Indiana Tribüne, Volume 3, Number 26, Indianapolis, Marion County, 5 February 1881 — Page 6
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v Criminal'Novellevon Wilhelm Mundt. (Fortsetzung.) " ' Du 'sterben?! Nein ich will,, daß Du lebst - es ist mein einziger Wunsch," sagte Gras Tnmörel,' errölhend über, die Lüge, die eraussprach5 Ja, ich bin ein Elender, ein verabscheuungswürdiger Verbrecher ich werde Dich liehen, mich demüthigen, ich will Dir aus meinen ien. dienen dienen wie ein Knecht zehn Jahre, zwanzig Jahre, dann wirst Du mir verzeihen Gr.ade, Gnade!" Die Augen Sauvestrys schössen Blitze der Zorn erstickte leine Stimme. Gnade?" schrie, er. Verzeihung! Hast Du auch Gnade gegen mich gezeigt Mitleid mit mir gehabt, vierzehn Tage lang da Du in meine Arznei Gist.mi schest! "Gnade bist Du nicht recht mehr bei Sinnen? Weshalb glaubst Du, wohl daß.ich geschwiegen habe, obwohl jchDeine Schurkerei entdeckte, daö ich mich ruhig habe.vergisten lassen, daß ich Sorge trug, den'B.ttdach? .der Aerzte abzulenken ?' Soll ich AlleS gethan'haben,umDir auch schließ lich meinen Segen zu; geben . und meiner Thorheit die Krone auszusetzen V 'Tremorel schluchzte er wollte seinem Oheim, die. Hand reichen dieser wies 'ihn - ; -'--' - . - i rauh zurück. , Genug.mit Deiner Heuchele Deinen Lügen," -sagteer heslsg 'ich habe es satt ! Ja, ich hasse Dich jctzt Du bist ja im höchsten Grade -: hassenswürdig !" Die Zuge Sauvestry's nahmen einen erschre rkenden Ausdruck an. I 1 - - - , - . , '' ; Schon einige Zeit," fuhr er fort, weiß ich Alles ich sagte es vorhin .Freilich C - L ni V . - Oft V yf . i yegie iaj nur -ueroacyl jöoio gaue iaj Gewißheit unumstößliche Gewißheit untrügliche Beweise Ehalte ich bald in Händen vielleichnschlANUmstößlich vor Gerichts aber dennoch' sonnenklar Mit jenem Augenblicke.,war .ich " gebrochen -- ein solches Leiden vermag keine Kunst der Ae,rzte-zu' heilen Nur ein Gesühl, ein Gedanke beherrschte mick von da ab das Gesühl der Rae n'em? nicht Rache, der Strafe für, ein 'solches Verbrechen, Ich trachtete darnach, eine ! Strafe zu'sindcn, die dem Verschulden "angemessen wäre .lange wollte eSMir nicht gelingen', so sehr ich mich auch abmühte " ; - ; . Die Angst deS Grasen wurde mit jedem Augenbjicke.immer größer und zitternd stand er da, in.der höchsten'Epannung. Es ist mlr endlich -Mungfn," fuhr Sauvestry fort,eine Strafe zu finden vielleicht erscheint sie Dir schrecklich unerträglich, und doch wirst Du Ursache haben mir zu danken, daß ich Dich nicht vollständig ruinireu-vill, ja, daß ich Dich rette zu derselben Zeit, . wiich Dich strafen werde." - - - . -7 ' i ' . Sauvestry sammelte seine letzten Kräste, er richtete sich hoch empor und begann mit der Wärme und dem Tone eines Richters, der ein Urtheil spricht : ; . , Höre, Graf Hector de Tremorel, die Worte, die. ich in dieser feierlichen Stunde ich sühleda mir nur nochwenize