Indiana Tribüne, Volume 3, Number 23, Indianapolis, Marion County, 15 January 1881 — Page 4
Jndiana Tribüne.
Sndiana Hribüne. (Wochenblatt.)
Lfstce: Ecke Circle u. Meridianstr, (Im dritten Stock Entered as Feconsl-class matter at the Postoßlce at Indianapolis, Indiana. Abonnements-Preise. Inder Ztadt durch die Post ins HauS geliefert Ver Jahr im Voraus 52.00 An Nummer ö KeutS. Qtto Schissl,' Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 15. Jan. 1881. Tcmpercnzstrcich Senator Shaffer von Huntington County hat der Legislatur ein Temperen;gesed vorglschlagen, dessen Bestimmungen ungefähr folgende sind : .Jeder Verkäufer von geistigen Geträn ken kann nur dann eine Lizen? ertheilt Zekommen,wenn erseineAppZikat'on wenig siens einen Monat bevor er dieselbe den Kommissären unterbreitet in einer in dem betreffenden County erscheinenden Zeitung ublizirt bat. Mit der Applikation muß e? auch den Commissaren eine Petition vorlegen, welche von einer Majorität der Stimmgeber des Ortes, an welchem er die Getränke verkaufen will, unterzeichnet ist. - Die Lizens soll $250 losten und die Bürgschaft, welche der Applikant zu stellen hat betragt $3000. Die Bestimmung, daß an Sonn und Feiertagen keine geistigen Getränke verab reicht werden, steht natürlich auch b?i dieser Temperenzbill obenan, auch soll die Ver abreichung geistiger Getränke an Minderjährige bestraft erden. Ein Rausch muß aber mindestens mit Z50Geldstrafe gesühnt werden." DaS Gesetz ist von dem hiestgen Mvo taten Harrington ausgearbeitet. Was der Amerikaner in Beziehung aus den Temperenzschwindel zu leisten sähig ist, sieht man so recht an dem genannten Advokaten. Als zum Zwecke der Abschaffung des anrüchige : BaMGesetzes die Organisa tion für Freiheit und Recht' in's Leben gerusen wurde, da war besagte? Harrington, wenn wir nicht irren, Anwalt der Organisation. Er bekämpfte die Tem perenz Bewegung zur Zeit mit aller Energie, und auch nicht ohne Ersolg. Ob er eS aus Ueberzeugung, oder des Berdienstes halber, oder des Parteistandpunk teS halber that (Herr Harrington ist ein Demokrat) wissen wir nicht. Als es sich vor sechsJahren darum han delte von der Legislatur ein vernünftiges Lizensgesetz zu erlangen, arbeitete Herr Harrington im Verein mit Herrn Rappa Port ein solches Gesetz aus, das nachh r auch mit wenigen Veränderungen angenommen wurde und noch jetzt besteht. Während dieser ganzen Zeit schmeckte Herrn Harrington sein Gläschen ganz gut, oft mehr als gut. Auf einmal fing er an, tin blaues Bündchen im Knopfloch zu tragen. Ob moralischer Katzenjammer, oder was Anderes die Ursache war, wiffen wir nicht, wir glauben jedoch, daß er den pledge" sorgfältig einhielt. So ist denn aus dem Saulus ein Paulus geworden, der jetzt ebenso eifrig für die Temperenzler arbeitet, wie er früher gegen sie arbeitete. Klassenunterschiede. Der Gouverneur von Pennsylvanien sagte in seiner Botschaft an die Legislatur, daß sozialistische Bestrebungen in diesem Lande unberechtigt seien, weil es keine Klaffenunterschiede gebe und weil der Ar beiter von heute der Arbeitgeber von mzrgen sei. Ueber die Nothwendigkeit oder Ueber flüsfigkeit sozialistischer Bestrebungen wollen wir mit dem pennsylvanischen Gou verne'ur nicht rechten. Unser Autoritats glaube ist sehr schwach, und wir halten eine Person nicht gerade deshalb sür klü ger als andere, weil es ihr gelungen ist, Gouverneur von Politikers Gnaden zu werden. Kenntniffe und Wiffen sind in Amerika gerade nicht die Bedingungen zur Erlangung einflußreicher Aemter, desto häufiger kommt eS aber vor, daß gerade in den Beamtenkreisen das Verständniß für AlleS, was nicht Parteipolitik ist, voll ständig fehlt. Ist schon an und sür sich der Unterschied in den Ständen nicht daö schlimmste Uebel in der Gesellschaft, so ist
