Indiana Tribüne, Volume 2, Number 46, Indianapolis, Marion County, 26 June 1880 — Page 4

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ndiana Hribüne.

(Wochenblatt.) Cffice: Ecke Circle u. Meridianstr. lJm dritten Stock ) Entered as second-clas3 matter at the Postofiiee at Indianapolis, Indiana. Abonnements-Preise. 3n der Stadt durch die Post in Hauö geliefert Per Iahe im Voraus Ver Nummer $2.00 . 5 KeutS. Otto SchZssel, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 26. Juni 1830. Natlonal-Ticket. Für Präsident : Iameö A. Garfield von Ohio. Für VicePräsident : Ehester Ä. Arthur von New Port. Staats-Ticket. Für Gouverneur: Albert G. Porter von Marion. Für Lieutenant-Gouverneur: Thomas Hanna von Putnam. Für Richter der Supreme Court: 3. Distrikt- Byron K. Elliott von Marion 5. Distrikl William A. Woodö von Eil hart. Für StaatZ.Sekretär: E. R. H a w n von Crawford. Für Staatö.Auditor: Ed. H. Wolfe von Rush. Für Staalö. Schahmeister: Ros.well S. Hill von Clay. Für General.Anwalt: Daniel P. Baldwin von Caß. Für Superintendent deö öffentlichen UntenichtS: John M. Bloß von Vanderburg. Für Clerk der Supreme Court : Daniel M. Rohse von Tippecanoe.' Für Revorter der Supreme Court: Franciö M. Dice von Fsuntain. Marion Counth Ticket. Sheriff Henry C. Adams. Clerk Moses G. McClain. Schatzmeister I o h n L. MotherShead. Recorder Jacob L. Vieler. Richter der Criminal Court 3 a m e S E. H e U ler. County.Anwalt W m. T. Vrown. Richter der Superior Court B hron K. Elli ott, L. C. Walker. Counth Commissare I oh n H.Smith, . Geo.F.McGinnis,ArchibaldGlenn. Staats. Senatoren - George H. Chapman. Flabius I. Van Vorhiö. Legislatoren Thomas McSheehy, I. S. H i n t o n, I o h n W. F u r n a s, Vinson Carter, I. N. Cotton. Die Supreme-Court und die Verfas sungS'Amcndementö. In einem von New Albany aus vor den höchsten Gerichtshof gebrachten Falle, hat derselbe entschieden, daß die Verfas sungs'AmendementS nicht ratifizirt rourden, also nicht bestehen. Die Enscheidung stützt sich aus folgende Punkte : Die Verfassung bestimmt, daß ein Amendement, nachdem es in zwei Legislaturen von einer Mehrheit der gewählten Mitglieder angenommen worden ist, den Wahlberechtigten (electors) des Staates unterbreitet werden soll, und wenn es von einer Mehrheit derselben gutgeheißen wird, soll es einen Theil der Verfassung bilden. In dieser Klausel ist nichts über die Art und Weise der Abstimmung, noch derZäh lung der abgegebenen Stimmen gesagt. Dies ist also der Legislatur überlassen. Ferner wird darin der Ausdruck "oleetors' zu deutsch Wahlberechtigte" ge braucht, und die Frage entsteht, wie ist die Zahl der Wahlberechtigten zu be stimmen. Die Legislatur hat bei der Annahme der verschiedenen Amendements und in dem Gesetze, welches die Abstimmung und Zählung verfügt, bestimmt, wie die Ab stimmung vor stch gehen-soll und wie die für und gegen die Amendements abgege benen Stimmen gezählt werden sollen. Die Amendements gelangten zur Abstim mung und wurden mit Majoritäten von 18,000 bls 45,000 Stimmen angenommen. Nun entscheidet die Supreme-Court, daß es nicht zur Ratifizirung eineö Ver. fassungs-Amendements genügt, wenn eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen da für ist, sondern es muß eine Mehrheit aller "Stimmberechtigten im Staate sein. Zugegeben, dies sei die richtige Ausle gung, wie will man in einem Staate, in

dem kein RegistrirungSgeseb existirt und!