Augenbttcke sind ' zu Dir" spreche, und - präge sie fest' und ,unauslöschlichDeinem ebächlnlpl Fluch 'zu"a1nVDu ' denkjtjedensallS an die Abschrift' des. TeilarienteS. da Du in Händen, gehabt hast es ist jetzt- eine werthlose! flbschrist;- wenn ich ' derselben einen. bedeut ngslosen -Zusatz -gegeben abe,jo'geschah dieS,' weil )ch jede Tpur von Mißtrauen vow Dir::vtrbannem und Dich' in' völlige m Sicherheit? einwiegen wollte .Melrt wahres Testamentde merle nMl : mein, wahres! alltiges Te ftttmlnk ytiihpR Qfttr sm'tinUhriU wrken Ituuniii muu(i d wird t'r5gt ein"üm zwei -Tage' späteres , i- i - 3 ili .,; Datum. - : - , Jch.rönnteLDicceintturze-.JnhaltSan. gäbe daraus machen- ich halte es nicht : für nöthig 'Du hostyflifliöuo ich.wuroi ' Dir'einen großen Theil. neinesVtt zukommen lassen Deine Vermuthungen - waren eine Zeitlang richtig," jetzt sind sie es nicht mehr Mein Vermögen fällt meiner geliebten Bertha zu Du "wirst eine kleine Leibrente jedes Jahr bei 1 (QamaiiIam j Ä y y tX l . m( it Cincui uuquui uuay(uu ciuticu, uic Dich frei von 'Sorgen macht- Eine Be dingung ist freilich dabei gesetzt, daß Du nämlich einen anderen Lebenswandel führest. Eine, rechtschaffene Person wird Dich überwachen und für den Fall, daß Duderen Erwartungen in Zukunst nicht entsprechen sollst, wird der Banquier sofort Ordre erhalten, um einen entsprechenden Betrag die Rente zu kürzen vielleicht
denkst Du 'zu fliehen. von"hier, weit weg auch diesen Fall habe 'ich vorgesehen Höre also!' Von dem- Augenblicke an, wo ich de5 GisteS sicher" war 'habe"lch die Geschichte, oder vielmehr ' ein t Tagebuch meiner Äergist'un'g züschreiben be Stunde. um.'Stünde, Tag um Tag steht genau . darin verzeichnet .Noch, mehr; ich habe Gift aufbewahrt, welches Du mir gegeben"hast V7. ', .
' t; Graf Tremorel ' schien , zu. zweifeln. ! C . .... -tt-i H I a f V-U 0J1.:C.T (liniml sauoeitty zijauirvcn oui ui Geiichte zu lesen. -iEs'lst'söwle'ich sageund'Zch-wlllDir sogar verrathen, auf welche Weise.' So oft Du mir einen verdächtlgenTrank gabst, habe ich-einen Schluck davon im Munde behalten und sorgfältig in meine Flasche ansgespuckilwelcheiMter meinem Kops' r-1 V ' -: " ? S ' ' hiU' ttl Pfuhl verborgen war. .. Du sragst Dich jedenfalls erstaunt,. wie ich allediese. Dinge habe thun 'können, ohne daß Du es bemerktest ich. halte' es nicht für nöthig, wUlläufig darüber. ' zu sprechen. Du.'-Meißt,! der.Haß ist erftndei 4. VW "'WWTO.'itf-. ... -1-7 ' , ' i X ' . Genug also' heute.'diesen Morgen ist die Flasche mit.,ihr;m JnhaltZejnem.zuvfrlä sigen, 7.üewisienhasten Mann übergeben worden beruhige Dich, er kennt 'ihren Inhalt nicht. " Es würde Dir nicht gelingen, seinen Namen zu erfahren.'