Indiana Tribüne, Volume 3, Number 25, Indianapolis, Marion County, 29 January 1881 — Page 6

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Jndiana Tribune.

Entlarvt.

Crimmal'Novklle von Wilhelm Mundt. (Fortsetzung.) ' Es schien, als ob eine ganz neue Krankheit sich eingestellt.kzätte, gänz Verschieden Von derjenigen der er fast zum Opfer ge fallen wäre.- Consultationen über Con-sulta.ionen-fanden, statt alle Mittet wurden erschöpft, aber das Eine half so wenig wie das Andere. Die berühlntesten Aerzte wurden zugezogen ein .solcher Krankheitsfall , war ihnen nach nicht ' vorgekommen sie vermochten sich kein bestimmtes Krankheitbild zu entwerfen, keine Ursache derjenigen Schmerzen zu finden, über, welche Sauve. stry klagte-.) 1 :y:- . . Bald' floate er' üb er ein ganz eigenthümliches Hautprlckeln) .bald über Schwindelansäüe'bann wieder ein starkes Nerven zucken,' zas, wie er angab, alle seine iie der, insbesondere die Arme, zusammenzog. Manchmal fühlte er solch', heftige Gesichts schmerzen, daß- er laut ausschrie . . . Ein unangenehmer Pfcffergeschmack, den nichts zu beseitigen vermochte, quälte ihn fortwährend, .so daß er unaushorlich den Mund öffnete und wieder' schloß. ' In be ständiger Erregung an allen Gliedern lag er da.-. '.Die stärksten Dosen Morphium vermochten nicht, ihm eine einzige ruhige Nacht zu verschaffen. Dabei fühlte er eine tödtliche Schwäche und eine immer starker werdende Kälte, die,, wie er angab, nicht von außen, sondern von innen heraus zu kommen schien, gerade, als ob die natürliche Körperwärme stufenweise sänke. Sonderbarerweise verloren sich seine Fiebelphantasien nach einigen Tagen wieder, während die anderen Symptome un verändert blieben, und der Kranke war wieder im Besitz der vollen geistigen Klar heit. Trotz seiner Schmerzen befaßte er sich fortwährend von seinem Lager aus mit der Verwaltung seines großen Vermögens. Notare, Geschästsleute, Agenten kamen und gingen, und ost blieben sie ganze Stunden bei ihm. Bisweilen kamen auch Leute aus dem Dorfe, um ihn zu besuchen er wies sie nicht nur nicht absondern sah ihre Besuche sehr gern. Was da drinnen vorging, während ein Geschäftsmann oder ein Agent bei ihm war, davon verlautbarte kein Wort Tremorel, aus bloße Vermuthungen ange gewiesen, wurde von immer mehr steigender Angst verzehrt. Bisweilen suchte er, wenn ein Agent, nachdem er mehrere Stunden bei Sauve stry verweilt hatte, heraustrat, sich an ihn heranzumachen und mit allen möglichen Listen ihm irgend ein Wort zu entlocken aber Niemand konnte oder wollte seine Neugier befriedigen. Sie gaben ihm alle nur ganz unbestimmte Antworten, sei cö, daß, wie er sich schon dachte, Sauvestry ihnen Stillschweigen auferlegt hatte, oder daß sie in Wirklichkeit nichts zusagen wußten. Von Tag zu Tag wuchs die Angst des Grasen. Wußte sein Oheim um das Ver brechen, daS er bereits gegen ihn begangen hatte, oder nicht? Diese Frage stellteer sich wohl hundert Mal an ein und dem selben Tage. Und wenn er es wußte? waS stand ihm bevor? Sauvestry würde jedenfalls das Testament umstoßen ihn mit Schmach undSchande auS dem Haufe jagen, wenn nicht noch ' Schlimme reö ihm anthun. Mit Entsetzen dachte er daran. Aber wenn er es wußte so dachte er bei sich, warum hatte er dieS dann nicht schon gethan ? Vielleicht wollte er sich noch Gewißheit sür seinen Verdacht vorausgesetzt, daß er einen solchen wirklich hegte verschaf sen und ihn dann mit einem wuchtigen Schläge zerschmettern. Aber daS schien ihm auch wieder wenig wahrscheinlich hegte er wirklich Verdacht, so würde er sich ebenfalls beeilt haben, ihn irgendwie un schädlich zu machender würde sich seinen falls auch nur einen Augenblick länger der schrecklichen Gefahr ausgesetzt haben, von seinem eigenen Neffen mit langsamen Giste ermordet zu werden. Vor wie nach saß er. am Bette seines OheimS dieser machte nicht die geringste Andeutung darüber. Laß ihm etwas von seiner verbrecherischen Absicht besannt sein möchte. Nein sagte er nach langem Hin und Herdenfen endlich zu sich selbst, ersann keinen Verdacht hegen es ist unmöglich, AlleS spricht dagegen also ruhig war im!"

