Indiana Tribüne, Volume 2, Number 47, Indianapolis, Marion County, 3 July 1880 — Page 5

I n d i an Xtibü n e

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Lola l.

An unsere Leser. Wir ersuchen alle diejenigen unsrer verehrlichen Leser, welche ihre Wohnung wechseln, uns ihre neue Adresse zukommen zu lassen, damit das Blatt zeitlich in ihre Hände gelangt. ' Die Redaktion. Verlangt wird ein Mann, mit besonderem Scharf, smn begadt, um die politische Stellung des Telegraph" aus dessen Spalten aus zukundschaften, wenn solches überhaupt möglich ist. Das neue Bibliothekgebäude wird bald vollendet sein und wird sehr geräumig werden. JCST Die Zählung hat bis jetzt ergeben, daß Indianapolis etwa 75,001 Einwohner hat. Die gehegten Erwartungen erfüllten sich also nicht, denn wenn man auch an nimmt, daß die Censusbeamten bei ihrer Arbeit nicht allzu gewissenhaft waren, so klingt es doch nicht wahrscheinlich, daß sie 40-50.000 Köpfe mitzuzählen unterlassen haben sollten. Eine so große Einwohner schaft glaubte aber Indianapolis zu haben und die Enttäuschung ist natürlich sehr groß. Im Uebrigen können wir uns da mit trösten, daß es anderen Städten auch nicht besser, mitunter sogar noch schlechter erging. J5 David Nichelson erhielt einen Bauerlaubnißschein für einen Anbau den er an das Remy Hotel errichten lassen will. Auch A. B. Mayer erlangte einen Bauer laubnißschein für ein zu errichtendes Of ficegebäude an Delaware Str. Am Montag wollten drei berüchtigte Frauenzimmer die sich in benebeltem Zustande befanden eine Spazierfahrt zu sammen machen. Das Vergnügen fiel aber nicht gut aus denn das Pferd kam durch einen Fall um, während die Insassen aus dem Buggy geschleudert wurden. Eine der drei Freundinnen Namens 0garth erhielt sehr schlimme Verletzungen. Unter einer schweren Anklage be findet sich Hermann Noark im Stationshause. Er ist nämlich angeklagt die acht' jährige Heöwig Hauser, deren Vater ein Schneider ist und in Mansur's Block wohnt, in verbrecherischer Absicht in ein dunkles Zimmer gelockt zu haben. Sein schändliches Vorhaben konnte Noark nicht ausführen weil auf den Hilferuf des Mäd chens besten Vater herbeieilte, der den Schurken auch sofort verhaften ließ. Die Firma Richardion '& Kotbe, welche die bekannte Mutual Life Insu rance Comp'anie für Indianapolis und Umgegend vertritt, hat sich schon lange des unumschränkten Vertrauens der (jungen Bevölkerung zu erfreuen. Diese Gesellschaft verfügt über ein Baarvermögen von $90,000,C00 und steht auch in Bezug aus Reellitä! musterhaft da. Nebst der Lebens-Versicherung bietet auch dir Gesellschaft durch ihr Sparkassensystem außerordentliche Vortheile. Die. oben erwähnte Firma rcpräsentirt auch die besten Feuer'VersicherungsGesellschasten. Wir machen auf die Anzeige an anderer Stelle besonder- aufmerksam. Die Ossice der Herren Rickardson und Kothe befindet sich im Talbott Block, Zimmer Nr. 13 und 14 nordwestliche Ecke der Pennsylvania, nnd Market Straße. .'j6ST John McCarty, der. langete Zeit als Falschmünzer gute Geschäfte machte, wurde am Montag zu fünfjähriger Zucht haiisstrafe verurthcilt, nachdem seine An wälte einen vergeblichen Versuch gemacht hatten, einen neuen Prozeß für ihren P enten bewilligt zu erhalten. Richter Gresham gab jedoch bei Fällung des Urtheils den Advokaten bis zum 12. Juli Zeit, um sich an Richter Drummond zuwenden. . " T Die Herausgeber der Fort Wayne Gazette wurden am Mittwoch im Bundes gericht um 5100 gestraft, weil sie schuldig befunden wurden, in ihrer Zeitung ein ob scöncs, ärztliches Inserat enthalten und dasselbe per Post verschickt zu haben. T Christine Hoffmann wurde am Mittwoch unter der Anklage auf Schlä gerei verhaftet. Sie prügelje sich nämlich mit der Gattin von Harry Lehr. Eifer sucht soll die Ursache des Streites sein. Der Sociale Turnverein verav staltet am Samstag den 7. August eine Ercursion nach Louisville über Madison. Da die Rundfahrt nur H2) kostet, so ist eine sehr große Theunahche zu erwarten.

