Indiana Tribüne, Volume 3, Number 23, Indianapolis, Marion County, 15 January 1881 — Page 7
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Jndiaua Tribüne.
Die Starke dcö MormontnthumS. - Da die Mormonenfrage in Folge der Botschaft des Präsidenten gegenwärtig
Wieder erörtert wird, so ist von verzchiedenen Seiten dieFrage aufgeworfen worden, wie stark eigentlich das Mormonenthum im Gebiete der Ver. Staaten ist. Eine genaue Staiistik darüber besitzen wohl nur die Leiter der mormonischen Kirche", doch lägt sich eine annähernd richtige Zahl der Heiligen der letzten Tage" auch ohne eine solche Statistik feststellen. Das TerTitorium Utah hat, so berichtet die San Francisco Abendpost", nach dem letzten Census 143.907 Einwohner, mit Ausschluß der Indianer. Davon sind wahrscheinlich vier Fünftel Mormonen, wenn man nach dem Resultate der letzten Wahl eines Con greßdelegaten schließen darf. In Jdaho bilden die Mormonen ungefähr ein Viertel !der Gesammtbevölkerung, die von dem neuen Census auf 32.611 angegeben wird, unb in Arizona und New Mexiko beläuft ihre Zahl sich auf mehrere Tausende. Danach ließe sich folgende Zusammenstel lung machen : Zahl der Mormonen in Utah 1!5,"00 Jdaho 9,0' 0 New Meriko ' 3,00 Arizona 2,000 In andern Theilen der Union , b,00i Total 132,000 Bei weitem der größte Theil der Mo? monen ist von europäischer Abkunft. In den Jahren von 1810 bis 1851 landeten ungefähr 20.000 mormonische Proselyten in New Bork, von denen 17,195 über Liverpool kamen. Von 1855 bis 1860 trafen in Castle Garden 30.417 Einwan derer von Europa ein, dcren Bestimmungsort Utah war; es läßt sich anneh' men, daß sie mit sehr wenigen Ausnahmen Mormonen waren. Am stärksten ist unter den Mormonen das skandinavische Element vertraten, dann folgen Briten (na mentlich Walliser) und Amerikaner. Auch die Schweiz hat im Verhältniß zu ihrer Bevölkerungszhl ein starkes Contingent für 'die Anbänger der Smithschen Lehre geliefert. Die Deutschen sind unter dm Mormonen allem Anscheine nach nur sehr schwach vertreten. Englische und amerikanische Arbeit. Geo. A. Sala, ein Mitarbeiter an der Londoner Times", wacher sich seit einem Jahre zum Besuche in den Ver. Staaten aushält, schreibt an eine englische Zeitung, daß die Ardeiterklassen Englands und Schottlands besser und behäbiger gekleidet seien als diejenigen Amerikas. Ein. Berichterstatter des Brooklyner Eagle", der in einer der mittleren: Grafschaften Englannds wohnt, schreicht dieser Zkitung, er könne Sala's Angaden nur bestätigen ; es gäbe in England gar keine ärmlich gekleidete Klasse; wollene Stosse und wärmere Kleidung herrschten vor, bei weniger Putz gäbe es mehr tüchtige Kleidung. Ferner behauptet das Bostone? Journal osCoM' merce", eine starke Schutzzöllnerin, daß Hr. Sala Recht habe, und fügt hinzu : es ist lächerlich zu behaupten, daß englische Handwerker sich vonSchwarzbrot aus gro bem schlechten Mehl nährten, daß sie nur dann und wann eine dünne Suppe aus Rindsknochen bekämen, und daß sie für ssch und ihre Kinder uur selten einen Rinderbraten hätten". Hierzu bemerkt das "Malerten Home Journal, daß dortige jüngst aus England eingewanderte Handwerker sagen, die englischenArbeiter seien in man chen Hinsichten besser daran als die ame rikanischen. Die Kleidung drüben sei dauerhafter und wohlfeiler, die Nahrung gesünder und ebenso reichlich als hier, und der gesetzliche Schutz der Arbeiter drüben weit besser, da Kinderarbeit streng verhin dert, der neunstündige Werktag durch Fa brikinspektion überall erzwungen und Krankheiten durch Gesundheitsinspektion seltener gemacht. Leichenverbrennung in England. Wir berichteten neulich von einer Bewe gung zu Gunsten der Leichenverdrennung in Frankreich ; auch in England gewinnt dieselbe an Boden. Gegen 120 Mitglie der der British - Medicinal Association, einer Vereinigung von Aerzten, sind, wie man aus Lonndon schreibt, bei dem Mini ster des Innern um Gestattung der Leichen Verbrennung als einer durchaus unschädli chen und empfehlenswertheu Weise derBe Handlung von Leichen eingekommen und haben den Erlaß polizeiliche Vorschriften zur Regelung der Verbrennung ange regt.
