Indiana Tribüne, Volume 2, Number 44, Indianapolis, Marion County, 12 June 1880 — Page 3

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Aus welchen Elementen besteht die Einwanderung. Selbst die amerikanische Presse gesteht offen, daß in der gegenwärtigen Fluth der Einwanderung das deutsche Element unter allen Nationalitäten das beste ist, das nicht nur die amerikanische Industrie und den Ackerbau hebt, sondern auch, eine in telligente Klasse von Adoptivbürgern liefert. Man darf wohl annehmen, daß solche deutsche Einwanderer, welche trotz aller Schwierigkeiten, die ihnen von den deutschen Negierungen in denWeg gelegt werden, ihren Plan und ihren Willen dursetzen, eine entschiedene Willenskraft lige Klasse bilden. Sie verlassen Deutsch land mit reifer Ueberlegung, sie suchen 'dem politischen, materiellen, militärischen Drucke zu entrinnen. Der Steuerdruck, der Militär, und PolizeideZpotismus. die wachsende Armuth des Volks sind unerträglich. Eine . Klasse, die aus solchen Motiven die Republik Nordamerikas, zu ihrer Heimath wählt, ist sicher ein großer Gewinn für Amerika. Die Arbeitsamkeit, die Ausdauer, die Geschicklichkeit der deutschen arbeitenden Klassen ist zu bekannt, um erwähnt zu werden.

Nächst den Deutschen kommen die Schweden, Dänen und Norweger, sie stehen den Deutschen an Jntelligenz.nach, sind äußerst arm und mittellos, denn in ihrem Vaterlande ist die Armuth heimisch. allein sie sind eine ehrenhafte, sittliche und äußerst arbeitsame Klasse, welche im Nor den Wisconsins und in Minnesota durch ihre Ansiedelungen sich als industrielle und tüchtige republikanijche Bürger be währt haben. Im großen Kontrast mit dem deutschen und skandinavischen Elemente .stehen die Arbeiter Englands und die Jrläuder. Wer sollte wohl meinen, daß Arbeiter in England, dem Lande des vigorösen Chri .stenthums und der wuchernden, ausbeu tenden Landaristokratie zu der ungebildet sten Klasse zählen, von denen die Mehr zahl nicht lesen und schreiben kann ? Alle Arbeiter aus den englischen Manufaktur "und Fabrikbeznken gehören zu einer durch aus stupiden, ignoranten Klasse, sind ohne alle Schulbildung und sür Amerika eine Last. Die Jrländer sind andererseits katholische Bigott, ebenfalls roh und un gebildet, aber fleißig und betriebsam, ihre nächste Generation liefert gute republika nische Bürger. Wenn man diese Amalgamation der verschiedenen Nationalitäten betrachtet, so ist die Entwickelung der Republik trotz aller ignoranten Elemente sicher ein Wunder. Man sieht jedoch daraus, daß die unbe schränkte individuelle Freiheit dieses Lan des wie Sonne und Licht auf die Natur des Bodens so auch aus die Natur des Menschen fruchtbringend wirken. Der KonstitutionaliömuS in Deutsch' land. Nirgendwo in der Welt ist der Konsti.tutionalismus oder Parlamentarismus so sehr bloßes' Scheinwesen wie in Deutsch land. Die eklatanten Niederlagen, welche der Reichskanzler in den letz.ten Wochen der Reichstaflssession, in der Samoarvsr lage, der Tabalsmonopolfrage und vor Allem der gegen Hamburg gerichteten Elbschifffahrtssrage erlitt,würden in jedem r anderen Lande (mit Ausnahme Rußlands) unwiderruflich die Alternative einer Mini ster-Demission oder eine Auflösung des HauseS zur Folge gehabt haben. Der Reichskanzler wird wieder abtreten nicht Neuwahlen ausschreiben, denn dadurch würde er ganz gegen seine Natur die rarla'mentarlsche Äoltrlne anerkennen; er wird es vorziehen, in der Zwischenzeit bis zum Wiederzusammentritt des Reichstages die Opposition gegen ihn zu spalten, dem Centrum aus der Ferne ZugesÜndnisse zu zeigen, den Liberalen ihre antischutz - zöllnerischen Führer nach Kräften imLande zu diskreditiren. Bis dann der Reichstag sich wieder versammelt, ist die Kampses' ßjutlj, der denselben während der letzten Tage der vorigen Session beseelte, verraucht und der Kanzler von Neuem der unbestrittene Herr der Situation, um die das deutsche Volk zu beneiden, denn der :ak!iö:e Geist, der in Berlin zur Herrschaft 'gelangt ist, hat mit den wahren Interessen des staatlichen Gemeinwesens nichts zu schaff.' ; aber der deutsche Reichskanzler iin seine Nachahmer erblicken die Kanst des Regierers nicht darin, die Völ ker in eine befriedigende Lage zu verfttzen, sie trachten, den Parlamentarismus zu entwurzeln, starke Minoritäten mundtodt, schwache Majoritäten gefügig zu machen.

