Indiana Tribüne, Volume 3, Number 33, Indianapolis, Marion County, 26 March 1881 — Page 4
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Jndiana Tribüne.
Zndiana Hriöüne
(Wochenblatt.) Office: Ecke Circle u. Meridianstr, Jm dritten Stock lEntered as second-class matter at the . V 1! 1 rosioince ai inaianapoiis, lnuiana. Abonnements-Preise. Inder Stadt durch die Post ins Hau geliefert Per Jahr im Voraus .... Per Nummer $2.00 .. . 5 kentS. Otto Schissel, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 26. März 1681. Amerikanische Freiheit. DaS Attentat auf den Czaren hat der amerikanischen Presse Gelegenheit gegeben .die in unserem Lande herrschende Freiheit in einer Weise hervorzuheben, als ob ein größerer Grad vonFreiheit gar nicht denk bar wä:e. Und doch bedarf es blob eines Hinweises auf unsere Temperenz und Sonntagögesede, um einzusehen, daß daS amerikanische Volk von dem Geist wahrer Freiheit noch lange nicht durchdrungen ist Von diesen auffallenden Zeichen Mangel hasten Freiheitssinnes jedoch ganz abge sehen, zeigt das amerikanische Leben Züge welche, wenn auch nicht so offen, doch nicht weniger deutlich den Mangel deS Ber ständnistes wahrer Freiheit zeigen. Roh heiten z. B. wie amerikanische Polizisten sich erlauben dürfen, würden in europäischen Monarchien die Entlassung des Betreffenden zurFolge haben, den ungeheuren Einfluß der groben Monopole auf die Gesetzgebung erträgt das Volk ruhig, und wenn auch hie und da Stimmen dagegen laut werden, so werden sie bei der entsetz lichen Gleichgültigkeit des Amerikaners überhört und sie verhallen wirkungslos. Aber noch viel schlimmer, als in diesen öffentlichen MiMnden zeigt sich der manaelnde FreiheitsNnn im Geschäfts und Privatleben. Wohl beschränkt daS Gesetz nicht die Freiheit der Rede, mrgends aber beschränkt daS Volk selbst seine Freiheit m solchem Maße, wie hier. Die europäische Prege ist vorsichtig in ihrer Haltung wegen der strengen Preßgesetze, die amerikanische Presse aber ist eS aus Furcht, Leser zu ve lieren. Und diese Furcht ist sehr wohl begründet, denn der amerikanische Zeitungslese? steht durchaus noch nicht auf dem Standpunkte, eine freie Meinungsäuberung vertragen zu können. Daher kommt es,dab die amerikanische Preffe sich häusig viel mehr von der öffentlichen Meinung tragen läßt, als daß sie öffentlicheMeinung macht. Auch ist der Freiheitssinn des Ame.ikaners noch nicht so weit entwickelt, daß er nicht auch in geschäftlicher Hinsicht sich von dem Parteistandpunkte leiten liebe, und von der Macht der Kirche hat er sich noch so wenig losreiben können, dab er daS Kircheneigenthum von Besteuerung befreit, und den GeistlichenRechte einräumt, welche in einer Republik nur Staatsbeamten eingeräumt werden sollten. Die Macht, welche unsere Parteien, und unsere Parteiconventionen und Parteicaucuffe ausüben, ist so grob, dab die mei' sten Bürger sich nicht weiter um die Politik kümmern, als dab sie allenfalls am Wahl tage ihre Stimmen abgeben. Im Uebrn gen hat das Volk Nichts dreinzureden und Nominationen, wie Prinzipien werden von Fachpolitikern und Drahtziehern diktirt. Das Volk ist dabei eine Null. Wir haben