Indiana Tribüne, Volume 3, Number 29, Indianapolis, Marion County, 26 February 1881 — Page 4

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Jndiana Tribüne.

ndiana Hribüne.

(Wochenblatt.) Ofstce: Ecke Circle u. Meridianstr, lJm dritten Stock.Entered ' as second-clas3 matter at the Postoffice at Indianapolis, Indiana. Abonnements-Preise. 2n der Stadt durch die Post ins Haus geliefert Per Jahr im Voraus $2.00 Per Nummer 5 Keutö. Otto Schisfel, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 26. Febr. 1831. Sklavenarbeit und freie Arbeit. .Zur Besprechung dieses Themas werden Xoh durch von Zeit zu Zeit die Runde machenden Nachrichten über die Zunahme der Baumwollkultur in Indien veranlaßt. Daß diese Zunahme eine langsame ist, daß der Süden der Ver. Staaten noch immer das Baumwollenland par excellence ist, das ist räch unserer Ansicht zum großen Theil der Abschaffung der Skla verei zu danken. Mit der billigenArbeits kraft des Hindu hätte die theure Sklaven arbeit auf die Dauer die Concurrenz nicht ausgehalten. Selbst wenn der indische Bauer nicht auf so niederer Stufe der Lebenshaltung stünde, selbst wenn er auf gleicher Stufe mit dem europäischen oder nordamerikanischen Arbeiter stünde, so wäre die Concurrenz der Sklavenarbeit ine unmögliche. Sklavenarbeit ist theurer als freie Arbeit. Hätte der Süden das seiner Zeit begriffen, so wäre niemals der Sklaverei halber so viel Blut geflossen, sondern man hätte sie freiwillig aufgege den. Der Sklave wird von seiner Geburt an besser gepflegt, als der freie Arbeiter sein Kind pflegen kann, denn der Besitzer zieht einen künstigen Werth groß. Der Sklave muß gekleidet und genährt werden, ob man für ihn Beschäftigung hat, oder nicht, und wenn er krank ist und nicht urbeiten kann, so wird auf die Herstellung seiner Gesundheit mehr Geld verwandt, als der freie Arbeiter für diesen Zweck ausgeben kann, und Kleidung Wohnung und Nabruna giebt man dem Sklaven auch, wenn ihn das Alter arbeitsunfähig I I gemacht hat. All dergleichen kommt bei der freien 'Arbeit nicht vor. Wenn der freie Arbeiter 'krank ist. verdient er nichts, wenn er ohne 'Arbeit ist, bekommter keinen Lohn, und im hohen Alter, wenn er nicht mehr arbe! . , .!.t.l !C . jt sCtlMAfl 9 icn rann, gievl lyin uuu, umci 5ilvus, ro sei denn ein Almosen. Und während der Zeit, da er arbeitet, verdient er kaum so viel, wie nothwendig ist, um sich und seine Familie schlecht genug zu ernähren, so daß dir hi 3tit der Arbeitslosiakeit. 4 tVVW ! v" ' " ' noch zum Ersatz für die Verluste durch 'Krankheit, noch für daS Alter Etwas zuaücklegen kann. Außerdem ist der freie Arbeiter für Nichts zu haben, während der Sklave für einen bedeutenden Preis gekaust werden mußte. Man sieht also, daß ganz abgesehen von dem Kummer und den Sorgen, welche dieser Zustand mit sich bringt, von dem geistigen Druck, welcher dadurch auf den Geist und das Gemüth des freienArbeiters hervorgebracht wird, der Sklave sich materiell bei Weitem bester stand, als stch der sreie Arbeiter steht. Die Erhaltung der Arbeitskraft, welche der südliche Pflanzer in dem Sklaven besaß, kostete weit mehr als der Ankauf der freien Arbeit. ES ist daher leicht erklärlich, daß der südliche Pflanzer durch die Abschaffung der Sklaverei keinen Schaden erlitt, ja daß ihm vielmehr ein Nutzen aus derselben erwuchs. Dem Sklaven gab erWohnung, Nahrung und Kleidung bester, als der freie Arbeiter sich dies beschaffen kann, da mit ist er aber auch fertig und braucht nicht weiter für sie zu sorgen. Zieht man außerdem in Betracht, daß die Armuth auch die politische Freiheit des Arbeiters zu einer imaginären macht, so steht man, daß in der That die Lage des freien ArbeieerS viel schlimmer ist, als Sklaverei. m i m Fritzfche und Viereck. Der ReichstagsabgeordneteFritzsche und der Kammergerichtsreferendar Viereck, welche von der sozialdemokralischen Partei in Deutschland abgeordnet wurden, um in Amerika für die Unterstützung der Partei bei den bevorstehenden Reichstagswahlen

