Indiana Tribüne, Volume 2, Number 39, Indianapolis, Marion County, 8 May 1880 — Page 7
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Londo n, 2. Mai. Der Astronom Sir George Airey erklärte vor dem briti schen Handelsamte, das Tay'Thal bilde eine Art Windfang und ein Sturm habe daselbst größere Gewalt, als anderswo. Seiner festen Ueberzeugung nach sei das Brückenwerk unter dem Anprall der surchtbaren Luftwoge zusammengebrochen. London, 2. Mai. Mehrere der Baumwollfabrikanten im Distrikt Black burn haben auf die Erklärung der Weber, daß sie ausstehen werden, wenn ihr Lohn nicht in demselben Verhältniß, wie derjenige der Spinner 'und Arbeiter an den Krempelmaschinen, erhöht werde, den legieren beiden Klassen ihrer Arbeiter eine in zwei Wochen eintretende Loynreduktion angekündigt. Es wurden noch keine Schritte zur Herbeiführung eines Aus gleiches gethan, und ein Ausstand scheint unvermeidlich zu sein. L o nd o n, 2. Mai. Carl Cowper ist als Nachfolger des Herzogs von Marl borough zum ViceKönig von Irland er nannt worden.
Aus dem Posen'chen wird geschrie den : Wir ertrinken im Ocean des Ger manismus", hatte vor einiger Zeit der Oredownik" ausgerufen, als er den zunehmenden Uebergang polnischer Güter in deutsche Hände zum Gegenstande seiner Betrachtung machte. Heut bricht das ge nannte Blatt in Folge der polnischenMas lenauswanderung (die in diesem Frühjahr bereits ca. 10,000 Leute aus unserer Proninz nach Amerika geführt hat und die noch immer andauert) in eine ähnliche Klage aus : Fast erschreckend ist es so sagt der Oredownik, sich unsere Zu kunft vorzustellen. Unsere polnische c ellschast unter preußischerHerrschaft ist wie eine alte verfallende Schloßruine, in der es auf allen Stockmerken kracht. Platzt, zu sammendricht und einstürzt; und wenn man auch wollte, so wüßte man selbst nicht, was man zuerst retten soll. Oben und Anten bricht alles ein. Das Landvolk wandert aus und der Adel verliert immer mehr seine Güter." Des Weiteren betrachtet der .Orcdownik" die Ursachen der polnischen Auswanderung und findet, daß dieselbe häusiz auf schlechte Behandlung der Landleute durch die Wirthschasts-Be amten, sowie auf Borenthaltung derLöhne zurückzuführen sei. Der Nihilist Hartmann veröffentlicht jetzt in einem Londoner Blatte einen lan gen Artikel, betitelt Meine Haft in Paris", worin er die mit seiner Verhaf tung, Gefangenschaft und Freilassung ver knüpften Umstände ausführlich schildert. Hartmann bemerkt, daß er seine Freiheit hauptsächlich den Anstrengungen seines Anwaltes Engelhardt, der Sympathie der radikalen Partei des französischen Parla ments, sowie der der ganzen französischen .Gesellschaft verdanke. Die Behauptung der .France", daß Ui Polizeipräfekt An drieux seine Verhaftung ohne Erlaubniß des Ministeriums vorgenommen, stellt er in Abrede und gelangt nach Prüfung aller Umstände zu der entgegengesetzten Folge rung, daß der von Andrienux ausgefertigte Haftbefehl aus gewisie Dispositionen des Ministeriums begründet war. Hartmann war entschlossen, sich nicht lebend nach Rußland bringen zu lassen, falls die fran zösische Regierung seine Auslieferung ver fügt hätte. Er befürchtete auch, gegen sei nen Willen nach der preußischen Grenze transportirt zu werden. .Als ich an den Gestaden Englands landete" so schließ er hielt ich mich für völlig frei und ich glaube, daß