Indiana Tribüne, Volume 2, Number 41, Indianapolis, Marion County, 22 May 1880 — Page 4

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indiana Hriöüne.

(Wochenblatt.) effice: Ecke Circle u. Meridianstr. 'Im dritten Stock ) Enternd as pecond-class matter at the Postoffice at Indianapolis, lndiana.) Abonnements-Preise. In der Stadt durch die Post in Haus geliefert Per Jabr im Voraus . 52.00 Per Nummer 5 KentS. Otto Schissel, Herausgeber. Indianapolis, Ind., den 22. Mai 1880. Die Chinesenfrage. Die Art und Weise, wie diese Frage in (Kalifornien, wo sie schon längst zu einer brennenden geworden ist, von der ArbeiterPartei behandelt wurde, zeigt, wie jede Bewegung, welche nicht von humanen und wissenschaftlichgebildeten Führern geleitet wird, Gefahr läuft, das Kind mit dem Bade auszuschütten und dadurch wirklich durchführbare Reformen unausgeführt läßt. Dab der Chinese den kalifornischen Ardeitern in dem Kampfe um's Dasein eine schwere Bürde geworden ist, wer wird das bestreikn wollen. Wer begreife, welch' ungeheuere Wichtigkeit für den Arbeiter Aufrechthaltung seiner Lebenshaltung hat, und wie jedes Zurücksinken derselben auf ein tieferes Niveau unausbleiblich Lohn Herabsetzungen zur Folge hat, der sieht ein, daß der weiße Arbeiter keinen schlimmeren Feind haben kann, als eine Mcn schenklasse, deren Lebenshaltung so tief un ter dem Niveau der seinigen steht. Für den Arbeiter kaukasischer Rasse bedeutet die Konkurrenz des Mongolen Untergang und Tod. Trotzalledem kann es nichts Widersinn!geres geben, als, wie es die kalifornische Arbeiterpartei gethan hat, die Anstellung chinesischer Arbeiter zu verbieten. Die Leute sind einmal da, sie müssen sich ernähren, und das können sie nur durch Ar deit. Ein. Gesetz, das sie daran verhindert, ist nicht nur inhuman, sondern auch versassungswidrig.,' und wie immer die Versassung des betr. Staates lauten möge, welcher dasselbe erlakt, so verstößt es gegen die Bundesverfassung, welche alle Bewohner. des Landes in ihrer Freiheit schützt. Eine vernünftige Gesetzgebung wird den einmal im Lande befindlichen Chinesen auch nicht ein einziges der Rechte versagen, welche die übrigen Bewohner des Landes haben. . Zeit ist eS jedoch, daß der Congreß in dieser Angelegenheit Etwas thut, die EinWanderung der Chinesen zu verhindern. Es ist dies Sache der Bundesgesetzgebung. Die Chinesenfrage muß gelost werden, wenn es in Californien nicht noch schlim mer zugehen soll. .Kann man auch die Einwanderung der Chinesen nicht wohl verbieten, so kann sie doch durch Auferlegung einer so hohen Kopfsteuer, daß sie Niemand bezahlen kann, oder will, verhindert werden. Dies ist der einzige Weg, wie die Frage gelöst werden kann. Bei dem ungeheuren Einflusie, den das Monopol im Kongresse hat, stehen die Aussichten auf eine derartige Lösung freilich einstweilen sehr schlimm, aber die Umstände werden sie in nicht allzuferner Zeit eben doch zwingen. . Freidenkende Geistliche. Das Rad des Fortschritts rollt unaufhallsam weiter und wenn auch langsam, so werden doch schließlich auch diejenigen, die sich am meisten gegen allen Fortschritt und alle Ausklärung auflehnten, mit fortgezogen. Den Beweis dafür hat neu' lich ein Pastor in Evansville durch Darlegung seiner durchaus freisinnigen Anschauungen geliefert und auch jetzt macht wieder ein freidenkender Geistlicher von sich reden. Es ist diesPastorM.Adams zu Rochester, N. I., der in der dortigen Plymouth Kirche in einer Weise predigte, die bei seiner Gemeinde großes Erstaunen hervorrief. Er verdammte in unzweideutiger vprache die Lehre, daß'es eine Hölle und einen Teufel gebe, indem er sagte : ,3$ erkläre feierlichst und rufe Gott zum Zeugen an, daß wenn die volksthümlichen Anschauungen über dieHölle begründet sind, ich freudig mein Anrecht auf ewige Glückseligkeit . " v . . . VW) xCMin. ylNgeveN lvuroe, um um uuc seele aus jenem Ort der Qualen erlösen

