Indiana Tribüne, Volume 3, Number 22, Indianapolis, Marion County, 8 January 1881 — Page 4
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(Wochenblatt.) Office: Ecke Cirrle u. Meridianstr. , sJm dritten Stock JEntered as coond-class matter, at the Postoflke at Indianapolis, Indiana. AbonnemenN-Preise. 3b der Stadt durch die Post in Haus geliefert Per Zahl im Voraus $2.00 Per Nummer ...... .v.. ., 5 Kents. . Otto Schisssl, Herausgeber. . Indianapolis, Ind., den 8. Jan. 1831. Die Judenhetze in Deutschland. Am NeujahrStage zeigte eS.slch in Berlin, aus welcher Ente die Freunde der Ordnung und gesellschaftlichen Eintracht zu suchen sind. Vottshausen rotteten sich zusammen und bombardirten einige Käs feehäuser,. welche zumeist von Juden quentirt zu werden pflegen mit Steinen und vertrieben die Besucher. Und unter diesen VollShausen befanden sich Viele von Denen, welche sich so gern die Blüthe der deutschen Nation nennen -hören, nämlich i Studenten. . . r , . Der VolkSauflauf mußte sehr betracht liche, Dimensionen angenommen haben, deun, wie eS he'cht, erwie5 sich die. Polizei alS ohnmächtig. .Zwar ist die Berliner Polizei so ohnmächtig nicht, aber bei einer der Regierung so wohlgefälligen Bewegung. sieht sich die Polizei natürlich nicht veranlaßt, ihre Stärke zu gebrauchen. Sie ist Mcfc dann stark, wenn es sich darum handelt friedliche Versammlungen frei heitSliebenderMänner aufzulösen.und brade Familienväter aus demLande zu jagen. Unter dem.Sozialisttngesetze ist es einVer brechen zur Zwietracht unter den verschiedenen Bevölkerungsklassen-aufzureizen. ES fällt aber der Polizei deshalb nicht ein, den Anführer der Judenhetze, den Hosprediger Stöcker zu verfolgen. Durch die Judenbetze wird keine Zwietracht zwischen den Bevölkernngsklasien gesäet. Bei Leibe nicht! Der Hofprediger erklärt bloß das Wort, Gottes! . Es ist eine Schmach und eine Schande, daß so etwas im 19. Jahr hundert noch vorkommen kann. Freilich gilt der Kreuzzug gegen die ?u den, nicht gerade diesen. Die Regierung hat ibn angezettelt, weil ihr die sozialistische SBeroeaiina zu stark. wird, und sie den Hak der Arbeiter von sich ab aus Ärgere lenken möchte. Die Juden gehören auch meistens der liberalen Partei an. Viele der bedeutendsten Führer derselben, wie Lasker, Bamberger und Andere sind Juden. Die Hetze gilt den Liberalen. Die Regierung will sie machtlos machen und sich eine starke konservative Mehrheit sichern. Den Sack sch'ägt man und den Esel meint man. Aber Bismarck hat hier wohl die Rechnung ohne den Wirth ge macht. Er treibt die liberalen Elemente nach links und wird seine Gegner .stärken. So wurde dieser Tage von der bairischen Landesversammlung der Volkspartei U schlössen, überall, wo sie keine eigenenEan didaten, ihreUnterstützung den weiter links siehenden Eandidaten zukommen zu lassen, und links von der Volkspartei stehen die Sozialdemokraten. Die nationalliberale Partei wird zweifelsohne vernichtet werden. Diesen Erfolg wird BiSmalck erringen, aber es wird dadurch -die Opposition