Indiana Tribüne, Volume 3, Number 9, Indianapolis, Marion County, 9 October 1880 — Page 4
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Jndiana Tribüne.
Sndiana Hriöüne.
(Wochenblatt.) Cffice: Ecke Circle u. Mcridianstr. Jm dritten Stock (Entered as second-class matter at the Postoffice at Indianapolis, lndiana. Abonnements-Preise. Inder Stadt durch die Post nl au& geliefert Per Jahr im Poraus $2.00 Per Nummer 5 KentS. tto Sch'ssel, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 9. Oktbr. 1830. Natlonal-Ticket. Für Präsident : IamcS A. Garfield von Ohio. Für Vltt'Präsidept : Ehester A. Arthur von New Bork. Staatö-Ticket. Für Gouverneur : Albert G. P rt er von Marion. Für Lieutenant-Gouverneur: Thomas Hanna von Putnam. Für Richter der Supreme Court: 8. Distrikt- Byron K. Elliott von Marion. 6. Distrikt William A. Woodtz von (tlkhart. Für Staats. Tekreiar: E. R. H a w n von Crawford. Für Staa!sAuditor: Ed. H. Wol ke von Rush. Für Staats-Schahmeistcr: Roswell S. Hill von Clay. Für General'Anwalt: Daniel P. B aldw in von Caß. Für Superintendent deZ öffentlichen Unterrichts : John M. Bloß von Vanderburz. Für Clerk der Supreme Court: Daniel M. N o h s e von Tivpecanoe. Für Reporter der Supreme Court: Francis M. Dice von Fountüin. Zur Wahl. Am nächsten Dienstag findet, Dank dem Umstände, daß unsere demokratische Supreme Court es verhindert hat, daß der Wille des Volkes zum Gesetz werde, die Staatswahl statt. Es handelt sich bei derselben um einen Sieg der Republikaner oder Demokraten, eine dritte Partei ist nicht stark genug, um siegen zu können. Wie die Wahl im Oktober ausfallen wird, so wird sie auch im November ausfallen. Es ist sogar wahrscheinlich, daß die Partei, welche im Oktober siegt, im November eine och größere Majorität haben wird, weil es immer Viele gibt, deren ganzes politisches Prinzip darin besteht, zurMajoritäts.Partei zu. gehören. Es sollte daher kein Bürger, der auch nur irgend welches Interesse sür die öffentlichen Vorgänge hat, und dieses Interesse sollte bei Jedem vorHanden sein, versäumen am nächsten Dienstag seine Bürgerpflicht auszuüben. Die Abgabe der Stimme ist 'nicht nur ein Recht, von dem Jeder nach Belieben Gebrauch machen kann, oder nicht,. sie ist auch eine Pflicht. Freilich keine gesetzliche, deren Verletzung bestrast werden kann, sondern eine moralische, eine jener Pflichten, an deren Erfüllung dem Ehrenmanne um so mehr gelegen ist, weil sie freiwillig ist, und nicht erzwungen werden kann. Die so häusig gemachte Bemerkung, daß die gegenwärtige Wahl die wichtigste Wahl ist, welche wir noch jemals hatten, ist wohl Uebertreibung, so lange jedoch die demokratische Partei im Felde ist, ist jede Wahl wichtig, weil es stete von großer Bedeutung ist, die reaktionäre Partei aus dem Felde zu schlagen. Und eine reaktionäre Partei ist die demokratische immer gewesen, und ist sie heute noch. Sie ist seit zwanzig Jahren um keinen Schritt vorwärts gegangen, sie hat .seit zwanzig Jahren keine einzige fort- . schrittliche Idee ausgesprochen, sie hat seit--dem sie die Gesetzgebung des Landes in ihren Händen hat Nichts gethan, das fortschrittliche Gesinnung bekundete. Wohl aber hat sie jedem Schritte, welchen die -.epublilaner thaten, und der darauf berechne war, dem Lande zum Wohle zu ge.reichen, oppomrt.
