Indiana Tribüne, Volume 3, Number 21, Indianapolis, Marion County, 1 January 1881 — Page 4

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Jndiana Tribüne.

Jndiana Hriönne. (23 o.ch e n b l a.tt.)

Cfffec: Ecke Cirle n. Meridianstr. ' r ' ' - 4 . - ,. Jm dritten Stock ' fEnterecI as seconcnclasrnätter at the Postostice at Indianapolis, Indiana.j . r - 'Abonnements-Preise. : . VIn der Stadt durch die .Post, ins Haus geliefert Per Jabr im Voraus .... .V2.00 ! Per Nummer ....... j. . ß üentt." - ' Otto Schiss?l, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 1, Jan. 1831. ..Neujahrsgedankett. , . t ; i ' ' ' , j. . Achtzehnhundert und achtzig Jahre sind vttfloffen, seitdem der mythische azarener geboren ward. Wir schreiben heute 1881, und Viele wurden es nicht um die Welt versäumen, dem 1831 die Buchstab.' A. D. anno dornini, Iah? unseres Herrn vorzusetzen. "1831 Jahre sind es seitdem der Erlöser, der Heiland, geboren ward und in diesem 1831. Jahre des Herrn giebt es gerade, w'e in. dem ersten. Jahre und wie Jahrhunderte vorher, 'Solche welch srie ren weil sie nicht genügend haben, den Körper zu umhüllen ; Solche, welche hungern, weil ih.en das Brod fehlte Solche, welche leiden, weil ihnen die vilfe des Arztes und der heilende Trank mangelt. In diesem 1831. Jahre christlicherZeitrechnung christlicher Cultur, christlicher Moral starrt uns von allen Seilen Noth und Elend entgegen. Heute, wie vor 1880 Jahren schwelgt eine kleine Minderheit ln dem Genusse dessen. xociS sie der gioken Mehrheit raudt. Der Raub geht heute V)r sich, wie damals, nur in andcrerForm. Was damals Sklave hie. heit heute freier Arbeiter, in dies?mNamen liegt vielleicht der ganze Unterschied, in der Sache ist keiner. Die Geldwechsler und Wuche rer, welche Jesus zum Tempel hinausjagte, waren die Ahnen unserer großen Bankiers. Ja, wovon hat denn eigentlich der Hei land und Erlöser die Welt erlöst ? Berge, b'ens versucht man diese Frage zu beant Worten. Der Fluch der Armuth lastek heute noch wie damals auf der Menschheit, der Fluch der Unwissenheit, der Fluch des Aberglaubens, der Fluch des Despotis mus, der Fluch-der Sklaverei, alle Flüche und alle Ue6el, welche je das Menschengeschlecht elend gemacht, sie sind noch da, so stark und mächtig, wie ehedem. Wohl 'verkennen wir dieRiesenarbeit nicht, melch? der m nschllcheGeist seit 1880 Jahren voll bracht, und die sich kundgiebt in den Fort: schritten und Leistungen aus den Gebieten der Kunst, der Wissenschaft, der Technick u. s. w. Wem aber kommt diese Riesen.arbeit zu Wule? Ein einzig kleines Häuflein Begüterter theilt sich in die u.crmeL' lichen Sckätze.des Resultafes ochtgehnhundertjähriger menschlicher Arbeit und die große Masse der Menschheit steht darbend daneben und sieht zu, wie diese Schätze noch als Mitte! zuw.Raube wcitererSchätze benützt werden. 1880 Jahre christlicher Kultur und der irische Lord .jagt den Pächter davon, weil es ihm mehr Geld bringt, wenn das Land zu Viehweiden benützt wird ; 1880 Jahre christlicher Kultur nnd in Schlesien und im Spessart und in Indien und in Egypten und in Irland sterben die Leute Hungers; 1L80 Jahre christlicher Kultur und die deutsche Polizei reißt den Ernährer von Weib und Kind und jagt 'ihn aus dem Lande, weil er anders denkt, als es der Polizei paßt, und sie bestrast noch die, welche sich der verlasienen Frauen und Kinder annehmen; 1880 Jahre christlicher Kultur und in unseren Fabriken arbeiten Tausende von Kindern im Alter 'von zwi schen sechs und fünfzehn Jahren, wachsen ohne alle Schulbildung auf, und werden verkrüppelt an Leib und Seele, weil .sie den Eltern helfen müssen, sich zu ernähren. Wahrlich die Wilden Afrika's lassen nicht ihre Kinder sür sich arbeiten ! 1880 Jahre christlicher Kultur und der Hosprediqer ' Sr. Majestät des Kaisers von Deutschland setzt eine Judenhetze in Szene; 1880 Jahre christlicher Kultur und in allen Ländern sind Galgen und -Richtschwe'rt im Gebrauch; 1880 Jahre christlicher Kultur und die Völker morden sich in Massen. Wie weit o Menschheit haben dich 1880 Jahre christlicher Kultur gebracht? Ist auü nur ein einziger Fluch, der die vor christliche Menschheit bedeckte, von dir ge

