Indiana Tribüne, Volume 2, Number 38, Indianapolis, Marion County, 1 May 1880 — Page 3
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Geschästöaufschwung und Arbcits' löhne.
Als das Frühjahr vor der Thür stand und die Anzeichen sich mehrten, daß es in allen Theilen des Landes ausgedehnte Arbeitseinstellungen mit sich bringen werde, wurden allenthalben Befürchtungen laut, dab es dabei zu ernstlichen Ruhestörungen und Gewaltthätigkeitenkommen werde. Diese Befürchtungen haben sich glücklicherweise nicht annähernd erfüllt. Die Arbeitseinstellungen fanden statt, nahmen, von kleinen und vereinzelten Ruhestörun. gen abgesehen, einen durchaus ruhigen Verlauf und hatten fast allenthalben das Nämliche Resultat, dab bl Arbeiter, mit ihren erhöhten Lohnforderungen ganz oder theilweise durchdrangen. Man kann aus diesem Verlauf die Schlubsolgerung ziehen, daß die Förde, rungen der Arbeiter keine übertriebenen, sondern dem Geschästsaufschwung ent sprechend waren. Die ruhige und gemes. sene Art und Weise, wie die Arbeiterbevölkerung ihren Wünschen Nachdruck gab und ihre Forderungen durchsetzte, ist ein beredtes Zeichen von dem verständigen
Sinn derselben, den sie sich trotz der fana Krahnen (Derricks), die nur 30 Fuß hoch tischen Wühlereien professioneller Auf. waren. Dennoch gelang der Versuch und wiegler und Friedensstörer zu bewahren am 28. August 1859 war der erste Oel gewußt hat. Uebertriebene. Lohnsorde. brunnen vollendet, weicher der Pionier rungen und Arbeiterunruhen würden nicht einer so ungeheuren Industrie und sögewenig dazu beigetragen haben, dem Ge' waltiger Unternehmungen und Speculaschäslsaufschwung ein schnelles Ende zu tionen werden sollte. Er war nur 71 FuK bereiten. Da beides nicht stattgefunden tief, das Oel stieg bis auf ö Zoll zur hat und da auch andererseits der fiebelhas- Oberfläche und wurde dann zu 40 Faß ten Spekulationswuth und dem überstürz, etwa täglich gepumpt und floß mehrere ten Börsentreiben ein schnelles Ende berei Monate. Man glaubte Großes erreicht tet worden ist, so läßt, sich wohl mit Recht zu haben. Dieser Brunnen befand sich in annehmen, daß uns eine längere Reihe Cherry TrceTownihip. Venango CounZy, von Jahren regen Geschäftsverkehrs und etwa 2 Meilen von dem Platze, wo jetzt gesunder wirthschaftlicher Entwicklung be- die Stadt Titusville steht, an den Ufern vorsteht. vonOel'Creek. Freilich wohl wird auch fernerhin muth- Nun ging die Ausregung, das Prospek' maßlich der Arbeiter Veranlassung haben, ten. Landkaufen und Zuströmen derMenge auf der Hut zu sein, um unbegründeten jn jenen Regionen an. In 1859 hatte die Lohnherabsetzungen nachbaltig entgegen jetzige Oil City nur drei oder vier Häuser, treten zu können. Die Gefahr ltegt zu wovon 2 Hotels waren. Bald aber wurde nahe, und die Verlockung ist zu groß, daß es das Centrum der großen neuen Bewe Arbeitgeber, welche Hunderte, vielleicht gung, und schnell war es der Art gewach. Tausende von Arbeitern beschäftigten, sen, daß es 1862 als Flecken incorporirt ihren Unternehmergewinn um colossale wurde. Nun ging jenes tolle, wüste Leben Summen erhöhen, indem sie den Lohn voll Speculation, Spiel und Wetten, voll jedes einzelnen Arbeiters um eine Kleinig. wilder Ausichweisung, ungeheuren Gekeit herabdrücken. Freilich wohl sind die winnsten und ebenso riesigen Verschleu