Der Census. Indianapolis hat 75.077 Einwohner.. Am Mittwoch Abend wurden die Cen

susbeamten von ihrer Arbeit erlöst und die genauen Benchte ergeben folgendes WtuU tat: WardZ. Einwohner. Erste Ward 3,166 Zweite Ward .' 3,037 Dritte Ward 3,170 Diene Ward 2,394 Fünfte Ward 2 8')4 Sechste Ward 3,215 Siedente Ward 3,740 Schte Ward 3,200 Neunte Ward 3,087 Zehnte Ward 2,52S Elfte Ward 2,372 ZroZlfte Ward 2,577 Dreizehnte Ward 272 Vierzehnte Ward 2,766 Fünfzehnte LZard 2.864 ZechSzehnte Ward 2,553 Siebenzehnte Ward 2,135 Achtzehnte Ward 2,163 Neunjehnte Ward ... 3,474 Zwanzigste Ward 3,067 Einundzroinz'gste Ward 3,36 - Zmeiund,an,igste Ward ... 3,037 Dreiundzwanz'gste Ward .... 3,649 LierundzwanzigsteWard .... 3,810 Fünfundzwanzigste Ward 3,892 Leer Däuser. io !5 10 12 6 5 6 3 3 5 7 5 5 3 3 3 5 3 4 3 4 0 7 tti Zusammen 75,077 Daraus ist ersichtlich, daß die 25. Ward die meisten und die 18. Ward die wenigsten c5inrnber bat -r - - l öS- Der Gesangverein Männerchor" hatte am Sonntag vormittag Beamten wähl. Das Resultat derselben ist wie folgt: Präsident C. E. Emmerich. BicePräsident C. B. LiziuS. Corresp. Sekretär F. Merz. Finanz. Sekretär Ad. Wriedt. Schatzmeister G. A. Marien. Archivar S. Wald. . Trustecs A. Kipp, I. P. Frenzel, H. C. G. BalS. Hallen und Vergnügungs-Commitee Paul Kraus, A. Heckler, C. Bennerscheidt. Sam Vancamp, ein junger Mann, der in Talbott's Leihstall beschäftigt ist wurde am Sonntag von einem Hunde, den er neckte in die rechte Wange gebissen, so daö er nicht ungefährlich trank darnie derliegt. Malinda Connelly hat eine Schei dungsklage gegen Thomas Connelly eingereicht, weil sie nicht länger Lust hat, sich vsn ihrem Gatten vrügeln zu Iahen, . . Verargen wird ihr das kein Mensch. SS- Herr English wird Vorsitzender des demokratischen Staats.CentralCo mitY bleiben und ernannte folgendes Erecutiv'Comite : Thomas A. Sendricks. Senator McDonald, Frank Landers, Staatsschatzmeister Flemming, O. O. Stanley und James Cropsey. ÄST 120 Arbeiter sind am Staatshaus beschäftigt. In New Albany wurde dieser r . a slge ii. . wmg veruasler, mu er Geld unter falschem Vorwande erlangte, Er gab sich dort als Agent des hier er scheinenden "Journal of Freedom and HiIit" aus. J5T Herr Duprez wird demnächst In dianapolis verlassen, also nicht mehr am Germania-Theater mitwirken. Her Aug. Rothenberg wurde als Ersatz engagirt. John Franks an Laurel Straße wurde am Dienstag verhastet, weil er seine Frau geschlagen hatte. LS-Das Eountygesangnik beherblgt gegenwärtig Gefangene. LS- Harry Allen wurde am Mittwoch - , ...I verhaltet, well er emen Ängrm aus lemen Bruder gemacht hatte. m . (Xi mm mm I m Frau William's deren Mann kürzllch ermordet wurde und die zu gleicher I . . e . if. ... :r.t v -i l ... v ;n I eil surazioar miöyanoeil wuroe, i,i iyren z:;ttzungen eriegen, oyne voryer zum Bewuktieln zurückgekommen zu lein. Die Schiller Loge ?o. 381 hält morgen in narzers Grove em Plcnic M Ti m ab. Abgesehen davon, dem sich morgen zu.??ier des Tages Niemand ein derart! $es Vergnügen versagen sollte so ist auch der Platz auf welchem-das Plcnic stattJ V ff. VI V nnv.k io venoaeno, oob man mtt mecht eine sehr groe Betdelllgung erwarten . - . kann. Der Wettcrmacher schien in letzter Zeit vergessen zu haben, daß auf Regen Sonnenschein kommen muß Eleonore Dowine wurde am Mitt woch von Alexander Dowine geschieden SS- Morgen am 4. Juli wird'S trotz des Sonntags in allen Straßen Schieß. lustige geben und am Montag wird man von so' und so Vielen hören, die zur Feier des Tages angeschossen wurden. Ja, das ist eine ganz eigene Art Patriotismus.

