Indiana Tribüne, Volume 2, Number 46, Indianapolis, Marion County, 26 June 1880 — Page 1

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Jahrgang 2 No. 46. fftce: (Sdt (Sitcle u. MeridlamStraße Lausende No. 98. ZndmnapoNs, Zndiana, Samstag, den 26. Juni 1880. !

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DaS Lied von der Freiheit. Von I. CellariuS. O könut' ich tausend Meilen weit Mit meiner Stimme dringen, . Ich wollt in dieser ernsten Zcit Ein Lied von Freiheit singen ! Von Freiheit; von der falschen nicht. Die feig-die Menschen knechtet, Nein ! von der wahren, die durch's Licht Die bösen Geister achtet. Ein Lied, das wie ein Donnerklang Vom Fett zum Meere klänge! Ein Lied, das wie ein Slurmgesang In alle Herzen dränge! Ein Lied, daö wie die Wetterfluth Die schwarzen Schleußen bräche, DaS die des Morgenroth.-S Eluth Vom Himmel zu euch spräche ! Ein Lied, das wie ein Wettcrstrahl Durch schwarze Wolken blitzte . Und Geistesfunken ohne Zahl Zur Flamme hell erhitzte! DaS machtig durch das Volk hinan In eure Schulen brauste, Wegfegend alten Schlendrian, Der schon zu lang drin hauste! Was hilft'ö, wenn ihr nach Freiheit schreit Uud eure Kinder knechtet. Und die Vernunft zu seder Zeit In euren Schulen ächtet? Dort pflegt der Freiheit Ideal ! Groß ziehi'S in euren .Kleinen"! Dort laßt deS Lichte heil'gen Strahl Frei in die Herzen scheinen ! Dann wird ersteh' ein neu Geschlecht, DaS Treu und Wahrheit ehret Und felfensest im Kamps und Recht Und Freiheit sich bewähret. Dann wird der Schwindel untergeh'n, Der so viel Unheil stiftet Und schon im Keim das Wohlergeh'n . Der Völker nngö vergiftet. So brause denn durch diese Zeit Der se'gen Heucheleien Mein Lied, das ich dem Volk geweiht, Und lehr' eö, sich befreien ! DrauS hin und rüttle Geister auf AuS altem Schlendriane - Und führ' zum Kampfe dran und drauf Der Geistessreiheit Fahne! Die Freiheit ist nur leerer Schall, Wo noch der Geist in Banden. Braus hin mein Lied allüberall, Bis er im Volk erstanden ! Bis auch die letzte Fessel bricht. Bis dieser Kampf entschieden. Und siegend durch der Wahrheit Licht, Die .Freiheit" bringt den .'Frieden" l

Briefe auö der Hauptstadt. lon unserem regelmäßigen Correspondekten., W a s b i n a t o n. 18. ?iuni 1880. N-r (Tonnren hat sick vertont, und zwar j - w -w tn so Mller. anständiaer und .unsensatio, neller Weise, wie man es hier seit langer ' " Qfiiaar nickt mebr aewobnt war. Alle wicktiaen Gesckäfte waren schon 24 Stun den vor der Vertagung erledigt und eZ gab keine Nacktükuna mit den obligaten skan. XrttrtT.n Crentn im ptistt tnitr? nnrf - - - ilUIW llll V.r'VVl. j " diesmal wieder die Uhr zurückgestellt, um den Zeitpunkt der Vertagung wieder hinauszuschieben, aber es geschah nicht, um nöck im lebten Augenblick Bills durch. Adressen, wndern um in ceremoniöser Weise Abschied zu nehmen bis zum näch sten Wiedersehen. In den letzten -24 ' . - Stunden der Congretz.eNlonen seit 1861. sind mehr Lobby'Mabregeln und Bewilli aungen für demagogische Zwecke durch, gepreßt worden, als wayr?no der ganzen . m .. Session. Dieser und auch der vorige Congreb sind ganz frei von diesem Vor wurf, was immer gegen beide auch sonst vorgebracht werden mag. Während der letzten drei Jahre sind im buchstäblichen Sinne des Wortes die .Lobby. Mitglieder" des Congresses, welche nur zu oft einflub reicher waren, als die wirklichen Mitglie der, ausgehungert worden. Es gab keine Curullische Mahle für 'Congreß'Mitglieder, die noch keine Meinung gefatzt halten, . A . La h. . sondern deren waren, vura, rgu ' i. nt fnstM GZ ffI - .". lUll UV 4. r" J - w ' ' . . w i v - . r. . T J l ' ?nn'ten. oal ou öiunoe oeriouiiicgi, ..'in .jer er dem jocriuajer cin ugc iicg. ' . r k ?

