Indiana Tribüne, Volume 2, Number 45, Indianapolis, Marion County, 19 June 1880 — Page 5

a

I n d i a n a Tribüne S

Lokal.

Vln unsere Leser. Wir ersuchen alle diejenigen unsrer ver ehrlichen Leser, welche ihre Wohnung wechseln, uns ihre neue Adresse zukommen zu lassen, damit das Blatt zeitlich in ihre Hände gelangt. Die Redaktion. Die republikanische Staatö-Conven-tion nahm am Donnerstag Vormittag im Wigwam ihren Anfang. Das Gebäude war kaum groß genug um die ungeheure Menschenmasse zu fassen, und die darin herrschende Hitze fast unerträglich. Der permanente Vorsitzende, Herr Cal tins von Laporte hielt eine längere Rede, der mit Aufmerksamkeit gelauscht wurde Als Candidaten für Gouverneur wurden in Vorschlag gebracht : John M. Butter von Marion Co.; Albert G. Porter von MarionCo.; Gene ral A. D. Streight von Marion Co.; Richard W. Thompson von Vigo Co ; Rev. . A. Burgeß von Marion Co.; Wm. R. McKean von Vigo Co.; James S. Stanfield von St. Joseph Co.; W. Q. Gresham von Marion Co.; Wm. H. Cumback von Decatur Co. Bei der ersten Abstimmung erreichte Streight zwar die größte aber nicht genü gende Stimmenzahl für die Romination. Sein Glücksstern schien ihn aber nach und nach ganz im ßtiche zu lassen und nach der dritten Abstimmung wurde A. G. Porter von Marion Co., welcher der Convention nicht beiwohnte sür nominirt erklärt. Streight beantragte die Nomination einstimmig zu machen. Um die Nomination für das Amt des Lieutenant Gouverneurs waren ebenfalls viele Bewerber da. Nach der zweiten Abstimmung .wurde Thomas Hanna von Putnam Co. sür nominirt erk.ärt. Die Nomination für Supreme Richter- erhielten: für den dritten Distrikt Byron K. Miott von hier, für den fünften Distrikt William A. Woods von Elkhart Co. Ferner wurden nominirt : für Staatssekretär E. R. Hawn von Crawford Co. Staatsauditor. Ed'. H. Wolse von Rushville. Staatsschatzmeister. Roswell S. Hill von Clay Co. G e n e r a la nw a l t. Daniel P. Baldwin von Ca& Co. Superintendent d e s öffent lichen Unterrichts. John W. Bloß von Vanderburg Co. Clerk derSupreme-Court. Daniel M. Royse von Tippecanoe Co. Neporterder S u p r e m e-C o u r t. Irancis M. Dice von Fountain Co. Um sieben Uhr Abend hatte die Con vention ihre Geschäfte beendigt. Die Schulrathswahl fand am vergangenen Samstag hier statt. Im dritten und vierten Distrikt wurden die Jkrren Carcn und Merritt wiedererwählt, im siebenten Distrikt wurde Herr Töomp-I Zon, im achten Herr Sjratford erwählt. S Die sonntagsvergnügungs'Aus zügler wurden fast ohne Ausnahme am vergangenen Sonntag gewaschen. Hoffentlich macht der Himmel morgen ein hei teres Gesicht und spielt nicht wieder den Störensried den Theater und Picnic Freunden gegenüber. Am Montag Abend versammelte sich der Schulrath zu einer Extrasitzung, In derselben wurden die Lehrergehälter für das kommende Jahr festgesetzt und die Lehrer und Lehrerinnen für dasselbe empfohlen. Wir finden dabei folgende deutsche Lehrerinnen: Sophie Dittmar. Mary Avey, Emma Burwerth, Maria Wolvert, W. A. Geers, Elenora Haag, Helena Sturm, Maria Steffe, Emma Grobe, Minnie Ebmeier. 5T Das Vogt'sche Orchester hat für das morgen Abend im Volksgarten statt findende Conzert wieder ein sehr schönes Programm ausgestellt. Die Besucher des Conzerts werden einen angenehmenAbend verbringen. Am Donnerstag und gestern tagten in Terre Haut die Frauenstimmrechtlerinnen. An ihrer Spitze stand Susan B. Anthony, die muthige und geistreiche Kämpferin für Gleichberechtigung des weiblichen Ge-schlechtes.