Der vierte Juli

wird in diesem Jahre von den hiengen deutschen Gesangvereinen in grobartiger Weise gefeiert werden. Die Vereine Harmonie, Liederkranz und Männerchor werden im Männerchorpark ein Volksfest veranstalten und auck alle andern hiesigen Vereine und Logen wurden. eingeladen an K c.n, ... npumpn. xw Männer. 1 Ultil (Jl4V f (j - - chorpark hat bei dem zungil j avgeyailenen P.'cnic den Beifall allerBesucher gesunden. denn ein herrlicher dichtbewachsenen Wald bietet den Besuchern einen äußerst ange nebmen Aufenthalt. Der Umstand, daß man diesen Park ver Eisenbahn erreichen kann, ist ebenfalls von großem Werthe. v Für Musik und .sonstige Unterhaltung wird bestens gesorgt werden und so kann man den Besuchern des Volksfestes für morgen einen recht vergnügten Tag pro phezeien. Lebensmüde. Der sehnlichste Wunsch der Frau Agneö I. Rawlings scheint es schon lange gewe sen zu sein, dieser Welt ade zu sagen und in die Ewigkeit abzufahren. Denn schon zweimal hat diese Lebensmüde Hand an stch gelegt und jedesmal sprangen ihr men schenfreundliche Leute zu Hülfe, um sie wieder dem L.'ben zu erhalten. Als sie vor . - - etwa l Jahren verbuchte, UH oen yalS abzuschneiden, da kamen die Aerzte Wish ard und hambers gerade noch recht, um die Itiefe Wunde, welche sich die Frau am Halse beigebracht hatte,, zuzuflicken. Auch das Gift, welches die Frau kurze Zeit nachher nahm, wurde ihr nicht ge gönnt, denn dasselbe wurde vermittelst der Magenpumpe wieder herausgeholt. . Trotz alledem lieb sich aber Frau Raw lings nicht entmuthigen, einen dritten Selbstmordversuch zu machen. Nachdem ihr Mann am Mittwoch früh um 6 Uhr zur Arbeit gegangen war, erdrosielte sie sich mit einer Schnur, die sie zweimal um den Hals geschlungen hatte und zwar so fest, daß sie nur mit Mühe aufgeschnitten werden konnte. Der Vorfall wurde erst am Nachmittag entdeckt, als Herr Rawling nach Hause kam und seine Frau todtauf dem Bette', liegend, entdeckte. Die Leiche sah schrecklich entstellt aus, denn das Ge sicht erschien blau und die Zunge hängte weit hervor. I r- l ir v -- . via oen vergeonazen eionmorover suchen, welche die Unglückliche schon früher machte, war ihr Gatte über den Vorfall I st. Wtf 1. L P Ä gewm mcyt auzuleyr ernaunr, oenn oan es einmal mit seiner Frau ein solches Ende nehmen würde, besürchtete er ja schon längst. jgg- Landers und Consorten wollen dem republikanischen Gouverneurs Can didaten Albert G. Porter einen Vorwurf daraus machen, dab er im Jahre 1877 die I . . yr i . t 4 " C " , slrilenoen Äroener vor ima)i venQCiotstt hat und sich nichts dafür bezahlen ließ. Tas Letztere würden die Demokraten al leririnas nicbi so schlimm auffassen, das Verbrechen lieat ihrer Ansicht nach bauvt sächlich darin, daß strikende Arbeiter einen Vertheidiger an Porter gefunden haben. Freilich Fühlung für die Unterdrückten kann diese Partei nicht'nur nicht begreisen. ste verurtheilt sie sogar noch. Der Wirth Graham liegt Im städtiT&en Sosvital an einer Schnittwunde darnieder, die ihm von einem Neger Na mens Georae Oenrv Scott beiaebrackt wurde. Die Beiden hatten Streit mitein s - ander und trotzdem es sich dabei nur um die Baaatelle von 20 kents bandelte die Graham dem Neger, der früher für ihn arbeitete nicht auswabltn wollte, so wur ge doch das Wortgefecht schließlich seh stig. ja es blieb nickt, dabei, denn die Beiden wurden bandareillick und derNeaer brachte endlich seinem Gegner vermittelst I rvi m mm t . . & eines alirmellers eine vchnitlwunve vei. welche die Halsader bloß legte. Der Neger sitzt jetzt unter der Anklage auf Schlägerei in mörderischer Absicht, hinter Schloß und Riegel. I ssz- Zrederick Birchall wurde vonMarv I 'w ' Birckall aesckieden. Eine Verbindung der Zahnärzte unseres Staates, welche mehrere Tage hier in Sitzung war, erwählte folgende Beamte : Präsident, Robert Van Valzah. Terre Haute. Erster Vice.Prästdent, S. B. Kirk, Kokomo. Zweiter Vice - Präsident, E. V. Burt, Lafayette. Sekretär, W. H.' Hall, Terre Haute. ' Schatzmeister,. Merit Wells, Indianapolis Trustees, -I. E. Cravens, C. C. Burgeß und O.ÄBeeks, ' Indianapolis.