also durchaus keine Ursache so viel Aufhebens von unserer Freiheit zu machen, welche in vieler Beziehung nur eine eingebildete, oder doch wenigstens, eine sehr mangelhafte ist. Boycotten in Amerika. Wir sind Bürger einer Republik, wir können reden und schreiben was wir wol len, wir können stimmen für wen wir wol len, kurzum wir schwimmen in einem Meer von Freiheiten. Für soziale Weltverbeffe rer sagen unsere Respektablen haben wir in diesem Lande . kein Bedürfniß. Der Arbeiter ist gerade' so frei, wie der Fabri kant. Ist daS wirklich der Fall ? Wir wollen sehen! Dab Fabrikanten und Kaufleute Vereinigungen bilden zum Schutze gegen die Konkurrenz, zur Regu lirung der Preise u. s. w., daß solche Vereinigungen zuweilen daS Volk ganz unverschämt ausbeuten, das ist bekannt. Es wird darüber auch kein Wort verloren, eS ist ja ganz natürlich, denn die Leute
sind reich, respektabel und ihre eigenen Herren. Können nun die Arbeiter sich ebenfalls zu gegenseitigem Schutze ungehindert vereinigen ? Wir wollen sehen. In N w Z)orl gründeten die Brauerge hülfen eine Union. Dab die Brauereiar beiter schwer und viel arbeiten müssen, wird wohl Niemand in Abrede stellen und wenn sie glauben, dab sie durch Verein!gung und gemeinschastliches Handeln ihre Jntereffen fördern und ihre Stellung ver bessern können, so sollte man glauben, dab es Keinem einfallen könnte, ihnen diesRecht streitig zu machen. Anders aber dachten mehrere New tyoxhx Brauereibesitzer, wie die Herren F. & M. Schäfer, George Ringler und Jacob Ruppert. Diese forderten ihre Arbeiter auf, auS der Union wieder auszutreten, widrigenfalls sie ent lasten würden. Die Leute waren mann haft genug, das Letztere vorzuziehen. Die Entlastung folgte auch in der That. WaS geschah nun ? Die Arbeiter New BorkS fabten ihre Jntereffen als folidari sche auf. Noch an demselben Abend hat ten die Arbeiter der Pianofabrik von
Steinway & SonS, die Bäcker-Arbeiter Union, welche 1500 Mitglieder zählt, die Arbeiter der Cigarrenfabrik von McCoi & Co. 300 an der Zahl, die Möbel-Arbeiter Union, die HolzschnitzerUnion, dieCigar renvackerUnion und andere ArbeiterVer bindungen, deren Mitgliederzahl sich auf über 4000 beläuft, Versammlungen, und überall wurde der Beschlub gefabt, kein Bier auS genannten Brauereien zu trin ken, und keine Wirthschaft zu besuchen. welche Bier aus einer der genanntenBrau reien verzapft. Hier haben wir einen Fall von Boycot ten, wie ,hn die irische Landliga nicht Besser in Szene hätte setzen können. Wir enthalten uns jeden Commentars über den Vorfall. Jeder Vernünftige kann sich seinen Commentar selbst machen, aber man wird mit uns übereinstimmen. wenn wir die Verhältniste, in denen der gleichen vorkommen kann, traurige nennen. Nachschrift: Als wir vor drei Tagen vorstehenden Artikel schrieben, glaubten wir kaum, daß die Angelegenheit so bald ihre Lösung finden würde. Schon am Montag erschien jedoch in der NewPorker Volkszeitung" folgendes Inserat in groben Lettern : Erklärung! Wir, die Unterzeichneten, erklären hier mit, dab wir unseren Arbeitern das volle Recht einräumen, emer Arbeiter oder Ge werkschastsUnion anzugehören und dab wir sie in