Eine Hitze, ' nicht zum- Aushalten, das konnte man in diesem Sommer schon häufig hören. Wie man sich aber diese drückende Hitze weit erträglicher machen und wie man seiner Gesundheit einen gro ßen Vortheil erweisen kann, das wissen nur Wenige. Ein kaltes Wasserbad ist das einfache und wohlthuende Mittel. Schissel's Badeanstalt ist von Morgens bis Abends offen und die von der schrecklichen Hitze geglagten Menschenkinder soll ten sich den Genuß eines Bades an keinem Tage entziehen. Also am Donnerstag findet die großartige Dampfboot - Excursion nach Louisville stattt. Arrangirt wird dieselbe von den acht Logen der Pythias'Ritter. ' Die Theilnahme soll außergewöhnlich groß werden, denn es bietet sich ein Ver. gnügen, noch dazu zu einem so niedrigen Preise, das sich nicht jeden Tag bieten läßt. Wenn eme Dampfbootfahrt, schon an und für sich einen großen Genuß gewährt, so wird derselbe doch noch bedeutend erhöht durch außergewöhnlicheNatur. schönheiten, die sich während der Fahrt unserm Auge zeigen. Und das wird bei der am Donnerstag abgehenden Excursion in reichem Maße der Fall sein. Außerdem werden die Excursionistcn in Louisville Gelegenheit haben, einem groß' artigen Feuerwerke beizuwohnen ; und Musik und Tanz während der Fahrt wer den das Vergnügen nicht unbedeutend erhöhen. Wie gesagt es sollte Niemand die dillige Gelegenheit, einem so großen Vergnügen beiwohnen zu können, versäumen und es ist zu erwarten, daß das am Donnerstag abgehende Dampfboot eine große lustige Gesellschaft zu tragen hat. ßäT Gegen das Ehepaar Charles und Sophie Smith wurde von Henry Winter eine Klage angestrengt, um das neun jährige Mädchen seiner verstorbenen Schwester Namens Christine Smith, das sich bei dem verklagten Ehepaar befindet, unter seine Obhut zu bringen. Das Kind ist die Tochter von Charles Smith aus erster Ehe und Henry Winter macht nun dem Vater zum Vorwurf, daß er das Mädchen schlecht, ja unmenschlich be handelt. . Die Stiefmutter macht's der Kleinen noch schlimmer und vernachlässigt sie hauptsächlich in Nahrung und Kleidung. Henry Wint?r verlangt deshalb dringend. daß seine Nichte unter seine Aussicht gestellt werde. jß& Mehrere der Census-Enumeranten haben bereits ihre Berichte eingereicht. Ein Hund verwundete Herrn Wm.

Hall an Ecke von Tennessee und Michigan Straße wohnhaft durch einen Biß derart, daß er schwer erkrankt ist. W. H. Cline ein Arbeiter in der Hobelmühle von Johnson & Sons kann leider jetzt auch ein recht trauriges Lied von Arbeitenisiko" singen. Er gerieth während der Arbeit mit der Hand in die Hobelmaschine. Die dadurch erlittenen Verletzungen sind so schlimm, daß der Un glückliche voraussichtlich fünf Finger ein büßen wird. E- In dem Hause der Wittwe Hendricks, an Ecke der Fünften und Howardstraße wurde Sonntag Abend ein frecher Diebstahl verübt. Die Bewohner des Hauses waren ausgegangen und als sie Nachts um 10Uhr nachHause kamen, mach ten sie die Wahrnehmung, daß $260, die sich in einem Veite befunden hatten, gestöhlen worden waren, und daß hierauf die Diebe daö Bett in Brand' gesteckt hat ten. Man kam glücklicherweise noch frühzeitig genug um dem schnell um sich grei senden Feuer Einhalt zu thun. Folgendes sind die Beträge, welche in den hiesigen Banken mit Ausschluß der Nationalbanken während der 6 Monate von Dezember 1879 bis Mai 1880 incl. deponirt wurden : Harrison's Bank.' .$3,711,113,00 Ritzingers Bank 1,857,764,80 Jndiana Banking Co 5,830,590,00 Fletchcrs Bank 4,022,500,00 Bank of Commerce 894,727,00 Central Bank 592,856,07 Woollen, Webb & do 850,577,56 Fletcher k Sharpe 7,712,068,00 Dies ergiebt eine Totalsumme von $25,172,215,14 gegen $19,712,608.01 in dem entsprechenden Zeitraum des vorigen Jahres. Während der republikanischen Staats - Eon'vention wimmelte es von Fremden in unserer Stadt. Im Grand Hotel waren an jenem Tage 430 Gäste abgestiegen. jGST Mary Snepp will von ihrem Gat ten John Snepp von dem sie sehr schlecht behandelt wlrd, geschieden werden.

