Indiana Tribüne, Volume 3, Number 13, Indianapolis, Marion County, 6 November 1880 — Page 3

Jndiana Tribüne.

Die Beziehungen von Neligion und Materialismus zu Kunst und Wissenschaft. Von P hilipp Rapp apo rt. (Fortsetzung.) Solche Gestalten konnte nnd kann daZ Alles verhimmelnde Christenthum nicht schassen. Man mag mich Barbar nennen.

aber ich cmpstnde keinen Kunstgenuß vor dem Bilde einer Madonna, die technische Vollendung sei, wie sie wolle. Ich weiß nicht, wie es kommt, aber alle Heiligkeit macht aus mich den Eindruck der Dummheit und Einsältigkeit, und ich finde stets das lächerlich, was nach den Intentionen des Malers erhaben sein soll. Die Zeit mag wohl daran Schuld sein, und ich glaube, es könnte heute keinem Madonnenmaler mehr gelingen, ein Raphael zu werden. Es fällt heute der Kunst nicht ein, sich sür allegorische Figuren, sür sinnbildliche Darstellungen derMadonnen und Heiligen zu bedienen, wir greifen immer wieder zu den antiken Kunstgestalten zurück. Die christliche Negation un') Ab straktion ist der Schassung einer wirklichen Kunstgestalt nicht günstig. Die meisten

sogenannten christlichen Kunstwerke sind mehr Produkte der Kunstfertigkeit, als der Kunst, ihre Aussührung ist mehr künstlich, als künstlerisch, wobei allerdings das Sprichwort : Keine Regel ohne Ausnähme" seine Geltung haben mag. Einen ästhetischen Genuß bringen aber die religiösen Kunstmerke der Malerei und Skulptnr auch schon deshalb nicht hervor, weil sie meistens die Nachtseiten der religiösen Wirkung zum Vorwurf haben. Auto da Fes, Hinrichtungen, Kceuzigungen, Ketzegerichte. Märtyrer u. s. w. Selbst wenn alle derartige Bilder Kunst' schöpsungen erste? Ranges wären, so sühlt der Beschauer doch, daß er sie gerne ent' behren würde, wenn auch die dargestellte Handlung sich nicht ereignet hätte. Daß die christliche Kunst die griechische nicht erreichen konnte, lag in der Natur der Sache. Die Griechen zeichneten Göt ter, die Christen Sklaven der Götter. Gott selbst konnte nicht dargestellt werden, denn er war wesenlos; also konnte man nur Kreaturen von ihm darstellen. Die Griechen zeichneten Herren und keineSkla ven. Auch schufen sie keine Phantasiegebilde, sondern nahmen den menschlichen Körper als Vorbild, dem sie mit ihrem Schönheitssinne die deckbar vollkommenste Form gaben. Die Christen aber, denen vielleicht eine selbstständige Verbesse rung heiliger Gestalten eine Prosanation derselben schien, hielten fest an der Ueber lieferung und gestatteten der Darstellung idealer Gestalten keinen Raum. So sagt Ernst Förster in seiner Geschichte der deutschen Kunst : Es siel keinem Künstler in Deutschland ein, für die.Gegenstände religiöser Verehrung sich die eutsprecheuden Formen zu denken. Diese waren mit der Kunde von ihnen gegeben. Es wurden dennoch die Gestalten Christi, Maria, der Evangelisten, der Apostel und anderen Heiligen und Märtyrer übernommen, wie wie Namen ohne Bedürfniß und Vermö gen, etwas daran zu ändern. Eine Vergleichung dieser Gestalten mit wirklichen kam dabei so wenig in's Bewußtsein, als eine mit ihren lebendigen Urbildern. Sie waren bloße Zeichen, und mußten es b!eiben, da den Künstlern die Kenntniß ganz' lich abging, die angedeuteten Formen nur einigermaßen auszubilden, oder geistige

Zustände in ihnen auszudrücken, so daß

auch Kopf und Körper, Füße und.Hande,

und selbst die Falten des Gewandes nicht

viel mehr waren, als bloße Zeichen." Uebrigens braucht es kaum solcherAuto-

ritäten, wie Förster, selbst der Laie kann

bemerken, daß die christliche Kunst im Ver. gleiche zur antiken ein Rückschritt ist, und

daß ihr trotz aller Bemühungen, die Nach

ahmung der Antike noch nicht einmal voll--

ständig gelungen ist.