. (, .,-- Tlii hiirst in hr ?ih AlnRfS wm l V V M V wr - 'ii wohnen bleibendam't Du Tag und Nacht an da? Unrecht denkest, welchrs DuDemem Oheim zugesügt hast zehn Jahre, lang sollst Du Deine.That' immer vor Augen . M - A. tff a M t ballen, tret unv vom in einem omanarn te sein ,:r. r "Mit großer Anstrengung setzte Sauve stry hinzu :" An tam Tage aber, wo Du M ' - v . , vr - . ver)ucyen loutep) svorsvrviauf zener zu fliehen man riird bic5 'annehmen. sobald Du länger alS. acht Tage Dich entfernen solltest 'wlrd 'Jemand "dcr Dlch zu überwachen beauftragt lst, ohne den GrunddieserUeberwachung zu ken. nen, am neunten Tage den Mann benach' rlchtisenTirdieFlasche inGewahrsain hat. Dann'Aiird dieser) Mann sogleich diese Flasche dem Skaatsprocuratorüber' geben und ' die ' Geschichte meiner Vergistüng beisugen -'er weiß, wo si' verborgen liegt Du darfst es auch wissen,' sie liegt im, Schlosse .selbst verborgen aber jede Mühe,. sie zu finden, würde vergeblich sein es ist geradezu ' möglich', Vund'' magst Du das Schloß von oben bis unten um ' - '' ';-i;T Ct.:' kehren. , .. ., . : , . Bedenke alsowohl, ist diese Flasche nebst Schriftstückeneinmal der Behörde übergeben so gedeutet ' dies für , Dich den Bagno, -wenn nicht das 'Schaffs t.. ' ' Starr sah Tremorel. seinen Oheim an : j vV viAW Ul rr' er wußte ylcht, ,wlelhm geschah. Er wollte' sp rechen, sich verth eidigen um V er -zeihun g und (5$ nade bitten . er dermo chte es nicht," die Worte' erstarben' ihm aus der 's'-' ,i-4't Z i'f lU'..ti Lunge. ....... .,f :;..;;4 . , 4. ' Saüvestry hätte. sich .ein wenig erholt der kalte Schweiß' stand ihm . vorder Stirn schon begattn er zuröcheln.' r.i j Noch einmal raffte er. alleseine Krast zusammen. titf y'xUfi -4 1 n. Noa einS, I stammelte er rnit j Mühe, .Du hast einmal eine Zettel erhalten von Jemand' den .ich rzwar nicht kenn.e ie denfall5 ist er ein Schurke,-, vielleicht der größte. Schurke.:: (.Diesen:Zettel habe ich ebenfalls in. meinen Händen -gehabt l jetzt ist',er:m!. sicherem ..Gewahrsam er wird.'Ielnst vielleicht eine schwere Anklqge gegen Dich bildea.'N Suche nicht ihn;ufi zufinden eS wlrd Dir nicht gelinge, n 'ES ar unterdeß '.nahezu rzwei -Uhr ge orhen.-1o5 v;wYl Cmi r Plötzlich färbten sich die Wangew,Su vestry'Z inngevohnter Weise, eiN',mäch tiger . Fieberschauers schüttelte ihn., n Er richtete sich in die. Höhe.' streckte . den mageren Arm hervorund öffnete, denMund als wenn er noch jeiwafi Hütten sagen, wol len? tXvc: i??k Ti ,3;;; l . Er konnte eö nicht mehr. 'i r.nu ;;io::cr I Statt dessen reicht er s:inem,Neffen die Hand,i .der sie in: Thränen drückte .plötz lich zog Sauvestry sie zurücke eine. letzti Eonvulsion warf ihn aus das Kissen zurück noch einmal seuszte er tief auf ' l Element Sauvestry war todt. , , ' 5 f;'":'- ' XIII. ! Ein Jahr war nach dem Hinscheiden Sauvestry's dahingeflossen. Als man die Leiche seines Oheims der Erde übergeben hatte, war Graf Tremorel wie ein Träumender aus'Z Schloß zurück gekehrt war eS doch auch in . mancher Hinsicht ein Traum, aus dem die letzten Worte SauvestryS ihn herausgerissen hatten.