ich dies noch immer bin." Die Canadier können wieder einma etwas von Pech sagen. Da unterhalten sie in London ein eigenesAuswanderungs bureau, das jährlich viele Tausende von Dollars kostet, lassen in den britischen Blättern Canada als das beste Land für Auswanderer anpreisen und siehe da, mehr Leute wandern aus Canada aus als ein. Im Monat März sind 1800 E'n Wanderer in Montreal gelandet, in dem selben Monat aber verließen über 2000 Canadier Montreal, um in Massachusetts Arbeit zu suchen. Unsere canadischenNach darn beklagen sich auch über die Kostspie ligkeit ihres jetzigen Hofes. Wir lesen da z. B. im .Colonist" : .Die gegenwärtige Hoshaltung in Ottawa kommt uns ziem lich theuer zu stehen. Selbstverständlich kostet die Hoshaltung des Schwiegersohnes der Königin mehr als die eines gewöhn lichen Gouverneurs; allein der Unter schied zwischen Sonst und Jetzt ist doch zu groß. Während Lord Dufferin uns nur aus $72,221 jährlich zu stehen kam, kostet
unö Marquis Lorne im ersten Jahre seines Amtes nicht weniger als $150,000, ohne die großen Summen, die für eine neue
Residenz ausgegeben wurden. Doch was iegt uns Canadiern an Geld? Wir haben ja schon mehr Geld zum Fenster hinausgeschmissen." Das Berliner Polizeipräsidium hat dem Magistrate den Entwurf einer Pott zeiverordnung über das Schlafstellenwesen übersandt. Aus den für nö'hig erachteten Bestimmungen ist ersichtlich, welche gräuiche Uebelstände durch dasSchlafburschen wesen jetzt herrschen müsien. 1. Niemand dars in den von ihm und seinen Familienangehörigen benutzten Wohnräumen Anderen gegen Entgelt Schlafstelle gewähren wenn nicht die von ihm selbst. einen Familienangehörigen und den Schlafleuten zu benutzenden Räumlichkeien folgenden Anforderungen entsprechen: ) Jeder Schlafraum muß mindestens mit einem in der Außenwand des Hauses befindlich-n Fenster versehen sein, b) Jeder Schlasraum muß sürdiejenigenPersonen, welche derselbe für die Schlaszeit ausnehmen soll, mindestens je drei Quadratmeter Bodenfläche und je zehn Kubik meter Lustraum auf den Kops enthalten. Für Kinder unter 6 Jahren genügt ein Drittel, für Kinder von 6 bis 14 Jahren genügen zwei Drittel jener Maße, c) Kein Schlafraum darf mit Abtritten in offener Verbindung stehen. 2. Den gegen Entgelt aufgenommenen Personen darf nur in solchen Räumen Schlasstelle gewährt werden, welche nicht zugleich für Personen des anderen Geschlechts zum Schlasen dienen. Die Londoner .Times" enthält die Ankündignng, daß drei Arbeiter-Candi daten in'3 Parlament gewählt sind. Da vorher nur zwei im Parlament waren, so ist dies ein Zuwachs des gewerkschaftlichen Elements im englischen Unterhause. AuS dem Staate. T Der in Lafayette erscheinende Deutsch'Amerikaner erzählt : Am vorigen Sonntag, Nachmittags um halb drei Uhr, wurde der Prediger der hiesigen deutschen Methodistengemeinde, Rev. H. Schimmelpsennig, während er denKindern in der Kirche Unterricht ertheilte, plötzlich von einem heftigen Krankheitsanfall befallen, bei welchem er augenblicklich die Sprache verlor und Symptome völliger Geistesstörung zeigte. Man brachte ihn nach seiner Wohnung und holte ärztliche Hülfe herbei. Herr Schimmelpfennig war zwei Tage lang vollkommen geistesabwe send und befindet sich noch jetzt in einem Zustande, der die ernstlichsten Befürchtun gen bei seinen Freunden hervorrust. Sein Gedächtniß scheint ganz geschwunden zu sein und kaum vermag er einige halbver ständliche Laute hervorzubringen. Wahr scheinlich liegt hier eine jener inneren Ge Hirnverletzungen vor. welche sich in ganzem oder theilweisem Verlust der Funktionen der Sinnesorgane oder Lähmungen des Muskelapparates äußern. 