Indiana Tribüne, Volume 3, Number 33, Indianapolis, Marion County, 26 March 1881 — Page 3
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Jndiana Tribüne.
Die Temverenzbewegung.
. Die Temperenzbewegung, welche vor einigen Wochen zahlreiche Staaten der Union ergriffen und sich bis in die Legiölaturen derselben erstreckt hatte, ist wieder einmal eingedämmt worden. In den republikanischen Staaten Wisconsin, Jll! nois, Michigan, Ohio, Minnesota und Nebraska sind die TemperenzAmendements durchgefallen, im demokratischen Missouri ist die Sache noch nicht erledigt, in den demokratischen Südstaaten Texas, ArkansaS, Tennessee und Süd-Carolina sind theils TemperenzamendementS angenommen, theils strenge Verschärfungen der bisherigen Licenzgesetze passirt worden. Nur im einzigen Südstaate, West-Virgi-nia, haben die Temperenzler eine vollstän dige Niederlage erlitten. Diese Ergebnisse der Temperenzbewegungen wahrend der letzten Saison zeigen deutlich genug, da& beide große Parteien stark mit Temperenz elementen versetzt sind und dab die demo kratischen Temperenzler ersolgreicher als die republikanischen gewesen sind. Der .Milmaukee Herold- giebt mit Bezug auf diese Thatsachen beachtungswerthe Winke, welche allgemeine Verbreit tung verdienen. In dem Artikel heißt es nämlich: Die Freunde der persönlichen Freihat in den Staaten, in denen die Temperenzler Niederlagen erlitten haben, sind mit den Resultaten gewiß zufrieden. Eine drohende Gefahr ist abgewendet und man wird jedenfalls bis zum nächsten Zusammentritt der Lislaturen Ruhe finden. Aber auch die Temperenzler sind mit den Erfolgen ihrer jüngsten Campagne zu frieden. So versichert ein Organ der Temperenzler. Dasselbe sagt, eö habe nicht auf einen Sieg auf der ganzen Linie gehofft, und sei damit zufrieden, daß die Niederlagen den Beweis geliefert haben, daß die Freunde von Prohibitivgesetzen heute stärker als je sind. Das betreffende Tempelenz'Organ hat nicht Unrecht, denn die Temperenzamendements sind in den Staaten, wo sie niedergestimmt wurden, bis auf Ibis 10 Stimmen der Passirung nahegekommen. Hätten die Temperenzler z. B. in Ohio, Michigan und Minnesota nur drei bis fünf Stimmen mehr gehabt, dann hätten sie ihre Pläne in den betres fenden Legislaturen durchgesetzt. Die Tempi'renzler prahlen somit nicht, wenn sie behaupten, daß sie trotz ihrer Niederla
gkn heute stärker als je sind und die
Freunde der persönlichen Freiheit haben wahrlich keine Ursache die Hände müjjiq in den Schooö zu legen. Ein anderes Temperenz-Organ sagt: Es ist aller Welt bekannt, daß es eine
Classe von TemperenZ'Agitaloren gibt, die
diele Sache zu ihrer Lebensaufgabe ge
macht haben. In ihren Augen steht die
Temperenzsrage heute gerade dort, wie
einst die Sclavereisrage zur Zeit, als die
alten Abolitionisten ihren berühmten
Kreuzzug begannen. Und t erwarten es
zuversichtlich, baß die nächste große sociale und politische Revolution im Lande mit
den Getränken aufräumen werde." Diese Erwartung ist eine ebenso hoch gehende, wie der Vergleich zwischen Tem
perenz und Sclavenbefreiung ein toller ist. Die Abolilionisten kämpften für die
Freiheit einer geknechteten Rassedie Tem
perenzler kämpfn für die Knechtung ihrer
Mitbürger, denn nichts anders als Knech tung ist es. wenn man Menschen ihrer per sönlichen Freiheit berauben und ihnen vor
schreiben will, was sie trinken, effen oder
überhaupt zu ihrer Nahrung und Kleidung
benutzen sollen.