Wie ein Träumender'wandelte der Graf die" erste' 'Zeit ''-''nach dem ' Tode' seines
OheimS dahin, . In sich gekehrt in tiefe Gedanke 'versunkcü ''und immer 'noch fragte sich' ob er denn wache oder' träume. Hatten ' die Schreckensgesialten die Sauvestry ihm vorgesührt hatte, wirk llch Fleisch und Blut, oder war daö Ganze .' . tL'-!.V I.' n.. , . . 1 nur eine grobulttgr, lunnllcy angelegte Täuschung, womit er ihk nur abschrecken wollte? ; -n '.Das konnte er unmöglich annehmen, denn sein Oheim war ein vielzu ernster Mann dazu, um solches Spielereien zu beginnen Zudem erinnerte er sich länq'sam,' wie eS durchaus nicht zu'den'unmöglicheü Dingen gehörte, daß sein Oheim den 'gan-' zenruchlosen Plan habe' eatdecken können. Vergebens zerbrach er sich' zwär. den Köpf mit dem Bemühen dle".'nihee'ÄVt'',und Weise 'zü' entdecken wie sein Oheim'dem Ganzen eigentlich aus die Zpur gekommen seinMte, . ' j;;7' ;' ' Zwar wußte er weiter hl, daß Sauveslrh. im Besitze' des Zettels gewesen war Mer wie ' war er ' in dessen Besitz a f.' 1 ' ' ' ! " " I ' , '. . . " langt?. " '.; .;.;; - Hatte doch der Diener ihm wiederholt gesajt''eha'tte ihn spättt nochmals W fragt daß Niemand während' seiner AbWesenheit in seinem Zimmer gewesen sei - e5 konnte -sich sreilich auch Jemand ohne Vorwissen irgend eines DienerS ' hinein geschlichen haben daß. Sauvestry selbst dieses gewesen sei,' ahnte er natürlicher WeiZelcht. ' ;(; j ; Genug, Sauvestry hatte ihm gesagt d'aß er im Besitze des Zettels (ei und thatsächlich fand er ' ihn nicht mehr, an der Stelle in je i n e rn c kr c t ä 0 e r ihn so sorgfältig verborgen 'gehälten hatte. : ' V 5 . . Indeß waren diesAlleS lür ihn einstwei. len.nür nebensächlich!' Dinge. . Saveftry hatte ihn mit eisernen Klammern umfanenIa'nach seinim Tode : hieir tr jhn ?och gefangen er war thatsächlich 'in einem Gefängnisse .obwohl. ihn Niemand eingekerkert hatte. . , :; :;,2Bohl..iinf Dutzend' Ml stand' er trn Begrisf,die Flucht zu .ergreifen .aoer jedes Mal auch glaubte er die schrecklichen Wort(Sauvegruis' fot" zu hören und' er wußte nur allzu gut", daß sein Oheim.in.der Regel keinen Spaß verstand und der Mann war,. .seine Dro hungen, dies Mas freillch nicht selbst, so, dern durch andere ihm ergebene Personen! ' , ' ' ! t , ' , . '( ? ( rj ' T wahr zu machen. ' ' . ;f ;;t 1 Uebrigens lebte eS si ch mit der ihm auS geworfenen , Leibrente, ' die nicht gerade a'llzu'kärgtich bemessen war, noch'e'instwei' len ganz gut und er konnte alle seine Her zenSwünsche' sssernsie. nicht ällzu weit gingensehr wohl befriedigen. r''; Konnte er auch 1 lefeil. tiicib t" tnclftr. tbi . fc üher aus großem Füße lebend und Hußte er allerdings' verglichen mit seiner. frühe ren L'eben'SweiseIetzt , einige' Ein schränkungen ' auferlegen,"' so, sügte er sich dpchlangsäm'in das Unvermeidttche, so 6art eS ibm auck 'änfanaS däuckte :l " VifI J "j . ".i.'lrl pMt:.)x . , Ueberhaupt war ermge .Zert nach; dem Tode.seineS OheimS mit ton Aenderung eingetreten, er.war nicht mehr der frühere Bonivänt- freilich nlcht ganz aus, freien Stücken aber immerhin hat' tenIdieHrecllichen feire 1 0 11 i ff cr -1 tc . 