Indiana Tribüne, Volume 2, Number 39, Indianapolis, Marion County, 8 May 1880 — Page 4

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I n d i a n a r i b ü n e."

Mana Hriöüne.

W o ch e n b l a t t.) Lfsice: Ecke Circle u. Meridianstr. lJm dritten Stock ) jEntered as second-class matter at the Postofiiee at Indianapolis, Indiana. Abonnements-Preise. In der Stadt durch die Post in Hau geliefert Per Jahr im Voran '. $2.00 Per Nummer K Keutö. Otto Schüssel, Herausgeber. P.O.B. 295. Indianapolis, Ind., den 8. Mai 1880. Mm JQ CTa V Q MHAtkMi.H x;uo xjtiv viv iuivtitcu bezüglich der Deficit.Bill kommt nicht überraschend. Es war nichts Anderes zu erwarten. Dieses Veto muß als nothwen dige Folge der früheren Veto-Botschaften eintreten.- Man wird sich erinnern, daß während der Extrasitzung des (Kongresses der Präsident mehrere Bewilligungen mit seinem Veto belegte, weil denselben Klau sein von politischer Bedeutung angehängt waren. Dieses Verfahren hat der Congreb bei der Desicitbill wiederholt. Er hat der sucht, durch ein Anhängsel an die'Bill die Wahl'Gesede indirekt zu ändern. Das konnte der Präsident konsequenter Weise nicht zulassen. Wir stimmen, wie früher, auch diesmal vollständig mit dem Verfahren des Präsi denten überein. Man mag es vielleicht nicht in der Ordnung finden, das ein Mann seinen Willen dem des Congresses gegenüber setzen kann, aber erstens gesiat iet eS das Gesetz, zweitens laßt es sich da .nicht vermelden, wo es unmöglich ist, daß die gesetzgebende Behörde einer anderen m m rm .Parier angeoori, als oie xccurive, roo aiio der ächte Parlamentarismus nicht existirt. Außerdem ist es wirklich eine nicht genug zu tadelnde u. vollständig verwerfliche Praxis, eine der Executive widerwärtige. Maßregel damit erzwingen zu wollen.daß man eS unmRTt tnnAt it aitritrf aittntfn nfin tV)ftvf My lv ( I v zugleich eine andere nothwendigeMaßregel -mit zurückzuweisen. Bei Präsident Hayes . . e r.ir - l V . a CTYl! i a .1 JT i ? . Tjeriajiagi oies 'jjiuizi .niazi. noiy wendig die Defizit Bill ist, so hat er sie doch wegen der angehängten Klauseln mit seinemVeto belegt. Und er hat ganz Recht. Es ist keine Entschuldigung für die Demo kraten, daß die Republikaner auch schon die nichtswürdige Praxis der sogenannten Reiter" verfolgt haben ; eine Sache wird deshalb nicht besser, weil sie schon vorher geschehen ist. Wie in den meisten Staaten durch Versassungsbestimmungen diesem Uebel vorgebeugt ist, indem wie z. B. in Jndiana, dieVerfassung bcstimmt, daß sich kein Gesetz auf mehr als einen Gegenstand erstrecken dürfe, so sollte diesem Uebel auch durch ein wirksames Mittel im Eongreß ein für allemal gesteuert werden. Der nächste Präsident wird, wenn nicht die Demokraten siegen, Blaine, oder der bis jetzt noch unbekannte Drittesein. Die meiste Aussicht auf die republikanische Nomination hat bis jetzt, es thut uns leid, dies sagen zu müssen, Grant. Grant ist der Kandidat der Aem terjäger und professionellen Politiker, und diese haben, in Folge der Nachlässigkeit des Volkes ungemein viel Macht. Am schlechtesten stehen bis jetzt die Chancen für Sherman. Wird Blaine, oder irgend ein Anderer, mit Ausnahme Grands von Seiten der Republikaner nominirt, so glauben wir zuversichtlich, daß dieRepubli kaner siegen werden. Dagegen sind wir fest überzeug daß Grant nicht gewählt wird. Wenn diie professionellen Politiker glauben, sie können diesen Mann, der die Corruption großgezogen, dem Volke auf zwingen, so täuschen sie sich. Die unab hängigen Bürger, welche an dem Ausfall der Wahl kein persönlichesJnteresie haben, und ihrer Ueberzeugung gemäß handeln, werden nicht für Grant stimmen. Ob die Nomination Grant's die Bildung einer dritten Partei zur Folge haben wird, oder nicht, laßt sich jetzt nicht sagen. Wir Hof. fen jedoch, daß, sollte dies der Fall sein, diese neue Partei nicht wie die weiland liberal-republikanische, eine Koalition mit den Demokraten eingehen,' sondern daß sie den Muth haben wird,. zu unterliegen. Siegen kann eineParty, welche zum ersten Male in's Feld rückt, nicht; und einePar. tei, welche nicht den Muth hat, zu unterliegen, und ihre Hoffnungen auf die Zu -kunft zu bauen, bleibt besser ungegründet.