Eines Abends war Graf Tremorel aus einige Stunden ausgrgangen. Bertha, die sür ihn am Bette ihres Gattes gewacht hatte, sah, wie er langsam einschlummerte, und entfernte sick, um etwas. auszuruhen. Nach einigen Minuten' erwachte Sauvestry er sah, daß er allein war. Rasch entschlossen.stieg er aus dem Bette, hüllte sich in einen alten Schlafrock und streckte die Füße in ein Paar Pantoffeln, die er vor seinem Bette fand. : ' . . ' Heute oder nie dachte er bei sich, muß ich Gewißheit haben, ob es wahr ist, daß der Elende nach meinem Leben trachtet, um sich in den Besitz seines Vermögensan antheils zu setzen. Und .ist es wahr o .' wie werde ich dann den .Schurken strafen, daß er sein ganzes Leben daran denken soll bei jedem Schritt und Tritt,, den er thut." Dann dachte ran die Möglichkeit, daß ihm J?mand begegnen könnte. Wenn Jemand kommt entschloß er sich rasch, werde ich mich so stellen, als ob ich im Fieber handle." . So gut als es seine" Schwäche zuließ, schleppte er sich von seinem Zimmer in der zweiten Etage die Treppe hinunter, zum Erdgeschoß, wo ' Gras Tremorel für die Dau?r seines Aufenthaltes im Schlosse sein Zimmer hatte. ! Die Zimmer Berthes lagen an der entgegengesetzten Seite. des Schlosics übrigens glaubte sie ja, ihr Gatte schlum mcre. Die Dienerschaft schien ebenfalls nicht anwesend zu sein es ' war Alles todtenstill in dem Hausflur. .Herrlich, herrlich murmelte er vor sich hin, während er sachte die Zimmerthür seines Neffen öffnete. Hastig durchsuchte er jeden Winkel, jede Schublade Nichts war zu finden. Die Hausthür knarrte in diesem Augenblick ein Diener kam heraus und sprach mit Jemanden dann war wieder Alles still. Und doch muß es hier sein", murmelte er vor sich hin. Zwar wird er Sorge tragen, daß Nien and es findet aber wie leicht könnte er es auch einmal zufällig vergessen haben!" Er stand vor dem eleganten Sekretär des Grafen Alles war verschlossen, tue nigstens schien es so. Er rüttelte war um wußte er selbst nicht an einer der Schubladen, die verschlossen zu sein schien. Fast hätte er einen Freudenschrei aus gestoßen die Schublade öffnete sich offenbar hatte der Graf geglaubt, sie sei geschlossen und deshalb den Schlüssel zu sich gesteckt. Ein ganzer Hausen Papiere lag wild durcheinander hastig öffnete er sorgsäl tig eines nach dem andern schon ver zweifelte er das letzte, welches er in die Hand nahm, war das gesuchte ! Triumphirend nahm er das Schreiben Rebonlot's in die zitternden Hände. Einen Augenblick lang mußte er sich erschöpft auf einen Sessel niederlassen, eine solche Aus regung hatte sich seiner bemächtigt. Also doch, also doch !" murmelte er, grimmig die Fäuste ballend, vor sich hin. Der Elende, er -wagt eö also wirklich, mich, seinen Oheim, der ihm so große Wohlthaten erwiesen, der ihn dem Werder ben entrissen hat, so zu belohnen. Der Schurke! Aber warte.. Er bedeckte das Gesicht mit beiden Händen und stierte wild vor sich hin. Dann begann er zu weinen. Er ließ seinen Thränen freien Lauf, sie verschafften ihm einigen Trost. Plötzlich hörte er Schritte auf das Schloß zukam men. ES war die höchste Zeit für ihn, wenn er nicht entdeckt werden sollte. Mit übermenschlichen Kräften eilte er die Treppe hinauf, seinen Schatz vorsichtig auf der Brust verbergend. Sauvestry schien wieder wie vorhin zu schlummern. Er hat richtig gehört, es war Graf Tre morel, der nach Hause zurückgekehrt war. Ist Niemand während meiner Abwesen heit auf meinem Zimmer gewesen?" frug er einen Diener.