Verlassen wir das Gebiet der Malerei und Skulptur, und werfen wir einen Blick auf die Baukunst. Da haben wir der

Religion allerdings Kunstwerke ersten Ranges zu verdankenden anders können wir die Kathedralen, Dome und Münster

des Mittclalters nicht nennen. Mit die sen Kunstwerken halten aber die griechi

schen und römischen Tempel wohl einen Vergleich aus, woraus wir sehen, daß es

gerade nicht der christlichen Religion zur

Entwicklung der Baukunst bedürfte. Auch

sonst muß man sich hier nicht täuschen und

den Unterschied in den Beziehungen Archl

tektur und den Beziehungen der Malerei

und Skulptur wohl tVS Auge fassen.

Die Erzeugnisse der Baukunst dunen reli

giösen Zwecken und stehen mit dem Kultus graphien der Märtyrer, aus welchen im der Religion in weiter keiner direkten Be- Verlaufe derZeit ein blödsinnig aftergläuziehung, als daß sie demselben eine Stätte bischer Legendenwust entstanden ist. Dabieten ; die Erzeugnisse der Malerei und neben wurden sehr viele Hymnen gedichtet, Bildhauerei aber bezwecken zumeist eine welche das Lob des Heilands verkündigDarstellung göttlicher Gestalten, eine Ver- ten, ihn bald unter dem Bild eines die körperung göttlicher Gedanken, sie bilden Heerde der Gläubigen weidenden Hirten häusig einen Gegenstand der Andacht und feiernd, bald unter dem eines Lammes, Anbetung. Die religiösen Bilder und des Opferlammes, welches hinwegnahm Figuren sind daher, mehr eine direkte die Sünden der Mlt." Auch dem heili Folge der Religion zu nennen, die dem gen Geiste ward ir dieser urchristlichen Kultus gewidmeten Gebäude aber haben Hymnik viel gehuldigt, wogegen Gottvater ihre Existenz mehr der Kirche zu verdanken, mehr zurücktrat. Es lag in der Sache, Jene entspringen dem religiösen Gefühle, daß diese ganze Dichterei sehr dünn und diese dem Sektenthum. Es liegt in der monoton sein mußte. Wenn sich dersel Macht des einzelnen Künstlers ein Bild, ben da oder dort einmal ein naturgemäßer eine Statue herzustellen, aber der einzelne menschlicher Ton beimischte, galt das für Künstler kann keinen Dom erbauen, dort eine Sünde. kann die Begeisterung die Ursache der Wenig besser urtheilt Scherr über die Entstehung des Kunstwerkes sein, hier muß griechisch'chcistliche Poesie, dagegen stellt die Begeisterung erst kommen, nachdem die er der ,ömischlirchlichen Dichtung ein des' Aussührung beschlossen ist. seres Zeugniß aus, hingegen er von der .Darum sind die großen, der Religion aus dieser hervorgegangcnen neulatcini-

gewidmeten Bauwerke weit weniger der schen Poesie wieder sagt, daß sie einen

Ausdruck des religiösen Gefühls, des reli selbstständigen Kunstwerth nicht anzuspre giösen Bedürfnisses, als vielmehr der Aus chen hat und dem Ausschwung der natio druck der Macht und des Reichthums der nalen Litrnturen eher hinderlich, als för Kirche. Aller Religion ungeachtet bedin derlich gewesen ist.

gen Macht ur.d Reichthum vor Allem die Im Ganzen finden wir in derDichtkunst

Entwicklung der Baukunst, denn der g?ni die nämlichen Erscheinungen miederkebren.

alste Baumeister ist nicht im Stande einen wie bei der Malerei und Skulptur, und

Plan ohne diese beidenVerbindungen aus- wir finden auch die nämlichen Ursachen

zuführen. Und auf der andern Seite, wirken. Dies ist am Ende natürlich, denn

worin konnte sich die Macht bei Kirche, nur die Künstler sind verschieden, die Kunst

oder der Reichthum der Fürsten wieder ist ein Ganzes. Die beschriebenen Gestal' besser offenbaren, als in der Herstellung ten der Christen sind ganz genau dieselben, großartiger Bauwerke? Und was hätte wie die gemalten, gemeißelten oder ge

man im Mittelalter anders bauen sollen, schnitzten. Hier wie dort fehlte die Rela