'wihen? Grausam, wie' die Menschheit imner war, ist sie heute noch, nur so viel Bkt steht man nicht, weil die Wunden, welche beute geschlagen werdm, nach innen verbluten. Und dumm ist die Menschheit heute, wie damals, gemein und knechtisch ist ihre Natur. Wer sie unterdrücke, vor Den. kniet sie, wer sie schlägt, dem küßt sie die Hand, den Erfolg betet sie an,. und wie vcr 1880 Jahren der große Svzialisi und Venschenfreund Jesus anS Kreuz geschlagen wurde, so verfolgt die Menge in dlmmbrutaler Weise Jeden, der es'gut nrt ihr meint, und sie vorwärts führen nichte und die Meute heult hinter ihm hir:' Kreuziget ihn!" Wann wird die wahre Erlösung kemmen?

Staatsschulden. Der Beirag der Staatsschulden ist in Europa von ungefähr 12.000 Millionen Dollars im Jahre 1865 auf 20,000 Millionen im Jahre 1880 gestiegen. Von allen europäischen Staaten haben in dieser Zeit bbß zwei ihre Schulden vermindert, nämlich Holland und England, aber die VerMinderung ist unbedeutend, dagegen haben sich die Schulden anderer Länder, wie Teutschland, Oestreich, Rußland, Frankrnch 11. s. w. ganz ungeheuer vermehrt. Diese ungeheure' Schuldenlast muß ver zinst werden, sie drückt die Arbeit zu Boden und hilst die Armen ärmer und dieNeichen reicher machen. Nehmen wir an, daß die ganzen Schulden zu nur 3) Prozent zu verzinsen sind, so macht das jährlich 700 Millionen Dollars. Und diese 700 Millionen Dollars müssen durch Steuer aufgebracht werden. Wer bezahlt die Steuern ? Die Arbeit, denn nur A:beit erzeugt Werthe, uno obne menschliche Arbeit gäbe es Nichts, was Werth bcsiyt. Und wer bekommt diese 700 Millionen ? DieLeute, welche Staalsobligationen besitz? d h.! das Kapital. So entzieht dtts Kapital in Europa bloß durchVerziasung derStaats' schulden allein der Arbeit jährlich 700 Mil. lionen Dollars an ihrem Erträgniß. Das ist der Segen der Staatsschulden. Auch wir in den Ver. Staaten sind mit dem Institut der Staatsschulden gesegnet. Unsere Bundcsschuld allein beträgt über 1800Millionen, dazu kommen nochStaatsund Gemeiudzschulden, welche alle aus Kosten der Arbeit verzinst werden müssen. Glücklicher Weise jedoch sind wir in der Lage, unsere Schulden zu verringern anstatt zu vergrößern. Wir haben an der Bundesschuld allein seit fünfzehn Jahren 870 Millionen abbezahlt und arbeiten mit Ueberschüsien, während in fast allen euro päischen Staaten das Dsizit chronisch gewordcn ist. Im Ganzen genommen wirb aber auch bei uns die Arbeit vermittelst der öffentlichen Schulden um mehr als 100 Millionen Dollars zu Gunsten des Kapitals besteuert. Ein grober Unfug. Wir begegnen jetzt in Wechseldlättrn niHt selten Lokalrotizen, worin in über sckwänglicher Sprache den Lesern die Mittheilung gemacht wird, daß dieser oder jener Principal in Anerkennung der freundlichen Behandlung, welche er seinen Arbeitern zu Theil werden läßt, ein werthvolles Weihnachtsgeschenk v?n seinen An gestellten iberreicht bekam. Abgesehen davon, aß wir gar nicht einsehen können, warum freundliche Behandlung gegenüber den Arbeitern eine solch besondere Aner kennung verdient, da doch eigentlich jeder gewissenhafte Arbeiter das Recht hat, eine solche zu beanspruchen, so sind doch diese Christ'Bescheerungen von Seiten der Untergebenen schon deshalb verwerflich, weil sie nur in den seltensten Fällen als freiwilligesGeschenk aller der dabei betheiligten Ardeiter betrachtet werden können. Der Unfug geht nämlich meistens nur von einigen Untergebenen aus, die sich des Wohlwollens ihrerBrodherren durch solche Manöver versichern wollen und die übngen Arbeiter sind dadurch gewisiermaßen moralisch verpflichtet ebenfalls ihren Tribut abzugeben, damit der Mächtige, von dessen Willen allein die Existenz der ihm Untergebenen abhängt, nicht erzürnt werde. So kommt es, daß ost der ärmste Fabrikarbeiter, besten Frau und Kinder schon mit Sehnsucht auf den Hungerlohn warten, den er zur Befriedigung der nothwendigsten Bedürlnisse nach Hause bringt, nicht .umhin kann, sein Schärflein beizutragen, damit dem reichen Arbeitgeber ein goldener Stock oder sonst eln luxuriöses Geschenk übermittelt werden kann. Die Fälle,' daß Arbeitgeber an solchen