sem Bestreben außer ArbettsemsteUungen auch noch andere Schranken gesetzt. Dle Betriebsgesellschast muß sich bei ruhiger . Ueberlegung sagen, daß zumal in Jahren flotten Geschäftsbetriebes : die Güte der Arbeit ganz beträchtlich durch heravgedruckte Lohnsatze leiden muß, infcern durch unverhältnißmäßig niedrige Arbeitslöhne natürlich nur die weniger guten Arbeiter gehalten werden können. Da wird sich dann bald herausstellen, daß mehr Auf. sichtspersonal gehalten werden muß, daß die weniger guten Fabrlkerzeugnisse nur mit Schwierigkeit im Geschäftsverkehr lhren Absatz finden usw. usw. Anders indessen gestalten sich dle.VerHältnisse da, wo keine, oder nur sehr be dingte Concurrenz vorhanden ist und wo durch die m Folge unverhaltnikmaölger Lohnerniedrigung verschlechterte Arbeitsleistung das Publikum in erster Linie in Mitleidenschaft gezogen wird. Eine? der nachswegenden Beispiele dafür bietet der Eisenbahnverkehr. Einer Bahngesellschast mag die Verlockung groß erscheinen, ihre Jahreseinnahmen durch eine kleine LohnHerabsetzung um einige hunderttausend Dollars zu vermehren ; in zweiter Linie kommt erst der Gedanke, daß durch die Lohnherabsetzung nothgedrungen die Sicherheit des Bahnbetriebes leiden muß, und daß, noch dazu wenn am Betriebs materia! in ungehöriger Weise gespart wird, ein Eisenbahnunglück sich ereignen kann, das der Bahngesellschaft vielleicht nahezu ebensoviel Schaden zusügen kann, als ihr aus der Lohnherabsetzung Gewinn erwuchs. Dak den' Hauplschaden daS m i w r PUviiium zu iragen oar, oas mit geiun den Gliedmaßen und Menschenleben für den Leichtsinn der Betriebsgesellschaft büßen muß, pflegen die Direktoren derfelben überhaupt nicht in Betracht zu ziehen. Von solchen Gesichtspunkten ausgehend ist das Publikum sehr lcbhast dabei in tereisict, was für Arbeitslöhne gezahlt werden und ob dieselben dem Geschäftsstand entsprechen. W. B. Zur Geschichte der Kohlenöl-Produk tion in pennsylvanten. Jeder, der gerade kein Jüngling mehr! ist, erinnert sich noch der Zeit, wo man
vom Kohlenöl als Brenn und Beleuch-tungs-Material Nichts wußte. Noch vor
30 Jahren brauchte man dasselbe nur als Medizin; es hatte den Namen Senecael", weil es auf dem SenecaSee gefunden und von den Seneca-Jndianern benutzt worden war. Man fischte es auf, indem man wollene Decken auf das Wasser breitete, welche daS Oel aufnahmen und dann ausgerungen wurden. Erst in 1854 machte man die Entdeckung, wie verwend. bar das Oel zur Beleuchtung ist. Man gebrauchte es jedoch unraffinirt m gewöhnlichen alten Fettlampen, die dann auf das Schönste explodirten. Erst nach 1854 fand man, daß diese cxplvdirende Eigenschaft durch Raffiniren entfernt werden kann. Und nun erst erkannte man dessen Werth. Aber was man von dem Wasser abschöpfen konnte, genügte nicht für die. fiei gnde Nachfrage und so wurde in 1853 durch eine Aktien.Gesellschaft unter E. L. Drake, jetzt wohnhaft zu Bethlehem, Pa.. der erste Oelbrunnen durch harten Stein gebohrt. Dies war damals eine schwere, mühsame Arbeit bei den schlechten Werk ,euaen. die man damals hatte, und mit d?rungen des Gewonnenen an, woran die Oel-Ausregung oder das Oel Fieber eben 0 ich war. wie das Gold, und Silber Meber früherer Zeit oder wenn es jetzt neuerdings wieder einmal ausbricht. Es dauerte eine ganze Zeit, bis dieses wilde. gesetzlose Treiben in der neuenOel-Region geordneten Zuständen wich. Und das geschah erst, als der erste Andrang vnd die erste Sensation vorüber waren, Tausende von unglücklichen Spekulanten ihr Alles verloren hatten und die erste primitive Gewinnung einer mühsameren, wissen schafllicherern und mit mehrKapital arbei tenden Weise und der Tiesbohrung, Platz gemacht hatte. Drei Jahre lang dauerte diese tolle Ze-t, dann besserte sich das Treiben, nnd regelte sich zur Niederlassung anstandiger Fami en, zur Errichtung von Schulen, Anstel luna einer gehörigen Polizei und Vermal jung der neuen Städte und Ortschaften, Einsetzung. von Gerichten und zur Einsüh rung von Recht. ' Ruhe und Ordnung, Sofort stellte sich auch die Industrie in n Städten, namentlich in Oil City, ein. und der Bau von Eisenbahnen, wodurch