keiner Weise hindern, einer sol chen Organisation beizutreten. Gleichzeitig verpflichten wir uns, die in letzter Woche entlassenen Arbeiter sowie Diejenigen, welche strikten, wieder tnAnmt zu nehmen. ferner sind wir bereit, ihnen oen vei die ser Angelegenheit erlittenen Lohnverlust vollständig zu ersetzen. Tho.ff. & M. (bchäfer, Brewing Co. Jacob Ruppert. Geo. Ringler & Co. Somit haben dieArbeiter einen glänzen den Sieg errungen. DaS ganze Ereignib zeigt, wie unver nünstig es von den Arbeitgebern ist, sich zu widersetzen, wenn die Arbeiter auf fried liche gesetzliche Weise ihre Interessen zu fördern suchen, und auf der anderen Seite, wie wichtig es für die Arbeiter ist, ihre In teressen als gemeinschaftliche zu betrachten. Unser Postwesen Wie ungeheuer wichtig es ist, dab an der Spitze unseres PostwesenS ein Mann von Fähigkeit und Erfahrung wie Thomas L. James berufen worden ist, und wie weit daS Feld ist. welches sich seinem Organisa tionstalent hier eröffnet, erhellt auS den folgenden Zahlen : ES giebt etwa über 43.000 Postämter in den Ver. Staaten. Im letzten Jahre sind mehr als 422,000,000 Briefe und Packete aller Art durch die Anmter befördert, die Hälfte der gesummten Zahl in 30 der gröbten Postämter. In anderen Worten haben 30 Städte derVer. Staaten mit einer Einwohnerzahl von 8,000.000 mehr Stücke mit der Post beför. dert, als die übrigen über das Land ver streuten 40,000.000 Einwohner. Chicago z. B. versandte ebensoviel Postsachen als die Staaten Deleware, Florida, Arkansas, West.Virginien, Mississippi, Nord'Caro ina, SüdCarolina und Louisiana zu sammengenommen und mehr als Rhode Island, Vermont, Nebraska, New Hamp hire und Minnesota vereint. DasWachshum unseres Postwesenr ist in der That einzig in seiner Art. Während der Jahre 1350bis1860 waren die Ausgaben der Post $105,179.891.55 und die Einnahmen
I tz67.981.695.97, was ein Deficit von $37,-
198.195 57 oder 35 3 Prozent ergibt. Während der 10 Jahre von 1870 bis 1880 betrugen die Ausgaben $U6,778,t63.73 und die Einnahmen $267.012.407.68, was ein Deficit von $43.450. 304.48, oder 16.9 Prozent ergibt. Nimmt man einen kür zeren Zeitabschnitt, so ist der Fortschritt noch sichtbarer. So waren zV. die Aus gaben vom 1. Julie 1853 bis zum 30. Juni 1861 $14.231.452.63 und die Einnahmen $24.835.847.87. was ein Deficit von über 19.000.000 ergab, oder 43.9 Prozent der Ausgaben. Während der letzten drciJahre sind die Ausgaben $104,127,761.62 gewe sen. das Defizit also nur $11.500,000 oder 11 Prozent der Ausgaben. DaS zeigt eine verhältnibmäbige Ersparniß von 42.9 Pro zent oder $34,000.000 in 3 Jahren. Noch günstiger fällt die Vergleichung der beiden Jahre 1860 und 1880 auS. In 1860 betrugen die Einnahmen nur 57.3 der Ausgaben, während 1880 die Ausgaben vollständig bis auf 7.7 Prozent durch die Einnahmen gedeckt flnd. Wir dürfen aber nicht vergessen, dab neben dieser finanziellen Verbesserung und neben der vermehrten XVbUMfc HIIV HWII V VVMf Zahl undSchn.lligk.it ..Posten auch .in. beträchtlichetzerabsetzung desPortoS stattgesunoen hat. 1860 wurden alle Briefe, welche über 3000 Meilen weit gin. gen. mit 10 Cts. belastet; feit 1863 