wo Freizügigkeit in jeder Beziehung herrscht, die Zahl der Stimmberechtigten festsetzen? Es bleibt da nichts übrig, als anzunehmen, daß die Zahl der Stimmen den auch die Zahl der Stimmberechtigten sei, und dies Prinzip sollte unter allen Umständen Anwendung finden, denn sonst mögen die Nichtstimmenden größeren Ein fluß auf das Resultat haben, als die Stimmenden, während man andererseits vollständig berechtigt ist, den Grundsatz gelten zu lassen, daß die Nichtstimmenden mit dem Resultat der Abstimmung einverstanden stnd. Diesen Schlüssen kann natürlich auch das SupremeGericht nicht entgehen, aber erfindet sich doch auch ein Ausweg. Dies wäre nämlich Alles ganz richtig, sagt der hohe Gerichtshof, wenn nicht zu gleicher Zeit mit der Abstimmung über die Amen dements eine Wahl stattgefunden hätte. Es war dies allerdings eine Munizipal wähl, es handelte sich bloß um Townshipbeamte, und da werden selbstverstänolich die im ganzen Staate abgegebenen Stirn- , e V!.1 men nlcyl zuiammengezayii, aoer oie Legislatur hätte bestimmen sollen, daß und wie die bei der Wahl abgegebenen Stimmen gezählt werden sollten, denn es konnten ja möglicher Weise viele Stimm berechtigte wohl für oder gegen Beamte gestimmt aber unterlassen haben, über die Amendements zu stimmen, auch konnten ja Viele Stimmen über die Amendements wegen Formfehler nicht gezählt worden sein. Das Gericht sei daher nicht in der Lage wissen zu können, ob eine Mehrheit der Stimmberechtigten die Amendements ratifizirt habe, es wisse nur, daß eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen dasür sei. Diese Entscheidung ist absurd, uner hört, sie läuft allen Gebräuchen, sie läuft dem Herkommen der üblichen volksthüm lichen Auffassungsweise, sie läust aner kannten Rechtsgrundsätzen entgegen. Sie vernichtet den Volkswillen, wie er zum Ausdruck durch die Abstimmung gelangte. Berücksichtigt man nun noch folgende Thatsachen : erstens, daß die Richter der SupremeCourt zur demokratischen Par tei gehören; zweitens, daß die Demokraten gegen die Amendements waren, durch deren Annahme die Oktoberwahl, ausge fallen wäre, die sie im Interesse HeMiZS' ;?&.wfa r,f. nfc s; l?n,":'.: wiju viiy uvii iwuiiuy 1111, vuq viv vxii dung mit ganz merkwürdiger Eile a geben wurde, daß am Donnerstag Ab dies Argument geschloffen und 0N fllr nächsten Morgen die 35 Seiten lange Entscheidung fix und fertig war, daß man mit der Entscheidung gegen allenGebrauch und alles Herkommen nicht einmal wartete, bis zwei Mitglieder des Gerichtshofes, die nicht mit derselben einverstanden waren,ihre Entschlüffe zu Papier gebracht hatten, be denkt man serner,daß amMontag'die demo kratischcConvention in Cincinnati bebaun. wo man beabsichtigte die Nomination Henrick's durchzusetzen, so kommt man zu dem Schluffe, daß, o Schmach ! unser höchster Gerichtshof sich zu einem ganz gemeinen Parteimannöver hat gebrauchen lasten. Die Entscheidung der Supreme-Court st eine Prostituirung der öffentlichen Ge. rechtigkeit. Aber diese Schandthat wird mit vernichtender Kraft auf die Partei zu rückfallen, die sie beging. Die Cincinnatier Convention st vorüber. Als Kandidaten wurden aufgestellt : Winfield Scott Hancock für die Prästdentschast und William H. English ür die Vicepräsidentschaft. Ersterer ist ein Pennsylvanier, 56 Jahre' alt und in West Point zum Soldaten erzogen. Er st ein Züchtiger Soldat, that während des Krieges seine volle Schuldigkeit, nimmt etzt den Rang eines Generalmajors ein und wird von den Frauen als einer der chönsten Männer verehrt. Das ist unge ähr Alles, was sich von ihm sagen läßt. Daß er auch nur das Geringste von CivilVerwaltung versteht, müßte erst bewiesen werden. Als Soldat, sowie als ehrenhaf er Charakter ist er unantastbar; welche Fähigkeit sür die Präsidentschaft er beltzt, ist uns jedoch unerfindlich, und hat er ich bis jetzt noch niemals um die Civile Angelegenheiten des Landes gekümmert. Er ist nichts weiter als Soldat. English ist wohl den meisten unserer Leser persönlich bekannt. Er repräsentirt das Barrel auf dem demokratischen Ticket. Er ist reich und an der Stelle, an der an dere Menschen daö Herz haben, hat er einenGeldbeutel. Er ist berüchtigt als ein unnachsichtiger, hartherziger .Gläubiger, der wie Shylock stets auf seinem Schein besteht. An seinem Gelde kleben dieThrä