als Kirchen? Der Aegypter baute eine lion der Phantasie zum Reinmenschlichen

Pyramide, der Europäer des Mittelalterö und Natürlichen. Sie suchte sich in Be-

eine Kirche, und wir bauen Museen und ziehung zu dem Unbegreiflichen, Ueber Theater. Alles zu seinerZeit. Hätte man natürlichen zu setzen und ein wirkliches die Religion nicht gehabt, so hätte man Kunstwerk konnte nicht geschaffen werden, wahrscheinlich etwas Anderes als Kirchen weil die Erzeugnisse der Kunst dem M?n

gebaut und wäre die christliche Religion schen nicht verständlich waren, und durch

der Kunst überhaupt förderlich gewesen, die hartnäckige Verläugnung alles Jrdi so hätte man auch damals Theater errich- schen um so unverständlicher wurden. Die tet. Die Baukunst hätte sich entwickelt. Phantasie konnte manches Schöne schassen, wenn sie sich auch nicht gerade an den Kir wie sie ja auch das Paradies der Türken

chen hätte zeigen können, und diese könn schuf, aber sie muß an die menschliche

ten wir sehr gut entbehren. Daß es nicht Natur anknüpfen und deren Wünsche und die Religion an und für sich, sondern nur Bedürfnisse berücksichtigen. So schuf der der Einfluß der Kirche ist, welchem bc Grieche den Olymp und der Muhamme-

großen Dome und Münster ihre Entste- oaner sein Paradies, so der Deutsche seine hung verdanken, können wir leicht daran Walhalla, der Himmel der Christen aber

merken, daß man heute sür Kirchen nicht ist ein Platz der Langemeile und ebenso

Eine nihilistische Berichtigung. Der Jntransigeant" erhält von dem

Nihilisten Hartmann aus London folgende

Mittheilung : Die Gazette de Saint' Petersbourg- vom 11. giebt über die Ei:! Deckung ei ier Mine bei Alexandrowsk in ter der Bahnlinie Lozowo Scbastopel in Südrußland Einzelheiten an, welche eint gcr Kommentare bedürfen. DieThatsache an und für sich ist richtig. Die Regie rung tauscht das Publikum ebensowenig, als sie in diesem Falle von ihren Agenten getäuscht worden ist. Die eben entdeckte Mine war zu derselben Zeit gelegt wor den, wie die viel besprochene Mine bei Moskau und hatte, wie jene, die Bestimmung, den kaiserlichen Zug in die Luft zu sprengen. Es war ferner verabredet worden, die Mine bei Moskau sollte nur dann dienen, wenn die andere nicht hätte benutzt werden können. Ueber diesen Vision schen Punkt mögen nachstehende Details Sie ausklären. Unweit von Alrxandsowsk laufen die Els:nbahnsckienen aus einen Erddamm, der sich ungefähr vier zehn Meter über den Boden erhebt. In diesen waien auf eine Entfernung von

circa sechzig Metern von einander zwei

jenkrecyte Druden gcboyrt worden, von

denen jede eine kupfcrnc Walze. die mit

dreißig Kllogram Dynamit geladen uud mit einem galvanischen Zünder verschen

war, aufnahm. Der Draht, welcher die

beiden Zünder verband, mündete 200 Mtr.

von derBahnlinie an einem genau bezeich

neten Orte aus. Die mit der Sprengung der Mine betrauten Verschwürer sollten in

einem zweispännigen Wagen angesahren

kommen, eine elektrische Batterie und eine Rhumkorff'sche Spule mitbringen, sie mit dem Draht verbinden und sich bereit hal ten, den kaiserlichen Zug während der Fahrt in die Lust zu sprengen. Zur größeren Borsicht hatte man sich am Tage vor der Durchreise des Czaren des guten Zustandes der Höllenmaschine versichert, indem man längs des Drahtes eine schwache elektrische Strömung spielen ließ. Alle Maßregeln waren, wie man sieht getrof fen. Ein Zufall wollte aber, daß eine Stunde vor dem Augenblick, da die Ex plosion erfolgen sollte, ein Wagen vorbeifuhr, besten Räder den nicht tief gelegten Draht abschnitten. Als dann die Verschwörer mit der Batterie kamen, blieben

ihre Anstrengungen, diese mit der unter

Putzer und ZZeitunosjungen in den Stra ßen, den lästigen Mißbrauch der bon-sires mit ihrem Rauch und ihrenFunken. u.dgl.

kurz es ist, als ob Einer die Beschreibung eines großen Prachtbaues mit der Aufzählung der Stellen atisangcn wollte.

wo der Mörtel fehlt oder ein Stein schief

etngctttzt ist. Älellelchl, dan der vielge reiste L'terat auch noch das Gebäude selbst bespricht, das sein Kunstsinn doch ebenfalls wahrgenommen haben muß !