damit der Konstitutionalismus dem Wesen nach ein todter Buchstabe bleibe und nur

zum Schein sortbestehe. So lange der ReichstagSteuererhöhun gen zuließ, die Erneuerung des militari schen Septenants genehmigte, die Ver längerung des Sozialistengesetzes guthieß. war der Reichskanzler seines Lobes voll. Noch kurz vor Ostern stellte der Kanzler ihm wegen der prompten Erledigung des Budget eine gute Zensur auö. Aber als die . SamoaVorlage vcewarfen, gegen Quittungsstempclnsteuern und Tabakmonopol Einspruch erhoben, in derlngelegenheit der Hamburger Vorstadt St. Pauli und der Elbschissfahrt'Akte das ver sassungZmäßige Recht des Reichstags be tont wurde, da war plötzlich die Volks' Vertretung sammt und sonders der leibhastige Reichsfeind. Delbrück wurde zum Partikularsten und verkappten Klerikalen gestempelt, der National'LiberaliSmus zu einer Rotte Koras, das ganze Reich zu einem babylonischen Wirrwarr, werth, einer klerikal'konservativen Regierung in die Hände gespielt zu werden, ja, das Reich ward von seinem Begründer und Lenker dargestellr,' als sei es ein Wrack, das die nächste Woge hinwegspülen könne, Die Wiener Neue Freie Presse" bemerkt sehr richtig : Fürst Bismarck sollte niemals vergessen, daß die Art, wie er-die deutsche Einigkeit herbeiführte, nicht durchaus dem Ideale der Nation entsprach und daß die gemaltthätige Energie, mit welcher er dieseEinig keit zu erhalten strebt, nothwendig eine gewisse Opposition hervorrufen muß. 81 äuo saciunt idern, non est idern. Es ist Niemand unfehlbar, und meint Fürst Bismarck, das deutsche Reich wäre besier daran, wenn seine Wirthschastspoli tik zur Herrschast käme, so sollte er zum mindesten tolerant gegen Jene sein, welche einen andern Weg zur Eonsolidirung Deutschlands sür ersprießlicher halten, 'Nicht darin liegt unseres Bedünkens de? Grund des tiefen Unhehagens, welches sich des deutschen Volkes bemächtigt hat, daß liberale und conservative Doctrinen ein ander schroff gegenüberstehen, sondern da rin, daß Fürst Bismarck seine ganze Kraft daransetzt, der liberalen Doctrin dasWort abzuscheiden und die Discusston der einen Doctrin zu Gunsten der andern zu ver wehren. Er will einen Reichstag, der ein Schemen sein soll, einen Apparat, der ihm zu Gebote stehe, gleichviel wozu er ihn verwende. Dazu aber gibt sich eine parlamentarische Versammlung, welche die Blüthe eines großen Volkes darstellt, nie mals her ; sie abdicirt lieber, als daß sie ein Dasein ohne Inhalt, ohne Willenssreiheit, ohne eigene Impulse führe. Wenn jetzt Fürst Bismarck sich zu einem Appell an das Volk entschlösse, so wäre es keineswegs unmöglich, daß ihm eine un liebsame Antwort zu Theil würde. Das Centrum würde dabei nichts verlieren, d:r.n der einzige Gegner, den dasselbe zu fürch ten hat, lst. der Liberalismus, und dleser hat kaum etwas dabei einzubüßen, wenn das Bismarck'scheRegiment aus dem Sat tel gehoben wird. Die Conservativen hab:n im Volkc keinen Boden ; sie besitzen nur mit und durch Bismarck eine politische Bedeutung. Eben deßhalb erachtet es der Kanzler auch jetzt noch, trotzdem er dem Centrum sein "Hie niger est !" an die Stirne geheftet hat, sür zweckmäßig, von dem preußischen Landtage die Ermächtig gung