Indiana Tribüne, Volume 3, Number 5, Indianapolis, Marion County, 11 September 1880 — Page 6
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Verschluugcne Wöge. Drei Kapitel au meinem Leben.
' Novelle' von Heinrich HenSler.. 7 . lFortsetzung.) Fassen' Sie Muth,'.Äamttäd!f unterbrach ich den Jammernden. Ich höre schon meine Leute kommen. Wir werden Sie jetzt wegtragen, und dann wird eS besser mir Ihnen sein ! ' ; .Glauben Sie das doch nichts sagte der Verwundete. 4,6 ist unmöglich mich zu retten; die Wundärzte : werden mich vielleicht .einige Tage noch quälen, wenn ich nicht bei den unausbleiblichen Ampu tationen unter ibren Messern sterbe, mein Tod ist gottlob gewitz !, Sollte aber wider alle Hoffnung und Vermuthung es möglich sejn, meine Wunden zu heilen, .so werde ich die erste sich darbietende Gelegenheit ergreifen, mir ein Leben zu nehmen, das schrecklich und nur eine unerträgliche L ist für mich sein würde. Ein sechsundzwan zigjähriger, i an Händen' und. Füjsen ge lähmter, "brustkranker ' ttlüppel, der des Lichtes seine? Augen beraubt ist.'. Kamerad ! das sehen Sie gerate ein und Sie würden gerade so denken wie ich. ..Ich beschwöre Sie bei Allem, was Jhn.n theue.- ist wenn es Ihnen je Wohlergehen soll au1 ßrdea. - wenn der ft Allmachtige , Jhner Etlichen soll in der Stunde Jhre Todes, so enden Sie ic&t mit einem Schuß meine Qualen!" . Ich war durch und durch erschüttert und Wußte nicht, was ich thun 'sollte. Leider konnte ich dem Unglücklichen nicht unrecht geben, da ich in gleicher Lage wohl gewij dasselbe Verlangen gehabt haben würde nalürlich konnte M mich aber ' nicht ent schließen, seinen Wunsch zu ersüllen, ich besann mich aber vergebens aus neueTrost gründe. - - ' Zum Glücke kamen jetzt ' meine Leute herbei.. und ich sagte zu ihm : .Es ist dem Menschen nicht erlaubt aus -solche eigen mächtige. Weise demSchicksal vorzugreifen Wir tragen Sie jetzt in'S Lager und über geben Sie sden Händen eines geschmen Wundarztes. Diesem und treuer und sorgsamer Pflege, deren Sie versichert sein können, überlassen Sie Ihr Schicksal, das wir dem Willen des Allmächtigen anheim stellen wollen.' Was dieser über.Sie ver hängt bat, das nehmen Sie mit Geduld und christlicher Ergebung an doch.' Sle werden bald hören, dab .es nicht so schlimm mit Ihnen steht, wie Sie besurchten." Die Soldaten traten . jetzt herzu und machten' Mine, den Verwundeten aus die Tragbahre zu legen, jl Er wehrte jedoch mit Hand und Mund ab, und wiederholte auch den Soldaten gegenüber die -Bitte, ihm das biSchen Leben zu nehmen,'' das er noch beitze.- -Ich v'delsprach jedoch fort während .diesem Verlangen und: besahl. anzufassen. Wir wollen doch einmal sehen, wen wir da vor uns habeli,' und waS an der Sache istsagte ein Unlcrolfijicr. yU5tr yaven eine kleine 'Blendlaterne bei uns und lönnen Licht machen.' ' ' Komm einmal, her, ?iobn!Im Augenblicke brannte daS Licht in der Lalerne. und btv Unterosfizler Infe den hellen Schein desselben aus den Verwun deten lallen. Gerechter Himmel ; was sah ich jetzt ! Das Gesicht deS'armen jungen Mannes war eine einzige blutige Tlae, in welcher nur der Mund beim Spiechen als eine formlose Oessnung un't schieden werben konnte, das ganze Gesicht war vollständig zersetzt. Ich wendete voll Ent setzen meine Blicke zur Veite; unter dem vielen Schrecklichen, was ich in diesen Tagw schon hatte sehen müssen, war dieses doch bei weitem das. Grauenhasteste. : . Der so bedauernswerthe junge Mnn - . . . i . . i , - . ' .i''' '1 ich sah an der Uniform, waS ich schon aus der kurzen Unterhaltung vermuthet halte. daß es ein Ossizier war -.hörte die ver schiedenen Ausrufe des Schreckens und des Mitleids und wiederholte'' flehentlich seine Bitte. ' I :;Wa soll mit dem werden, Herr Lieute. nant?