol Liga der Tribune" zukommen ließ. wurde ar nicht berücksichtigt. Es ist doch ein sonderbarer Einfall von der Tribune oie reichen Bankiers, Advokaten undKauf leute, welche die AntiMonopol'Liga bil den, rothe Communisten zu nennen. Jetzt ist Aussicht vorhanden, daß die Commu nisten respektabel werden und die Bezeich nung zum Ehrentitel wird. Aber man sieht daran, wre ernst die Sache ist. Jay Gould ist bereits Eigen thümer mehrerer großer Zeitungen, und nahe daran, das bisherige Monopol der associirten Presse zu verschlingen. So kontrollirt er nicht nur den Wohlstand der Bevölkerung, sondern auch die öffentliche Meinung, und was daö Volk mitgetheilt bekommt, ,st nur die Folge seiner gnädigen Erlaubniß, oder, Gouldisch gefärbt. . Wir führen deshalb nochmals die Worte an. welche Senator Windom bei der erwähn ten Versammlung äußer'e : Wenn die Canäle des Denkens und die Canäle des Handels von Einem, oder von Wenigen besessen und krontrollirt werden, was kann der Macht der Corporationen Einhalt thun, oder deren Ausbeutung des Volkes eine Grenze setzen ? WaS kann sie hindern, wenn sie zur Befriedigung ihrer Laune oder ihrer Habsucht, Preise herab' drücken oder hinausschrauben, und auf diese Weise mit dem Wohlstand derNation ihre Koffer füllen? Wo ist die Grenze einer solchen Macht? WaS soll man von dem Geiste etneS freien Volkes sagen, welcheS sich ohne Widerstand auf diese Weise an Händen und Füßen binden läßt V i Friedrich Hecker. t Derhochgeschätzie Volksmann und Pa triot ist in der Donnerstag Nacht auf sei ner Farm bei Summersield in Illinois gestorben. Ein Führer des Volkes, seit dem Tage, wo er zum ersten Male in der badischen Kammer seine Stimme sür Recht und Freiheit erhob, blieb ihm die Liebe und Achtung dieses Volkes bis zum Grabe. Er ist sogar von Allen, welche sich an der Badener Revolution' beteiligten, unbedingt der Populärste geworden, obwohl er keineswegs der Fähigste war. Geboren am 28. September 1811 zu Echtersheim, besuchte er das Manheimer Gymnasium, studirte in Heidelberg die Rechte und praktizirte seit 1833 als Hofgericktsaovokat in Mannheim. Rasch als vorzüglicher Redner bekannt geworden, nahm er 1842 eine auf ihn gefallene Wahl in die badische Kammer an und zeigte sich dort bald als parlamentarischer Meister. Nationalen Rus trug die in Gesellschaft des alten Jtzstein 1845 über ihn verhängte Ausweisung aus Preußen ein. DaS Jahr 1848 fand in ihm den populärsten Agitator, dem aber die Pforten des Frankfurter Parlaments leider verschloffen blieben, da der von. ihm nach dem sog. Vorparlament unternommene April.Ausstand fehlschlug und ihn als Flüchtling zuerst nach der Schweiz, dann hierher nach Amerika sührte. Er war von der Unentschloffenheit des Vorparlamentes in Frankfurt, deffen Mit glied er wurde, so ange.vidert, daß er mit Stuve zusammen die Republik ausrief und eine Freischaar sammelte, welche bei Kandern mit würtembergischen Truppen zu

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kmmenstieß und in die Schweiz fliehen mußte, von wo er im selben Jahre nach Amerika auswanderte und seine Farm in Illinois errichtete. Nach dem Ausbruche derMairevolution holten ihn seineFreunde nach Baden; er fand aber dieselbe schon bezwungen und kehrte auf seine Farm zurück. WaS er hier in Amerika geleistet und gewirkt hat, ist allgemein bekannt. Schon in der Fremont'Compagne des JahreS 1856 war Hecker ein Ruser im Streit. 1861 trat er, öOjährig, aber ein Jüngling an Thatkraft und feuriger Be geisterung, in St. LouiS als Gemeiner bei Sigel ein, wurde dann in Illinois als Oberst eines (des ersten Hecker) Regimentes gewählt und organistrte im folgen den Jahre ein zweites (daS 22. Illinois) HeckerRegiment. Er diente und focht mit Auszeichnung und Bravour, nament lich auch unter Schurz und ward bei Chancellorville schwer verwundet. Nach dem Kriege kehrte er zum Pflug zurück und verließ seine Heimstätte nur. wenn es galt, Volks und freiheitsfeindliche Bestrebungen mit Wort und Schrift zu bekämpfen. In 1872 stattete er Deutsch, land deffen Vereinigung ihn hoch erfreute und begeisterte, einen letzten Besuch ab. Sein Empfang war glänzend. DaS Volk hatte seinen Heckejr nicht vergessen und, wo er sich zeigte, strömte es in Masten herbei. Aber auch die Mächtigen des Reiches bezeugten ihm ihre Achtung in jeder Weise. Trotzdem war Hecker von den deutschen VerhSltniffen nicht so befriedigt wie er gehofft hatte, und mit richtigem Blicke sah er, daß die Einheit Deutschlands die heiß ersehnte Freiheit kaum bringen werde. Er beurtheilte den eisernen Kanzler BiSmarck schon damals sehr richtig und seine Ur theile, die er bei seiner Rückkehr unverholen kund gab, haben die Vorgänge inDeutsch land leider in jeder Weise bestätigt. Sein Geist blieb ungetrübt und frisch bis in daS Alter, welches er erreichte, und seine Artikel, welche er sür verschiedene Zeitungen des Westens schrieb, zeigen ein fast jugendliches Feuer in der Bekämpfung der Temperenzler und Lichtfeinde. Allerdings legte er dabei eine ge radezu klassische Grobheit an den Tag, die man jedoch ihrer Urwüchsichkeit halber gern verzieh. Sein Andenken wird von den Deutschen immer geehrt werden. Was immer er auch für Jrthümer be qangen haben mag (und Irren ist mensch lich) d e r Ruhm wild ihm ewig bleiben. daß er der Erste war, der jemals in Deutschand eine republikaniche SchilderHebung in's Werk setzte. Daher rührt wohl auch seine außerordentliche Popula rität, so außerordentlich, daß sast jedes Kind in Deutschland den Namen Hecker kannte. Nur Struve kam ihm an Popu larität nahe, während der so bedeutende Fickler, sowie Willich, Siegel und Andere lange nicht so bekannt waren. In der Geschichte der freiheitlichen Bestrebungen I der Völker hat Hecker ernen Ehrensitz er worden. Sein Begräbniß war eine Ovation. Die Leiche wurde seinem Wunsche gemäß in dem kleinen Kirchhofe von Summer field beigesetzt. Von St. Louis battln sich über 303 Personnen zu demselben ein gesunden, darunter ouch die Abgesandten der deutschen Sozialdemokratie die Herren Fritzsche und Viereck, von Belleville war der Ex'Gouvernör Körner, von Chicago Caspar Butz gekommen, auch Herr Söh ner von hier befand sich unter den Theil nehmern. Prachtvolle Bumenspenden waren neben dem Sarg aufgestellt. Ein wunderschönes ausweißen Kamelien herge

