Indiana Tribüne, Volume 2, Number 49, Indianapolis, Marion County, 17 July 1880 — Page 7
Jüdinn! T r i b tt n e
Die .VolkSst.mme dcö Westens ist wieder auferstanden, vorläufig als Sonntagsblatt. Herausgegeben von Dr. A. Otto Walster, führt es sich mit einem hübschen Vorwort ein, aus dem wir sol gende Sätze hervorheben wollen: So, da wären wir denn glücklich wie der da. DieZmischenzeit von zweiWochen war eine Pause, hatte aber mit einerKunstpause auch nicht die mindeste Ähnlichkeit, insofern sie vom Schöpfer und Meister des Werkes weder vorgeschrieben, noch vorgesehen war. Wir blieben einfach aus, wie der Mühle das Wasser ausbleibt, wenn es lange nicht mehr geregnet, wir blieben weg, wie Schmidt's Katze, wenn sie zu Hause nicht findet, was sie sucht. Die Sache war nämlich die : Es hatte in der letzten Zeit auch in der Volksstimme" so viel gewittert und gegrollt, daß Einer nach dem Andern nach Hause ging, um den Regenschirm zu holen, aber das Wiederkommen vergaß. Für die Zurück gebliebenen wurde dadurch die Situation immer bedenklicher, denn der Kräfte wurden weniger, und die Aufgabe wuchs. Das ging dann so fort, bis endlich Einer unter den Getreuen ausrief : Auf! laßt
uns ein Nothdach errichten, welches denk Bau rettet und schützt, bis Sonnenschein und blauer - Himmel wieder über uns leuchten ! Und so geschah's; das Nothdach ist dle vorläufig wöchentlich nur einmal und zwar Sonntags erscheinende Volks stimme", die wohl ihrer Naturgemäß zeit' weilig einmal übertönt werden, auch gele gentlich einmal schweigen, aber niemals verstummen kann. So lange die Volksstimme" erschien, sahen Viele, die sich als Kritiker und Krittler aufzuwerfen berufen fühlten, nur das wäs der Volksstimme" fehlte, nachdem haben sie empfunden und erfahren, was sie an der Volksstimme" hatten. Es geht mit so einem Blatte, wie mit den Kindern der dramatischen Muße. Kaum ist je ein Theaterstück gespielt worden, an dem gestrenge Kritikusse nicht so und so viele Mängel und Fehler entdeckten. Sie leuchten Einem auch ein, diese Fehler, gewiß, und trotzdem ist man froh, daß man die Stücke hat, denn sie befriedigen, wenn nicht ganz, doch in einem beachtenswerthen Grade. Selten aber hat einer der Herren Kritiker den Beweis geliefert, daß er auch nur annähernd so viel leisten kann, als was er mit Muth herunterreißt." Wir wünschen der Volksstimme des Westens", die gleich dem Phönix aus ihrer eigenen Asche auferstanden ist, daß sie nach Neberstehen dieser Krisis durch die Zukunft entschädigt wird, was sie in der Bergangenheit gelittten. Eine Arl eiterstimme über die demokratische Platform. Die New Yorker Volkszeitung", das Hauptorgan der deutschen Sozialisten, schreibt: Die Demokratie erklärt in ihrer 13. Planke, daß sie die Freundin der Arbeiter sei und sich verpflichte, dieselben ebensowohl gegen die Cormorants (Aus beuter,'Schmarotzer) als gegen die Com müne zu schützen.) Das ist deutlich, fast die einzige deut liche Erklärung in dieser Platsorm. Aber auch nur deutlich in der letzten Hälfte. Was die Commune ist, das weiß man; wer die Cormorants" im demokratischen Sinne sein mögen das weiß man nicht. Somit erklärt die demokratische Partei den Arbeitern, welche nach der Commüne streben, den Krieg ; den übrigen verspricht sie Schutz. Es ist eine großmüthige Partei, die demokratische. Die bösen Communisten sind bekanntlich sehr gefährlich. Sie kom mandiren eine Riesen-Armee sie haben Tausende von Millionen Geld sie be setzen alle Kanzeln, Lehrstühle und Zei tungsofficen sie unterrichten die Kinder in allen Schulen und richten sie zu blut dürstigen, himmelstürmenden hölleverach tendenUngeheuern ab. Wie dankbar muß man der demokratischen Partei sein, daß sie die Arbeiter vor der Commüne schützen will !" Ja, ja, die demokratischen Platsorm Fixer wollten ihre Sache recht gut machen und haben dabei das Ziel gänzlich über schössen GrasLorisMelikow,der russischeNoth czar, hat angeordnet daß 193 Angeklagte die seit sieben bis acht Jahren sich in Un tcrsuchungshaft befinden (natürlich wegen politischer Vergehen, oder weil fie politisch verdächtig" erschienen), , jetzt endlich vor ihren ordentlichen Richter gestellt werden.