zu wirken, haben soweit in New Pork be deutenden Erfolg gehabt. Die Masten Versammlungen, bei welchen die genannten Herren Reden hielten, waren nicht bloß dem Namen nach, sondern in der That Maffenversammlungen. Die Versammlung in Jrving Hall war von nicht wen! ger als 3500 Personen besucht. Auch der pekuniäre Erfolg war sehr befriedigend. Bon New York aus reisen die beiden Herren nach Chicago und Milwaukee und von da wieder östlich, wobei sie auch India?apolis berühren werden. Wir fühlen uns veranlaßt, der Hoffnung Raum zu geben, daß die Bemühungen der beiden Agitatoren für dieSache der Arbeiter auf fruchtbaren Boden fallen. Wie die Irland hier zu Lande allent

halben die Volksbewegung, welche sich ge genwärtig auf heimathlichem Boden ab spielt, unterstützen, so sollten dies auch die Deutschen in Amerika thun. Und sie sollten es thun, ohne Rücksicht darauf, ob ihre Ansichten mit denjenigen der Sozialde mokratie übereinstlmmen, oder nicht. Es handelt sich nicht allein um die Sache der Sozialdcmokratie, sondern auch um die Sache der Freiheit, des freien Gedankens und des freien Wortes. Denn was man auch immer von den Prinzipien der Partei halten möge eine politische Partei, welche ihre Grundsätze auf friedlichem Wege ver mittelst des allgemeinen Stimmrechts zur Geltung bringen will, hat die Berechtigung zur Existenz und zur Agitation und jeder Eingriff in dieses Recht muß den Freund derFreiheit im Innersten empören. In Deutschland ist die Sozialdemokratie jedoch rechtlos gemacht worden, man ge stattet ihr weder das Reden noch das Handeln und verfolgt sie auf alle mögliche Weise. Wir hoffen, daß wenn die Herren Fritz sche und Viereck nach Indianapolis kom men, unsere hiesigen Deutschen zeigen, daß sie gewillt sind, der Sache der Freiheit zu helfen. Ein Aufruf an die Turnvereine ist vom Vorort des Nord Amerikanischen Turnerbundes ergangen, dessen Beachtung wir auch andern freisinnigen Vereinen bestens empfehlen. Derselbe lautet : Gut Heil! Der Kampf gegen die per fönliche Freiheit ist allenthalben mit einer so großen Heftigkeit und Gehässigkeit ent brannt, daß es ein Verbrechen gegen den . r . i. . um er n i kge unoen Menchenveritanö wäre, wenn die freisinnigen Bürger unserer Republik nicht mit Muth und Entschiedenheit den finstern Elementen entgegentreten würden, welche darauf aus sind, alle bürgerliche und religiöse Freiheit zu vernich ten. Den Turnvereinen gebührt es vor allen andern, in die Vorhut zu treten und für die in unserer Platform niedergelegten Grundsätze einzustehen. Wir sordern deshalb alle Bundesvereine auf, in ihren resp. Wohnorten dafür zu sorpen, daß sich alle Freunde der persönlichen Freiheit, .ohne Rücksicht aus Stand, Geburtsort oder po litische Parteifärbung, organisiren, um den Kamps gegen die Mucker und Heuch ler mit allen Kräften aufzunehmen. Vor allen Dingen sollte darauf gesehen werden, daß die freisinnigen Anerikaner dazu ver anlaßt werden, gemeisame Sache mit uns zu machen und unserm Vorgehen dadurch den kosmopolitischen Charakter verleihen, der unentbehrlich ist. Wo olso in Euren resp. Wohnorten noch keine solche Organi sation besteht, ist e3 die Pflicht derVereine, die Initiative zu ergreifen. Auf solche Weise könnte im ganzen Umkreis der Ver. Staaten eine schlagfertige Armee auf die Beine gebracht werden, welche die Freunde bürgerlicher und religiöser Freiheit umschließt nnd allen fernen Versuchen zur Knechtung des Volkes einen Riegel vorzu schieben im Stande ist. In der Erwartung, daß Ihr diesen imfern Mahnruf nicht unbeachtet lasten und alle Euch zu Gebote stehenden Mittel zur Verwirklichung derselbe benutzen werdet, zeichnet mit Turnergruß Für den Vorort; Hugo Gollmer, Corr. Schriftführer. H. M. Starkloff. Sprecher. In Agram wurden wieder neue Erd stöße verspürt. i Spanien hat Senor Barca zum Ge sandten in Washington ernannt. . In einzelnen Distrikten der Provinz Schlesien wüthet der Hungertyphus im höchsten Grade. Sonderbar, dachten wir doch wir leben in der besten der Welten.

