Indiana Tribüne, Volume 3, Number 4, Indianapolis, Marion County, 4 September 1880 — Page 1
Jahrgang 3 No. 4 fflee: Ecke Cirele i MerkdiamStraße. Lausende No. 108. m ' Indianapolis, Indiana, Samstag, ; den 4. Septemöer 1880.
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Der Gedanke. Wohl mächt'ger als das Meer erbraust Und schneller als der Sturmwind sauft Und frei und ohne Schranke, Erhebt sich stolz und riefengleich, Jn's zaudervolle Götterreich Der menschliche Gedanke. Gewaltig dringt er durch die Welt, Er steigt hinauf zum Sternenzelt, Er senkt sich in die Tiefen ; Ihm werden alle Kräfte kund. Die aus Erden tiefstem Grund Noch unentschleiert schliefen. Jedoch er gleicht dem kühnen Aar, Der sich so stark und wunderbar Hinauf zur Sonne schwinget, Der über Felsen hoch empor, Selbst durch der Wolken Nebelflor Mit muth'gem Flügel dringet. Und doch ist ihm ein Ziel gestellt:
Denn nimmermehr kann auö der Welt V Sein Flügel ihn entführen ; Sein Auge kann, wie hoch er schwebt, , Wie kühn er sich zum Himmel hebt, Die Erde nicht verlieren. , W, i, Lyra und Männerchor. Am Mittwoch vor acht Tagen beschloß die Lyra ein Comite zu ernennen, um mit einem gleichen Comite des Männercho? in Unterhandlung zu treten und über die Möglichkeit einer Verschmelzung beider .Vereine zu conferiren. Das Comite wohnte am Freitag Abend einer Vor standssttzung des Männerchor bei und ersuchte um Aufstellung eines Comites von ? Seiten des letzterenVereins. Das Comite wurde ernannt und hatte noch an demselIm Abend mit dem Comite der Lyra eine Conferenz. j Das Comite des Männerchor bestand aus den Herren Emmerich Kipp und Ben nerscheidt. Das der Lyra aus den Herren Rappaport, Franke und Mummenhoff. Die beiden Comites einigten sich nun aus folgenden Plan : k 1) Die Gesangvereine Indianapolis Männerchor und 2nra" vereinigen sich hiermit und bestehen weiter unter dem Namen Indianapolis Neuer Männer chor 4 '2) Die Beamten beider Vereine legen ihre Aemter nieder. 3) Die aktiven Mitglieder des neuen Vereins constitUiren sich durch die'Wahl von Beamten und Annahme einer Consti iution. 4) Sollte der Mannerchor vor tätige babter Vereinigung ein Engagement mit einem Dirigenten abschließen, so über .irnmt der neue Verein die darin einge gangenen Verpflichtungen. Am Dienstag Abend hatten beide Ver ".eine Versammlungen, um die Comitebe richte entgegenzunehmen. Die Punkte 2, 3, und 4 wurden in bei den Vereinen ohne Debatte angenommen. Punkt 1 dagegen wurde vom Männerchor nach Streichung des Wortes Steuer an genommen, ' d. h. der neue Verein sollte nicht Indianapolis Neuer Männerchor sondern wie bisher Indianapolis Män nerchor" heißen. j ;jn oer yra wuroe Pvnil l ganz uno r c i . crt - v gar verworfen, well man einen ganz neuen Namen haben will. So ist denndaS Pro jekt der Verschmelzung beider Vereine einstweilen wieder in die Brüche gegan gen. Die Sache scheiterte daran, daß die 'Lyra absolut darauf bestand, daß der ustmn na oer wti mmeuuna einen ganz 'neuen Namen adoptire, und daß der Männerchor sich entschieden wngerte, sei 'nen Namen aufzugeben. Wir unserseits halten den Namen eines Vereins sür etwas sehr Nebensächliches, man wird darum nicht etwas Anderes, wenn man seinen Namen ändert, und wir l . -. m halten das euuammern an einen yiamen auf der einen Seite für ebenso kleinlich, als das Besteben auf Aenderung des Namens von der anderen Seite. .- Wir ge stehen gerne zu, daß der. Männerchor 'Reminiscenzen für sich hat, die ihm seinen Namen werth machen, und daß seine Ver
gangenheit ihn zu einem gewissen Stolze