vetteht das gleichmäßige Porto von 3 Cts. für alle Theile der Union. Im Jahre 1860 mußte für alle Artikel Brief, vorto aezablt werden, welcke setzt für den qr-f..;i s.s m. viw&iiii cuwii iia iiiiiuis uliluiui lULLUiii können. Nur Bäcker betrua daSNorlo da. w ' a j v v. vt -y 1 ii u u 1 1 1 1 1 ßrjß len, 35 Cts. für weitere Entfernungen. ' " ttrtfÄ iß H ftitttns nnf 9(vs rn.;. Die Reduktion des PortoS für Leitungen ist noch gröber gewesen. Eine tägliche ...... k. . T . , w. Jenung von orel unzenewicyl uno menl per loiieie yruger oiermiagrua) zy2 vis. i.n.i. ( "t. et in rr i n Porto, und wenn sie über 3 und nicht über 4 Unzen schwer war, 91 CtS. vierteljähr. lich. Jetzt ist die allgemeine Rate 2 CtS. xer Pluno. Ju oen.Bervenerungen ge hören ferner die Postkarten, das freie Ab lieferungs-Sypem, der Registirung; Ein richtungen, welche sämmtlich gewaltige Ausdehnung angenommen haben und Wohlthaten für das Publikum. . Verhaftungen sind in Petersburg jetzt an der Tagesordnung. Die Nihilisten haben schon wieder eine Zeitung erscheinen lasten. Nrästdent Marsteld wird warlckeinlick eine Extrasitzung deS KongresteS einberus,n Senator David DaviS beabsichtigt, sich nach Ablauf seines Termins in's Privatleben zurückzuziehen. Die Franzosen haben wie es scheint viel Geld. Das kürzliche dreiprozentige An lehn wurde dreißig Mal überzeichnet. Die weihe Bevölkerung des Landes hat seit 1860 um 29 Prozent, die farbige dagegen um 35 Prozent zugenommen. Das RepräsentattenhauS nnseres Staates hat die Vorlage zur Einsührung der Prügelstrafe für . Solche, welche ihre Frauen schlagen, verworfen. Die Prozesse gegen die Mitglieder der Landliga in Irland sind bis zum Sommer verschoben worden, weil die gegenwärtige Jury anö lauter Anhängern der Jury be stehen soll. Nun heißt es, daß in Madrid der Ver. such gemacht wurde den Palast deSHerzogs d'Ossano in die Lust zu sprengen. Es wird in der nächsten Zeit wohl noch man cheS Attentat erfunden werden. ES heißt, daß Czar Alerander der Dritte keine Repressivmaßtegeln wegen deS Attentats auf seinen Vater ergreifen w'll. Wir schreiben dies mehr der Furcht als der milden Gesinnung zu. In Spanien werden Vorbereitungen getroffen um den Todestag des größten dramatischen Dichters deS Landes, Cal deron de la Barea Barceda, zu feiern. Derselbe starb am 25. Mai 1631. Die Attentate wachsen jetzt, wie Pilze aus der Erde. Dem englischen Minister Hercourt soll ein Kästchen per Post zugeschickt worden sein, welches ihm verdachtig erschien. Erließ eS aus der Polizei öffnen, was mit großer Vorsicht geschah. Es fand sich in dem Kästchen eine Pistole vor. so angebracht, daß wenn , man es ohne Borsicht geöffnet hätte, die elbe hätte los. aeben müssen. Es ist merkwürdig, wie erfinderisch die Attentatsrieche? auf einmal geworden flnd.
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(SCHMIDT'S SQUARK,) INDIANAPOLIS, IND.
Hie berühmteste und besteingerichtetste Brauerei m Staate. Mein Lagerbier und "Invigorating Malt-Extract'Bottle Beer1 ist vor allem anderen als
vorzuglich anerkannt. Aufträge zum Verschiffen von Lagerbier auf allen Eisenbahn Linien werden prompt erfüllt. C. F. Schmidt.
