Indiana Tribüne, Volume 3, Number 30, Indianapolis, Marion County, 5 March 1881 — Page 4

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Jndiana Tribüne.

Zndiana Hriöüne.

(Wochenblatt.) Office: Ecke Circle u. Meridianstr, sJm dritten Stock.jEntered as second-class matter at the -W M V WA rosiomce ac Indianapolis, lndiana.j Abonnements-Preise. Inder Stadt durch die Post ins Haus geliefert Per Jahr im Voraus $2.00 Per Nummer 5 Keuts. Otto Schissel, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 5. März 1881. Monarchie und Nepublik. Das republikanische Princip ist ein fort schrittliches, wer wollte das leugnen? Das monarchische Princip ist ein freiheits. widrigcs,wer wollte das bestreiken ? Gleichwohl ist es doch wahr, da& unter gewissen Verhältnissen das republikanische Princip gefährlicher ist, als das monarchische. Henry George sagt in seinem berühmten Buche : Fortschritt und Armuth" : Wo irgendwie auch nur annähernd eine gleich mäßige Vertheilung des Wohlstandes herrscht, da ist es um so besser, je demokratischer die Regierungsförm ist, wo jedoch große Ungleichheit in der Vertheilung des Wohlstandes herrscht, da ist es um so schlimmer, je demokratischer die RegierungSform ist. Praktisch angewandt bedeutet dieses, daß für die Ver. Staaten bei der außerordent lichen Ungleichheit in der Vertheilung des Wohlstandes die monarchischeRegierungs form die bessere wäre. Es ist daö ein kühner Ausspruch, aber es ist viel Wahres darin. Es bedeutet nicht mehr u.nicht wem ger, als daß das republikanische Princip nicht durchführbar ist, wenn die Verthei' lung des Volkswohlstandes nicht wenigstens eine einigermaßen gleiche ist. Wenn gewisse Leute, und wir hzben hier Haupt sächlich die Radikalen im Auge, darauf be stehen, daß es wichtiger sei, zunächst die Regierungsförm demokratischer zu machen, und daß dann sociale Reformen leichter einzuführen seien, so haben sie hier eine ge waltige und was mehr sagen will, selbst ständige Autorität gegen sich. Henry George hat Nichts von der Socialdemo kratie gelernt, er ist ein durchaus selbst ständiger Denker. Während eine verrottete Demokratie an sich nicht schlimmer ist, als eine verrottete Autokratie, sagt er, so ist ihreWirkung auf den nationalen Charakter eine viel schlim mere. Der nationale Charakter assimilirt i sich den Eigenschaften, welche Macht und Einfluß gewinnen, und in einer korrupten Demokratie ist stets die Neigung vorhan den, den schlimmsten Elementen Macht zu verleihen. Er beschreibt dann die Zustände in un serer Republik, zeigt, wie die schlimmen Elemente überall die Oberhand gewinnen, und wie in manchen Distrikten ein George Washington, ein Benjamin Franklin nicht einmal in eine Legislatur gewählt werden! könnte. Eine korrupte demokratische Re! gierung, sagt er, muß schließlich das Volk: korrumpiren, und wenn das Volk korrupt ist, dann giebt es keine Auferstehung. Er zeigt dann an unserem ganzen öffentlichen und Geschästsleben, daß das Volk derVer. Staaten von Tag zu Tag korrupter wird. Man braucht bloö reich zu sein, um unge straft morden zu können, und dann noch alstzeld zu gelten, und man braucht Dieb stahl und Betrug bloß im Großen zu üben, um nachsichtige Geschworene zu sinden. Die Stimme des freien amerikanischen Borgers ist eine Waare, welche auf dem Markte feil geboten wird. In einer Monarchie, behauptet Henry George, wird eine korrupte Regierung niemalS solchen Einfluß auf den nationalen Charakter ausüben, denn die Regierung ist vom Volke abgeschlossen und in der An schauung des Volkes ist Macht und Ansehen mit anderen Dingen, als mit der Korruption verbunden. Wo man dagegen tagtäglich sieht, wie korrupte Eigenschaften zu Macht und Reichthum führen, werden dieseEigenschaften nicht nur geduldet, son dern bewundert und das Volk wird korrupt. In diesen Ideen liegt unendlich viel Wahres. Der Arme wird überall zum Sklaven, der Reiche wird zum Herrn und wo es Herren und Sklaven giebt, ist der Republikanismus blos eine FaiQe. Ungleichheit ist dieGrundlage der Monarchie. Sie kann bestehen und gedeihen, und das

