Indiana Tribüne, Volume 2, Number 40, Indianapolis, Marion County, 15 May 1880 — Page 3
I n d i a n a Xtibxi n e."
3
Die -pflanzschule des Verbrechens ' Im Wiener Gerichtssaale spielte sich in den letzten Tagen eine Verhandlung gegen eine Anzahl jugendlicher Gesetzesübertreter ab, die von großer moralischer Bedeutung ist. Der Vorgang ist kurz folgender: . Um 12 Uhr Mittags werden gewöhnlich die Zellen des Bezirksgerichtes der inneren Stadt geöffnet, und aus denselben treten in Lumpen und Fetzen, gehüllte Gestalten, welche Tags vorher' wegen Unterstands, lostgkeit, Vagabundage und Bettelei aufgegriffen wurden, hervor, um dem Richter vorgeführt zu werden. Drei dieser zerlumpten Gestalten nehmen heute (8. ds ) unsere Aufmerksamkeit in Anspruch. Es V t1 .1 1-I 1 A
vics licinc oviiuucic uu mm uuu a4 bis. 15 Jahren, welche aber offenbar im Wachsthum zurückgeblieben sind; denn Ihre Größe läßt auf einAlter von höchstens acht bis neun Jahren schließen. Entsetz lich verwahrlost sehen die armen Kinder aus ; keines von ihnen hat eine Fußbe kleidung, keines von ihnen hat einen Rock auf dem Leibe. Leopold Artner ist noch nicht 15 Jahre alt und bereits 16 Mal wegen Unterstandslosigkeit und Bettelei abgestraft worden. Der Richter, von sichtlichem Mitleid ergriffen, forscht nach der Leidensgeschichte des Knaben, und da macht derselbe folgende Mittheilungen : .Ich bin ein städtisches Waisenkind und, so viel ich mich erinnere, bis zu meinem elften Jahre in Hernals bei Pflege-Eltern mir unbekannten Namens ausgezogen worden; meine leiblich? Eltern habeich nicht gekannt. Als ich elf Jahre alt war, starben meine Pflege-Eltern ; ich wurde in's Magistrat gestellt und kam nach einigen Tagen zu den Eheleuten Joseph und Elisabeth Frischknecht in Pflege. Die selben schickten mich in eine Buchdruckerei wo lch den Druckern bei der Maschine hel fen mußte und zwei Gulden Wochenlohn erhielt. Diesen Verdienst mußte ich nur nen neuen PflegeEltern abführen. An meinem vierzehnten Geburtstage wurde ich wieder .in's Magistrat" gestellt und da meinen Pflege-Eltern mitgetheilt wurde, daß der Magistrat, weil ich 14 Jahre all sei, nichts mehr für mich bezahle, wurde ich von ihnen fortgejagt. Gleich am ersten Abende wurde ich aufgegriffen und kam in das Polizei-Gefangenhaus, wo ich fünf Tage verblieb. Ich bat den Herrn Magi strats-Rath um eine Lehre; der Herr Rath sagte aber zu mir : .Ich habe keinen Meister für dich;. such' dir selber einen, und jetzt geh!" Richter: Und hast du dir einen Lehrherrn gesucht? Knabe: Ja, aber ich habe keinen gesunden, der mich aufnehmen wollte, und bin so jede Nacht rn's Magistrat" gekommen. R.: Was verstehst du unter dem Ausdruck in'S Magistrat" K. : Die magistralische Abtheilung vom PolizeiGefangenhause. R.: Du siehst so defekt aus. hast keine Schuhe an, deine Hosen sind Fetzen, und Dem yemo t woyi nocy nie oet einer Wäscherin gewesen. Hast du denn nie vom Magistrat ein Gewand bekommen? K. (weinend) : Nein, niemals. Einmal im Winter bin ich in der Nacht auf der Straße aufgehoben worden ; denn ich war vor Kälte eingeschlafen, und man hat mich in's Polizeibesangenhaus geführt, Dort blieb ich die Nacht über. Am Mor gen wurde ich jedoch ausgeweckt und zwar um 5 Uhr Früh, und ungeachtet meines Bittens, mir doch wenigstens ein Paar Schuhe zu geben, auf die Straße gejagt, R.: Erhieltest Du eine Suppe? K. : Auch das nicht; ich mußte hinaus m's Freie, barfuß und ohne Rock. Im Sommer hatte ich's