zu können. Ich kann mir nicht vorstellen, daß meine Unsterblichkeit mir zum Glück gereichen könnte, wenn ich wissen müßte, daß Millionen meiner Mitmenschen, darunter solche, die ich wahrhast liebte, im Höllenbrodel hoffnungslos leiden muffen." Er sagt, die Kirche sei im Verfall begriffen und die gegentheilige Behauptung, welche Bischof Simpson in seiner am Sonntag zu Cincinnati gehaltenen Predigt aufstellte, sei mit dem Pfeisen zu vergleichen, durch welches man sich die Angst zu vertreiben suche. Ungläubigkeit, sagte er, frißt am Mark und Bein der Kirche und die Kirche allein ist dafür verantwort lich da sie an falschen Lehren über unser Leben im Jenseits festhält. Trotzdem man, wie gesagt, über die Kühnheit der Sprache erstaunt ist, scheint es doch, als ob Herr Adams nicht gezwungen werden wird, sein Amt niederzulegen, da die Mehrheit seiner Gemeinde wie er denkt. Adams ist 40 Jahre alt und einer der ge lehrtesten Kanzelr'edner. Die Selbstmorde und ihre Ursachen. Die Selbstmordstatistik der letzten Jahrzehnte bildet ein trauriges Kapitel. Es ist der zahlenmäßige Nachweis geliesert, daß die von manchen Seiten bestrittene Zunahme der Selbstmordsälle fast überall mit Ausnahme Norwegens wirklich statthabe. In den meisten deutschenStaaten ist eine Zunahme um 80 160 pCt. zu konstatiren. Aus eine Million Einwohner kommen durchschnittlich alljährlich Selbstmörder : in Sachsen 300, inDänemark 280, in Würtemberg 180, in Mecklenburg 167, in Baden 156, in Preußen

133, in Oesterreich 122, in Bayern 103, in Schweden 81, in Belgien 73, in Norwegen 40. Nichts kann uns aber genauernAufschluß über denWohlstand cinesLandes und über die Zufriedenheit der Bewohner desselben geben, als die Selbstmordstatistik. Es ist eine bekannte und sehr einleuchtende Thatsache, daß je größer der Wohlstand eines Volkes ist, desto weniger Selbstmorde vorkommen, und so auch umgekehrt. Man kann dreist behaupten, und die. Statistik unterstützt diese Behauptung, daß neun Zehntel der Selbstmorde, Ursachen des sozialen Elends sind. Die Lebensmüden sind größtentheils dem harten Kampf urn's Dasein unterlegen, also durch die Vetfür zung, die sie im Leben erfahren mußten, in den Tod getrieben worden. Ja noch mehr, selbst die größere Zahl derjenigen, die deshalb Hand an sich anlegten, weil sie das Ziel ihrer Wünsche nicht erreichen konnten, sind Opfer unserer gesellschastlichen Einrichtungen. Kein vernünftiger Mensch wird es als ein ewiges Naturgesetz betrachten können, daß ein Mann, der ein Mädchen liebt, oder ein Mädchen, das einem Manne seine Gunst zuertheilt, nur deshalb auf den geliebten Gegenstand verzichten soll, weil Standes- oder Vermögensunterschiede sich der Verbindung in den Weg stellen. .Kommen ader derartige Fälle nicht täglich und tausendfach vor und ist nicht das Ende von solch traurigen Zufällen, so und so oft ein Lebewohl dem Leben? Und je mehr Klassenunterschiede in einem Lande aufgebaut werden, desto mehr unglückliche Menschen wird ein sol ches Land haben und einen desto größeren Beitrag zur Selbstmvrdstatistik wird es liesern. Daß Deutschland in dieser Beziehung so bejammernswerth viel leistet, thut uns leid, konstatiren zu müssen. Aber es ist kein Wunder. Zu jeder Zeit leiden in Deutschland, so und so viele Tausende am Hungertuche, Andern wird das Leben durch miserable Soldatenschinderei unerträglich gemacht und wieder Andere werden durch oben ' angedeutete Ver-' hältnisie zu einem letzten verzweifelten Schritte getrieben. In Deutschland werden leider diese mißlichen Zustände nur durch Gewalt beseitigt werden können. Wie lange das noch dauern kann, ist freil'ch unbestimmt, aber es gährt schon jetzt ganz gewaltig. , , Ein nobler Räuber. i Die dunklen Punkte, die im Leben so Vieler aus der hohen und höchsten Gesellschast zu sinden sind, kommen leider nur selten an den Tag. Wenn dies aber einmal der Fall ist, so entpuppt sich gleich die ganze Schlechtigkeit des betreffenden Gauners. So meldet man aus Paris untern 16. Mai : Der junge Vicomt oe Civry, ein Enkel des berüchtigten Herzogs von BraunI schweig, wurde gestern im hiesigen Crimi nalgencht zu drei Jahren Zuchthaus ver-