M't dem Congreß geht auch die Gesell

schaft- aus Washington, und der Präsi dent igibt diesmal früher als üblich das Signal zum Ausbruch. Er geht mit seiner Familie nach seiner Heimstätte in der Nähe, von Columbus, Ohio. Wie anders wohl sind jetzt seine Gesühle, als vor 3 Jahren, als er m das Amt ein trat. Was hat er damals erstrebt, und was hat er errreicht? Nicht daß während seiner Administration ein Unheil über das Land gekommen wäre es war das ganz und gar nicht der Fall aber seine hoch strebenden Pläne, ein Apostel der sehr be nöthigten Resorm des Civildienstes zu werden, sind alle in eitel Dunst ausgegan rr. . i n e. - gen. - Grau, theurer üreuno, aue yrorie, -und grün des Lebens gold'ner Baum sagt Altvater Goethe. Die Cincinnati Convention, welche am nächsten Donnerstag in Sitzung tritt, ist. wie man sagt, .ein verdecktes Gericht, Ehe, .der Deckel aufgehoben wird, weiß Niemand, was darunter ist. Niem a n d ? Vielleicht . doch Jemand, nämlich Der, welcher das Gericht unter den Deckel gelegt hat. Vielleicht ist aber die Schüssel einstweilen leer und soll noch gefüllt werden. Mit angefochtenen Wahlen, der .Unit.Repet" u. s. w. wird die Cincinnati Convention nicht viel Zeit zu verlieren haben. Angefochtene Wahlen sind nur von New Jork (Tammany Kelly) und von Boston (Ben Vutler) zu erwarten. Die ersteren der elegaten re präsentiren ohne Zweifel die Mehrheit der Demokraten in ihren betreffenden Commu nen, aber trotzdem sind durch den nicht mehr ungewöhnlichen Weg des Hocus Pocus" irregulär. Was die NationalConvention in betreff derselben thun wird. kann Niemand voraussagen man muß es abwarten. Jodn Sherman scheint in der übelsten Laune über seine Niederlage in Chicago zu sein, und lagt seinen Groll an den De legalen der Convention aus, die gegen ihn stimmten, und an denen er ungefährdet es thun kann. Das sind natürlich in erster Reihe die Delegaten der südlichen Staa ten, die, weil dort die republikanische Par tei wesentlich nur eine axotische Pflanze ist. keinen Rückhalt, haben, wie es in den nörd lskfzen republikanischen Staaten der Fall jttl Es macht dabez gar keinen Unter schied, ob sie für Grant oder für Blaine oder für Garfield stimmten die unver zeihliche Sünde ist, daß sie nicht für John Sherman stimmten. Ein unbestreitbares Verdienst hat John Sherman, nämlich daß er durch seine eigene Condidatur der von Grant und Blaine den Boden aus tfUB. en. I2)ailiei0 1,1, vom .vouig UN n. r rl ri-c v rn partMchen Standpunkt - und diesen I . . o. - er t . v , "mmi qr rre,ponoerli ein aus oetrachtet, würdiger in das weibe Haus ein. Zugehen,' als Blaine oder Sherman, von I rrt , r n.. ft v t : i . t. ranl luoiiücriianono) gar nuui zu iprc - chen. Wenn nun die Demokraten auch eine gute Nomination machen, so ist unter allen urnnanoen oasano suq I iw sm - 5 DaS Musikfest deS Mannerchor. U rsachen des slnanzrellen Mltzersolg es. Während alle Stimmen einig sind über I r f rr r . oen grovarrigen munramcyen rsvlg oes - Festes, kann man dennoch nicht umhin, einzugesteyen, vab, vom Plcnic adgejehen, k'af.ft. ! V Ä.!.. f? .!. ' cm'f r oasiczoe in anoerer vinnazi em cersvig war. Da dieses Fest voraussichtlich nicht das letzte größere deutsche Fest für alle Zukunft in der Stadt Indianapolis war, so dürfte es doch wohl von Interesse sein, sich über die Ursachen dieses Mlkersolges klar, zu - werden. Freilich machen wir keinen An spruch auf Unfehlbarkeit, wenn wir in die ser.Beziehung eine Ansicht äußern, wir geen einfach, unsere Mejnung, von der wir selbstverständlich, glauben, dab sie die xichge jst. . . lulö?- " " I je t. . iu , . tMAkl vi (c, s i f an ha nTmtMMMia aIA V vvi uuii wim. . ihuuiih, .u uu I . r . i . i cm v . ; eulicyen erwarlei' ÄZenn aucy ein oeui