Der Diener hatte selbstverständlich Nie mand gehört DerGedanfe, seinenSefretär nachzusehen, fam dem Grasen auffallender Weise nicht es war ein Zufall, der für ihn verhängnißvoll werden sollte. Anscheinend stand und lag AlleS an sei ner Stelle, er beruhigte sich also wieder. Er geht hinauf zum Oheim und erfun digte sich nach seinem Befinden. Erträglich antwortete Sauvestry mit schwacher Stimme. Graf Tremorel schwieg. Gedankenvoll blickte er vor sich hin. Sauvestry unterbrach daS Schweigen. ES wird doch gut sein sagte er leise, an die Möglichkeit meines Hinscheidens zu denken. Ein vernünstiger Mann

bringt seine Angelegenheiten in Ordnung,

wenn ersieht, daß es aus's Ende zugeht." ..Du siehst zu schwarz," warf Graf Tremorel ein, es ist " Ich täusche mich nicht." sagte Sauve stry bestimmt,-die bedenklichen Gesichter der Aerzte sagen mir AlleS. Uebrigen stirbt man nicht, weil man seine Angele genheiten in Ordnung bringt. Auf keinen Fall kann es schaden -" Erschöpft hielt er einen Augenblick inne. Willst Du die Güte haben, mir das Testament zu holen V fuhr er fort. Es liegt, dort im Sekretär in der zweiten Schublade rechts, von oben nach unten hier ist der Schlüsiel." Schrecken und Freude durchbebte den Grafen zugleich war das Testament in dem Sinne abgefaßt wie Rebonlot ihm gesagt hatte ? WaS gedachte sein. Oheim mit demselben zu thun, daß er eS ver langt ? , . ,; . Er .holte das .Testament, herb i und reichte . es mit zitternder Hand, seinem Oheim hin gespannt aus die Dinge, die da kommen sollen. Vorsichtig öffnete Sauvestry dasSchrift. stück, und.- hielt es seinem Neffen hin. Lies mir vor," sagte er dann. :u Wirklich hatte Sauvestry ' die Bestim mung getroffen, daß ein großer betracht' licher Theil seines Vermögens dem Grasen zufallen sollte , ein Banquier hatte Ordre, .die ihm zufallende Summe drei Monate nach seinem Tode auszuzahlen.. . Du siehst," hob Sauvestry an, nachdem Tremorel geendet hatt?, daß ich Dir ermöglicht habe " Du hast zu viel Güte sür mich stot terte der yraf. Reiche mir Tinte und Feder!" bat Sauvestly ausweichend. Der Graf wäre vor vor Schrecken fast zu Boden gesunken. Das Schreiben wird Dir zu schwer fallen !" meinte er, zu seinem'Oheim hin überblickend. Sauvestly bestand aus seinem Willen. Aengstlich solgte der Graf den Bewegun gen der Hände seines Oheims. Was mochte er wohl schreiben? Er konnte es sich nicht erklären, so sehr er sich auch den Kopf zerbrechen mochte. Sau vestry war fertig. Nimm sagte er zu dem Grasen, und lies mir ganz laut vor, was ich soeben bei gesügt habe Tremorel willfahrte dem Wunsche seines Oheims, obschon er sürchtete, die Stimme werde ihm versagen und las : Heute, den . . . ., erkläre ich, obwohl leidend, doch bei vollem Bewußtsein, daß ich diesem Testamente kein Wort beizufü gen habe. Niemals habe ich meinen Nef fen, den Grafen Hector de Tremorel, mehr geliebt, und nie mehr gewünscht, falls ich vor ihm sterbe, ihn zum Erben eines gro ßen Theiles meines Vermögens insoweit ich es oben bestimmt habe, einzusetzen. Sauvestry