Ob nun eine neue Partei entsteht, oder nicht, im Falle der Kandidatur Grant's, ist den Demokraten, wie wir glauben, der Sieg gewiß. Hohn dem Gesetze. , Wir haben in unserer vorigen Nummer über die Strase, welche über die der Cor ruption überführten, .pennsylvanischen Politiker verhängt wurde,' berichtet. .'Leider werden aber diese sauberen Gesellen der gerechten Strafe doch , entgehen denn am 30. April hielt der Begnadigungshof in Harrisburg' eine Extra Sitzung '.um dem Gesetze Hohn zu sprechen und' ins Gesicht zu schlagen, und die Wahrheit deS Spruches,' daß man 'große Gauner lausen läßt, aufs Neue zu bekräftigen. Der Par donshof beschloß einstimmig, Gnade mal ten zu lassen und ersuchte den. Gouverneur Hoyt um Freilassung der sünsDeliquenten aus der Gefängnißhaft. Nachdem die Strafgelder und Prozeßkosten bezahlt waren, wurden die Gefangenen in Freiheit gesetzt und reisten nach ihrer Heimath zu rück. Dies heißt, prompte Justiz" ge

j übt und mit der Gerechtigkeit Schindluder getrieben ! Am 11. Mai wird' die jetzige Session des Reichstages geschlossen. Louisville feierte Anfangs dieser Woche seinen 100jährigenGeburtstag. Im nördlichen England befinden sub gegenwärtig 7,000 Eisenbahnarbeiter im Ausstand. Bis in 4 Wochen wird das Räthsel, wer der Auserwählte der Republikaner sein wird, gelöst sein. Mit Fürst Gortschakoff geht es jetzt rasch abwärts. Seine Gedächtnißkrafl hat er bereits ganz und gar verloren. Der Prozeß gegen die. 32 Sozialisten in Krakau, welcher dort schon so lange im Gange war, endete mit Freisprechung der Angeklagten. -. ........ . w Man ist in Hamburg sehr erbittert über Bismarck, weil er die freie Reichs, stadt in ihren Rechten als Freihafen zu schädigen sucht. ' . . .. Zur stetig sich wiederholenden Kanz lerkrisis circulirt folgendes Witzwort in Berlin : Fürst Bismarck geht und immer kehrt er wieder!" Die Exkaiserin Eugenie ist in ihrer Reise schon so weit, daß sie bald die Stelle erreicht haben wird, wo ihr Sohn ge fallen ist. - Das neue Kleid, welches die Wests. Post" angezogen, hat sie nothwendig ge braucht. Das alte war schon gar zu sehr abgetragen. In Mexiko findet im nächsten Monate eine Präsidentenwahl statt. Des republikanischen Prinzips halber hoffen wir, 'daß dieselbe ohne gewaltsame Störungen und Blutvergießen vor sich geht. Die Gelbfieberstadt MeQphis hat nunmehr ihr'Abzugskanalsl,stem beendet und die dortigen Bewohner hoffen in die sem Jahre den schlimmen Gast fernhalsen zu können. Zu. wünschen wäre das sehr. m . In einer Strohfabrik zu Corana, L. I. wurden innerhalb drei Tagen drei dort arbeitendeMädchen schwerverletzt. Frau enarbeit in den Fabriken hat bis jetzt noch kein Heil, wohl aber sehr viel Unheil ge bracht. Mehrere Strolche versuchten am Montag die Stadt Omaha in Brand zu stecken und legten zu diesem Zwecke an ver schiedenen Stellen Feuer. Es wurde in deß nur ein Gebäude ein Raub der Flammen. In Cleveland wurden neun große Eishäuser durch Feuer zerstört. Das ist fatal bei dem allgemeinen Eismangel. Da werden nicht nur die Eigenthümer der Eishäuser, sondern auch die Cleveländer darunter zu leiden haben. Eine Depesche, aus Berlin vom 4. Mai meldet : . Der Reichstag nahm heute mit 191 gegen 94 Stimmen das gegen die Sozialisten, gerichtete . Gesetz ohne jede Abänderung an. .Die Debatte vor der Abstimmung war äußerst . erregt und der Präsident rief die Abgeordneten Haffel mann- und Liebknecht, mehrere Male zur Ordnung, indem er ihre Ausdrücke für drohend, beleidigend und unparlamentarisch erklärte.