Die Unmäßigkeit ist ein Uebel, das von
den Freunden der persönlichen Freiheit am
Aufrichtigsten gehaßt wird, und ein gleiches
Uebel ist die Prohibition, weil sie die bür gerlicheFreiheit trifft. ZmischenUnmäßig keit und Prohibition liegt der allein rich
tige Mittelweg, die goldene Straße der Mäßigkeit. Der Hang nach Getränken ist
zu stark in der menschlichen Natur, als daß
er ausgemerzt werden könnte. Natur und
Lebensweise verweisen den Menschen nur
zulstark auf den Genuß von etwas Stärke
rem als Waffer. Aufgabe der Gesellschaft muß es sein gegen den Mißbrauch der Getränke anzukämpfen, aber nicht die Gesesbücher. wie sie in den Legislaturen fabri cirt werden, sind die Kampfmittel. Ein Moralcodex der von einer Legislatur ver faßt wurde, hat sich nie bewährt. Nicht durch Gesetze, nicht durch Gewalt und Zwang, auch nicht durch Strafen können die Menschen moralisch werden, sondern durch Erziehung. Tugendgesetze, vou Versammlungen decretirt, haben sich im mer als wirkungslos erwiesen. Dagegen
ist es eine durch tausendfältige Erfahrun
gen erhärtete Thatsache, daß die moralische Erziehung allein den Menschen in Allem
mäßig macht. Eine vernünftigeErziehung allein führt dazu, daß die Menschen in ihrer ganzen Lebensweise nicht über die
Schnur hauen und verleiht ihnen Charac terstärke und Selbstbeherrschung. Ein
roher Mensch, der gesetzlich zur Temperenz
gezwungen wird, wird bei der erstbesten
Gelegenheit ein wüsterSösfling, ein mora
lischer Mensch weiß bei vollständigster Trinkfreiheit weises Maß zu halten.
Für diese Mäßigkeit zu wirken, das wäre
die Aufgabe eines Nationalvereins der
Freunde der persönlichen Freiheit. Wenn
diese in ihrer Art denselben Gememkeist wie die Temverenzler entfalten und mit
gleicher Rührigkeit wirken, dann könnten sie bleibende Resultate erzielen und auf
gerademWege ohne die geringste Beschränkung der persönlichen und gewerblichen
Freiheit, jene Mäßigkeit ermöglichen, die die Prohibitionisten auf krummem Wege.
durch Gewalt und Zwangsgesetze, nie er-
reichen können. Gegen das Extrem : die
Trunkenheit, wollen die Temperenzler das Extrem: die totale zwangsweise Enthalt samkeit .in Anwendung gebracht sehen. Die Freunde der persönlichen Freiheit verdämmen beide Extreme und sollten deshalb durch eine rührige Agitation fürMäßigkeit und persönliche Freiheit eintreten. So rührig auch die Temperenzler in den letzte? Monaten waren und so groß ihre ffraftentfaltung gewesen, so kann eS doch dem aufmerksamen Beobachter nicht entstanden sei, daß sich gerade in der ameri kanischen Bevölkerung eine Spaltung be züglich der Temperenzfrage vollzieht und daß sich von denProhibitionisten zahlreiche
amerikanische Anwälte der Mäßigkeit los zusagen beginnen. Rev. Crosdy in New York, srüher ein großer Temperenz Apostel, hat sich fürMäßigkeit gegen Pro bibition erklärt. Garfield sagte es den Temperenzweibern heraus, daß er kein Temperenzler in beschränktem Sinne sei. In diesen Kreisen wird die Sache der per sönlichen Freiheit ihre angesehenen An, Hänger finden, und darum wäre es gerade jetzt zeitgemäß, wenn ein Nationalverein der Freunde der persönlichen Freiheit ans Werk gehen und seine hohe Misston zu er füllen beginnen würde.
Die Cigarren'Fabrikation in Tene menthäusern.