am Besten, wo das Volk sich nach Rang

und Vermögen in Classen theilt. Die Basis der Republik ist Gleichheit, und wo eine solch außerordentlich ungleichmäßige Vertheilung des Wohlstandes statt hat welche wie bei uns das Volk in Classen theilt, muß Vo!k undRegierung zu Grunde gehen. Deutschlands Getreideverkehr im Jahre 1880. Das kürzlich ausgegebene Dezemberhef! der Statistik des Deutschen Reichs bringt eine Uebersicht über die Grei'cze'Ein und Ausfuhr Deutschlands im Jahre 1880. Danach hat sich im ersten'Jahre des Be stehens der neuen Getreidezölle der Ge treidehandel Deutschlands mit dem Aus lande folgendermaßen gestaltet : Einfuhr. Ausfuhr. Mehreinfuhr. In Doppelzentnern. Weizen. .2,276,423 1,781,764 493,664 Roggen.. 6,895,980 265,366 6,620,114 Gerste. . .2,222,616 1,544,002 673,524 Haser... 1,616,862 435,772 1,181,090 Mais... 3,406,404 13,694 3,592,710 Dazu macht die berliner .Volkszeitung folgende charakteristische Bemerkung: .Deutschland hat demnach trotz der neuen Zölle von allen Getreidearten mehr ein als ausführen müssen, weil es den ein heimischen Bedarf in keiner einzigen Art selbst decken konnte. Mehr als die Hälfte der gesummten Mehreinsuhr fällt auf das für uns noch immer weitaus wichtigste Brodkorn, aus Roggen. Den nächstgrößten Einfuhr-Ueberschuß weist Mais auf, der in der Hauptsache wohl von den Bren nereien als Ersatz für die mangelnden Kartoffeln verarbeitet worden ist, zum Theil aber leider auch an Stelle des theu ren Trodkorns zur Herrstellung billigeren Brodes Verwendung gesunden hat. Bei allen Getreidearten würde übrigens die Mehreinfuhr unzweifelhaft noch weit größer ausgefallen fein, wenn nicht in Folge der vor Eintritt der Zölle bewirkten starken Beztehv.ngen noch erhebliche Be stände fremden Getreides in das neue Jahr hinübergenommen wären. Trotz des letz teren Umstandes hat die Reichskasse aus den Zöllen im Jahre 1880 doch bereits ca. 14 Millonen M. Einnahme erzielt, ein Betrag, der natürlich nur einen kleinen Bruchtheil der Last ausmacht, welche durch die Zölle der großen Mehrheit der Konsu menten, einem großen Theile der Land wirthschaft selbst und wichtigen landwirth schastlichenGewerben auferlegt worden ist-. Wir fügen die Bemerkung hinzu, daß es gerade die Getreidezölle waren, auf welche Fürst Bismarck den höchsten Werth legte, weil er sich von ihnen einen beteutenden .Aufschwung" der deutschen Landwirth schaff versprach. Bei ihm, selbst einem Großgrundbesitzer, ist ja das auch erklär lich, um so mehr als ohne die Getreide zölle die Jndustriezölle schmerlich bewilligt worden wären. Und Geld mußte doch einmal beschafft werden sür das liebeHeer. Für Amerika ist die obige Statistik ganz besonders werthvoll. Beweist sie doch, daß die deutschen Schutzzölle die Früchte unse reö Ackerbaues verhältnißmäßig sehr wenig von den deutschen Märkten abgehalten haben. F. W Fritzsche vor dem Ver. Staaten(kongreß. In der Sitzung des Repräsentantenhau ses vom 26. Februar wurde von General Weaver (dem ehemaligen Präsident schaftskandidaten der Greenbacker) folgende Resolution eingebracht: B e s ch l o s s e n vom Repräsentanten .hause, daß die Halle des Hauses dem .Ehrb. F. W. Fritzsche, einem Mitgliede .des Deutschen Parlaments (Reichstag) .am Sonnabend den 26. Februar, , .Abends 3 Uhr, behufs Ueberreichung .einer Adresse über die Lage des deut sehen Volkes gewährt werde; und daß .das HauS an diesem Tage und zu dieser Zeit an dem Vorgange theil .nehme Widerspruch wurde aber gegen die Re solution erhoben und so konnte die zur Annahme erforderliche einstimmige Ein willigung nicht erreicht werden. Betreffs der Richtannahme dieser Resolution bemerkt daö .Philad. Tageblattrecht treffend : .Bedauerliche! Weise war der Zeitpunkt, der zur Beantragung dieser Resolution gewählt werden mußte, ein höchst ungün ger. Bei der vielbesprochenen Zeitvergeu dung, die den 46. Congreß charakterisirte, blieb eine Unmaffe Geschäfte die schon längst hätten abgewickelt sein können bis auf den letzten Augenblick liegen. Jetzt