Der jetzige Konsul in Belfast, LewiS

Richmond von R. I.. wurde vonPrästdent Haves zum Generalkonsul in Rom er nannt. Die französische Regierung hat die Einfuhr von Schweinefleisch aus den Ver. Staaten verboten, weil solches dort für trichinös befunden wurde. Der Congreß hat $350,000 zur Er leuchtung desCapitols und der öffentlichen Gebäude in Washington mit elektrischem Lichte, bewilligt. O gäbe es doch auch ein Licht das zur Erleuchtung unserer öffent lichtn Beamten bewilligt werden könnte. : Lord William Pitt Lennox, als Sohn des vierten Herzogs von Richmond und als Sportsmann bekannt, ist in London gestorben. Er erfreute sich 82 Jahre lang des Lebens, und das könnte man gewiß nicht von allen sagen, die 82 Jahre alt wurden. Die Kirchenschulen der Katholiken in Cincinnati mußten in Folge des Purcell Bankerotts an die Stadtbehörden abge treten werden. So hat also auch dieser Schwindel noch etwas Gutes nach stch ge führt, denn 11.000 Kinder werden dadurch den Volksschulen zugeführt. Der Stadtrath von Marseilles ver dient volle Anerkennung dafür, daß er einstimmig beschlosten hat. Nichts für die Errichtung eines Standbildes des verstor denen Präsidenten Louis Adolphe Thiers zu thun, weil Thiers stch stets als Feind aller radikalen Ideen gezeigt hat. , In Neustettin, (Pommern) hat auch der Judenhaß schon Wurzel geschlagen. Während man kürzlich eine Antisemiten Versmmlung dort abhielt, brannte die bor tige Synagoge ab und man hat Grund anzunehmen, daß die Vrut, ehe ste an das edle Werk ging, das Feuer anlegte. Eine neue Dampserlinie zwischen Europa und den Ver. Staaten ist kürzlich gegründet worden. Dieselbe wurde von der köngl. niederländischen Dampfschiff' fahrtsgesellschaft errichtet und verbindet Amsterdam und New Jork. Vorläufig wird alle 14 Tage eine Fahrt gemacht werden. In Louisville hat kürzlich August Menzenheimer Selbstmord begangen, in dem er sich ganz nackt unter einen offenen Schuppen auf einBrelt legte und erfrierrn ließ. Durch solche Willensstärke wird die Ansicht derjenigen welche behaupten, daß nur Feiglinge Selbstmorde begehen. schlagend wiederlegt., Ein allgemeiner Ausstand der Spin ner und Weber in Fall River, Mast., steht abermals bevor. Die Leute können mit den Hungerlöhnen ihr Leben kaum fristen (Manche erhielten in letzter Zeit nur $15 per Monat) und die Arbeitgeber weigerten sich bis jetzt entschieden, der verlangten Lohnerhöhung 'nachzukommen. Auch ein Theil der Geschäftswelt hat es endlich für gut befunden gegen das Monopol wie es hauptsächlich von Korpo rationen ausgeübt wird, Front zu machen. . Zu diesem Zwecke hat sich in New Z)ork eine Anti-Monopol-Liga gegründet, welcher wir, da wir Monopole prinzipiell ve kämpfen, den besten Erfolg wünschen. In der französischen Deputirtenkam mer experimentirt man mit einem pianoartigen Telegrapheninstrument, welches die Verhandlungen und Reden berichten soll. Während der Redner spricht, berührt der Telegriphist die Tasten des Instruments, wodurch Zeichen auf einem Papierstrelfen entstehen. Ein Italiener Namens Mit chella ist der Erfinder des Instruments. Als kürzlich in Washington von der Polizei ein Spielhaus aufgeräumt wurde. stieß man auch aus zwei Senatoren und sechs Kongreßleute. An der Thatsache finden wir nichts Erstaunliches, nur erregt es unsere Verwunderung, daß die noblen Sünder von ihresgleichen noch nicht ein mal so viel prositirt haben,; um zu wissen. daß man daS elfte Gebot nicht übertreten darf. Der Papst ist sehr entrüstet und er hat seinem Unwillen auch Ausdruck gege ben, daß Agitator Parnell und die hervorragensten Mitglieder der Landliga, die von den katholischen Bischöfen in Irland als die einzigen Patrioten dargestellt w'urden, sich mit Henri Rochefort und andern Feinden der Kirche verbündet haben. Wir wissen den Groll des heiligen Vaters recht wohl zu würdigen.