- Das Sündenregister der demokratischen P.-rtc: kann N7.ch B?li:5?n 5:??5?dehnt wer
den, wir wollen uns jedoch nur auf wenige Punkte beschränken. Die demokratische Partei war zu Gunsten der Sklaverei. Von jeher bestand ihre Stärke im Süden, und wenn wir auch gerne zugeben, daß die größere Zahl der Demokraten im Norden keine Freunde der Sklaverei waren, so durften sie es doch niemals wagen, ein Wort gegen dieses im Süden geheiligte Institut auszusprechen, denn ohne den Süden hatte die demokratische Partei keine Existenz. Darum bekämpften sie auch jedes aus der Abschaffung der Sklaverei entspringende Gesetz, ganz besonders aber die Verleihung politischer Rechte an die Neger. Die demokratische Partei ist reaktionär, denn sie ist eine Feindin der nationalen Einheit. Für sie sind die Vereinigten Staaten heute noch, was sie ihnen vor dem Kriege waren: ein lose geknüpfter Bund einer Anzahl souveräner Staaten und Stäätchen, ohne nationale ZusammengeHörigkeit, so daß jeder Staat sich nach Belieben trennen kann und jede Conföderation moralisch und gesetzlich berechtigt ist. Um das Prinzip der nationalen Einheit drehte sich unser ganzer Bürgerkrieg, um sie flössen Ströme Blutes, ihr opferten Tausende ihr Leben, und doch erkennen sie die Demokraten heute noch nicht an. Auf dem Gebiete der Finanzpolitik zeigte die demokratische Partei ebenfalls ihre reaktionäre Gesinnung, ganz abgesehen davon, daß sie in allen Finanzfragen Unheilbar gespalten ist. Diese Spaltung hinderte sie jedoch niemals einmüthig den Republikanern Opposition zu machen. Welche Hindernisse stellte sie der Wiederaufnahme der Baarzahlung und der Eonvertirung der Schuld entgegen. Trotz ihres Heulens gegen die Nationalbanken, hat sie noch keinen Schritt zur Abschaffung derselben gethan, obwohl sie sett vierJabren die Mehrhit in beiden Häusern des Eongresies hat. Schließlich aber setzte sie ibrerFinanzpolitik damit die Krone auf, daß sie uns einen Silberdoller gab, der bloß neun Zehntel eines Dollars werth ist. Und fragen wir uns endlich, wo die Demokratie in der Zollfrage steht, so sinden wir, daß sie noch auf demselben Standpunkte steht, auf dem sie vor zwanzig IahM. t 1. tf . t". 4
ren Mno. damals wie yeute . it der Schutzzoll der Industrie des Nordens eine Nothwendigkeit, dem Geldbeutel der südlichen Barone zu Liebe aber war und ist die Demokratie bereit unsere ganze Jndustrie zu opfern. Die Demokratie ist nicht nur gegen den Schutzzoll, sondern sogar sür einen Finanzzoll. Ein Finanzzoll ist nichts weiter als eine indirekte Steuer und die indirekten Steuern muß fast ausschließlich der Arbeiter bezahlen. Die Geschichte unseres Landes zeigt, daß unsere Industrie unter jedem Versuche zur Einführung des Freihandels schwer gelitten hat. Eine AufHebung des Schutzzolles müßte entweder unsere Industrie vernichten, oder die Löhne noch tiefer Herabdrücken, trotzdem sie schon ohnedies schlecht genug sind. So sinden wir, daß die Demokratie auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens eine Stellung einnimmt, welche den Interessen des Volkes schädlich sind. Ein fortschrittlich gesinnter Mensch, der die Verhältnisse kennt, kann kein Demokrat sein. Es han delt sich bei der Wahl nicht darum, ob die Persönlichkeit Porter's der Persönlichkeit Lander's vorzuziehen ist, es handelt sich nicht darum, ob Hancock, oder ob Garsield der bessere Mann ist. Nein, es handelt sich darum, ob die Negierung des Landes der demokratischen Partei übergeben werden soll. Personen sind in diesem Wahlkämpfe Nebensache, Parteiprinzipien sind die Hauptsache. Darum auf ! am nä sten Dienstag und stimmt republikanisch. Der Astronom Wm. Lassell ist London gestorben. IN In Paris ist am Sonntag der Amts palast des Pläsekten des Seinedeparte ments abgebrannt. Die Arbeiter.Ausstände in FallRiver, Mass., nehmen immer größere Dimensio nen an. Dieser Tage haben auch die Knaben, welche in den dortigen Fabriken beschästigt sin), die Arbeit eingestellt. In einer Fabrik sind in Folge dessen von 810
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: Neuerdings wird rsieder auS England gemeldet, daß dort die Agitation der Jmpfgegner von großem Erfolge begleitet ist. m . Gegen die orientalische Politik . der englischen Regierung .werden gegenwärtig in London Protestversammlungen abge baltcn. Das hiesige Journal" will gehört haben, daß Englifq" auf die Uniformen der demokratischen Campagne'Clubs eine Mortgage" hat. Die Aussichten auf die Baumwollernte in Louisicma, Missilsippi. Alabama, Texas, Arkansas, Georgia, Tennessee und Florida sollen bei Weitem nicht so gut sein, als im vergangenen Jahre. Die Nachricht vom Abschluß einer morganatischenEhe desCzaren mit derFür stin Dolgorucka, die er schon bei Lebzeiten der Czarin liebt:, bestätigt sich. Die Für stin wird .Eure kaiserliche Hoheit" titulirt werden. Wir gratuliren.