Der Criminal Prozeß gegen den Schwindler Henry Greenebaum in Chi cago endete mit Freisprechung. So m pörend das auch ist, so hat man es kaum anders erwartet, denn, Geld regiert die

Welt. In Rußland wird die Heranbildung der Frauen zu Medizinern immer allge meiner. In Petersburg und Moskau gibt es jetzt weibliche Aerzte von hohem Rufe, und auch in kleineren Städten geht man daran medizinische Schulen für Frauen zu errichten. In der Stadt Agen in Frankreich ist bei einem Wettrennen eine Tribüne ein gestürzt. bei welcher Gelegenheit 100 Persönen mehr oder minder verletzt wurden. Das ist eben der Geschmack unserer Zeit, daß man an allen halsbrecherischen Manö vern Freude findet. Die Zahl der Vergnügungsreisenden nach Europa ist indiesemSommer so groß, daß schon jetzt alle Plätze auf den Dampsern für mehrere Monate belegt sind. Die Leute reisen aber jedenfalls viel angenehmer als die Schaaren, welche zur Zeit von Europa herüberkommen. Der junge Kalloch, der Mörder De Boungs ist wegen Mordes im erstenGrade in Anklagezustand versetzt worden. Der Vater desMörders hat für dieHandlungs weise seines Sohnes schwer'zu büßen, denn die Anhänger De Boung's machen ihm jetzt das Leben recht sauer. Die Gemeinde des Kantons Appenzell in der Schweiz hat für Wiedereinführung der Todesstrafe gestimmt. Die übrigen Kantone scheinen mit diesem Rückschritt nicht einverstanden zu sein und das ist sehr erfreulich. Mit der Zeit wird dann viel leicht dem Kanton Appenzell auch noch ein Licht aufgehen. Nachrichten aus Deutschland ver sichern, daß.der Sozialist und Schriftstel ler .Wilhelm Bracke lebt, ja daß sich sein Zustand sogar bedeutend gebessert hat. Die Sozialisten dürfen diese Nachricht mit Freuden begrüßen denn Bracke ist ein überzeugungstreuer, unermüdlicher Käm pfer und ein äußerst befähigter Mensch. Die Berliner Zeitung" veröffentlicht ein , .Verzeichniß russischer Damen in Paris, Wien und anderen Hauptstädten, die, ohne offizielle diplomatische Posten zu bekleiden, von der russischen Regierung Gehälter bis zu $65,000 jährlich beziehen. Diese Damen halten offenes Haus, geben Unterhaltungen, bestechen mit Geld oder anderen Reizen. Die israelitische Gemeinde Baydad hat einen Hülferuf an ihre israelitischen Glaubensgenossen erlaffen, weil dort wenigstens 9,000 Jsraeliten dem Hunger tode nahe sind. Also überall die gleichen Erscheinungen, und doch geht es so unge heuer langsam bis sich die Völker selbst befreien. Ueber den neuen schändlichen Be gnadigungsakt in Pennsylvanien, ist die ganze deutsche Presse entrüstet. Nur die Philadelphia Freie ' Presse" , hat Hrn. Kemble zu seiner Freilaffung gratulirt. Das ist sehr bezeichnend für diese Zeitung und die deutsche Preffe kann sich freuen, daß jenes Blatt mit seinen Ansichten über Gerechtigkeit allein dasteht. In New Pork wurde am Sonntag D.'M. Bennett, der eben aus dem Ge fängniffe entlasten war, mit einem außer ordentlichen Beifallssturm empfangen. Es wurden Reden gehalten, in denen das Muckerthum und besten despotische Aus schreitungen in der Republik scharf ge geißelt wurden. . In Tcrre Haute haben die Republi kaner einen glänzenden Sieg erfochten. Sie gewannen in allen Wards der Stadt mit einer Ausnahme, und in dieser einen Ward siegten die Demokraten mit bloß einer. Stimme Majorität. Unter den Ursachen dieses Sieges steht der Ueber gang der meisten Greenbackler zu den Republikanern, obenan. . Der Einwandererstrom hat immer noch nicht nachgelassen. Deutschland stellt dabei ein ziemliches Kantignent. Und das Schlimme dieser Auswanderung besteht sür Deutschland darin, daß ihm gerade die besten Kräste entzogen werden. Die AusWanderer befinden sich meistens in den besten Jahren und man kann also sagen, daß der Kern Deutschlands seine Heimath verläßt.