George Grinstcincr,

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mehr den Auswand macht, wie früher, als langweilig sind die Beschreibungen dessel

der Einfluß der Geistlichkeit im Staate ben, ebenso langweilig alle poetischen Ver Zlden Schienen gelegten doppelten Mine in

noch ungeschwächt war, und sie im Stande suche, diesen Himmel zu malen. Das Verbindung zu setzen, fruchtlos. So war

war, den Fürsten zu veranlassen, das ewige Hallelujahgczetcr, das CherubimGeld, das er jetzt der Kunst widmet, der und Seraphimgeklingel werden widerlich. Kirche zu widmen. Und daß Reichthum Dazu kämmt noch, daß die Erniedrigung die Baukunst mehr sördert, als die Reli des Leibes, die Verachtung des irdischen gion, das sehen wir wieder am Besten in Jammerthales eine Rücksichtslosigkeit ge' Amerika, wo die Leute sehr fromm und gcn alle Aesthetik erzeugte, welche der bigott, wo aber die Gemeinden sehr zer wahren Kunst geradezu ins Gesicht schlug, splittert und nicht reich sind und wo daher In den Liederbüchern wird man gar zu viele Kirchen weiter gar nichts als mise- oft den stinkenden Erdenpfuhl, den Pfuhl rable Bretterbuden sind und ein wirklich der Sünde und des Jammers sinden. großartiger Kirchenbau gar nicht existirt. So kommen wir wiederum zu der Ueber Gehen wir auf die Dichtkunst über, das zeugung, daß die christliche Poesie ein Gebiet der bildenden Künste verlassend, so Rückschritt im Vergleich zu der antiken passirt uns wieder das Malheuer, daß die war. heidnischen Griechen den christlichen Dich- Und noch aus einer anderen Ursache tern als Vorbilder dienen mußten und mußte die christliche Poesie ein Rückschritt müssen, und die christlie Religion muß sein. Die Liede, dieses weltbewegende, es sich eben gefallen lassen, daß man das die Existenz der Menschheit sichernde Gegriechische Zeitalter das klassische nennt. sühl hat stets eine Rolle in der Poesie geDen Einfluß des Elzristenthums auf die spielt und wird sie immer spielen. Der Dichlkunst schilöertScherr in seiner Litera- Grieche faßte die Liebe sinnlich auf, und turgeschichte und da Scherr auf diesem mit Recht, denn jede andere Auffassung Gebiet wohl als maßgebende Autorität ist unnatürlich. Die körperlichen Reize gelten darf, so führe ich seine Worte hier der Frau galten ihm nicht weniger als an: ' ihre psychischen Vorzüge. So schuf der .Judcssen hat das Christenthum, wie Grieche Frauengestalten, die ewig unüber wir sehen werden, erst in seiner Erschei- tresflich sein werden. Rur Dichtern ersten nungslorm als katholische Kirche dieses Ranges kann es gelingen, eine AndroBeginnen (die Errichtung eines christlichen mache, eine Jphygenie, eine Penologe zu Olymps nämlich) folgerichtig durchge- schaffen. Da kam das Christenthum zuführt, während das Urchristenthum in sei- erst mit seiner Verachtung der Frauen, mit ner asketischen Strenge vor einer künstle seiner Erniedrigung der Ehe und dann im rischen Ausbildung der Lehre und des Kul Mittelalter mit seinem Marienkultus, wotus noch zurückschrack und sich, wie gegen bei es sich eine geistige Liebe erdichtete, das Leben selbst, so auch gegen die Blüthe welche mit der geschlechtlichen nichts gedesselben, die Kunst, feindlich verhielt, mein hat, es phantasirte sich zu einer überDas bestimmte denn auch den Ton der sinnlichen Liebe hinauf, die nicht nur vollurchristlichen Poesie, welche ihre Jnspira- ständig unnatürlich ist, sondern auch nicht tion aus der alttestamentlichen schöpfte, einmal im Plane eines Weltschöpsers geDas misior.äre Element der Propheten legen haben könnte, erzeugte christlicherseits das ungeheuerliche Und in der That bestand diese geistige Gedicht der Offenbarung Johannis, in Liebe nur in der Einbildung, in der Wirkwelchem eine tollgewordene Phantasie lichkeit artete sie in Sinnlichkeit aus. gro!ejkisirt und die Psalmen gaben der Aber diese krankhaste Einbildung führte christlichen Lyrik .!. Grundk.ang. w.. eher der zerknirschten Abwendung von dem bafe er Gellebte das gebrauchte Wasch. Jammerthal- der Erde ganz entsprach, wasser seiner Geliebten trank, daß er ihre Die Form der ältesten Poeten des Chri schmutzige Wäsche trug u. dgl. Ein d e r stenthums war eine Reminiscenz der an. ar tiger Frauenkultus konnte keine m:., .p Mrt kla.nschen Frauengestalten erzeugen, und ttken Formen und blieb s noch lange, konnttder Dichtkunst gewiß mcht förderden Inhalt bildeten hauptsächlich Paru- lich sein. Phrasen der Evangelien, später auch Bio (Fortsetzung folgt.)