Lohnsklaven, welche sich von der'Beisteuer zu einem Geschenke' ausschlössen Rache genommen haben indem sie. eine passende Gelegenheit suchteT', um den sowe',ig Ergebenen die Arbeit zu kündigen, sind ja auch nicht selten und die meisten Arbeiter suchen deshalb dieser Gefahr auszuwei chen lndem 'sie die oben erwähnte Art der Schröpfung ruhig über sich ergehen lassen. Wenn jedoch die Arbeiter sich gegenseitig verpflichteten, solche 'Opser unter keiner Bedingung bringen zu' wollen, so würde dieser grobe Unfug-bald sein Ende erreicht haben.' ' ''''

Eine Nnterrcdung mit LessepS. Jetzt, wo das Panama-Canalprojelt des berühmten: Erbauers des Suezcanals im Vordergründe aller technischen Unterneh mungen geht, dürfte die Leser eine Unter redung interessiren. Milche ein Pariser Correspondent der London Times am Tage, an dem die Subscription auf die Panama-Canalaktien begann. mit Lesseps gehadt hatte.. 3it können sich keineVor stellung machen," faßte M. de Lesseps im saufe des Gesprächs, tote glücklich ich bin. Ich war es nie zuvor in diesem Gräe. Von allen Seiten erhalte ich Nachrichten, die mir bestätigen, Daß unser Unternehmen nunmehr gesichert ist. Alle Länder Europas !betheiligen sich daran. In' Deutschland, Oesterreich und Italien werden plöslich Bureaus eröffnet, wo leb hast gezeichnet wird.! Aus Amerika erfahre ich,' daß die BegeisKrnng größer ist, als ich hoffen körnte, und die Engländer haben die Aktien bereits auf eine Prämie an unserer Börse gctrnben, indem sie Auf träge einsenden, die 'sich nur bei Zahlung einer Prämie aussühren lassen.' . ; .Was den Isthmus von Panama betrifft, so setze ich in denselben noch größe res Vertaucn als ich 'in den Suez hatte. In Chicago war ich außer mir wegen der Schwierigkeit und Einwände, auf welche ich stieß.! Eines Tagcs wurde ich plötzlich nach der. Börse geführt. Tausende Ame riraner waren daselbst versammelt. Man ritt auf 'der Monroedoctrin herum. Ich sagtc din Herren : Ich sehe chier zwei Tausend Amerikaner vor mir, bitte erklä ren Sie inir, in wiesern die Monroedoctrin mich verhindert, den Canal zu machen? Sie schwiegen. Jetzt erklärte ich denselben die Doctrin und bewies ihnen, daß sie in keiner Weise dem Canal entgegenstehe. Amerika zeigt beute größere Begeisterung i als wir hier. In Chicago sagte ich den j Leuten : Ich kann es nicht begreifen, wie eine Stadt, die nur ein Drittel meines Alters hat und doch schon über 500.000 Einwohner zählt, sagen kann, daß ein Ding unmöglich ist. "Nun schrieen sie: Hurrah, der ist der Junge, den wir brauchen". Und Chicago zeichnet jetzt emsig. Als ich aus Amerika zurückkehrte, scgte ich tron msinesersten Fiascos zu dem Unternehmer M. M. Cctiprena : Machen Sie sich nichts daraus; haltcn Sie sich bereit; wir werden dennoch siegen. Und sie glaubten mir. E5 sind,, bereits Excavatoren hergestellt, welche dreihundert Cubic metec in einer Stunde, ausgraben werden; Karren, Schleusen, alleZ Nöthige ist zur Abfahrt bereit. Schließlich darf ich hin zufügen, daß ich jenes mächtige Hinderniß England nicht gegen mich habe. ( ist auf unserer Seite. Dies beweist, daß der Canal eine Thatsache werden wird, und lade ich Sie schon jetzt ein. mit mir der Eröffnung im Jähre 1887 anzu wohnen." In Rumänien hat man mehrere Erd stöße verspürt. Die offizielle Eröffnung des St. Gotthard-Tunnels wird am 1. Juni 1882 stattfinden. In Philadelphia w,-rde am Montag die 100'Jahre und 9 Monate alte Mary Wood beerdigt. Die Überschwemmungen in verschiedenen Theilen Betgiens aren so stark, daß der Bahnverkehr eine empfindliche Unterbrechung erlitt. -In dem Postamt zu Delhi. Ont.. wurde n der Nacht vom Sonntag auf Montag eingebrochen. Es wurden dabei alle registnrten Briefe gestohlen. - Frau Grant soll bei einem Festesien, das zu Ehren ihres Gemahls vom Prä' sidenten Hayes veranstaltet worden war, hauptsachlich durch ihre Diamanten Bewunderung erregt haben. Wie reimt sich das mit der Bettelei, welche sür Grant von seinen Freunden' in Szene gesetzt wurde, zusammen?