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r- ' . . . . Linien werden prompt erfüllt. Bei Aufnahme des Census waren im Ganzen 32.000 Beamte beschäftigt. In Paris werden allerlei Versuche gemacht, um zu ermitteln, wie den Schwei nen geistige Getränke bekommen. Es ge schieht dies weil physiologisch das Schwein dem Menschen am nächsten kommt. Ein Ergebniß kennt man bis jetzt noch nicht. Die Temperenzler dürften darauf gefaßt sein, denn es wird hiermit konstatirt, ob es zweckmäßig ist, bei der Enthaltsamkeit zu verbleiben,oder mitunter ein paar hinter die Binde zu gießen. Die Behörden in Berlin haben eine bedeuteude Belohnung ausgesetzt für die Entdeckung des Brandstifters, der die Synagoge in Neustettin (Pommern) in Flammen aufgehen ließ. Ja solche Blüthen muß die Judenhetze in Deutschland erst getrieben haben, bis derRegierung das Gewissen schlägt, d. h. bis sie nicht umhin kann, zu gestehen, daß ste durch ihr Ver halten dieser schändlichen Bewegung ge genüber, dieselbe noch geschürt hat. Im englischen Oberhaus wurde der Antrag, die Gemäldegallerien am Sonn tag offenzu halten, verworfen trotzdem dies vom Publikum dringend gewünscht wird. Das ist ganz natürlich! .Die" bessere Klasse hat an andern Tagen Zeit genug stch den Kunstgenuß zu verschaffen, für die gewöhnliche '.Klasse" sollen aber derartige Bildungsmitteldurchaus nicht zugänglich gemacht werden; und deshalb muß das Gesetz den Kunstgenuß am Sonntag, für eine Sünde ansehen. Gelegentlich einer Unterredung mit Henry Rochefort hat stch Parnell ziemlich unverhohlen über den Status und Zweck der Landliga ausgesprochen. Er sagte, daß der Zweck nicht in einer offenen Re bellion zu suchen sei, sondern darin, England durch alle gesetzlichen Mittel zu zwingen, für Irland das zu thun, was Oester reich für Ungarn gethan hat eine sich selbst regierende Provinz des König reiches. Die Mumien der alten Egypter, die seit Tausenden von Jahren in den Felsenhöhlen der Katakomben der Wüste am Nil ungestört gelegen haben, werden mästen haft nach England ausgeführt, zu Staub zermahlen und als Dünger auf britischen Feldern verwendet. Und doch waren die Leute im Leben lauter Adelige und reiche Ausbeuter. Wie sollen die Leichen beider Auferstehung ihre Glieder wieder zusam menlesen? Ein Künstler Maskenball, welcher dieser Tage inMünchen abgehalten wurde. fand einen sehr tragischenAusgang. Das Costüm eines Studenten gerietb beim An zünden einer Cigarre in Brand und da der junge Mann dann voll Schrecken in eine Gruppe hineinrannte fingen auch ver schiedene andere Anzüge Feuer. Auf diese Weise sind vier Deutsche verbrannt, vier erhielten tödtliche, drei andere und ein Russe leichte Brandwunden. Das Kabel meldet aus Berlin : Graf Eulenburg, Minister des Innern, hat dem Kaiser die Resignation eingereicht, nach dem Bismarck im Herrenhause erklärt hatte. im preußischen Kabinet bestünden keine Meinungsverschiedenheiten und nachdem die Vorlage bezüglich der Provinzialver waltung in der von Eulenburg befürworteten Fassung vom Herrenhause mit 50 gegen 45 Stimmen angenommen worden war, wobei Bismarck selbst mit der Majorität stimmte. Der Kaiser sprach den Wunsch aus, Eulenburg möchte seine Resignation zurückziehen, doch besteht der Munster aus seine Abdankung.

