Indiana Tribüne, Volume 2, Number 38, Indianapolis, Marion County, 1 May 1880 — Page 5

I n d i a n a T r i b ü ne ." V

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Lokal.

Am Dienstag den 4. Mai findet die Stadtwahl statt. Es liegt im Intereffe des Einzelnen sich an der Wahl zu betheiligen und für die Männer zu stimmen, von denen man überzeugt sein kann, daß sie das Interesse k er Gesammtheit im Auge behalten werden. Wir lassen hiermit das republikanische Stadt Ticket folgen indem wir es allen Wählern auf das Beste empfehlen: ' :"- Sür SUbeimen. " 1. . Distrikt Francis W. Hamilton. 2. Distrikt-Ge'orge P.' Woods. . 3. Distrikt Daniel W. GrubbS 4. Diftrikt-William H. Tucker. 5. Distrikt Philipp Günther. FürStadtrath. ' 1. Ward-H. I. Prier. 2. Ward-M. : McKay. . : 3. Ward Jas. H. Pritchard. 4. Ward Allen Caylor. 5. Ward John R.Pearson. 6. Ward Dr. F. I. Van Vorhis. 7. Ward-Dr. C. T. Bedford. 8. Ward Fred. Hergt. 9. Wald I. T. Downey. 10. Ward Leon Kahn. 11. Ward Jsaac Thalman. 12. Ward W. H. Morrison. 13. Ward Wm. E. Shilling. 14. Ward Henry Mauer. 15. Ward-Charles Grant. 16. Ward W. Lamb. 17. Ward-Peter F. Bryce. 18. Ward Verschoben. 19. Ward Charles Zeph. 20. Ward Nelson Yoke. 21. Ward Edgar Brundage. 22. Ward-Fred. Merz. 23. Ward Ed. H. Dean. 24. Ward Peter R. Stroupe. 25. Ward Dennis Tobin. Am Pfingstsonntag hat man aus gezeichnete Gelegenheit sich einer Exkursion nach St. Louis anzuschließen. Der Preis ist auf nur $5.00 festgesetzt und vier Tage lang kann man sich vortrefflich amüsiren. SQT Am Donnerstag Abend wurden zwei Farmer Namens Jakob Evans und W. V.oung ihrer Baarschaft, die aus etwa $20 bestand, beraubt. Die beiden Männer begegneten in der Nähe der Jllinoisstraße mehreren jungen Leuten von denen sie ausgefordert wurden mitzugehen um einen recht vergnügten Abend mitzuverleben. Die harmlosen Farmer folgten der Ein ladung. aber gar bald mußten sie die trau rige Erfahrung machen, daß das Vergnü gen nur aus Weite der mlaoenven war. denn diese rückten in der Nähe der Walzwerke den Eingeladenen auf den Leib, be raubten sie und brachten sogar dem einen mehrere schlimme Verletzungen bei. 3 Die Telephon Verbindung mit dem Irren Asyl und der Stadt wird nun auch hergestellt werden. In Carney's Faßdaubenfabrik er eignete sich am Dienstag ein schrecklicher Unglückssall. Gibman, ein in jener Fabrik beschäftigter Arbeiter brachte seinen rechten Fuß einer Cirkelsäge zu nahe und in wenigen Augenblicken waren ihm die Zehen desselben abgeschnitten. SQT Das Gewitter, welches uns in der Nacht von Samstag auf Sonntag heim suchte hat m Brown's Apotheke No. 90 Fort Wayne Avenue merkliche Spuren hinterlassen. Der Blitz schlug in jenem Hause ein und der Schaden der dadurch angerichtet wurde, beläust sich auf etwa $80. Die Versammlung für geistiges Turnen war am letzten Sonntag ziemlich gut besucht und das aufgestellteProgramm wurde zur Zufnedenheit aller Anwesende durchgeführt. Die Natur hat bereits das schöne grüne Kleid angelegt auf das sich die Menschen schon seit langer Zeit gefreut haben. t Die Bausaison hat bereits begon nen und der Stadtschreiber hat jetzt immer viele Bauerlaubnißscheine auszustellen. I Die Frau Brown muß erst noch - vier bangeWocken verleben, ehe ihr Prozeß oegmnt. Der des Diebstahls angeklagte DanielSullivan wurde vom Polizeizericht dem Criminalgericht überwiesen. iCST Picmc's werden letzt bald wieder an der Tagesordnung sein. Die Mos quitos werden sie im Gefolge haben. Am kommenden Montag feiert der Frauenunterstützungsverein No. 1 fein drittes Stiftungsfest in der Mozart Halle. Ein feiner Ball wird dabei veranstaltet und steht deshalb denBesuchern ein genuß reicher Abend in Aussicht. r- Die Indianapolis, Bloomington und Western Eisenbabncomvaanie wurde von der Indianapolis, Brownsburg ' Gravel Eisenbahncompagnie aus $18,000 Schadenersatz verklagt weil sie ein Geleise über eineLanostraße legen l.eß wozu sie sich erst die Erlaubniß der klagbar gewordenen Compagnie hätte einholen sollen.