Geg en die meisten scheint jedwede Untersuchung schon seit vielen Jahren einge schlummert zu sein, aber aus irgend einen Verdacht, irgend eine Bezichtigung hin, hielt man die Unglücklichen sieben bis acht Jahre lang im Kerker und dort hätten sie starben und verderben können, wie gewiß schon Viele von ihnen gestorben und ver dorbn sind, ohne je vor einen ordentlichen Richter zu kommen, hätte nicht der armenische Graf zufällig einmal die Akten revidirt. Und weiß man etwa, wie viele solcher Unglücklichen seit Jahrzehnten in den Kerkern dahingesiecht sind, ohne je abgeurtheilt zu werden, ohne daß je ein Richter auch nur darüber entschieden hätte, ob sie schuldig oder unschuldig sind? Vielleicht hätte ein erstes Verhör im Jahre 1872 oder 1873 schon klarstellen können, daß die Verhastung hier und da ausGrund eines Irrthums, irgend eines irrigen Verdachtes oder einer falschen Beschuldig gung erfolgt sei. Aber es sind sieben bis acht Jahre vergangen man hat die Unseligen einfach vergeßen !" Nach amtlicher Feststellung des Landraths des Kreises Lauban sind bei
dfr Ueberschwemmung in diesem Kreise allein 51 Personen um'ä Leben gekommen und 105 Wohnhäuser eingestürzt. Die Zahl der in den übrigen Kreisen der preußischen Lausitz Umgekommenen ist amtlich noch nicht gemeldet worden. In der sächsischen Oberlausitz sind nach den bis zum 22. Juni aus Dresden übermittelten Feststellungen 63 Personen ertrunken, eine Person wird noch vermißt. Von den vielen einzelnen ' tieferschütternden Scenen sei Folgendes erwähnt: In einer Parterrestube in CunnerZddrf saß eine Frau mit ö Kindern, von denen das älteste 11 Jahre, das jüngste 10 Wochen zählte. Da strömte das Wasser in die Stube; aus derselben herauszu kommen war nicht mehr möglich angst voll klammerten sich daher die Kleinen von denen das kleinste Kind in derSchürze der Mutter lag an die Letztere an. Das Wasser steigt; die zum Tod erschrockene Mutter steigt mit den Kindern, die sich um ihren Hals hängen, erst aus einen Stuhl, dann auf das Fensterbrett; einen höheren Standort giebt es nicht und doch steigt das Wasser unablässig. Es wird dunkel in der Stadt, denn die Fensteröff nungen sind überfluthet; die Verzweiflung der- Mutter steigt mit der Fluth ; nur ist noch so viel Raum, daß sie ihren Kopf und die Köpfe der Kinder außerWasser halten kann der Tod steht ihr vor ölugen. Die Luft wird schwerer da ein Krach! Kinder betet! jetzt kommt der Tod!" Doch, was war geschehen ? Die Zwischenwände waren durchbrochen, ein Hoffnungsstrahl winkt das Wasier fällt. Um das Fallen des Wassers zu beschleu nigen, zerstößt die Mutter das Fenster; jetzt fällt das Wasser schnell, aber es reißt auch ein Kind hinweg. Im letzten Augenblick kann die schwergeprüfte Mutter den blondenKrauskops noch an dentzaaren fassen und retten. DieGefahrM vorüber das Wasier sinkt mehr und mehr, die Familie ist gerettet bis auf den zehn Wochen alten Säugling der ist in den Mutterarmen gestorben. Solche Scenen wären mit wenigen anderen Umständen viele zu erzählen. Wie die fürchterliche Katastrophe Elend' über' Elend häufte, so hat sie auch Großthaten veranlaßs, von denen sich der Mund der dortigen Bewoh nerschaft noch lange erzählen wird. Todesmuthigen Männern, ist, wie man hört, manche Rettung zu danken; leider sind mehrere solcher braver Männer auch Opfer ihrer Menschlichkeit geworden. Kumoristisch es. Ein dankbares Gemüth. Zwei polnische Schnorrer kommen zur Winterzeit in ein Dorf und bitten bei einem Edelmann um ein Unterkommen für eine Nacht. Dieser beauftragt einen Diener, die Beiden in den Sommerpavil lon zu bringen. Am andern Morgen waren sie steif gefroren und Jtzig klopfte und rieb die Gliedmaßen, schüttelte Jakob und sprach: Gott, Du Gerechter, was n graußes Glück, daß uns der Herr Grof hat schlafen lassen im Sommerpavillon, wie kalt toat'ä erst gewesen im WinterPavillon ! Frage und Antwort. Welcher Unterschied ist zwischen dem ältesten General, der sein Jubiläum feiert, und zwischen dem jüngsten Cadettten ? Der .Eine.ist der Jubelsenior der An dere der Säbeljunior.