Männerchor-Zubiläum.

Das 25jährige Stiftungsfest des Män nerchor hat gestern seinen Ansang genommen. Die Vorbereitungen, welche dazu getroffen wurden sind großartig, ja der Verein hat außergewöhnliche Anstrengun gen gemacht um dieses Fest würdig zu U gehen. Die Konzerte finden im Parktheater statt und bieten seltene Kunstgenüsse. Gestern empfing der Verein seine auswärtigen Gäste, eine ziemlich große Zahl, die zum Theile in Privathäusern einquartirt wurden. 'Kurz vor 11 Uhr zogen die hiesigen Sänger mit Beißenherz' Musikkorps an der Spitze an den Bahnhof, um die an kommenden Gästen zu empfangen. Die Damen wurden sofort in Wagen nach ihren Quartieren befördert, während die Herren in stattlichem Zuge durch die hübsch dekorirte Meridian und Washington Straße nach der Männerchorhalle zogen. Dort angekommen wurden Erfrischungen gereicht und Herr Emmerich bewillkommnete die Gäste mit kurzen, herrlichen Wor ten. Beißenherz' Musikkorps spielte einige Stücke, worauf sich die Gäste nach ihren Quartieren im Circle Haus und Circle Park Hotel begaben. Nachmittags 2 Uhr fand die General probe für das Empsangsconzert statt. Die Männerchorhalle hat em wunder schönes Festgewand angelegt und hat dadurch ein äußerst freundliches Aussehen erhalten. Das erste Conzert fand gestern Abend im Parktheater statt, bei welcher Gelegenheit der Präsident deS Vereins, Herr Emmerich, eine deutsche Ansprache hielt während Mayor Caven in englischer Sprache eine Bewillkommungsrede hielt. Heute Abend findet das HauptConzert im Parktheater statt wofür folgendes Programm entworfen ist: 1 Ouvertüre: Fidelio in E maZor Beethoven. Eichhorn'S Orchester (Paul Eitel, Dirigent). 2 Quartett auS .Rigolktto" Verdi. Frau S. I. Friedenbeimer, Fräul. Emma Cranch, Herren H. . Bi'choff und I. F'. Nudolphsen. 3 Tenor.Solo . ' Herr H. A. Bifchoff. 4 Schön Ellen Max B:uch (Ballade für zwei Solchen, Chor und Orchester.) Louisville Liederkranz.... Paul Eitel, Ttrigent. SopranSoIo Frau S. J.Friedenheimer Bariton.Solo Herr Mai Drach 5 Contralto-Solo : Pagenarie aus den .Huae notten M yelbeer. Fräulein Emma Cranch. 6 Selektionen au Macbeth' Verdi. Eichhorn'S Orchester, iE. Eichhorn, Dirigent.) 7 Copran-Tolo: Tu al cui squardo onnipotente, auS I due FoZcari Berdi. Frau E. J.Friedenheimer. 8 Da Lied von derGloeke MxBruch. (Tomposition für vier Solisten, Chor und Orchester.) Vereinigte höre der New Albany. Louisoille und Jndiana-oliZ Vercine. Solisten : Sopran Frau S. I. Friedenheimer. Zllt Frau Emma Cranch. Tenor Herr H.A. Bischoff. Baß ...Herr J. F. udolphsen. Nach dem Conzerte ist für die Mitglieder und Gäste des Männerchor UnterHaltung" nebst Tanz in der Vereins-Halle wobei sich gewiß alle Theilnehmer amüsiren werden. Den würdigen Schluß des Festes wird ein Picnic bilden, das morgen in dem neuentdeckten Männerchorpark" stattfindet. Eine eingehende Besprechung der Vergnügungen und namentlich der Conzerte werden wir in nächster Nummer bringen. Hoffentlich erfreut sich das heute Abend stattfindende Conzert einer recht großen Theilnahme, denn den Genuß sollte sich Niemand entgehen lassen. Wenn der Wetterclerk morgen bei guter Laune ist, so bezweifeln wir es keinen Augenblick daß der Männerchor auch mit demPicnic einen großen. Erfolg erzielt. Die Turnfahrt, welche am Sonntag vom Sozialen Turnverein veranstaltet wurde, fand eine sehr lcbhafteBetheiligung von Jung und Alt. Morgens um 8 Uhr rückte die Turnschule aus und der gute Humor verlieb die jungcnLeutchen auf dem ganzen weiten Wege nicht. Auf dem hüb jchen Picnicplatze tummelte sich das junge Volk nach Herzenslust bis der Regen die Freude zerstörte. Das war dann ein Rennen und Jagen nach einem trockenen Plätzchen und die Expreßwägen mit ihren schirmenden Leinwanddächern stiegen von dieser Zeit an in der Gunst desPublikums. Wenigstens hatten aber die Betheiligten die Genugthuung, sich vorher ausgezeignet amüsirt zu haben. ß Eine gefallene Schöne Namens Ellen Armstrong versuchte am Mittwoch ihrem jämmerlichen Dasein durch Lauda num ein Ende zu machen. Sie lebt zwar noch, befindet sich aber in einer sehr friti schen Lage.