gut. Ich habe bei den GrünzeugWeibern auf dem Naschmarkt geholsen und von. ihnen Obst und Brod bekommen. Bei Nacht habe ich im Freien schlafen können, und zwar auf dem Möl kersteg hinler einer Mauer, wo ich mir aus abgerissenem Gras ein Bett bereitete. Im Winter habe ich im Asylhause geschlafen oder bin in'S Magistrat" gegangen. R.: Und jetzt bist du wieder wegen Bettelns aufgegriffen worden? K.: Ja, denn ich habe , Hunger gehabt, Der Richter verurtheilte Leopold Artner zu vierzehn Tagen Arrestes. Joseph Voll, der zweite. Knabe, .bebt .wie Espenlaub, als er den Saal betritt. SeinGestchtchen wäre Mlb hübsch; aber es ist über und über mit Schmutz' bedeckt. Was zitterst du so? fragte : ihn " der Richter Dr. Well. K. : Mich friert. R. : Mir scheint, du trägst kein Hemd?-tt.: Ich habe keines. R.: Du bist schon unzählige Male wegen Bet telns bestraft worden. K.: Was soll ich machen?. Wenn ich herkomme, hab' ich's gut ; wenn, ich in's Magistrat geh. hab' ich's schlecht Auch dieserAngeklagte
ist ein städtischer Waisenknabe, war bei den sür ihn bestell!en Pflege-Eltern bis zu seinem vierzehnten Lebensjahre und wurde dann in die Welt hinausgeschickt. Im Sommer so erzählt er schlief er im Freien, und im Winter stand er barfuß an. den Straßenecken und flehte Vorübergehende um ' Almosen . an. Da wurde er häusig eingesperrt und wegen Bettelns be straft. Die Nächte verbrachte er zumeist im Asylhause. Carl Weiß ist dreißig Mal wegen Unterstandslosigkeit und Bettelei bestraft worden ; sein Schicksal gleicht dem der beiden anderen Knaben. Weiß erhielt eine mehrtägige. Voll eine vierundzwan zigstündige Arreststrafe. Morgen um 12 Uhr wird Letzterer der Polizei zugeführt, , milSuv irtfS ?Tfn nitlrni" ntftefli 11t
' ."uiiu mm 0 werden. Das eine dieser unglücklichen Kinder ist also schon sechzehn Mal wegen Unterstandslosigkeit und Bettelei abgestraft, das andere unzählige Male, daß dritte dreißig Male und wieder werden sie wegen dersel ben Vergehen, zu deren Vermeidung ihnen jede Möglichkeit fehlt, eingefangen, und der Richter muß von Neuem mechanisch seine richterliche Pflicht erfüllen, sie verurtheilen und abstrafen lassen und von Neuem werden sie halbnackt in die Welt hinausgestoßen, die ihnen keine ExistenzMöglichkeit bietet, als die durch Bettelei, oder Verbrechen, Man schaudert davor zurück, daß die Chinesen neugeborene Kinder, die sie nicht ernähren können oder wollen, aussetzen und verelenden lassen ; in der That, das chinesische Verfahren ist human, verglichen mit dem unserigen. Das ausgesetzte neugeborene Kind erliegt zweifelsohne nach kurzem Leiden dem Schicksale, das ihm seine Mörder bereiten; die städtischen Waisenknaben von Wien aber werden, 14 Jahre alt, mit einem .jetzt geh halbnackt. hilflos der Kälte, dem Hunger und allen Verlockungen zum Bösen preisgegeben. Gewiß trifft weder den Richter, der sie bestraft, noch den Magistratsrath, der das geh" ausspricht, ein persönlichesVer schulden, aber was sind das für Zustände, was sind das für Einrichtungen, die ge wiffenhaften Beamten die Pflicht aufzwin gen, also handeln zu müffen! Ganz ge miß höchst reformbedürftige. Wie kann es aber geschehen, daß solche Zustände lange Jahre fortbestehen, daß ganze Legionen Unglücklicher und Verbrecher auf diese Weise herangezogen werden ! Darf man sich da wundern über die Schaaren von Vagabunden, die das flache Land brand schätzen; über die immer wachsenden Kosten der Criminaljustiz und der Straf