Indiana Tribüne, Volume 3, Number 17, Indianapolis, Marion County, 4 December 1880 — Page 6

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, i y i X ' ' ' l , t . , - s.r3r-ig J - , ' . . - - " m . -- f , I 6 Jndiana Tribüne.

Entlarvt.

Criminal-ZZodelle van Wilhelm Mundt. (Fortsetzung.)In einer Stadt oder einem volkreichen Flecken allerdings; hier nicht. DaS Schloß liegt ganz einsam die nächste menschliche Wohnung ist das Schloß der Marquise de Bretau, das dazu noch mehr als ein paar hundert Meter entfernt ist. Ohnehin würden die großen Bäume, die eö umgeben, das Geräusch nicht fortpflan. zen können. Ich will, wenn Sie wollen, hier eine Pistole abfeuern, hier in diesem Zimmer, und ,ch möchte wetten, daß Sie den Knall nicht einmal auf dem Wege von hier bis zum Schlosse der Marquise hören werden !" Bei Tage aber wohl bei Nacht !" Courtois hätte noch lange über allerlei Möglichkeiten gesprochen, wenn nicht Domini ungeduldig ihm das Wort abge schnitten hätte. ..Wenn", so schloß er, Gresp'm sich nicht heute Abend oder morgen ffrüh ent schlicht, zu sprechen, so wird uns die Leiche des Grafen das Räthsel lösen." .Ja, ja meinte der Friedensrichter, .wenn wir ste finden." Während dieses ziemlich langen Ge sprachcs hatte der Agent seine Nachforschungen fortgesetzt, wobei er bald hier ein Möb-l aushob, bald dort hinschaute, gleich als ob er aus denselben die Wahrheit hätte herauszaubern wollen. Aus dem Teppich fand er mehrere Schlüssel, die er zu flck steckte, sowie in einer Ecke des Zimmers eine Serviette, die ihm wohl einige Bedeutung zu haben schien, denn er hob sie sorgsältig aus. Während dessen ging er fortwährend vom Schlafzimmer in das Cabinet des Grafen hinüber und herüber, und obwohl er nur mit seinen Nachforschungen beschäf tigt schien, entging ihm doch keinWort von dem Gespräche, welches die Herren mit eiuander führten nicht einmal die Betonung, welche sie ihren einzelnen BeHäuptlingen gaben. Es ist eine eigene Sache um eine Unter suchung anscheinend leichter als man glaubt, in Wirklichkeit bringt sie unendlich Viele Schwierigkeiten mit sich. Sind mehrere Vertreter der Justiz dabei betheiligt, so liegt es sehr nahe, daß sich Alle mehr oder minder rservirt zeigen. Ein Jeder von ihnen hat in der Regel eine lange Erfahrung in seinem Amte zur Seite stehen gleich scharssinnig sind sie im Entdecken des Richtigen und in gleicher Weise dabei interessnt. Die Thatsachen, welche die Untersuchung zu Tage fördert, mögen vorliegen und doch kann möglicher Weise Jeder von den Betheiligten denselben eine ganz andere Deutung geben, ja Jeder von ihnen kann über den Hauptpunkt, auf den Alles an kommt, eine ganz entgegengesetzte Anschauung haben der oberflächliche Zuschauer bemerkt diese Unterschiede kaum. Jeder sucht bei einer solchen Gelegenheit die Ansicht seines Nachbars zu ergründen, während er die seinige sorgsältig verheimttchi natürlicherweise sucht er seinen Gegner zu seiner Meinung zu bekehren, wenn er nicht mit ihm einer Ansicht ist, sreilich, ohne ihm die seinige frei und offen darzulegen, sondern indem er nur seine Aufmerksamkeit auf die gewichtigen oder unstichhaltigen Gründe hinzulenken sucht, die ihm ausgefallen sind. Die größte Tragweite auch nur eines einzigen Wortes rechtfertigt dieses Zögern. Menschen, die in ihren Händen Leben