Indiana Tribüne, Volume 2, Number 43, Indianapolis, Marion County, 5 June 1880 — Page 4

I n d i a n a r i b tt n e."

Indiana Hriöüne.

(Wochenblatt.) Cfficc: Ecke Circle u. Meridianstr sJm dritten Stock ) I Entered as second-clas3 matter at the Postostice at Indianapolis, Indiana. Abonnements preise. In bet Stadt durch die Post in Hau geliefer Per Jahr im Voraus Per Nummer . ..... $ 2.00 ' 6 KentS. Otto Schisse!, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 5. Juni 1880. Die Convention in Chicago. Zur Zeit, da wir dies schreiben und kurz bevor wir zur Presse gehen, ist die republi kanische National-Convention in vollem Gange. Mit dem Ballotiren ist noch kein Anfang gemacht worden und es steht gerade aus, als würde stch die Convention ganz ungewöhnlich in die Länge ziehen. So viel ist sicher, daß wenn die Majori lät gegen Grant fest und einig bleibt. Grant auch nicht die geringste Aussicht auf die Nomination hat. Von Illinois wer den wahrscheinlich 18 Gegner Grant's zu gelassen werden, auch von einigen anderen Staaten werden Anti Grant-Delegaten zugelassen werden, der von den Grant Leuten beabsichtigte Zwang der einheitli chen Stimmenabgabe (unit rule) wird nicht durchgeführt werden, und so ist es fraglich. ob es Grant auch nur auf 300 Stimmen bringen wird. Seine Freunde sind bereits schon in eifriger Berathung darüber be griffen, wem sie im Falle seiner Nieder läge ihre Stimmen zuwenden wollen. .Die Gegner Grant's bestehen aus An Hänger Blaine's, Shermans, Edmunds Windoms :c. Da ?s nicht wahrscheinlich ist, daß Blaine Anhänger aus den Reihen Grands gewinnen wird, und die Anhänger der Uebrjgen wohl auch schwerlich zu ihm übergehen werden, so sind auch die Aussichten Blaines nicht glänzend. Alleö Uebrige ist wilde Spekulation und es läßt sich vorlausig absolut nicht sagen, wer der Glückliche sein wird. Die republikanische National' Convention in Chicago. Am-Mttwoch begann in Chicago die republikanische National Convention. Widerir oart n gins e l die Pra u in xtn Nhr ruhig von sich. Man fürchtete, daß gleich ron vornherein die Erwählung eines temporären Vorsitzenden zu heftigen Käm pfen führen würöe. Der temporäre Vor sitzende wird nämlich vom Vorsitzenden de, Äational-(5xecutivComites vorgeschlagen und gegenwärtig ist Cameron Vorsitz-r desselben. Es war zu erwarten, daß ei einen Grant Mann vorschlagen würde und das war gegen die Intentionen dtr Anti-Grant Leute, welche im Comite in der Mehrheit sind, und sie beschlosien, um dem vorzubeugen, Cameron abzusetzen. Dieses alt: paßte Herrn Cameron nicht, und schließlich einigte man sich mit ihm, daß er Vorsitzer des Comites bleiben, aber einen Anhänger Blaine's, den Senator Hoar von Massachusetts zum temporäen Vorsitzer der Convention vorschlagen solle, und dann die Frage, ob die "unit nile'' 5n Kraft gesetzt werden solle, oder nicht, der Convention 'selbst zur Entscheidung überlassen werde. Dieser Kompromiß wurde ausgeführt Ufiu Senator Hoar vonMassachusetts zum temporären Vorsitzer der Convention ge wählt. Nachdem die '.üblichen Reden gehalten, und die üblichen Comites ernannt worden waren, vertagte sich die Convention bis zum Donnerstag Morgen. Am Donnerstag Morgen um 11 Uhr wurde die Convention wieder eröffnet. Die permanente Organisation erfolgte, indem man dieselben Beamten, welche die temporäre Organisation bildeten, wieder wählte. Das Comite zur Untersuchung der Creditive war mit seinem Berichte nicht fertig und ein Antrag, das Comite zum Berich ten aufzufordern, gelangte zur Abstim mung. Bei dieser ersten Abstimmung gelangt die Frage des Zwanges zur einheit lichen Stimmenabgabe (unit rule) zum Ausdruck, indem ein solcher Zwang nicht ausgeübt wurde, sondern den Delegaten erlaubt wurde zu stimmen, wie sie für gut fanden. Im Uebrigen wurde, der Tag mit allerhand Redeschamützeln verbracht, " Ä Vll A 4k a m. i . W Ohne OslB Etwas von rvrutUttg gnajay