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UMU 5 SQUARE,) INDIANAPOLIS, IND. stellte? Kiffen mit Veilchen und Rosen hat. ten die früheren Kameraden vom 24. und 84' Illinois Regiment ihrem verstorbenen Obersten dargebracht, die näheren Freunde der Familie hatten Kränze, BouquetS und mit den duftenden Kindern des Frühlings gefüllte Körbe gesandt. DieLeichen-Feierlichkeiten begangen präcis um 1 Uhr. Ein auS St. Louiser Sängern bestehendes Doppel Quartett song unter Leitung des Herrn Theo. Abath daö Lied .Nacht, o Nacht-, worauf die Bahrtuchträger ihre Pflicht erfüllten. ES waren die Herren Caspar Butz und George Schneider aus Chicago, Emil PreetoriuS, Carl Lüdeklng, Carl Söhner von Indianapolis, Gouv Körner und Gen. Näffner von Belleville und Ed. Jungenseld, welche den Sarg hinaus, trugen, und auf den Leichenwagen hoben. Dann formirte sich der Zug, der über eine Meile lang war und in dem stch ungefähr 150 Wagen befanden. Nachdem der Sarg unter den Klängen eines ChoralS an das Grab getragen vor. den war, sang daS Doppel Quartett daS Lied Sanft und ruhig ist derSchlummer," woraus Herr Emil PreetoriuS eine Rede hielt. Nach ihm sprachen Caspar Butz, Geo. Schneider, Carl Lüdeking. Darauf sprach Rombauer, ein Ungar, in englischer Sprache nnd legte im Namen seinerLandö. leute einen Lorberkranz auf den Sarg. Nach ihm schmückten Dr. Starkloff va Namen des Nordamerikanischen Turner bundes und Pastor Eberhardt im Namen derSchweizer mitLorbeerkränzendenSarg. ' Hierauf ergriff Herr Saguemont in sran zösischer Sprache daö Wort und widmete im Namen der französischen Republikaner einen mit den Farben der französischen Republik geschmückten Kranz: MajorFrankBackof legte im Namen der Achtundvierziger einen Jmmortellen-Kranz mit schwarzrothgol denen Schleifen aufs Grab. Capt. Erbe sprach im Namen der alten Waffen-Gesährten von den beiden Heckes schen Regimentern und Herr Ch S t i f e l im Namen des St. LouiS Turnvereins der gleichlalls einen Lorbeerkranz gesandt hatte. LorenzoAnderlini legte im Namen der italienischen Republikaner einen Lorbeerkranz aufs Grab und Herr F. W. F r i t z.s ch e im Namen der deut schen Republikaner. Der Letzte erinnerte an die 40er Jahren und schloß seine Rede mit solgendem Citat aus dem . Hecker Lied: Es klingt ein Name, polz und prächtig Durch' ganze deutsche Vaterland, Und jedes Herz erzittert mächtig, Wenn dieser Name wird genannt! Gouv. Körner von Belleville war der letzte Redner. Der Sarg wurde darauf in die Gruft hinabgelassen. Die Belleviller Garden feuerten drei Salven über das Grab und langsam zerstreute sich die Trauer Ver sammlung. Lieutenant Weyprecht, der im Jahre 1871 die österreichische NordpolExpedition mitmachte, ist gestorben. General'Postmeister Jameö hat vom General Postmeister des deutschen Reiches, Dr. Stephan einen Brief erhalten, worin er ihm dieser zu seiner Ernennung gratu lirt. Er kann sich den Brief einrahmen lasten. Da der Sohn des neuen Zaren noch minderjährig ist, und Zaren sterblicher stnd, als andere Menschenkinder, hat er seinen Bruder den Großfürsten Wladimir zum Regenten bestimmt,' für den Fall, daß ihm was Zarisches zustoßen sollte.

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