Indiana Tribüne, Volume 3, Number 17, Indianapolis, Marion County, 4 December 1880 — Page 4

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Sn&tana Tribune.

Indiana Hriöüne. (Wochenblatt.) Cfficc: Ecke (5ircle u. Mcridianstr. 'Im dritten Stock

jEnterert seconri-clnss matter at the Postolficc at Indianapolis, Indiana. ' Abonnements-VreiZe. 2n der Stadt durch die Post ins Haus geliefert P Iah: im Voraus $2.00 Per Nummer ß Cents. Otto Schisscl, Hcrauögcbcr. Indianapolis, Ind., den 4. Decbr. 1880. Reform und Ncformcr. Die Laufbahn der meisten denkenden Resormer endet gewöhnlich mit ihrer eig nen Neformirunz. Es ist dieses unstreitig das werthvollste Resultat aller Neformbefirebungen, obschon es gewöhnlich von vielen Enttäuschungen' begleitet ist. Allen Neformbestrebunzen liegen drei Dinge zu Grunde, nämlich da3 bestehende Uebel, die Erkenntniß der Ursachen desselben und die Art und Weise der Aufhe bung des Uebels. Ist es zuweilen schon schwierig, .das Uebel selbst zu erkennen, so ist die Schwierigkeit dieser Erkenntniß kaum zu vergleichen mit derjenigen, welche in der Erkenntniß der Ursachen desselben liegt und ein Fehler hierin mag den ganzen Nutzen der Reformbestrebungen eines Mannes illusorisch machen. Aber selbst wenn man das Uebel und den Sitz desselben richtig ertonnt hat, so bleibt immer noch die allerschwerste Aufgabe übrig, nämlich den richtigen Weg zur Entfernung der Uebel zu finden. Man bedarf eines starken Geistes und großer Ausdauer um über all dies hinwegzukommen und mancher Enthusiast, welcher sich in eine Reformbewegung gestürzt, sah sich Veranlaßt aus Verzweiflung all seine Bestrebungen aufzugeben. Die Ursache davon ist nicht selten in der Thatsache zu suchen, daß der Enthusiast nicht gewillt, seine einmal gewonnenen Ansichten aufzugeben. Darin liegt der große Fehler vieler Reformer, die, wollten sie sich nur ein Beispiel an Anderen nehmen, das einsehen lernen würden. Als Gladstone seine öffentliche Laufbahn begann, da trat er mit aller Macht für die englische Staatskirche ein und nachdem der Geschichtsschreiber Macaulay seine Ansichten durch scharfe Kritik in Nichts aufgelöst hatte, scheute er sich nicht zu bekennen, daß er sich geirrt habe und wurde ein eifriger Bekämpfer seiner früheren Ideen. Der Irrthum, welchen viele cnthusiastische Reformer begehen, liegt darin, daß sie ihre Thätigkeit mit der Annahme beginnen, daß ihre Ideen endgültig seien. Dies erzeugt Ungeduld und Mißachtung der Ansichten Anderer. Nichts ist endgültig in dieser Welt und wer das nicht weiß, dem fehlt die erste Lehre der Reform. Unsere Reformbestrebungen müssen uns selbst reformiren, je tiefer wir in Reformideen ideen eindringen, desto mehr werden wir geneigt sein, von ursprünglichen Ansichten abzuweichen. Wenn wir dies erkennen, werden wir auch nachsichtig gegen Andere sein, und deren Anschauungen zu würdigen wissen, denn unser bester Gedanke von heute, mag morgen durch den größeren Gedanken eines Andern vernichtet werden. Die deutschen Verbannten. Von allen Maßregeln, welche die ocuische Regierung zur Beseitigung der sozia listischenPartei bis jetzt ergriffen hat. kann keine an Willkür und Ungerechtigkeit, der. welche die Leute zum Verlassen ihrer hei mathlichen Scholle zwingt, auch nur an nähernd gleichkommen. Es gibt in der anständigen Sprache keinen Ausdruck der streng genug wäre dieses Vorgehen der Regierung zu bezeichnen. Wennn man bedenkt, daß in Deutschland die sreie Meinungsäußerung und möge sie auch nur ZnPrivatkreisen geschehen.genügt, um ausgewiesen zu werden, um gezwungen zu werden den Ort zu verlassen, wo man seinen häuslichen Herd gegründet und sein Geschäft bisher betrieben hat, so fragt man sich unwillkürlich ob wir denn wirk.