Germania Theater. Der Wetterclerk hat uns am Sonntag wieder einmal seine ganze, böllische Bosheit fühlen lassen. Ob er eö den Theater besuchern oder dem Herrn Stein zum Trotz gethan hat, ganz einerlei, er neckte diese und jenen in äußerst muthwilliger Weise. Denn trotzdem es am Nachmittag einige Platzregen absetzte, schien sich doch gegen Übend der Himmel aufzuheitern und mit ihm heiterte sich auch die traurige Miene gar vieler Theaterfreunde auf. Wenn daher auch das GermaniaTheater am Sonntag Abend nicht gut besucht war. so hatten sich doch immerhin die meisten der Stammgäste eingefunden und rechts und links von der Bühne, wo ein schirmendes Dach Schutz gewährt, niedergelasien. Gegeben wurde Von Stufe zu Stufemit ganz ausgezeichneter Besetzung. Frau Baureis war die Trägerin der Hauptrolle und hat dieselbe wirklich muster

hast gespielt. Von den übrigen Mitspielenden wurde sie dabei bestens unter stützt. Besonders glauben wir Herrn Coll man hervorheben zu wüsten. . Dieser Schauspieler hat sich trotz der kurzen Zeit schon die ungetheilte Gunst des Publikums zu verschaffen gewußt. Er ist immer gelungen und seine Maske stets so vortreff lich, daß man sich bei seinem Auftreten immer erst fragen muß, wer denn oas eigentlich ist. Er hatte am Sonntag eine zweifach dankbare Rolle zu spielen. Er stens hat sie das Publikum in die aller heiterste Laune versetzt und zweitens hatte der Darsteller dabei Gelegenheit, auch den außergewöhnlichsten Durst befriedigen zu können. Während Herr Collmann ein Seidel nach dem andern hinter die Binde gießen mußte, wurden die Zuschauer mit weniger edlem Naß tractirt. Es goß nämlich in Strömen herab und selbst unter dem gedeckten;Raume war man nicht sicher. mit fortgeschwemmt zu werden. Sollte der Himmel Herrn Stein wieder einmal einen solchen Strich durch die Rechnung machen, so wird er gut daran thun, in seinem Garten mehrere Boote unterzu bringen. Die Donnerstagsvorstellung,das Benesiz für Herrn Varena, können wir getrost als den Glanzpunkt der ganzen Saifon hinstellen. Der Postillon von Münche berg ist ein Stück, das immer wieder gefällt, besonders aber wenn es mit so vor trefflicher Besetzung gegeben wird, wie das am Donnerstag Abend der Fall war. Die Mitspielenden haben uns durch diese Vor stellung gezeigt, daß wir alles Recht haben, aus unser deutsches Theater stolz zu sein. Eine Vorstellung wie die letzte verlangt ge schulte Schauspieler und daß unser Tbe ater über solche verfügt, wurde dabei deut lich bewiesen. Vor Allem hat sich der Be neflziant den ungetheilten Beifall