Vollstreckung, über die zunehmende Un sicherheit des Lebens und des Vermögens ! (N. Fr. Pr.) Die Haarfrage. Frankreich leidet Noth an Haaren. Entsetzlich, aber wahr ist, daß das Geschäft in Menschenhaaren und die ChignonFabrikation darniederliegt und daß die meisten Haare für die falschen Zöpfe der Französinnen aus dem Auslande bezogen werden müffen, wie in den französischen Kammern bei der Festsetzung eines Zolls von vier und einhalb Francs für je ein Kilogramm importirter Menschenhaare bekannt wurde. Ein Leitartikel der Pari ser Laterne", benutzt diese Gelegenheit, um in folgender geistreicherWeise zu plau dern: Beklagen wir uns darüber nicht,schreibt er, das ist ein gutes Zeichen, und es giebt kein politisches Symptom, das beruhigen der und bezeichnender wäre. Das Elend ist es, das den Handel in Haaren zu Wege bringt. In den Ländern, in denen die ffrauen ihre Haare verkaufen, oiebt es nur I Jammer und Noth. Jedes gläubige Land ist ein armes Land ; jedes Land, in dem Haare verkaust werden,. ist ein gläii biges, ein religiöses, ein monarchisches, ein ultramontanes oder ein feudalesLand. Gebt mir die Haare eines Landes und ich werde Euch sagen, wie dieses Land, wie sein Wohlstand, wie sein Elend beschaffen ist ! Wenn in Frankreich heute der HaarHandel selten wird, so ist dies, der Fall, weil das Land sich wohl besindet, weil mit dem Wohlbefinden der Unterricht sich ver breitet und in die entferntesten Dörfer dringt. Man nehme eineWahlkarte und beobachte sie aufmerksam, überall, wo man republikanische Abgeordnete wählt, derkaust man keineFrauenhaare mehr. Wenn noch irgendwo in Frankreich ein Rest von diesem ehemaligen Handel geblieben ist, so muß man ihn in jenen Provinzen suchen, wo der Royalismus und derGlaube seinen Sitz hat. Wo man das Haar nicht ver
kauft, da kauft man Papier und Seife. Die ganze Haarfrage refomirt sich in oU
gendem Satze: Sie ist eine Frage des Wohlstandes und des öffentlichen Unter richts ! Frankreich ist frei, Frankreich ist reich, Frankreich unterrichtet sich, darum verkauft man in Frankreich keine Haare mehr. Und wißt Ihr, von wo die Ballen Haare herkommen, auf die in Zukunft die Steuer erhoben wird ? Kommen sie aus derSchweiz? Nein, von dort kommt keine Unze, denn die Schweiz ist ein freies Land, sie ist eine Republik und darum verkauft sie keine Haare. .Von diesen Haaren kom men die blonden aus dem Lande derHelme, des Militarismus und des Feudalismus; die schwarzen aus dem der Castagnetten, dem letzten Land in Europa, in dem sich die Inquisition erhielt. Es sind die Gretchen und Lieschen", die für wenige Thaler ihre Haare verkaufen, wenn nicht gar für ein halbes Faß voll saurerHäringe. Das ist die Moral der Sache. Möge jene Zeit kommen, wo alleFrauen wie inFrank reich ihre Kinder in die Schule schicken und ihre Töchter die Haare behalten können ! Die Zerstreutheit. Sie gingen ja gestern ohne Gruß an mir vorüber, und ich weiß doch, daß Sie sonst nicht kurzsichtig sind." Dieser mehr oder minder ernst gemeinte Vorwurf hat wohl schon Manchen in Verlegenheit ge setzt, der allerdings nicht anKurzsichtigkeit, sondern an einem anderen in der civilisir ten Welt verbreiteten Fehler der Zer streutheit, leidet. Und noch viele, weit erheblichere Verstöße, als die oben erwähnte Unterlaffungssünde, sind auf die Ursache zurückzuführen. Aus einem Zwiegespräch wird allmälig ein Monolog. Nichts ah nend spinnt der Redende denFaden weiter; das Thema interessirt ihn, er