und Freiheit ihrer Mitmenschen haben, die mit einem Federstriche die ganze Existenz eines Menschen vernichten können, suhlen mehr, als man glauben mag, das Drü ckende ihrer Verantmorlichkeit. Eine solche Bürde getheilt wissen, ist schon eine großErleichterung. Deshalb will auch Niemand die Jnitia' tive ergreifen. Niemand will sich klar ausaussprechen ; Jeder erwartet die Meinung eines Andern, um sie sich anzueignen oder sie zu bekämpfen - es sind deshalb weniger Ansichten und Behauptungen, als Vorschläge, Vermuthungen, die die Vertreter der Justiz untereinander austau. schen. . So waren auch in der vorliegenden Untersuchung der Untersuchungsrichter und der Friedensrichter bei Weitem nicht einer Meinung das wußten sie bereits, ehe sie auch nur ein einziges Wort gewech selt hatten. Domini, dessen Ansicht aus materiellen Thatsachen, aus handgreiflichen

Umständen beruhte, die sür ihn außer allem Zweifel standen, fand sich nicht veranlaßt, eine andere Meinung zu hören. Andererseits hatte der Friedensrichter, dersich seine Meinung auf Grund von bestimmten Eindrücken, sowie einer ganzen Reihe von mehr oder minder wichtigen Schlüssen gebildet hatte, ebenfalls keine Veranlassung, ohne irgend welche Einladung dazu sich klar auszusprechen. Nun", rief er dem Agenten zu. um der' Unterhaltung eine andere Wendung zu geben, haben Sie neue Indizien gesunden?" Lecoq stand in diesem Augenblicke vor einem Portrait des Grafen de Tremorel. welches er Aufmerksam betrachtete. Er wandte sich um und antwortete auf die Frage des Friedensrichters : Nichts Bestimmtes habe ich entdeckt, nichts Entscheidenes, indeß ebenso wenig irgend Etwas, das meine Vermuthungen als falsch erwiesen hätte. Indessen bis jetzt, fügte er lächelnd hinzu, habe ich wohl eine Laterne, auch befindet sich bereits ein Wachslicht in derselben nur fehlt mir noch das Zündholz, es anzuzünden. Ich will mich deutlicher ausdrücken: was jetzt zunächst nothwendig sein wird, ist die genaue Untersuchung der Leiche der Gräfin sie wird für mich von höchstem Interesse sein. Vielleicht darf ich den Herrn Doktor bitten, mir darin behilflich zu fein?" Herzlich gern", antwortete der Doktor, und schickte sich schon an, seine Bitte zu er süllen. Der Agent hielt in sanft zurück. Ich erlaube mir", sagte er dann, die Aufmerksamkeit des Herrn Doktors besonders auf die Wunden zu lenken, welche die Gräsin durch ein quetschendes Jnstru.ment am Kopfe erhalten hat ich verwüthe, daß es ein Hammer gewesen ist. Ich habe die Wunden betrachtet, und obwohl ich nicht Arzt bin, so sind mir dieselben dennoch verdächtig erschienen. Die Beschaffenheit dieser Wunden wird sür mich ein werthvoller Fingerzeig sein ich bin neugierig, was die Untersuchung ergeben wird". Vielleicht," wars der Friedensrichter ein, toiro es von Nutzen sein, wenn der Herr Agent das obere Zimmer zuerst in Augenschein nehmen V Ah," antwortete Leccq, dort wo das Instrument sich befindet, mittelst dessen man Alles zerschlagen hat?" Allerdings. Es ist - Sie wissen- es jedenfalls eine Axt, die in einem Zimmer der zweiten Etage, das aus den Galten hinausgeht, vor einem Möbel am Boden liegt, das schon Spuren des Versuches, es zu öffnen, trägt; es ist indeß noch nicht geöffnet; ich habe Ordre gegeben, daß man nicht daran rühre". Schön - ist diese Axt schwer? Sie