des Publikums errungen, denn sowohl sein Spiel, als seine gesanglichen Leistungen waren bewunderungswürdig. Ihm würdig zur Seite stand die vorzügliche Sou brette Fräulein Hofstetter, die am Don nerstag Abend eigentlich zum ersten Male Gelegenheit hatte, ihr ganzes Talent zu entfalten. Ihre klangvolle Stimme riß sämmtliche Hörer zur Begeisterung hin. Sie erntete sür ihre Leistung verdiente An erkennung. Herr Baureis zeigte sich ebenfalls von seiner liebenswürdigsten Seite und die übrigen Mitspielenden trugen nicht wenig zum Gelingen des Ganzen bei.' Daß der Besuch am Donnerstag so zufriedenstellend war, kann als Beweis dienen,' daß dem Germavia-Theater immer mehr und mehr die Gunst des Publikums zu Theil wird. Morgen wird auf Verlangen das hüb sche Stück Von Stufe zu Stufe" wieder holt und die Darsteller sollten 'durch, ein recht volles Haus in ihrem Bemühens stets das Beste zu leisten, unterstützt werden. . : i-; LL.Am Montag Abend hielten ' die rs tf i on . 1 u : cri ' 1 1 emvlraien im zigwani eine yiaomcsl tionsVersamwlung. . Dieselbe wär gut besucht und die Redner fanden 'selbstverständlich das aufgestellte National'.' Ticke äußerst unterftutzenöwerth. Auch der Vice-Prästdentschafts . Candidat English hielt eine längere Rede'und obgleich er be theuerte, daß er wahrhastig nur nach Cm cinnati reiste um seinen Freund Hendricks ZU unterstützen, resp, durchfallen zu helfen so merkte man es ihm' doch an daß er stch sehr Mit seiner. Nommahon freut. Die Partei scheint sich weniger damit'zu freuen v n . . . ? ' . . '' - J ' . . , uno ne weiß warum. " T Willian Curtiß, der Uebertretung des PensionsGesetzes schuldig . befunden wurde zu einjähriger Gefängnißstrafe ver. urtheilt.

Mary Brown's Proz-ß. - Endlich ist auch d'e angeklagte Mary Bronn der Entscheidung ihres Schicksals etwas näher gekommen. Ob dieselbe für die Angeklagte rechk angenehm sein wird ist freilich recht fraglich, aber immerhin muß selbst die unangenehmste Gewißheit für den Betreffenden befriedigender sein, als dieser quälende Zweifel. Freilich soll sich die Angeklagte während ihrer Haft nicht sonderlich gegrämt haben, aber das mag vielleicht nur eine Maske gewesen sein, die dazu dienen sollte, zu zei gen, daß der Unschuldige? keine Ursache dazu hat, den Kopf hängen zu lasten. Am Montag Vormittag wurde mit dem Mordprozeste begonnen und es währte bei nahe zwei Tage bis man eine Pastende Jury ausgesucht hatte. Dieselbe besteht aus folgenden Personen, die meistens den edlen Beruf der Landwirthschaft betreiben: Hugh Thompson, Farmer, Center Town