,DaS Gefängniß"

beißt das allerliebste Lustspiel von R. Benedix. welches morgen Abend in der Männerchorhalle von Mitgliedern des Freidenker und Soc. Turnvereins zur Aufführung gelangt. Das Stück ist als vortrefflich bekannt und wurde auf allen Bühnen Deutschlands äußerst beisällig aufgenommen. Benedix hat überhaupt mit seinen Lustspielen ungeheure Erfolge errungen. Er steht in'dieser Art eigentlich einzig da, denn seine Stücke sind von wirklich gesundem Humor durchzogen, . die äußerst komischen Verwickelungen sind sehr amüsant und die Sprache ist zwar einfach. aber vielleicht gerade deswegen schön. Die in diesem Stücke Mitwirkenden werden gewiß Alle ihrer Aufgabe gerecht werden, denn jeder Einzelne ist mit Fleiß und Ausdauer an seine Aufgabe gegan gen,, und schon die gelungenen Proben lassen einen Erfolg nicht bezweifeln. Wenn man übrigens dieVorstellung, welche wäh rend 'des Winters von diesen Vereinen veranstaltet wurde noch im Auge behalten hat, so ist man gewiß auch diesmal zu den größten Erwartungen berechtigt. . . - Wir sind überzeugt, daß sich all die Mitglieder bemühen werden, ihre Sache mindestens so gut als das erste Mal zu machen. Es ist daher zu erwarten, daß die Mannerchorhalle morgen Abend bis zum letzten Platz gefüllt sein wird, denn Jeder der sich einmal ein paar vergnügte Stunden berei ten und sich recht herzlich auslachen will, sollte kommen und sich Das Gefängniß" betrachten. Die Abendunterhaltung der Lyra am Freitag vor acht Tagen, bestehend aus einem Conzert mit darauffolgendem Tanz kränzchen war sehr gut besucht. Das Conzert besriedigte auch einen schon etwas verwöhnten Geschmack und legte Zeugniß von den Fortschritten ab, welche die Lyra unter der Leitung des Herrn Wulschner macht. Die Leistungen des Orchesters waren vortrefflich, die StradellaOuverture wurde besonders gut executirt. Der gemischte Chor sang vortrefflich, und legte besonders mit der Schlußpiece ausvaidns Schöpfung, Ehre ein, worin Frau Barmeier mit gewohnterVollendung das Solo sang. Miß Lou. Dickson spielte Lißrs Rhapsodie No. 2 auf dem Piano und ern tete damit solchen Beifall, daß sie sich zu einem zweiten Vortrage bequemen mußte. Frl. Schnull sang eine Arie aus Romeo und Julia von Bellini. Die, besonders in den tieferen Lagen prachtvolle Altstimme der jungen Dame riß, wie immer, fo auch diesmal das Publikum zu nicht enden wollenden Beifall hin. Als Antwort darauf sang sie ein deutsches Lied mit solch vollendetem Ausdruck daß das Publikum .7?."laussturm ausbrach, Das Duett .Fruhlmg und Llebe gesungen l von Frau Barmeler und Herrn Uebelmesser war eme vorzügliche Leistung. Die herrliche Sopranstimme der Frau Barmeur kam vollauf zurGeltung. Zu emem Da Caho lies sich jedoch d:e Dame mcht bevegen. Nach dem Konzert fand das übliche Tanzkranzchen statt. öS-Das feme Culmbacher -öter aus der SchMldtlchenBrauerel, daß vom vorl. gm Jahr noch in angenehmer Erinnerung fleht, ist angekommen, um Herz und Gaumen zu erqumen. was ueorau m vortresflich und es sollte Niemand versäumen. cs mit einer Probe zu versuchen. Das Culmbacher Flaschenbler schmeckt mcht minder gut, als das vom Faste. LS Der deutsche Veteranen - Verein - . ?- i rn - l . v c... yane am Vonniag Veumienw. unv v. schloß zugleich schon jetzt für den Gräber schmückungstag die nöthigen Vorbereitun gen zu treffen. t Des Kohlendlehstahls sind Patrick Hines und Samuel Elnts angeklagt. Die beiden Verdächtigen wurden vom PolizeirtMler ven roLaeiazworenen uoermleen. m? i m r r x . r . ? r kV' Der übermüthlge George Qmck mußte im Polizeigericht blechen, weil er mehrere Personen in den Straßen mrt Stelnwurfen überraschte. . Der Liederkranz hielt am Montag Äkend um Sckluk der Saison ein Calico. Kränzchen in der MozartHalle a aoer keines groben vww u. vennocy amunrien m öic 'anrocienocn sehr gut und feierten den Schluß der diesjährigen Ballfaifon in sehr gemüthlicher Weise. jßT Am Montag bekam im Zimmer No. 3 des Suveriorgerichts Jefferson Jo nes dte Ehesesieln abgenommen die thn an Carrie L Jones banden. Es liegen gegenwärtig mehr Kinder an den Masern als am Scharlachfieber darnieder.