Der Kampf gegen die Fabrikation von Cigarren in Tenementhäusern, so schreibt die JRttü Porker Staats Zeitung wird nun schon seit Jahren gesührt, aber leider haben es die Fabrikanten bisher verstan den, alle Angriffe abzuschlagen. Im geb ruar 1879 wurde eine von Eickhoff über diesen Gegenstand imCongreß eingebrachte Bill verworfen. Ccx hat in diesem Jahre den Versuch erneuert, aber im Dränge der Geschäfte" fand seine Bill keine Erle digung. In der vorigen Legislatur be mühte man sich auch, dem Systeme wenig stens sür den Staat New Bork ein Ende zu machen, doch nachdem die intereisirten Fabrikanten Versammlungen abgehalten und ihre mit den nöthigen Mitteln der sehenen Advokat'n nach Albay gesandt hatten, wurde das Gesetz mit 49 gegen 40 vnworsen. Jetzt liegt nun der Affembly wieder dieselbe Bill vor und hoffentlich wird man endlich befferen Erfolg haben. In der Stadt New Bork existiren jetzt etwa 17 solcher Fabriken und die Zahl der da rin beschästig'en Männer, Frauen und Kinder wird auf 5000 bis 6000 geschätzt. Es ist aber nicht allein im Jntereffe dieser großen Anzahl von Arbeitern, daß diesem schmählichen Systeme der Ausbeutung ein Ende gemacht werden sollte; denn sein Einfluß erstreckt sich nicht nur aus die ganze Cigarrenmanusaktur, sondern macht sich in allen Arbeiterkreisen fühlbar. Er muß so gar, wie jede Versklavung ganzer Arbei terklaffen, in politischer, sittlicher und ge sundheitlicher Rücksicht auf die Entwicklung der gesammten Bürgerschaft schädlich wir ken. Die Vertheidiger des Systems und es sind allein solche Leute, welche durch dasselb' ungebührliche Vortheile erlangen stützen sich in ihren Argumen ten hauptsächlich auf einen oberflächlichen Bericht des hiesigen Gesundheitsraths vom Jahre 1874, auf Grund deffen diese Be hörde sich weigerte, gegen die Fabrikation von Cigarren in Tenementhäusern einzu schreiten. Aber dieserBericht ist nicht allein deshalb anfechtbar, weil er die Hauptfrage, ob nämlich das Wohnen in den mit T bakdünsten angefüllten Räumen, nament lich für die heranwachsende Generation,
schädlich sei, unentschieden läßt, da dies erst durch eine lange Beobachtung festge stellt werden könne," sondern er ist auch vollständig werthlos geworden, seitdem von einzelnen Mitgliedern der mit der Untersuchung betrauten Commission aus Grund weiterer Erhebungen erklärt rooxden ist, daß der gesundheitsschädliche Ein fluß dieser Fabrikationsmethode nicht zu leugnen sei. Und sie haben sich damit nur den Aussprüchen angeschlossen, welche von den ersten medizinischen Autoritäten des In und Auslandes über diesen Gegenstand vorliegen. Der Gesundheitörath selbst erklärte schon in seinem ersten Berichte, daß die Zahl der Kinder in den Familien der Hausarbeiter überraschend klein sei." In der That kommt durchschnittliä) nicht mehr als ein Kind auf eine Familie Von europäischen Autoritäten liegen Be richte über den Einfluß der Arbeit in Cigarrenfabriken auf Männer und Frauen vor, in welchen eine ganze Reihe eigen thümlicher und gefährlicher KrankheitsErscheinungen aufgezählt werden, denen dieselben unterworfen sind, und die nicht allein ihr Leben verkürzen und Heilungen zufälliger Krankheiten erschweren, sondern auck, auf die Kinder übertragen, eine größere Sterblichkeit unter denselben verUrsachen und ein schwächliches kränkliches Geschlecht aufwachsen lassen. Wenn solcheErscheinungen schon in nicht ganz gut ventilirtenTabakfabriken bemerkt worden sind, wie viel mehr müssen sie unter Arbeitern zu Tage traten, welche stets in Räumen wohnen, die jeder genügenden Ventilations'Vorrichtungen entbehren und in denen stets bis zu hundert flslfitnH cfrnbnf Wtntnl Irt r Tatorts krtfw
-yj uiiu f uvui ilkkli iO11 v'vVUt ijMVttl denn auch Aerzte, die in den Tenement' Haus'Districten practicirten, oder östers in solchen Häusern zu thun haben, nur DaS in erhöhtem Grade constatiren sönnen, was anderswo beobachtet wurde. Eine schmutzige, mitGistdünsten geschmängerte Umgebung und ein kränklicher Kör per führen aber sehr leicht moralischenVer fall herbei und dieser muß noch durch die die besonderen Uebelslände der TenementHaus - Cigarrenfabrikation beschleunigt werden. Der Hausarbeiter ist schlecht be zahlt, während der Fabrikant, der auch zugleich der Hauswirth ist, möglichst hohe Miethe fordert, so ist jener genöthigt.