lich im Jahrhundert des Fortschritts leben, ob unser Zeitalter das da Civilisation ge nannt zu werden verdient. ES klingt wie Hohn auf die persönliche Freiheit, daß Leute, die sich erlauben selbständig zu den kcn, die sich ihre Ansichten von einer hohen Regierung nicht vorschreiben lassen, ge maßregelt, verbannt von einem Orte zum andern gehetzt werden. Der sreie selbstständigeGedanke gehört also in dem Lande der Denker zu den größten Verbrechen. Zu diesen Betrachtungen gelangen wir, wenn wir der Ausgewiesenen gedenken die kürzlich Hamburg verlassen mußten, und die zum Theil ihre Zuflucht nach Amerika nahmen. Der Dampfer Silesia brachte am Montag 30 dieser gefährlichen Menschensorte". Jeder derselben hat Fami lie, die aber weil Bismarck nicht einmal anständig genug war, den Verbannten das Reisegeld zu vergüten, vorläusig noch in ihrer Heimath bleiben müssen, bis es die armen Ausgewiesenen auch dahin ge bracht haben, ihre Lieben .nachkommen zu lassen. So wenig man nun in Deutschland selbst, zur Schande der Deutschen sei's gesagt, diese Schmach fühlt, so sehr i't man hier, wo man glücklicherweise solche Dinge noch nicht kennt, über das Versahren den Unterthanen in Deutschland gegenüber, entrüstet. Sogar die hierzulande wohnenden Deutschen haben mit der Zeit so viel sreie Lust eingeathmet, daß. sie weder den beschränkten Unterthanenverstand, der das Alles rahig über sich ergehen läßt, noch die Regierung, die es wagt ein Volk so zu knebeln und zu peitschen, begreifen können. Deshalb sind die am Montag mit der Silesia" Angekommnen nicht nur von ihren Gesinnungsgenossen mit Jubel empfangen worden, nein auch manches deutsche Spießbürgerlein begab

sich an Bord des Dampfers oder nachs Castle-Garten um die politisch Verbann ten in dem freien Amerika willkommen zu heißen. So kam es, daß die Leute sich nach ihrer Ankunft durch eine große Men schenmenge hindurchzuwinden hatten, denn außer den Gleichgesinnten gab es ja auch noch so und so Viele, welche nur die ge sährliche Menschensorte" sehen wollten, die BiSmarck weder Ruh noch Rast gönnt und deren längerer Verbleib das mächtige, deutsche Reich derart gefährdet, daß wegen dieser Handvoll von Leuten die deutsche Regierung zu ganz unerhörten Ausnahmegesetzen und peremtorischcn Landesver weisunger. sich gedrängt fühlt. Bismarck selbst hätte also kaum einen größeren Empfang erwarten dürfen, als der war, welcher seinen gefährlichsten Gegnern zu Theil wurde. Die New Borker Sozialisten haben es nicht nur bei einer herzlichen Bewillkommung ihrer Genossen bewenden lassen, sie hatten auch schon im Voraus dafür Sorge getragen, daß den Männern, die sie zwar nie zuvor gesehen hatten, ein freundliche? Quartier bei Gesinnungsgenossen gleich zur Hand st-he. So sind die Verbannten zwar vorläufig gut aufgehoben, aber ein schwerer Kampf um's Dasein wird ihnen voraussichtlich auch hier nicht erspart bleiben. Die neuen Weltverkehröwcge. Bevor die Pacific Eisenbahn fertig wurde, galt es unter den AngloAmerika nern für eine ausgemachte Sache, daß nach Fertigstellung dieser Bahn der Handel Europa's mit Ostasien sich über das Stille Meer und diese Bahn wenden, daß Amerika dann einen ungeheuren Gewinn ziehen, daß New Pork an Stelle Londons die Welthandelsstadt werden, und San IranciSco zur Größe New Jorks im Handumdrehen anwachsen werde. Man rechnete heraus, daß der Handel von 700 Millionen Chinesen undOstindiern mit 300Millionen Europäern, wenn er übe? das Gebiet der Ver. Staaten geleitet werden könnte,nner meßliche Reichthümer in unsern Schoß werfen würde. Nun, alle Welt weiß, daß dies nur zu einem winzigen Theile der Fall gewesen ist. Die Pacisicbahn ist nun seit 12 Jahren fertig, und in diese 12 Jahre sallen 6 Jahre der schlimmsten Finanz klemme, welche die Ver. Staaten noch er lebt haben. San Francisco ist weniger gewachsen als zurückgegangen. New Dork sieht keine ostasiatische Waare in seinem Hasen nach Europa verladen, und umgekehrt. Californien insbesondere ist gründe lich ruinirt. Etwas hat allerdings der Fertigbau des Suezkanals dazu beigetragen, um diese überschwänglichen Erwartungen zu vereiteln. Der Weg vonOstasien nach Europa durch den Suezkanal ist halb so weit als der über daS Stille Meer und die Pacisicbähn und das atlantische Meer, und es ist