letztere Stadt einen soliden Halt bekam. wurden Oel Rasfinerien, Faßfabriken 2C errichtet und in 1866 wurde die Atlantic und Great Western Bahn bis nach.Oi City vollendet und Maschinen und Wa genwerkstätten für dieselbe errichtet. Jn i68 wurde auch die Jamestown und ffranklin Bahn bis nach Oil City gebau und in 1869 die Allegheny Valley und die Alleghcny River und Oil Creek Bahnen J i869 erhielt dies Centrum des Oehlg I . . t schästs ein stattliches Oel-Börsengebäude und am 11. Märs1871 wurde'es alsStad incorporirt. Die Oelfelder in Bradford County geben jetzt täglich 40.000 Faß Oel, die er schöpften Felder von Clarion, Butler und Armstrong etwa 15.000 Faß im Ganzen 55.000 Faß. siegen 25.000 vor drei Jahren. Die Produktion ist so groß und die Nachsrage so stockend, daß der Preis von $4 in 1876 auf 75 Cents das Faß gefallen ist. Das Bohren rn.es Brunens .kostet $3000 und er liefert durchschnittlich 20 Faß per Tag. Dennoch geht das Bohren nach wie vor weiter, und so wie eine Lokalität erschöpft scheint, wird anderswo der Bersuch gemacht. Jn diesem Sommer fanden
die lebhaftesten Operationen bei ColeCreek oder Coleville, einem größeren Ort, statt, der so zu sagen in eine? Nacht entstanden ist, nach Erschließung einiger ergiebigen Ölquellen . in der Nachbarschaft. Hier geben die Brunnen von 50 bis 150 Faß per Tag, und noch ein anderer Ort ist daselbst im Enstehen.' Aber schon hat sich der Ruf verdrehet, daß Alton, 15 Meilen von Bradford, der Mittelpunkt des Zukunsts Oels" sein wird, und Hunderte von Spekulanten strö men dorthin, und eine neue Stadt wächst wie durch Zauber aus dem Boden. So geht eS also in diesen Oel Regionen noch immer in derselben Weise her, wie in den Gold und Silber'Regionen, Sensation folgt auf Sensation, Städte entstehen und verschwinden. Aber ebenso wie dort sind die Gewinnste und ist die Aussicht aus ErWerbung colossaler. Reichthümer von heut aus morgen nicht mehr vorhanden. Dana und wann kommt noch einmal ein solcher Fall vor, aber im Ganzen müssen auch die 5kohlcnöl'Produzenten sich für geringen Verdienst jetzt ebenso plagen und schinden wie andere Leute. i m
Der .humane" Melikow. Ein russischer Ossiciöser schreibt der P. C." Ende März : Zu den ersten Maßregeln, welche der Chef der obersten Executiv Commission er griff, gehörte die strengste Revision der Staatsgesängnisse sowohl in der Residenz selbst, als auch in allen General-Gouver nements Städten. Im Auftrage des Gra fen Loris . Melikow hat Geheimrath Schmid, Direktor des politischen Departements ln der 3. Abtheilung, zuerst eine Revision der Akten vorgenommen, wobei sich ergab, daß die unter dem Collekliv Namen Buntari" (Rebellen) in Haft gehaltenen Nihilisten, die seit geraumer Zeit keinem Verhör unterzogen wurden, sich auf mehrere Hundert, ja nach einer andern, auf Zuverlässigkeit Anspruch erhebenden Version auf mehr als tausend Köpfe belaufen. Daß von diesen Detenirten auf den hiesigen Ostrog" und die Casematten der Peter- und Paul-Fcstung mehr als die Halste entsällt, ist daraus zu erklären, daß die meisten in den südwestlichen Gou vernements ergriffenen Nihilisten, nach der Hauptstadt .des Reichs gebracht worden sind. Die Revision in den Kasematten der genannten Festung fand dieser Tage. in aller Stille, aber mit aller Gründlichkeit statt, und das Resultat ist für die Gefangenen ein unverhofft günstiges. Bei 30 Prozent derselben dursten ohne Weiteres an ihre Heimaths- oder Zuständigkeitßbehörde ex pedirt und dort gänzlich in Freiheit gesetzt werden, 20 Prozent werden, sicherem Ver nehmen nach, in den Wolga' Gouverne ments internirt werden, wo der persön lichen Freiheit der Betreffenden ein an sehnlicher Spielraum innerhalb gewisser Grenzen gewährt werden würde. Die