Indiana Tribüne, Volume 3, Number 24, Indianapolis, Marion County, 22 January 1881 — Page 6

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Jndiana Tribüne.

Gntlmvt.

riminal.?Zovelle bon' Wilhelm Mundt. V '. - (Fortsetzung.) .Und. doch ist es so auf die einfachste Weise von der Welt habe ich eS erfahren. Sauvestry und mein Prinzipal waren in time Freunde der Schloßbesitzer von Bellefleur war in der Apotheke ein oft und gern gesehener Gast. Er war sehr frei und offen gegen meinen Prinzipal. Eines Tage war er wiederum in unserem Hause iu Besuch. Mein Prinzipal glaubte, ich sei abwesend, es war nicht der Fall... ich lauschte und hörte, wie Sauvestry ganz klar und deutlich sagte, baß er vor einigen Tagen seine zeitlicher. Angelegenheiten in Ordnung gebracht habe . . . den größten Theil des Vermögens habe er, hörte ich, seiner Gattin hinterlassen, seinem Nkfsen eine große Summe sie ist mir entfallen..." . VttUeicht ist die Rede von irgend einem beliebigen Testament und einem beliebigen Oheim und Neffen gewesen ' .Nein, es ist lein Irrthum möglich, ich habe ganz genau und'dcstimmt gehört . . . Uebrigens hörte ich von anderer Seite nach wenigen Tagen dasselbe behaupten'.' Für mich ist kein Zweisel.mehrmöglich um so' weniger, als späler mein Prinzipal, der, wenn er guter Laune ist, sehr offen und gesprächig ist derartige Andeutung gen in meiner' Gegenwart, hinwarf er ahnte freilich nicht, 'daß-ich, dieselben verstand." - '':(- Graf Tremorel hatte mit wachsendem Erstaunen den Ausführungen des Apothe lergehilfen zugehört Manchmal kam ihm der Gedanke, ob dieser Mensch, der ihn offenbar sehr gut kannte, während derselbe ihm selbst ganz und gar unbekannt war, ihn nicht zum Narren hielt und ihm , nur Etwas vorschwindeln wollte . . . Und doch wozu sollte er dies thun ZDazu war das Alles, was er' erzählte, so natürlich, so naheliegend und wahrscheinlich, daß kein Grund Verlag,' daran zu 'zweifeln . . .Daß Sauvestry ihm von dem Legate' und von dem Testamente' nichts gesagt hatte er schien ihm allerdings auf den 'ersten Blick nicht wVig ausfallend obwohl auf der anderen Seite' Sauvestry das sagte er sich selbst mehr Gründe haben, mochte. ihm keine Mittheilung 'davon zu. machen. als ihn ; davon ihn Kenntniß zu setzen. Daß Rebonlot für ihn und die Erbschaft ein so großes Interesse an den Tag legte, däuchte ihm dann wieder sonderbar, aber andererseits war die Möglichkeit nicht aus geschloffen, daß er ihm dieS aus purer Geschwätzigkeit erzählte vielleicht suchte er auch für sich aus irgend eine Art und Weise, die ihm vorderhand freilich noch nicht einleuchten wollte, auS der ganzen Sache Nutzen zu ziehen. .Sollten'Jhre Mittheilungen antwortete Graf, Tremorel nach einer langen Pause, .sich bestätigen, so würde es mich freuen auf eine Erkenntlichkeit meinerseits dürften Sie mit Gewißheit rechnen." Sehr verbunden M bemerkte Rebonlot, sich verneigend. ' .Sie scheinen in Ihren Mußestunden sich viel mit wissenschaftlichen Studien zu beschäftigen V suhr.Tremorel fort, indem er auf erne Reihe, stattlich eingebundener Werke zeigte, die in einem wurmstichigen Büchergestell sich befanden. .Ein wenig, ja," war dieAntwort Re bonlotS.- .Meine Beschäftigungegt rri diese Nothwendigkeit !auk Mich'in meinem Fache 'immer) weitkr' 'zu ' Min' freilich auch, setzte er seufzend hinzu,. - .'.ist meine materieLe'Exisienz nicht so glänzend, daß ich .nicht genöthigt wäre,? mich nach einem llthtn Nebeneinkommen umzusehend if .Sehr .traurig," warf. ..TremorVlmit leidsvoll ein, ' ' 'Allerdings aber wer könnte S Sndern? Zwar verdjene ich schon, ein. hüb scheS Sümmchen dadurch,' daß ich den Bauern Tränke für ihr krankes Vieh gebe ... Deshalb muß ich' manches wissenschaftliche Werk studiren ... Uebrigens hatte ich einen guten Lehrmeister, unsern guten Doktor Gendron er wohnt nicht weit von hier " . .Ich .babe mehrmals von ihm reden hören wars Tremorel ein, .mein Oheim, so erinnere ich mich, rühmte ihn als einen geschickten, tüchtigen Arzt." .Diesen Namen verdient er auch in der That,", antwortete Rebonlot. ; .Tag und Nacht war er in seinem Laboratorium beschäftigt, er trieb zugleich mit großer Vor liebe Chemie.' ' Meistens "mußte, ich ihm helfen. - In den letzten Tagen, 'wo ich bei