Überredungskunst.
Agent : Mein werther Herr, ich kann es Ihnen nur immer und' immer wieder an's Herz legen, sich doch endlich zur Ver sichelung Ihres Lebens zu cntjchließen denken Sie an Ihre Familie ... Kausmann : Ach, lieber Freund, ich habe mir das überlegt ; ich hab's bei Bekannten gesehen, da zahlt man 20, 30Jah re lang die Prämie und schießlich kostet's mehr, als man herausbekommt." Agent : Ja, aber lieber Herr, Sie ver gessen ganz, wenn Sie Glück haben, ster den Sie gleich im ersten Jahre!Zweifelhafte Schmeichelei. Doktor: Liebe Frau, den schwierigen Fall, von dem ich Dir erzählte, habe ich glücklich überwältigt. Der Patient ist ku rirt, gesund und munter. Frau : O, mein lieber Karl, Du bist der geschickteste Arzt weit und breit! Ach hätte ich Dich nur fünf Jahre früher kennen ge ernt, ich glaube gewiß, mein erster Mann, mein armer Thomas, wäre jetzt noch am Leben ! Sommerfrischlerinausder R e si d e n z. Na, da ist's kein Wunder, daß die Milch so dünne ist wenn Sie Ihre Kühe solche Masien Wasier saufen lassen. Wie viel gibt drei mal drei und ein Polizidiener," fragte ein witziger Herr den Bankier Meier, der sich schon häusig in Multiplikation seines Vermögens geübt hatte. Diesem Exempel war jedoch der Rechen künstle? nicht gewachsen: er schwieg ver. legen. Aber das ist doch ganz einfach, Herr Meier, fuhr der erste fort, drei mal drei gibt neun und ein Polizeldlener glbt Acht : also zusammen siebenzehn." Jakob (in der Beichte) : Ich habe meines Nächsten Magd begehrt." Priester: Wie?" Jakob (verschämt): I,, unsere Lis beth läßt mich nie in die Speisekammer, und da hab ich gedacht: hätten wir doch Nachbärs Kathrine, die ist viel besser." Bei einer Tafel wurde von Musik aeivrocken. Srndne auch muslkalnch 5 fraate ein Herr ein neben ihm sitzendes Fräulein. Ja, wie Sie sehen ich blase die Suppe. ES batte jemand ein sehr häßliches. aber reickes Madcken zur mau aenom men. Man warf ihm diese üble Wahl vor. Wundert euck nickt daruder." sagteer; lch habe sie, wie altes sttver. nach dem Gewichte genommen; oteifaQon habe ich umsonst. Die Mannschaften werden an dem selben Tage noch ausgekleidet und nach . . wm i u tr rv-i ihrer veimato entla en weroen i . ?oeniner Nachrichten Nr. 184). Sollte die Heimreise von den Soldaten nicht besier m v - i r ! O Mll eiieioung zuruazu.egeri nui ? Die Offizin der Indiana t vT tt 11 twmt empfiehlt sich zur Anfertigung von Rechnungen, Cirkularen, Briefköpfen, Preislisten, Quittungen Eintrittskarten, Mitgliederkarten, Broschüren, Constitutionen, Adreßkarten, und allen einschläglichen Ar: tikeln unter Zuskcherung ele ganter Auöfübrung bei billk-
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