hip; Christian Meyer, Farmer, Wayne T.; George Burk Postbote; Stephen Gullerfer, Farmer, Pike T.; Thomas C. Easterday Farmer, Washington T. ; Ben amin Blue, Farmer; Abraham Lsng, VerstcherungsAgent, Center T.; Daniel W. Harcourt, Farmer, Washington T.; Wm. Clingenpeel, Clerk, Certer T. ; Bar ney Cline. Farmer, Washington T.; David Jamefvn, Farmer, Center T.; Jesse F. Johnson, Leihstallbesitzer, Center T. Am Montag und Dienstag befanden sich nur wenige Hörer im Gerichtssaale. Die Geschichte war auch noch gar zu langwei lig, denn die beliebten Rührscenen ereig nen sich ja fast immer erst im zweiten Theil des Prozestes. Am Mittwoch war schon ein weit größeres Publikum anwesend um die Tragödie zu verfolgen. Die Ange klagte sitzt neben ihren Advokaten, trägt ein schwarzes Kleid und verhüllt das Ge sicht stets mit einem langen schwarzen Schleier. Das Zeugenverhör begann am Mitt woch Vormittag und Dr. John Chambers machte die ersten Aussagen. Er sagte, daß er die Leiche des John Brown secirt habe und erklärie weiter die Verletzungen welche Brown's Tod herbei. geführt hatten. Dr. Wishard machte dieselbenAnssagen, die schon bei Wade's Prozeß zu Protokoll genommen wurden Nach dem Verwalter der Brown'schen Hinterlastenschast wurde der Son der An geklagten, Robert Brown verhört. Der Junge ist elf Jahre alt, sprach aber sehr verständig und unerschrocken. Daß seine Angaben beim Publikum sehr großes In tereste wach riefen, läßt sich denken und auch die Angeklagte folgte mit gespannter Aufmerksamkeit den Worten ihres eigenen Kindes. Der Junge erzählte den Vorgang genau so wie er es bei Gelegenheit des Wade'schen Prozesses gethan hatte. Auf die Frage eines Advokaten der Mary Brown, ob in dem Redding'schen Hause, wo der Knabe gegenwärtig wohnt, häufig über die Mord'Affaire gesprochen wird, antwortete Robert, daß dieselbe jeden Tag ein Gegenstand der Besprechung ist und daß stch jene Leute unverholen dahin aus sprachen, daß wenn Wade bestraft wird. auch die Brown dieses Schicksal theilen sollte. Diese Aufrichtigkeit des Knaben rührte seine Mutter zu Thränen und sie weinte mehrere Minuten lang. Belle Wilson, ein berüchtigtes Frauen zimmer, das im Anfange, als die Mary Brown Gast im Countygefängniß war, die Zelle derselben theilte, sagte daß sich die Brown während der . ersten Nacht, die ste in der Jail zubrachte, in sehr aufgereg tem Zustande befand. Sie .sagte ferner, daß ihr spater als sie bester zusam men bekannt waren,' die Brown selbst ge sagt habe, daß der Mord mit ihrem Ein Verständniß begangen wurde,' und daß nur ihre grenzenloseLiebe zuWade dieVer anlastung dazu' gewesen sei. Auch die Thatsache daß.John Brown mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen wurde, habe die Brown ihr gegenüber nie geleug net, hingegen habe ste nie gestanden, wer den Schlag ausführte. Auch am Donnerstag war die Zahl der Neugierigen im GerichtSsaale nicht gering. Trotzdem die 'meisten Zeugen schon bei Wäde's Prozeß die gleichen Aussagen ge macht hatten, erregten ihre Angaben den noch bei den Hörern Jntereste. Auch die 'Angeklagte folgt den Ver. Handlungen mit gespannter Aufmerk samkeit ' sr Charles 'W. Davis bekam am Donnerstag die Ehefesteln gelöst, indem er von Lilla Davis geschieden wurde.