Indiana Tribüne, Volume 3, Number 27, Indianapolis, Marion County, 12 February 1881 — Page 4
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Indianer Tribüne.
Slldiana Hriöüne.
(Wochenblatt.) Office: (?cc (5ircle u. Meridianstr. lJm dritten Stock. jEntered as seeond-class matter ab the Postoffice at Indianapolis, Indiana. Abonnements-Preise. 3nhr 2taM durch die Post inZ Haus geliefert Per ?ahr im VoranS Vei Nummer . ..2.0' ö '?ents. Otto Sch'ssrl, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 12. Febr. 1881. Die Freunde der Arbeiter. Unsere Leser werden sich wohl noch erinnern, daß während der letzten Herbst. Campagne sowobl die Republikaner, wie die Demokraten sich als Freunde der Arieiter aussviklten. Erstere behaupteten blos der Arbeiter weqen zu Gunsten des Schuhzollcs zu sein. Letztere nannten sich in ihrer Platform geradezu Freunde der Arbeiter. In Bezug auf diese ihre Ar beiterf'eundsckast wurden nun kürzlich beide Parteien auf die Probe gestellt und sie haben dieselbe nicht bestanden. HerrCarter von hier reichte in derLegislatur eine Gesetzesvorlage ein, welche be stimmt, daß im Falle der Angestellte eines Fabrikanten oder einer Corporation in Ausübung seines Berufes Verletzungen davon tragen sollte, welche den Tod des Betreffenden herbeiführen, so soll die Wittwe oder die Hinterbliebenen des Ver storbenen zu Schadenersatz berechtigt sein, wenn die Verletzungen durch Fehler in den Wegen. Maschinerirn oder Werkzeugen herbeigeführt wurden, welche ohne die Nachlässigkeit des Arbeitgebers oder Auf. sehers hätten entdeckt werden müssen, oder wenn die Verletzung dadurch herbeigeführt wurde, daß der Arbeiter den von seinem Vorgesetzten erhaltenen Weisungen nach kam, oder wenn die Nachlässigkeit eine Aufsehers, ode? Signalgebers an der Ver letzung Schuld trägt. Dieses Gesetz ist von großer Wichtigkeit, zum Schutze des Arbeiters, denn nach den bisher giltigen Rechtsanschauungen über nimmt der Arbeiter das Risiko der Sicher heit der Maschinerien, und der Arbeitgeber ist nicht haftbar für die Schäden, welche den einen Arbeiter durch die Schuld des andern zugefügt nerden. Als nun diese Vorlage in der Legislatur zur Besprechung kam, wo waren die Freunde der Arbeiter ? Bei den Republi kanern, oder bei den Demokraten? Weder bei diesen noch jenen. Beide fürchteten durch Annahme der Bill die Jnteresien des Capitals tu schädigen. Kaum daß es Herrn Carter gelang, die Annahme des Antrags auf Zurücklegung für unbestimmte Zeit, d. h. sür immer zu verhindern. Die Bill hat nicht die geringste Aussicht auf Annahme, und R publikaner, wie Demo kraten erklärten sich einmüthig dagegen. Die Arbeiter Zollten doch endlich einmal einsehen, daß alle Arbciterfreundschaft der alten Parteien blos in lügenhasten Ver sicherungen bestehen. Daran kann man sie erkennen. Am Dienstag kam in der Legislatur die Vorlage zur Einführung des Schulzwanges zur Besprechung. Die Vorlage ist darauf berechnet, einen mindestens zwölfe Wöchentlichen Schulbesuü im Jahre zu erzwingen. Der Verlaus der Debatte hat gezeigt, daß die Maßregel wahrscheinlich nicht, zumGesetze werden wird. Die große Partei, welche sich vor vier Jahren als Reformvartei ausspielte, opponirt dem Gesetze auf's Heftigste. Mit einemWorte, die Republikaner befürworten das Gesetz, die Demokraten bekämpfen es. Und ganz dem Geiste der Parteien entsprechend, vertheidigt auch das .Journal" die Vorlage und der .Sentinel" opponirt aus's Heftigste. Wir haben von den Demokraten nie etwas Anderes erwartet. Sie haben noch von jeher jeder vernünftigen Maßre"gel opponirt und brauchen wir um dies zu beweisen bloß an die Verfassungs'Amende ments zu erinnern. V0.1 ihrem Standpunkte aus haben sie freilich recht. Denn der demokratischen Partei kann Intelligenz und Volksaufklärung nur schädlich werden. In demselben Maße, wie die Bildung zunimmt, muß die Stärke der demokratischen Partei abnehmen, also würde Schulzwang den Untergang der Partei beschleunigen. Es
ist eben der Selbsterhaltungstrieb, welcher die Demokraten zu Feinden des SchulZwanges macht. m i Q" .Der irische Agitator Parnell bandet sich gegenwärtig in Paris. Den Ausschncidcreien der Zeitungen nach zu schließen müßte man mit derlsarah Bernhardt zahllose Diamant:, die so groß wie reise Apfelsinen sind, ZU sehen bekommen.