natürlich, kurz vor Thorschluß, brennt den

Herren das Feuer unter denRägeln. Jetzt lst jede Minute kostbar, und nun soll in wenigen Stunden Alles über's Knie ge brachen werden, was man versäumt hat. vorher in aller Gemächlichkeit zu berathen. Bei solcher Bewandtniß ist ein Wider spruch gegen ein, gleich viel welches, Geschäft, das von der Zeit, mit der gegeizt werden muß, eine Frist raubt, erklärlich." Zudem, müffen wir noch hinzufügen, war die Form, in der der Antrag eingebracht wurde, eine nicht gerade glückliche zu nennen. Indem den Repräsentanten .eine Adrcffe über die Lage des deutschenVolkes" und nicht ein einfacher Empfang eines deutschen Reichstagsmitgliedes in Aussicht gestellt wurde, war es vorauszusehen, daß unsere Herren Volksvertreter, die sich in der Regel ebenso durch ihre Trägheit, wie durch ihre an Unwissenheit grenzende Gleichgültigkeit gegen Alles, was ,ftreiga' klingt, auszeichnen, vor einer Rede, welche möglicherweise den Charakter einer Vor lesung hätte tragen können, zurückschrecken würden. Wir zweifeln nicht, daß der Antrag in anderer Jorr zu paffenderer Zeit während der sicher bevorstehenden ExtraSesston des Congreffes nochmals eingebracht wird. Sollte dann gegen denselben wieder Ein spruch erhoben werden, sollten dieVertreter der freien" amerikanischen Republik sich wirklich weigern, dem Vorkämpfer einer durch tyrannische Willkür mundtodt ge machten Partei einen ehrenvollen Empfang zu gewähren, nun, so wird es nur ein Beweis mehr dafür sein, wie tief diese .freie" Republik bereits gesunken, wie jremd sie den Grundsätzen jener Männer gegenübersteht, welche sie gegründet haben. .N. Y. V. Z." Fritzsche und Äiereck. Gegen Ende dieses Monates werden die genanntenHerren hier eintreffen u. ihre hier wohnenden Landsleute um Unterstützung für die deutsche Sozialdemokratie bitten. Wir wissen wohl, daß die Zahl der Freunde der Sozialisten heute noch ein beschränkte ist. In Znkunft wird das ganz anders sein. Wir appeliren deshalb auch nicht im Namen der Sözialdemakratie um einen gastfreundlichen Empfang der beiden Volksmänner, wir fordern dazu im Na men der Freiheit auf. Auf Grund politi scher Freiheit hat jeder Staatsbürger das Recht das Volkswohl auf gesetzlichemWege in seiner Weise anzustreben. Wo das Recht nicht ist, herrscht Druck und Unfrei heit. In Deutschland ist der Sozialdemo kratie dieses Recht nicht gegeben. Man vergewaltigt sie, weil man sie fürchtet. Der Bürger einer Republik hat stets ohne sich lange zu besinnen, Ursache eine Partei zu unterstützten, welche von einer monarchi schen Regierung gefürchtet wird. Herr Fritzsche sowohl, wie Herr Viereck sind tüchtige und gewandte Redner und wir hoffen, daß sich ein zahlreiches Publi kum einstnden wird, sie zu hören. Durch die Winterstürme im Nord westen sind etwa 500,000 Stück Vieh umgekommen. In Madrid sind amDienstag26Spiel höllen geschloffen worden. Eine schöne Gegend das! Scheiden ja Scheiden thut weh ! Das mag Rutherford Hayes in letzter Zeit schwer empfunden haben. Der amnestirte Eommunist Roques wurde vom Seine Departement in die Deputirtenkammer gewählt. Edison's elektrisches Licht soll sich endlich doch bewähren. Wenigstens wird es jetzt in vielen Häusern New Jorks ein geführt. In Petersburg, Va., sind 125 Cigarrenarbeiter am Strike weil ihnen die ver langte Lohnerhöhung nicht bewilligt wurde. Wm. Saller. der auck in biestaen Krei fen bekannte Sozialist, starb dieser Tge nach dreitägigem Krankfein in Cincin nati, O. Der Prozeß gegen den jungen Pfaffen Kalloch, der den Redakteur Charles de Boung erfchoffen hat, ist gegenwärtig in San Francicso im Gange. Sekten Auautt wurden in England binnen zwei Wochen 200 Kinder in die Gefängnisse verurtbeilt. Die meisten da voy wegen Diebstahl. Was sind das für Hoffnungen auf die kommende Generauon!