zweite Halste der Arrestanten, gegen welche die Staatsprokuratoren in aller Form Rechtens Anklage erhoben haben, dürste vor das hiesige Kriegsgericht gestellt wer den. Um die Leiden in den unterirdischen, meist sehr feuchten und daher äußerst ge sundheilsschädlichen Gefängnissen seitZah ren Schmachtenden so rasch als möglich zu mildern, wurde die Verfügung getroffen. daß noch vor der Durchführung der eben erwähnten Maßregeln die Häftlinge in besseren Zellen untergebracht werden soll ten. Dieselbe Maßnahme soll auf die Po litischen Arrestanten in den übrigen Cen tral-Gefängnissen, wie in Odessa, Kiew, Charkow. Moskau u. f. w. ausgedehnt werden." Dazu bemerkt die über russische Verhält nisse gut unterrichtete Frank. Ztg.": .Diese Mittheilungen sind mit Miß trauen auszunehmen, da noch immer zahl reiche neue Verhaftungen stattfinden. Um den Nihilismus auf den russischen Uni versitäten (zu welchen Dorpat nicht ge hört), in den Schulen, unter den Beamten und dem Militär zu vernichten, soll den Studenten das Recht, Corporationen zu bilden, eingeräumt werden, wodurch sie. wie man glaubt, der geheimen Agitatior entzogen werden dürften. Die Semina rien sollen vollständig reorganisirt werden. und die Beamtenwelt geht angeblich einer durchgreifenden Reformirung entgegen Diese dürfte sich auf eine Verringerung der Zahl und bedeutende Ausbesserung der Gehalte der Tsckinovniks reduciren. Was endlich die Armee betrifft, so glaubt man durch einen ausalebigen Garnilonsweazse und innere, der Oefsentlichkeit sich dotiern fig entziehende Maßregeln die wenigen korrupten" Elemente unschädlich machen ,u können.
Metcrsystem für die Ver. Staaten.
Jn Europa machte sich das Bedürfniß eines einheitlichen Maaß und Gewichts Systems immer mehr und mehr fühlbar. 10 vak letzt alle eurovazlyen Flamen, Mi! 0 M . rt 0 tt . 1 I Ausnahme Großbrittanniens und Ruß lands, das Meter-System angenommen haben. Diesem Beispiele sind in jüngster Zeit auch Brasilien und Mexico gefolgt, Auch in den Ver. Staaten findet das Sy stem vereinzelt Anwendung, wiewohl im öffentlichen Leben bis jetzt davon nichts zu spüren ist. . Durch Congreß-Beschluß vom Jahre 1866 wurde das Meter System in Geschäfts-Angelegenheiten für zulässig er. klärt, namentlich wurde demGeneral.Postmeiste? gestattet, daffelbe ausnahmsweise zu Postzwecken lanzuwenden. Inzwischen lst das System durch den Welt Postvertrag vom Jahre 1874 für den internationalen Postverkehr obligatorisch geworden, Die American Metrological Society" und Andere wollen nun dem Congreß eine Vorlage unterbreiten, das metrische System für gewiffeRegierungs. Departements, so besonders für den Zolldienst, amtlich vorzuschreiben. - Die Bequemlichkeit der Zehntheilung kennen wir alle zur Genüge durch unsere Mün,mänrnnnd wiss,n m:r mirfi hon eine Theilung der Maaße und Gewichte nack dem tnmaL&KWtm für uns unaleick beauemer sein würde, als die aeaenwärtige Theilung, ganz abgesehen davon, da eine Uebereinstimmuna unterer Ke. Wichts- und Maaß Eintbeilung mit der nnh,rr mit ,.n in r,n,m JSntihMfirMir ..... n er stehender Länder uns manche Unannehm ickkeit aus dem Wege räumt. Warum NUN aver gewl e Aettlerungs r rn . vactements allein die Annehmlichkeitendes besseren Systems genießen sollen, ist uns nicht recht eifindlich. Würde dem Wunsche . iw- i 4 der .American Metrological Society" ent sprachen, dann kämen n,ir aus dem Regen unter die Traufe; wir würden dann ge setzlich zur Annahme zweier Systeme ver pflichtet werden und hätten die Annehm lichkeit, bei jeder Kleinigkeit, welche das Rcssort des betreffenden Departements be rührt, ein Reduklionsepmpel vorzuneh men. Es sind daher auch schon viele Stimmen gegen den betreffenden Antrag laut gewor den, die leider zum Theil gar nichts von der Einführung des metrischen Systems wissen wollen, wobei sie angeben, eine Nothwendigkeit zur Einführung des Sy stems sei nicht vorhanden, und das Volk wolle von der Neuerung nichts misten. Die bestrittene Nothwendigkeit hat selbst die Regierung durch den CongreßAkt vom Jahre 1866 tbeilweise zugestanden, und die Meinung Einzelner ist noch lange nicht die Stimme des Volkes. flnslit tniinfrfn hnfc tp nMirtMnrif rc . Klnfubruna des metiscken Svstems sur .. ru-;. 