Morgen Nachmittag findet in New ork eine große Massenversammlung statt, bei wacher Gelegenheit der Neichtagsabgeordnete Fntzsche und Gen. L. Viereck sprechen werdcn. Nicht weniger als 700.000 Frauen sind in Frankreich mit der Fabricirung von Rohseide beschäftigt. Ist das auch eine Sphäre sür Frauen nach dem Geschmacke der Antifrauenrcchtler? Eine Methodistenkirche in Chazy, N. P., ist dieser Tage vollständig abgebrannt. Wenn an diese Stelle eine Bildungsan stalt errichtet werden würde, könnten wir uns über den Vorfall freuen. In Paris ist dieser Tage wieder ein Wochenblatt, welches für Frauenrechte eintritt, gegründ-t worden. Die wahren Vertheidiger dieser großen Sache sind aber leider immer noch nicht zahlreich genug. Die Russen scheinen die Jrländer in der Kunst des Schießens sür geschickter zu halten, als sich selbst. Es hat sich unter ihnen eine Liga gebildet, welche den Jrländern empfiehlt, die Landlords zu er schießen. Das Leipziger Spital beherbergt gegenwärtig 91 am Hungertyphus erkrankte slavonischtMausfallenhändler. Wir dachten schon die Leute seien an das Hungern so sehr gewöhnt, daß es ihnen gar nichts mehr schadet. Durch die Entgegennahme der Elektoralstimmen der verschiedenen Staaten im Senat und Repräsentantenhaus wurde Garfields und Arthur's Erwählung zum resp. Präsidenten und VicePräsidenten offiziell bestätigt. In Forestville, Conn., ist eine Lampensabrik abgebrannt und sind dadurch 300Arbeiter brodlos geworden. In einem Staatswesen nach unserem Sinne, dürf ten durch einen solchen Verlust nicht die Unschuldigen zu leiden haben. Der deutsche Kaiser hat den Sultan mit derVelsicherung beruhigt, daßDeutschland Alles thun wird, um einen Krieg zu verhüten. Wir wiffen was man von solchen Ver siä.erungen zu halten hat. Im Militargefängniffe von Leavenworth, Kansas, sollen im ätzten FiscaZjahr 25.225 Paar Stiefel und 31,220 Paar Schuhe verfertigt worden sein. Fürchterlich wenn man erwägt wie viele ehrliche Schuhmacher vielleicht deshalb hungern müffen. Die Fortschrittler wollen demnäch.t j Berlin sechs große Volksversammlungen gegen die Antisemitenbewegung abhalten. Auch das kann die Leute nicht retten. DieFortschrittler werden, ganz einerlei, ob judcnfreundlich oder juderfeindlich bei der nächsten Reichstagswahl Haue bekommen. In Pennsylvanien wird der Bundes senator mit schweren Wehen geboren. Dic Staatsweisen haben nun bald schon ein viertel hundert Mal abgestimmt aber dir Parteien zeigen wunderbarerweise einr eiserne Conscquenz, denn keine will nach geben. Die Geduld des Volkes ist aber auch schrecklich groß. Die französische Deputirtenkammer hat die Vorlage zur Abschaffung gewisser Beschränkungen der Preßsreiheit in zweiter Lesung angenommen. Damit werden die Beleidigungen gegen Re gierungsbeamte in Zukunft viel milder bestraft und das Deponiren vonSicherheits geldern seitens der Herausgeber wird ganz unnöthig. Bismarck ließ kürzlich gelegentlich einer Abendunterhaltung verlauten, daß. er die Sozialdemokraten eigentlich ernstlich bekämpfen muß und damit demnächst den Anfang machen wird. Was wird der liberale Kanzler beginnen? Vielleicht die ganzeGesellschaft abmurksen? Das müßte in der That den Mann noch berühmt machen.