urtheilt. Der lockere Zeisig miethete im Jahre 1876 von Frau Lecocq, die auf Reisen ging, deren möblirtes Haus für 5200 Francs per Jahr.' Er richtete sich in dem Hause ein, hielt Equipagen, Reitpferde, Dienerschaft und Maitreffen und lebte im höchsten Grade verschwenderisch, obwohl er, wie allgemein bekannt war, keinen Cent Vermögen besaß. Als er die Miethe für das erste Vierteljahr bezahlen sollte und seine Pflicht verabsäumte, erhielt er die Aufforderung, das Haus zu verlaffen, und folgte derselben. Als Frau Lecocq nachher entdeckte, daß alle ihre Kleinodien, Silbergeschirre und Kostbarkeiten, die sie vor Verlaffen des Hauses in einem im Keller eingemauerten Geldschrank verwahrt hatte, verschwunden waren, konnte man des Herzogs Enkel nicht in Paris ausfinden. Er wurk e jedoch kurze Zeit später in London verhaftet, und einem dortigen Polizeirichter vorgeführt, aber entlaffen, da der Richter erklärte, der Fall liege außerhalb seiner Jurisdiktion. Der Vicomt stellte sich jedoch entrüstet darüber, daß man ihm den Raub der Kleinodien zu Last legte, und verlangte nach Frank' reich ausgeliefert zu werden, um sich vertheidigen zu können. Er kam auch richtig vor das Gericht in Paris, wo seine Schuln klar nachgewiesen wurde, obwohl er sich alle Mühe gab, den Raub seiner Diener' schast in die Schuhe zu schieben." Es heißt, daß der deutsche Kaiser seine Einwilligung zu einem Gesetze zur Modi ficirung der Maigesetze gegeben hat. Die Strikes in Frankreich, welche in letzter Zeit großartige Dimensionen ange nommen hatten, nahen sich ihrem Ende. In Gotha wurde seit langer Zeit wieder einmal eine Feuerbestattung vollzogen. Der Leichnam war der, der Gattin des Landschaftsmalers Morgenstern aus München. In Paris ist die Sterblichkeit in letzter . Woche wieder bedeutend gestiegen. Allerlei Epidemien grassiren in der Stadt und geben Anlaß zu ernstlichen Besorgniffen. Unter den aus St. Petersburg ausgewiesenen Juden befindet sich auch ein Bürger der Ver. Staaten. Nun, auch der kann sich die Ausweisung als eine hohe Ehre anrechnen. Die russischen Studenten dürfen jetzt nicht mehr heirathen wenn sie nicht von der Universität ausgeschlossen werden wollen. Die persönliche Freiheit wird doch allenthalben' von Tag' zu Tag mehr mit Füßen getreten. Ein in Braunschweig, in der Bracke'schen Druckerei hergestelltes Flugblatt, das eine biographische Skizze des Verstorbenen enthielt, wurde polizeilich verboten. Also selbst die todten Sozialisten dürfen in Deutschland nicht verherrlicht werden. Die Landesgcmeinde Uri in der Schweiz hat die Wiedereinführung der Todesstrafe für vorbedachten Mord und selche Fälle von Brandstiftung bei denen Menschenleben zu Grunde gingen, besürwortet. Nun auch für diese Gemeinde wird die Zeit kommen, wo ihr ein Lichtaufgeht. In . der deutschen Reichshauptstadt trifft man Vorbereitungen, den Thiergarten mit elektrischer Beleuchtung zu versehen.. Warum nicht gleich für ganz Berlin diese Einrichtung, damit man auch einmal die sich außer dem Garten befindlichen großen Thiere" in einem andern Lichte sehen kann? Das Musikfest in Cincinnati hat viele Fremde angezogen. Die musikalischen Leistungen fanden großen Beifall aber es will uns schier bedünken, daß der Gerstenfast den Anwesenden noch viel mehr Begeisterung entlockte. Cincinnati ist eine wahre Bummelstadt und derartige Feste sind immer mehr oder weniger dazu da, der Bummelei ganz besonders zu huldigen. ! Der Petersburger Golos - will wiffen, daß man die Absicht hat, von nun an die Hinrichtung der Verbrecher so ganz in aller Stille zu vollziehen. Man will die großen Volkshaufe,', bei denen sich bisher immer mehr Sympathie als Abscheu für die Verbrecher offenbarte, fern halten. Damit ist also das offene Geständniß gemacht, daß die Vollziehung der Todesstrafe nicht abschreckend wirkt, daß sie vielmehr noch Mitleid für den Verbrecher erweckt. Was sagen die Befürworter der Todesstrafe dazu, wenn sie mit ihren Hauptargumenten so tresflich geschlagen werden ?