ihm war, entdeckte er ein neues Gift, ein

merkwürdiges Ding. Ein wenig davon habe ich, als ich seinen Dienst verließ, mir mitgenommen, er wußte eS sreilich nicht." .Und zu welchem Zwecke?" frug Gras Tremorel neugierig,. :., .Nun, wer weiß, wozu man S brauchen ! kann!" antwortete Rebonlot mit widerll chem Grinsen. ..Ein kleines Tröpfchen davon würde genügen, um einem kräftigen gesunden Menschen langsam aber sicher das Lebenslicht auözublasen. , Niemand würde auf den Gedanken kommen, daß eine Vergiftung stattgefunden habe. Doktor Gendron sagt mir, eS sei kaum mög lich, in einer Leiche davon eine Spur nach zuweisen." Graf. Tremorel schauderte zusammen, allmälig ging ihm ein Licht aus und er be gann langsam zu begreifen, aus welchem Grunde .der Apothekergehilfe sich ihm so freundschaftlich genähert hatte. Zwar hatte Rebonlot nodj mit keinem Worte etwas Bestimmtes angedeutet,' aver er errieth seine Absichten, er wollte ihn,den Grafen verleiten, ein Äerbrecherr'zu bege hen an seinem Oheim Sauvestry ! - Einen Augenblick wollte er aufspringen und aus Diesem Hause entfliehen aber ein döser Dämon hielt ihn fest. . Zudem hatte er sich bereits mit diesem Schurken zu tief. eingelassen, er. hatte sich von ihm zu sehr schon umgarnen lassen. Ging er nicht auf Redonlot'S verbrecherische Absichten ein, so lies er Gefahr, daß aus diesem gleißnerischen Freund ein furchtbarer Ankläger für ihn werden würde; konnte er nicht gleich zur Polizei laufen und ihn beschuldigen, daß er von ihm Gift verlangt habe, um seinen Oheim aus der Welt zu schaffen? ; " Zwar war Rebonlot ein Schurke, aber in diesem Falle hätten sich alle Umstände zu seine. Ungunsten vereinigt. Er wußte es jetzt, Rebonlot konnte es auf alle Fälle beschwören, daß Sauvestry ihm ein nicht unbedeutendes Legat hinterlassen würdenur für ihn konnte es von unendlich gro ßem Vortheil sein, .daß Sauvestry sobald als möglich zü den 'Todten gehöre mochte er noch so unschuldig sein, Rebon lot konnte ihm ;r daß er dazu fähig sei, hatte er eingesehen vielerlei Unanaehm lichkeiten machen,, zum Mindesten eine langwierige Untersnchuttgshäft auf den' vals laden und; wenn daö Gericht feine Schuld als e'r'wttZ' annähm ünd T M B. aue umllanoe lpraazen gegen lynNevon lot wäre nöthigenfalls vor einem falschen Eide 'nicht zurückgeschreckt so war es um ihn geschehen, geschehen auf immer. ' Auf' der