wird ungefähr ein Kilo wiegen." Steigen wir hinauf !" Sie stiegen hinauf, der Agent betrachtete aufmerksam die Axt und den Parquetboden. Ich vermuthe", bemerkte der Friedenslichter, dass die Verbrecher diese Axt hin aus gebracht und dieses Möbel verletzt haben, um die Untersuchung irre zu führen und sie noch schwieriger zu machen. Dieses Instrument war keinensalls, um dieses ge brechliche Möbel zu öffnen, das ich mit der Faust zu öffnen vermag. Sie haben blos einen Schlag gesührt, glaube ich wenigstens, und haben dann die Axt ruhig hin gelegt." Ich theile nicht Ihre Ansicht", antwortete der Agent. Man hat diese Axt nicht ruhig auf die Erde hingelegt im Ge gentheil.ist sie mit großer Heftigkeit auf die Erde geschleudert worden entweder un ter dem Eindruck großen Schreckens oder heftigen Zornes. Sehen Sie hier auf dem Parquet diese dreiEinschnitte, die nach einander liegen. Als die Verbrecher diese Axt hingeschleudert haben, ist sie zuerst mit der Schneide aus den Boden gestoßen daher dieser Einschritt hier, dann fiel sie aus die Seite, und die Rückseite, die ein Hammer bildet, u.hat diese zweiteSpur zu rückgelaffen! und endlich ist sie mit solcher Kraft geschleudert worden, daß sie einen Kreis um sich selbst beschrieben und aups 'Neue den Boden berührt hat hier an der Stelle, wo sie sich jetzt befindet". Nichtig, richtig", murmelte der Fric densrichter. Die Fenster", fuhr der Agent fort, die jetzt offen stehen waren sie aufy heute Morgen bei den ersten Nachsorschungen offen V Ja." Die Mörder haben offenbar im Garten irgend ein Geräusch vernommen sie

sind an'sFenster geVtli sie mögen irgend etwas gesehen haben, da3 sie so sehr in Schrecken gesetzt hat, daß ?ie die Axt eiligst dahingemorsen haben und davon geflohen sind. Betrachten Sie die Lage der Ein schnitte aufmerksam und Sie werden se hen, daß die Axt hingeschleudert worden ist von Jemand, der nicht neben dem MS bei. sondern dicht an dem offenstehenden Fenster sich befunden hat". Einen Augenblick hielt der Agent inne er schien nachzusinnen. Freilich", fuhr er dann fort, stimmt dieser Umstand nicht ganz .mit meinen Voraussetzungen. Ich setzte voraus, daß die Verbrecher in der größten .Gemüthsruhe gearbeitet haben und hier entdecke ich, daß man sie gestört hat, daß sie hastig zu Werke gegangen sind. Allerdings wird man die vorhandenen Indizien in solche theilen müssen, die man absichtlich zurück gelassen hat zum Beispiel das Bett in der Unordnung, in welcher er sich befindet, sodann in unfreiwillige, wenn wir sie so nennen sollen, wie hier diese Einschnitte, welche das Fallen der Axt bewirkt hat. Schon glaubte ich den Charakter der Mörder genau erkannt zu haben und ich sehe, daß wenigstens die andere Mög ltchkeit ihre Berechtigung hat. Sind bie Mörder Dummköpfe oder abgefeimte Schurken? Das ist die Frage! Listiger Weise, so mußte ich mir sagen, haben sie das Bett absichtlich in Unordnung ge bracht absichtlich hat man die Zeiger der Uhr vorgerückt, um über die Zeit des Verbrechens eine Tauschung herbeizu führen. Folgerichtig mußte ich weiter schließen : Man hat eine Axt auf der zweiten Etage vorgefunden, also haben die Mörder sie absichtlich hingebracht und absichtlich ver gcssen. Sie haben fünf Gläser auf dem Tische im Speisesaale zurückgelaffen, also waren ihrer weniger oder mehr als