berechtigt, allein wer Zukünftiges erreichen will, muß sich von Vergangenem los reißen können. Dieses Festwurzeln mit allen Fasern an der Vergangenheit ver hindert jeden Schritt nach Vorwärts. Es ist etwas Schreckliches mit dieser deutschen Vereinsmeierei. Es giebt Leute, die ganz in ihrem Venine aufgehen, die es sür das höchste Ziel irdischer Glückseligkeit halten, prominentes Mitglied eines Vereins zu sein, und die ihrenVerein für einen 'Segenstand von welthistorische Bedeutung halten. Sie trennen sich mit Leichtigkeit vom Vaterlande, vom Elternhause, aber von ihrem Verein um Alles in der Welt nicht! Der Vereinsmeier sieht aus jeden andern Verein als den seinigen mit einem Blicke souveräner Verachtung herab, der Nichts ausdrückt, als die Lächerlichkeit des Vereinshochmuthes. Diese Vereinsmeie rei ist bei dem Deutschen eine. Krankheit, eine Geisteskrankheit von der Menschen befallen werden, die sonst im übrigen Leben ganz vernünftiger Ideen fähig sind. Ja, wenn es sich bei alledem um Prinzi pien handelte,. wenn grundsätzliche Diffe renzen auszugleichen wären. In solchem Falle wäre wohl die Unmöglichkeit eine bestehende Klust aufzufüllen, begreiflich. Hier aber ist es der ganz gewöhnliche Ver einshochmuih, die gewöhnliche Vereins meierei, welche die Verschmelzung der beiden Vereine hindert. Der Männerchor beliebte die Sache so aufzufassen, als ob die Mitglieder der Lyra sich glücklich schätzen müßten, gnä digst in den Mannerchor anfgenommen zu werden,. und nur den passendenBemerkun gen des Herrn Seidensticker war es zu ver danken, daß es überhaupt zu einer ruhigen vernünftigen Beschlußfassung kam. Frei lich an den ein paar Jahrtausende alten lorbeerumrankten Namen des Männerchor zu rütteln, wäre ein Sakrilegium gewesen, daran war nicht zu denken. ' Und in der Lyra, nun da wurde die Sache so behandelt, als könne man gar nicht begreifen, wie der Männerchor es sich ich zur allerhöchsten Ehre, welche einem Vereine überhaupt zu Theil werden kann, anrechnet, sich mit der Lyra verschmelzen zu dürfen. Man denke, doch. welche Schmach für die Lyra, wenn deren großer, weltberühmter Name unterginge und der Name Männerchor bestehen bliebe! Nichts da, der Männerchor ist uns schon recht, aber mit seinem Namen können wir Nichts zu schaffen haben, um keinen Preis ! Es ist Schade ! Würde in diesen bei den Vereinen nicht die Vereinsmeierei mit unumschränkter Macht regieren, dann hätte ein Verein entstehen können, der in musikalischer Beziehung Bedeutendes zu leisten im Stande gewesen wäre, man hätte einen Chor schaffen können, wie vielleicht im ganzen Westen kem befferer zu finden ist, und wir sind der unmaßgeblichen Ansicht, daß die aktiven Mitglieder sich nicht an dem Namen Orpheus, Arion oder sonst einem Namen so erkältet hätten. daß sich chronische Heiserkeit eingestellt hätte. Wir glauben auch nicht, daß die passiven Mitglieder ihr Gehör, oder ihr Kunstoerständniß, verloren hätten, und tanzen, ja tanzen glauben wir können die Mitglieder eines Liederkranz, Orpheus oder Arion gerade so gut, wie die eines Mänuerchor oder einer Lyra. Offen gestanden, wir nahmen es dem Männerchor mehr übel, daß die Vereini gung nicht zu Stande kam, als der Lyra. Diese ist immerhin ein bedeutender Verein und eine Verschmelzung oder Vereinigung von zwei Vereinen ist immerhin etwas Verschiedenes von dem Aufgehen des einen Vereins in dem andern. DieLyra offerirte das Erstere und nicht das Letztere, und die Beibehaltung- des Namens Männerchor wäre allerdings mehr ein Aufgehen der Lyra im Männerchor, als eine Vereinigung gewesen. ' Sodann aber besteht die Lyra fast bloß aus jungen Leuten, während der Männerchor unter seinen Mitgliedern eine große Zahl älterer, erfahrener Männer, hat. Wenn junge Leute Vereinsmeier sind, so kann man darüber hinwegsehen.