vchon wieder meldet das Kabel eine furchtbare Explosion, diesmal au? dem Whitefield Bergtverk bei Chell, Stafford sbire. England. 17 Bergleute wurden dabei getödet. Die armen Hirtecl liebenen werben c noch nie so tief begriffen haben, welch ein Risiko mit dem Berufe der armen Verunglückten verbunden war. Frau I. M. Kellogg von Emporia. KansiZs, ist zum Praktiziren als Sachwal' ter vor dem Obergericht des Staates zu gelassen worden die erste Frau im Staate, welche dieses Recht erlangt hat. Wenn aber die Frauen nicht aushören, die ihnen gebührenden Rechte energisch zu fordern, so können die Erfolge nicht aus. bleiben. . Prof. Haygrod von Georgia kommt abermals mit der Versicherung heraus, daß in diesem Staate die Neger ihre Lage verbessern. In den letzten vier Jahren sind 1.100 000Äcker mehr demAnbau unterworsen und in Stücken von 20-25 Acker von Negern angekauft worden, was etwa33000 Farulien zur Selbständigkeit erhoben hat. Der Ertrag dieser Accker wird zufriedenstellend genannt. Jntereffant ist die Art und Weise, wie bei einem der Stämme der Ute Indianer der Census aufgenommen wird. Jeder der Aufnehmer lauter Indianer malt auf ein S:ück Papier soviel Kreise, als Niederlaffungen sind, und in jeden Kreis so viel Figuren von Männern, Weibern und Kindern, als er darin vorfindet. Der Häuptling schickt dann sovielW:idenruthen von verschiedener Lange und Gestalt, als Personen und Alter find, a.i das Cenws Bureau. Das deutsche Schiff Bremen" welches am 30. Januar mit einerLadungSalz und leeren Fässern von Bremen nach Baltimore absegelte ist unterwegs zu Grunde gegangen. Von der Manschaft fanden 13 den Tod. während sieben gerettet wurden. Ein ähnliches Schicksal hat der Dampfer Bo hemian, der sich aus der Fahrt von Boston nach Liverpo! befand, erfahren. Er ist auf der Duulough Bay auf den Strand ge fahren und zerschellt. Von der Mannschast welche aus 54 Personen bestand, sind 33 ertrunken. Die Ladung des Dampfers bestand auS.Vieh, Baummolle und Proviant. Das sind Gefahren der See, die indeß nachgewiesenermaßen bedeutend verringert werden könnten, wenn in jedem Falle mit der erforderlichen Vorficht vorangegangen werden würde. Bevorstehende Unterhaltungen. Die Faschingszeit mit ihren lustigen Scherzen und fröhlichen Späffen gewinnt mit jedem Jahre größere Bedeutung, d. h. sie wird von Denen, die ihr gerne huldigen, immer mehr berücksichtigt. Und daö ist auch recht, das Leben hat so viele ernste Stunden, warum soll man nicht wenigstens einmal im Jahre all die Sorgen unc Mühen, die gar oft einen lauteren Genuß nicht aufkommen lassen, vergessen und auö dem alltäglichen Einerlei heraustreten um sich für ein paar Stunden in den Reihen fröhlicher Masken zu bewegen. Eine vortreffliche Gelegenheit wird un dazu am nächsten Freitag geboten, wo dei Männerchor einen Maskenball im ParkTheater verunstaltet. Dieser Vereir steht mit Recht in dem beneidenswerther Ruse, daß ihm Alles, was er auch beginnt. glänzend gelingt und wir hegen nichden geringsten Zweifel, daß das auch bei dieserGelegenheit zutreffen wird. Werders doch schon seit Wochen die großartigster. Vorbereitungen getroffen, um die Affaire zu der gelungensten, der man je hier beiwohnte, zu machen. Wir hoffen, daß der Besuch des BalleS ein recht grotzer sein wird, darin wird dann das, die NarrenPosten inscenirende Comite die größte Anerkennung finden. ... Der Verkauf der Billete hat gestern in Cameron's Musikalienhandlung begonnen und wir hoffen, daß dieselben großen Absatz finden. Die dann zunächstsolgendenMaskenbälls finden am darauffolgenden Montag statt. Der Schwabenverein und die Harmonie werden zu gleicher Zeit dem Prinz Carne. val ihre Huldigungen darbringen, und da man von beiden Vereinen weiß, daß sie stets etwas Vorzügliches zu Stande bringen, so thut einem fast die Wahl web, welchen der beiden Bälle, man den Vorzug geben soll. Wir geben daher unsern Lesern der Rath, ein paar Stunden in der HarmonieHalle und ein paar Stunden in de, Mozart.Halle zu verbringen, denn dir
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C. F.