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Ifl Der deutsche Kaiser hat die Resigna tion des Ministers des Innern, Graf v. Eulenberg angenommem und ihm wahr scheinlich damit einen bösen Streich ge spielt. Seit gestern Mittag ist James A. Garfield Präsident der Ver. Staaten. Loblieder von der einenSeite undSchmutz bomben von der andern begleiteten ihn ins Weiße Haus. Bismarck hat am Dienstag denReichs tagsabgeordneten eine Soiree in seinem Palais gegeben. Die sozialistischen Ab geordneten werden sich dabei den Magen nicht verdorben haben. Parnell hat Victor Hugo in einem offenen Briefe zur SympathieErklärung für Irland angerufen, und er hat damit gewiß bei der katholischen Geistlichkeit in ein Wespennest gestochen. Der Gouverneur von Maffachusetts hat den 7. April zum Fast- undBettag be stimmt. Hoffentlich werden sich nur wenig Narren finden, die sich auf solche Weise in den April schicken lasten. Erneute Ausweisungen ausGrund des Sozialistengesetzes haben in Hamburg stattgesunden. Die Polizei ist nach wie vor mitHaussuchungen nach .gesährlichen" Schriften sehr in Anspruch genommen. Am Montag feierte Victor Hugo sei nen 80. Geburtstag. - Dem unermüdlichen Kämpfer für Freiheit und Recht wurden zahlreiche Glückwünsche entgegengebracht, denen wir auch die unsrigen hinzusügen. In Frankreich hat der Bierconsum in letzter Zeit bedeutend zugenommen und man glaubt das auf Rechnung der Ver heerungen, welche die Reblaus dort in vielen Weingegenden angerichtet hat, schreiben zu können. Die am vorigen Sonntag in Philadelphia abgehaltene Maffenversammlung in welcher Fritzsche und Viereck Reden hielten war außerordentlich gut besucht. Wir hoffen demnächst von hier ein Glei ches berichten zu können. Telegraphischen Nachrichten zufolge haben die BoerS einen dritten gewaltigen Sieg über ihre Gegner davon getragen. Dieser Sieg der Boers wird sür die Eng länder besonders empfindlich dadurch, weil Sir George P. Colley, der britische Obercommandeur in Natal, in der soeben ge schlagenen Schlacht gefallen ist. Die in Chicago herrschende sogenannte Wintercholera wird von mehreren Aerzten dem Genuffe gefälschter Butter zugeschrie ben. Wann werden wir es einmal dahin bringen, daß unsere Lebensmittel amtlich untersucht werden damit wir großen Ge fahren entgehen und den Fälschern das Handwerk gelegt wird ? Es erscheinen gegenwärtig in Ungarn 558 Zeitungen; davon in magyarischer Sprache 356, in deutscher 120, in slavi scher 56, in rumänischer 20, in italienischer 3, in hebräischer 1, in französischer 2. In der Hauptstadt allein erscheinen 163 magy arische Zeitungen, in der Provinz an 77 Orten 183. Hiervon sind 23 politische Tage-, 25 politische Wochenblätter.' Am Sonntag fand in Berlin die Trauung des Prinzen Friedrich Wilhelm VictorZ Albert, des ältesten Sohnes des deutschen Kronprinzen mit der Prinzessin Augusta Victoria von Holstein Augusten bürg statt. Das ErwähnenSwertheste an