Beiden Munizialwahlen in Connecticut haben die Republikaner einen Zuwachs von 20 Ortschaften bekommen. Sie siegten in 89 Ortschaften, die Demokraten hingegen nur in 55. In 15Ortschaften ist das Wahlresultat getheilt. Die gefeierte Sängerin Madame Gerster ist am Sonntag in New Pork ein getroffen. Da die hiesigen Theaterdircktoren jetzt gezwungen sind sich gegenseitig zu überbieten, werden auch wir die Kunst lerin warscheinlich zu hören bekommen. Das nihilistische Complott welches auf die Pacht des Czaren beabsichtigt ge wesen sein soll, hat sich als Ente erwiesen. Dachten wir uns doch gleich, denn warum sollten die Nihilisten eine Pacht in die Luft fliegen lasten auf welcher sich der Czar nicht befindet. Das hätte ja gar keinen Zweck. Die deutsche Fortschrittspartei in Deutschland macht jetzt große Anstrengungen um sich mit aller Gewalt wieder aufzuraffen und neu zu kräftigen. Das ist verlorene Liebesmüh. Die Herren haben sich selbst den Lebensfaden abge schnitten und können sich als politisch todt betrachten. Der Kongreß der englischen Gewerk vereine fand vom 13 18 September in Dublin statt. 120 Vertreter der verschiedenen Vereine hatten sich eingefunden worunter sich auch 7 Vertreterinnen weiblicher Gewerkvercine befanden. Die hiesigen Arbeiterinnen sollten das Beispiel, sich zu organisiren nachahmen, denn nur Einigkeit macht stark. Im Staate Ontario, Canada, muß.en zwei Sträflinge nach 2jährigcr Gefängniß hast entlassen werden, weil es sich heraus stellte, dafc sie auf die Aussage eines mein eidigen Polizisten hin, der Rache üben wollte, von den Geschworenen verurtheilt wurden. Wie Viele mögen im Gefängnib schmachten, deren Unschuld nie an den Tag kommt. ' Die Prophezeiung Melikoffs, dab so lange der Czar lebt von einer (Konstitution nicht die Rede sein könne, und daß desbalb die Zeitungen lieber über diesen Punkt schweigen sollen, wird voraussichtlich eine Vereinigung der konstitutionellen Partei mit den Revolutionären nach sich ziehen. Also vielleicht schon in kurzer Zeit hat man wieder Gelegenheit über orginelle Atten täte zu berichten. In einem Distrikt der italienischen Provinz Mantua, wo die schreckliche Hun gerkrankheit Pellagra herrscht, wurde an 66 Aerzte die Frage gerichtet, ob die neue Freiheit, welche das Königreich Italien ge bracht habe, die Lage des arbeitenden Vplkes nicht gegen früher verbessert habe. Die Antwort lautete fast gleich bei allen: Die Segungen der Freiheit reichen nicht bis zu den untersten Volksschichten hinab. Am veraanaenen Wlenttaa in in Paris der berühmte OperettenComponist Jakob Offendach gestorben. Er wurde am 20. Juti 1822 von jüdischen Eltern zu Cöln geboren. Seine Eltern waren un bemittelt und den ersten Musikunterricht erhielt er von seinem Aaler. Merkwürdig ist, daß viele anglo-ameri kanische Bläller, welche die Neuigkeit mit theilen Offenbach zu einem geborenen Franzosen stempeln.. Den süßen Wahn des. amerikanischen Publikums, daß die Offenbachiade nur französischenUrsprul'gs sein könne, wollten Ne vermuli)!:. nicyt zerstören. Für uns Deullcue um so bester, daß die musikalische Burleske diesmal vor
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(SCHMIDT'S Sie berühmteste und besteingerichtetste w nh "TnviVoratinor Malt-Extract