lauter Wasserweg. Allein eben so viel hat dazu die Verarmung Ostindiens unter der englischen Ausbeutungspolitik und die Bedürfnißlostgkeit der Chinesen beigetragen. Der Handel dieser Länder geht zurück anstatt vorwärts, und die amerikanische Schiffahrt dorthin, welche gegenüber der britischen im Nachtheile ist, hat fast ganz aufgehört. Frage : was sollen die beiden neuen Pacificbahncn, von denen die siib liehe 1881 und die nördliche 1882 fertig werden wird, da mit aller Macht daran gebaut wird. Die Erbauung des Panama Kanals gehört nicht länger zu den Abenteuerlichkeiten. .Daß der König der Belgier allein 20,000 Aktien gezeichnet hat, das beweist, daß dieser sehr kluge Monarch die Sache für ausführbar und vortheilhaft hätt. An der Ausführbarkeit haben auch wir nicht gezweifelt, seitdem Lesseps sie erklärt hat. Aber an der Vortheilhaftigkcit für die Unternehmer zweifeln wir stärker als je. Und es ist nur gut, daß die Aktionäre und Unternehmer nicht unsere Zweisel theilen und nicht sich abschrecken lassen. Wir gönnen ihnen diesen Triumph der Jngenieurkunst, diese Beseitigung einer der schlimmsten Schranken des Völkerverkehrs. Aber er wird wohl nie die mäßigsten Zinsen einbringen. China und Ostindien, aus deren Ausbeutung es zumeist dabei abgesehen werden muß. haben von ameri-

kariischen und europäischen Waaren gar wenlg nöthig ; die Kaufkraft der 700 Millionen Einwohner, welche sie beherbergen, nimmt eher ab als zu. Und alle übrigen Länder am Pacific leiden noch immer unter dem großen Weltkrach. N. Y. V. Ztg." Der Schwager von Don Carlos ist aus Spanien ausgewiesen worden. 210.204 Einwohner Canada's sind in diesem Jahre nach den Ver. Staaten ausgewandert. In voboken kamen dieser Tage binnen 24 Stunden drei Selbstmorde vor. Also auch dort scheint das gelobte Lande nicht zu sinden zu sein. In Irland hat man einige leichte Erdstöße verspürt. Wenn das soziale Erdbeben dort stattfindet, dürste es etwas schlimmer verlausen. JnChicago ist eine aus fünf Personen bestehende italienische Familie nach dem Genuß von Wurst gefährlich erkrankt. Die Untersuchung ergab, daß das Wurst fleisch trichnos war und man glaubt, daß Keiner der Betreffenden gerettet werden kann. Rochefort kündigte in den Zeitungen an, daß er die städtischen Behörden von Paris ersuchen werde an einigen öffentlichen Plätzen Denkmäler für die Helden der Commune errichten zu dürfen. Ist schon das Ersuchen kühn, so wäre doch die Genehmigung über alles Erwarten. ' James Gc.rfield und Frau waren am Danksagungstag bei dem gottlosen Robert Jngersoll zu Tisch geladen. Sie ließen fich dort den Danksagungsbraten auch ohne Tischgebet gut munden aber bei den Frrommen und Gläubigen wird Garfield dadurch in ein großesWespennest gestochen haben. Der Popü hat sich von seinem jüng' sten Unwohlsein erholt. Für dieses Glück hat er unserm Herrgott dadurch seinen Dank abgestattet, daß er $1,000 zum Besten der in Folge des Erdbebens nothlei denden Bevölkerung von Agram hergab. Der Mann hat übrigens ein solches Sümmchen gar bald wieder verdient. Das amtliche Stimmenergebniß der Präsidentenwahl beweist, daß wohl keine der beiden alten Parteien je wieder eine Mehrheit von Volksstimmen ausbringen kann, denn trotzdem diesmal die Opposi tron gegen die demokratische Partei außer ordentlich stark war, hat Garsield doch nur eine Pluralität von 3,401 Stimmen über Hancock erhalten. Man dars getrost die vielen Eisenbahnunfälle, welche in jüngster Zeit in Deutschland vorgekommen sind, der Bismark'schen Wirthschaft in die Schuhe schieden. Denn seltsamerweise passirten die Unfälle geradeaus den Bahnen, welche Staatseigenthum geworden sind. Die Löhne der Angestellten jener Bahnen hat man aber so sehr beschnitten, daß die Be treffenden ihr Leben nur mit Mühe fristen können; und man braucht sich deshalb nicht zu wundern, wenn jene Leute ihre Pflichten eben so schlecht erfüllen wie die Entschädigung ist, die sie dasür erhalten.