Gerührt reichte Tremorel seinem Oheim die Hand in diesem Augenblicke kam etwas wie Reue über ihn freilich dau erte diese Anwandlung nicht lange, und bald gewann der böse Dämon wieder die Oberhaupt. Alle Aussagen Rebonlot's waren richtig und hätte er ' noch irgend einen Grund zu zweifeln gehabt, so war dieser Zweifel durch die nachträgliche Erklärung Sauvestry'S gänzlich beseitigt. Unmög lich, dachte er, daß Sauvestry irgend wel chen Verdacht hegen kann wäre doch sonst sein Verfahren unerklärlich, ja lä cherlich und thöricht. Alle Wünsche de Grasen waren jetzt erfüllt, ein Hinderniß stand ihm jetzt mehr im Wege eine glänzende, rosige Zukunft malte er sich vor seinen Augen hatte er bis jetzt im Elend, in Sorge und Angst UM seine. Existenz gelebt, so sollte für ihn binnen Kurzem ein neue, fröhliches und glänzendes Leben beginnen. Der Zustand Sauvestry' wechselte in den letzten Tagen ausfallend häusig binnen wenigen Stunden traten ganz andere, neue Erscheinungen auf, die nicht wenig dazu beitrugen, dieRathlosigfeit der behandelnden Aerzte noch mehr zu ver größer. Consultationen über Consultationen fanden statt. Niemand wußte sich die ganz absonderlichen Erscheinungen, über die Sauvestry f lagt, zu erflären. Niemand sonnte in irgend einer Richtung einen festen NnhaltSpunft gewinnen. Zwar litt Sauvestry wenigstens seinen Angaben gemäß nicht mehr so viel, und doch schwanden seine Kräste sichtlich dahinein Jeder sonnte bemerken, daß das Lebenslicht im Erlöschen war. .

Noch vor wenigen Stunden hatte eine Berathung der Aerzte stattgesunden änqstlich erwartete der. Gras ihren Aus spruch aber die Ratlosigkeit malte sich schon auf ihren (Gesichtern, sie konnten ihm höchstens eine der gewöhnlichen Redewcn düngen machen, die eigentlich nichts und doch so viel sagen. Man soll niemals, verzweifeln sagten sie, bei Kranken von dem Alter Sauve stry's; die Natur thut oft gerade dann, wenn man es am allerwenigsten erwartet, bei solchen Leuten Wunder Aus Unwegen jedoch vernahm der Gras, daß die Aerzte, erklärt hatten, Sauvestry habe höchstens noch zwei Tage zu leben.- . Es wurde ibm bei dieser Nachricht ganz eigenthümlich zu Muthe das Verbrechen war also, so zu sagen vollendet die Voll endung war nur noch eine Frage der Zeit. Der verbängnißvolle Schritt war .gethan .cronnte nicht mehr rückgängig. gemacht werden, er war, so mußte sich der Graf sa. gen, mit einem Worte ein Verbrecher, und zwar kein Verbrecher, der einen Menschen offen und frei, , nein, heimlich, langsam, tödtet.'. . ," Er empfand fast. Abscheu vor sich selbst aber der.böse Dämon in Gestalt Re bonlos drängte ihn auf der abschüssigen Bahn immer weiter, vorwärts bis zum Ende. .... . Am Abend, nachdem Sauvestry lein Testamcnt ergänzt hatte, saß Tremorel, wie gewöhnlich, am Bette des Kranken. Die Lampe hatte man auf das Kaminsims ge stellt,damit ihrLicht demKranken nichtlästig falle das Halbdunkel, in welchem da durch das Zimmer lag, stimmte ganz zu den trüben Gedanken, die den Grasen erfüllten. Die dumpfe, düstere Stelle, welche in