stärker und mächtiger werden. Wir hoffen es zur Ehre der deutschen Nation. Wäre es anders, müßten wir unS schämen,Deut sche zu sein. Daö gelobte Vlmerika mit seinen großartigen Einrichtungen und seinem fortschrittlichen Geiste flößt dem Auslande gar großen Respekt ein. Wenn man aber dort von den vielen Dingen, die hier noch faul, sehr faul sind, so genau un terrichtet wäre, als wir eS sind, dann dürfte diese Begeisterung mitunter etwas ge dämpft werden. ' Um ein Volk wahrhaft schätzen zu können, muß man vor Allem seine humanen Anschauungen bewundern können, wenn aber solche Anschauungen durchgehend, vorhanden sind, dann müsien auch barbarische Rohheiten in öffentlichen Anstalten wie folgende rein unmöglich sein. , Ein Correspendent der N. P. Sun" schreibt an genanntes Blatt 'über die in einem Gesängniß in Temo, Thurston County, Washington Territory, herrschenden schmachvollen Zugändemie folgt :.Die Sträflinge werden hier seit langen Jahren
von Gouverneur E. P. Ferry, einem repu blikanilchen Fachpolitiker, an Contraktoren zur Gefangenhaltung und Verköstigung vergeben, nicht etwa an den Mindestbieten den, sondern an irgend einen bevorzugten Politiker. Der gegenwärtige Eontraktor ist ein gewiffer W. BillingS, der mit zwei Anderen associrt ist. Diese Contraktoren ließen an einem etwa vier Meilen von hier entsernen Orte, unter dem Namen Seatco (indianisch Hölle") aus Brettern ein Zellengefangniß bauen. Dasselbe ist in einer Vertiefung zwischen zahlreichen Hügeln unweit der Northern Paicsic Eisen bahn gelegen. Hier werden die unglückli chen Gefangenen mit über 20 Pfund schwe ren eisernen Ketten und Kugeln an ' den Beinen, die sie nie ablegen dürfen, auch selbst wein sie zur Ruhe gehen, in engen Einzelzellen untergebracht. ' Die nännli chen Sträflinge werden gezwungen, in ih ren Kleidern zu schlafen, mögen sie nun von Regen oder Schweiß durchnäßt sein oder nicht ; dieselben nach einer im Regen oder Schneisturm verbrachten TageSarbeit an dem im Gesängniß befindlichen OsenS zu trocknen, wird ihnen nicht gestat tet, sie erhalten ihr Abendbrod und werden den Zellen überwiesen. Dir Gefangenen, meistens zur Arbeit in den nahe gelegenen Kohlenminen verwendet, wo sie. mit den schweren Ketten belastet zur aufreibendsten Thätigkeit angehalten werden, sind . den schrecklichsten Leiden ausgesetzt. Die d ei Sträflingen verabreichte Nahrung besteht gröktentheilö auS halbverweftem ' Salz fleisch, verfaulten . Kartoffeln, ' hartem sauergewordenem Brod und warmenWas ser, daö man deö Morgens fälschlich flaj fee, deS Abends Thee nennt. Die Gefangenwärter, rohe Bursche,' die fast beständig betrunken sind, behandeln die Sträflinge aus die unmenschlichste Weise, zwingen