sünf, keines falls aber gerade fünf an der Zahl. Es fanden sich Reste eines Souper auf dem Tische folglich haben sie weder ge gcssen noch getrunken. Die Leiche der Gräfin befand sich am Rande des Wassers offenbar hat man sie gerade dort und nirgends wo anders mit Vorbedacht hingelegt. Man hat ein Stück Zeug in den Hän den des Opfers vorgefunden die Mörder selbst haben es ihr in die Hände gegeden. Die Leiche ist mit Dolchstichen wie zerhackt und folglich hat ein einziger Streich sie getödtet. Bravo, Bravo !" konnte der Friedensrichter sich nicht enthalten zu rufen. Einstweilen verdiene ich dieses Lob nicht", sagte der Agent lächelnd, denn wäre meine Schlußfolgerung durchaus richtig, so würde man auch diese Axt ruhig hierhin auf den Boden gelegt haben müssen." Ganz richtig-, meinte der Friedensrich richter. Indeß", suhrerfon, dieser Umstand ist eine Besonderheit, die mit UN sercm ganzen System nicht in Widerspruch steht. Die Mörder haben das scheint klar zu sein die Absicht gehabt, so zu hanoeln, wie Sie sagen. Ein Vorfall, den sie nicht voraussahen, hat sie gestört."' Vielleicht, bestätigte der Agent, ist Ihre Ansicht richtig. Indessen lassen wir dies einstweilen auf sich beruhen und sehen wir zunächst den Speiselaal und den Garten.Sie stiegen zum Speisesaal hinab. Der Agent nahm die Gläser eines nach dem andern in die Hand, hielt sie vor seine Augen und betrachtete sie ausmerk sam. Man hat gar nicht daraus getrunken!" sagte er in bestimmtem Tone. Aus keinem einzigen ! Aus keinem einzigen", sagte der Agent langsam, jedes Wort betonend, ich versichere es Ihnen". Doch sonderbar, sehr sonderbar!" meinte der Friedensrichter. Ich werde es Ihnen klar beweisen." Er rief den Kammerdiener herbei. Freund", redete' er diesen mit der freundlichsten Miene von der Welt an, war es üblich im Schlöffe, den Wein zum Voraus aus dem Keller zu holen ?" Nein, niemals, ich selbst stieg ledes Mal vor der Mahlzeit in den Ketter hin ab." Es befand sich also niemals eine An zahl voller Flaschen im Speisesaale. Nein, der Herr Graf überließ die Reste des Weines der Dienerschaft." Und wo brachte man die leerenFlaschen hin ?" .Hier unten in diesen Eckschrank so-

bald eine bestimmte Anzahl sich angesammelt hatte, brachte ich sie in den K.Uer Wann ist dies zum letzten Mal geschehen V Vor etwa süns oder sechs Tagen." Schön.melche Liqueure pflegte der Graf zu trinken?" Der Herr Graf trank fast niemals Lf queure. Wenn er zufällig es geschah höchst selten das Bedürfniß hatte, so benutzte er diesen LiqueurEinsatz, dort auf dem Ofen." In den .Schränken befanden sich also keine angebrochenen Rum und CognacFlaschen?" Nein " Schön, Du kannst gehen." Halt !" rief der Agent ihm nach, . sieh noch obn nach, ob Du in dem Eckschranke Deine richtige Anzahl leere Flaschen fin best." Der Diener sah nach Keine einzige ist drin !" sagte er erstaunt. Wirklich !" sagte der Agent. . . Der Diener entfernte sich. "Nun", frug der Agent den Friedensrichter. hatte ich Recht?" Allerdings, vollständig." , Der Agent nahm die Flaschen und Gläser der Reihe nach in die Hand und roch daran. Noch ein weiterer Beweis für meine .Annahme", sagte er dann. Wieso?" fragte der Friedensrichter. Sehen Sie", fubr der Agent fort, was hier aus dem Boden der Gläser sich befindet, ist nicht einmal Wein ! Unter allen