Frauen und Kinder im zartesten Alter zur
Arbeit heranzuziehen und die Arbeitsstun
den ungebührlich auszudehnen. Solchen übertriebenen Anstrengungen folgen naturgemäß Ausschweifungen als Erholungen, während sie bei Frauen und Mädchen Erfüllung der häuslichen Pflich ten und Erziehung zu ihrem eigentlichen Berufe verhindern. Bei Kindern aber müssen sich alle die nachtheiligen Folgen im hohe Grad zeigen, welche erfahrungsmäßig jede Kinderarbeit hat. Es ist denn auch dahin gekommen, daß ein Tenement haus, in welchem Cigarren fabrizirt werden, den Werth der umliegenden WohnHäuser herabdrückt. Treten diese gesundheitlichen und sittlichen Nachtheile so deutlich zu Tage, so wird der ökonomischeEinfluß des Systems in dem .beschränkten Kreise der Cigarrenfabrikanten und Arbeiter noch fühlbarer. Dem ersteren erwächst eine Concurrenz, welche man, will man nicht selbst Sklavenhalter werden, schwer bestehen kann, den Arbeitern aber vift oer HauSarbeiter ein Genoss?, der sich vollständig in der Hand der Fabrikanten befindender jede selbständige Regung unter drücken muß, nie eine feste Organisation wagt, dem kein anderes Mittel bleibt, sei' nen schmählichen Lobn aufzubesiern, wie Versklavung seiner Familie und Unehrlichkeit. So führt das System weiterhin zu vollständig unkontrollirbarer Uebervor theilung des Arbeitgebers und der Regierung. Aber trotzdem dieses System von jedem Gesichtspunkte aus verwerflich ist, bleibt eö doch bestehen weil siebzehn Cigarrenfabrikanten mehr Einfluß haben, als die große Masse des Volkes! Will man auch in diesem Jahre einer Erneuerung dieser letztlährigen Erfahrung ruhig entgegensehen, der bei Zeiten durch
Wemonstratronen den Geletzgeoern rn Albany zeigen, wie die öffentliche Meinung überdiesesAusbeutungssystem denkt? (Amerika.)
am bäusigsten vorkommenden Verstöße gegen das Wahlreglement vom 23 Mai 1870 und die mit Rücksicht darauf nothwendig erscheinenden Abänderungen des Wahl reglements Bericht zu erstatten Es handelt sich dabei umWahlbeeinflusien seitens Beamteter, nämlich Landräthe und Richter. Nachdem bei dieser Gelegenheit Bismarck und Lasker einige Lanzen gegeu einander gebrochen, wobei der letztere trotz seiner langen Zunge nicht ganz heil davon kam, und nachdem Bismarck erklärte, er werde mit allem Nachdruck darauf hinwir ken, daß bei den künstigen Wahlen olle beamtlichen Becinflusiungen ausyören was ihm natürlich kein Mensch glaubte ergriff auch der sozialdemokratische Abgeordnete Kayser das Wort. Er wünscht, daß der Reichskanzler seine Meinung auch ein mal bei den Wahlen der Sozialdemokraten zum Durchbruch brächte. Er könnte Fälle anführen, wo Arbeiter, die als Wähler einfach keine Stimmzettel aus der Hand eines Beamten, hatten nehmen wollen,
wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt unter Anklage gestellt worden sind. Die Arbeiter dürften sich noch nicht einmal versammle, um sich über einen Candidaten zu besprechen. Seine Partei sei in hohen Grade der Willkür der Vermal tungsbehörden ausgesetzt, bezüglich deren er nur an jenes Wolff'jche Telegramm mit der lügenhaften Darstellung über die Parteistellung Nobling's usw. erinnere. Der Reichskanzler habe Recht, wenn er hervorhebe, daß die Richter, welche einmal beiden Wahlagitation be heiligt gewesen seien, später bei der Rechtsprechung in's Schwan ken gerathen, aber nicht nach der Seite hin, welche der Reichskanzler bezeichnet habe (nämlich der freisinnigen) sondern nach der entgegengesehen Seite. Er habe den
Wunsch, daß dre Regierung nicht falsche
Berichte über Parteien verbreite, welche mundtodt seien und die Beschuldigungen daher nicht zurückweisen könnten. Wenn der Reichskanzler die Wahlbeeiiflussungen von Beamten und Richtern nicht wünsche so möge er auch dahin wirken, daß die Be' einfluffungen der. Jndustriebeamten aufhörten ; die Beeinflussungen des Kapital oder der Behörden seien ganz gleich. Als Beispiel der Beeinflussung einesFabrikanten führe er den Abg. Stumm an, 'dessen Vorgehen in seiner Fabrikja allgemein be kannt sei. In Breslau seien Staatsindu' striearbeiter wie Militär zur Wahlurne gesührt worden und ihnen dort der regierungssrendliche Stimmzettel in die
Hand gesteckt worden. Er hoffe, daß der Reichskanzler den Wahlbeeinfluffnngen, namentlich den Behörden, energisch ent-
gegentreten werde, damit auch seine Par tei einmal ihre Zufriedenheit mit dem Reichskanzler aussprechen könne. Bei diesem bissigen Witze fühlte sich der hohe Reichstag natürlich zu großer Heiterkeit,, veranlaßt.