ändern Seite reizte ihn nicht wenig die lockende Aussicht, die sich ihm därbot'wenn er' aus die Vorschläge und Pläne Rebonlot's einging. - ' Seine Lage wär eine verzweifelte.' Ohne Subsistenzmittel, von der Pariser Polizei gehetzt und ! verfolgt, gewärtig, diß Alles, sein ganzer Lebenswandel, ' wie tx ihn seit zwei Jahren geführt, entdeckt, und äuvestrv"sich ' gänzlich von ihm zurück ziehenwürde nein, 'sagte er. stch'.da? wurde . nicht', minder unerträglich .sein' War, Oauvestry. todt, so würde, er eden falls,' södachte er sich, eine hübsche SumAe m'i. 1 o Jt vT 1 ' : i v ' viiciu uuucjuu ci(juucu, um vx er ? weit'weg von Bellefleur, etne neue Existenz gründen' könnte .'Niemand würde ihm . : t , f - st f. ' !' ,;. f ; :.,; irgend Etwas anhaben können ' - ' ,'Und,doa) schauderte' er wieder vor einem Verbrechen'zürück. ' ''Äar er'auch' leichk- ..- . w - ,v -t ' 1 1 ' r- c n ? . rx v ' t jl. crt . : nnnlg, vercywenoerlicy ein neroreqen hatte er nie bedangen u ' uf dttle. WM kämpf, nti;: mit rt ji r.KL n! "- rr - l. -1 ' v x ' ? ? ' . lieg jeioii. y vjv lag.cnöiicg innen anoeren ÄuswU - m aus die BorschlSge Reboil5 loz'S einzugehen die dieser. t zwar noch nicht ausdrücklich gemacht hätte, 'aber 'je- ' ' t' rtJ' ' X. : -' V " " ? - 50 .51 S J denfalls machen wurde.. - . , t n i i . ' i : i - ,a '. - : .Der Abend war..unterdesien.here1ngeb'rochenein tieseS Dunkel herrschte in dem Zimmer . . ..dunkel.' und' - schwarz waren auch die Pläne, die hier geschmiedet wur d'N . . . verbrecherische Pläne, die das helle Tageslicht nicht ertragen könnten. Graf Tremorel suchte im Weine seine Gewissensqualen zu ersticken ; als Beide sich erhoben, war Graf Tremorel ein Ber breche?, es fehlte nur noch die Ausführung des Verbrechens, das Verbrechen selbst war beschlossen. Müde und aufgeregt suchte er sein Lager auf. . . wilde furchtbare .Schreckgestalten störten seinen Schlaffer glaubte . seinen guten Oheim zu sehen, wie er drohend die Hand gegen ihn erhob und ihm in. herben Worten sei.e Unthat vorhielt. . .. "XII:', ' In den sonst sö fröhlichen Räumen von Bellefleur hatten unterdessen Kummer' itnd

Sorge ihren Einzug'gehalten was Bertha sich niemals geträumt und was sie nur sehr felten, und dann immer nur oberflächlich, gefürchtet hatte, war eingetreten ; schwere Krankheit hatte seit einigen Tagen Sauvestry aus's Krankenlager ' niederge