leeren Flaschen, die man in diesem Eckschrank dort hingeseßt hatte, befindet sich eine, die Essig enthalten hat aus dieser haben die Mörder einige Tropsen ausgegossen." Er hielt dem Friedensrichter ein Glas hin, und sagte : Wollten sie nicht einmal selbst sich überzeugen?" Es blieb gar kein Zweifel mehr übrig es war Essig, derGeruch war außerordent lich stark, offenbar hatten die Verbrecher Eile gehabt und in dieser Eile gerade den untrüglichsten Beweis sür ihre Absicht hinterlassen, die Untersuchung irre zu führen. Die Mörder", sagte der Friedensrich ter haben offenbar wenig Ueberlegung und wenig Geschicklichkeit gezeigt sreilich haben sie nicht daran gedacht, daß sie es mit Ihnen zu thun haben würden." Sehr schmeichelhaft", antwortete der Agent sich verbeugend, indeß sehen wir den Rest."' Sie schritten in den Garten hinaus. Dort war nichts geändert. Hier", sagte der Friedensrichter, indem sie eine der Alleen verfolgten, die im Halbkreise zur Seine führten, hier ist es, wo man den Pantoffel gefunden hat, der, et was weiter unten, ein wenig rechts zur Seite dieses Bosquets von Georginnen lag". Sie waren am Fluffe angelangt. Wir setzten einstweilen voraus", sagte der Friedensrichter, daß es der Gräfin gelungen sei, zu entfliehen, daß man sie weiterhin hier eingeholt und dann ihr den tödtiichen Streich versetzt hat." Nach meiner Berechung", meinte der Agent, ist die Gräfin nicht hierhin geflohen man hat ste hierhin geschleppt, oder Alles müßte mich täuschen." Indeß wollen wir schen. Noch genauer als den Boden des Zim mers in der zweiten Etage des Schloffes studicte er den Sand der Allee, das stehende Wasser und die am Rande desselben wuchernken Wafferpflanzen. Dann trat er ein wenig zurück, hob einen Stein aus und schleuderte ihn weg sogleich trat er hinzu, um zu sehen, welche Wirkung der Wurf auf dem Schlamm ausgeübt hätte. Dann eilte er wieder auf den Eingang des Schlosses zu und b?trachtele milder größten Aufmerksamkeit den Rasen, auf welchen noch die Spuren sichtbar waren, als ob man eine schwere Last darüber hin weggeschleppt hätte. Nachdem er Alles aus's Genaueste un tersucht hatte, sagteer, zu dem Friedensrichter sich wendend : Unsere Schlußfolgerungen finden im mer mehr Bestätigung. hielhin hat man die Gräfin geschleppt." Sind Sie dessen sicher?" frug der Friedensrichter. Sicher? Ich glaube kaum, daß ein Irrthum möglich ist. Hören Sie,' die Gräfin ist nicht bis hierhin geflohen, hätte man sie hier an dieser Stelle ermordet, so würde sie jedenfalls mit einer gewiffcn Wucht hi-gefallen sein. Durch die Wucht des Falles hätte nothwendigerweise das

Wasser ziemlich weit umherspritzen müfferr indeß nicht blos das Wasier. sondern auch der Schlamm, und wir würden irr Folge dessen jedenfalls einige Schmtzfle cken hier ringsumher finden." Aber die Sonne", rief der Friedens richter. könnte ja Allerdings konnte die Sonne daSWaffer aufgetrocknet haben, indeß der trockene Schmutzfleck würde geblieben fein. Keine Spur ist daran zu finden nirgends, wc überall hin habe ich genau zugesehen und Alles untersucht, nichts war zu finde.,. Vielleicht könnte man bemerken, daß. Wasslr und Schlamm nach rechts und nach links umhergespritzt find. Indeß man be trachtete diese Wasserpflanzen, dieseZmeige und das Gestrüpp genau aus allen die sen Pflanzen finden Sie