Indiana Tribüne, Volume 3, Number 20, Indianapolis, Marion County, 25 December 1880 — Page 1
--7 . - w. Geht l i&j'- v r 2?7 Jahrgang 3--No. 20. ,. Office: Ccke Eircle u. Meridian-Straße. Lallscndc No. 124. Indianapolis, ndiana, Samstag, den 23. Aecemöer 1880. t ; I
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' Vorwärts! Von Max R e m h.
Vorwärts ! Vorwärts! Fröhlich und frei! Folge dem leuchtenden Ziele des StrebknS, Das Dir flammt durch die Nebel des Lcbens, Muthiggeduldig, Fröhlich und frei! Fliehe der Menge Wirreö Gewühl! Lasse die Menschen Dich nicht' berücken, Wenn sie mit hämischen, lauernden Blicken Höhnen, wie hoch Du Stelltest das Ziel ! Jeder lebt in des Tags Einerlei, Aber nur wenigen ward es gegeben. Ueber daö flücht'ge, das tägliche Leben Sich zu erheben Fröhlich und frei. Imme? nur Vorwärts ! Nimmer zurück! Ahnt sie auch keiner, die heimlichen Thränen, Keiner das heiße, das glühend Sehnen Nach der Vollendung Herrlichem Glück. Kämpfen und Ringen Stählt Dir die Kraft. Willst Du Dich gegen den Feind nicht wehren. Bringt Dich auch uimmer ein Sieg zu Ehren, Flieh'ft Du den Kampf Wird der Prei Dir entrafft. Wer des Gebirges Gipfel besteigt. Darf der Beschwerden des Weges nicht achten ! Mag er im Brande der Sonne schmachten. Vorwärts, vorwärts. Bald ist's erreicht ! Sei nur geduldig. Fest und getreu ! Geistesarbeit weckt einen Droni-en Ungeahnter seliger Wonnen : Strebe nur vornzärts, tzroh'ich und.frn! Waö wird es fruchten ! In der dunklen Existenz des Congresses gibt eS hie und da lichte Augenblicke. ES flackert in den volksvertrelenden Geister ab und zu einmal der Gedanke an den ei gentlichen Zweck ihrer Sendung auf. Allein so oft, oder besser so selten di:s geschieht, geschieht eZ immer in einer Weise, welche die der Sache zu Grunde liegende Suie Absicht zu Schanden werden läßt. Letzten Mittwoch wurde in der Senatskammer zu Washington über die Geses Vorlage berathen, wonach der durch den Verkauf von öffentlichenLändereien erzielte Gelderlös und das Rein-Einkommen des Patentamts den Volksschulen zugewendet werden sollen. Es wurden mehrere treffliche Reden zu Gunsten der Vorlage fithalten, und selbst der demokratische Sklivenbaron Senator Joseph Brown von. .Georgia (die Sklavenbarone haben bisher bekanntlich immer dieVolksverdummungs Politik offen befürwortet) ergriff das Wort im Jntereffe einer guten allgemeinen Volksbildung. Er betonte rie Nothwen digkeit dieser für die Südstaaten insbeson dere, in denen die geistige Vnwahrlosung der Jugend wahrhast schreckenerregcnd sei. Das klingt so weit recht gut und schön. Allein waö wird die Annahme der Vor läge durch den Congreß nügen, so lange zwei große Uebel der Volkserziehung cnigegenarbeiten, nämlich a) dieGleichgültig keil eineö großen Theils oer Bevölkerung gegen die Schulbildung überhaupt und d) die Nachlässigkeit oder gar Böswilligkeit der lokalen Schulverwaltungen. Nicht selten, daß diese die Unterrichtsanstalten mitten im Schuljahr (besonders in den Südstädten) absperren oder nur kümmerliche Bewilligungen für Lehrkräfte machen oder verabsäumen, für genügende Schul räumlichkeiten zu sorgen. Diese Uebel werden, durch bloße Unterstützung des VolttschulwesenS von Bundes wegen nicht ausgerottet werden. So lange es keinen Schulzwang gibt, erden die Kinde? oU cher Elter, die nichts vom ABC und Ein
maleins halten, nichts lernen und so lange man die bSswilligen,-faulen und nachlässi gen Lokal',Schu!behdrden nach Belieben schalten und. walten läßt, wird selbst ein großer Theil der Jugend, dcr gern etwas lernen will, nichts lernen können. W I 1 Die Vermehrung d?r farbigen Be- , völkerung. Eine Einsendung in der Sun weist aus der Vergleichung des neuen Census, .so weit er bekannt ist mit dem von 1870 nach, daß in den letzten zehn Jahren die farbige Bevölkerung sich in allen bis jetzt einbe richteten Staaten, ausgenommen Dele ware stärker vermehrt hat, 'als die .weiße Bevölkeruns.Die mitgetheiltenZahlen sind allerdings ausfällig in dem angegebenen Sinne; allein man muß den Abschluß des Census abwarten, von welchem erst ein geringe? Theil veröffentlicht ist, ehe der Sab bewiesen genannt werden kann. Vor dem Kriege herrschte das Vorurtheil, daß die sarbigen Sklaven sich rascher dermehrten, als die farbigen Freien, und beide weniger als die Weißen. Seit der Freilassung der Sklaven ist immer noch gar, oft behauptet worden, die farbige Be völkerung derUnion sei in einer langsamen aber 'Jätigen Abnahme begriffen , und müsse einmal aussterben. - Daß dieö Alles Vorurtheil war, scheint durch den Census von1L80, den ersten ganz zuverlässigen, bewiesen zu werden. An Erklärung dieser merkwürdigen Thatsache wagen wir uns jedoch nicht, bevor der ganze Bevölkerungs CensuS beendigt ist. Doch geben wir dem Einsender Recht, wen er sagt, daß die Emancipation, die Freiheit, und die geach tetere Stellung der Farbigen seitdem einen Antheil an dem Wachsthum der Rasse habe. N.Y.V.Z.
