Indiana Tribüne, Volume 2, Number 45, Indianapolis, Marion County, 19 June 1880 — Page 1
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Jahrgang 2 No. 45. Office : Ecke Circle u. Meridian-StraHe. Laufende No. 97. Indianapolis, Indiana, Samstag, den 19. Juni 1880.
Das Beste.
Preist immerhin des Reichthums Glück, Die Lust, die er ertheilet! Wohl schön, wenn der vergnügte Blick Auf reichem Vorrath weilet. Doch schöner ist ein reiches Herz. ES weiht die Freude, bannt den Schmerz, Hält aus in allem Wechsel. Preist immerhin der Ehren Kranz, Des hohen Standes Walten. ' Wohl angenehm, in Macht und Elanz Nach Herzenslust zu schalten. Doch hoher steht ein edler Sinn. Den nicht Gefahr und nicht Gewinn Vermag hinabzugehen. prclst immeryln ixt )üiieqCLtf Der klugen Worte Fülle. Wohl recht, wenn scharf des Geistes Kraft Durchdringt des Irrthums Hülle. Doch weiser ist der klare Geist, Der mir den Weg zum Ziele weist, Zum Ziel des reinen Lebens. Ein kleiner Geist, den keine Kunst Auf diesem Weg mag irren ; Ein edler Sinn, den keine Gunst Der Macht'gen mag verwirren ; Ein reines Herz voll Lieb' und Treu, Voll stillen Friedens, diese Drei, Sie sind der Güter höchste. o X. Uhlich. Briefe auö der Hauptstadt (Lon unserem regelmäßigen Corresxondenten.) Washington, 11. Juni 1880. 0 Jci um, Jerura, Jerum ! 0 Quac mntaüo rerum !" kann jetzt das Triumvivat" singen, welches so enthusiastisch und uneigennützig" unsere republikanische Na tion in imperialistische Bahnen lenken wollte. Es wird vorlaufig nichts mit dem Herzog von New Pork und dem von Pennsylvanien, und der Kronprinz" ist nun ganz und gar in sein Nichts durch bohrendes Gefühl" heimgeschickt. Es schickt sich schon, einen scherzhaften Ton anzuschlagen, denn eS ist durch die Aktion der Chicago Convention eine große Gefahr von der Nation abgewendet worden. Die Gefahr wäre nicht so groß gewesen, wenn im Falle der Nomination Grands die Demokraten einen auch für moderirte Re publilaner acceptablen Candidaten auf gestellt hätten, aber das wäre gerade unter den Umständen nicht zu erwarten. Wäre Grant in Chicago nominirt worden, so würde Tilden alle Segel angesetzt haben, um in Cincinnati die Nomination davon zutragen, und es wären dann beide Par teien in eine wirklich bellagenswerthe Lage gerathen. Was Gen. Grant anbetrifft, so ist indessen aufgeschoben, nicht aus gehoben." Wenn der republikanische Can didat Gen. Garfield gewählt wird, so stehen allerdings die Chancen sür imperia listische Gelüste ziemlich schlecht, aber im anderen Falle würde es in 1S&1 unzweifel haft heißen : Monsieur Torson again." Es ist ein eigenthümliches Ding mit un seren politischen National Conventionen. Sie verfahren tn anderer Weise als die County oder City Conventionen. In diesen wird gewöhnlich nach einer bcsonde ren Anzahl Ballots meistenk drei mit jeder folgenden Abstimmung der Candidat, welcher die geringste Anzahl Stimmen er. hielt, sallen gelassen und der schließliche Contest" findet dann zwischen den beiden stärksten Candidaten statt. Ganz anders ist das in National-Conventionen,. Dort haben die stärksten Candidaten' nur aus- -. !f. .? C i . lTV - 4 t naymsweize eine Vyom . Daniel Webster, Frederick Seward,Marcy, Blaine u. s. w. konnten unter diesem System nie die Nomination erhalten, die oft genug Männern ohne allen nationalen Ruf, wie Polk, Pierce, Hayes u. s. w., zufiel. ' Wenn es mehr als zwei starke Candidaten vor einer National'Convention gibt, so kann man mit Sicherheit annehmen, daß die Nomination keinem von ihnen, sondern einem dark horse" zufällt. Das Land hat sich indessen unter der Administration solcher Präsidenten just so gut, und oft besser befunden, wie unter der von Pro minenten". Der Präsident der Ver. Staa , ten soll nicht Regierungs'Gelüste" haben.