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mnere SQUARE,) INDIANAPOLIS, IND. 1 1 1 - u I - '!' C. F. Schmidt. j Sieben der größten Nationaloanken in New Pork theilen dem Jinanzminister Shermann mit, daß ste ohne Säumen die Ausgabe von Banknoten einstellen und ihre umlaufenden Noten einlösen werden, wenn die Refundirungsbill in ihrer jetzi gen Fassung zum Gesetz wird. Die Bill bestimmt bekanntlich, daß die Banken als Deckung für die Noten die neu auSzugebenden 3prozentigen Bonds deponiren müssen. Mit drei Prozent Zinsen sind aber die Banken durchaus nicht zufrie den. In Folge deS Verbots der Einfuhr von amerikanischem Schweinefleisch in Frankreich, ist der Preis des Schweinefleisches in Chicago bedeutend gefallen. Es lagern dort über 300,000PfundSchwei nefleisch, die für Frankreich bestimmt waren. In Paris wurden aber in den letzten Tagen 70.000 Pfund Fleisch, welche aus Amerika kamen beschlagnahmt und vernichtet. Das Fleisch war trickiniöS, daher daS Verbot der französischen Regierung. Die englische Presse hat sich mit ihrem voreiligen und spöttischen Geschrei, daß die Führer der Landliga vor der Annahme der Zwangsbill im Auslande ihre theuren Häupter sichern wollen, wieder einmal blamirt. Die betreffenden Agitatoren haben eine Erklärung erlaffen, daß sie Alle, außer denen, welche die Gelder der Liga zu verwalten haben, inS Parlament und später nach Irland zurückkehren werden um daS Schicksal des Volkes zu theilen. Die Freude, den Führern der Liga etwas Schlimmes anhängen zu können, ist; also wieder einmal zu Wasser geworden. Eine Philadelphia und New Yorker Compagnie hat mit dem Staate Florida einen Vertrag abgeschlossen, wodurch ste 12.000.000 Acker Land im südlichen Drittel der Halbinsel die sogenanntenEverglades erwirkt. Sie will dieselben durch Kanäle entwässern und anbauwürdig machen, während dort außer ganz wenigen Jndia nern und Negern noch Niemand lebt, die ganze Bevölkerung aus Aligators, Moskiten und Seevögeln nebst einer reichen Auswahl gistiger oder lästiger Insekten und Lurche besteht. Das Werk könnte verdienstlich genannt werden, wüßte man nicht, daß das Großkapital nichts als Zin sen verdinen will. Wenn Arbeiter dort gesucht werden, so mögen unsere Leser das alte deutsche Sprichwort bedenken : Wenn dich böse Buben locken, folge ihnen nicht". Der Milwaukee Herold", der sich bisher gewiß noch niemals um sozialistische Bestrebungen verdient gemacht hat, befür wartet dennzch die Unterstützung der deut schen Sozialdemokratie in folgender aner kennenswerther Weise: Würden die genannten Sendboten (Fritzsche und Viereck) nach den Vereinigten Staaten kommen, um für rein sozialistische Zwecke zu sammeln, dann wäre ihr Wirkungskreis eben blos auf ihre Par tei beschränkt. Was sie in Deutschland aber wollen, Rede- und Preßfreiheit, Ver eins- nnd Heimathsrecht wer, dem eS vergönnt ist, stch der Segnungen dieses Landes zu erfreuen und die hierländischen Freiheiten zu genießen und auch zu wür digen, könnte theilnahmlos bleiben den genannten Bestrebungen gegenüber? Wie die Sache jetzt in Deutschland liegt, hat man es mit einem Kampfe um die Men schenrechte gegen beispiellose Willkür zu thun. Darum ist es zu wünschen, daß die Misssonsreise der Genannten, die ihre Liebe zur Freiheit ost genug mit schweren Kerkerstrasen gebüßt, Erfolg habe, und daß ste überall die Dollars und Sympa thien finden, die ihre Sache vom allgemeinen Standpunkt aus betrachtet ver : dient."