es einsach nicht wahr, daß es in Amerika keine Klaffenunterschiede giebt. Diese Behauptung ist eine Verkennung der wirk lichen Zustände. Es giebt hierzulande gerade so gut Barone und Grafen, wie in Europa, man nennt sie nur nicht so. Wie in den Monarchien Eulopa's dieTitel ohne die Mittel nicht viel werth sind, so sind es eben hier auch die Mittel, welche die Klaffenuntcrschiede erzeugen. Wir wollen uns nicht darauf einlaffen, die ganze Stufenleiter der verschiedenen Stände zu zeichnen. Wir erwähnen bloß zwei Klaffen, zwischen welchen sich verschiedene Abstufungen befinden, nämlich Diejenigen, welche Viel haben und Diejenigen, welche Nichts haben. Die Ersten bilden die hohe Aristokratie des Landes, die Letzteren bilden den Plebs. Der amerikanische Millionär kleidet seinen Bedienten in Livree, malt irgend ein Wappen an seine Kutsche und läßt sich jeden Besucher erst anmelden, gerade wie der europäische Edelmann. Dagegen ist der europäische
Edelmann meist liebenswürdig und gebil det. Sein Stand bringt es mit sich, daß ihm eine gute Erziehung zu Theil wird. daß er Kenntniffe erwirbt und sich gute Manieren aneignet. Der amerikanische Geldaristokrat aber, der sein Geld meist durch irgend einen glücklichen Zusall erwarben, besitzt gewöhnlich weder Kenntniffe noch Manieren, und statt gebildet und liebenswürdig zu sein, ist er meist unwis send und adstokend. Die amerikanische Geldaristokratie ist gesellschaftlich kaum weniger exllusw wie der europäische Adel, und die Klaffenunterschiede sind hier ebenso wie in Europa vorhanden. Man muß nicht glauben, daß weil wir in der Theorie Alle gleich sind, weil das Gesetz keinen Unterschied macht, diese Gleichheit auch in der Praxis existirt. Sobald die Verhältniffe eines Landes die Ansammlung von Reichthümern gestatten, sind auch die ttlaffenunterschiede da. denn der mächtigste Faktor in der- Gestaltung gesellschaftlicher Zustände ist das Geld. Der Reichthum wird sich stets die Armuth dienstbar machen, und wo es Herren und Diener giebt, da giebt e3 auch Klassenunterschiede. Der Schulzwang. Nicht selten hört man von Leuten, die sonst ganz vernünftige Ansichten haben, bezüglich der Agitation für Schulzwang mißbilligende Aeußerungen. Sie glauben, daß das Verlangen nachSchulzwang schon aus dem Grunde verwerflich ist, weil wir in einem freien Lande leben, und deshalb die Erziehung der Jugend ausschließlich Sache der Eltern sein sollte. So weit wäre das allerdings recht schön und gut. ivenn dies: Gegner des Schulzwangs nur auch zugleich die Versicherung geben könn ten, daß alle Eltern bei Erziehung der Ju gend, das Wohl der Kinder und damit das der Allgemeinheit im Auge behalten. Diesen Beweis zu erbringen, dürfte aber sehr schwer, ja wir behaupten, ganz unmöglich sein, denn wenn wir das von allen Eltern annehmen könnten, so fiele das Verlangen nach allgemeinen Schulzwang schon von vornherein weg, weil dann überhaupt alle Kinder die Schule besuchen würden. Daß das jedoch in einem Lande, woSchulzwang noch nie existirte, nicht der Fall ist, beweist die ansehnliche Zahl der Personen, welche daö 13. Jahr bereits überschritten baben, aber weder lesen noch schreiben können. Auch die vielen Kinder, welche um den Eltern beim Erwerb behülflich zu sein von Morgens bis Abends in den Fabriken ar beiten und dabei geistig und physisch Der kümmern, sind ein sprechender Beweis dasür, daß es dringend des Schulzwanges bedarf, um der Jugend die Plätze zu ver schließen, an welchen sie ihrem Untergange entgegen geht, und sie zum Besuche der Plätze zu verpflichten, wo sie ihr Wiffen begründen und erweitern soll und wo ihr die richtige Anleitung zu einem guten und tugendhasten Lebensmandel gegeben werden soll. ' Mit dem Tage, wo bei uns der Schul zwang eingeführt werden wird, wird das Verbrechen junge Kinder in ungesunden Fabriken auszubeuten nicht mehr so leicht begangen werden können und der sittliche und moralische Einfluß, den die gut geleitete Schule auf die Jugend ausüben muß, wird nicht zu verkennen sein. Gute Schul bildung allein kann die Jugend vor Verwilderung, wie wir sie heute leider im Durchschnitt bei der aesammten amerika nischen Jugend finden, bewahren. Aufgäbe jedes wirklichen Menschenfreundes ist es deshalb zu Gunsten der Einführung des Schulzwanges zu agitiren.