Frankreich ist doch eine sonderbare Republik. Zwei Männer wurden zu je achtmonatlicher Einsperrung verurtheilt, I , n . tr't-fn v x. rn . I l,b,n durch Plakat. ,ur I I In1l Act ft AVi j VAtllll VlA ' o; "'"""' I Frankfurt a. M. findet am Sonn iaa. den 10. Avril d. 5l. ein Freidenker Eongrek zur Gründung eines Allgemeinen deutschen Freidenker.BundeS statt. Wir hoffen,, dab derselbe recht zahlreich besucht erde. I Zwischen den Engländern und den ' Boers wird es nun doch Frieden geben I . w o . w o i . v ? nv I ucoer oie tncoensocoinaunacn nno viiot i Parteien einig geworden, und ist der Was. I? tr irr- ä. v lenmunano em,imeuen um 48 Stunden venangerk geworoen I . . Die SeaiSlatur von WiSconstn bat I " tn bflfnr ut rund dessen daS Traktiren im Wirthshause mit fünf bis jcn Dollars bestraft wird. Die Wir ng deS Gesetzes wird ohne Zweifel eine " I - W 9 " ' " II - " ' beste fein, als alle Temperenz. Gesetze zusammengenommen. Die russische Eroberungsarmee in Turkestan befindet sich jetzt nicht weit von Tschjend, wird aber in diesem Jahre wohl kaum gegen Merw vorrücken. Die Ebene Aschen Tsüiend und Merw ist obnedieS fg. Armeewecke unbrauchbar, da kein Laster auf derselben vorhanden ist. . Die konservative russische Nreste WW Repressivmaßregeln gegen die Schweiz vor, weil das Attentat gegen den Zaren geplant worden ist. Die in Rub . i . . r w t lano woynenoen sazmelzer louen oanacy ausgewiesen und Deutschland vermuthigt werden die Schweiz zu annektiren. Es wird wohl noch gute Wege bis dahin acn . . Der Wariser iaaro bat. wie au dem Berichte, welcher der am 25. Februar abgehaltenen Generalversammlung vorge' legt wurde, zu entnehmen ist, für das Jahr 30 ein Reinerträge von nicht weniger M 2 305 444 FncS geliefert, ein Er. trägniß, daß die Höhe deS gesammten Aktienkapitals nicht unbedeutend über, steigt. Der Reingewinn, den die Tri büne" letztes Jahr abgeworfen, ist nicht m ,0 flt6 Als Victor Hugo am 4. März im französischen Senate erschien, erhoben sich die Senatoren von ihren Sitzen und be grüßten ihn mit anhaltendem stürmischen Applause. Victor Hugo dankte in wenigen Worten, was neuen Beifall hervorrief. Die Rechte enthielt sich jeder Kundgebung. Nach einer längeren Unterbrechung er. öffnete der Präsident die Sitzung mit den Worten: Das Genie hat sich niedergelasten, der Senat hat applaudirt, die Arbeit kann wieder beginnen. Rußland ist das . Land der Extreme. Die Gesellschaft der Irrenärzte in Peter bürg hat in ihrer letzten Plenarsitzung Frau Tarnowski, welche an der Peters burger Universität den Doktorgrad erwor den und sich mit glänzendem Erfolge der Praxis auf dem Gebiete der Psychiatrie zugewendet hat, einstimmig zu ihrem wirk lichen Mitgliede gewählt. Diese Wahl hat, weil bisher noch nie ein ähnlicher Fall vorgekommen, nicht blos in ärztlichen Kreisen Aussehen erregt. 3 Der Sultan macht den Mächten einen m r t f X. jf. 1 . V. neuen Aorianag zur Tlylicylung oes Mren, streitet mit (Rrieckenland. Er will S ,r s.zs,er kerweiaerte. Tbessalien 1 V L . : 1X A;;;" (träLhnn. Griechenland abtreten, Eplrus behalten und als Ersatz sur etzteresitreta yergeven. Der griechischePremiermimster wiederholt.