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Bier

(SCHMIDT'S ie berühmteste und beste'.ngerichtetste und "Invigoratirißr Malt-Extract

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vorzüglich anerkannt. Aufträge zum Verschiffen von Lagerbier aus allen Eisenbahn Lwien werden prompt erfüllt. C. F. Schmidt.

Gefängniß Reform. Die Frage der Gefängniß . Reform ist eine sehr alte. Aber sie ist ihrer Lösung jetzt nicht viel näher, als sie es vor sünfzig Jahren war. Gefängnib- Reform. Con greffe und GefängnißReforM'Vorschläge gehören hierzulande wie in Europa noch eben so sehr zur Tagesordnung ie da mals. Die Ursachen, weshalb man noch immrr nicht in einem befriedigenden Endergeb niste in dieser Frage gelangen konnte, sind doppelter Art. In der Strafrechts lehre, wie in der im engsten Zusammen hange mit dieser stehenden Gefängnißstrafe i hat von alten Zeiten her ein Zwiespalt darüber geherrscht, von welchem Gesichts punkte der Staat bei der Bestrafung sei ner Verbrecher ausgehen soll. Von der ei nen Seite wurde und wird noch behauptet, daß der Staat sich dem seine Gesetze über tretenden Verbrecher gegenüber im Stande der Nothwehr befindet und daß die Strafe demgemäß nur als eine Abwehr des ver brecherischen Angriffs auf die Staatsordnung gerechtfertigt werden kann. Auf die ser Anschauung beruht der grafrechtliche Grundsatz, daß der Hauptpunkt der Strafe darin bestehe, nicht nur den Verbrecher sondern auch Andere, die nur durch die Furcht vor der Strafgewalt des Staates von der Begehung vonVerbrechern zurück gehalten würden, abzuschrecken. Im Ge gensatze zu dieser Strasrechts-Theorie steht die, daß der Verbrecher im Grunde genom men moralisch krank sei, daß das Verbre chen als Svmptom dieser Krankheit allzu sehen sei. den Verbrecher zu heilen und ihn sowie Andere vor den gefährlichen Ausbrüchen seiner moralischen Verkehrtheit zu schützen. Der Staat sei hierzu um so mehr verpflichtet, da seineEinrichtungen und der Mangel an gehöriger Fürsorge seinerseits meistens einen großen Theil der Schuld ander moralischen Verwahrlosung der Verbrecher und an deren Folgen trage. Aus dieser Anschauung berüht die andere Strafrechts Theorie, derzufolge der Hauptzweck der Strafe darin bestehen soll, den' Verbrecher zu beffern. Es liegt aus der Hand, daß diese Grundverschiedenheit in den Ansichten über das Wesen.und den Zweck der Strase zu wesentlich verschiedenen Ansichten über den Charakter der Ge fängnißstrafe führen muß. Der ersten Theorie zufolge soll ein Zuchthaus eine Abschreckungsanstalt, der zweiten zusolge eine Befferungs und Heilanstalt sein. Außer diesen Gegensätzen hat sich aber auch im Laufe der Zeit ein anderer her ausgebildet. Die schwereSteuerlast, welche den Staaten durch die Unterhaltung und Bewachung von Sträflingen auferlegt wurde, hat schon seit langer Zeit dazu ge führt, daß man die Sträflinge durch ihre eigene Arbeit für die Kosten, die ste dem Staate verursachen, zahlen machte. Und dieser Nebenzweck der Gefängnißstrafen, wie man die Sache wohl nennen kann, kommt so vielfach mit dem ursprünglichen Strafzwecken, sowohl dem derAbschreckung wie dem der Befferung in Kampf, daß eine einigermaßen zweck entsprechende Strafge fängniß-Einrichtung sehr dadurch erschwert worden ist. In Europa wo man sich sehr gründlich mit diesen Fragen beschäftigt hat, neigt man sich im Allgemeinen der Ansicht zu, daß das Strafsystem des Staates sich auf beide Theorien stützen, daß es aber die Hauptaufgabe des Staates sein müffe, das Werk der Befferung in die Hand zu neh men, bevor noch die moralische Verwilde rung, aus der die Verbrecher entspringen, in Verbrechen ausgeartet ist, während der Staat andrerseits nicht ohne des Abschre