dieselben tätlich zweimal zu Fuß nach der 3M?ilen entferntenArbeitöstelle und zurück zu gehen; dort treibt man. sie zur Arbeit an, bis sie oft erschöpft zusammensinken. Wer den Anforderungen der Wärter nicht genügt der wird zur Strafe in eine feuchte Dunkelzelle gesperrt, wo er öfters drei Wochen lang bei Waffer und Brod gefan gen gehalten und. beinahe zu Tode geljun gert wird. Die vom County für 'das Gesängniß vermachten Verwilligungen würden hinreichen, um sämmtliche Gefan gene in einem anständigen. Hotel unjerzu bringen. . - Und hierzu noch ein anderes Bild : Im Staatszuchtause zu Jefferson City, Mo., hat sich ein Sträfling mit einem Messer die Halsarterien zerschnitten und ist daran fast zur Stelle verstorben, weil man ihn mit einem rothglühenden eisernen Haken aus der Dunkelzelle herausziehen wollte, .da er sich weigerte herauSzukom men und sein Messer herzugeben." Kaum glaublich aber wahr! Man glaubt sich Angesichts solcher Thatsachen in das sin stere Mittelalter versetzt und die hohe Mei. nung von dem fortgeschrittenen Amerika, erleidet dadurch einen . gewaltigen Stoß. In Sicilien wurde durch schwere Re genstürme großer Schaden angerichtet. Am 23. Dezember fand in Gotha die 34. Leichenverbrennung statt. In einzelnen Theilen Rußlands herrscht so große Noth, daß die Leute zu Hunderten Hungers sterben. Am 20. Januar wird in New . York ein Kriegsgericht betreffs der Affaire des Cadetten Whitacker zusammentreten. Der schon halb vergeffene Chinesen brief wird jetzt auch von der .New Porker Truth", dem Blatte in welchem er zuerst erschien, als Fälschung bezeichnet. . In Vermont haben die Frauen nun auch das Wahlrecht für Schulvorstands ämter und die Wählbarkeit zu solchen und zum County Clerk-Amte verliehen er' halten. Der italienische Communist, Ciprani, wurde auS Frankreich ausgewiesen. Ue berall begegnet man demselben gemeinen Versahren gegenüber Leuten, die sich erlauben, eine Gesinnung zu habenl Edward Richardson von New Orleans heißt dort der .Cotton-König von Ame rifa." Sein Vermögen wird auf 15 Mill. Doll., die Zahl seiner Pflanzungen auf 10-12, und die Zahl der Ballen Baun wolle, welche er jährlich erntet, aus 15 20.000 angeben. Und daö AlleS hat der Mann durch Fleiß und Sparsamkeit zu Wege gebracht. Sonderbar daß dieses herrliche Beispiel nicht mehr Nachahmung stobst.-; -v. : :.: " ' l ,
Von Birmingham gehen jetzt täglich große Waffersendungen ' nach Irland. Man kann also demnächst auf Vieles ge faßt sein, denn das blutige Schauspiel wird ja doch nicht ausbleiben: Es wird jetzt bestätigt, daß der neuer wählte schweizer BundeSpräsident deßhalb Selbstmord beging, weil er stch seit der von ihm, durchgesetzten Agitation zur Wieder einsührung ,der Todesstrafe fortwährend verfolgt glaubte. , Dem einfältigen Neujahr-Anschießen sind auch in diesem Jahre wieder'viele Menschen zum Opfer gefallen. So lange die Menschen- noch Freude am Schießen haben, so lange stehen, wir noch nichsauf dem höchsten Gipfel der Civilisation. ' In Star City, Ind., haben siebzehn Temperenz'Weiber eine Wirthschaft über fallen,? wobei sie die Faffer auögoffen und Billiard und sonstige Einrichtung zerstört haben. Ja willst du : wissen 'was sich ziemt,? so frage nur bet edlen Frauen an. AuS London wird gemeldet, daß in Porkshire 20,000 Bergleute, darauf drin gen eine zehnprozentige