t w . . w ... m H in Verschlungene Wege. Drei Kapitel aus meinem Leben. Novelle von Heinrich Henöler. (Fortsetzung.) Da haben Sie wohl recht", unterbrach ich ihn, aber es fehlte mir nicht an Gele genheit. Ich war Lieutenant in englischen Diensten, und . . . ." Schon gut !" rief bei Beamte, ich weiß ; jetzt genug. Nehmen Sie nur ihre. Pa Piere zu sich, es t edarf derselben nicht; ich melde Sie sogleich dem Herrn Marquis". Noch ehe ich mich von meinem Erstaunen über dieses auffallende Benehmen des Beamten erholt hatte, wurde die Thür des Zimmers aufgerissen und ein jungerMann trat hastig herein. Wahrhastig, er ist es!" rief derselbe, indem er auf mich zuging und mlr die Hand reichte, die er herzlich schüttelte : Willkommen, willkommen, theuerster Freund !" Es war Sir Everett, der Todtgeglaubte. Die Stimme war mir bekannt, und wenn mir auch die Gesichtszüge sremd waren, so erkannte ich ihn dennoch augenblscklich an den langen breiten Narben aus der Wange und besonders aus der Stlrtt. Dabei hinkte er nicht unbedeutend und trug den rechten Armin der Binde.. So sind Sie doch noch am Leben", sagte ich freudig. Schon . befürchtete ich, Sie wären Ihren Wunden erlegen, da Sie nicht mit Ihrem Regiment aus der Krim zurückkamen und Ihr Name sogar in der Stammliste gestrichen ist. Meine vielen Wunden machten mir so zu schaffen", erwiderte Sir Everett, daß ich nicht daran denken konnte, ferner zu dienen. Ich beeilte mich deshalb um so mehr, schon vor einigen Monaten um meine Entlastung einzukommen und mein Patent zu verkaufen, als der- definitive Abschluß des Friedens nicht mehr bezwei felt werden konnte, und da leider mein Bruder damals gestorben ist. Seine nur unbedeutende Verwundung war fast ganz wieder.geheilt, als die schreckliche Cholera, wie Sie wohl gelesen haben werden, in dem Lazarelhe ausbrach und ihn schnell hinwegraffte. Ich eilte nun zurück, um meine Mutter zu trösten und die weiUcW figen Besitzungen zu übernehmen, die durch den Tod meines Bruders mir zugefallen sind. Mit diesem Besitzwechsel ging auch der Name meines Vaters und zuletzt mei nes Bruders auf mich über. Sir Everett ist verschwunden und der MarquisHewalt Southerhill an seine Stelle getreten. Kommen Sie aber jetzt mit mir hinüber zu meiner Mutter, der ich Sie vorstellen will, denn sie brennt vor Verlangen, den Retter meines Lebens,. meinen theueren Freund, von dem ich ihr schon so oft und so viel erzählt habe, persönlich kennen zu ler nen." :Jch wußt! nicht, wi? mir, geschah.- Er ergng mich bei der Hand, zog mich fort ; fast willenlos folgte ich ihm. und bald standen wir in dem Zimmer der Mutter. Das ist mein Freund aus der Krim, liebe Mama, dem ich, wie Du weißt, mein Leben verdanke", rief der Marquis einer Dame in tiefer Trauer zu. welche erstaunt über den Lärm, mit dem wir bei ihr eintraten, von dem Schreibtisch ausstand und unö entgegentrat. Sie hieß mich freundlich willkommen und setzte hinzu, sie habe großes Verlan gen nach meiner Ankunst gehabt, um mir danken zu können, daß ich den Sohn ldr erhallen tzabe, der nun ihr einziger wäre, nachdem ern trauriges Geschick ihr in so kurzer Zett den Galten und den ältesten Sohn genommen. Den Verlust aller
vorzüglich anerkannt. Austrage zum Äerscymen von agerrler aus allen llenvayn. Linien werden prompt erfüllt.