beleuchtet es von allenSeiten, forscht endlich nachdem Eindruck des Gesagten, richtet eine Frage an sein schweigsames vis a vis und er kennt mit Bestürzung, daß alle seine schö nen Worte ungehört verhallt sind. Wohl sieht er die Augen des vermeintlichen Zu Hörers noch groß und voll auf sich gerich tet, aber mit dem eigenthümlich starren Blick, der jene geistige Abwesenheit verräth, die mit dem Namen Zerstreutheit" bezeichnet wird. Wirkt dieser Fehler in solchen ähnlichen Fällen verletzend auf Andere, 'so bereitet er dem Zerstreuten selbst ost noch empfindlicheren Verdruß. Wenig Menschen sind so gutmüthigen Herzens, daß sie gern durch unabsichtliche Komik zur allgemeinen Belustigung dienen mögen; und wieviel wurde nicht schon über die zahlreichen Quiproquos und drolligen Situationen gelacht, welche die Zerstreut heit hervorzubringen pflegt ! Die ernstesten Folgen aber kann sie herausbeschwören, sobald sie sich auch auf die Berufsersüllung erstreckt. Am gefährlichsten ist die Zerstreutheit beim Arzt und beim Apoth'eker, böse Verluste bringt sie dem Kauf mann; lächerlich wirkt sie im Schauspie lerberufe, und wehe dem Lehrer, der sich von seinen Schülern auf Zerstreutheiten ertappen läßt ! Mit der so nothwendigen Autorität ist es fortan nur noch schwach bestellt. Aerger und Schaden aller Art erwachsen für Hausfrauen aus zerstreutem Wesen, da diese nur durch fortwährendes Aufmerken und Achthaben ihren mannig fachen Pflichten genügen können. Die Eigenschaft der Zerstreutheit ist ursprüng lich nur eine Gewöhnung; die entweder aus zu flüchtigem Denken, dem Abspringen von einem angeregten Thema, oder aus der Anlage zum grübelnden Vertiefen in die eigenen Ideen entspringt. Letztere Neigung ist nun freilich bei manchenNatu ren einer Innerlichkeit zuzuschreiben, die sowohl die Tadler, wie die Lacher entwaff nen sollte. Doch was dem Gelehrten nachgesehen wird, der so ganz von seiner Gedankenwelt erfüllt ist, daß er sich außer halb des stillen . Studirzimmers halb mechanisch bewegt, das bleibt immerhin ein Fehler, der durch strenge Selbstbeob achtung, geistige Sammlung und Disci plin bekämpst werden muß. Nützliche Fälschungen, die Tausende von Dollars ersparen und gewinnen, werden heut zu Tage fabrizirt. Wir machen Fischbein, ohne Fische, Elfen bein ohne Elephantenzähne, Schildkröt kämme u. a. Schmucksachen ohne Schildkröten :c. und jetzt hat man sogar Straußenfedern zum Schmücken unserer holden Damen, welche nie mit jenem edlen Vogel in Berührung kamen ; . ihr Kiel ist aus Celluloid und die Fahne aus künstlich verarbeiteten Seidenfasern, Nachahmungen
von Pelz aus Tüchern, die mit Ziegen
haaren :c. gewebt sind, machten schon voriges Spätjahr ihr Erscheinen in Paris, und Edelsteine, die aus der Retorte des Chemikers hervorgegangen sind, gibls die Menge. - Alle Arten Farben, die aus sei ter.en Pflanzen oder Thieren hergestellt wurden und darum, wie Purpur, Königs blau :c, sehr kostspielig waren, hat die Chemie aus billigen Stössen, ja aus dem Abfall bei der Gasfabrikation bereiten gelehrt. Künstliches Horn wird aus Seetang bereitet. Statt der theuren Eiderdaunen, welche nur, mit Lebensgefahr aus den Fel sennestern im hohen Norden geholt werden konnten, verkauft man jetzt vegetabili sche Daunen, die auf den Stengeln der Bombai Ciba Culatropis :c. massenhast wachsen. Leder macht man aus Papier drei und da die bisher gebräuchlichenHäute für Leder immer theurer und seltener werden, so fängt