Am Freitag Vormittag machte die Con vention wieder nur sehr langsame Fortschritte. Conkling beantragte, daß alle Mitglieder der Convention sich verpflich ten, den von der Convention aufgestellten Candidatcn zu unterstützen. Angenom

men. Drei Delegaten von West Virginia stimmten mit Nein. Eonkling stellte den Antrag, die betreffenden Delezaten auszuschließen, wich jedoch der heftigen Opposition und zog seinen Antrag wieder zurück. Am Nachmittag berichtete das Comite für Kreditive. Dasselbe hatte sich für die Zulassung der Blaine Deligaten von Alabama und Louisiana und Kansas und von 18 BlaineDelegaten von Illinois er klärt. So weit war die Convention zur Zeit, als wir zur Presie gingen, mit ihrer Ar beit vorgeschritten. Die Nomination eines Candidaten wird wohl schwerlich vor heute Nacht vor sich gehen. Der Ausschluß Hasselminn'ö aus der sozial'demokratischen Partei in Deutschland mag für Diejenigen, welche dem absurdesten Geschwätz über die ver memtlichen gewaltthätigen Absichten dieser Partei Glauben schenkten, sehr überraschend gewesen sein, nicht aber für Die jenigen, welche mit den Prinzipien der Partei vertraut sind. Haffelmann erklärte in einer Rede im Reichstage seine Sympathie mit den Ni hilisten, und drückte sein Bedauern darüber aus, daß die Sozial-Demokraten das ge waltthatige Austreten der Nihilisten nicht nachahmten. Wegen dieser Aeußerung wurde er von der sozialistischen Partei ausgejchlosien. Mit Recht, denn in einem Lande, wo allgemeines Stlmmrecht herrscht, ist jedes gewaltsame Auftreten einer Partei ein Verbrechen. Jede Partei glaubt das Rech zu vertreten, und welche Partei nun wirklich im Recht ist, kann nur e i n, Richter entscheiden, und das ist das Volk. In Deutschland liegen freilich die V Hältnisse so, deß es zu diesem feststehenden Grundsatz noch ein Aber giebt. Es dürfte dort die Frage gestellt werden, ob man der Gewalt mit Gewalt entgegentreten darf. Daß das Sözialisten'Gesetz ein freiheits widriger Gewaltalt ist, wer wollte dem widersprechen ? Die Minorität kann frei lich nicht in gleicher Weise Gewalt mit Ge walt vertreiben, denn sie kann keine Ge setze machen. Ihre Gewalt könnte also nur in Anwendung der Mordwaffe be stehen. Wäre unter solchen Umständen Me Anwendung derselben zu rechtfertigen ? N:in, so lange das Stimmrecht eme Waffe zur Abwehr bildet, darf keine andere gebraucht werden, denn die Gemalt, die auf gesetzgeberischem Wege gebraucht wird, ist da, wo allgemeines Stimmrecht herrscht, nur die Folge derselben. Anwendung roher Gewalt oder gewalt same Revolution ist aber unter solchen Verhältnissen mehr als ein Verbrechen, sie ist ein Fehler. Was würde sie nützen? So lange sie die Mehrheit des Volkes ge gen sich hat, wird sie immer unterliegen. sie wird unnöthige Opfer an Zeit und Blut mit sich klingen, und die Revolutionspartei in ihrer Entwicklung aufhalten. Hat sie aber die Mehrheit des Volkes für sich, dann bedarf sie keiner Gewalt, dann kann sie ihre Ziele aus sriedlichem Wege erreichen. ' Wohl verstanden, wir sprechen tvtx blos von einem Lande, zu deffen Institutionen das allgemeine Stimmrecht gehört. Wo das nicht der Fall ist, wo Klasienunter schiede in den politischen Rechten herrschen, wo das Volk keine Gelegenheit hat.- seine Wünsche zum Ausdruck und zur Aussüh. rung zu bringen, da ist die Vertreibung der Gewalt mit Gewalt am Platze, da hat das Volk das Recht, zur Revolution seine Zuflucht zu nehmen. .Ein Volk Hot das Rrcht, seinen Für. sten davonzuzagen, wenn ihm leine a)e nicht gesällt,- sag: Börne. Damit kann aer nicht gemeint sein, daß ein kleiner Theil des Volkes einen Fürsten davon jagen kann, wenn ihn der größere behalten will. Wie aber stellt sich in einem Lande ohne allgemeines Stimmrecht heraus, welches der größere und wclches der llei nere Theil ist ? Das findet man gewöhn lich erst bei Ausübung eines gewaltsamen Altes aus, welcher entweder gelingt, oder unterdrückt wird. In einem Lande ohne allgemeines Stimmrecht steht die Regierung auf dem Badender Gewalt, in einem Lande mit allgemeinem Stimmrecht auf dem Boden des .durch den Volkswilleu als solches erkannten Rechtes. Dieses mag freilich und wird auch oft dem, was wirk