Germania Theater. Der Wetterclerk scheint aus das deut sche Theater in diesem Jahre nicht beson ders gut zu sprechen zu sein. Am Sonn tag hat er demselben abermals einen tollen Streich gespielt, indem er Hasemanns Töchter verregnete. Und was für ein Regen war das! Es goß in Strömen herab und es ist kaum glaublich, daß sich trotzalledem Zuschauer im Germania Garten einfanden. Zum Lustwandeln war's freilich nichts und die Leute drückten sich unter dem kleinen überdachten Raum dicht zusammen und sahen dem plätschernden Regen und den muthigen Schauspielern zu, die es gerade so machten, wie das gewöhnlich die Nürnberger zu thun pflegen, nämlich regnen ließen. Schwerlich würden aber die Nürnberger Schauspieler mit solchemMuthe wie unsere hiesigen Darsteller Wind und Wetter trotzen. Trotz alledem ging das Stück abgerundet über die Bühne und fand trotz des kleinen Auditoriums viele Lacher. Der Inhalt des Stückes ist den meisten Theaterbesuchern ' schon bekannt. Die darin vorkommenden gelungenen Witze wurden gut gegeben und verfehlten niemals ihre Wirkung. Das dreiaktige Lustspiel Kanonensut ter" von Rosen zog am Donnerstag kein so großes Publikum, als wir erwarteten. Rosen hat als Lustspieldichter einen 60 neidenswerthen Ruf und das eben er wähnte Stück ist wohl eins seiner besten Bühnenprodukte. Die Charaktere sind originell und scharf gezeichnet und einzelne darin vorkommende Scenen sehr packend. Die Darsteller entledigten sich ihrer Ausgabe in einer Weise, wie sie sich selbst der Dichter nicht besser hätte wünschen können. Die Hauptrolle, die der Geheim räthin Blume, lag in den Händen des Frl. Waldau. Wir haben diese Künstlerin schon bei früherer Gelegenheit nur lobend erwähnt und können dasselbe heute wiederholen. Frl. Waldau zeigt sehr viel Büh nengewandtheit, memorirt stets gut und spricht ein sehr reines Deutsch. Wir heben das besonders hervor, weil wir das von einigen ihrer College nicht immer sagen könnten. Herr Duprez war als Journalist Kör ner" ganz an seinem Platze. Er spielte zwar eine dankbare, aber keineswegs leichte Rolle und erntete damit wohlverdienten Beifall. Frau Baureis war wie immer liebenswürdig in ihrem Auftreten und Herr Varena spielte den Baron von Wel ten sehr brav. Frl. von Hofstetter als Nichte des Ba von von Welten" gefiel sehr gut, doch wirkt es störend, daß die Dame sehr häufig die Stimme sinken läßt, so daß man oft beim besten Willen die letzten Worte eines Satzes nicht verstehen kann. Der ewig rechnende Gutsverwalter Bromberg wurde von Herrn Lothar recht gut gegeben, und Frl. Stein hat abermals bewiesen, daß sie sehr gute Fortschritte macht. Herr Collmann als Sohn der Geheimräthin war sowohl in Mimik als Spiel unübertrefflich. Er stellte einen äußerst bescheidenen und gehorsamen Sohn dar und spielte diese Rolle mit einer rüh renden Naivität. Das Ensemble ließ nichts zu wünschen übrig. Das zweite Stück, eine verfolgte Un schuld", hat das Publikum im Gegensatz zum ersten Stück sehr kalt gelasien. Die Darsteller haben zwar aus ihren Rollen gemacht, was eben daraus zu machen trar, aber der Verfasser hätte besser gethan, daö