streckt fa, man glaubte schon den leisen Flügelschlag des TodeSengelS " zu verneh. men und den unerbittlichen Tod, der seine fleischlosen Arme nach' einem ' kräftigen jungen wenigstens noch kräftigen Men schenleben ausstreckte, zu sehen. ' - Sauvestry, ein leidenschaftlicher Jagdliebhaber,' halte, sich bereits seit einigen Tagen ein wenig unwohl gefühlt indeZ da nicht selten ähnliche - KrankheitSerschel nungen bei ihm aufgetreten waren, ohne daß ein ernstliches Unwohlsein zu Grunde gelegen hätte,- so legte er auch .jetzt der Sache keine Bedeutung bei und ging wie gewohnt aus die'Ja'gd. Es war ein düsterer, kalter Herbstmor gen, dichte Nebel bedeckte AlleS und machte den Aufenthalt im Freien nichts weniger als angenehm. Sauvestry irrte planlos durch die Felder und ' das Gehölz, , ohne irgend etwas zu schießen --mißmuthig und niedergeschlagen kehrte er nach wenigen Stunden heim. . - Du bist nicht wobl." : sagte Berthä zärtlich besorgt, als sie sein 1 verstörtes Wesen bemerkte. j i .O." antwortete er, eS ist nur ein kleineS Unwohlsein, die herbstliche Witte, rung." ; , . ... ' . 'Warum bist Du auch in diesem Wetter ausgegangen ? Würdest Du nicht ein we nig Dich zu Bette begeben wollen V ' r Sauvestry sügte sich, um seiner Gattin nicht wehe zu thun e: hielt . die ganze Geschichte immer noch für ein leichtes Un wohlsein das bald vorübergehen würde er täuschte sich. ' Er war leidender, alS er geglaubt hatte. Einige' Stunden später stieg Bertha zu ihm hincuf sie fand ihn vor Frost unter seiner Decke zitternd, sein Stirne war glühend he, die Kehle tro cken, die Augen zeigten tinen beunruhigenden Glanz: - ! - Ein großartiges Feber, begleitet von wildem Phantasiren, urchschauerte 'ihn. Man holte einen Arzt,de? sogleich erklärte, daß er für nichts stehet könne. Am fol g'enden Morgen befand er sich sehr'schlecht ES war dies derselbe Tag. an welchem Gras Tremorel mit den Apothekergehilfen Rebonlot zusammengetroffen wär.' -: In ihrer Verwirrung hatte die Gemah litt SäuvestryS eS übersehen, dem Grafen von ' dir Erkrankung l ihres Gatten Mit theilung zu machen vielleicht auch wollte sie warten, bis. die höchste Gefahr einge treten sei. ' Die Erzählung' Rebonlot's, man habe auf dem' Schlosse Befehl gege ben, - Niemanden i vttzülasien,'är ' eine Lüge, die dieserSchmke ausgesonnen hatte, um Tremorel ümso sicherer in sein Garn zu locken der Gras hatte nichts Böses geahnt. '1-' .-th-V ' i Nachdem ihm dies gelungen warlhatti er keinen Grund mchr, ? de Grafen von einem Besuche' auf Bellefleur abzuhalten. " Schweren Herzens schriit "der' Neffe auf die Wohnung seines Oheims zu.:'- Leben dittat!ihml jetzt wieder der Augenblick vor die Stele,' wo -Sauvestry'' ihm' am Seineüfer begegnet war und" ihn -dem Tode entriffen und muem Leben gegeben , ' .-. :. r! L ' t r h halte.' -:J - ' "So wie ein Vater hatte sein Oheim sich seiner ' an genommen 1 und zum 1 Danke dafür stand' er' im Begriffenem ' schwarzes" rf m ' w ' .ri .f t III. rt .Kw , hnn ' "' ;uvi(uiu uii tiiti gu w.tyvu . , t t - . 'j ,, Schött'w.oslje'er.hlnelles und Sauvestry KMM'MMM Thränen um VerzerWNg bitten. ..Dann f am lilti, lebet, 'icr ,;cn!eV eU, rfee'tt weg zu eilen in vie 'weileWelt.,A6er das Ein'e sagte er sich dam, ging so wen'sg wie daö Andere -, ..i äBurje' Soub'lßil n' nicht, mitÄech't von .lH.Arben .ja, .stand nicht zu befürchten, daß ih'n'den Herich ten überliefern würde wnn er ihm seinen ,Mordplan eingestände ? !Und .anderer seits erinnerte . er sich, . aß er nur daö Werkzeug des schurkisches Rebonlot war, dem gegenüber er sich erhtzt''und trunken gemacht von Weine, . verlindlich '.gemacht hatte, den verruchten Plm auszuführen er hatte . Rebonlot genugsam kennen gelernt, um zu wissen, 'daß dieser ihn gleichfalls bei der Behörde anzeigen würde, wenn er den Plan nicht aukführen würde er glaubte sich sogar dunkel zu entsin' nen, daß der' Apothekergehilfe ihm auödrücklich . damit gedroht hette daß . er sein Wort halten unv ihn nöthigenfalls überall hin verfolgen lassen dürde, daran war nicht ü. zweifeln..? ' . ' - , ' y . ' ! Rebonlot war ein Schurke,.. daS. wußte.