zurGewährung von Zugestandnissen an die römische Curie zu begehren. Er hlt keine Partei, mit Ausnahme der hart löpsigen Conservativen, hinter sich und will nach keiner Seite, hin die Möglichkeit eines Stimmenerwerbs sich erschweren, wie er nach keiner Seite hin sich durch feste Klammern mit einer stabilen Mehrheit zu verankern wünscht, die ihn ebenso sestzu legen vermöchte, wie sie von ihm in ein bestimmtes Gelel e gebannt wäre, 100 kommt es, daß er allein steht und sich in fruchtloser Arbeit abnützt. Seine Klagen sind begründet, aber, er wäre derselben überhoben, wenn er es über sich gewinnen könnte, nicht Alles alleinmachen zu wol len, sondern Andere gewahren zu lassen, wo Andere die Fühlung mit dem Volke, das Verständniß der allgemeinen Wünsche in höherem Maße besitzen, als er selbst, Die innere Politik ist nun einmal sein Gebiet nicht; sie verträgt die stoßweisen Actionen, die gcwaltthätigcn Neuerungen nicht, zu denen der nimmer rastende Geist des Kanzlers sich gedrängt fühlt, und es wird in Deutschland keine gesunde EntWickelung platzzreisen, bevor der Kanzler Despotismus" nicht gelöst ist von einem gedeihlichen Zusammenwilken zwischen der a. L iVl i l , m tf A Recuerunz unv oen Aer.relern ocs nones.

Das ist die Lehre, welche die Vorgange

der letzten RelchstagsscNlon predigen, und es ist hohe Zeit, daß sie beherzigt werde. Nußlands böser Genius. Der russische Unterrichtsminister Tol stoy ist vom Diktator abgesetzt, und an seine Stelle ein vernünstiger Mann, Sa buroff, Curator der Dorpater Universität, der dort allgemeine Zufriedenheit hervorgerufen hat, gesetzt worden. Dieser Tolstoy war der böse Genius der russischen studirenden Jugend und der Lehrerschaft und hat mehr Nihilisten gemacht als alle Andern zusammen. Er marterte die studi rende Jugend mit Latein und Griechisch, wovor der Rusie einen Abscheu hat, und zwar einen ganz gesunden, und mit Prü fungen ohne Ende und Maß, unter deren absichtlicher Strenge die große Mehrzahl erlag und dadurch ihr Lebensziel verlor. Ec that das in der Absicht, das freie Den kendurchUebersütterung mit positivemWissen, besonders unnützen, zu ersticken, und er that es mit der Lust des Tyrannen, mit der Spionierwuth des Großinquisitors und mit der O lälsucht eines Kleinigkeits krämerS. Kein Studienplan konnte so durchaus dem russischen Naturell zuwider geisttödtend sein, als dieser von ihm bis in die geistlosesten Einzelheiten ausgetüftelte. Er hat Zehntausende lernbegieriger und begabter junger Leute geradezu um' ihr ganzes Lebensglück betrogen. Man kann begreisen, daß die oberenKlassenRußland's jetzt wirklich an eine neue Aera" zu glau ben anfangen. Wir erblicken darin einen von den Nihilisten erfochtenen Siege. 1 Ueber die Umstände, welche den Sturz Tolstoy's unmittelbar herbeiführten, mel det ein Petersburger Eorresspondent Fol gendes: Im Minister-Eomite wurde die Frage über die Entsiegelung der Altäre in den Altgläubigen Kirchen des Rogoschsky Kirchhofes" in Moskau verhandelt. Alle Minister waren darin einig, daß die Ver siegelung der Altäre eine Schande sür Rußland, insbesondere sür die orthodoxe Kirche sei. Nur Graf Tolstei als Oberprokureur des Heiligen Synods versuchte zu beweisen, daß