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SQUARE,) INDIANAPOLIS, IND. i Brauerei m Staate. Mein Lagerbier Bottle Beer ist vor allem anderen als ckungsshstem fertig werden könne, sobald es sich um Bestrafung bereits begangener Verbrechen handle. Profeffor Schlagintweit befindet sich gegenwärtig auf einer Vortragsreise, doch sollen sich seine Vorträge keines besonders guten Besuches erfreuen. DieLeute haben eben Bodenstedt in nicht sehr gutem An denken behalten und sind es müde, derar tige Vortrüge interessant zu finden, denn auch Schlagintweit leistet in seinen Vor trägen nicht viel mehr wie Bodenstedt. Dem deutschenReichskanzler ist wieder einmal von seinem Arzte Ruhe anempfohlen worden. Demnach scheint sein Ge sundheitszustand viel zu wünschen übrig zu lasten. Wäre Bismarck nicht schon seit längererZeit krank, wir würden wahr haftig glauben, der neue ' sozialistische Wohlsteg in Hamburg sei ihm in die Glie der gefahren. In Lancashire (England) steht ein Strike von 26,000 Webern bevor, da die Arbeitgeber eine verlangte Lohnerhöhung verweigerten.' Man' wird sich noch erin nern, daß im Jahre 1878 ein allgemeiner Strike dort aus demselben Grunde zur Ausführung gebracht wurde. Die Arbei ter werden also wahrscheinlich auch dies mal nicht mit sich spaßen lasten. Der Nachricht, daß die fremden Juden aus Rußland ausgewiesen werden sollen wird entschieden wiedersprochen. Es heißt vielmehr, daß die Verordnungen, welche in vielenProvinzialstädten bisher galten, und die eine Niederlastung der Juden nicht ge statteten, aufgehoben wurden. Den Rus sen gebührt dafür allerdings besondere Anerkennung, denn wer hätte solch fort schrittliche Gesinnung bei denen vermuthet. Daß die Todesstrafe nicht die ae wünschte., abschreckende Wirkung hat, zeigt stch wieder einmal in St. Louis. Schon zwei Tage nach der DoppelHinrichtung, welche dort kürzlich stattgefunden hat, er mordete em Mann Namens McQueen seine Frau, mit welcher er seit 30. Jahren verherrathet war, und überlieferte sich selbst der Polizei. Derartige Fälle sollten doch jene Besurworter der Todesstrafe, die da immer von abschreckender Wirkung faseln. zur bester Einsicht bringen. Wir leben wirklich in einem fortae schrittenen Jahrhundert. Wer wollte das noch bestreiten wenn er erfährt, daß ein englischer Henker zu dem Zwecke nach New' Pcrk gekommen ist, um die Mörder Cc und Balbo nach wistenschaftlichen Prinzipien in die Ewigkeit zu befördern. Die amerikanischen Henker sollen wahrscheinlich bei dem Meister in die Schule gehen, da mit ferner gräuliche Metzeleien vermieden werden. Also auch das Henkergeschäst er fordert ein Studium. Nun es gibt ja genug Köpse in der Welt die es noch werth stnd, daß die Herren Henker daran ihre Studien machen. Am Dienstag Abend wäre es einem Reporter vom .Sentenel", Namens Frank Wright, beinahe schlimm ergangen. Er wollte auf einen Wagen eines Pastagier zuges der Pan Handle springen, glitt aber dabei aus, fiel herab und wurde eine ziem liche Strecke von dem Zuge mit fort ge schleift. Er verletzte sich zwar an den Knien und den Knöcheln, da er aber Gei stesgegenwart genug besaß, stch mit den Händen so lange festzuhalten, bis der Zug zum Stehen kam, ist ihm kein weiterer Schaden durch den Unfall erwachsen.