er; aber gegebenen Falles war er selbst im"Nachlheile das Gericht würde auf seine Aussaget da er'ohnehin in mancher Beziehung nicht den besten Leumund ge noß; keinen Werth legen,' da er allein au ge'nscheinlich von dem Tode Sauvestry'S den größten Vortheil zu erwarten hatte . in seiner augenblicklichen verzweifeltenLage ganz besonders. 'r:v : ' - Bis hierhin ' hatte er einen Punkt in seiner Aufregung nicht bedacht, starb Sauvestry, ehe er seinen Plan vollbracht, so. war er gerettet,' 'fast hätte er den Himmel anflehen mögen, daß er -diesen Fall eintreten lasten wolle er dachte freilich nicht daran, daß dieser Wunsch um kein Haar bester sei. als sein verruchter Plan. 'Starb sein Oheim nicht so wär für ihn Alles verloren ': offenbar hatte Rebon lot in seinen selbstsüchtigen Zwecken die Möglichkeit in's Auge gefaßt, doß Sauvestry wieder genesen würde und hieraus seinen Plan aufgebaut Tremorel war für ihn das geeigNctge Werkzeug, das er suchen konnte. ' Langsam siel eS dem Grasen ' wie Schuppen von den Augen: nur die Bosheit des Apothekergehilfen trat ihm in ihrer ganzen Furchtbarkeit vor die Seele,- er war so zu sagen ein Verbrecher wider Willen geworden starb sein Oheim ln Folge der Krankheit allein,- so war dieZ sür seine Lage hinreichend Rebonlot konnte nu- Vortheile aus dem Tode desselben ziehen, wenn Gift seinem Leben ein Ende machte. Gefoltert von den furchtbarsten Gedanken war Graf Tremorel langsam dahinge gangen er hatte nicht beachtet, daß er schon vor dem Schloßthore stand. .Man hat mich getäuscht,' schrecklich getäuscht," murmelte er vor sich hin, indem er durch das Thor trat, diesem Schurke von Re' bonlof - - v: ---; -j:Jri der Hoffnung Erwartung - wäre zu winig gesagt daß der Verlauf der Krankheit seines Oheims ihn der grausa men Nothwendigkeit überheben würde, ein Verbrechen zu' begehen, betrat er' das Schloß. Ein Diener führte ihn in daö Krankenzimmer.