alle Mühe, die man sich gegeben hatte, die genauesten Details über den kaiserlichen Zug, seine Länge und Schnelligkeit, den Waggon, den der Czar bestiegen hatte, auszukundschaster, vereitelt. Die Explo sion hätte zugleich an beiden Enden der Wagenreihe losgehen sollen. Die Dynamitkadung war siebenundzwanzig Mal stärker, als nöthig gewesen wäre, um die Schienen zu sprengen und den Zug zu vernichten. Außerdem sollte dieser auch noch aus der Höhe von 14 Meter über den Damm hinuntergestürzt werden. Dies sind die Umstände, welche bei Alexzndrowsk den Czaren von demTode retteten, den man für sicher halten konnte. Wie er ihm dannn zum zweiten Male bei Mos kau entrann, ist bereits allgemein bekannt. L. H a r t m a n n.

Bodenstcdt über Amerika.

Bodenstedt bat angefangen, seine ame rikanischen Eindrücke in der deutschen Wo chenschrist: Ueber Land und Meer" in Briefform zum besten zu geben. Er er klärt seine lange Zögerung aus dem lölichen Vorsatz, es nicht wie andere leichtsertige Reisende haben machen zu wollen, denen die nothwendigsten Voraussetzungen fehlten, Land und Leute zu verstehen, und die dennoch nichts Eiligeres zu thun hatten, als ihre flüchtigen Beobachtungen auj's Papier zu werfen und mit absprechenden Bemerkungen zu würzen, in welchen Anmaßung und Unwissenheit um ie Wette ringen." Es scheint jedoch n'cht, als ob es ihm in seinem ersten Brief schon gelungen wäre, diesen Fehler anderer Reiseliteraten, flüchtige Beobachtungen mit absprechenden Bemerkungen gewürgt" aufzutis.tzen, zu ver meiden ; denn dieses Kapitel aus dem amerikanischen Leben dreht sich hauptsächlich um die alte Geschichte von der Spukleiden schaft der Amerikaner und ihrer Geschicklichkeit im Treffender Spucknäpse, um das Tabakkauen, um kleine Volksunarten, wie z. B. die oft sehr ungenirten Posituren in öffentlichen Plätzen, die Pfeiffengewohnheit der jungen Generation, die Zudringlichkeil und das laute Schreien der kleinenSchuh

Ciscnbahtt-Zcit-Talicllc.

Ankunft und Abgang der Eisenbahnzüge in Indianapolis, an und nach Sonntag, den ,10. Oktober 1880.

Cledeland, Columbus, Cincinnati und Jndianapolis Eisenbahn. (Bee Line.) Abgang: Ankunft: 91 ?) & 53 Es S.. 4.15 Vn L 5 St L Ex5 ... 6.55 m Union öiccom ... Bm ' E G M I Ex ..12.30 Nm Jnd'rlckNAExp Vm I Union Aceom.... Z.55 Nm Dayton & & s .11.1). Am oft & et L Ex 6.05 Nm H ) Qi 3 c c 7.1', Nm 1 )l Y 6 Lt L C .10.55 Nm Brightwood Div sion, C. (5. C. und I.'

4.15 Vm 7.15 Nm 6.ti Lm v.A ')!,n

11.05 Vm 11.15 9lm

3.15 Vm 6.05 Nm ö.Z'Vm P.45 Nm

10.3 Vm 10.55 m

12 50 ilm 7.20 Nm I 12.;) Nm 3.55 Nm 4.l'5 Nm ' Pittöburg, Cincinnati und St. Louis Eisenbahn. (Pan Handle.)