- fragte derUnterölsizier' ' .Den sollen wir doch nicht fortschleppen ? .Mit depist eF doch, wik man sehen'kann, vor be,denhringen wir doch nicht lebendig in'S Lager i'j Ki.h ,.:: !,Dürum habt Jhr'Euch nicht zü bekümmernd sagte ich. '.-Jhr habt -nichts ''zu !huÄplmnnen ralch.angepüikt, aber pWchtig, z.unjz $e ohnehin sehr' großen? Schmerzen J'bes.'un; ßIürflttScn?Jahtetabtni!4tlnocö lu'üermehren, und doppelt vorsichtig, weil Ihr
selbst einseht, da& große Gefahr vorhanden ist."- - , ... .. . .Gegen meinen Willen darf mir nicht geholfen. werden-, wenvete der Verwundete abermals ein und fuhr fort, indem er jetzt seine Worte an den Unterossizier richtete, von dem er leichter Erhörung seiner Bitte erwartete. .Ihr babt gewiß recht, liebcr Freund. Jdr seht das besser ein. als Euer Osftjier, so, ein braver Mann das sonst sein mag. Ich kann höchstens noch ein oder zwei Stunden in den fürchterlichsten Schmerzen leben, und nur ein schneller Tod kann mich davon befreien. Ein rascher und guter Schuß wird das bischen Leben vollends enden und. damit meine unerträglichen .Qualen. Mein Netter aus dieser Noth soll mein Erbe sein; hier ist meine goldene Uhr und hierein Taschenbuch voll Banknoten. Nehmt es mir, aus der Brusttasche, ich kann mei. nen Rock nicht öffnen." - .Der.Unterossijier wollte begierig diese Gegenstände nehmen und sagte : Ei, das kann geschehen! Ich halte es für die Pflicht eines Christen, seinem Mitbruder zu helfen." , . Rasch zog ick meinen Degen und unter' brach die freche Rede des Menschen mit den Worten: Und ich sage, es ist die Pflicht eines Soldaten, den Befehl , eines Borge-, setzten schleunigst zu befolgen. -Wenn das nicht. augenblicklich und ohne alle Wibc: rede geschieht, sSjwird es an dem gehörigen Nachdrucke meinerseits nicht fehlen ! Also rasch angegriffen oder. . Hoho!"' rief der Unterossijier murrend, indem. er zurücksprang und mir einen sinsteren Blick zuwarf. , Das verlohnt sich auch der Mühe, wegen dieses , Schattens von einem Menschen der Königin einen gesunden und kräftigen Soldaten nieder zustechen. '-- !l ;.-' : Ich bitte und beschwöre Sie nochmals, bester Kamerad", stöhnte der Verwundete, verbannen , Sie ein unZeitiges Gesühl, das hier gewiß nicht an seinem Platze ist. Halten Sie . den guten Mann da nicht ab.
ein Werk der Liebe zu vollziehen." Ruhig, lieber Freund!" entgegnete ich. Sie sind Ihrer Sinne in dieser Lage nicht mächtig ! Es bleibt bei dem, was ich befohlen habe. . Sie werden es mir gewiß noch einmal. danken. AUons,"Jhr Leute, faßt an, aber bebutsam!"' Alle Vorsicht war jedoch vergebens, der Arme schrie laut aus vor Schmerzen, als er aus die Txugbahre gelegt-wurde ; dann verlor er die Besinnung. Mir. war dieses 'eigentlich erwünscht. denn das beständig?, Flehen und Lamenti ren des so bedauernswerthen jungen Man nes schnitt mir in die Seele, und obgleich ich das Licht in der Laterne , wieder . , hatte auslöschen lasten, so sah ich doch beständig das so zersetzteGesicht, vor mir und konnte mich deshalb eines' fortwährenden Schau ders nicht vermehren. -,, Diesesmal begleitete ich den Transport ; ich hatte ja Deutlich :geschen. daß das Schlimmste zu befürchten war, . wenn ich ihn allein ließ. Fbrlwührend trieb ich die Träger zu schnellerem Gehen an, und ob gleich diese von,der so lange anhaltenden ununterbrochenen und so