u tf ger(SCHMIDT'S ZSk berühmteste und besteinaerichtetste und "Iuvisrorating Malt-Extract
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vorzüglich anerkannt. Aufträge zum Verschiffen von Lagerbier auf allen Eisenbahn
Linien werden prompt erfüllt. tolle Carnavalszeit ist schnell vorüber und man lebt ja nur einmal in der Welt. Deshalb darf man die Genüsse, welche sich bieten, nicht unbenützt vorüber gehen lasten. In der Geschästsversammlung der hiestgen Sektion der Sozialisten gelangte am letzten Sonntag ein Schreiben, unterzeichnet von den sozial - demokratischen Mitgliedern des deutschen Reichstags I. Auer, N. Bebel, W. Hasenclcver, Max I Kayser, W. Liebknecht, I. Vahlteich und PH. Wiemer zur Verlesung, worin mitge theilt wurde, daß laut Beschluß des Wydener Congresses die Herren Reichstagsab geordneter Fntzsche und Kammergerichlsreferendar A. D. Viereck die Ver. Staaten im Interesse der deutschen Eozialdemokratie bereisen werden. Zugleich wurde die hiesige Sektion ersucht, nach Nen? Pork Mittheilung gelangen zu lasten, was sie zum Empfange der beiden Herren in hie siger Stadt zu thun bereit sei. Daö Schreiben wurde einem Sp zial comite zur Berichterstattung am nächsten Sonntag überwiesen. Am Schluste des Schreibens heißt es, daß die Unterschrist des Neichstagsabgcordneten Hartmann deshalb fehle, weil derselbe aus Hamburg ausgewiesen sei, und man . zur Zeit seinen Aufenthaltsort nicht kenne, daß Liebknecht zur Zeit im Gesängnisse weile, aber Jemanden beauftragt habe, seinen Namen zu unterschreiben. In derselben Sitzung wurde beschaffen, außer den kürzlich gesandten $10 noch wei tere $15 nach New York zum Besten der von Deutschland ausgewiesenen SozialDemokraten zu schicken. Auch wurde beschlossen, eine englische und eine deutsche Ausgabe des Werkes Fortschritt und Armuth" von George anzuschaffen. Frau Bernauer hat sich am Samstag vermittelst eines Revolverschusses das Leben genommen. Der Coroner hielt einen Jnquest ab und sein Verdikt laufet, daß die Frau die That im Wahnstnn begangen habe. Durch die Zeugenaussagen wmde auch festgestellt, daß Frau Bernauer schon früher einmal alle Vorbereitungen getroffen hatte um sich das Leben zu neh men, aber noch rechtzeitig daran verhindert wurde. Nachdem der Coroner sein Verdikt abgegeben halte stellten stch indeß noch folgende Thatsachen heraus, die geeignet stnd, etwas Licht auf die geheimnißvolle Affaire zu werfen. Der Gatte der Selbstmörderin, Joseph Bernauer, hat nämlich früher, als er noch nicht verheirathet war, in einem sehr intimen Verhältnisse mit einem Mädchen, Namens Rosa Hudson, gestanden. Dos Liebesverhältniß blieb nicht ohne Folgen und Rosa Hudson war damals gezwungen eine Vaterschastsklage gegen Joseph Bernauer anhängig zu machen. Der Verführer des jungen Mädchens verbrachte damals einige Wochen im Gesängniß und wurde schließlich zur Bezahlung von $600 Alimente verurtheilt. Er bezahlte das Geld in monatlichen Raten und heirathete mittlerweile Frl. Day. Seine Frau hatte keine Ahnung von den früheren Beziehungen ihres Mannes zu jenem Mädchen und wurde erst von der ganzenSachlage unterrichtet als kürzlich ihr Mann versäumte seinen Verpflichtungen nachzukommen und datier gezwungen war, das Kind in sein Haus zu nehmen. Für Frau Bernauer war das ein so schrecklicher Schlag, daß sie sich nicht darüber wegsetzen konnte und von der Zeit an schwermüthig war. Selbst der Tod ihrer früheren Rivalin, und der trat vor einigen Wochen ein, vermochte das Mißtrauen gegen ihren Mann nicht zu erschüttern, und sie beging daher den schon lange ge planten Selbstmord.