man an, die bis jetzt verach teten Häute der Alligatoren, Schlangen. Kangaroos und großen Seethire zugerben. Künstliche Butter wird trotz allen Protesten noch immer massenhaft fabrizirt, ebenso wie Eis. Nur Eins wollte bis jetzt noch nicht gelingen auf künstlichem Wege herzustellen, das sind Eier. Eiweiß wird außer zur Nahrung zu sehr vielen Fabrikaten verwandt. Wein und andere Ge tränke werden mit demselben geschönt, so daß sein Verbrauch sich auf Hunderte von Millionen Eier beziffert: Aber wie man auch forschte, hier konnte die Wissenschaft der Natur noch nicht ins Handwerk pfu schen. Arbeitsstatistik in Frankreich. Jn Frankreich hat noch nie eine statistische Erhebung aller mit der Lohnarbeit verbundenen Thatsachen stattgefunden, obwohl England darin mit so gutem Beispiele vorangegangen und obwohl das benachbarte Belgien diesemBeispiele längst gefolgt ist. Die durch das Ministerium des Innern jetzt angeordnete Erhebung wird deshalb als eine täuschende Posie von den Arbeitern'betrachtet. Als Ersatz für eine solche Statistik und zur Controle derselben fordert nun die Revue Socia liste" (No.4) alle Arbeiter Frankreichs auf, eine Reihe von 100 Fragen schriftlich zu beantworten, um das Material zu einer Arbcitsstatistik zu liefern. Die Fra gen werden in 25,000 Exemplaren vertheilt und wir finden sie so sehr daraus berechnet. die pasienden Antworten herauszulocken. wie noch keine frühere Reihe ahnlicher statistischer Fragen. Wahrheit oder Dichtung? Wie es eigentlich mit der Leiche des New Yorker Millionärs A. T. Stewart steht, ist auch eines der Dinge, die Niemand recht auS F v M m smoen rann, vieler Tage lajen wir im Belletristischen Journal-, daß die Leiche längst wieder erlangt sei und in demMau soleum der großen Kirche in GardenCity" ruhe. Jetzt aber veröffentlicht der Phil. Star" das Geständniß, welches ein gcwiffer Jakob Meyer im Januar auf sei nem Todtenbette in New Orleans abge legthat, wonach der Körper des todten Mllllonärs em ganz anderes Schicksal hätte. Jakob Meyer erzählte, er sei früher m Stewards Geschäft angestellt gewesen und habe einen förmlichen Hungerlohn er halten, so daß seine Frau und Kinder, bis auf den ältesten Sohn David gestorben seien. Er sei aus Stewards Diensten ausgetreten, habe aber die ganzen Jahre her ein Gefühl der Rachsucht und Bitter. keit gegen den hartherzigen Millionär gehegt. Er habe immer gehofft, daß er eines Tages lesen werde, daß Stewart er mordet worden oder auf irgend eine Weise verunglückt sei. Schließlich sei der reiche Mann in seinem Bette gestorben und da er zufällig in der Nähe des Todtenhofes gewohnt habe, auf welchem Stewart's Leiche temporär, beigesetzt , worden sei, so habe er beschaffen, die Leiche zu stehlen und seine Rache an dem Todten zu kühlen ; er habe dies mit Hülfe seines Sohnes David ausgeführt und den halbverwesten Körper zu Hause seinen hungrigen Hunden vorgeworfen, welche denselben buch' stäblich verschlungen hätten. Sein Sohn David sei bald darauf an einer Blutver giftung gestorben. ! Stewart'S Leiche sei nicht aus Habgier gestohlen worden, son dern aus Rache ; man werde die Gebeine des Todten niemals wieder erlangen. Der .Star" ließ! den Richter Hilton fragen. welcher die Geschichte als ein hübsch er fundenes SensationSmarchen bezeichnete. Ein alter Angestellter des Stewartschen Geschäftes erinnert sich jedoch daß wirklich
einmal ein .Mann, Namens Jakob Meyer jn dem Stewart'schen Geschäfte angestellt, war.