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vorzüglich anerkannt. Aufträge zum Verschiffen von Lagerbier aus allen Eisenbahn

Linien werden prompt erfüllt. Dem irischen Landlord Lord Lismore London scheint das Gewisien sta:k zu in schlagen. Er läßt fich in seiner Wohnung von der Polizei überwachen, weil er Angst hat die irischen Pächter könnten ihm zu nahe kom.men. Wir würden den Mann bedauern, wenn nicht die armen Irischen unser Mitgesühl zu sehr in Anspruch näh men. Die .Vossische Zeitung" in' Berlin sagt unverhohlen, daß die anti-semitischen j Artikel in der Norddeutschen (All) gemeinen Zeitung" inspirirt seien. Bismarck suche wieder einmal im Trüben zu fischen. Die Regierung fache denJudenhaß.an, um unbemerkt einen neuen Schlag gegen die ; Freiheit der Bürger zu führen, wie fie eö bei der sozialistischen Agitation zu Stande brachte. Rosa Michal ist endlich auch nach Paris zurückgekehrt und von ihren. Gestnnungögenossen mit Enthusiasmus empfangen worden. Sie. hat treulich Wort gehalten, denn obgleich sie schon lange amnestirt ist, weigerte sie sich Neu Caledonien zu verlassen, so lange noch einer der Communards dort war. Mancher Mann könnte sich an der Willensstärke dieses Weibes ein Beispiel nehmen. Die Anzahl der Nummern der in New Bork erscheinenden Jrish World", welche bis jetzt unentgeltlich in Irland vertheilt worden sind, beträgt 86,332. Davon sind 35,838 von Jrländern in Amerika bezahlt, und 50.494 vom Eigner des Blattes hergeschenkt worden. Dieselben mögenManches zur Aufklärung der armen Irischen beigetragen haben und werden dadurch vielleicht zu besseren Waffen als alle Bajonette und Gewehre. Die Census-Ossice berichtet durch den Statistiker Robert S. Potter, daß von den 4prozentigen Bundesschuldscheinen betragend $528,100.956. blos tz6.831.450 im Auslande besessen werden, und von den 4)prozentigen $170,280.800 blos $5.187,550. Die von einzelnen Privateignern besessenen Bonds im Betrage von 5343.446,800 vertheilen sich mit 17,9 Prozent auf die östlichen, mit 64,4 aus die mittleren, mit 14,2 auf die westlichen, und mit 3,5 Prozent aus die südlichen Staaten. Die Jrländer können nicht so. leicht zur Ruhe gebracht werden, als eS früher vielleicht den Anschein hatte. Die Organisation gewinnt von Tag zu Tag an Ausdehnung und die Angst der Lord? ist dadurch stetig im Steigen. Das Cabel meldet, daß das Militär in Irland zur Ausrechthaltung der Ordnung abermals verstärkt werden soll. Dadurch wird vielleicht die Revolution verzögert, aber die Angreiser werden die Zeit nicht müßig verstreichen lassen und der Ausbruch wird nur ein um so heftigerer werden. . Als sich die verbannten Sozialdemo, kraten in Hamburg nach Amerika einschifften wurden ihnen von den oortigenPartei und Kampsgenossen das Geleite gegeben. Mit fliegenden rothen Fahnen und unter dem Klänge der Marseillaise ging's ans Schiff. Die Polizei mischte sich nicht ein; nur am Bord des Dampfers stand ein Scherge der gesellschaftlichen Ordnung mit Notizbuch und Bleistift, der die Namen der abreisenden Sozialisten genau notirte. jedenfalls um im Stande zu fein, amtlich constatiren zu können, daß der Staat gerettet ist. Die kapitalistische Presse lobt die Berliner Polizei weil dieselbe eine Anzahl Plakate aus einem Theil der Stadt entsernte, in welchen die Bevölkerung gerade'