.-Der Papierverbrauch ist in diesem Sande ein ganz gewaltiger. So wird gemeldet, daß während deö vorigen' Jahres in'den Pust ermühlen vorrOhio 55.400,106 Pfund Papier oder 7 Million Pfund mehr als im voihergehenden hergestellt wurden. ' j Im Staate Texas soll eine Universität gegründet werden, wozu schon ein Fond von einer halben Million vorhanden ist. ES wäre dies die dritte irkliche Staats Universität in deVer. Staaten, denn in den Staaten Michigan und Californien besteht je eine solche. ' s .,. ; " . Im Staate Illinois leben im Ganzert 4045 Personen die da3 zehnte Lebensjahr überschritten haben ohne lesen und schrei ben zu können. Nach jetzigen Begriffen ist diese Zahl allerdings nicht groß, aber nur Geduld, die Zahl wird sich gar bald vergrößern, wenn' wir noch lange auf Schulzwang warten müsien. - In dem britischen Heere ist das Tättowiren wieder beschlossen worden, um die Ausreißerei. welche noch ' unlängst 5,b00 Mann starkimJahrebetrug, zu erschweren. Ein Artillerist hatte unter Anderem elfmal Handgeld genommen und war verduftet, weil er kein Abzeichen an sich trug. Es wird jetzt jeder Rekrut am linkem Ober arme durch das Brauscheilsche Instrument lattowirt, welches in Jndigotinte getaucht wird, nicht schmerzt und eine kleine blaue Königskrone unvertilgbar zurückläßt. Das wird aber wohl kaum Einen, der de serliren will davon 'abhalten.' Uebrigens wird bei uns zu Lande.daS Texas Vieh ge rade so behandelt, wie die Vertheidiger der englischen' Kronen ; X . ., Gelegentlich der Weihnachtsfeier sagt der .Freidenker" Folgendes, das auch wir gerne unterschreiben': ! 1 ' ' Die Sitte, gelegentlich der Feiertage liebe Freunde und "namentlich die Kinder weit mit sinnigen Geschenken zu überra eschen und ihnen herzliche Freude zu berei ten, ist eine sehr schöne, für. deren Abstel lüng wir nicht, eintreten möchten. Das menschliche Leben bringt der unangen'eh men und oft von bitterm Schmerz nicht freien Stunden genügend jeder Lichtblick, der Sorgen und Kummer wenigstens auf
kurze Zeit vergeffen läßt, sollte hoch will' kommen sein. Die Mythe,-welche sich an dieses Besckeerungsfest knüpft, ist schon längst zur Nebensache geworden, eS ist dcr Mensch, welcher dem Menschen entgegen' tritt. Weder an den heidnischen Ursprung
der Sitte, noch an den Versuch, derselben ein specifisch christliches Gepräge zu geben. denkt die Mehrheit der ' sich ausrichtig an dem Kinderglücke Freuenden. Darum tu fen auch wir unsern Lesern zu recht glückliche Feierlage ! Das Wesen ist die Hauptsache, der Name, bei dem man sich selten etwas denkt, nur Nebensache. Der mit'Lichtern und bunym Zierrath ' geschmückte Tannenbaum hat sich nun nn' mal seine Existenzberechtigung erworben und ob er an das Sonnwendfest oder an Weihnachten erinnern soll, er sei uns der Bringer einiger ungetrübter, freudiger Stunden ? v y. . Weihnachtöbaum, Heller Qeihnachtsbaum, Du. glückusnflossenes ReU,' Wie stehst du so blühend im Kindestraum Sin Frühling in Schnee und Sis ! vaetie elgeinl, yr - 555 U - MlcV der dcutsch-cnglünabh. Schule Sonntag, 26. December 18 0 trn Saale des ScZukgeöäudes. Anfang: Nachmittags 3 Uhr. Eintritt 2S Ctö. für einen Herrn und eine