Faust.

Die Härting'sche Gesellschaft gab am vergangenen Sonntag ihr viertes und letztes Gastspiel in unserer ' Stadt. . Die Vorstellung fand im Parktheater statt und Göthe's .Faust" gelangte zur Aufführung, Faust- ist eines, jener Zugstücke, das immer ein volles Haus zieht und so war auch das Parttbeater am' Sonntag verhqltniß mäßig gut besucht. Ueber die Großartig keit des Stückes brauchen wir wohl nichts zu sagenwohl aber 'wollen wir erwähnen, daß die Aufführung, desselben' ungeheure Schwierigkeiten verursacht. . Um so mehr ist es deshalb anzuerkennen, daß die Vor stellung so vortrefflich gelang und.daßdie rrv ..ii.n. t ni' r 'i. f 'xr... ariicuer lorer igave ,o gemaozien waren. Herr artmg.yat durch seinen Herrlichen Vortrag und sein wohldurchdachtes Spiel den' reichgespendeten Beifall ver dient. In dem zweiten Theil resp, den letzten zwei Akten war Härting freilich nicht r? ? ' r i . I amWt, oennjur oicie Scenen jegne ihm das jugendliche Feuer. Daß Frau Hä.ting oas naive Gretchen richtig aus. gefasst hat,, bewies sie in jeder einzelnen Scene. Die Rolle wurde von ihr vor. tresflich gespielt nur wäre eine schlankere Erscheinung für das Gretchen" eher am Platze gewesen. Auch andern Mephisto hatten wir weiter nichts auszusetzen als daß dem Darsteller. HerrnEngel jene große mächtige Figur abgeht welche Mephisto eigen sein sollte. Bei dem vortrefflichen Spiel und hauptsächlich dem großartigen Minenspiel des Herrn Engel hat man aber diesen angedeuteten Mangel gerne über, sehen. Herr Herrmann hat in den beiden Rollen, die er spielte. Famulus und Va. lentin- Vortreffliches geleistet und erntete dafür reichen Beifall. Frl. v. Nesselrode spielte den Schüler und machte damit sehr Furore. An Ganzen gewahrte die Vorstellung einen großen Kunstgenuß der das Publikum zu großer Begeisterung hinriß. LS- Herr E. W. McKenna wurde zum Nachfolger des Herrn Shaler, dem Superintendenten der I. M. d. J.Eisenbahn ernannt. Die frühere Stelle des Herrn McKenna an' der I. & V. Eisenbahn begleitet jetzt Herr I. I. Turner. SS- Die Sonnenflecken werden wieder in größerer Anzahl sichtbar und können mit einem guten Fernrohr wahrgenommen werden ; doch muß man dabei die Vorsicht gebrauchen, das Auge mittelst eines dunkel gesärbten, fast undurchsichtigen Glases zu schützen. Dieselben treten entweder einzeln in Gruppen oder in Reihen auf. Eine? derselben fällt durch seine Größe auf und ist von einer Anzahl kleineren umgeben, die aber nur mit einem guten Telescop entdeckt werden können. Um die Flecken gruppird erscheinen Erhöhungen, welche' ein glänzenderes Licht als der übrige Theil der Sonnenfläche ausstrahlen. . Nach der Ansicht der Astronomen üben die regelmähjg wiederkehrenden Sonnenflecken , einen Einfluß auf die meteorologischen Verhältnisie der Erde aus und hätten wir demnach einen ungewöhlich heißen Sommer zu gewärtigen. Wenn die Sonnenflecken sehr zahlreich auftreten, erscheinen dleNordllchter häufiger wie sonst und es sind bereits nach den Angaben des Professor Plazzl Smith die Nordlichter in Schottland, wo dieselben seit vielen Jahren nicht mehr bemerkt wurden, wieder sichtbar. Vle groe Hitze soll schon vor Beginn des Sommers eintreten. Ein Taubstummer Namens John Dolus wurde jetzt noch obendrein für irrsinnig' erklärt und wird im ' Irrenhause . . unlergevracht werden. Am Donnerstag Abend brannte es in einem Hause an Elisabeth Straße, Das Feuer wurde jedoch bald bewältigt. le ylellgenouenwaaren-aori-ken, welche wegen des theuren Rohmate rials längere Zeit ihre Thätigkeit einge i . . . nellt batten. und tedt alle wlever ,m Gange. Jane Davis hat eine Scheidungs' .i ' klage gegen ihrem Gatten '. eingereicht, weil dieser ein Trunkenbold lst u.id seine Zrau auck nickt aar zu liebevoll hphnnu red. Gallentine. welcher der Ponzel veroayllg vorram, wuroe amonnerstag verhaftet. Mary Stephenfon will von ihrem Gatten John Stephenson geschieden wer. den und hat deshalb auf Scheidung geklagt. Der Gouverneur begnadigte am Dienttaa Kdmard rldlln. der vor emem Jahre zu zweijähriger Zuchthausstrafe verurtbeilt wurde, weil er sich unter sal schem Vormunde in den Besitz von Waa ren setzte. .