Die Legislatur hat bis jetzt Nichts von Wichtigkeit gethan. Das britische Schiff Laporta ist an der Küste von Oregon untergegangen und wie man befürchtet mit allen Mann an Bord.
Aus Wilmington, Delaware, werden mehrere BlatternJälle gemeldet. Meh rere Personen sind dort bereits der gefähr lichen Krankheit erlegen. Die Greenbacker haben in der Orga nisation des StaatsSenats wirklich den Sieg davongetragen. Da sieht man, was unter günstigen Umständen geschickte Taktik vermag. Im Staatsirrenhause von Minnesota hat eine irrsinnige Frau eine andere er würgt. Wären die Beamten einer solchen Anstalt stets da, wo sie sein sollten, so könnte so etwas gar nicht vorkommen. Der nächste Bundessenator für Indiana wird Benjamin Harrison sein. Er erhielt die einstimmige Nomination des republikanischen Eaucus und die Republikaner haben die Mehrheit in der Lcgislatur. In Mannheim wurde ein SängerClub aus Grund des Sozialistengesetzes verboten. Der bekannte Reim .wo man singt, da laß dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder." darf daher nicht mehr auf Treu undGlauben hingenommen wer den. Frau Alice Williams von Alpine, Mich., schnitt sich dieser Tage die Zunge mit einem Rasirmeffer ab und ist demTode nahe. Sie wähnte als fanatische Katholistn, der Herrgott verlange das Opfer von ihr.Eine derartigeOperationsollte eigentlich an den Leuten vorgenommen werden, die Andern solche und ähnliche wahnsinnige Geschichten einplaudern. Im Senate . wurde eine Bill eingereicht, welche die Errheilung von Heiraths lizensen an Gewohnheitssäuser, an Solche, welche mehrmals eines Verbrechens überführt wurden, an Schwachsinnige, und Solche, welche an erblichen Wahnsinn leiden, verbietet. E5 scheint, daß das Gesetz sich in die Dalwin'sche natürlicheZüchtung zu mengen beabsichtigt. Der Hcspfaffe Stöcker in Berlin hat nun auch einen christlich-sozialin Club zu sammen getrommelt, welcher sür dieAntise mitenbewegung agitiren soll. Die Leute welche zu dieser ehrwürdigen Gesellschaft gehören, nennen sich' natürlich Arbeiter. Wir möchten wiffen ob StLcker für diese außerordentlichen Dienste von der Regierung besonders besoldet wird. In Chicago wurde am Montag die 56jährige Frau Marie Eerke in ihrer Stube todt ausgefunden. Die Leiche lag auf einem kleinen Hausen Sagespähne und war hart gesroren. In der Stube war absolut kein Stück Möbel vorhanden, und eS ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die Arme an Entbehrungen gestorben ist. O du göttliche Welteinrichtung ! Das Censusamt veröffentlicht solgende Angaben : Louisiana hat eine Be völkerung von 940,263 Seelen, darunter 486,300 Farbige. Nord Carolina, Ge sammtbevölkerung 1.400,000, darunter 532,533 Farbige. Alabama, Gesammtbevölkerung 1,262,344, darunter 600,358 Farbige. Arkansas, Gesammtbevölkerung 1 802,564, darunter 210,953 Farbige. Der bekannte Freiheitsmann von 1848, Arnold Rüge, ist in London im 79 Lebensjahre gestorben. Wie mancher Achtundvierziger wurde auch Rüge in späteren Jahren einAnhänger der'Bismarck'schen Politik. Dieser Rückfall ist nur verzeihlich, wenn man annimmt, daß Rüge damals schon in einem Alter war, wo jeder Mensch mehr oder weniger an Alters schwäche leidet. Gerber, Feldherr, Präsident, Redner, Zeitungsschreiber, das ist die Carriere von Ulysses S. Grant. Der Glorreiche ist unter dieJournalisten gegangen. Dem Erscheinen der nächsten North American Review" sieht man mit grenzenloserSpannung entgegen, weil Grant den HauptArtikel Thema : DerNicaragua Kanal mit Seitenblicken auf den von Panama für sie liefert. Die Ernährung durch seine Feder ist jedenfalls ein sehr achtungöwerther Erwerbszweig.