AuS dem deutschen Reichstage. Am 3. März lag folgender Antrag zur Berathung vor: Der Reichstag wolle be schließen : dieWahlprüfungs'Commission zu beauftragen, dem Reichstage über die
Maurice Albrecht, Doutisolieir Zulmtii-zt. Office : Rooin 64 gleicher und Sharpe' Dlock. Chas. Mehrn & Co., einzige deutsche Anzeigen - Agentur für die gesammte deutsch.amerikanische Presse. 37 Park Rom, New York. Etablirt seit 1857. Benj. F. Grafton. Story B. Ladd, Halbert E. Pahne. Patent. Commissare. Patente Payne, Grafton & Ladd. Attornehs und Solicitor amerikanischer uufc ' ausländischer Patente. 412 Fünfte Str. Washington, D. C. Ausübung des Patent (Sefefee in all leinen,,,
in der Patent-Office und i.i ter Suvreme uns Crrcutt Court der er. Staaten. Pamphlete erden cegen Einsendung der Postmarken frei verschickt. .
Em reicher Hausbesitzer als blinder Bettler. Ein alter in Lumpen gehüllter Mann, der auf einem Auge blind war und das andere Auge mit einer Binde halb be deckt hatte, wurde dieser Tage in einem New Borker Polizeigericht als gewerbs mäßiger Bettler und Schwindler vorge führt. Während des Tages wandert Köhler durch die Straßen, und bietet No tizenbücher und Bleistifte zum Verkauf aus, wobei ihm Mancher der ihn für einen nothleidenden Blinden hält, ein Almofen reicht. Abends pflanzt er sich vor irgend einem Theater auf und bettelt dieTheater besuche? an. Am Dienstag Abend wurde er vor dem Terrace Garten verhaftet, er trug zur Zeit ein Blechschild mit den Worten : ?ch bin seit 17 Jahren blind ; erbarmet Euch meiner" auf der Brust. Den oberen Theil seines Gesichts hatte er mit einem Tuche verhüllt und seine Wan gen mit schmutzigen Pflastern bedeckt. Im Stationshause fand man in seinem Besitz ein Bankbuch, aus dem hervorgeht, daß er $1580 aus der Seaman's Savings Bank hinterlegt hat. Außerdem erklärt die Po lizei, daß Köhler Eigenthümer des fünf stöckigen Gebäudes No. 15 Bowery, im Werthe von $40,000 ist, und daß er diese Thatsache nach seiner Verhaftung zugab. Er ist, wie bereits bemerkt, nur auf einem Auge blind, das andere ist vollkommen gesund. Vor dem Richter quälte er sich vergeblich, ein paar Thränen hervorzu pressen und betheuerte, er sei ein armer Mann und eben erst aus der Heilanstalt entlassen worden. Der Richter überwies ihn der Wohlthätigkeit Commission, welche den Fall untersuchen wird.
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-Sfi
Ciscllbahn-Zcit-Tabcllc.
Ankunft und Abgang der Eisenbahnzüge in Indianapolis, an und nach Sonntag, den 10. Oktober 1880.
Cleveland, ColumbuS, Cincinnati und Jndiana pcht Eisenbahn. (Bee Line.)