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-BMVM SQUARE,) INDIANAPOLIS, IND. Brauerei 'm Staate. Mein Lagerbier Bottle Leer" ist vor allem nndmn aU " - Pf " - C. F. Schmidt. ihrer Lieben hätte sie sicher nicht überlebt. Nicht mir haben Sie zu danken, gnädige Frau entgegnete ich. Was ich bei dem so bedauernswerthenEreigniffe gethan habe, hätte jeder meiner Kameraden ganz sicher ebenfalls gethan. Höchstens dem Doctor sind sie Dank schuldig, der sich allerdings viel Mühe gegeben hat, und wie ich sehe, mit dem besten Erfolge. Die Wunden in dem Gesichte sind gut geheilt, und die Narben, welche allerdings ziem lich bedeutend und etwas auffallend sind, entstellten Ihren Herrn Sohn nicht sehr Das möchte ich doch nicht sagen er widerte die Mutter lächelnd. Als ich ihn zum ersten Male wieder sah, konnte ich ihn kaum erkennen. Das hat aber durchaus nichts zu sagen." Auch meine übrigen Wunden stnd, Gott Lob! gut geheilt", sagte der Marquis. Ich hinke zwar noch, es ist dieses aber noch die Gewohnheit und die Absicht, den Fuß zu schonen, und so werde ich auch die Armbinde binnen Kurzem ablegen. Arm und Fuß sind nur noch unbedeutend steis; ich bin erst seit einigen Tagen aus Wildbad zurück, das ich mit dem besten Erfolg zwei Monate lang gebrauchte, und die Aerzte geben mir die Hoffnung, daß dieser Uebelstand ganz bestimmt eiuer nochmaligen energisch fortgesetzten Bade cur weichen würde. - Nun, daran soll es nicht fehlen, doch glaube ich nicht daran, daß die Folgen meiner Verwundungganz verschwinden werden, aber es genirt mich auch nicht viel, habe ich doch meine Augen behalten, und somit ist diese fatale Geschichte viel bester abgelaufen, als man menschlicher Ansicht nach erwarten durfte! Denke nur, . Mama, er hat wirklich unsere Aufforderung in den Zeitungen gelesen! Wie gut war mein Einfall, auf dieser Weise semer habhast zu werden. Hätte hier der Zufall nicht mitgewirkt, dann wäre er nicht zu uns gekommen, denn er hielt mich für. todt, weil ich nicht mit mei nem Regimente aus der Krim zurückkam und mein Name in der Stammliste gestrichen war. Und höchst wahrscheinlich hätte ich schon im nächsten Monat die Reise nach demCap angetreten," setzte ich hinzu. Das wäre noch schöner gewesen!" unterbrach mich der Marquis. . Ich hatte von meinem Anwalt in London gehört, eS seien fast alle Ossiziere der Fremdenlegion auf ihren Wunsch mit einer Jahresgage entlasten worden. Ich zweifelte keinen Augenblick daran, daß Sie darunter sein würden, aber mein Verwalter, der in mei nem Auftrage nach O. geschrieben hatte, erhielt die Nachricht, Sie seien nicht angekommen, und man wiffe nichts von Ihnen. Da ich Sie nun nicht mit Ihrem Namen in den Zeitungen ausschreiben wollte, so veranlaßte ich die Annonce". Wie schön hatte das Alles die Börsehung gefügt", sagte' nun die Mutter des Marquis, die mich fortwährend besonders scharf angeschaut hatte. Mir ist aber immer, als ob ich den Herrn schon irgendxdo gesehen hätte; ich beginne mich' die
ganze Zeit über, wo es gewesen ist." Auch mir kommt es so vor. a!S hätte ich Sie schon einmal gesehen," erwiderte ich, aber nur ganz dunkel." Ganz bestimmt ist es so", fuhr die Dame fort, ich irre mich nicht, nur haben Sie damals keinen Schnurrbart und eine hellere Gesichtsfarbe gehabt. Jetzt habe ich es! Sind Sie noch nicht auf Helgoland gewesen?" Wahrhaftig!" rief ich. So ist es!"' . Es war die Dame in deren Gesellschaft ich Bertha angetroffen, aij ich aus Helgoland kam, und die lch für deren Schwiegermuttcr gehalten hattte. (Scdluß folgt.)
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