dem Krankenzimmer herrschte, wurde nur durch das eintönige Ticken der Pendülc unterbrochen. Sauvestry lag da und schlummerte leicht nur bisweilen schien es, als ob er im Schlafe stöhne. Es schlug zehn Uhr. Gleich daraus machte Sauvestry eine leise Bewegung, er war erwacht. Tremorel fuhr fast erschrocken von seinem Stuhle empor, er war fast eingeschlafen. Fühlst DuDich nicht ein wenig besser V frug er leise. Nicht besser, noch schlechter." Wünschest Du etwas V Ich habe Durst Tremorel erhob sich und trat an den Kamin, wo er mit der größten Sorgsalt den von den Aerzten vorgeschriebenen Trank bereitete. Die Vorhänge des Bettes hingen so, daß Sauvestry, wenn er sehen wollte, was am Kamin vorging, sich vollständig ,nach vorn über das Bett hinaus neigen mußte. Wie alle Abende, so nahm Tremorel, nachdem er den Trans zubereitet hatte, ein kleines blaues Fläfchchen aus seiner Tasche seine Hand zitterte mehr als gewöhn lich und ließ vorsichtig einen Tropsen von seinem Inhalte in das Trinkglas fallen. Er hatte nicht die Zeit, es wieder zu verbergen man berührte ihn leicht an der Schalter! Er schauderte von Kops bis zu Fuß zusammen eö überlief ihn eiskalt, als wenn der Tod ihn mit seiner eisigen Hand berührt Hütte hastig wandte er sich um und stieß einen Schrei jähen Entsetzens aus. Die Hand, die ihn berührt hatte, war die des OheimS. Sauvestry hatte sich, während Tremorel am Kamine beschäftigt war, leise erhoben, noch unnerklicher die Vorhänge fortge schoben und war auf ihn zugetreten mit flammenden Augen stand er den Grafen gegenüber, der in den Boden versinken zu müssen glaubte. Elender!" donnerte Sauvestry den Grafen an. Tremorel zitterte wie ein armer Sünder an allen Gliedern, dem man soeben sein TodeSurtheil verlesen hat. Sauvestry war wieder unter seinen Decken verschwunden. Der Graf fühlte instinf tmäßig, daß Alles entdeckt war der Nächstliegende Gedanke, davon zu flie hen, fam ihm nicht er war wie durch einen Machtspruch festgebannt. Hector l" rief Sauvestry. Der Graf hatte unterdeß seine Geistes gegenwart ein wenig wiedergewonnen er hielt es jetzt sür daöGerathenste.den Unschuldigen zu spielen. Er trat auf das Bett zu seine Kniee schlotterten, aber er. suchte soweit wie möglich festen Tritt zu

bewahren.

Zu seinem größten Staunen sah er, wie Sauvestry langsam einen Revolver unter dem Kopskissen hervorholte und die Mün. dung auf ihn richtete. Offenbar hatte Sauvestry geglaubt, Tremorel würde ihn nun, da Allcs cnt deckt war, mit der Waffe in. der Hand morden. ... Ich weiß nicht . . . stotterte der Gras verlegen, da Sauvestry kein Wort.' sprach. Du glaubst vielleicht, Schurke einen anderen Namen verdienst Du nicht ich liege im Delirium ... mein Hirn sei mit Fieberphantasien angesüllt .-. . Nein, nein, ich habe nicht geträumt, ich habe nichtdaS Delirium gehabt'.'.' ' Aber wozu . . 2 Schweig, Elender donncrteSauvestry mit der äußersten Anstrengung, oder 'ich' jage- Dirauf der Stelle eine. Kugel durch , den Kopf . . . DU hast Dich nicht 'entblö der, &t zu gebrauchen gegen' Deinen 'Oheim, Deinen Beschützer, Deinen Errettcr . . . Vom ersten Äugenblicke an habe ich gcargwohnt - aber. ich wollte Beweise' eine solche Unthat konnte ich nickt an-'