Dame. Große cillnachts-Fkicr mit ' ßßrist0aumSescheerungu.'Z5erroosung "nebst Tanz-5!ränzchen ffc ,.l ' -V' Jnöpls ; Gcwmmne in der Harmonie Halle, (früher Union Halle). Sonntag Abend, 26. Decbr. Eintritt 50 Cents, Mitglieder frei. Sonni agsschul - Concert in der Wannerchor Kasse " am Sonntage 2. Januar 1881. Anfang 2 Uhr Nachmittags. . Eintritt 15 Cents Person. Neue Deutsche Apotheke von Joseph Barthels, Südost Ecke von Noble und BateS Ltr. ' . Tele;hsnverbindung mit sämmtlichen Aerzten d,r Vlavr. Recevte werden bei Tag un Nacht sorf.fältig angeskttigt. . - Asezlz. Sylvester - Unterhaltung und ' TclnMciNzcheW " . de JndplsSoc. Turnvereins ,. in der ', , . ' 2 Turnhalle. Freitag, den 31. Decbr. 1ÖQ0, wozu die Freunde deö Vereins und speciell die mr i r l ? f-.W I" V Zvlugneoer oe yreroenrerverein, ringezaoen Eintritt 25 Cts. G Person inel. Supper. " ' Daö Comite. Zu vcrkauscn. vffiiJÄ und kleine.- in iarend einem Tdeile der Stadt. Bedingungen annehmbar. - ' .. . O- cl. Wilder, Agent. ' 92 Ost Market Str.
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AssiMee's-Werkaüf : ? Ruf Befahl dcr Circuit Court 'oon Marion Countv, wird der unterzeichnete Assignee der Gebrüder Lefevre im Privatwege deren Lag?r doo Cigarreu, Taback, Thee, sowie Pferd und Wagen mbst dollständiger Einrichtung in r No. 52 Virgsinia Ave. (Ecke Nalyland Str.) zum Velküuf offeriren. - E I. Metzger. LIflg. Vleetion Rotiee. ke memders ok the Indianapolis So cial Turnverein are herby notified, that the Election of three (3) Trustees Trill be held January 5th, 1881, at the regulär meeting at the Turner Hall, East Maryland Str. H. LIEBER, Pres. P. PFISTERER, See. oStÄontrMe. Notiz an (&Mm$tmem Post-Osflce Departement. Washington. D. C., 1. Dec. 188Q. Anaebote werden entaeaenaenommen in der Contrakt-Office dieses Departements bis zum 18. Januar 1881, 3 Ubr Nachmittags y-?-' für die' Beförderung der Postsachen der Ber. raaren aus oer K?a ttV7m JV A VAV von st St. Louiö, Illinois, , bis zum Union Depot, St. Louis im Staate Missouri, " born 25. Januar 1661 oder 1. April 1881 : .bis zum 30. Juni 1863. Advertisement mit Listen' von Ankunft und Abgang, Instruktionen an Pieker mit den nöthigen Formularen für Contrakte und Bondö und alle anderen nöthigen Formulare werden auf Verlangen vom zweiten Assistant-Gkneral-Post-meister geliefert und ertheilt. . Horace Maynard, Gemral-Postmeister. öschepös. St. NicholaS bat in unserem Geschäft das vierzigste Mal eine schwerere Ladung abgela . den dienn je. Wir können unseren Kunden versichern, daß wir die schönsten und passendsten Geschenke bekommen haben für . BabieS, kleine Qknder. Mädchen, Knaben, junge Damen und Herren, Damen und Herren. Bei höfllcher Bedienung und einer Übertreff, lichen Auswahl vonWaaren, sind wir im Stande Jedermann zufrieden au stellen, welcher bei uns vorspricht. Unter vielen Verpflichtungen für die liberale Patronage werden wir uns bestreben dieselbe auch in Zukunft zu verdienen. . . Clias. Eleyer & Co., 29 SS. Wasbington St. WMMS JOI 9Q : eriOB-quoD Srngii ojdqM.(iaxig oonadg or nvsunzi suzgpv ZsclsÄssl TAmm OGCDJL
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