diese Maßregel sehr gut und nicht aufzuheben sei. Da die Alt gläubigen dem Minister des Innern in allen Fragen unterstehen, so vertrat dieser wärmer als die anderen Minister die For derung einerEntsiegelung der altgläubigen Altäre. Graf Tolstoi stritt trotzdem, aber hauptsächlich mit Minister Makoff, darü ber. Als die Frage entschieden war, wo bei alle Minister aus die öffentliche Mei nung und auf die Zeitung hinwiesen. welche am meisten sür dieGewiffenssreiheit eingetreten war (Golos"), bkgabcn sich mehrere Minister, darunter auch Makoff, aus dem Saale in's anstoßende Zimmer. Im Saale blieben zurück : Graf Walu jeff, der Präsident des MinisterComite's, und etwa zehn Mitglieder, unter dielen auch Tolstoi. Dieser wandte sich zum Justizminister Nabokoff, einem Verwand ten .(durch seinen Schwiegersohn Grasen Toll), mit der Aeußerung : Sehen Sie, Makoff, welcher den Golos" nicht leiden kann, weist jetzt auf Artikel hin, sür welche die Zeitung so oft schon aus administrati vem Wege bestraft wurde Das ist. antwortete Nabokoff, der beste Beweis, daß Makoff unparteiisch urtheilt." O nein," meinte Tolstoi,, das ist der beste Beweis dasür, daß die Altgläubigen die Beamten des Ministeriums des Innern bestochen haben." Diese Aeußerung war ganz laut, im Beisein von wenigstens zehn Personen gemacht worden und kam sehr bald Makoff zu Ohren. Dieser ver lor kein Wort bis zum Schluffe der Sitzung, um 6UhrAbends. Am ande ren Tage Morgens schrieb Makoff einen langen iönei an Tolstoi, in welchem er aus die Unwürdigkeit eines solchen Aus salles hinwies, die Anspielung aus eine Bestechung der Beamten eineVerläum'dnng nannte und drohte, im Falle Tolstoi sein Wort nicht zurücknehmen werde, ihm nicht weiter dieHand reichen zu wollen. Sonn tag Abend ersolgte die sehr kurze Antwort Tolstoi's, in welcher dieser erklärte, er habe nur das ausgesprochen, was in der Stadt laut dislutirt werde. An demfel' ben Tage überbrachte Makoff LorisMeli koff die Kopie seines Briefes an Tolsto und die Antwort Tolstoi's. Am andern Tage, Montag, erzählte der Graf Loris Melikosf dem Kaiser die'ganzeBegebenheit las dem Kaiser beide Briefe vor und sagte daß nach diesem Vorfall kein Minister mehr Tolstoi die H.:nd reichen werde at . m , . . beratener körte rudla den Gralen an

sagte : Ja, er kann nicht Minister blei

ben " und schlug ihm vor, aus einen Nachfolger Tolstoi's hinzuweisen, welcher nach seiner Meinung am -populärsten in der Gesellschaft wäre." Loris-Melikoff nannte Andrey Alexandrowitsch Saburow als Minister des Kultus und Konstantin Nikolajewitsch Pobjedonoszew, denGünstling des Thronsolgers, als Oberprokureur des Heiligen Synods. Gut, in dieser Woche treffe ich die Anordnung", sprach hierauf der Kaiser. ' Fünf'Tage spater, d.i h. den 7. Mai, wurde die Entlassung des Grafen im Amtsblatte durch einen Aller höchsten Ufas an den Reichsrath publizirt. Gegen Sonnenstich Die plötzlich eingetretene Hitze veranlaßte die New Borker Sanitäts-Kommission, die Verhaltungsmaßregeln zum Schutze gegen den Sonnenstich zur Vertheilung unter die arbeitenden Klaffen bereit zu machen. Dieselben lauten solgenderma ßen : Sonnenstich wird durch außerordentliche Hitze verursacht, und besonders wenn