20 0 r te f e in ä ft c r b e n b 5 n 4 O c i r?t f f t n ist f n . ui fl ii aus ihn . ausgeübt, seine überlyrudelnde Lebenttustetwas" gedämpssMd tOin r t d& t i ßV c l c i f e 3 u 6 f i n gc n.b cfl 0 n n c n . , OHwohlereSM mochte,! io fand, er sich dochso zu sagen glücklich in der Einsamkeit: Jagd .und Fischerei, ländliche-Ausfliitt'.undIehnli. cheS boten ihm .Genüsse, pie jhm bis dahin fast sSnzlichunhekann:taren:Unh die er allmälig :seinen?kriihtten Venügungen vorzuziehen begann.Jl) itt Mi ö-u 31?", ; Und doch quälte ihn' ein Gedänke-for während mit einem Ungestüm, 'über. dÄS er vergebens Herr' zu werdensüchke dlr Gedanke -a'n''jene furchtbare ' Waffe,?die sein Oheim ' den Unbekannten Mgen : ihn die'Hände gab und'. die 'fortwährend r wie ein Damoklesschwert übe, seinem Haupte hing..' SeineFeffeln waren iwar goldene Fesselnl aber Fesseln' waren 'es immerhin und gern hätte er.'AlleS hingegeben,' um jenes Schriftstück, das die Geschichte seiner verbrecherischen That enthielt und daS für ihn so verhängnißvoll werden konnte, in seinen Besitz zu bekommen. So lange jenes Schriftstück in fremdin ' Händen sich befand, konnte er nicht frel ausathmen deshalb versuchte er Alle, um' in den Besitz desselben zu gelangen vergebens. Wußte er doch nicht einmal, wem Sauve stry dre fatale Flasche übergeben hatte und wer Kenntniß von der Stelle im Schlosse
hatte, ''welcher . das Schriftstück sich be
fand..'.- i .j: ' , ". 13 5 Und wenn er den . Unbekannten gekannt hättet so. war,7-das mußte er sich nach den Andeutungen seines Oheims sagen, .nicht zu erwarten, daß er sich sein':Geheimniß ohne. Weiteres wenn überhaupt 'entlocken lass?N würde. : -r. "S - ;:; :; .-.-r ' Und doch, ? das wußte er nur. allzu gut, war die Ausfindung' dieseS!. Schriftstückes eini Lebensfrage für ihn -.wollte er seine Freiheit ' wiedererlangen, 0! mußte es in seinen Händen sein; ehe i Jemand davon Gebrauch gemacht hatte. ' Auf Umwegen sein Ziel? zu erstreben, schien: ihm nicht' thunlich; diesl würde jedenfalls, sagte er sich,. große Mühe kosten und möglicherweise doch zu : nicht sühren. ES galt also, direkt auf dasselbe losgehcn - aber wie? ' : . ? ;: ' .'i: H - Lange zermarterte er sich darüber? den Kopf vergeblich. -z .' : ; : . -J v) :::uW; : ' EineS TageS besuchte er wiederum - die Gemahlin seines verstorben OheimS er wohnte nicht aus dem Schlosse. - Lebhafter als je beschäftigten ihn seine gewöhnlichen Gedanken. , lvhne daß er irgend einen Fi.N' gerzeig in dieser Angelegenheit 'hätte ent decken können. ' -i v t, , Nachdenklich trat er den Heimweg' zu seiner Wohnung zu. '. $.:;;;,-:'?: Da fuhr ihm plötzlich ein Gedanke durch den Kops. Er wäre vor -Freude fast in Höhe gesprungen, wenn ihm nicht gerade einige Leute begegnet wären.Sd) hab'S gesunden !" rief Tremorel triumphirend aus. Dann schien er wieder nachdenklich zu werden. " :- : -;3a ja," murmelte er leise vor sich hin, es kann nicht fehlen das ist der richtige Weg und die . einzige Möglichkeit Ber. tha weiß jedenfalls die Stelle, .wenn: auch Sauvestry mir nichtö' davon' angedeutet hat vielleichl'hät er dies.absichtlich nicht gethan." ' - ' ' Jaölelleicht könnte sie dies Schriftstück selbst besitzen,. Wer weiß sAlle' Umstände sprechen dafür. .' Vielleicht, war-es wieder nur ein .S'chachzug von meinem, guten Oheim, .daß er nur .von eipem Undekannten sprach. , wahrend es M . Grueine Uadekannte.obwphl. wiederum fehrB'e kannte'Zst.' .Der. Versuch, ist doch jedenfalls zu machen, M jo'inrtr di ' ".c Er vollendete, den Satz nicht es war ein 5,5''." '.' an'W Gedanke,., der lhm.heute ,zum,ersttn Male aüst'auchte.' . Fröhlich . gestimmt '' ging er dieS7Mal hei üm7Lb'er daS Weitere ei- ' ' ' -l :J"' nachzusinnen. .' . M i j 5 ! -. j . . i . . 