Stück niemals zu schreiben. Es ist das ein Machwerk, für welches faul" die passendste Bezeichnung ist. Morgen Abend gelangt der Bummelsritze" zur Aufführung. Da gibt's wieder etwas zum Lachen und wer das gerne thut, gehe in's GermaniaTheater. jgg Eheerlaubnißscheine erlangten: James F. Fry und Minnie Grens; Peter R. Wendte und Antonie Habig; Thomas I. Hutsell und Jennie C. Flack ; Wm. Gaston und Minnie Harting ; Carl Frick und. Sophia Waller; Edward N. Haugh und Ella 5V Parton ; Wm. Toney und Harriett Robeson ; John B. Holman und Lizzie Pressly; John F. Thomas und Hannah M. Freeman; Samuel Monroe und Emma Sharpe ; Wm..W. Renaught und Addie Ford ; David A. Murphy und Mary Basey; James T. Dowling und Maggie Fitzgerald; John F. Colbert und ! Fannie K. Ormsby ; George Bacon und Charlotte Bush.

Schon wieder ein Mord.

Abermals wurde in unserem County ein Mord deganqen dessen Einzelheiten aber in ein noch sehr geheimnißvolles Dunkel gehüllt sind. Das Opfer ist ein Neger, Namens John Williams, der unweit von dem Städtchen Lawrence in einerHütte mit seiner Frau zu sammen lebte. Die Leute lebten früher in Noblesville bewohnen aber schon vierJah re lang besagte Hütte, die in einem Walde steht. Der Mann behandelte seine Frau sehr schlecht und war als ein Müßiggän ger in der ganzen Nachbarschaft bekannt. Am Mittwoch vor acht Tagen ritt Willi, ams auf einem Pferde nach Lawrence. Er hielt sich nur kurze Zeit im Städtchen auf und brach Abends um 6Uhr wieder auf um nach Hause zu reiten. Sein Vorhaben führte er jedoch nicht aus denn unterwegs muß ihn die Mörderhand erreicht haben. Am darauffolgenden Freitag Mittag wolltedas farbige Ehepaar Philipps die William'schen Eheleute besuchen aber ihr Erstaunen und ihr Schrecken war gleich groß, als sie die Frau Williams bewußtlos, am ganzen Körper mit Wunden bedeckt am Boden liegend sahen, während sich deren Gatte überhaupt nicht im Hause befand. Die Leute machten sofort dem Farmer Thomas, -der unweitvon Williams wohnt, Mittheilung von dem Vorgefallenen. Dieser begab sich in die Wohnung der Verwundeten und fand dieselbe in derThat in einem schrecklichen Zustande, immer noch bewußtlos. Am Samstag Vormittag fand die Frau im hiesigen städtischen Ho spitale Aufnahme, aber trotz der sorgfältigen Pflege, die ihr zu Theil wurde hat sich ihr Zustand noch nicht . gebesiert, ja ihr Bewußtsein ist noch nicht einmal zurückge kehrt. Die Untersuchung ergab, daß an der Armen neben der furchtbaren Mißhand lung die sie auszustehen hatte ein scheußli cheö Verbrechen verübt worden war. Die Leiche des John Williams fand man am Samstag Vormittag aus einem