. J5S Der Materialismus und

seine Verleumd er war das Thema, welches am Mittwach Abend Herr Schönemann.Pott zum Gegenstand seiner Be sprechung machte. Der Redner bewährte den Ruf, der ihm schon vorausgegangen, vollkommen, denn er wußte seine Zuhörer merkwürdig zu fesseln. .Mit vielem Aus. druck und feuriger Begeisterung, die gar seltsam mit, den, weißen Haaren, des schon bejahrten Mannes kontrastirte, wies der Redner darauf hin, wie die Freidenker, die Bekenner des Materialismus den' manigfachsten Verleumdungen ausgesetzt sind, wie diese.Verleumdungen theils aus fanatischen, theils auß boshaften Gründen, ge gen sie geschleudert werden. Würden, die . . . Gläubigen, von denen meistens ene Wer leumdungen,. ausgehen, sich damit begnü gen. den Gegnern in. rechtlicher, ehrliche: Weise Opposition zu machen, so könne man fick hip nnrfi npfnNrn fnftn meint der Redner und man könnte' versuchen, ' I Gegenargumente zu bringen. .So drehen aber diese Herren den Spieß um und sckie den dem Materialismus Dinge-in die Schuhe, die gerade und nur allein den Glä'ibigen zum Vorwurf gemacht werden können. Da sind es hauptsächlich zwei durchaus jeder Berechtigung entbehrenden Behauptungen .di? dem Materialismus von seinen Verleumdern angedichtet wer den. Die eine fußt darauf als leugne der Materialismus den Geist und die andere macht ihm gar den Vorwurf, daß er die Sittenlehre untergrabe. Dem Redner fiel es natürlich nicht schwer, beide Verdächtigungen zurückzuweisen und es wurde ihm auch leicht zu beweisen, wie sehr gerade das Christenthum jene Anklagen verdient. Er erinnerte neben vielen andern Beispielen nur daran, daß es das Christenthum allein war, welches vor den Behauptungen eines Galliläi's und eines Copernikus mit Schaudern zurückwich und daß es jene Dunkelmänner allein sind, die bei jedem i Fortschritt, den der Geist im raschem Fluge macht, befürchten, daß die Welt aus den Angeln gehoben werde. Die freisinnigen, fortschrittlichen Elemente aber haben und werden zu jeder Zeit jeden Fortschritt, jede Weiterentwickelung des Geistes wie einen Lichtstrahl in der Finsterniß, begrüßen. Und was die Sittenlehre anbetrifft, so hat das Christenthum alle Ursache nach seinen Rechnungen zu