1 , . ' . . 4 . ' ', r's T lr . ' f V - : i't tu --j.: i .. ,.;-.", j . .( : ? ! ... ! !i -Wir bitten den' Leser' einen' Zeitraum tjon einem Jahre ungefähr: zu übnshtm gen Und sich mit 'un? wieder ' in jene'Zeit zu versetzen' in welcher der Agent Lecoq mit dem Doktor Gendron und dem Frie denSrichter Fleury Licht in die räthselhafte Ermordung der Gräsin Tremorel zu dn gen suchten. y:tn n-; irf - Wkr hatten l die Hsrren'in jenem An genblicke verlasien,' wo sie von langer Unterredung ermüdet, - ihr Lager ausgesucht hatten., wtivviu pon t& 114 Nicht t lange i pflegten csie der Ruhe.ohnehin war es ein aufgeregte unruhiger schlaf i- erklärlicher:.-Weise .suchtei-ein Jedet, soviel arr ihm lag:zu einem! festen Ergebniß- zu :, gelangen, da? auf Wahrscheinlichkeit, wenn auch gerade nicht auf Gewißheit Anspruch erheben könnte r 25 r Am anderen Mokgen:'saßen 'die Herren wieder frühzeitig:. beisammen ganz so wie sie AbendS vorher mit einander verabredet hatten, v.:; i'T.'i ' i 's 's Tf - i - - ..U'J Jil: ' , . ' Während dre Herren rnit : dem Dejeuner beschäftigt waren, trat die alte HaüshäUtrin deS Friedensrichters inS' Zimmer und flüstertediesemetwaS In'S'Ohr. Der Friedensrichter. Erbleichtem sichtlich i z.eS mußte eine .wichtigtNachrlcht, fein, Mu tt erhalten hatte.!' .?.'. 2 Bestürzt blickten' diekbeiden.' anderen Herren.nach ihm hinüber.' :Ü;hv$ii!6liS jNunM sragre derAgent lebhaft:i r.h Mbonkothat sich heute Nachtu ge hängt i? .sagte .der Friedensrichter langsarn jedes Wort betonend tr' i ' .Rebonlot ? Wirklich ?". frug derDoktor Gendron ganz erstaunt. 5 -r-'iC ,So ist eö!" antwortete der ' FriederiSrichter tonlos ' . ' ' Erlauben Sie," bat der Agent, .daß ich Sie ün ein wenig Ausklärüng' über diesen Rebonlot bitte daß dieser Mensch sich erhängt hat, kann mir zwar an und für sich gleichgiltig sein aber nicht selten dient ein Verbrechen zur Aufklärung deS anderen, besonders wenn beide fast gleichzeitig gefchehen."Allerdings ist eS nicht gerade Zufall," sagte der Friedensrichter bedächtig, .daß
dieses Subjekt sich da? . Leben selbst ge . il . 1 I r' ' ! 1 ' nommen hat. ' ' -4 ' Sie machen mich doch neugierig," warf d'er'Agent' erstaunt ein. " ' ' ' .' Msien Sie' also,"' fuhr der -Friedens. richter "fort; dieser Rebönlöt'ist oder war vielmehr Apöthekergehilfe ' in Orzival - ein äußerst kluger und listiger Mensch,' der'' Herr Doktor du wird es bestätigen." I In der That kann ich es bestätigen sagte der Doktor' .nie habe ich einen solch klugen Gehilften in meinem LäböratorZum' beschäftigt? '"- ' -j -''' Er trat also in die Dienste des' Herrn" .Apothekers man warf ihm ' ost vor 'er zeve den Bauern Arznei' für ihr krankes' Vieh manche wollten auch behaupten nicht blos für ihr Vieh, sondern -auch für sie 'seldst. ' Das Geld streckte er dann sammt ünd'sonders in die Tasche. Man' konnte ihm freilich nichts Unehrenhaftes nachweisen, obwohl alle Welt überzeugt war, daß die Wege, die er wandelte,' nicht immer gerade wären I I Ich : v .rsteh e,7 wär f . der A gen t t'm., . ' - lieber sein. Vorleben," suhr derFriedensrichter