Felde unweit von dem Waldwege der nach Williams Hütte führt, liegen. Daß der Leichnam schon stark in Verwesung über gegangen war, läßt sich denken, denn Williams wurde jedinfalls schon an jenem Mittwoch als er von Lawrence aus heim reiten wollte, ermordet. Die Leiche.zeigte mehrere Schußwunden und auch demPferd wurde durch Schüsse der Garaus gemacht. Die Secirrung der Leiche Willmms, welche am Sonntag vorgenommen wurde ergab, daß eine Kugel in den Hals den sofortigen Tod herbeigeführt hatte. Die drei Neger Namens Alonzo McClure, Henry I. Brown und Robert Sample waren Nachbarn der WiUiams'schen Eheleute und wurde obwohl ein bestimmter Verdacht noch nicht vorliegt, amSonntag verhaftet. Dem Brown wird nachg-sagt, daß er schon seit längerer Zeit in einem sehr inti men Verhältniß zu der Frau Williams steht. Alonzo McClure ist ein Bruder von Zeph. McClure der im Verdachte steht vor einiger Zeit den Versuch gemacht zu haben, der Frau Williams Gewalt an zuthun. Am Montag Vormittag begann der Coroner mit dem Jnquest. ' Er nahm an jenem Tag drei Zeugen ins Verhör und das waren der Farmer Thomas, dessen Knecht Grosie und der Dr. Sam. Records von Lawrence. Der Letztere hat der Frau Williams die erste Hilfe geleistet. Der Farmer Thomas sagte, daß er mit dem Ermordeten schon seit fünf Jabren bekannt war, und daß er ihn an jenem Mittwoch zum letzten Male gesehen habe. ES war Nachmittags 4 Uhr als Williams an dem Hause von Thomas auf dem Wege nach Lawrence vorüber ritt und sogar ver sprach am Abend aus dem Rückwege vor sprechen zu wollen, da er einige Süßkar toffelpflanzen mit nach Hause nehmen wollte. Williams kam jedoch nicht wieder an dem Hause des Farmers vorüber. Thomas untersuchte am Sonntag in Be gleitung von Dick Hartsock und seinem Knechte Wm. Grosse den Schauplatz des Verbrechens und seinerAnsicht nach müssen es Mehrere gewesen sein die den Neger er mordeten, denn die Spuren von vielen Schüssen welche abgefeuert worden waren wiesen daraus hin. Wm. Grosse's Aus sagen stimmten im Wesentlichen mit den vorhergegangenen Aussagen überejn. Doktor Records vonLawrence bestätigte, daß er am Freitag Mittag die' Frau Willi ams in einem äußerst bedenklichenZustande gefunden habe. Eine Verletzung über dem rechten Auge hatte einen Schädelbruch zur , . r t. . v . k . r: jr i . jr. Hoige ; oieieioe wuroe muu vinnaji naa) mit einem stumpfen Instrumente verur facht. Am linken Ohr, am Hinterkopf und am ganzen Körper war die Arme schwer verletzt. Die Aussagen des Phi lipsschen Ehepaars wollte der Coroner nicht an die Öffentlichkeit gelangen lassen und verschwieg sie deshalb bis heute.