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C.F, kt (SCHMIDT'S ie berühmteste und besteingerichtetste und "Iiivioratin Malt-Extract
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vorzuglich anerkannt. Aufträge zum Verschiffen von Lagerbier aus allen Eisenbahn sin. ' v . . i ...tm '
Linien roeroen prompl ersuul. .Am Montag langten in Paris sieben amnestirte Communisten an. Dieselben wurden von Rochefort, Clemenceau und Louise Michel begrüßt. Die Vauernbewegung in Oesterreich nimmt den neuesten Postnachrichten zu folge noch immer größere Dimensionen an. Am 19. v.MIs. haben sich in Gaming mehr als 500 Bauern versammelt und zu einem Linzer Bauertage waren am 2l.Dez. bereits 2300 ttarten ausgegeben. Handelt es sich dabei zunächst auch nur um nächst liegende Interessen Angelegenheiten (Grund-, Gebäude-, Branntweinschankund Pertroleumsteuer), so ist doch allein schon dieThatsache von nicht zu unterschätze ender Bedeutung, daß die Bauern, als der bisher indolenteste Theil der Bevölkerung, sich anschicken, selbstthätig an der Politik Theil zu nehmen. Das häufige Austreten der Dipbterie wird anscheinend mit vollemRechte auf die mangelhasten Vorkehrungen zur Berhütung des Eintrittes gesundheitsschädlicher Gase in die Häuser zurückgeführt. Die vielen Fälle zu Montclaer N.J., von wel djin der Telegraph vor Kurzem meldete, haben die Aufmerksamknit der östlichen Zeitungen auf diesen Gegenstand in noch weit höherem Maße gelenkt' als bisher. Man fragt, ob die modernen Berbesierungen, wie Abzuskanäle zc.nicht an und sür sich eine der hauptsächlichen Ursachen von Jnsektionskrankheiten find. Eme Erfin dung zur Verhütung des Eintrittes der Gase in die Häuser würde von unberechenbarem Werthe in gesundheitlicher Beziehung sein. Eine Zeitung aus NeuCaladon:en berichtet, daß auf Mare, einer der Lovali täts'Jnseln, eine Kirchengem inde protestantischer Eingeborner von einem Hausen katholischer Eingeborener mit Knütteln angegriffen und in die Flucht geschlagen worden sei. Den solgendenSonntag forderten die Katholiken dieProtestanten heraus, durch die Waffen zu entscheiden, welcher lIlaube der bestere sei. Um den Sabath" nicht zu entheiligen, nahmen die Protestanten die Heraussorderung erst am Montag an, schlugen sie und umzingelten sie; aber die katolischen Psaffen versprachen ihren Leuten die Hülfe französischer Soldaten, wenn sie Stand hielten. Darauf wurden alleKatholiken ermordet, selbst die Kinder nicht geschont. Und daS AlleS zur größern EhreGottes, unbekümmert darum, daß wir 1881 schreiben. Die Arbeiter der Schweiz haben sich die solideste Organisation, welche die modernen Arbeiter haben können, gegeben. Sie sind zu einem Allgemeinen Gewerkschastsbund" zusammengetreten. Die Tagwacht", welche nach elfjährigem Bestehen von nun an den Namen Arbeiterstimme" führen und Organ dieser Organisation sein wird, veröffentlicht die Statuten, welche im Eingang lauten : Art.1. Zweck des Allgemeinen GewerkschastSbundeS ist: Hebung und Förderung der sozial-ökonomischen Interessen deS arbeitenden Volkes und der endlichen Erringung allgemeiner und gleicher Nuß nießung an Grund und Boden und der Produktionsmittel." .Art. 2. Zur Erreichung unseres ZweckeS wird die Vereinigung aller bestehenden Gewerkschaftöverbände und einzelnen Gewerkschaften zu einem Bunde erstrebt, und die Gründung neuer Gewerkschaften in die Hand genommen und eine unserem Zwecke entsprechende Agitation entfaltet."
