Indiana Tribüne, Volume 3, Number 1, Indianapolis, Marion County, 14 August 1880 — Page 7

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Entscheidung in rzug auf die HaftPflicht in Deutschland. Gegen eine Eisenbahn-Direktion ist in vlesen Tagen eine prinzipiell wichtige Eilt icheidung durch das Reichsgericht gestellt worden. Am 23. Februar 2877 verunglückte aus dem Vahnbose zu Gera der Dienstmann Bergner, indem cr Kim Auf' laden cincs EepZSstückes in der Dunkel' heit von einer Rangirlokomotive llbttsah ' ren und am Ruße so schwer verwundet wurde, daß die AmpUtallON CtfoIstCn tNUte. Bergner klagte gegen die thu kindische Eisenbahngesclllchask, die sich weigerte, ibm eine Entschädigung zu gefcen, aus Grund des H)ftpflichtgescizes.' Die Gesellschaft wurde in den ersten In stanzen verurthcilt, appellirte aber bis zur letzten Instanz. In diesen Tgcn ist nun das Endurtheil gcsällt worden. Darnach wurde die tkzüringische Eisenbahngesellschast endgültig verurtheilt an Bergncr wöchentlich 10 Mk., so lange derselbe teinen besseren Erwerb finde (hier also vor aussichtlich lebenslänglich) zu zahlen, ußerdem vom 23. Februar 1877 an diesen Betrag nachzuzahlen mit Zinsen, was un gesähr weitere 1800 Mk. beträgt, nu&er. dem muß die Gesellschaft sämmtliche er wachsenen gerichtlichen und aubergericht lichen Kosten tragen. Wie aber, wenn der Kläger nicht d'ie Mittel gehabt hätte, den langen Prozeß durchführen? Ist es nicht traurig, daß ein solcher Prozek sich über drei Jabre bis zur Entscheidung hinschleppen kann? Für die Zwischenzeit ist in solchen Fällen der Beschädigte bei all' seinem guten Recht auf's Bettelbrod angewiesen.

Aus der Schweiz wird geschrieben : Nachdem bereits die Kantone Uri,Obwal den Appenzell.Jnner-Rhoden die Todes, -strafe wieder eingeführt haben, ist ihnen der Kantonsrath von Schwyz nicht blos ge folgt, sondern er ist noch einen Schritt weiter gegangen, indem ti anstatt der von der Kommission vorgeschlagenen Hinrich. tung im geschlossenen Raume die öffentliche Enthauptung als einzige Vollzugsart an nahm. Als Gründe für diesen Modus machte man außer der Abschreckung die Schwierigkeit des geheimen Vollzugs in so beschräk'.klcn Verhältnissen und besonders das anfällige Mißtrauen des Volkes, ob und wie die Vollziehung stattg'esunden, geltend. Landmtmann Schwander hatte vorgeschlagen, die Vollziehungsart durch den Kantonsrath bestimmen zu lassen, blieb aber inMinderheit. Von 59 Votanten stimmten 33 für öffentliche Enthaup tUlQ. Wie man dem Schw. M." mit' Zheilt, hat das evangelische Landes Eon. sistonum eine amtliche Statistik der im Königreich Sachsen im Jahre 1879 unter lliel'encn lirchk. Taufen und Trauungen besannt gemacht. Diese gibt das überraschende Resultat, daß 1) die kirchl. Taufe ausdrücklich verw:igert ward 1876 in 0,72 unter 100 Fällen. 1877 in 0,13, 1878 in 0,13, 1879 in 08 Fällen, also in immer weniger fallen, unö zulent werng mear als in Einem Falle unter 1000. Verzögerungcn, b.-zw. Unterlassungen rechtzciti ger Taufen sind allerdings mehr vorgekommen, in Leivua und Dresden ca. 7 pEt. 2) Trauungen wurden verweigert 1879 0.26 Prcz. gegen 0.66 pCt, in 1878 und 085 in 1877 Von den bis 1879 noch (übkrliaupt) ungetrauten Paaren haben sich bis 1. August -1830 noch trauen Iafin: 142. Unter den übrigbleibenden 733 paaren sind eine Anzahl solcher, wo die Verschiedenheit der Konsesstonen eine kirchliche Trauung erschwert. Min wird sich erinnern, daß die Rci-:la.vZ-Abgcordneten Bebel und Lieb lnccht zu Ansang vorigen Monats auf Veranlassung der Berliner Staatsanwalt schas: vor das Leipziger Amtsgericht gela den wa:cn, um als Zeugen in einem Prozcß vernommen zu werden, der gegen mehrere, crn ihnen in Reichstagsrcden genor.nic Personen auf Grund dieser Reden anli jiiin gk macht worden ist. Bebel, der in Gsa'lcn vlrreist war, konnte der Voi'adun, nicht folgen. Liebknecht bat sich Vt'dc::k;cii au?, da es ihm mit dem Art. 30 der NcschZvcrfssng in Widersrruch zn stehen scheine, daß ein Reichs tagsabgczrdnetcr wegen einer von ihm im Reichstag gehaltenen Rede zur gcrichtli chen Zeugniß abgäbe gezwungen werde. Die Bedenkzeit wurde gewährt. Neulich ' hatte sich nun Liebknecht im Gcrichtösaale zu erklären. Er verweigerte das Zeugniß, weil er zu der Ueberzeugung gelangt sei.