lich Recht ist, nicht entsprechen, ler Volks Wille mag durch falsch: Belehrung irre ge

leitet sein ; da ist es eben die Aufgabe einer Partei, welche dies erkannt hat, s auf dem Wege der Belehrung der Propaganda dahin zu bringen, daß die richtigeAnschau ung sich Bahn bricht. Es ist freilich schlimm, wenn eine "Partei selbst daran gehindert wird, wenn der Lollswille so sehr irregeleitet ist. dar. er zur Politik des Maulkorbes greist, aber der Fortschritt läßt sich nicht todtschweigen und richt auf halten, und die Wahrheit findet schließlich auch den Weg zu den Köpfen der Irre geleiteten. Czechisch Nationales. Man kann nicht klar sehen in den Grün den, welche die Czechen veranlassen, gerade jetzt einen so erbitterten Kampf gegen das Deutschthum zu führen, da sie im Reichstag und in der Landesvernaltung einen politischen Sieg erfochten haben, oder doch zu erfechten vollends sicher sind. Die langen Jahre hindurch, da rie sich des Wahlrechtes fast gänzlich enthielten, weil sie im Reichstage in der Minierheit waren und die liberale" Politik sest im Sattel saß. sind sie nicht so erzittert deutschfeindlich aufgetreten, als zerade jetzt. Sie verabreden sich, bei keinem Deutschen mehr einzukaufen, keinem mehr Lohn und Verdienst zuzuwenden, kurz den ökonomischen Kamps von Nationalität zu Nationalität durchzuführen. Reaktionär wie dirs ist, wird es veder durch die besonderen politischen Umstände erklärt, noch stimmt es zu dem internatio len Geiste, der unter den czechischen Lohnarbeitern draußen wie hier um sich gieift. Am Montag wurde in Cincinnati die Müller.Ausstellung eröffnet. Der Gräberschmückungstag wurde im ganzen Lande feierlich begangen. Der wohlbekannie Schauspieler Johtt Brougham liegt in New Pork im Sterben, Tie Königin von Griechenland, welche sich mit ihren Söhnen auf Reisen befindet, weilt gegenwärtig in Pzris. Die Eisenhändler in Deutschland sind über den Entschluß Rußlands, die EisenZölle zu erhöhen, äußerst entrüstet. . Die Judenausweijungen aus Ruß land dauern noch immer sort. O, du ge prieseneß, fortgeschrittenes Jahrhundert! In Berlin wurde am Donnerstag das Göthe Denkmal" enthüllt. Eine unge heure- Menschenmasse wohnte der Feier lichkeit bei. Die Politiker befanden sich dieser Tage in großer Aufregung. Die Frage um die Nomina io;i lag Jedem schwer im Etagen. Die Kartoffelernte in Irland soll sehr Ul lieyen. auegungermi nanocr rt " ' . a rv t v I roeio neu uver ,o!aze "aazriazi "znai lrcuen. . w . . n j. "- rtix. ' j. l c Der Sckme.,er Rundesratu wird Makreaetn nesien um ml Verbindern, daß sich die aus Frankreich ausgewiesenen Je. suiten in oer Scheiz festsetzen. Staate Südcarolina macht sich eine genanlge .emperenzvemegung oe merkbar. Die Wassersimpel agitiren dort mit voller Energie. Hoffentlich ohne Er solg. Bei dem Duell, das Rochesort und Köchlin am Donnerstag aus schweizerischem ... , . - I Gebiete zusammen hatten, wurde derErstere I ziemlich säwer verwundet, während der ' ' Letztere unverletzt blieb. Am Donnerstag starb die Kaiserin von! Rußland nach langem, schmerzlichem L'i den. Dieses Ereigniß war lchon lange vorauszusehen, und hat keinerlei Einfluß in der Geschichte von Rußland. Dieser Tage kamen in New Pork an einem Tage fünf Todesfälle und viele Fälle von Erschöpfung in Folge der gro ßen Hitze vor. Wir sind bis jetzt in dieser Beziehung noch glücklich daran. Es wird von emem englischen Fach. dlatt die Einführung von dunkelgrünem Druck, als für die Augen sehr wohlthuend, befürwortet. In Philadelphia soll bereits eine grüne Zeitung-erscheinen. Die Jr länder werden an solchen Zeitungen jedenfalls am meisten Geschmack haben.