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(SCHMIDT'S ' ' ; flNie berühmteste und besteingerichtetste und "Invigorating Malt-Extract

oorzugllch anerkannt. Austrage zum Verschiffen von Lagerbier aus allen Eisenbahn Linien werden prompt erfüllt.

K Das Verlangen der London Times", daß die Proletarierkinder in der Scbule ein kräftiges Mittagsmahl erhalten sollen, wird wohl ungehört verhallen. Wer hat in unserer Zeit Muse genug, sich um Proletarierkinder zu kümmern, und wozu dieselben kräftigen, da sie ja doch einigeJahre später in den Fabrikräumen elendiglich zu Grunde gehen. Die Illinois Legislatur hat sich genöthigt gesehen, das Martern des Viehes beim Ttrelben mit spitzigen Schrauben an : langen Stöcken und mit Drehen des Schwanzes, bis die Wirbel verrenkt sind, zu verbieten. ' In einem Schlachthaus zu Chicago wurden von 3,500 Häuten 2,100 i durchbohrt gefunden. Wenn sich nur auch einmal eine Legislatur genöthigt fände, das Martern der Menschen zu verbieten. Die besseren Klaffen" von New Haven, Conn., habenden BenjaminNcyes welcher wegen Lebensversicherungssckwindel im Zuchthause zu Trenton geseffen hat, zur Abhaltung einer Vorlesung aufgefordert. Er- wird über Eigenthum und Arbeit" sprechen. Aus demVortrage kön nen jedenfalls Viele Nutzen ziehen. Der Mann spricht' aus Erfahrung und wird seine Hörer darüber belehren, wie man sich Eigenthum" aus die bequemste Weise erschwindelt und wie die Arbeit nur darin besteht, daß man sein Eigenthum" sicher stellt, bevor man vielleicht erwischt wird. Das Begräbniß des sozialistischen Schriftstellers, Wilhelm Bracke, das am 2. Mai in Braunschweig stattfand, zog Tausende von Menschen auf dem Begrab nißplatz. Man mußte davon abstehen, dem Verstorbenen durch Blumenspenden oder sonstigen Beileidsbezeigungen die letzte Ehre zu erweisen, da die Polizei der artige Beweise der Theilnahme für einen Sozialisten nicht amPlatze gefunden hätte. Nur im Hause wurde der Sarg mit Blumen reich geziert und die Parteigenossen Fritzsche, Liebknecht, Hasselmann, Auer und Wiemer ersuchten die überwachende Polizei, einige Worte am Sarge ihres Freundes sprechen zu dürfen. Das wurde ihnen gestattet und sie rühmten in ergreifenden Worten die vortrefflichen Eigen schaften des Verstorbenen. Die spanische Hof - Etikette wandelt oft ganz absonderilche Wege.' So zieht sie die discretesten Vorgänge in der Familie, über welche die bürgerliche Gesellschaft einen dichten Schleier zu breiten pflegt, mit tiefem Behagen an das Licht der voll sten Oeffentlichkeit. Die Madrider offizielle Zeitung hatte am 23. April gemeldet, daß sich die Königin Christine'in gesegneten Umständen befinde. Diese Nachricht wurde nun unverzüglich den Vertretern Spaniens im Ausland und den hohen Würdenträgern in den Provinzen und Kolonien mitgetheilt. Am 26. fand gar großer Empfang im Residenz-Palast statt und Tags darauf begab sichrer ganz? Hof i in großer Gala nach der großen Basilica Atocha, wo ein Tedeum gesungen ward, ! um das für die Königsfamilie so glückliche Ereigniß zu feiern. , . Die Temperenzlerherrschaft in ' er Jllinoiser ländlichen Fabrikstadt Rockford wird jetzt vollends unerträglich, denn der dortige MayorWilkins hat den bisherigen Polizeichef Sulln und den zweitenPolizeimarschall Welch abgesetzt, weil sie in der Forderung der Temperenztyrannei ihm nicht eifrig genug waren, und sie durch zwei der allerwüthigsten Temperenzler Namens Coonradt und Hammill ersetzt. Selbst viele sich den Temperenzlern zunei-