7 Die New Albany D. Ztg." schreibt: Letzten Samstag zwischen 4 und 6 Uhr wurde Philipp Scharf von Henry Kelley auf der Corydon Pike mehrere Mal ge stachen und schwer verletzt. Man glaubt daß Schars mit dem Leben davon kommen wird. Er wurde nach dem Hause von Joe Renn gebracht, wo er jetzt noch verpflegt wird. Kelly wurde unter 3000 Bürg schast gestellt, welche Col. W. W. Tuley und die Mutter des Angeklagten stellten. Vor zweiMonaten tödtete ein äußerst bisst ger Köter des Kelly den Hund von Scharf, was diesen so aufbrachte, daß erden Hund Kellys tödtete. Von dieser Zeit an datirt ein bitterer Groll zwischen Beiden, der nun beinahe einen Mord zur Folge gehab hätte. Kumoristische s. Gelungen übersetzt. Lehrer: So Mylord, bevor wir heute mit dem fünften Akt von Wilhelm Tell beginnen, lesen Sie gefälligst nochmals den Schluß des vierten." Mylord: Barmherzige Brüder; Rasch tritt der Tod des Menschen an, es ist ihm leine Frist gegeben :c." Lehrer : Recht gut, Mylord. Ihre Aus spräche bessert sich sehr. Haben Sie auch verstanden, was Sie gelesen haben?" Mylord : JD ja, ich haben verstanden sehr gut : Der Mensch muß sterben rasch wenn ihm nichts gegeben wird, waS er frist."
Schiller traf einst einen seiner
Freunde schlafend vor seinem Schreibpulte sitzen, mit dem Anfertigen eines Gedichtes beschäftigt, das mit folgenden Worten an hub: Die Sonne sendet ihrer Strahlen Spitzen, Diö auf deö Meereö tiefsten Grund." Leise nahm ihn Schiller die Feder aus der Hand und setzte darunter : Die Fische fangen an zu schwitzen, O S5nne ! treib ti nicht zu bunt Naiv. Mama, ist eö wahr, daß der liebe Gott die Menschen aus Staub gemacht hat?" Ja, mein liebes Kind, so wird eö uns gelehrt.Dann hat der liebe Gott die Neger je densalls aus Kohlenstaub gemacht." Weßhalb mag der Schweizerkäse stetS so wehmuthstiefe, zährenfeuchte Augen ha ben ? seufzte ein etwas lyrisch angehauchter Gourmand kürzlich in einer Abendgesellschaft. Sein Nachbar ihn assistirend, ant wartete in gleicher Tonart: Er trauert wohl darüber, daß seine Ahnfrau eine Rindvieh war ! Erste Dame (imHintergrunde): Mich wundert es nur, Frau Geheimräthin, daß das ernste Fräulein von Eisensest sich von dem zuckersüßen Zuckerfabrikanten den Hof machen läßt." Zweite Dame: Sehr erklärlich! Sie hat bei den anderen Männern zu bittere Erfahrungen gemacht!" Was ist das Leben? Ein poeti scher Junggeselle schrieb in wehmüthiger Stimmung in sein Tagebuch : Was ist das Leben? Das Leben ist ein Knopf, denn es hängt beständig an einem Faden." WaS ist das Freieste am Menschen? Auf jeden Fall die Haare; denn wenn auch der ganze Mensch hinter Schloß und Riegel im Gesängniß sitzt, so können seine Haare doch ausgehen. Die Offizin der Indiana f vT " turnn e empfiehlt sich zur Anfertigung von Rechnungen, Cirkularen, Briefköpfen, Preislisten, Quittungen Eintrittskarten, Mitgliederkarten, Nroschüren, Constitutionen, Adreßkarten, und allen elnschläglichen Artikeln unter Zusicherung 'ele ganter Ausführung bei billiqem Preise.
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