weil man der Jugend Manches verzeihen kann, wie aber ältere Männer, j welche langjShrigeErfahrungen hinter sich haben, welche den Ernst des Lebens schon in sol cher Weise kennen gelernt haben, daß sie einsehen müffen, daß ein Gesangverein an sich überhaupt noch nicht zu dem Wichtigsten auf Erden gehört, es nicht unter ihrer Würde finden,sich mit solcherKleinllgkeitskrämerei abzugeben, ist uns unbegreiflich. , ! Es ist wahr der Männerchor ist an Vermögen, Zahl der Mitglieder und zesanglichen Leistungen der Lyra voraus. Aber gerade deshalb ist er in der Lage nehr zu
der Vereinigung beizutragen, als die Lyra, denn jedes Opfer das er bringt, väre ein freiwilliger Verzicht, und daruMj UM so höher anzurechnen. ' Je nun, es hat nicht sollen sein, j Wenn der Männerchor sich nicht entschließen kann, den Namen aufzugeben, hder, die Lyra den Namen zu adoptiren, so wird aus der Vereinigung Nichts. Von der Lyra ist da nichts zu erwarten da sie wohl eine Vereinigung mit aber kein Aufgehen im Männerchor wünscht, noch aber geben wir nicht alle Hoffnung auf, daß bei denjenigen Mitgliedern des Mävnerchor, welche reis an Jahren und Erfahmng sind und gewiffermaßen von - dem 'höheren Standpunkt der Würde aus das kleinliche Treiben herabschauen sollten, ai Stelle der Leidenschaftlichkeit ruhige Ueberlegung tritt, so daß vielleicht die Sache sich doch noch arrangiren läßt. Es wäre Schade, wenn eS nicht ginge ! Amerikanischer Geschmack. DaS Comite für . . das Morton Monument hat sich zu Gunsten des von den Bildhauern Carpenter und Ray mond, von Dayton, gelieferten Modells entschieden, hat sich jedoch vorbehalten daß, wenn die noch von auswärtigen Bildhauern zu erwartenden Modelle beffer sind, diese den Vorzug erhalten. Das Modell der obengenannten BildHauer war dieser Tage im Dennison Hause ausgestellt, und auch der Bildhauer Haino Jserman aus Chicago (ein Deut scher) hat zu"hl:icher Zeit ein Modell ge liefert. Daß daS Comite dem Modell der Herren Carpenter' und Raymond den Vorzug gab, ist 'uns unbegreiflich, aber mit dem wenig ausgebildeten Geschmack der Amerikaner finden wir es ganz und gar vereinbar. Die ganze Arbeit ist ohne Schwung, simpel und 'steif, und auf den ersten Blick gewahrt 'man, daß dem Schöpfer des Modells gebe künstlerische. jede höhere Auffaffung abgeht. Der Arbeit des Herrn Jsermann liegt ent schieden eine idealistische Auffaffung zu Grunde, was jedoch der realistische Ge schmack der Amerikaner noch nicht zu würdigen versteht.' Den Amerikanern .fehlt eben bis jetzt noch aller Kunstsinn, und sie müffen in dieser Beziehung noch sehr viel von anderen Völkern lernen. Das Journal" sagt: Die Ute Indianer tö)teten fünf der besten Pferde ihres verstorbenen Häuptlings Ouray damit ihn dieselben nach den ewigen Jagd gründen begleiten. Liegt darin etwas Unvernünftigeres als im Beten für die Seele eines Verstorbenen, oder im Schmücken ihrer Gräber mit Blumen?" Es wäre nicht uninteressant zu wiffen wie die frommen Methodisten Leser des Journal" dies auslegen, ob das Journal" Pserdeseelen ebenfalls für unsterblich hält, oder ob es nicht an die Unsterblich seit der Menschenseelen glaubt. Uns scheint, daS ...Journal" glaubt an Beides nicht und hält Beides für unvernünftig Da hat .das Journal" in ein schönes Wespennest gestochen !. ' Am Montag traf in New York Gene ral Jules Bergeret,' 'Commandant von Paris wahrend' der Herrschast der Com mune, aus - Europa ' ein. Er gedenkt sich in vitro 'ilork bleibend niederzulassen, denn er weigert sich, die von der sranzöstschen meglerung ertheilte Amnestie anzunehmen ucamoem Beraeret nach dem Sturz de Commune 1871 Paris verlaffen hatte, zog