" .Mein lieber Oheim !" sagte Hector mit so fester Stimme,' .als ihm möglich war, indem er Sauvestry seine Hand reichte. Sauvestry lag augenblicklich nicht in Fieberphantasien.''- ' 'Ah!' Hector !'Du hier?" sagte er mit leiser Stimme. Du bist nicht" wohl ? fuhr Tremorel mit bewegter Stimme fort. Ein wenig Fieber," r lallte ' Sauvestry schwach '.das ist Alles : wird bald-vor. über'sein" Dann begann er wieder , . - '..?: r'i "S -'-!. , ' i, - r- ''s, rrre zu reden.' -' ' :.,:y v ' Hcclör zog sich zurück- um Bertha zu be grüßen, 'die eben von einem kleinen Spaziergang zurückgekehrt war? "Das Fieber Saüvestry'S wurde Zimmer stärker - Bertha zerfloß in Thränen, so oft sie sich nach dem Befinden ihres Gatten zu' erkundigen' kam " Mit ' der größten Ausdauer wachte - sie 'an'seinem Lager - dle berühmtesten Aerzte wurden -herbeige holsAlleS vergebens. "Er schien nur noch - einige ' Tage zu' leben zu haben Bertha lief schon wie wahnstnniä in den RäümeVdesDchlosseS umher'- Tremorel faßte schon Hoffnung -'alS'. endlich- am neunten Tage der Krankheit daS Fieber von dem Schwerkranken wich. DäS Athmen ging ruhiger vor ''si HF er begann hin und wieder sich eines' ruhigen Schlafes ...... e . " r. '! m '. " . .' . zu erfreuen am age' oarau? - yane er den vollen' Gebrauch seiner Äernunft wie der erlangt'--: - n' s Wie1esindesr'Du'Dich-heute, lieber Oheim fragte Tremorel TineS Abends, als er neben seinem Lcmer saß. 'MSthr wohl 5:33 int nv: r" ; ES Warane Mkne Unvorsichtlgkeit,' die belnahe'schlimme Folgen hätte haben können fuhr Tremorel fort. 5' 0 iWt; ' Wle lange bin ich krank V ; 7 1 : 5 ' -: - : ! Seit acht Tagend ''' - In diesem Augenblick wurde Graf Tremorel ' abgerufen ein -Unbekannter wünschte ihn zu sprechen. ' ' ' Wer mag eö sein ?" dachte er bei sich, während er langsa die Treppe hinab ging. ' ' ' ' - ' " Er traf den Unbekannten nicht an ein Diener übergab ihm anstatt deffen ein kleines, sorgfältig zugesiegeltes und wohl verschnürtes Packet; der Mann, so sagte der Diener, habe Eile gehabt und ihn ge beten, daö Packrtlan den Grasen Tremorel abzugeben. ; Langsam stieg er wieder zum Kranken zimmer empor gedankenvoll däS Packet von allen Seiten betrachtend. Er" wußte sich' nicht zu errinnern, von wem er irgend etwas zu empfangen habe : von Paris konnte es kaum gekommen sein, dann wäre