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- Branere 9 SQUARE,) INDIANAPOLIS, IND. Brauerei m Staate. Mein Lagerbier Bottle Leer" ist vor allem anderen als C. F. Schmidt. Gladstone hat im Parlamente verlern ten lasten, daß ehe die Beschwerden der Irischen Berücksichtigung finden sollen, Zwangsn.akregeln inAnwendung gebracht werden müssen. Das kann den Irischen nur dann nichts schaden, wenn sie sich durch diese Zwangsmaßreaeln nicht mürbe machen laffen und einen womöglich noch zäberen Widerstand entgegensetzen. Weichen sie aber nur um eines HaaceZ Breite von ihrenForderungen ab so ist ihre Sache bald ganz verloren. ' Die Zabl der Meilen neuer Eisenbahnen, welche 1880 m den Ver. Staaten ge gebaut worden sind, haben wir neulich schon angegeben mit 4500. Daneben sind aber auch doppeltete Geleise gelegt worden, wo vorher blos einfache waren, oder drei-, vier- und mehrfache, wo blos doppclte waren, und das bringt die Zahl neuer Meilen Eisenbahngeleise im Jahre 1880 auf 7500, oder mehr, als je in einem Jahre hier oder irgendwo in der Welt gebaut wurden. Es betheiligten sich alle Staaten daran außer Misstppi, und alle Territorien außer Jndian, Jdaho und Wyoming. Die Ver. Staaten besitzen nun 93,704 Meilen Eisenbahn, fast soviel als die übrige Welt zusammen. DieBortheile, welche uns daraus erwachsen, sind jedoch verschwindend klein im Verhältniß zu denen, welche uns gewährt werden könnten .wenn ja wenn eben das ganze System ein anderes wäre. Aus Frankreich. Bei einer Berathung des Gesetzentwurfes über die allgemeine Schulpflicht und die KonfessionSlosigkeit der Schulen räsonnirte ein Mitglied deS reaktionären Heerbannes, der Abg. Villiers, wie folgt : Nach der letzten Zählung giebt es in Frankreich 35 Millionen Katholiken, 500.000 Protestant ten, 100,000 Juden und 82.000 Personen, die sich zu gar keinem Glauben bekennen, also nur diesen 82,000 Personen zu Liebe sollten wir unsere Schulen konfessionslos machen V Daß die Majorität desHause, welche die Konfessionslosigkeit verlangt, sammt allen ihren Wählern zu jenen 35 Millionen sogenannten Katholiken gehört, wollte dem Redner nicht in den Kopf; er kam immer wieder auf seine Statistik zurück. Uebrigens ist es höchst intereffant, zu erfahren, daß es in Frankreich schon 82,000 selbständige Personen giebt, welche den Muth haben, sich offen und ehrlich' als Freidenker zu bekennen. JDST Der Concordia Tanzverein hat bereits Einladungen für seinen am 27.Ja nuar in Reichwein's Halle stattsinvenden Maskenball ausgeschickt. Mathilde Heath will von ihrem Gatten Charles E. Heath geschieden werden, weil sie derselbe ohne ihr Lebewohl zu sagen, verlassen hat. JEaT Mary A. Brown wurde am Don-ne.-stag. in die Strafanstalt verbracht. Wade hat noch Immer einen leisen Schimmer von Hoffnung. Am Mittwoch Abend wurde hier Henry Price, ein Deserteur der Bundesarmee in Gewahrsam genommen. jCT Am Dienstag ereignete sich aus du: Vandalia Bahn in der Nähe vonßarmontz eine Collission zwischen zwei Frachtzügen, wobei drei Wagen zertrümmert wurden. Der Schnee, welcher schon seit einigen Tagen eine schmutzig. graue Farbe annahm, entfernt sich und hinterläßt ohne Rücksicht auf die Fußgänger einen entsetzlichen Zustand in den Straßen.