wie es bei Grant der Fall war, sondern einfach die Pflichten und Obliegenheiten seines Amtes erfüllen, wie jeder andere ge treue Beamte. Oxenstierna konnte mit Recht zu , seinem Sohne sagen: Siehe, mein Sohn mit wie wenig Verstand die Welt regiert .wird" denn er sprach von EuropäischenRegenten, die damals noch die absolute Herrschaft führten, und denen zu jener Zeit noch keine Parlamente oder Reichstage u. s. w. und keine verantwort lichen Minister als Nasenklemmer auf gesetzt waren. Wenn hier auch der Präsi dent das Staats'Oberhaupt titulirt wird, so ist doch nicht Er" der Regent, sondern der Congrcß. d. h. das Volk. Nur wäh rend des achtjährigen Termins von Gen. Grant wurde der Versuch gemacht,' eine persönliche oder sogenannte starke" Re gietung einzuführen. Es fehlte nicht viel, daß es gelungen wäre, denn fast alle seiner Partei angehörigen Repräsentanten und Senatoren der südlichen Staaten im Con greß, waren nur die Satrapen von Grant, und sie wußten warum. Und nun von Chicago nach Cincinnati. Die Gefahr, welche von dort drohte, ist glücklich abgewendet worden. Die Nieder
läge Grands in Chicago bedingt auch die Tildens in Cincinnati. So weit .so gut, aber es gibt neben Tilden auch noch andereCandidaten, welche weder der großen Masse der Demokraten, noch der des Vol kes genehm sind. New ?)ork hat nun schon viermal hintereinander die Nomination auf den demokratischen NationalConven tionen diktirt, und jedesmal ist ein jämmerlicheS Fiasko auf die eine oder andere Weise die Folge gewesen. Es ist Zeit, daß die demokratische Partei sich das hinter das Ohr schreibt. Es ist eine Illusion, daß New York der Angelpunkt ist, um den sich die Welt' oder dw Geschicke deS'Lan. des, oder die der demokratischen Partei drehen. ' C. A. S. Gin weiblicher Stumpredner. Anna Dickinson, eine der bedeutendsten oratorischen Kräfte dieses Landes, erzählte bei Gelegenheit einer Conversation über die letzte republikanische Convention, in welcher Weise sie an. dem 1872 Feldzug gegen Grant theilnahm : Ich hatte nicht allein liberale Offerten, sür Grant zu sprechen, sagte sie sondern mein alter, bewährter Freund, Henry Wilson, kam zu mir und bot mir 20,000 Dollars sür wan zig Reden für Grant. Multipliziren Sie zwanzig mit hundert, sagte ich ihm, und ich würde nicht e in m a l für ihn sprechen. Ich hielt eine Rede für Greeley. (Im Cooper' Institut, eine der großartigsten oratorischen Leistungen, die wir je gehört. Anm. d. Red.) Ich hielt sie, als Greeley schon beinahe im Sterben lag, weil ich dachte, es sei endlich an der Zeit, daß der Welt die Wahrheit gesagt würde über die ses der- Freiheit gewidmete Leben. Ich hielt diese Rede für Greeley ohne Geld oder Zahlung irgend welcher Art, und als Belohnung dafür wurden mir binnen 48 Stunden sür $14,000 werth Lectures gekündigt mit oem Bemerken : Wir mögen Niemand für uns zu sprechen, der sür den alten Bummer" Greeley spricht ! Wie viele männliche Stumpredner gibt es, die eine ähnliche Episode aus ihrem Leben erzählen können ? ! N. Y. B. Z. Letzte Worte. Am Sterbebette gibt's keine Heuchelei, die letzten Worte, die über die erstarrenden Lippen kommen, sind in der Regel eine Offenbarung des tiefinnersten Ich's. Goethe starb mit dem Ausrufe Licht, mehr Licht!" Kloppstock starb wie er lebte. sein Schwanengejang waren ein paar Verse aus seinem Messias". Die stolze Größe der Majestät offenbart sich in Ves pasian's Worten : Ein Kaiser muß ste hend sterben", er erhob sich von seinem Lager und starb auf zui seiner Getreuen gestützt. Der Naturforscher und Arzt Haller beobachtete selbst auss Genaueste die Stadien seiner Krankheit; als er seinEnde nahe fühlte, sagte er zu dem ihm behan