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u 1 Dem Bau deö St. Gotthard Tunnel stellen sich jetzt unvorhergesehene Hinderniste in den Weg, so daß sich wahrscheinlich die Vollendung des Tunnels um zwei Jahre verzögern wird. Die Räuberbanden 4n Spanien mehren sich von Tag zu Tag. Es sind dies brodlose Arbeiter, welche zu diesem schändlichen Handwerke gezwungen werden. Man sieht daran, daß die Schläge, welche die Regierung austheilt, wieder auf sie selbst zurüllfallen. Der vorletzte Freitag brachte in den verschiedenen Theilen des Landes, den r..-r .:.r ra.cc: cv c ytiiiciu uici -ccuuiiyuiiy . uuill mmr Sünder wurden durch geistlichen Zuspruch mürbe gemacht, in die Ewigkeit befördert, angeblich zum abschreckenden Beispiel für Andere, eigentlich aber nur, um der wider lichsten Neugier Stoff zur Befriedigung zu geben. I Der Dichter Heinrich Heine, der geniale, aber ungezogene Liebling der Gra zien, hat seiner Zeit Memoiren hinterlaffen, die sehr intereffant sein sollen ; denn auf richtig war der Mann. Jetzt macht sein Bruder Gustav in Wien bekannt, diese Memoiren seien in seinen Sünden, würden aUx auf ausdrücklichen Wunick der Mut- ... Seinrick 6eme niemals nerJffentiiüt werde Im Juli dieses Jahres wird die Gründungsfeier des österreichischen Schutzenbundes in Wien festlich begangen. An die amerikanischen Schützen ist bereits der Ruf erfolgt, das Fest durck ibre Schaaren verherrlichen zu h'lfen Die jenigen Schützen, welche der freundlichen Einladung Folge zu leisten wünschen, er langen genaue Auskunst bei dem österr. ung. Konsul Max Schamberg in Pitts' &urg Pg Nou den Bundesbeborden sind hi't Uwalinfceren der Damvfboote beordert 1 ' m0r0e uUe Avvlikanten für Dilot's ' T r Farbenblindheit zu untersuchen, c t h! m:, knn- niiirTiA U vivttw s v w 'iitat vtf reme lgnaie unler,cyeloen. ,olllen M . P mm . nun auch von Seitender Staatsgesetzge düngen cW erlassen werden, welche die Eljenbadncompagnien Zwmgcn. ihre An gesell en aus arbenvllnodelt zu untersu chen. Es dürste da urch manches Unglück veryutel weroen. Die vielbesprochene Whittacker Affaire in der Militärakademie zu Westpoint ist jetzt in ihrem ersten Stadium zu Ende. w n!)cheiDung des Gerichtshofes, der die Voruntersuchung führte, lautet dahin, v.r. cmtin.j il x. v!. cm v ... r .-i . oas aittauer vie wunoin iciou oei r rr w l m gevracyl yave. r muroe oarausyin ver m. , . r yaltet, um die nnazeivung des Kriegs bepartementö abzuwarten, ov sein Ptozeß vor einem Civilgericht oder einem Militär gericht stattfinden soll, Die jetzige französische Regierung ist "iazt um ein yaax srelunniger, als die fruyeren rraltionaren Regierungen. ie verweigert auf Grund vorsündfluthlicher Gesetze der Stadtregierung von Paris das Recht, eine Verwilligung, welche sie verweigert, unbezahlt zu lasten. Die Re gierung will die Polizei, die in ihrem Dienste steht, von der Stadt befahlt die Stadt, welche über die Vo. lizei keine Verfügung hat und sie gegen jhx. Bürger verwendet sieht, weigert die Bezahlung derselben, wozu die Regierung sie zwingen will. Hoffentlich wird das in 0en Kammern genügenden Staub aus wirbeln.