N Y Sc 3 Grf- 3 4.20 Bm j N chm Acc e c. S 9.55 Lm

X & 6 l xc. Sl BM 2) Acc ex. S 3 45 Nm t 2) & 2 Gi b 5.45 Nm

Danton r erc.S 4.20 V

m

91 ?i & sx . . . 12.10 Nm E 5 D E? ezc. S 5.4 Nm N V Sc ü Gi ...10.45 Nm awonsscic )J2jO

Terre Haute, Vandalia und 5t.Louis Eisenbahn.

(Jl'U Irarn 7.30 Vm lag Cr r. h... 12 25 N " Cene Hzute acc. 4i) Hirn Lacistc i 9 ...11.0 Nm

Schnellzug 4.0 Vm Mail und tfec.... 10.00 33rn Tag Lcnrf 5.3', Nm Mail und Acc.... 40 Nm

Cincinnati, Indianapo!is, St. Louis n. Chicago Eisendahn. Cincinnati Division. T Sc 3t 2 2s s 4.15 Vm l Grnc. Schnellzug 7.25 Vm ür cinnati i'lcc. 5.00 m Chi. Sc St L Mail12."0 Mt Chicago Mail v c 3.10 Nm , Wei'tl'che ErreH. 6.35 Nm -t. Louis Mall.. .05 Nm (1 Sc St 2 2s. .10.55 N Lafahetle Division.

Peo Sc Burl Ex.. 7.40 Vm i hiMailk 5t2 p c t' .20 Nm Westliche Elxretz. 6.4 Km Sc s g ü s r cll.vO Nm

Ehie SchneHzug-Z- 3.50 Vm Lofalzette Acc ...11.00VM Chicago Mail ... 2.50 Nm Pe? Sc url E?.. 5.40 Nm

Jeffersonbille, Mad.son und Indianapolis Eisenbahn.

Southern E7, 1 s 4.'0 8n , Jnd Sc M ad Ma:ll0.00 Vm

üSc atf Acc.f s.. 7.10 Jnd 'Sc Mad Ma?l 3.30 Nm Abend Ex, r 6.30 Nm

Jnd 6 Ehie Ex ..11.00 Vm NYKNffEis.. 6.55 Nm O t- Rhi t t in in r

n . i i'.vj jiu

Indianapolis, Peru und Chicago Eisenbahn.

X, FrWL LapEx 7.30 Vm Chi6 Gr Rap Er 4.00 Vm 5. i'i CKSNMailll.A) Vm X, t 53 Sc LarExtt.s Vm Sbi&lK & x c c t MO Nm i dhi & M Cj Mail. 5 .00 Nm D. T Sc S tf 3 11.10 Nm Dek. T Ft WEx 9.35 Nm Jndiana, Bloomington und Western Eisenbahn.

PacZr'MailerS 7.45 Vm

XutSc 31 JSrf ccll.00 Nm EhanvÄtt-j- excS 7.0 Nm StaScXtiOiHncS 1.25 Nm

Atlantic ExMail tägl. ere Sonnt 5.10 Nm Eaftern Sc 6 Ej 4.10 Vm Eine Spec-j- exc S12 25 Nm

Indianapolis und St. Louis Eisenbahn. Tag Exrreß. r e. . 7.45 Vm l N D Er-Z- 4.10 Vm 2ocal Expreß 3.5 Nm j 'ndianapoliSAccll.OO Bm I Ex-t- S 11.10 Nm l Tag Ex 5.55 Nm Cincinnati, Hamilton u.LndianapolikEisenbahu. Mail Sc SincinEx 4.15 Vm I Mail 12.15 Nm Sccommodation . 5.50 Nm ( Westliche Erpreß. 10.25 Nm Indianapolis und Vincennes Eisenbahn. Mail Sc 5airo ix 7.30 Vm i incenneS Are ..1".45 m "incenneS Acc .. 4.10 Nm Mail Sc Cairo Ex 5.35 Nm Indianapolis, Decatur u.Spriugfield Eisenbahn.

Ä in CitÄ 't2(2x 7.40 Lm an E -chnellzug 1.15 Nm uonlkjuina tcc. 3.30 Nm

Zäge mit r. c. 2ehnsefselCar. Nil S.Schlaf. Wagen. Mit p. t arlor.Car. Mtt-j-täglich.

N,PhilalHB Er 4.10 V

Montezuma Acc. 10.40 Bm Lincinnatl Ex... 12.20 N