ks jedenfalls durch die Post befördert worden. ' .' Sauvestry schien ein wenig zu schlumrnern. Tremorel setzte sich leise aus seinen Stuhl neben dem Bette und öffnete vorsichtig das Packet. ES enthielt weiter nichts als ein kleines.' wohl eingehülltes Fläfchchen, dem ein Zettel beilag. ' Dieser Zettel enthielt die Worte : Wie ich 'au5 sicherer Quelle vernehme," ist Gefahr vorhanden, daß AlleS mißlingt darum rasch a,'s Werk, damit kein Aufsehen erregt wird. 1 Noch einige Tage und eS wird zu spät sein manwürde Verdacht schS pfe'n.' Nur eine Kleinigkeit genügt Ue brigenS : Entweder oder !" Eine Unterschrift trug der Zettel nicht Graf Tremorel hatte kaum, die ersten Worte gelesen, als er schon erriech von wem derselbe herrühite, wenn nicht anders da? beiliegende Fläschchen ihm Alles ge sagt hätte. . . '. .Der Elende ! murmelte er halblaut vor sich hin. .Und doch muß " - j Er hielt erschrocken inne. - Sauvistry bewegte sich. Mit Blitzesschnelle steckte er Allks in eine Seitentasche. .Wünschest Du irgend etwaö?" frug er thkilnahmsvoll seinen Oheim. - F!ein, jetzt nicht ich habe einen merf würdigen Traum gehabt." ,Und ?- Ich träumte, als obJemand mich zu ermorden suche - langsam mit Gift eö war ein kleines Fläschchen, wel. chcs der - Mörder in der Hand hielt'. . . Schon' nahte er sich meinem Lager, und wolle ein klein wenig von dem Gifte in meine Arznei gießen ta erwachte ich."' - Oh!" antwortete Tremorel mit zitternder Stimme.' .Träume' sind Schäume Deine Krankheit ist e?, welche Dich solche -Echreckbilder sehen läßt." ' i Freilich aber nicht selten' ist es der Fall, daß'Träume in Erfüllung gehen . m'kizst Du nicht auch?" ' .Möglich aber es sind weiter nichts als Zufälligkeiten. Wer sollte Dir übn. gejis etwas Böses anhaben wollen ?" Man weiß nicht " Erschöpft von dem vielen Sprechen sank Sauvestry wie der auf sein Lager zurück. Der kalte Schweiß stand dem Grasen aufder Stirn . . . 'Hatte sein Oheim Ver dacht 'geschöpft? Aber r 'hatte, doch so vorsichtig. das Packetchen entstegelt Es kam ihm ein surchtbarer.Gedanke.. . Vielleicht hatte Sauvestry nicht g schlummert dann hatte er Alles bemerkt .''.Aber nein, es war nicht möglich, dachteer Zch dann wieder, Sauvestry schlief Wenn er den Inhalt deö Packets gese hen hätte, dachte er dann wieder, Furcht? bar. surchtbar ! ' " y- : - c. Dann erinnerte'er sich wieder der furchtbare Schlußworte, die der Zettel enthielt : Entweder oder ' Er verstand ihren Sinn und ihre Bedeutung nur zu wohl. Er hatte sich in eine Falle locken lassen, aus der er nicht' zu entwischen vermochte. Lange kämpfte er mit sich selbst. : :r Thorheiten Thorheiten !" dachte .er. dann endlich, nichts' als Thorheiten,' elende Furcht! Wer weiß davon, fuhr er. mit sich selbst sprechend fort, alö - ich und Niemand ander. . Und wer sollte 'ahnen, 'däß er gerade dadura gestorben sei? Man wird. deüken. und sagen,. eS ist ein tödlicher Rückfallin Folge der eben Äberstaidenen Krankheitl So oft' geschieht t& ja, daß Jemand, det schwer er krankt nar und sich bester zu sühlen glaubt, plötzlich stirbt . . . Niemand wird etwas 'Verdächtiges - finden können. - Das Gift, sagte er sa. wäre .mit den jetzt -bekannten Hilfsmitteln nicht .zu entdecken. . Und dann werde ich -eine! neue Existenz ' gründen und 'eine solides Leben beginnen herrlich. Darum syrisch voran, " schloß er dieses SelbstgisprSch um sich selbst so viel als

möglich zu ermuntern zu suchen. ' J Det übriTheil des Abends und' der folgende Tag vergingen ohne bemerkenS werthen Zmischensall Gras Tremorel wich fast nicht vom Bette seines Oheims. In der'Nacht Graf'Tremorel ' hatte soeben auf einige Stunden sich zur Ruhe begeben sühlte Sauvestry plötzlich wie der unwohl und es dauerte nur kurze Zeit, so war sein Verstand wieder umflort und das Fieber erfüllte von Neuem fein Gehien. mit allerlei Schreckgebilden. Am folgenden Morgen erklärte der Arzt, die Gefahr fei jetzt größer als je. Die Krankheit wurde immer heftiger, aber ihr Verlauf 'immer ungewisser. Die sonderbarsten Symptome begannen sich zu zeigen nicht selten geradezu einander widersprechend die Aerzte waren rath los. .. :.. . '. -'' ' .' .

(Fortsetzung solgt.) : :':xi

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