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- . die griechische Armee werde unter allen Umständen vorrücken, wenn der Sultan genug Land abtritt. Hiervon werde sich Griechenland nur durch Waffengewalt von den Mächten abhalten lassen. Das Resultat der Abstimmung über die Verfasiungs-Amendement im Staate war folgendes : Dafür Dagegen l.ilmendement 125,737 45,975 2. . 5' 4. . 6. 6. . 9 Im Ganzen wurden abgeben. 1 4,95 2 43,69 40,163 128,138 ...126.170 42.162 ...128,731 38,345 ...115,570 41,434 ...126.221 86,485 172,000 Stimmen Mehrere Depeschen meldeten, daß Ru sakoff gefoltert worden sei, um ihn zum Geständniß zu bringen. Von Genf, dem Hauptquartier der Nihilisten auS heißt eS, man habe zur Tortur mächtige elektrische Batterien verwendet und Melikoff sei bei der Prozedur zugegen gewesen. Trotzdem in Rußland alleS möglich ist, und die Ni. hilisten auch gewöhnlich gut unterrichtet find, möchten wir doch an solch'mittelalterliche Barbarei nicht glauben, ehe dieselbe durch bestimmtere Nachrichten bestätigt wird. Herr Dr. Henrici hat wie wir in einem Berichte der Altpreußischen Ztg." lesen am 13. Februar u.A. auch Folgen. deS gesagt: Die jetzige Bewegung sei nicht gegen die orthodoxen Juden, sondern sonderS gegen die Reformjuden gerichtet Den ersteren verbiete schon die Religion die Annahme vonStaatsämtern. Aus diesem Grunde ist mir überhaupt der orthodoxe Jude lieber als derReformjude, ebenso wie ich den orthodoxen christlichen Geistlichen höher achte, wie den Protestantenvereinler. Dies sind Waschlappen, die keine Meinung haben In der Volksztg veröffentlicht der Abg. Hasenclever Folgendes: Freitag, den 25. Februar Mittags langte ich mit meinem Collepen Vahlt.?ich von Leipzig am hiesigen Anhalte? Bahn. Hofe an, um denSitzungen des Reichstages beizuwohnen. Mein Schwiegerrater nahm mich in Empfang ; ich übergab dem selben mein Handkofferchen, in welchem sich' Wäsche, Bücher :c. befanden. Mein Schwiegervater fuhr mit demKoffer auf der Ringbahn zur Ackerstraße ; icb selber degab mich in den Reichstag. Als mein Schwie gervater vor seiner Wohnung angelangt war, forderte ein Mann, der ihm von An Halter Bahnhof gefolgt war und sich als Geheimpolizist legitimirte. meinen Schwie gervater auf. ihn zum Poiizeibureau in der Strelitzerstraße zu begleiten. Dort wurde mein Reisekoffer aus polizeilichen Befehl durch einen Schlosserlehrling ge. öffnet und von demGeheimpolizisten durch, sucht, nachdem zuvor auf Befragen mein Schwiegervater ausdrücklich erklärt hatte, dab der Koffer seinem Schwiegersohne, dem Abgeordneten Hasenclever, gehöre; auch wußte der Geheimpolizist, daß ich den Koffer meinem Schwiegervater übergeben hatte. Man fand in dem Koffer nichts Con figzirdareS und hielt deshalb auchnichtS zu rück. EineL'gitimation, welche zurDurchsuchung deS Koffers berechtigte, wurde von dem Geheimpolizisten der die Durchsu chung vornahm, nicht vorgezeigt. Auch befinde ich mich nicht unter irgend welcher Anklage. Nun frage ich, mit welchem Rechte und auf Grund welches Gesetzes dieser Eingriff in mein Eigenthum erfolgt ist ? Daß ich sofort Beschwerde gegen daS Verfahren eingelegt habe, ist selbstverstündlich ; ebenso selbstverständlich ist, daß der Vorfall im Reichstage zur Sprache gebracht werden wird. Dab ein Reichstags abgeordneter, der seinen Reichstaaspflich ten nachkommen will, am Sitze desNeickö tags von der Polizei sich derartiger Be. Handlung zu erfreuen hat, ist jedenfalls nur in Deutschland möglich.
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