nen der armen Schuldner, die er mit Weib

und Kind herzlos von der Scholle gejag hat. Einen solchen Mann nennt man heutzutage einen guten Finanzier. Er ist auch ein schlauer geriebener Politiker, aber als Mensch flößt er uns Ekel und Abscheu ein. Er ist die personisizirte Habsucht und Selbstsucht. Und mit einem solchen Kan didaten hat die demokratische. Partei die Unverschämtheit sich ls Freundin des Arbeiters, den sie vcr der Commune schützen will, zu geriren. Das ist in der Thatcommun. Merkwürdig ist auh die Nomination eines Soldaten von Seiten einer Partei, welche niemals müde vurde, ihre Verach tung für militärische Machthabern an den Tag zu legen. Die Platform der Demokraten ist ein inhaltloses Dokument, nicht des Lesens werth. Die Partei nennt sich Freundin derArbeiter. Das kostet ja nichts. Worte sind billig und das Papier ist geduldig. Ebenso billig ist die Klausel gegen Chine seneinwanderung. Das ist an der Tages ordnung und bloß ein "catch" für Cali sornien. Im Ganzen ist die Platform so nichtssagend, wie noch nie eine gezimmert wurde. Wahrlich eine politische Partei, die so gar nichts will, ist nicht existenzbe rechtigt. In Sachen Bradlaugh'ö vor dem Parliament hat John Bright der Opposition sehr derbe Wahrheiten wegen ihrer Unduldsamkeit gesagt. Unter An derm sagte er, daß die arbeitenden Klassen sich nicht länger durch religiöses Geschrei beeinflussen ließen, denn die unteren Klas sen qlauben ebensowenig an die Art Christenthnm, als die oberen Klassen es in ihrem Thun zur Schau stellen." Lauter Beifall der Liberalen lohnte ihm, der durch heftige Proteste der Opposition unter brechen wurde. Gewiß ist, daß Brad laugh's Freidenkerei zehnmal mehr die Aufmerksamkeit des englischen Volkes er regt hat, als es der Fall gewesen wäre, wenn man ihm gauz ruhig den Eintritt in's Parliament gestattet hatte. Die demokratische Convention in Ein cinnati nominirte sür Präsident, Winfield Scott Hancock von Pennsylvania, für ZöicePräsident W. English von Indiana. . : m o "v"i ... UN' en vier Soldaten das Leben genommen. i denen scheint die Lnst Soldat zu sein, ,t gar groß gewesen zu sein. vor Der Hungertyphus hat jetzt die Be völkerung Irlands erreicht, täglich werden viele Menschen davon hingerafft. Wenn das so fortgeht löst sich die Grund und Bodenfrage dort bald von selbst. Die Chinesen haben Eile. Mehrere französische Waffensabriken, welche Aufträge von China für Waffenlieferungen erhalten haben, sind beauftragt worden. die Ablieferung zu beschleunigen. Die italienische Sozialdemokratie durste ihren Conzreß nicht abhalten, weil es das Ministerium für gut befunden hatte, denselben zu verbieten. An Unver schämtheit bietet" doch eine Behörde die andere. Leichenverbrennungs'Vereine werden jetzt wie man in allen Zeitungen liest, allenthalben gegründet. Aber was helfen die Vereine wenn die energische Agitation fehlt. Auch hier hat einmal ein solcher Verein bestanden. Der Dampfer Silesia", welcher die deutsch-amerikanischen Turner zu dem in Frankfurt stattfindenden Turnfeste nach Deutschland brachte, ist in Hamburg gelandet und den Turnern wurde dort ein sehr ehrenvoller Empfang zu Theil. In Paris tragen jetzt die Dümen ge streifte Frisuren, d. b. sie färben ihre Haare streifenweise, schwarz, weiß, roth u. s. w. Das haben wahrscheinlich diejeni gen aufgebracht, welche die weißen natürlichen Streifen in den Haaren verdecken wollen. Daß auch die Verrücktheit ansteckend ist, zeigt stch gegenwärtig in Paris. Es wüthet dort eine förmliche Duell-Manie Ein Kavalier Namens d'Hauterive focht dieser Tage zwei Duelle aus und wird sich zu einem dritten stellen. Er verwundete beide Male seinen Gegner und blieb selbst unverletzt. Dai ist ja ein Teufelskerl nnd sollte sicherlich nit Lorbeeren gekrönt wer den, denn es igehört wahrhaftig nicht wenig Muth rnd . Kraft dazu, seinem Gegner gesährlrhe Wunden beizubringen.