daß die durch Art. 30 der Neichsversassung gewährleistete UnVerantwortlichkeit für Neichslagkreden auch den Zeugnißzwang ausschl?ebe. Das Amtsgericht erkannte dies aber nicht als einen gesetzlichen Grund- zur Verweigerung des Zeugnisses an und ve'rsügte über Liebknecht die Haft, welche jedoch aus dessen Beschwerde sofort wieder ausgehoben ward. Die Sache schwebt jetzt vor dem Landgericht. Wie Man Vernimmt, soll Dieselbe Instanz ver folgt werden. Sollte die Entscheidung im Sinne des Zeugnibz:vanges aussallen, dann dürfte sich eine entsprechende Abänderung, bezw. Ergänzung des Art. 30 nothwendig erweisen.' Daß die Unver antwortlichkcit für im Reichstag gehaltene Reden, ein großes Loch hat, wenn .der Redner wegen seiner N.ichstagsreden dem Zcugnißzwang unterworfen und in Hast

genommen werden kann, das liegt auf der Hand. Etwas über Wanzen. Die Wanze ist ein sehr zudringliches und binterlistiges Vieh, denn sie handelt gegen den Menschen nie ausrichtig, sondern stets unter der Decke. Uebrigens ist sie eine große Besörderin der Reinlichkeit, denn es muffen! ihretwegen ganze Wohnungen geweißt! werden. Ihr Charakter ist feig, denn sie vermeidet jeden offenenKamps und fürchtet das persische Pulver. Sie huldigt .der Gleichheit, denn sie saugt an den mageren Armen wie an den setten Reichen, dringt in die Hütte des Bettlers wie in die Paläste des Großen, und respektirt keine Leib wache, Polizeiverordnungen, Zuchthausstrafe und Galgen. Die Wanzen sind auch gegen alle Menschen so mißtrauisch, daß sie bei jedem Biß eine erhabene Em psangsbestätigung aus der Haut Deffen zurücklaffen, dem sie ihre Aufwartung ge macht haben, damit es Dieser nicht wegläugnen kann. Sie ist weder die Erfinde rin noch die Erzeugerin der Wanzensalbe, obwohl diese ihren Namen trägt. Die Wanze erfreut sich Übrigens keines guten Geruches bei den Menschen und ist es nicht ausgemacht, ob der Wanzer oder die Wanze mehr stinkt, nur das ist gewiß. daß der Balsam nicht aus ausgestoßenen Wanzen bereitet wird. Deffen ungeachtet ist die Wanze ein schr gesuchtes Vieh, wird aber selten gesunden, selbst wenn man sie verkünden läßt und einen Finderlohn da raus setzt. Ein tieser musikalischer Sinn kann keiner Wanze abgesprochen werden, denn sie ist in allen Fugen wie zu Hause. . Humoristisch es. 'Zähes Leben. Erster Schreiber: Da schau' her! Wie nur derFloh hier aus das Papier kommt !" Zweiter Schreiber: Der war jedenfalls in den Lumpen, aus denen es ge macht ist, und hat sich glücklich gerettet !" Aus einem LehrerinnenSeminar. Lehrer : Wie nannten die alten Deutschen die Frauen?" Angehende Lehrerin (verschämt) : Das schöne Geschlecht." Biblische Weisheit. Pfarrer : So! Statt Bibel studiren. Aepfel stehlen V Fritz: Wir haben Bibel studirt; da heißt's : Und Adam aß von dem Apsel!" Pfarrer: Und Du, Hans, was hast Du gelernt?" Hans : Und der Herr sprach : gehe hin und thue desgleichen !" Ein V!i!derungsgrund. Richter: Si- sind also des schweren Dicbstahls übersührt. Haben sie noch et was anzugeben, das geeignet wäre, Ihre Strase zu mildern?" Angeklagter: Ja, Herr Richter, Ich bin erst vor 14 Tagen aus dem Zuchthaus gekommen." , Sinnige Sparsamkeit. Warum haben Sie denn einen Wagen ohne Lehne machen lassen, Herr Baron V Ja, wissen Sie, wenn man, wie ich. vie zu seinem Vergnügen fahrt, ruinirt mar sich mit dem Anlehnen die Kleider so sehr!Irren ist menschlich. Gast : Wie ist es möglich, daß Sie bei 5 Mark Lohn per Monat bestehen kön nen?" , Kellnerin : Ja. w'.ffen S'. wenn die Trinkgelder nicht Wär'n und sich Unsereins nicht hie und da bei Zusammenrechnung der Zeche lrren that, dann könnt' man rnch bestehen!" .