fort, '.habe ich. nichts Näheres in Erfahrung bringen können es soll so munkelte . man allgemein, , wiederum sreilich ohne es. beweisen zu können, nicht sehr erbaulich gewesen sein.' .Man erzählte von ihm allerlei häßliche Geschichten. Der Mensch?machte auch schon äußerlich einen äußerst ungünstigen Eindruck. Daherkam es, daß Jeder ihn mied und ihm so viel als möglich aus dem Wege zu gehen suchte." Soll? dieser Apöthekergehilse," unterbrach der Agent, 'etwa besondere Ursache ge h ab t h ab e n, si ch ' g erad e jetzt das Leben zu nehmen, 'wo' die Gräfin'ermordet wor den ist?" ' ' ": ' ' ' '.' Wer v'ermschte'es zu sagen ?" antwortete der Friedensrichter, sragend'zu 'dem Agenten 'ausblickend. ' v 'Vielleicht hat Graf Tremo'rel"zu ihm in' irgend ,' einer' ' Beziehung 1 gestanden ? meinte der Agent. ' ' : . : :' -:- ' ''Da 6' heißt ja und nein." Damals als Sauvestry' der erste Gemahl der jetzt er mordeten Gräsin, starb wollte man 'bemerkt haben daß Graf Tremorel vielfach mit-dem 'Äpothekerg'ehilfen 'verkehrt Man ' verhehlte sein Erstaunen' darüber nicht. Einige behaupteten -sögar,dZe Beziehungen deö Grafen - zu 5 ihm - seien derart daß ' sie das Licht des Tage zu sch-euen hättenl" ' ' rr.. ? Aufmerksam hatte der Agent zugehört Er versank in ein' tiefes . Nachsinnen,- aus dem er sich Plötzlich erhob. ' ' .' 'I "-Gestatten Sie eine" Frage meine Her ren," !sagtr er dann. In welchen Ver-
Mögensverhältmssen lebte dieser' Rebon ll)s?""l '! -n1 tt ' "Seine Stellung war eine bescheidene," antwortete der Friedensrichter, und doch hatte es den Anschein, als ' ob: eri einen Aüfwand'-Äache, der 'mit seinem kleinen Einkommen', als Apöthekergehilfe nicht im Elnklang stand. ! i Die l Möglichkeit .war freilich "nicht ausgeschlossen' ' daß: feine NebettdtschSstigungen :ihm !' elne solche Ntbeneinnahme brachtendaß et sich diesen Aüswand'hätte erlauben können.. .. Indeß meinte 'iJeder der seine Meinung offen vussprach,' daß er eS verstehen müsie, .sich unlautere Quellen 'zu erschließen,auS denen fein Gold fldß h;i. y, I .:i,5 Gab'er dämälS frug er;Agent wei in;'als Sauvestry starb f trgerrdwie zu 'kennen-daß -er etwa eine bedeutende Summe erhalten habe ?" jhhüt -i i:! - Jchabe nichtS'daöon in l Erfahrung gebrächt wärt es der .Fall gewesen: so war er der Mann dazu, dies zu' verbergen, man .hätte sonst --" .Nun ?? Man hätte sonftihn, leicht. mit .dein Tobe Sau vestry'D' in Verbin gung .bringen könneNi" r;M5gIich," murmelieder Lsgennach denklich. ' '.(;Äberich..wüß!. nicht,, aus wescheWeikezp --12 r.- ii f-i - V: ?:!Nhtn,man.i munkeltedamals- die r ' f , . ' fi?ri''J v.oieJUnge jlnoza gleraz geiazasttg Rebonlotzhabe .sichtrlich.iirgendwie seine Hand im Spiele .gesagt, als .Sauvestry starb'..', . eine Zeitlang sprach man davon, dann,wurde,wieder Allesstill .,r: ' Die Augen des Agenten leuchteten.. Hatte Graf Tremorel," frug er dann, Interesse daran, daß Sauvestry starb, ehe er nach menschlicher? Berechnung, sterben wörde?" . , ;.; r-, i,Er konnte allerdings daran Interesse haben,- der Gras war ein leichtlebiger Bursche, der jeden Augenblick in Geldver Verlegenheit war das Verhältniß seines OheimS zu ihm war sehr gespannt." -.Ganz richtig, fiel der Agent- ein? iideß wurden seine Verlegenheiten been det, wenn Sauvestry nicht mehr am Leben war ?" (Fortsetzung folgt.)