beschwerlichen Arbeit aus's Aeußerste ermüdet waren, so trafen wir doch, ehe eine halbe Stunde verging, an Ort u'.id Stelle ein. Ich suchte eines der Zelte auf, welche zur Aufnahme der gefährlich Verwundeten bestimmt waren, um diese schneller mit dem nöthigen .Verbände und sonstiger Hilfeleistung versehen zu können,, woraus sie so bald als möglich in die Lazarethe gebracht' wurden, welche im Rücken de Armee in gesicherter Lage errichtet und mit allen Bedürsniffen reich versehen waren. Alle diese Zelte fand ich jedoch bereits überfüllt, und nur mit Mühe gelang es mir, nach längerem Umherlaufen ein Plätzchen zu finden wo wir den Verwun deten niederlegen konnten.! Da es nun aneiner weichen Unterlage fehlte, so suchte ich einige Mäntel, zusam men, mit denen ich, so es. gehen wollte, ein paffendes Lager bereitete und-' -nun legten wir den Verwundeten so sanst wie'mögjich ' M t j t h . - t 4 f ' t ) l -m . , . daraus. . ,1 - : VJetzt, eilt -.wieder hinaus auf' das Schlachtfeld-, - sagte ich zu . den Trägern, .und leistet.Hilse, . wo Ihr könnt. ..Ich will mich nach'einem W.undarzte Umschauen, dann komme ich nach." - '.'-' Der Z iisall war mir dieses Mal beson ders' günstig'; schon.nach wensgen Schritten begegiiete mir 'einMann, wie ich ihn juchfe, jq, gerade, ser ann,an dem' ich vorzugsweiie!gedachi'hatteßs, M . iPl . . m. m CY m r . Wvllloa, onverarzlnnl eresB aia tu ons, e!ä noch ju'ngcr aber sehr -geschiSter Ope rateur, welcher zwar Doktor der gesamm
ten Arzneiwiffenschaft war, sich aber vor zugsweise auS Neigung dem Fache der Chirurgie gewidmet und deshalb in der Hoffnung, vielfache Gelegenheit zu.seiner weiteren Ausbildung in diesem blutigen Feldzuge zu sinden. unser Regiment begleist batte. UebrigenS waren wir durch unser enges Zusammenleben in dem Lager schnell mit einander bekannt geworden. .Lieber Doktor!" rief ich ihm zu, als er mir begegnete, der Himmel sührt Sie mir in die Hände! Ich suchte Sie auf, um Ihnen Gelegenheit für Ihre Kunst zu zeigen, wie Sie dieselbe Gottlob wohl höchst selten finden werden." .Freund erwiederte dieser, .daran fehlt es uns heute nicht. Wir haben alle Hände voll zu. thun, muffen die ganze Nacht und noch länger als. den ganzen Tag morgen ar eilen". . ;, .Daran zweifle ich nicht im geringsten", entgegnete ich, .hier ist aber ein' ganz be sonders dringender Fall." .Gerade an solchen haben wir Ueber-fluß-, unterbrach mich der Doktor. .Kom men Sie mit mir und überzeugen Sie sich, daß fast Alle, die man uns hereinbringt schwer verwundet sind, daß wentgstens der dritte Mann stirbt, ehe die Reche, verbun den zu werden, an ihn kommt". .Auch das will ich Ihnen glauben", ' er widerte ich, , .ich blelbe aber dabei, daß
das, was ich Ihnen zeigen werde, Ihnen noch nie vorgekommen ist und gewiß auch nie wieder vorkommen wird. Wir müffen aber eilen, sonst treffen wir eine Lciche an. Kommen Sie nur. es ist hier.ganz in der Nähe". , . , Mr.. Wylstock wollte bier weitere Ein Wendungen machen, ich faßte ihn aber unter dem,rm und zog ihn , mit fort. Bald. standen wir an dem Lager des Ver mündeten. ' .Sehen 'Sie hier!'' sagte ich. '.Ohne Zweisel ist in seiner Nähe eine feindliche Hohlkugel geplatzt, deren Stücke den Ar men mehrfach getroffen ..und ' auf diese fürchterliche Weise zurichteten". .Der siebt freilich schlimm aus", erwi derle der Doctor indem er sich , nieder beugte und ihn betastete. ' .Da' er aber noch lebt, so will ich sehen, was aus. ihm zumachen ist. Ich eile in das Lazareth, um mein Verbandszeug und alle noth wendigen Rcquisi:en nebst einem Wärter und Gehilfen zu holen, auch fehlt eS hier an einem Tische, um die nöthigen Ampu tatlönen bequemer vernehmen zukönnen. Ich komme sogleich wieder . .Ich kann mich doch daraus verkästen V fragte ich. ... .Mein Wort darauf," antwortete der Doktor.'