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Tilden richtete an die demokratische Convention in Cincinnati einen Brief in welchem er erklärte, daß er aus verschiede nen Gründen kein Bewerber um dieNomination der Prästdentschast sei. Der edle Mann! wahrscheinlich hingen die Trau ben etwas zu hoch. Die französische Regierung hat, um sich der deutschen Regierung gesällig zu zeigen, den Verkauf der französischen Uebersetzung der Schrift du politische Comödie Europa's" in den Bahnhöfen verboten. Die politische Comödie kann aber damit nicht abgeleugnet werden. . 9T7ii M ?rtmmt n n X? ST? rfritti i 1t fi jiuii tvuiui yuv Ull JlUUttUJI UU9 Genf, daß man allen Grund habe zu be fürchten, daß der St. Gotthard-Tunnel einstürzen wird. Das geht aber doch über'ö Bohnenlied. Unmöglich klingt's freilich nicht, denn der Leichtsinn, mit wel chem heutzutage gebaut wird, ist ja leider bekannt genug. Während der nächsten fünfzehn Jahre werden alle Eisenbahnen in Rußland an den Staat verfallen, weil sie auf keine längere Zeit als Privateigenthum conzes sionirt waren. Das rückschrittliche Ruß land ist also in dieser Beziehung sogar glücklicher daran, als.die auf ihre Freiheit pochenden Ver. Staaten. Von allen demokratiscken Präsidentschaftsbewerbern wird Hendricks nicht der wenigstenttäuschte sein und er hatte doch, wie die Abstimmung zeigt, absolut keine Aussicht. Aber er und seine Anhänger wiegten sich lange Zeit vorher in den ange nehmsten Träumen. Und alle Mühe war vergebens. Armer Hendriö'ö. Es beißt, daß die Wahl des CoMmu nard Trinquet in den Pariser Stadtrath selbst nach Annahme der AmnestieVorläge für null und nichtig erklärt werden wird, da das Gesetz nicht rückwirkend sein soll. Es muß demnach eine Neuwahl an geordnet werden, bei welcher dann Trin quet wählbar ist, und voraussichtlich abermals gewählt werden wird. Präsident Hayes hat dem New Yorker Weltausstellungs'Comite amtlich mitthei len lasten, daß er sämmtliche bis jetzt ernannte Commiffäre für die 1883er Welt ausstellung bestätigt habe. Diese sind die von den Staaten und Territorien Louistana, Georgia, Rhode Island, Neu Mexico, Kansas, Jdaho, Minnesota, Nevada, Wisconsin, Iowa, Ohio, Massachusetts und.Montana ernannten Commiffäre. Königin Victoria wird Ende August Irland besuchen, wo sie seit 30 Jahren nicht mehr gewesen ist. Sie wird inKingston landen, mehrere Tage in Dublin zu bringen und dann eine zeitlang auf dem Gute deö Lord Kenmare in.Killgarney verweilen. Die hungernden Unterthanen wird sie selbstverständlich nicht nahe zu Gesicht bekommen, das wäre ein gar zu unangenehmer Anblick sür eine Königin. Wenn in einer großen amerikanischen Stadt, wie New. York, Chicago,Baltimore oder Philadelphia,, sich Hunderte der angesehnsten. Bürger und Politiker um das Henkeramt bewerben, so ist das nicht zu verwundern, denn der Sheriff" ist nicht nur ein hochgeachteter, sondern auch ein gut salarirter Beamter. Wie ganz anders ist es dagegen in Deutschland ! Dort ist der Scharfrichter undHenker nach altem Herkommen anrüchig. Deffen ungeachtet sind um die erledigte Stelle eines Scharf richters m. München nicht weniger als 280 Bewerber aufgetreten, darunter auch ein Friseür 'Und ein Schauspieler. Daran tragen jedenfalls die gutenZeiten keine Schuld.