Abgang:
Ankunft:
N P & 33 Ejt s.. 4.tft Vm L 5 St L Ek-k- ... 6.55 m Hut AM ftfm tZ Mt a ' C SO Cm L. C r r rn
uini Awvin ... V , , oii vi V! Ml K j vr . .I..x VilM Jnd'rlSNYExp 'LOS 33m I Union Areom.... 3.45 Nk
Dayton 5 E Ex .11.35 Vm il y & 93 Ej 3 c C 7.15 Nm
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v - . VJß JK U 1 9t 9 St 2 Cif.10.65 NM
Vrightwood Div.sion, C. C. C. und I.
h.lSVm 7.15 Nm 6.45 rn v.25 Stm 11.35 rn 11.15 Nm 12 55 ilm 7.2 Nm 3.55 Nm
3.45 ?m 6.05 Nm 6.3" m 6.45 Nm 10.05 Bm 10.55 Nm 12..5 Nm 3.45 N
PittsburgCincinnati und St. Louis Eisenbahn. iy . a v.
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R chm Ace e c. S 9.55 Cm N?5tt ...12.2UN S D Er exe. S 5.40 N 91 9) & Ö Ci ...10.45 Nm DavtonErercS 112 20 91 1 1 10.45 Nm
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R 6 D Ace ex. S 2.45 Nm N Y Sc 83 Cs 8 I) 5.45 Nm Danton Er. exc. S 4.20 Lm
Terre Haute, Vandalia und St.Louis Eisenbahn.
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Schnellzug 5... . 2.30 n Mail und cc... lO.fr m Tag expreß 5.35 Nm Mail und Are... 6.40 Nm
Eincinnati, Indianapolis, St. Louis u. Chicago Eisenbahn. Cincinnati Division. E & t fi S 2 4.15 Vm I (Eine. Schnell, ualO.45 m Cineinnati Ace. . 6.35 Bm Ehi. 6StL Mail1?.c5 Nm Chicago Mail v c 3.10 Nm j Westliche Ervreß. 6.35 N St. LouiS Mail. . 6.00 Nm E St L ff L-j-. .10.55 Nm
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Peo & Burl Ex. . 7.30 Vm ShiMailStL p el .25 Nm Westliche Erpreß. 6.tt) Nm ff & S r cll.20 Nm
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Lafayette Ace ...11.00 8 Chicago Mail .. 2.50 N Üto & üutl Er 5.40 5lm
Jessersonville, Madlson und Indianapolis Eisenbahn.
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Indianapolis, Peru und Chicago Eisenbahn. T.FtWck LapEx 8.50 Bi, , Ehi Gr Rap Ex 3.40 m , M ESSNM.aillZ.5 Bm T. fft W 4 LarExll.w 8 Ehi&aft ESxcc .25 Nm G&i 6 Mail. 5.60 Nm 35, & S x 8 .11.00 Nm Det. T 5 Ft WEx 9.45 Nm
Jndiana, Bloomington und Western Eisenbahn.
Atlantic E-Mail
PacErMail exS 7.45 Vm BurR JErt- cc 1.15 Nm EhamvAce-j- excS 3.50 Nm Ka5Texa5er.cS11.00 Nm
tSal. erc Sonnt 4.10 Nm
Lastern & 6 5x 5.40 8 Eine Svec5 exc 12 30 N
Indianapolis und St. LouiS Eisenbahn. : : Tag Exvreß. re.. 3.00 Bm I ?k Y Ex-j- 4.10 m Local Expreß.... 3.35 Nm ndianaxoliSAcelI.OO 8m 31 1) Ö&f S 11.10 Nm i Tag Er 5.55 Nm Cineinnati, Hamilton u.JndianapoliöEisenbahn. Matt CincinEr. 4.15 m I Mail 12.15 Nm Aeeommodation . S.SO Nm Westliche Expreß. 10.45 N Indianapolis und Vincenneö Eisenbahn. Mail 3c lairo Zx 7.30 8m , 8incenne8Ace ..10.45 m Bincenne8 Acc .. 4.10 Nm I Mail Sairo E 5.35 N Indianapolis, Decatur u.Springfield Eisenbahn. an Cit?tLEx 7.45 8m ND, Phila ttto Ex 4,10 Wm an ff Schnellzug l.vO Nm Montezuma Are. 11.4 8m ontkjuma cc. 3.30 Nm Etncinnatt Sx...l2L0Na Züge mit r. e. LehnfefselTar. Mit 8. Echlaf'Wagen. Mit p. ParlorrSar. Mit -t-täglich.