Ueberflüssige A e n g st l i ch k e i l.

Aber, waulein Bianca, wie bleich sc. ben sie aus ! Sie haben sicherlich in den letzten Tagen Ihre Eisendillen nicht eingc. nommen? Nein. Herr Doctor, ich fürchtete, daß ein Gemitter kommen würde, und wir hfls den in der Physik gelernt, daß Eisenden Blitz besonders anzlthe. Aus der Schule. Lehrer : Nun, Wilhelm. wennDu z. B. eine junge Hausfrau Wärest Und inDeinem Keller eine gefährliche Entwickelung dieses Gases befürchten müßlest, wie würdest Du Dich auf eine vorsichtige und allem Scha den vorbeugende Weise überzeugen ob Ge fahr da sei?" Wilhelm : Ich würde unserDicnstmäd. chen hinunterschicken." Guter Grund. Nichter: Jetzt sagt Ihr, Zwetschkenbäume seien Euch gestohlen worden, und in dem Briefe schreibt Ihr, daß cs Birn bäume gewesen sind." Michel: Freili san's Zwetschkenbaum g'mesen. Nichter: Wurum habt Ihr dann von Birnbäumen geschrieben? Michel: Weil inet g'wußt hab', wia man dö Malesix Zwetschken schreibt. i ' Die sparsame Hausfrau. -Kaufmann :' Wann hast Du denn das Zeug zu diesem Kleide aus unserem Laden genommen ? Davon weiß ich ja gar nichts. iebe Frau. Frau : Das Zeug ist auch nicht aus unsercm Laden ; Du erinnerst micht stets da ran, sparsam zu sein, und da habe ich das Zeug, welches mir gcsiel, von unserem Concurrenten gekauft, weil der die Elle einen Cent billiger verkauft, als Du mit Deinen festen Preisen. Kinder und Naren usw. Karl: Guten Morgen Frau Base ! Base : Karlchcn, willst Du nicht lie ber sagen : Liebe Tante, statt Frau Base? Karl (verlegen): Guien Morgen liebe ?tl frtMf rrttifirt?! ' UlltV iUUIIUUUUi Aiis dem juristischen Examen. Pro feffor : Es wird z. B. einem Reisenden aus den Bahnhofe eine Reisetasche gcstohlen. Als was würde sich dieser Diedstahl qualifiziren? Candidat : Offenbar als Taschendiebstahl ! Die Bffizm der Iudiana f vT n noune empfiehlt sich zur Anfertigung von Ncchnungcn, Cirkularen. Bricsköpscn, Preislisten, Quittungen Eintrittskarten. Mitgliedcrkartcn, Broschüren, Constitutionen, Adrcßkartcn, und allen eittschläglichcn Artikeln unter Jusichcrung elc gantcr Ausfübrung bei billi cm Preise. .

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