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- Bmmm SQUAKE,) INDIANAPOLIS, IND. Brauerei 'm Staate. Mein Lagerbier Bottle Beer" ist vor allem anderen als C. F. Schmidt. zu zur Judenverfolgung ausgereizt wird. Diese Großmuth der Polizeibehörden ist allerdings außerordentlich wenn man bedenkt, daß doch die Judenverfolgung von oben herab gepredigt wird. Dessen unge acht stellen mx höhere Ansprüche an die Wächter der Ordnung als die kapitalisti sche Presse, denn wir glauben nur daß die Berliner Polizei in diesem Falle zur Seltenheit einmal ihre verdammte Pflicht und Schuldigkeit gethan hat. In New Jork wollen sie dem Dichter Edgar Allan Poe ein Denkmal errichten, wahrscheinlich weil er dort am Meisten Hunger gelitten hat. Jetzt begreifen wir's, daß New York die drittgrößte Stadt der Welt ist; in Deutschland machen sie'S nämlich ebenso. Zum Beweise mögen die Schiller-, Bürger- und Kepler-Denkmale dienen. Letzterer ist bekanntlich Hungerö gestorben, und ein Sinngedicht auf ihn lautet : So hoch ist noch kein Sterblicher gestiegen, Als Kepler stieg. Er starb oen Hungertod. Er wußte nur den Geistern zu genügen. D'rum ließen ihn die Leiber ohne Brod Der Staat Georgia liefert wieder ei nen Beweis davon, wie umständlich und gefährlich der Modus unserer Präsidentenwahl ist. Das BundeSgesetz bestimmt, daß die Elektoren jedes Staates am 1. Mittwoch im Dezember zusammenkommen und. ihre Stimmen abgeben sollen. Dagegen bestimmt das Gesetz des Staates Georgia, daß die Elektoren am 1. Montag im Dezember zusammenkommen, und am darauffolgenden Mittwoch abstimmen sollen. Der auf den ersten Montag folgende Mittwoch ist aber diesmal nicht der erste, sondern der zweite Mittwoch im Monats, weil der erste des Monats auf Mittwoch fiel. Die Elektoren des Staate Georgia richteten fich nach dem Staatsgesetz und stimmten nicht am 1. Mittwoch im Dezemder ad. Die Folge davon wird wahrscheinlich die sein, daß die Stimmen deS Staates Georgia nicht gezählt werden. Es ändert dies nun diesmal nichts an dem praktischen Resultate. Man male fich jedoch die Folgen im andern Falle auS. In der That, es wäre endlich einmal Zeit, daß der Modus der Präsidentenwahl abgeändert würde. Beg Gouverneur Gray hat bereits von seinem Begnadigungsrechte Gebrauch gemacht. Er begnadigte Geo. Clark, der am 28. Mai 1880 wegen Kleindiebstahls zu einjähriger Zuchthausstrafe verurtheilt worden war. ÄST Am Montag wurde Nora HopkinS von Richard Hopkins geschieden. Hannah I. Smith hat die Stadt auf $25,000 Schüdenerfatz verklagt, weil fie kürzlich auf einem Seitenweg derWash ington Straße ausrutschte und so schlimm fiel, daß fie schwere Verletzungen dadurch erlitt. Die Ursache dieses Unfalles erblickt die Klägerin darin, daß der Seitenweg mit Eis und Schnee bedeckt war, und das Weiterkommen fast unmöglich machte. Daf:1'r macht sie aber die Stadt verantwortlich, denn diese sollte dafür sorgen, daß solchenUebelständen abgeholfen werde. Jakob Brusch hat die I. & St. L. Eisenbahncompagnie aus 52,000 Schadenersatz verklagt, weil seinFuhrwerk mit einer Lakomotive jener Bahn in Collision geeieth, wobei dasselbe vollständig demolirt wurde und er selbst schlimm verletzt wurde. Er schreibt den ganzen Unfall dem Umstände zu, daß der Lokomotivführer die Pfeife nicht ertönen ließ, und er deshalb das Herannahen der Maschine nicht wahr nehmen konnte. John Quick, ein Landstreicher mußte am Montag im Stationshause Quartier nehmen und man fand in seinem Besitze nahezu 100 Schlüssel.

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