.ich komme sogleich' wieder. Die Sache hier wird wahrscheinlich kurz abge than sein und ich hoffe der arme Schelm wird mir unter dem Meffer sterben." .Das ist auch der. Wunsch und die Hoffn lng des Uaalücklichen," sagte ich ' .Der arme Teusel lamenlirte schrecklich, als ich thn aus dem außerstenPunlte oeschlacht selbes fand, und wollte mit aller Gewalt erschoffen se'n, weil er als Krüppel und des Augenlichtes' beraubt, nicht leben wollte. Nun, Sie werden das schon hören wenn er wieder zu sich kommt, und die ge eigneten Vorkebrunaen treffen, namentlich den Wärter danachinstruiren, daß er nicht selbst Hand an sich legt, wenn die Ver zweiflung ihn dazu, treiben sollte. Ich muß jetzt wieder hinaus auf das Schlacht feld, denn es liegen immer noch Vermun' dete draußen. Später sehe ich nach', waS Sie. zu Wege gebracht haben. Geben Sie sich mir zu Liebe, olle erdenkliche Mühe und bieten Sie all Ihre Kunst anf." . ..Das werde ich gewiß thun mein Freund !" erwiderte der Doktor. .Ist es ein Verwandter von Ihnen oder ein guter Freund V .Keines von Beiden !" antwortete ich. .Ich sah den jungen Mann, so' viel ich weiß,, diesen Abend zum' ersten Male. Ader die Art und Weise seiner schauderhaften Verwundung hat mir ein 'ganz be sonderes Jntereffe für ihn eingeflößt und mein Mitleid in hohem Grade geweckt. Es muß in Wahrheit eine fürchterliche Situation sein sür einen Menschen, so mit einem Schlage lahm und völlig blind zu werden!" ' ; ' ' -.Run, ich werde was immer' möglich zu leisten suchen," rief mir 'der Doktor- im Davonlaufens. - ' .'n;in ' Der Morgen graute schon, 'als ich zürückkäm.' Sobald der Dienst es gestätlete, eilte ich, meinen Schützlings aufzusuchen. Ich'fa'nd ihn' auf'dem 'nömllchen 'Lader, an'selner'S'eite einenWürtet ; älso''7tbte tt'i6&V&my l ü5 '":t'iv.i iic' ::n Ich trat näher hinzu : der Kopf -niüt nach allen Richtungen hin mit Binden um
. . . ' ' " . i wickelt. Der Wächter sagte mir auf mein Befragen,, es sei bis jetzt eine Amputation vorgenommen worden, es stehe ' aber
schlimm Mlt dem Verwundeten; es habe sich bereits ein tüchtiges Wnndsiebe'r ein gestellt, und jetzt erst sei er in einem übr gens unruhigen Schlaf gefallen. .i Der Doctor war schon zwei Mal dagö wesen, um nach dem Patienten zu sehen er war immer noch in btm Lazarethe bez schasligt. Da ich, wie man sich denken kann, seh begierig war, den Ausspruch dieses Man nes über das- wahrscheinliche Schicksal de lungen'Osftziers zu hören, so suchte ich ihi eilig auf. .Guten Morgen, lieber Freund ! rie er mir entaeaen. sowie er mich nr J U W I " U Vfi .Sie sind länger geblieben, als Sie glaub! ten" . .Leider hat es mehr Arbeit gegeben, al ich vermuthete", antwortete ich, und wenn5 man mich jetzt nicht abgelöst hätte, sö wäre ich noch immer auf dem Schlacht felde beschäftigt. ' Der Transport der Verwundeten wird immer noch längeri Zeit dauern,' und lange noch wird Jhrf Thätigkeit rn Anspruch genommen wer den. .Wir werden gar nicht fertig werden," versetzte der Doktor, denn längst schon warten du zuerst Verbundenen auf die weitere Behandlung, doch müssen sie sich gedulden, bis bei Allen der erst, Verband angelegt ist. Sind Sie schon bei unserem .blinden Krüppel" gewesen!" Bei dieser Frage sah mich der Doktor mit einem gan eigenen ironischen Lächeln an. ' 1 1 :- Ich komme soeben von ihm her," ant wartete ich. .Da ich aber sah, daß er eini geschlafen war, so hielt ich mich nicht bei ihm aus, sondern eilte hierher, um vor Ihnen zu hören, - wie es 'mit dem arme Jungen steht?"-