da8 Wetter schwül und feucht ist. Er pflegt öfter am zweiten, dritten oder vierten Tage einer heißen Periodevorzukommen, als am ersten. Schlaflosigkeit) Gereiztheit, Aus regung, schwüle Schlafzimmer, allgemeine Schwäche und ein Mißbrauch stimuliren der Getränke machen dasür empfänglich. Personen, die in der Sonne besonders zwischen 11 Uhr Vormittags und 4 Uhr Nachmittags, arbeiten, sind der Gefahr eines Sonnenstichs besonders ausgesetzt. An heißen Tagen trage man dünne Klei dung. Die Schlafzimmer sollten so kühl als möglich gehalten werden.' Man sehe ich gegen Schlaflosigkeit und alle unnöthi g:n rmuoungen vor. jusenn man ,m Zimmer oder wo künstliche Hitze herrscht. arbeitet wie in Waschzimmern (laundrics) u. s. w. so trage man Sorge, daß das Zimmer gut venMirt ist. Während der Arbeit in der Sonne trage man einen leichten Hut (nicht schwarz, da diese Farbe die Sonne absorbirt) von Stroh u. s. w., und lege ein nasies Tuch oder ein großes grünes Blatt, unter demselben aus den Kopf; nehme öfters den Hut vom Kopfe und sehe zu, daß das Tuch naß ist. Man unterbreche den Schweiß nicht, sondern trinke so viel Waffer als nöthig ist, ihn zu besördern, da Schweiß den Körper gegen Ueberhitzung schützt. Wo es möglich ist, sollte man für Schatten sorgen. ein dünner Schirm beim Gehen, ein Tuch oder Bretter-Verdeck während der Arbeit in der Sonne sind zweckmäßig. Man ar beite nicht, w'enn sehr ermüdet, sondern lasse sich von der Arbeit entschuldigen, besonders nach 11 Uhr an sehr heißen Tagen, wenn die Arbeit in der Sonne zu verrichten ist. Sollte ein Gefühl der Ermü dung, Schwindel, Kopsweh oder Schwäche vorkommen, so höre man augenblicklich auf zu arbeiten, lege sich an einem schattigen kühlen Platze nieder, lege kalte Tücher auf den Kopf und schütte Waffer über den Kopf und Nacken. Wenn - Jemand durch die Hitze überwält'gt ist, so schicke man au genblicklich zum nächsten guten Arzt. Wäh -rend aus denArzt gewartet wird, gebe man dem Patienten, wenn er im Stande ist zu trinken, kühles Wasier oder kalten Thee oder Kaffee. Sollte die Haut heiß oder trocken sein, so befeuchte man den Körper und die Glieder mit einem Schwamm und schütte Wasser über dieselben und lege ge stoßenes Eis in ein Handtuch oder sonst! ges Tuch gewickelt, auf den Kopf. Wenn man kein Eis hat, so lege man ein kaltes Tuch aus den Kopf und schütte kaltes Wasser auf den Kopf sowohl wie auf den Körper. Sollte der Patient sehr matt, mit schwachem Pulsschlage sein, so lasse man ihn für ein paar Sekunden Ammonium einathmen oder gebe ihm einen Theelöffel voll aro malischen Amoniak'Geistes in zwei Theelöffeln voll Waffer mit ein wenig Zucker. Die New Zjorker WeltAuSstellung. Nachdem im Eongresfe eine, die im Jahre 1883 in New Pork stattsindende Weltausstellung betreffende Vorlage ein gebracht wurde und die bisher bestehenden dreiComites sich schließlich doch zu gemein schaftlichem Vorgehen vereinigt haben, sind auch die Herren Architekten nicht müssiz geblieben und ist einer derselben, Namens W. G. Preston in New Ysrk, bereits mit einem Plane zur Ausführung der betreffenden Bauten unter Berückstchtigung des am günstigsten gelegenen Ausstellungsplatzes an die Oeffentlichkeit ge' treten.