nehmen heute endlich habe, ich die Be weise unumstößlich ' ' Du irrest, lieber Oheim . : . ' Irren ?". lachte Sauvestiy mit höhni. schem Grinsen. Irren? Möchte es wahr sein. Aber es ist nicht wahr ! Der Arzt hat sogar Verdacht gehabt er, sprach eS mir gegenüber, aus... ich hatte große Mühe, seinen Verdacht abzuwehren m Er hielt erschöpst einen Augenblick inne. Dann suhr er fort: Schrecklich schrecklich habe ich gelitten durch Dein Gift alber ich habe nichts davon gesagt Niemanden, auch dem Arzte nichts ich habe von Schmerzen gesprochen, aber sie waren alle erdacht gerade das Ge genthcil von dem, was ich litt ich habe Dich gerettet Du warst verlören, wenn ich sprach Elender " Die schrecklichen Worte des Sterbenden sielen aus die Seele des Grafen wie glü hende Kohlen. Ich sehe jetzt fuhr Sauvestry fort,. Du hast mich niemals geliebt Dein Her; hat mrr niemals gehört und ich, tch habe Dich so sehr geliebt, mehr als. Du glaubtest. Du hast meine Liebe, mein Vertrauen getäuscht Ich glaubte. Du seiest ein leichtsinniger, leichtlebiger Mensch, der um jeden Preis das Leben zu genießen sucht. Ich glaubte. DeineSeele sei noch gut es war ein eitler Wahn Du bist ein Verbrecher geworden, gleich Jenen, die mit Gift umzugehen pflegen Pfui!Der Kranke hielt inne, wie, als wenn er seine Gedanken sammeln wollte. Dein Glück hattest Du in DeinenHänden fuhr er dann fort leichtsinNiger Weise hast Du es verscherzt lang sam, langsam, wie die Giftmischer, von denen frühere Jahrhunderte erzählen, hast' Du mich gemordet denn ich fühle t?r meine Kräfte sind dahin. Das Gift hat sie aufgezehrt bis auf's Mars Ich werdenicht sehr lange mehr zu leben haben weil mein Neffe eS nicht will " Tremorel glaubte mit jedem Worte fiele ein Keulenschlag auf sein Haupt AlleS. Alles war entdeckt Sauvestry, so dachte er sich, wußte jedenfalls noch mehr,. als er bis dahin gesagt hatte Und doch wußte er nicht, welchen Zweck er bei seinenWorten verfolge DaS Schrecklichste hatte er auf alle Fülle zu erwarten. Mit Mühe fuhr Sauvestry fort : Du weißt also jetzt meine Lage nicht minder wie die Deinige Du hast mich getödtet Deine Zwecke hast Du erreicht ba . heißt vielleicht' vielleicht wer weiß Er .'. mußte innehalten, die Stimme versagte ihm. ' Er flingelte. Ein Diener erschien, der ihm half,' sich ein wenig emporzurichten. Dann holte er einige Male tief Athem und sagte zu dem Grafen, als . der Diener sich bald wieder entfernt hatte t Ich wünsche zu trinfen gib mir Wein. Der Gras holte das Verlangte herbei seine Kniee schlotterten. ES ist doch kein Gift darin V. frug txr als er den Becher in der Hand hielt. Diese Worte schnitten dem Grafen bis in die Seele hinein. Gift! Gift- niemals " stotterte er. Aber dann würde ich ja nicht sterben ! bemerkte daraus Sauvestry. (Fortsetzung folgt.)