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rattere 9 SQUARE,) INDIANAPOLIS, IND. C. F. Schmidt. der Affaire ist das herrliche mit Spitzen besetzte Seidenkleid, welches die Braut anhatte, während der Prinz in der Haupt mannsuniform einherstolzirte. Am Montag hat General Garfield in Begleitung seiner Familie seinenWohn ort Mentor verlaffen um sich nach seinem schönen neuen Heim Washington, zu be geben. Rührende Abschiedsszenen ereig neten sich dabei. Am Dienstag sind die i hohen Herrschaften in Washington einge troffen. Gestern fand die Krönung statt, worüber wir in nächster Nummer berichten werden. In Scranton, Pa. ist ein katholische? Waisenhaus, welches von Nonnen geleitet wird in Flammen aufgegangen und es sind dabei siebzehn Kinder verbrannt. DaS Feuer ist in den obern Stockwerker. ausgebrochen, und eS muß schon lange vorher geglimmt haben, ehe eS solch riesige Dimensionen annehmen konnte. Hof fentlich wird die offenbare Mißverwaltung, welche ächt christlichen Grundsätzen keines wegs entspricht, bei der Untersuchung anS Licht gezogen werden. Prof. Lattimore von Nochester will wiffen, daß im Jahre 1880 in den Ver. Staaten nicht weniger als 15 Glukose Fabriken im Gange waren, welche 300 Millionen Pfund Kunstzucker lieferten. Derselbe wird mit Rohrzucker vermischt, da er viel wohlfeiler ist, und zu Zuckerge bäck fast ausschließlich verwandt. Nun ist zwar GluZose, welche im Polariskop den Lichtstrahl nach links, statt wie der Zucker nach rechts bricht, ein Theil jedes natürli chen Zuckers, aber die künstlich gemachte Glukoie wird durch Sieden der Stärke, welche imMais enthalten ist, mit verdünn ter Schwefelsäure erzeugt und es ist keine Bürgschaft gegeben, daß die Schwefelsäure vollkommen neutralisirt, und daß das Produkt für die Eingeweide und für die Zähne ganz unschädlich ist. Der Congreß wird wohl daran thun, eine Untersuchung durch Sachverständige zu verlangen. Nach dem .Catholic Directory" giebt es unter den 5,033,173 Seelen im Staate New York 1.203.000 römische Katholiken. 2 Erzbischöfe, 6 Bischöfe, 993 Priester und 175 Studirende, 669 Kirchen, 98 Kapellen und 178 Stationen,6geistlicheSeminarien, 8 Colleges, 87 Akademien, 270 Parochial schulen und 80,429 Schüler. Die katholi sche Bevölkerung der Ver. Staaten ist dort auf 6,267.380 angegeben lauter Zahlen, welche hinter dem zurückbleiben, was man von der ganz außerordentlichen Prop ganda-Thätigkeit der katholischen Geist lichkeit erwarten sollte. Es wäre daS ein stillschweigendes Zugeständniß, daß selbst unter den Katholiken die Unkirchlichkeit arg zunimmt. Trotzalledem bemerkt man aber leider nur eine langsame Ausdehnung der Rei hen der liberalen Elemente. Es giebt eben Viele die zwar schon aufgeklärt von freien Ideen beseelt sind, die eS aber nicht wagen mit ihren Anschauungen frei hervorzutre ten. Leider entbehrt diese Vorsicht bei Vielen nicht der Begründung, denn man ist in unserer civilisirten Zeit (?) noch sehr gerne geneigt Leute für den Muth, mit welchem sie ihre Anschauungen verkämpfen hart zu bestrafen, indem man sie an ihre Abhängigkeit ermahnt. Man sieht also auch daran wie nothwendig eS ist vor Allem für die Lösung der sozialen Frage einzutreten, denn die Menschen müffen vorerst vollständige Unabhängigkeit und Selbständigkeit erlangt haben ehk. man erwarten kann daß sie sich weiter emanzi pnen.