Lohnerhöhung zu erhalten; im anderen. Falle würden sie die Arbeit niederlegen. Die Leute sind so er bitftrt, daß die .Behörden, daran denken, dtt Bajonette zu Hilfe.'zu nehmen. ' ' , ; . ' : Der Freidenker Bradlaugh wird' im Parlament den Antrag stellen, daß alle Pensionen, welche nicht von den Inhabern selbst verdient worden sind abgeschafft werden. - Wenn der Antrag durchgeht wird die. Staatskasse dadurch jährlich um nahe zu eine Million Sterling bereichert. ' m '' DaS.kunstsinnigeBublikumNewHorrs schaut gegenwärtig mit großem Zntereffe auf zwei der größten Sterne am Himmel der' deutschen Schauspielkunst, Carl Sonntag und Marie Geistinger. Die beiden berühmten Schauspieler werden in den nächsten Tagen ihr Gastspiel in New
Pork beginnen. t ' Der Prozeß Men die' angeklagten Mitglieder der Landliga schreitet nur. sehr langsam vorwärts. Die Verhandlungen sind bis jetzt .noch sehr langweilig, trotz' dem erregen sie großes Jntereffe. " Die Geschichte mag sich vielleicht Monate lang hinziehen, aber man kann sast bestimmt annehmen, daß die Angeklagten freige sprachen werden. Bei dem Brande in dem San Vincent Gebäude am obern Ende des CentralparkS in New Pork sind, da die Bildergallerle mit . angegriffen wurde viele Kunstwerke unwiderbringlich verlsren gegangen. Das ist sehr zu beklagen, aber schreckliche? dünkt unS doch das Unglück in jenem von Feuer heimgesuchten TenementhauseS, bei dem viele Personen verunglückten und viele Familien ihr bischen, Hab und .Gut einge büßt haben. Die zwischen Dänemark und den Ver. Staaten gepflogenen Verhandlungen, be treffend die gegenseitige Auslieferung von Verbrechern, sind gescheitert, da Amerika sich weigerte, die Kosten der Ergreifung der Verbrecher auf seinem Gebiete zu tragen, obwohl Dänemark seinerseits für ameri kanische Verbrecher dies thut. Allerdings werden offenbar mehr dänische Verbrecher nach Amerika verschwinden als umgekehrt; daher wohl die diesseitige Weigerung. Am NeujahrStage veranstalteten die Studenten Berlins vor einem von Juden frequentirten Cafe eine Demonstration, in dem die Fenster eingeworfen und viele Jsraeliten beraubt wurden. Aus einem andern Cafe hat man . die Juden vertrie ben, und bei keinem dieser Aufstände hat sich die, wenn eö einer Hetze nach Sozial demokraten gilt, so geschäftige Polizei blicken lassen. Das Land deö Fortschritts und der Intelligenz treibt immer, schönere Blüthen. . - In der Stadt New Pork gab eS im Jahre 1880 sünshundectfünfundsechzig Heirathen und 2000 Geburten' mehr, alS 1879. Eine neueBestätigung deS stattsti schen Gesetzes, daß die Zahl der Heirathen von der Höhe der Brodpreise abhängt je wohlfeiler daS Brod, desto mehr Heirathen. Die Zahl der Geburten folgt diesem Ge setze nur theilweise, zum andern Theile dem Gesetze, daß sie zunimmt, wie die Lebenshaltung elender wird. DaS be stäiigt sich auch hier, da die Löhne nicht gleichsehr, sondern mehr alS dieNahrungS Mittel im Preise sinken: So .erklärt sich auch' 'die Zunahme der Sterblichkeit 'um 3,500 Seelen gegen daö Vorjahr.