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SQUARE,) INDIANAPOLIS, IND. Brauerei m Staate. Mein Lagerbier Bottle Beer" ist vor allem anderen als C. F. Schmidt. gende angesehene Bürger waren über die sen Schritt des Mayors empört, weil die abgesetzten Beamten ehrliche und fähige Männer sind. Doch die temperenzlerische Stadtrathmehrheit hat die Ernennungen jetzt bestätigt, nachdem der gesügigeStadtanmalt sein Rechtsgutachten dahin abgegeben hatte, daß der Mayor zu der Absetzung der alten Beamten berechtigt gewesen sei. ' In den Verhandlungen des Westpointer Scandalprozeffes ist eine bis jetzt zurückgehaltene Entdeckurg gemacht worden. Einer der vier Handschristbeurtheiler hat nämlich, wie er behauptet, nach sorgfälliaer Veraleickuna der ibm voraeleaten Schriften herausgefund.n, daß der an den Mißhandelten Whittacker gerichtet gewesene'Warnbrief von einem Blatt Papier abgeriffen war, auf welchem jener einen Brief an seine Mutter angefangen hatte und ferner soll sich herausgestellt haben, daß- drei von den fünf vergleichenden Schriftkundigen, mit aller Bestimmtheit die Handschrift in dem Warnungsschreibe als diejenige Whittacker's wiedererkannt haben. Da. stünde man ja plötzlich vor einem neuen Räthsel. Läßt sich das als unumstößliche Wahrheit nicht anfechten, so müßte man in dem Cadetten ein wahres Monstrum von berechnender Verschmitztheit erblicken, der ein verwegenes Komplott lnscenirt hat, m dem er vermittelst Lug und Trug den Märtyrer spielen wollte . Vorläufig mag man kaum daran glauben, wenn man bedenkt, welch gün stige Zengniffe seines unbescholtenen Charakterö ihm. von achtbaren Personen bis dahin , ausgestellt worden sind. Man mag allerdings aus der seltenen Verkettung von Umständen auf den, ersten Blick einen für Whittacker ungünstigen Eindruck gewinnen, man ziehe aber dabei in Erwägung, daß Ansichten von Handschriften Prüfern schon in vielen Fällen irrig gewesen sind. Es wäre jedenfalls sehr gewagt, auf solche Beweisaussagen hin, selbst auf Grund der gemachten Angaben der That' für schuldg zu erkennen. Der ganze Prozeß ist ja überhaupt nur auf dem schwankenden Gerüst von Umstandsbeweisen gesührt worden. S$ Es erlangten diese Woche Ehecr laubnißscheine : Lewis Hubbard und Jndiana Elements ; John F. Murphy und Mary F. Raincy ; Alsred Stout und Meliffa Jane Roberts ; Christ. F. Bals und Mary M. Lang; rtrt VT i . rvrf F, nooerl .sprlngueen uno 'lnna)umonl ; Joe L. Gospe? und Sallie E. Johnson ; Henry Cook und Lena Dauer; Marcus Keenan und Katie . Wriabt : ?lobn ö. Brinkmeyer und Emma C. Miller ; Charles Dockweiler und Lizzie B. Decher; Norbert A. Dickert und Jane Ellen Williams ; : Otto N. ffrenzel und CarolinaGöv per; Chas. B. Arnold und Frances G. Blake : Wm. Worth undDrem VanWert; Frank Myers und Alice M. Bell, LouisF. Burlin und Virginia M. Many ; Albert Köbele und Dorothea Völkle. LS- John R. Grant und Wm. Stevens die unter der Anklage standen falschesGeld in Cirkulation gesetzt zu haben, wurden am Montag aus der Untersuchungshast entlassen. $ Louis Eßman wurde am Montag wegen Schlägerei bestraft und John Riley theilte wegen Aufreizung dazu ein gleiches Schicksal. Der auf Diebstahl verhaftete Andrew Sheehan wurde amMontag aus dem Counlygefängniß entlaffen.