OTiin

ramm C. F. Schmidt. Am Mittwach nahm die zwanzigste Jahresconvetttion. der Bierbrauerin Bus falo ihren Anfang. Der Mörder und Räuber Peter King, welcher Anfangs dieser Tage in Wbee ling, W. Va.. hingerichtet wurde, ge währte den Zuschauern der Tragödie einen gräßlichen Anblick. Die Klappe fiel um 1 Uhr 20 Minuten und da der Gehängte durch den Sturz nicht das Genick brach, so trat der Tod erst nach 18 Minuten ein. Er wandt sich mehrere Minuten lang in furchtbarer Weise, zog die Beine in die Höhe und stieß . . c..?.. h. mfl Nttt den Fitken gegen die Fallth ür. Die Leiche wurde den Angehörigen übergeben, welche die Leiche später in einen Sarg leg ten und vor dem Courthause öffentlich a'isstellten. King schien bei der Hinrichtung der von allen Anwesenden am wenigsten Betheiligte gewesen zu sein. Es war kein Zittern in seiner Stimme bemerkbar, als er sich vom Sheriff Read verabscs'iedete, und als letzterer in seiner Ausregung vergaß, ihm die schwarze Kappe übe? das Gesicht zu ziehen, erinnerte er ihn lächelnd daran. In seinem Berichte über die Bundes tagsatzung bemerkt der Freidenker" sehr richtig unter Anderm : Die neunte Bundestagsatzung des Nordamerikanischen Turnerbundes wird beim Schluß dieser Nummer ihre Arbeiten beendigt haben. Ihre Verhandlungen bilden ein Ehrenblatt in den Annalen des Bundes, denn sie war, wie die 1878 zu Cleveland abgehaltene, von ächt fort schrittlichem Geiste beseelt. Die unpolitischen- Turner, die wäh rend der letzten zwei Jahre theils offen in ehrlicher, aber irriger Ueberzeugung den Rückschritt predigten, theils mit Sophi stereien und geheimen Machinationen die Wiedergeburt des Bundes zu hintertrei den. ja diesen zu sprengen suchten, haben eine entschiedene Niederlage erlitten. Sie waren übrigens schon geschlagen, ehe die Delegatenwahlen stattfanden, geschlagen durch Thatsachen. Sie prophezeiten nach der Clevelander Tagsatzung dem Bunde wegen der entschieden freiheitlichen Be. schlösse den Rückgang und allmälige Auf löjung ; und siehe da : der Bund ist seit her um über 2000 Mitglieder gewachsen und der Bundesvorart constatirt durch sei nen Jahresbericht, daß seit dem radicalen Vormarsch in Cleveland die statistischen Berichte der verschiedenenBezirke in allen Rubriken eine erfreuliche Zunahmt zei gen, daß demnach der Bund einen neuen, verheißungsvollen Aufschwung genommen hat. Sie behaupteten, jene radikalen . Beschlüsie seien nicht der Gesinnungsaus druck der Mehrheit der Bundesmitglieder, ja die spätere Urabstimmung, wodurch dieselben gutgeheißen wurden, sei eine -Farce: allein durch die Bundeödelegaten wähl kommt eine Tagsatzung zu Stande, die zwar wie nie anders beabsichtigt war den individuellen Mitgliedern in Bezug auf die detaillirten Forderungen Freiheit des Handelns läßt, aber jene bei den bourbonischen Parteiregisseuren aller Schattirungen verpönten principiellen Be schlüff- aus'sNeuelguthe ßtund es außerdem dem Bundesvorort zur strengen Pflicht macht, für die darin niedergelegten Ideen bei jeder sich bietenden Gelegenheit Pro paganda zu machen; ein Resultat, das selbst die sehr konservative, von unserm Standpunkt aus sogar reaktionär erschei nende Rede des Bundessprechers Dr. Starkloff, auf die wir nächstens zurückkam men werden, nicht abzuwenden vermochte.

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