3V 0 ri ' - rr, r . . . Htuuiiuvii iuui uit' uvtvu vuui of r . Ä l "r-9"1- k x ' schm ihm nun die Klkidex vm Le.be und sc.g,e A.ywock r sich hm. md.m er d,e lttMu (eine übrigen Wunden. Er nö.h.gen Vorbere.tungen zu emer Ampu- , m m fl ,hig geschehen, auch .a,.n .ras welche er eben a ,'" , f j mbt die heftb ihm lieg'.nden Soldaten, dem baS Sem " ,.,.l,ns tj.n' t ' n. m , gen chmerzen, die er iedenlalls ausjuiie erschien war vornehmen wll,e.7 .Be b Un.ersuchüng dern meine unst Ichlech, , ng.e,de.. f unt) ms mit 6 Vermunund wenn der Bur che jed noch nicht todt, . mnAtl ,,,,
in (A : . , : lst, so wech Ich Nlcht ' .Sie erschrecken mich, mein Freund", unterbrach ich den Doktor. So ist also keine Hoffnung da?" ". .So weiß ich nicht", ., führ der' Doctor lächelnd fort, .ob er dieses Mal sterben wird," ' . .Sagen Sie mir doch mit einem Worte, waS Sie. hoffen und fürchten", - rief ich ungeduldig. ,Sie spannen mich mit Jh ren seltsamen und zögernden Reden wahr hast aus die Folter !" , r , ; '. .'' Wytstock hielt mir etwas entgegen und fragte: .Kennen Sie das V ,i ,. . '.Warum sollte sich denn einen einfachen Schwamm nicht kennen ?" -antwortete ich v 1 ' ? : '. i ' V f t .Diesen großen, ' aber einfachen Schwamm", fuhr der Doktor' mit komischem Pathos fort, .werden Sie künftig als einen groben Künstler verehren müs sen, denn er hat Wunder bewirkt und Jhrem Schützlinge das Licht der Augen wie dergegeben-. .Wäre es möglich?" rief ich voll Er staunen. .So hat er feine Augen'wieder erhalten V ' .Nein das nicht," antwortete der Dok tor,,.denn er halte sie gar nicht verloren! Er hat z vei gesunde Augen in seinem Kopse, , mit denen er wahrscheinlich so gut sieht, als Sie und ich mit den unsrigen! Jetzt lassen Sie mich aber in Ruhe, bls ich den armen Teufel hier, der ebensalls hölli. sche Schmerzen auszustehen hat, das Beio abgenommen habe, dann werde ich Ihnen Alles erzählen : in einer Viertelstunde stehe ich zu Diensten". ; , . , Das war mir nach dem, waS ich mit meinen .eigenen Augen gesehen hatte, gnz unbegreiflich. '.. Ich wollte der eben statt sindenden Operation nicht beiwöhnen, da ich den Abend uu'd die ganze Nacht hindurch genug Jammer gesehen und gehört hätte, und sagte meinem Freundl ich wolle einstweilen zu dem sa,wer verwundeten Kameraden gehen und werde ihn da' er . - i ..Kl ' f. - Ivanen..... ,.;r, i i i l 1 .. , .' t v '.;... II , l ' ' , . l -:, Ex versprach,: in kurzer Zeit nachzukom men. .' - 'tii:. ' ? . .-.' - .;-'' t. ii.it )'. Ich ging wieder in daS 'andere !.Zelt. Der jange' Ossizier lag in j wilden Fieber Phantasien und beschäftigte-zwei Wärter, rveilrev foriwährenwdii Binden : abreißen wöllte.Z2:Seine'Kleiderag'en nei.an?aus dem Boden; es warett 'NürUnöch' etzen, ganz mit Blut getränkt, theils von den
' " " r " Kugeln zerriffen, theils von der Scheere des Wundarzteslzerschnitten. Ich sragle nach der Uhr, der' Brieftasche und der