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ff i, (SCH3IIDTS Linien werden prompt erfüllt. ESSEST Aus London kommt die Nachricht, daß der 72jährige Charles R. Darwin, der Vater des. Darwinismus schwer -krank darniederliegt. ' In Chicago wurde am Montag zu Ehren deS ..gegenwärtig dort weilenden .norwegischen, D.ichtersBjörnstyerne Björnson ein großartiges Fest veranstaltet. Der Staat Illinois ist in einer be neidenswerthenLage. Seine ganzeSchuld beträgt $250,000 uno diese Summe liegt ! im Staatsschatze zur Auszahlung bereit. . Eine Überschwemmung in Limasos auf der Insel Cyvern richtete große Ver.beningen an. So wn; bis j tzt bekannt wurden habzx acht Personen gelödtet und sechzig äu)r jerfiött: In politischen Handelsreisen der Reicbshaupkswdt Berlin, ha! die Nachricht, daß Rußland den Zoll auf eingeführte Waaren um 10 Prozent erhöhen wird, große Aufregung verursacht. , Die Temperenzweiber der. Stadt Chi' cago haben die dortige junge Damenwelt ersucht, ihren Neujahrsbesuchern keine geistigen Getränke auszuwarten. Die Bitte wird wohl kaum Gehör finden. Ein von 4,000 Lehrern besuchter Lehreicongreß in Italien hat sich für voll ständige Lo-trennuug des Religionsunter? richts von der Volksschule erklärt.'" Im deutschen Reiche dürfte das Beispiel Nach ahmung finden. Der Schulrath von Baltimore gestattct den farbigen Kindern den Besuch der sür die Wcken bestimmten Schulhäuscr durchaus nicht, will aber auch die Schulen der Farbigen nicht unter Leitnng farbiger Lehrer stellen. In Sailbagat. (Frankreiäi) wurden durch den Einsturz des Daches einer Kirche sieben Personen getödtet und 50 mehr oder minder schwer verletzt. Wär das in einem Theater pssirt, so roaVs sicherlich eine Strafe Gottes gewesen. Am Samstag hat -in Bern (Schweiz) F. Anderwcrt, der kürzlich zum Präsiden ten der Republik sür das Jahr 1881 er wählt wurdeSelbstmord begangen. Ein lebensmüder Präsident ist doch eigentlich ein seltenes Geschöpf ! . Etwa die Hälfte des Kaffees, der auf der Erde von Kuffeeschwestern und Andern verbraucht wird, kommt aus Brasilien. Dieses Land erzeugt ungeheure Quantitäten Kaffee, der aber an Güte allen andern Sorten nachsteht. Die irische Parlamentspartei hielt am Montag eine siebenstündige Versammlung in welcher Parnell wiederholt zum Führer der Partei erwählt wurde. Es wurde auch beschlosien, die Königin zu ersuchen, die Polizei nicht .mehr beim Vertreiben von Pächtern zu verwenden. Die Kohlennotdin Iowa ist so groß, daß dort mit Mais, das den Farmern noch billiger als Holz zu stehen kommt, geheizt wird. Man bat sogar auf einer Lokomotive der C. M. & St. Paul Ei. senbahn Mais als Heizmaterial benutzt, und es hat sich ganz gut bewährt. .Nun wird auch noch von einem andern Kanal durchweine Landenge .gesprochen. Die HalbinselMalalka InHinterindien soll durchstochen werden. Das würde den Dampsern eine um 7 Tage kürzere Fahrt zwiscken dem Meerbusen von Bengalen und China oder Japan gestatten, Segel' schiffen aber noch mehr Zeiterlparniß ge währen.