delnden College : Die Arterie hört auf schlagen". Alonzo Cuno der berühmte Maler und Bildhauer Spaniens, schob daS ihm zum Kuß dargereichte Kruzifix mit denWorten zurück :Das ist zu schlecht geschnitzt!" Der Gentleman Graf von Chesterfield, ein bekannter englischer Staatsmann, bewahrte bis zum letzten Augenblick den feinen Weltton, die Artig keit des Diplomaten. Als einer seiner Verehrer kurz vor seinem Ende das Zim mer betrat, wendete sich 'der Sterbende an den Kammerdiener: Dem Lord einen Stuhl!" Das waren seine letztenWorte. Der Erzieher Ludwig's XIV., eiu weitge reister Mann, der sich für Alles, was in entfernten Ländern geschah, ausnehmend lebhaft interessirte, verbrauchte seine letzte Lebenskrast zu der Frage: Nun, was Neues vom Großmogul?" Derjenige, an welchen die Frage gerichtet war, und der so eben das Zimmer betreten hatte war der Reisende Bernier. Manchem bleibt eine gewisse Laune, die Neigung zu Witz und Humor auch am Sterbelager getreu. Duclvs, ein beliebter Pariser Schauspie ler, verabschiedete seinen Beichtvater Cha peau mit den Worten: 'Ohne Strümpfe und Schuhe kam ich zur Welt, um so mehr kann ich dieselbe ohne Hut (cliapeau) ver
lassen." - W, Ein grober Theil dn Bewohnerschast in Antwerpen ist von den Blattern heim gesucht. ? Der republikanische Präsidentschafts' Candidat Garfield ist 'nach Washington zurückgekehrt. Es wurde ihm dort ein großartiger Empfang zu Theil. - An einem etwa 300 MeiZen vonSandy Hoor gelegenen Punkte colllomen am Sonntag Bormittag die, beiden Dampfer Anchoria" und Queen. ' Dichter Nebel, der um diese Zeit über dem Meere lag führte jedenfalls den Zusammenstoß her bei. Glücklicherweise führte die Collision keinen Verlust von Menschenleben herbei. Wle Anozorm war am vergangenen Samstag mit 195 Paffagieren an Bord von New Zork nachGlasgow abgegangen. während die Queen" 183 Paffagiere von London brachte. ' Neue Anzeigen. cxmanxa Meater Nord-West Ecke Market und Noble Str. Unternehmer Shrlft. H. Zieln Sonntag, den 20. Juni. Zum ersten Male : B um m el f ritze. Posse mit Gesang in 7 Bildern von Ed. Jacobson und A. mitten; iKiini von miqatus Cassenoffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr Eintritt 25 Centö. Reservirte Sitze 35 Cents. Kinder 10 Cent. lös Die Wagen der Noblestraße und Massachusett Avenue lsenbahn lausen bis Uhr. Hamburger taöt Loose! Erste Ziehung. 1. Classe am 9. & lO.Zuni. Ganze $4.00; Halbe 82 00; Viertel $1.00; Achtel 30 entö. Königlich Sächsische Loose ! Erste Classe Ganze 2 00; Halbe $6.00: Viertel $3 00; Achtel $l.0. Herzoglich Brmmschw. Loose! Erste Classe G.nze $8 00; Halbe $4 00; Viertel $2.00; Achtel $1.00. Albert Behrendt, 122 Süd Illinois Str. Auskunft wird gern, ertheilt.
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