Börse; der Doktor hatte diese Gegenstände alle an sich genommen. Ungeduldig schritt ich vor dem Zelte auf und ab. selbst b:s zum Tode ermattet. denn seit acht Tagen war ich nicht ouö der Uniform gekommen, dabei oft von Regenschauern bis auf die Haut durchnäßt wor den, hatte kaum hier und da eine Stunde ruhig geschlafen, und nicht einmal Stroh und Lager gehabt. Den ganzen vorigen Tag und die Nacht hindurch war ich un ausgesetzt auf den Beinen und wäre jetzt im Stehen eingeschlafen, hätte nicht die Neugierde mich rege erhalten ; ich konnte kaum erwarten, bis Wylstock kam. Endlich erschien er und erzählte mir Folgendes : .Sie wissen, daß demVerband jeder Wunde deren Reinigung vorangehen mub. und dak bei größeren Wunden hauptsächlich ein Schwamm dazu verwen bet wird. Da das Gesicht des jungen Mannes ganz mit Blut bedeckt war, s & fing ich meine Operation damit an, dieses sorgfältig wegzuwaschen, und bald über zeugte ich mich, daß die Augen nicht vermundet und nur mit einer dicken Lage $t ronnenen Blutes bedeckt und zugeklebt waren. Darüber lagen bedeutende Fetzen der zerrissenen Stirnhaut und der linken Wange, wodurch natürlich es den Anschein hatte, als ob die Augen wirklich zerschossen mären. 'Auf einmal schrie der bei dieser Wäsche mit kaltem Wasser aus der Ohn macht erwachte arme Schelm laut aus : .Ach Gott! Ick sehe ja!" .Ruhig!" rief ich, ,und die Augen sest geschlossen und nicht eher geöffnet, bis ich es erlaube!" Nachdem diese voUfländilj gereinigt waren. sagte ich : .Jetzt schauen Sie einmal auf !" 1 ; Und nun hüllen Sie die freudigen Ausrufe i ri ni iniimvn 'Ml ff ri i M i vri n i r vn 111 ipn t im -f.': jc j. on.ur . i rn l vflyv ... v., ... suuui:u w... uui. juyi uti ym iuui ouuiu( int dergefallen und zerplatzt, Stücke derselben hatten ihn und sein Pserd niedergeworfen. Er sank in Ohnmacht und lag einige Stunden bis kurz vor dem Augenblicke. woSie.ihn sanden. SeinErsuchen war un ter den vorliegenden Umständen natürlich fürchterlich,, er konnte die Augen nicht öffnen, und da er an Stirn und Wange welche durch die Bombensplitter tüchtig zerrissen sind, fürchterliche Schmerzen auS stand, wähnte er feine Augen verloren zu haben, und glaubte es sei durch eine Musketenkugel geschehen, die von der Seite gekommen. Er halte einmal eine solche Geschichte gelesen ! Ein anderes Stück Bombe hatte Arm und Brust ge streift, das stürzende Pferd' war ihm auf den linken Fuk gefallen, und bei dem Sturze verstauchte er wahrscheinlich die linke Hand. All' dieses Unglück ist jedoch fast unbegreiflicher Weise noch ziemlich glücklich abgelaufen. Der linke Ju& ist gebrochen und wird, wie ich hoffe, ganz gut geheilt werden ; der linke Arm und der rechte Fuß sind nur bedeutend verletzt, um sogesährlicher und unbedeutender jedochder rechte Arm; hier ist der Knochen zersplit tert uns es wird eine Amputation nicht zu umgehen sein. Die Brust ist schwer ge streift, doch ist eö mehr eine starke Eonlusion als eine starke Wunde, es icheint mir nicht, das. eine innere Verletzung vorliegt." 'Der Doktor berichtet weiter : Gcfähr lich sieht es auch mit dem Kopse aus, denn wenn auch nur die rechte Wange und die Stirnhaut zerrissen sind, maß ich mit Sorgsalt zusammen genäht habe, so ist doch die Hirnschale von dem Bombensplitter gestreikt und dadurch eine Ecschütte ung des G.'hirnS eingetreten, welche in mehrfacher Beziehung gar leicht von den schlimmsten Folgen sein kann. Nehmen Sie nun dieses Alles zusammen, so werden Sie mit mir nicht erstaunt sein, dak der Verwundete noch leb!, ja-, daß ich nicht un begründete Hoffnung zu seiner Wiederher stellung habe". '.DaS wäre jedensalls ein unvergleichli ches Meisterstück, lieber 'Doktor", sagte ich,, .wenn wir den jungen Mann , nicht . nur am l Leben .erhalten, sondern auch so her ausflicken könnten daß er fortan noch un ter dieMenschen v taugt ,, und. zuletzt Vm'U Schrecken daran denktdaß er um den.öd als um eine Gnade bettelte." r,'Z niniMrisetzüng solg!.) .-w"'