Ueber Arthur Liebermann, den durch die Opportunisten und die Reaktion zu Tode gehetzten Sozialisten, welcher vor ei niger Zeit in Syrakus Selbstmord beging, schreibt der Socialdemokrat": Arthur Liebermann hat sich durch Erschießen das Leben genommen. Dieser Entschluß wird auf Rahrungssorgen zu rücks.eführt, und Liebermann hatte deren in der That; aber sicherlich sind sie nicht allein die Ursache seiner That gewesen, sondern haben dazu auch die durch sen Kerker und Flüchtingsleben, sowie die Trennung von seiner Familie hervorgerufenen seelischen Leiden beigetragen. Liebermann machte 1874 z'i Wilna die Bekanntschaft des jüngst verurtheilten Sundeewitsch und schloß sich der dortigen geheimen Gesellschaft an; er war damals Verwalter der Transportversicherungsge sellschaft 3afor Sein Vater, der Lehrer an einer jüdischen Volkslchule in Su wolki und ein gebildeter Mann war. gab ihm eine außerordentliche Erziehung. Er ließ ihn die hebräische Sprache und den Talmund studieren, so daß L. ein besann ter hebräischer Schriftsteller wurde; und als freisinnigerMann ließ er ihn auch europäisch bilden und ins Gymnasium. .sowie sodann in die Gewerbeakademie zuPetersbürg aufnehmen. Letztere mußteL. wegen seiner Heirath verlassen; er nahm hierauf eine Volkslehrerstelle und später die Ver waltersttlle an. Er wirkte als vortresfli' cher Agitator und Redner in den geheimen Versamlungen, und waren seine Bestrebungen vornehmlich auf eine besondere Agitation unter den Juden, in jüdischer Sprach?, gerichtet. 1875 floh er wegen Verbreitung verbotener Schriften nach London, wo er Mitarbeiter am Wpjod war. Späier ging er nach Wien, gab dors eine sozialistische Zeitung in hebräi scher Sprache heraus, wurde dann verhastet und nach einer Untersuchung von i Jahre zu 4 Monaten verurtheilt nnd dann an Preußen ausgeliefert. Sodann wurde er in Berlin in dem bekannten NihilistenProzeß" AronsohN'Gurewitsch-Liebermann zu 9 Monaten verurtheilt. Nach seiner Freilassung befand er sich erst eineZeiUang in London. Er hinterläßt eine Frau und vier Kinder. Liebermann hat sich ganz der Sache der Befreiung des geknechteten Volkes hingegeben ; er wird in den Her zen der Sozialisten, im Gedächtniß aller Freunde des Volkes und der Freiheit fort leben. In der FiiÄerei'Ausstellung in Berlin schreibt dieElektrotechnische Zeitung" befand sich auch eine patentirte elektrische Fischangel. Dieselbe besteht aus einem kleinen Schiffchen, das durch ein eine Flügelschraube treibendes Uhrwerk nach jeder Stelle des GewäsierS geräuschlos gelenkt werden kann. Dort angelankt, verankert es sich selbst gegen Wind und Strömung, während Angelschnur nebst Haken in' Wasiergleiten. Das Schiffchen enthüllt eine elekirische Batterie und einen Elektromagnet, welche so angeordnet sind, daß der leichteste Druck bez. Biß auf den Haken den elektrischen Strom schließt, dieser mittels des Eliktro magnetes die Ruthe mit Schnur und Ha ken blitzschnell hochschleudert und den Fisch einhaut. DasEmporschnellen der Ruthe macht eineGlocke erklingen und benachrich tigt den Angler, daß ein Fisch gefangen worden ist, der dann durch die das Schiff mit dem Ufer verbindende Schnur gelandet werden kann. Das Muselkind. Ein toleranter Hauptmann des Leibregimentes in Mün chen prägte letzter Tage seinen Rekruten die nöthige militärische Anschauungsweise betreffs des Confessionsunterschiedes in folgender Weise ein : Soldat istSoldat. Wer einen Vater hat, der ein Jude ist, kann nichts dasür; wer einen Vater hat, der Protestant ist, kann nichts dasür; wer einen Vater hat, der Katholik ist, kann nichts dafür. Keiner darf daher den an der?n einen Juden oder Protestanten oder Katholiken heißen, sonnern nur den Sol daten und Kameraden in ihm erblicken. Und Sie, Berget wandte sich der Herr Hauptmann an einen Rekruten was waren Sie, wenn Ihr Vater ein Musel mann wäre ? Erschreckt fahrt der Rekrut mit den Absätzen zusammen und antwortet zaghaft : Ein Muselkind !- Ein, um die gewerkschastlicheOrganisation der Arbeiter sehr verdienter Mann, der Schriftsetzer Johanes Didolph, ist am 3. v.Mts. imAlter von 65Jahren in Stutt. gart verschieden. Er war Vorsitzender des .Unterstützungs Vereins deutscher Buch, drucke?." Auch darf man ihn als den t
gentlichenGründerdesDeutschenBuchdru cker-Verbandes" ansehen. Wer sich des I. Jakoby'schen Werkes erinnert,nach welchem die geringste Arbeiter-Organisation mehr kulturelle Bedeutung hat als die Schlacht bei Sadowa, der wird dem Verblichenen ein ehrendes Andenken bewahren.