eine ganz leichte Lage Staub, aber keine Spur von einem, Tropfen Wasier weil das Waffer unr der Schlamm gar nicht umhergespritzt sind. Der Friedensrichter schien noch nicht gänzlich alle Bedenken überwunden zu haben. . Ab:? die Spuren von einem Kampfe, der möglicher Weise stattgefunden hat, dort aus dem Sande", sagte er. Dieser Umstand wird Niemanden tau schen", sagte der Agent lächelnd. Und doch scheint es mir ... ." Eine Täuschung ist gar nicht möglich. Man hat den Sand ausgewühlt das steht fest. Indeß alle diese Furchen, welche den Boden bloslegen, der mit Sand bedeckt war, sind alle mit einem und dem selben Fuße gemacht worden, und zwar sogar mit der Fußspitze, wie Sie bemerken könn?n". Das ist allerdings zu erkennen", sagte der Friedensrichter. Nun wohl", fuhr der Agent fort, wenn hier auf einem Boden, der so leicht Spuren zurückläßt, ein Kampf staltgcfun den hätte, so würde man jedenfalls zweier lci Spuren unterscheiden können : die des Angreifers, der sich nach vorn hinstürzt, stützt sich nothwendiger Weise auf den vor deren Theil des Fußes und drückt ihn fest" auf die Erde. Das Opfer hingegen, da' ihn abzuwehren sucht, macht seine Anstren gungcn und Bewegungen naturgemäß nach hinten, stellt sich auf die Absätze und wühlt demnach mit den Absätzen den Boden auf. Sind die Kräfte der beiden Gegner gleich oder fast gleich, so wird man die Spuren der Fußspitzen und Absätze fast in gleicher Anzahl vorfinden. Aber was finden wir hier?" Freilich, sreilich, Sie haben Recht, eö ist keine Täuschung mehr möglich", unter brach der Friedensrichter den Agenten. Und doch bin ich noch nicht zu Ende mit meiner Prüfung", antwortete derselbe. Wir sagen : daß die Grasin nicht hier hat ermordet werden können. Ich füge hinzu, man hat sie nicht hierhin getragen, sondern geschleppt. Der Beweis dafür ist leicht. Man kann einen todten Körper nur auf zweierlei Art und Weise fort schleppen: entweder bei den Schultern, und dann lasten die beiden Füße, welche auf der Erde dahin geschleift werden,' zwei Spuren von derselben Richtung zurück, oder bei den Füßen, und dann läßt der Kopf, welcher in diesem Falle auf der Erde ruht, eine einzige ziemlich breite Spur zu rück. Ist's nicht so V Der Friedensrichter nickte dem Agenten zu. Indem ich nun den Rasen untersuchte", fuhr der Agent fort, habe ich alle neben einander in derselben Richtung laufende Furchen sorgfältig beobachtet, aber das Gras war umgebogen und getreten auf eine ziemlich große Fläche. Warum? Weil man nicht die Leiche eines Mannes, sondern die einer Frau, deren Unterkleider

schwer waren und die ganz angekleidet war, quer über den Rasenplatz geschleppt hat mit kürzeren Worten, weil man die Gräfin und nicht den Grafen hierhin geschleppthat". Der Agent hielt inne, als wenn er einen Lobspruch seitens des Friedensrichter er warte; aber dieser schwieg und schien ganz in Gedanken versunken. Langsam war die Nacht hereingebrochen und mahnte die draußen Weilenden zum Verlusten des seuchtcn Grasplatzes. .Wir wollen schauen" saate der Aaent.' auf das Haus zuschreitend, wie weit unti Hollor mit oer ercyenjchau vorgerückt ist." Vor dem Hause stand der Untersuch ungsrichter mit seiner schwarzen Mjppe unter dem Arme und dem leichten Ueberzieher in der Hand. Er sah zusricdcn und vergnügt drein. (Fortsetzung solgt.)