sehen. Hier führte der Redner wieder vieleBeispiele an, welche die Mängel der Sittenlehre, wie sie noch heute den Anhängern des Christenthums geehrt wird, klar darlegten. Er berief unter Andern auf eines der Gebote, 0n den Kindern auf der Schul, dank beigebracht wird und welches da heißt, d u s o l l st deine Eltern lieben. . Auf die m. warum? beikt es dann nickt mtil deine Eltern sind, die dir ihre ganze ebe angedeihen lasien u. s. w., sondern a heißt, auf daß es dir wohlgehe auf Erden;" mit andern Worten, nur um deiner selbst willen, sollst du deine Eltern .ben. , - , us der Thatsache, .'daß es sich die meisten Psaffen zur Aufgabe machen, ihr, andächtigen Hörern immer und immer nieder zu wiederholen, daß die Welt sehr schlecht ist und gar nicht besser werden will, scklak Li.rrckünemann.Nt aan, ricktia. ß, bo bi tzt der größere Theil der Welt noch zum Christenthum gehört, da sich ja im Verhältniß nur ein ganz kleines Häuflein von demselben losgesagt hat, für 1 die Schuld dieser schlechten Welt nur das Christenthum allein verantwortlich ge. werden kann. Der Redner meinte, man gebe den vom " fffmfttfmm ylkapsall.n.n nickt I5ak?. W HWVV U!1' 'J"fV Tausende Zeit wie solche das Christenthum gehabt, man gebe ihnen nur ein paar Jahrhunderte und eö wird sich zeigen, daß ie Menschen keine Ursache mebr baben werden, -über die Verworfenheit und Schlechtigkeit der Welt zu klagen. Auch den Vorwurs, daß der Materialismus nur dem Sinnenkitzel und der Genußsucht fröhne, wies der Redner mit Entschiedent j i . w r : ... fi x. m w mmw m mm mmmm w & mmm hwvvm m w nmw r f vm mmm wm mm in erflehten Himmel nichts Anderes als das Schlaraffenland vorstellen könne, daß also auch dieser Angriff abpralle und nur allein nd die Hörer lauschten mit ungeschwächter Aufmerksamkeit. Sehr zu bedauern war, daß sich nur ein kleines Auditorium eingefunden hatte und daß außer d-n Mitgliedern des Freidenker und Zonalen Turnvereins ttcu nur Wenige von dem in Aussicht stehenden geisttgen Genusse locken lletzen. Trotzdem iouten ncu ader. ctc beiden Vereine in ihren eifrigen, geistigen Bestrebungen nich beirren lassen und auch ferner ihren Mit - gliedern derartige Genüsie zu verschaffen suchen.

Wad? muß baumeln !