r nach der englischen Insel Jersey, wo er
das demokratische Blatt Die Stimme der Inseln" herausgab. Dann liefe er sich in London nieder, von wo aus er Corrcspon denzen sür die hervorragendsten Blätter chrieb. Kürzlich erhielt er Erlaubniß, Paris auf drei Monate zu besuchen, verieb aber die Stadt wieder, ehe die Am nestieacte proklamirt wurde. Bergeret arbeitet mit seiner Frau an einem Werk über Die Bourgeoisie Frankreich's in den etzten.25 Jahren" und gedenkt hier Voresungen über die französische Commune und deren Bedeutung zu halten. Auch als Maler leistet Bergeret Vorzügliches. In New Yzrk starb am Montag Sandford Robinson Gifford, einer der besten amerikanischen Landschaftsmaler im 57. Lebensjahre. (G., geb. am 10. Juli 1823 zu Green. field, Saratoga County. N. V., zeigte chon früh bedeutende Anlage für Zeich nen und Malen, wurde Schüler von John R. Smith, war zwei Mal in Europa, wo er Londoner und Pariser Ateliers be uchte und nahm sich die Natur als Vor bild. Beim Ausbruch des Bürgerkriegs machte er den dreimonatlichen Feldzug des 7. New Porker Milizregiments mit, be uchte 1866-1868 Afrika und Asien und cbte seitdem in New Nork.' Seine Bilder, welche sich theils in amerikanischen Pri vatsammlungen,theils inEngland befinden. werden wegen ihres ruhigen, aller Ueber treibung fernen, die Natur in ihrer eigenthümlichen Stimmung wiedergebenden Charakters, hochgeschätzt. Zu seinen besten Sachen gehören : Das Siebente Regiment" (1861), San Georgia" (1868), Tivoli" (1870), Fischerboote auf dem Adriatischen Meere" (1870), Abenddäm merung in Venedig" (1871). A. d. R.) Neue Anzeigen. Germania Hheater Nord-West Ecke Market und Noble Str. Unternehmer Ehrist. H. Zttin, Sonntag, den 5. Scptbr. Schluß der Saison. Auf allgemeines Verlangen : . Die ' Negimentstochter. Komische Operette in 4 Akten don Blum. Mit Beibehaltung der Hauptnummern aus der Op.'k La We du Regiment". Musik von Donizetti. Cassenöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Eintritt 25 Centö. Refervirte Sitze Lö Cents. Kinder 1 Centö. t& Die Wgn der Noblestratze und Maffachusett Avenue nenvayn lausen vis uyr. 9lk deö Indianapolis Socialen Turnvereins Verbunden mit Prüfungs-undPreisturnen . unter Leitung des Turnlehrers . Herrn Hugo Pantzer. Sonntag, den 5. Scptbr. in ' Knarzer'sGrove. Wagen Erlassen die Turnhalle Vzn 9 Uhr Morgtns bis 8 Uhr Nachmittag. Eintritt für Herren 25 Centö. Damen frei. D.S Comite. NS. Im Falle ungünstiger Witterung fmdet das Prüfung?, und Preisturnen Nachmittags 2 Uhr in der Turnhalle statt, und ist der Eintrittspreis 1 Eenti Person. Benj. F. Grafton. Story B. Ladd, H albert S. Paine. ... Patent-Commissäre. ' ' ' . : Patente. - Painkj Grafton & Ladd, : : ; Attornehs . und Soliciiors amerikanischer und ausländischer Patente. 412 Fünfte Str. Washington, D. C. Ausübung ves Patent-Gesetzes in all seinen Zweigen in der Patent Office und in der Supreme und Citcuit Court der Ver. Staaten. Pamrhlete werden gegen Einsendung der Postm ,rken frei verschickt.
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