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vorzüglich anerkannt. . ,, Aufträge zum Verschiffen von Lagerbier auf allen Eisenbahn' Linien werden prompt erfüllt.. :, . -
" ," Hz In Harrisburg, Pa., trat am DienS tag die Legislatur zusammen und. die re publikanischett! Beamten wurden erwählt. Im Senat erregte der Demokrat E7 B. Coe von Luzerne County. .dadurch große Sensation, daß er sich weigerte. , den sog. .eisengepanzerten Eid"' zu leisten. In ei ner langen Erklärung gab er an, daß er für seine Wahl Geld verwendet habe, , und darum könne er; mit gutem Gewissen den verlangten Eid nicht leisten Solch schlechter ? Politiker-Haben wir leider in diesen Sande nicht viele. i : ' r.m w:. . et . rst f m v r. - i..' Am uenanuai iii oer große uner schütterliche FreiheitSkämp gusta Blanqui, der Jahre lang im Kerker schmächtete, in Paris gestörten. Er war ein Mann von seltener Ausdauer, denn trotz unerhörter Verfolgungen hat er den Kampf für Freiheit und Recht' bis zu sei nem Lebensende fortgeführt. Sein . .Kör per war schon vor Jahren . dem schweren Kampse zum Opfer gefallen,' aber sein Geist arbeitete rastlos weiter. . Der Tod Blanquis hat Tausende mit tiefer Trauer erfüllt. Ehre seinem Andenken ! ' . ' . Der. industrielle Census von Phila delphia,dcn Angaben der Arbeitgeber ent nommen, gibt 473 Taback und Cigarren fabriken an, welche 2521 Arbeiter beschäf. tigten Z1.412.ei6 Capital angelegt, für 52.877.463 , Waare erzeugt und $822,149 an Löhnen bezahlt hatten, während die Profite. $612. 699 betrugen. DieS ergiebt auf je einen Arbeiter im Jahre $326.12 Lohn und auf jeden Arbeitgeber $1,358 77 Profit. Angesicht solcher Zahlen sollte wahrhaftig von der vielgerühmten Spar Methode nicht mehr die Rede sein. Also in diesem Jhre wird eS der Prophezeihung einer, alten Sibylle, . die im 14. Jahrhundert gelebt hat, zusolge mit der Welt zu Ende gehen.- So unge reimt uns diese Vorhersagung auch er scheinen mag, sie - hat dieselbe gereimt gegeben, indem sie sagte : Mtt der Welt wird es zu Ende sein Eintausend acht hundert achtzigundein. Wer also 'von dieser bevorstehenden Umänderung noch nichts erfahren hat, der packe schnell sein Bündel und bringe seine Angelegenheiten in Ordnung, damit ihn der Schlag nicht unerwartet trifft. Wenn die Geschichte vor sich geht, wird auch die soziale Frage ihre endlicheLösung finden. In dem Reiche der Gottesfurcht und frommen Sitte ist die Lage der Frauen, welche sich durch ihrer Hände Arbeit er nähren müssen geradezu schrecklich. Ein Berliner Geschäft zahlt für daö Nähkn eines Frauenhemdes incl. Zuschneiden 25 Pfennige ; für daS Nähen zugeschnittener MannShemden zahlt ein anderes Geschäft 15 Pfennige. Für. das Nähen einer Ar beitshose gibt es 25 Pfg., für eine .Unter Hose 10Psg. Die Herbeisührung dieser so geringen Löhne resullirt mit auS dem Umstände, daß zahlreiche besser situir'te Frauen und Mädchen, besonders Beam tensrauen, denen der Verdienst zur Be friedigung der Putzsucht dient, armen Frauen oder Mädchen, die ihren Lebens unterhalt damit verdienen, Konkurrenz machen und den Lohn herunterdrücken. Aber trotzdem schwatzen Gegner der Frau enrechte von einer bestimmten Sphäre in welcher sich die Frau bewegen muß, soll sie ihre , Weiblichkeit nicht einbüßen. Daö Streben der Frauen nach einem höheren Beruf können sie mit der weibltchenWürde nicht vereinbar finden. An der Mhma schim langsam verhungern, oder durch die Hungerlöhne der Prostitution in die Arme getrieben zu werden, darin liegt allerdings mehr holde Weiblichkeit, als sich über die bestehenden ungerechten Zustände aufzu halten. . -