Amerika und Brasilien. Obwohl die Ver. Staaten von Brasilien den größ ten Theil ihres Kaffees beziehen und dafür jedes Jahr große Summen da hin gehen, st die Ausfuhr unserer so mannigfaltigen und selbst im Auslande sehr geschätzten Jndustrie-Pro-ducte nach Brasilien bis jetzt eine sehr geringe gewesen, so daß, während wir in Brasilien seit Jahren großartige Einkäufe machen, Brasilien selbst nur wenige Einkäufe bei uns machte. Da nun an dieser auffallenden Erscheinung die geringe Be kanntschaft, des Volkes von Brasilien mit unseren Jndustrieproducten Schuld ist, faßte man den Plan, in Rio Janeiro eine Ausstellung von amerikanischen Weinen zu veranstalten, welche nächstens unter dem Schutze der brasilianischen Regierung er öffnet werden soll. Alle Aussteller erhalten für ein volles Jahr unentgeltlich einen angemessenen Raum eingeräumt und die Ausstellungsgesellschast begnügt sich mit einer kleinen Commission sür alle durch ihre Vermittlung verkauften Ausstellungsgegenstände. Dann hat sich in Brasilien auch eine sogenannte kaufmännische Gesellschast gebildet, welche in den Ver. Staaten alle möglichen sür Brasilien geeigneten JndustrieProducte und Waaren unmittelbar von den Fabrikanten einkaufen und mit einem sehr geringen Gewinne wieder verlausen will, um das Bedenken, daß die meisten amerikanischen Waaren in Brasilien zu theuer verkauft werden, zu beseiti gen. Diese Gesellschaft hat in Brasilien gegen 400 Agenturen angelegt und hofft, nach und nach auch amerikar.ischeProducte dort einheimisch zu machen, welche bis jetzt dort noch lange keinen so starken Absatz finden, wie dieWaaren der viel weiter ent feinten europäischen Reiche. Chas. Mcyen & Co. einzige deutsche Anzeigen - Agentur für die gesammte deutsch-ameruanische Presse. 37 Park Now. New York. Etablirt seit 1857. I. H. Batcs, 41 Park Rom (Times" Building). New York. Anzeigen-Agentur. Die IHDUSTRIAL LIFE ASSQCIATI0H Von Indianapolis, Jnd-, ' ist eine einheimische Institution, welche auf ttnr artet l. v . .:.. . . U c n . in. nazlkll uno rircyiigie gegen ;coninann cuunji Wegen näherer Information und Profsekte ende man sich brieflich id r i ersönlich an. die Office von Geo. W. Arsevh, Spe,ial,Agent, 70 Ost Markelstiaße, Indianapolis, Jn Mannbarkeit. Wle vcr5ore ud !cdcr gcui-nncn. ' , Eine Llbbandlunq über die radikale Heilung von Oaa uie oder Srlbstbefteckunz. Socdkn ycreJ'zrgeven, t'.nt neue AuSqabe von Lr. Culvcnvell's Vorlcsxnq üoc? die rad kale Hcüunz . von Polluticnen cder Samen schwäche, gesstige v'.'.v körperliche Echivacde, Hmoernlsse zum Hei reiben, brv?reb?acht durch Selbstbcflecku"q und f7scilechtl!che Ausschwelfun,ien. Dic schreckllS.?:: Folgen tiefcs Lasters stav in dieser l'cn.hmten Brochüre zur SZsrnunz der Jugend mit Me stcrschast geschirrt, und der einzige fitere Weg angegeben, auf welchem eine voll, stand. Heilunz, rhne dcn'lLebra'ich gefährlicher iner lich Medizinen, erzielt erden kann. N-e, alt und fvng, welcl'e an Nervenschwäche, wieder !?schlazenheit, Impotenz oder Pollut onen, und den tau cnv traurige Folqen aesckleck'tliber Ausckweifungen liiccn, seilten diese Schrift mit Sorgfalt studireu. Um ihr die weitmöalichste Verbreitung zu versckassea. wirv kleieive de,umpsava von 6 Eents tn PoMamvs rostfrei nach allen Theilen der Leremigten Staate versandt. Man adrcssire: Idz Culr&rvell lledicai Company, . 41 Ann SU New York, Tost Box 4586. Die beste Zeitschrift halte sie. Schön illustrirt. 35, Jahrgang. T Der SmATitific AmAripiin. Der Scie"tifie American ist ein Wochenblatt von IS Seiten, schön gedruckt und reich illustrtrt, berichtet über die neuesten Erfindungen und über die Fortschritte tn unst und Wissenschaft, bringt Berichte über Land wirthschaft, Obstzucht, Naturwifsenschaft, Geologie Astronomie usw. Preis $3.20 ver Jahr. $1.60 für 6 Monate, einschließlich Porto. Rabatt für Agenten.' Einzelne Nummern 10 Et. Remitation per Postan Weisung an MunnCo.,Herausgeber, ?7ParkRow,N.D. tti Wir besorgen amerikanische und '4? KCII 11? ausländische Patente und haben darin Njhrige Erfahrung. Patente werden u billigen Bedinaunaen besorgt. Da in dem ScientifieAme rican alle durch uns erworbenen Patente bekannt ge macht werden, fo ist das bei der großen Cirkulation des Blattes von großem Vortheil. Auf Verlangen untersuchen wir in jedem Falle k osten frei, ob ein Patent erlangt werden kann der nicht. Auch schicken wir Jedermann frei unser Hand buch über Patentaesetze. CaveatS, Handelsmarken, und wie u. zu elchenKosten dieselben erlangt werden. Unun & Co., 37 Park Now, New York. Zweig-Ofsice, Ecke F und 7. Str., Washington, D. T.