scher Verein bei einem solchen Feste Haupt sächlich auf die Theilnahme der deutschen Bevölkerung rechnen soll, so ist es doch V v X.

ganz in oeironung, auco oas amerilani srlklement beiiuneben. DieI'keilnaKme I I w --- u W 1""""" Mif Irhnrfi rinn keinen NenKlkrnn6?!, H w ww Q menten aus, die Ursachen können, jedoch m I v kaum Die gleichen sein. A)le Annahme, c' dak der Kode iölntrittspreiS den manael hasten Besuch der Conzerte verursachte. halten wir blos sür relativ richtig, d. h. ohne das Vorhandensein andererursachen. hatte der hohe Eintrittspreis vielleicht wohl Manchen, nicht aber so Viele abgehalten. Die Ursache m m dem Mangel an Begeisterung auf Seiten .des Publi kums zu suchen. Dasselbe war kühl bis an's Herz hinan, es, fehlte die freudige Aufregung, der alle Schichten der Bevöl' kerung durchdringende Enthusiasmus. Wo dieser vorhanden ist, da sieht kein Mensch auf einige Dollars, da rechnet man nicht, mit Zahlen giebt man sich blos ab, wenn man ruhig' ist. Dies zugestanden, bliebe aber immerhin noch die Frage, warum fehlte der Ent husiaömuS, warum war die freudige Auf regung nicht vorhanden ? Diese Frage ist jedoch nicht schwer zu beantworten. Bei der Uneinigkeit unter den Deutschen, ist ein einheitlicher Enthusiasmus nicht mög lich. Es geht durch das hiesige deutsche Element eine Spaltung, ein, tiefer RiK, der dasselbe in zwei feindliche Lager theilt, und die Fehde erstreckt sich weniger auf Prinzipien, als aus persönliche Anseindüngen. Es existiren hier zwei Turnvereine, die aufs Bitterste einander hassen Lyra und Männerchor repräsentier, die feindlichen Brüder und selbst im Schulvereine, aus dem alle Zwistigkeiten ganz besonders fern gehalten w:rden sollten, finden sich zwei Parteien. Wie diese verschiedenen Vereine und Parteien wieder unter sich zusammenhän gen, wollen wir hier weiter nicht unter suchen. Genüge eS:zu sagen, daß unter den hiesigen Deutschen eine Zwietracht herrscht, wie vielleicht in keiner anderen Stadt der Union, daß diese Zwietracht gerade von der S e i t e verursacht wurde und genährt wird die es als ihren beson deren hohen Beruf ansehen sollt, deut schen Einfluß zu heben, anstatt ihn durch Zersplitterung zu vernichten, und daß keine grobe deutsche allgemeine Festlichkeit unter den heutigen Verhaltnissen wieder so ge lingen könnte, wie z.' B. der grobe Festzug am 4. Juli 1876, zur Zeit als noch Einig keit herrschte. Kein Verein, und welcher es auch sei, könnte heute im deutschen Publikum durch irgend ein Unternehmen allgemeine Begei sterung oder allgemeinen Enthusiasmus hervorbringen, der ; die zu bringenden Opfer nicht berechnet. Das Vorgesagte bezieht sich nur auf das Deutschthum, die Amerikaner wurden jedenfalls durch andere Ursachen abgehal ten, die zu untersuchen jedoch kaum der Mühe werth ist. Daß der Amerikaner sich für ein deut sches Fest begeistern soll, ist nicht zu er warten, während man dies bei den Deut' schen ill so hohem Grade vorauszusetzen berechtigt war, daß man erwarten durste. dad sie allein das Theater füllten. Ohne auf dieUrsachen einzugehen, welche das amerikanische .Bevölkerungselement zurückhielten, wollen wir an dieser Stelle Vereine vor allzugroßer Reklame warnen, die mehr verspricht als sie halten kann. Das rächt sich .in der Weise, daß Einem auch dann nicht geglaubt wird, wenn man das Versprochene bieten kann und will. Was. wir in Vorstehendem gesagt, ist gut und. aufrichtig. .gemeint. Hoffentlich wird es zum Nachdenken Veranlassung geben, und vielleicht so Ctwas dazu bei tragen, den Riß im .hiesigen Deutschthum zu. heilen, .der von. Selbstsucht erzeugt. nur selbstsüchtigen Zwecken dient, den all gemeinen Interessen ' deS Deutschthumö aber ,n kemer Weile.förderlich. ist. .. Die Amnestie'vörläge wurde, von der rkk. . T - . i ! i - ! x iiuii3Uiun epuiirlenlauimer iliii.uoer' wiegender MaloritStangenommen. '