Die - Verhandlungen in- dem Wa. duschen Prozeß haben in dieser Woche fast noch mehr Interesse erregt als vorher. Das Gerichtszimmer und . die Gallerien waren vollgedrängt 'mit Neugierigen von denen sich Manche- mit. innigem Behagen an der Tragödie weideten. Am vorletzten Freitag .'Mittag wurde-, man mit dem Verhör der. Belastungszeugen fertig, worauf' Wade's Advokat... eine .kurze Nede zu Gunsten J seines Clienten hielt' indem f er. .die. Brown.. beschul digte denselb'n erst" von, seiner, Frau, und Kind, entfremdet zu haben . um jetzt t die .Schuld ihm beizumcsien., Nachdem begann ' ' . . man mir oem Äerbör der Entlastunas,k,i. gen.Der'ersteZeuge warSteph'ensBernard, ein früherer Barkeeper bei Wade. Derselbe machte einige unwesentliche Aussagen UNd Nackldem kam dfr 9Tnnofsnt aus den Zeugenstand. - Er gestand, daß er .. ' schon tttt langer Zett mit Frau Brown ein intimes Verhältniß unterhielt, doch hat ihn Frau Brown als er ihr im Jahre 1875 vorgestellt'wurde zu sich ins, Haus gebeten und ihn dringend ersucht seinem Besuche zu wiederholen. Auch behauptete Wade daß nachdem er 'sich von seiner Frau und seinemKind getrennt hatte er nur auf aus. drückliches Zureden der Brown deren Haus bezog. Damals war der Gatte derBrown im Zuchthaus und Wade will häusig der Brown gesagt haben, daß wenn ihr Mann wieder heim komme, er das Haus verlasien wolle. . Dagegen hat aber Frau Brown protestirt.. Wade sagte ferner, daß er als Brown zurückkam niemals Zeichen der Eifersucht an demselben bemerkt habe. Er wisse aber, daß Brown einmal einem Bekannten gegenüber geäußert habe, daß seine Frau nicht sehr tugendhast sei. Ueber den Mord erzählte. Wade, daß tfnni Brown an dem bewußten Abend ihrem Manne, der am Tische stand und an einem Artstiel schnitzelte, mit einem Hammer auf den Hinterkops schlug, so daß dieser sofort zusammensank. Einen zweiten tööttichen Schlag soll die Brown ihrem Manne versetzt haben nachdem ihn Wade bis zur Frontthüre geschleppt hatte. Wade hatte schon vorher beschlossen nach Jrvigton zu fahren und ging nach dem Vorfall hinaus um sein Pferd loszubinden worauf ihn jedoch Frau Brown zurückhielt und beschwor, dazubleiben, da sie ihn sonst in, die ganze Geschichte mit verwickeln würde, Die Leiche wurde noch an demselbenAbend von Wade und Brown fortgefahren wobei Frau Brown einen Anzug von Wade trug. Nachdem sie Beide durch die Felder nach Hause zurückgekehrt waren, gwgen sie zu einer benachbarten Familie Namens Smitb wokin Nrau Rromn lckon narker die Kinder geschickt hatte. Während der Angeklagte im Countygefängniß gefangen war erhielt er von Frau Brown verschiedene Briefe von denen er einige beantwortete. Einmal hat ihn die Brown -durch eine Ventilations - Röhre eine Feile zugestreckt und ihm dabei zugeflüstert, daß er doch versuchen solle herauszukommen, da. mit tr nicht- gegen sie zeugen brauche. Wade hat jedoch die erhaltene Feile dem Gefängnißbeamten übermittelt. Die euaen melcke nack Made nerbnrt wurden sprachen im Allgemeinen günstig über den Angeklagten, wogegen sie der Browu ein sehr schlechtes Zeugniß ausstellten.. Am Montag Nachmittag verlas Staatsanwalt Elam mehrere Briefe, welche Wade während seiner Gefangenschaft an feine Geliebte schrieb und die sehr zärtlicher Natur waren. In einem Briefe hieß es unter Anderem auch : Ich wollte wir wären an dem Orte wo wir an dem Abend waren als ich Brown ermordete.- Zwei Bankbean.te, denen dieser Brief zur Prüfung vor gelegt wurde behaupten jedoch, daß an der Stelle wo die Worte : I munleraF stehen andere Worte vorher ausradirt wurden.' Am Dienstag wurde das Zeugenverhör beendet und am Mittwoch Vormittag begann das Plaidoyer. Nachdem Herr Brown, der assistirende Staatsanwalt eine kurze Ansprache hielt-, begannen die Vertheitiger Wade's mit ihren Reden. Die Verhandlungen dauerten ' dann noch bis Donnerstag Mittag und nachdem Staatsanwalt Elam noch eine längere Rede gehalten und der Richter dieGeschworenen instruirt hatte zogen sich dieselben zur Berathung zurück. Gegen 8 Uhr reichten dieselben ihr Verdikt ein, das des Mordes im ersten Grade schuldig, lautete. Wade offenbarte bei Vorlesung desselben keine besondere Unruhe. Er hat sich wahrscheinlich schon vorher mit dem Gedanken an den Galgen vertraut gemacht und fügt sich jetzt mit stiller Resignation.