SCHMIDTS
mmre i SQUARE,) INDIANAPOLIS, IND. Brauerei ?m Staate. Mein Lagerbier Bottle Leer" ist vor allem anderen aU C. F. Schmidt. rS Vor Richter Hollman gelangte am Donnerstag der Scheidungsprozeß zwischeu Catherina Stein und Friedrich Stein zur Verhandlung. Friedrich Stein ist der in der ganzen Stadt wohlbekannte Squire Stein. Der Fall ist so eigenthümlich gelegen, daß wir uns veranlaßt fühlen, einige der Einzelheiten, welche stch bei der Verhandlung herausstellten, wiederzugcben, um so mehr da der Fall all zunachgiebigcn Ehemännern als Warnung dienen mag, daß es nicht gerathen ist, unter den hierzulande bestehenden Gesetzen, die ganzen Ersparnisse einer Lebenszeit der Frau zu geben. Die Verhandlungen ergaben, daß schon im Jahre 1864 Herr Stein eine Farm für $1400 kaufte, noch über $1000 sür Bauten welche auf derselben errichtet wurden, ver ausgabte und dann, weil ihm seine Frau ungefähr $700 älterliches Vermögen zugebracht hatte, das ganze Eigenthum seiner Frau überschrieb. Im Jahre 1871 kaufte Herr Stein ein Grundstück in der Stadt für $2200, zahlte daran $1000 Baar und $1200 in Abschlagszahlungen und überschrieb auch dieses seiner Frau. Herr Stein hatte bis zum Jahr 1877 eine Stelle als Superintendent für die Verbesserung: am Wabash River, verdiente Geld und sparte 11800, welche ebenfalls die Frau bekam. Um diese Zeit bekam Herr Stein ch arischen Rheumatismus und mußte seine Stelle ausgeben. Er sagte bei dem Prozeste aus, daß ihn seine Iran während seiner Krankheit hartherug behandelt habe, und er ging nach einigen Monaten nach Florida, um in einem wärmeren Klima seine Gesundheit wiederherzustellen? Von den ersparten $1800 hatte ihm die Frau die Herausgabe auch nur eines Theiles zur Eiablirung eines Geschäftes stets vern eigcrt. Bis dahin scheint kein nennen?werther Zwist zwischen den Gatten vorgefallen zu sein. Erst alö Herr Stein drei Monate daraus von Florida zurückkam, und keinen Verdienst fand, da trat ein vollständiges Zcrwürfniß ein, daö schließlich zu einer Klage auf Scheidung führte. Herr Stein ist jetzt gAnzlich ohne Mittel, während seine Frau im Besttze all seiner Ersparniste ist. Vor Kurzem trat er sogar gegen dcs Versprechen der Zahlung von $600 das Recht auf all sein HauSgeräthe an feine Frau ab, aber von den $600 er hielt er biofe $400. Das sind im Wesentlichen die Ergebniste der Verhandlungen, mit Ausnahme der Streitigkeiten, welche zu harten Worten zwischen den Gatten und schließlich zur Trennung führten. Eine Entscheidung hat Richter Hollman noch nicht abgegeben. Die Scheidung wird jedenfalls erfolgen, über es handelt sich außerdem um die Erledigung schwieriaer Rechtsfragen in Betreff der Eigen thumZverhältniste und der Controlle über die minderjährigen Kinder. Der Richter beauftragte die Anwälte deshalb ihm schriftliche Argumente vorzulegen. Frau Stein ist durch die Advokaten Rand und Taylor, Herr Stein durch die Advokaten Rappaport und Richter Lamb vertreten. Frau Emma Groff reichte eine Klage auf Scheidung von ihrem Manne Henry Grafs ein. Es find kaum vier Monate her, daß dieBeiden stch verheirateten, und es müssen wichtige Gründe vorhan den sein, welche die junge Frau veranlasscn, schon jetzt von ihrem Gatten sich scheiden zu lasten. In der Klageschrist heißt es, daß mit Ausnahme der ersten vier Wochen der Ehe Herr Groff seine Frau nicht ernährte und diese auf die Unterstützung ihrer Mutter angemiesen war, daß er stch häufig betrank, seine Frau grausam und lieblos behandelte, eine herzlose und insolente Sprache gegen ste sührte u. s. w. John Sage wurde wegen Langfingerei verhastet; Sarah Franklin wurde am Mittwoch von Henry Franklin geschieden.
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