Dieser Ausstellungsplatz ist zwischen der-

110. und 127. Straße gelegen und an den: Seiten von den Niverside. und Morning side Parks begrenzt. Er wäre zu &uib sowohl mittelst 9. Avenue Hochbahn und' der Harlem'Eisenbahn, und zu Waffe? auf dem East River leicht zu erreichen. Während Herr Preston die ovale Form des Ausstellungsgebäudes in seinem Plane aufgenommen hat. hat er doch auch auf einige Gleichförmigkeit und auf guen, architektonischen Eindruck Rücksicht genom men. Die Vortheile, welche die ovale Form bietet, sind allerdings nicht zu über sehen, da mit derselben alle wichtigen Abteilungen unter ein Dach gebracht wer den Iönnen und das Arrangement es ge stattet, die Ausstellung sowohl länderweis als auch nach den besonderen Industriezweigen studiren zu können. Neu und zweckmäßig ist jedenfalls, daß die Mascha nen'Abtheilungen nicht in einem abgeson derten Gebäude ausgestellt werden, so dern den äußersten Kreisbogen im Haupt auöstellungSgebäude einnehmen soll. Eben falls originell ist es, daß Preston von den 110 Ackern, welche das Gebäude umschließen, nicht nur 25 Acker bestimmt hat um in der Mitte einen Park herzustellen sondern mitten in demselben der Kunst einen Tempel bauen will,.der vollkommen isolirt und gegen Feuer gesichert, von den Erzeugniffen des Kunstfleißes umgebe in solcher würdigen Faffung gleichsam der Edelstein der Ausstellung werden soll. Man will auf dem Ausstellungsplatz auch eine Eisenbahn bauen, welche vermittelst comprimirter Lust arbeiten. 7200 Fuß. lang sein und 8 Stationen erhalten soll. Da? Hauptausstellungs-GebSude soll 5 Rundgänge erhalten, je einen sür dfc Maschinerie, das Rohmaterial, die TextilJndustrie je, Hausgeräthschasten und nützliche Künste. Der in Mitte der Gar tenanlage projectirte Kunsttempel soll aW Monumental'Bau zum Andenken an du. Ausstellung stehen bleiben. An den vier Ecken des HauptAuss:ellungsgebäudcs würden eigene Gebäude die vier WelttheileAmerika, Europa, Asiens und Australien repräsentiren, an einer. Seite deö Boulevard die Agricultur mit der Harticultur-Halle zu stehen kommen während die andere Seite von 'industriellen Etabliffements, wie einer Eisengießerei einer Baumwollensabrik :c., den Keffeln und der Gasfabrik eingenommen werden, könnte. Herr Preston, der eine möglichst billige Ausführung seines Planes in's Auge gc faßt hat) meint, mit 1000 Mann in 2& Jahren fertig werden zu können. Vom. Kostenanschlag verlautet jedoch noch, nichts. Zu Marshall in Texas hatte ttt junges, hübsches weißes Mädchen, Namens Mollie Williams, einen rabenschwarzen. Neger geheirathet und war dafür zu fünf jähriger Zuchthausstrafe verurtheilt wor den. Sie legte Berufung ein, das Appellationsgericht stieß das Urtheil um und ge währte ihr einen neuen Prozeß. Der Fall kam zum zweiten Mal vor dem Bezirksgericht von Marion County zu? VerHandlung, die Angeklagte wurde diesmal freigesprochen und daraufhin in Freiheit gesetzt. Ihrem schwarzen Gatten scheint von Gerichtswegen gar nichts geschehen zu sein. Derartige farbenmischendeheirathen scheinen demnach in Texas wenigstens nicht so gesährlich zu sein, wie in Virginen, wo beide eheschließendeTheile, farbig und weiß in'sZuchthaus wandern und kein humanes Obergericht die Beseitigung des Stras nrtheils ermöglicht und anbahnt. Z. H. Batcs, 41 Park Rom (.Times" Building. New York. Anzeigen-Agentur. Pliil. Rappaport, Rccktsanwalt, 95 Hst Washington Str., Zimmer 12 und 13, Indianapolis, Jni 17aug18 INDUSTRIälraCIATIOII von Indianapolis, Ind., ist eine einh'imische Institution, welche auf Unvartel ltchkeit und Gerechtigkeit gegen Jed?rmann basirt ist Wegen näherer Information und Prosoekte wende man sich brieflich od r rersonlich an die Ofsi:e von Keo. W. Aoseph, SpezialAgent, 70 Ost Markelftraße, JndianixottZ, In,