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3 und 45 Ost Unter den mehr als 20,000 Studen ten aus den 20 deutschen Universitäten sind im laufenden Jahre blos 2,655 Theologen (protestantische und katholische zusammen) also wieder etliche Hundert weniger als im Vorjahre und wenigstens 5000 weniger, als jährlich zur Besetzung erledigter Geist lichen-Stellen gebraucht werden. So löst sich die religiöse Frage binnen 10 Jahren von selbst, weil dann gar Niemand mehr Theologie studiren wird. Dagegen gab es 8.62 Philosovhie (meist Naturwiffen schasten) Studirene. DaS Rad . des Fortschritts rollt eben unaufhörlich weiter. Neue Mnzeigen. Germania Hßeater Nord'West'Ecke Market und Noble Str. - - f Unternehmer. .....Shrift. H. Gtetn. Sonntag, den 27. Juni. Aus allgemeines Verlangen: ; Von Stufe zu Stufe. Lebensbild mit Gesang in 5 Bildern von Hugo CVY t . W zxuuer. Alunr von Dia:. - . Cassenössnung 7 Uhr. Ansang 8 Uhr. Eintritt 23 Cents. Reservirte Sitze Lö Cents. Kinder in Centö. Die Wigen der Neblestraße und Massachusett Avenue Eisenbahn lausen bis Uhr. Amcrikllmslye Flaggen, Trommeln, Psciscn, Jlluminations'Latcrncn, Fcucrlvcrk. ßine sehr große Auswahl. Charles Maycr ck Co. 29 W. Washington St. garten Die Gartenwirthschast desselben ist für die Be quemlichkeit des Publikum auf daö eleganteste eingerichtet; die besten Getränke und Speisen stetö an Hand. Auf reelle Bedienung wird ganz besondere Rücksicht genommen. Jtdcn Sonntag Abend fVökös GlAOSSVö von Vogt's Orchester. Vereinen empfehle ich meinen Garten int Abhaltung von Sommernuchtsfeften :e. auf daö Angelegendlichste. Zu zahlreichem Besuch ladet trgebenst ein G. G. Heööevich, . . . . ICIg-orrtliuomexv otfii d HIW Schlosserarbeiten sowie alle ,rTaNgr.' Schleifereien u.-s. w. - werden prompt und billig bei H. Knecht, 99 Oft Washington Str., ausgeführt. .' .' w ; . . . YESBS.PßPtlß Nfiwsnanr' Advertlairif? Ti may bo .sound on ii i - nc utu. sr. Rowf.i.t: . . sst'a Kewspaper Advertlslng Bureau ' tO - Spruco Street), where adrer- P 1 fT? "7 1 f y ff tisiogeontractsmay I Uf n f C be.maao sorit Ja kilLaW ' U OuiLa

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