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Brem ? SQTJAIRE,) i - INDIANAPOLIS, IND. . Brauerei m Staate. Mein Lägerbier Bottie Beer ist vor allem anderen als . . C. F. Schmidt fi ; Die BoerZ haben begriffen, daß eS ihnen nützlich sein kann, wenn sie ; die Sympathie der Amerikaner sür ihren ge rechten Befreiungskampf erregen. Seit ein paar Tagen erscheinen in den großen englischen TageSblättern Einsendun gey, unterzeichnet tn Holländer auS dem Transvaal" oder ähnlich, welche die Be Ichwerden der BoerS gegen England schil dern, die Telegramme auS dem Cäplande in'S rechte Licht stellen und daS Interesse unseres .Volkes für, die Sache der BoerS im Allgemeinen erwecken. Gleichzeitig er .tönt ihr Ruf. um Sympathie auch in Eng ;land :,Ein gewese.nerMisstonür auS dem Caplande vertheidigt die Sache der BoerS und der BafutoS als gerecht un mehreren einflußreichen Zeitschristen. Endlich hat die holländische Regierung' selbst in Lon don ein gutes Wort für die BoerS ein gelegt. ! A -.-J -" ' Xr:AlS am Mittwoch Abend R. Mil. ler von Paris, Jll., auf einen Zug der Bee Line wartete wurden ihmleine Uhr und Kette und $40 Baargeld geraubt. ' tS Die .MerchantS Exchange":., wählte ' die folgenden Beamten für daS künftige ' Jahr: -Präsident':. A. T. Moore; Erster Vice.Präsident : A. I. Gardner; Zweiter Vice.Präsident : I. A. Cloffer; dritter Vice.Präsident: William Spotts. .Direktoren : William Scott, William F. Piel jr., John Oster mann, Jay Voß, I. M. Hunter, F. C. Howlett, .George W. SpottS, M. A. Woollen, I. W.RigS. . ' tT GegenHoraceOglesby wurde dieser Tage eine Väterschaftsklage anhängig ge macht. Klägerin ist Mary Green.. Der Bursche hat das Mädchen verführt, will aber jetzt von seinen Vaterfreuden nichts wissen. .Der Soziale Turnverein feierte denSylvesterabend in äußerst gemüthlicher Weise in der Turnhalle. Humoristische Vortrüge wurdm gehalten und die Lach muskeln der Anwesenden befanden stch in fortwährender' Vewkz'.'Ng. Die Damen des Vereins hatten ein vortreffliches Sup per gesetzt. Das Tanzen währte natürlich bis zum frühen Morgen und die Nachfeier am darauffolgenden Nachmittag war auch nicht übel. . . ' X2r An dem Tage an welchem das Ur theil der Brown in dem zweiten - Prozeffe verkündet wurde, waren es gerade 11 Mo nate, daß ihr Gatte ermordet worden ist. . tT Fred. W. Niemeier hat eine Schadenersatzklage gegen den Countyrath anhängig gemacht, weil sein Eigenthum durch eine Brücke, welche kürzlich über den Pleasant Run gebaut wurde an Werth eingebüßt hat. Seine Ansprüche belaufen sich auf $3,000. rS-. John . HitchenS wurde Anfangs dieser Woche sür geisteskrank befunden. tT Am kommenden Montag wird hier wie schon bemerkt, der erste Maskenball in dieser Saison stattfinden. Derselbe wird von der .Social Labor Party" veranstaltet und wird in der Mozart Halle abgehalten. Die großartigen Vorbereitungen, welche dafür schon getroffen wurden, deuten dar auf hin, daß Prinz Carneval am Montag Abend ein lustiges Regiment. führen wird, und daft sich die Theilnehmer des Falles auf tin seltenes Vergnügen gefaßt machen dürfen. Von den vielen Ueberraschungen, die den Besuchern des Balles bevorstehen, verrathen wir vorläufig nur die Krönung Grands zum Kaiser von Amerika. Wenn wir übrigens das Publikum an den Herr lichen Maskenball erinnern, der im vorigen Jahre von der .Social Labor Party" ab gehalten wurde, fo wird gewiß damit auch die Lust, den am Montag stattfindenden Ball ebenfalls zu besuchen, geweckt werden. Wir erwarten deshalb, daß die Mozart Halle bei dieser Gelegenheit bis zum letz ten Platz gefüllt sein wird.
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