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sqtjaxih:,) . INDIANAPOLIS, IND. C. F. Schmidt. .mmy-m. , ( y.JI Der Prozeß der irischen Agitation hat am Montag in Dublin begonnen, und die Verhandlungen werden von einer kolosialen Menschenmenge besucht. Die Ange klagten habn sich sämmtlich zum Prozesie I gestellt. Man hegt allgemein die Ansicht, daß die Angeklagten straflos ausgehen werden.. . Die Hungersnolh in Rußland wird immer allgemeiner Die Weizenvorräthe befinden sich den in Händen herzloser Spe kulanten und die Preise sind enorm hoch, dazu ist der Winter ungewöhnlich strenge. Das Alles nährt natürlich die Währung in Rußland und ein furchtbarer Ausbruch ist unabwendbar. Madame Cra.ix. welche den früheren französischen Kriegsminister De Cisiey zu erst beschuldigte, daß er eine Spionin Bismarö's zur Maitresie gehabt und der selben Staatsgebelmnisie verrathen habe, erklärt, trotzdem DeCisiey vcm Gericht sür schuldlos blfunden wurde, daß ihre Be schuldigung begründet und wahr ist. Ein seltener Fall hat sich in Rocksord Illinois ereignet.. Dort beirathete näm lich der Bürger E. F. Bcrtrands seine Schwiegermutter. Ist es schon an . und für sich komisch, wie Jemand auf den Ein fall kommen kann, seine Schwiegermntter zu heirathen, so sieht sich die Sache doch noch weit komischer an, wenn man bedenkt, daß der Mann jetzt zugleich Vater und Großvater seiner eigenen Kinder ist. Der Versuch lebende Schweine nach Deutschland zu befördern, hat sich gut bewährt. Nur 2) Prozent dieser Viersüßler verenden asf der Fahrt, während die übrigen gesund und auch recht munter dort anlangen. Die Aussuhr dieser Grunzer wird dadurch bedeutend gehoben werden, sie wäre aber jedenfalls gar bald noch weit größer, wett das amerikanische Schweinefleisch nicht als trichinös in Deutschland verschrieen wäre. In Norwegen geht jetzt der HZringsfang mit Hilfe des Telegraphen vor sich. Auf allen Vorgebirgen sind Auslugstatio nen angebracht, von welchen aus telegraphirt wirdwoHäringszüge erscheinen und wohin und wie rasch sie sich bewegen. Die Fischer brauchen also nicht 'änger'nach den Zügen kreuzen, sondern sind rechtzeitig auf den Fang vorbereitet. Die norwegi schen Fischer können deshalb ihre Fische billiger in Canada verkaufen, als sie dott gefangen wnden können. In Buffalo ist der Stadtschatzr.eister Bork, welcher ungefähr eine halbe Million unterschlagen hat, dieser Tage freigesprcchen worden, weil der DistriktsAnwalt nicht beweisen konnte, ob das Geld in $5, $10, $100 ' oder Z1000-Noten von Bort gestohlen wurde. Es sollte überhaupt ein Gesetz gemacht werden, welches be stimmt, daß diejenigen, welche über N00,000 auf einmal stehlen, frei ausgehen. Denn nach langweiligen VerHandlungen ist das ja doch immer der Fall. Die Vankgesetze des Staates Minne sota sind so erbärmlich durchdacht, daß eine Staatsbank neulich bankerott wurde, weil sie ihr ganzes Geld vieren der Direktoren geliehen hatte. Nach dem Gesetze war das ein handgreiflicher Schwindel erlaubt. Eine andere Bank,, welche angeblich ein Grundkapital von $25,000 hatte, besaß in der That nur $250 Kapital ein anderer offenbarer Schwindel beabsichtigt aber das Gesetz - gewährte keine Hülfe dagegn. Während .in."Deutschland Alles verboten was nicht ausdrücklich erlaubt ist, besteht hier das andere Extrem : Jeder Schwur bei ist erlaubt, der nicht ausdrücklich ver boten ist.