humoristisches. Die Weibertreue ist eine verfallene Burg im Schwabenlande. Die Begründer Berlins haben nicht auf Gott vertraut, sonst hätten sie aus sei nen Sand gebaut. Religionen pflegen meist rein importirt und erst später von den Detailisten gefälscht zu werden. Buchhändler": Das Buch ist zwar etwas theuer, aber doch geradezu zum Todtlachen. Mann : Sie, das kauf' ich meiner Schwiegermutter!" Wtt muß ich es machen," fragte ein Schauspieler, das Haus zu meinemBene siz zu füllen V . Laden Sie nur Ihre Gläubiger ein," erwiderte der Gefragte. Lehrer: Die Sprache ist es, die das Thier zum Menschen erhebt. Wenn das Schwein sagen könnte: Ich bin ein Schwein! so wäre es schon kein Schwein mehr, sondern ein Mensch." Wirth : Sehen Sie, ich lebe blos von Kartoffeln. Es kommt nur daraus an, wie man sie zubereitet. Die Kartof feln gebe ich zuerst meinen Schweinen zu freffen, und die Schweine effe ich." Müller: Ihr Schwaben seid doch ein dummes Volk, Ihr bekommt erst mit den vierziger Jahren Verstand." v Meier: Und Ihr dummen Plattdeutschen kriegt ihn im ganzen Leben nicht!" Schriftsteller:' Ich möchte einmal etwas ganz Neues, noch nie Dagewesenes schreiben, und weiß nicht was. Rathen Sie mir !" Schalk: Nun, so schreiben Sie ein Gebetbuch für Atheisten?" Frau : Wo warstDu gestern Nacht wieder so lange?" 9ann : Bei einem guten Freunde." Frau: So! Und wo war denn der gute Freund?" : Mann : Im im Wirthshaus !" . o Modern eL leb es erklärung. Nachdem sich unsere beiderseiligen Väter über die nöthigen Geldangelegenheiten verständigt haben, wage ich es (er fällt auf die Kniee). Ihnen zu gestehen, daß ich Sie unaussprechlich fürchterlich liebe!" Ein Condolenz Besuch. Es ist mir recht lieb, Sie nach diesem schweren Verlust, den Sie durch den Tod Ihres Mannes erlitten haben, doch so ge faßt zu finden." Ja, der Doktor hat mir eben das Wei nen streng verboten." - Er : Aber, liebe Frau, willst Du denn nicht aushören, Haare von einem andern Weibsbild auf Deinem Kopfe zu tragen?" Sie: Aber, lieber Mann, willst Du denn nicht aushören, Leder von einem an dern Ochsen an Deinen Füßen zu tra gen?" - Eine Achilles Ferse: Richter : Wie kommen Sie dazu, diesen Herrn zu verklZgen, er hat doch nur ge sagt: Ich versichere Sie " Kläger: Ja eben deshalb, das ist eine Infamie! Der Herr ist , nämlich Agent einer Schweine Versicherungsge sellschast Umgekehrte Wirkung: Es begegnen sich zwei Bauern. Du," sagt der Hans, wia's ost geht. Gestern is mei Bua im Heu, und da beißt ihn a Natter. Der Doktor sagt, die Wunde muß ausbrennt werden. Jetzt hab' ich doch a bis! Angst um mei Hansl." O mei," sagt Zder Sepp ihn tröstend, das macht gar nichts. Voriges Jahr hat mei Alte, die selber alleweil voll Gist ist, auch a Natter Riffen." ' No," sagt der Hans, hat ihr denn das nichts g'macht?" Na sagte, der Sepp, meiner Alten hat der Biß nichts g'macht, aber die Natter is hin 'worden."
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