Miin

-Bmkem E. F. Schmidt. Die deutschen Nationalliberalen oder beffer Nationalmiserablen bewilligen einen Paragraphen der kirchcnpolitischen Vorläge nach dem andern. Jene Leute stehen an Charakterlosigkeit und Gesinnungs lumperei den amerikanischen Politikern durchaus nichtsnach. Da nun auch die Demokraten ihren Präsidentschasts - Kandidaten aufgestellt haben, kann der Tanz losgehen. Zu beneiden sind die verschiedenen Kandidaten während' der Wahl - Campagne gerade nicht, denn man weiß ja, daß alle Sünden, welche dieselben je begangen haben, oder begehen wollten, während dieser Zeit gehörig breit getreten werden. An schlechter Verdauung dürfen die Kandidaten keines falls leiden. Die Zahl der Einbrüche hat seit 1869 in London um 26 Prozent zugenommen, während sie im Lande um 39 Prozent abgenommen hat. Man mißt Ersteres der stätigen Verschlechterung der Londoner Polizei bei und darin findet London gemiß noch manche Leidensgefährtin. Erfreulich ist es dagegen, daß in London seit einer Anzahl von Wochen die Sterblichkeit die äußerst geringe Zahl von 20 auf daö 1,000 Seelen betragen. Die Flugschrift, worin Garfield s. Z. die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen zurückwies, muß seine republikanischen Constituenten zufriedengestellt haben. Sonst hätten sie ihn nicht neunmal in den Congreß, und sonst hätte die Ohioer Legislatur ihn nlcht in den Bundessenat gewählt. Daß Garfield auch die Demokraten zufriedenstelle, wird kein vernünftiger Mensch von ihm verlangen. In der That werdrn diese um so unzufriedener werden, je glänzender er sich rechtfertigt. Weder die sozialistische N. Y. V. Z noch die Chicagoer Arb. Ztg." ist mit den Nominationen der Greenbacker zusrieden. Die erstere bemerkt in Bezug darauf, daß weder der zum Präsidentschaftsamte nominirte General Weaver, noch der als Vice Präsident bezeichnete General Chambers als würdige Bannerträger der nationalen Arbeiterintereffen zu betrachten sind. Kei ner der beiden Namen ist in irgend einer Weise mit der Arbeiterbewegung deö Landes verknüpft und in der Laufbahn beider Männer ist kaum Etwas zu verzeichnen. was sie von den Politikernfgewöhnlichen Schlages besonders .vortheilhaft unterscheiden könnte. Unter dem Titel: Des Men schen Kampfum's Dasein" veröffentlicht Herr Phil. Rappaport in unserem Blatte einen Aufsatz, welcher eine treffliche Schilderung der Stellung deö Arbeiters in der menschlichen Gesellschaft enthält. Der Aufsatz ist vorurtheilsfrei und mit tiefer Sachkenntniß geschrieben und rein wissenschaftlich gehalten. Er befindet stch auf der Innenseite ' unseres Blattes, beginnt in der heutigen Nummer und wird durch mehrere Nummern fortlaufen. Wir empfehlen' unseren Lesern die aufmerksame Durchlesung des höchst belehrenden Artikels. Der neue Census gibt Brooklyn eine Bevölkerung - von 554,096 Seelen ein Wachsthum von 72,203 seit 1875, ein geringeres als in den Vorzeiträumen wahrscheinlich in Folge der Hochbahnen. Von der Stadt New Bork wird noch immer, obwohl die Berechnung noch nicht abgeschlöffen ist, behauptet, sie habe anderthalb Millionen Einwohner gewiß eine zu hohe Annahme. Chicago soll 475,000 haben, 25,000 weniger, als es sich eingebildet hatte, und Peoria bloß 23,000, während es aus 35,000 Anspruch macht und deshalb auf städtische Kosten einen berichtigten Census angeordnet hat. Wollen sehen,, wie hoch sich die Einwohner schaft der Großstadt Indianapolis beläuft.