5.s. juiuuDi uuv vyuviuv vuiv ,iuiuiv werde. . Der arme Kaiser! Die Wiener Neue Freie Preste" erfährt aus Petersburg, dass der Zar ein wirk licher Gesungener in seinem eigenenPalaste ist. Zehn Ojftziere der Garde haben die Ueberwachung des Gebäudes, sowie aller semer Bewohner und ihrer Beschastigun gen. Besondere Reglements bestehen für jedes Stockmerk. Auf dem Stockwerk, wo der Kaiser und die Kaiserin wohnen, wird Jedermann abgewiesen, der ohne beson dere Ermächtigung kommt und nicht zur kaiserlichen Familie gehört. Zwischen 12 Uhr des Nachts und 8 Uhr Morgens wird nicht einmal der Thronfolger eingelassen ohne belonderen Pafe, den der Hosmar schall von Grote ertheilt. Dies wird so streng durchgeführt, daß neulich sogar der Leibarzt der Kaiserin, Dr. Botkin, eine Nacht zu warten hatte, ehe er die.Patien tin sehen konnte, und die Arznei, nach wel cher er gesendet hatte, wurde zurückgehal' ten, bis Erlaubniß kam. Die Erdgeschosse sind sämmtlich vermauert worden, da sie nicht länger bewohnt werden sollen. Ludmilla Assing, die nicht, wie der Kabel meldet, irrsinnig geworden, sondern am Gründonnerstag inFlorenz e'ntschlum' mert ist, war 59 Jahre alt. Sie war in Hamburg als die Tochter eines Arztes und einer Schwester Varnhagen von Ense's geboren. Als einundzwanzigjahriges junges Maocyen naym ne oer jnm zu sich nach Berlin' und hier trat sie in inti men Beziehungen zu der literarischen Welt, vle n m oem au e iyres Inlets ein Rendezvous gab. Da war Semilasso' der geistvoll, leichtlebige Fürst Pückler, da
war Alexander von Humboldt, da roat
Alles, was dazumal eine Rolle spielte in Berlin. Als Varnhagen starb, bewirkte die Assing die erste Biieffchaftcn und Memoiren.Publikation, während sie vor . .-w-k her etliche Nomane und Novellen von mäßiger Bedeutung veröffentlicht hatte. Die spätere Veröffentlichung der Tag. bücher Varnhagen's, in denen so viele amüsante und pikante Indiskretionen ent halten waren, zog ihr einen Prcßprozeß zu und sie wurde in der That vomBerliner Stadtgericht zu. achtmonatlicher Gesäng nißstrafe verurteilt. LudmiUa floh nach Florenz und von dort aus setzte sie ihre biographischen Arbeiten fort. Die nach' gelnffenen Papiere von Varnhagen und von Humboldt waren für sie eine uner schöpfliche Fundgrube. Die Gräfin Ab feldt, Sophie Laroche, Chamiffo, Genz und Andere mußten es sich gefallen lasten, von ihr literarisch .verwerthet" zu werden. Im Jahre 1874 heiratbete sie. die dazumal bereitsihre 53 Jahre hatte, einen um 20 Jahre jüngeren italienischen Ossizier. Herrn Grimelli. der sich aber, als die literarischen Geldquellen semerGattin ver. siegten, sehr schlecht benahm, so daß die Ehe getrennt werden mußte. Die .Schlkswig'jche Zeitung" enl' hält die fast unglaubliche Nachricht, es sei am 1. April der bisher noch Nicht eingetre. lene Fall vorgekommen, daß die Regierungs.Hauplkasse die sälligen Gehälter Pennonen u. s. w., aus welche die Betref. nden gewartet haben, wegen augenblick lichen Geldmangels nicht ausbezahlt habe. Würde in Amerika nicht sehr auf fallen. Die Pariser Kommunisten machten am 4. April eine Kundgebung am Grabe von Gustav klourens. der bei dem großen Ausfall, welchen die Commune am 3. April gegen die Versailler ausführen ließ, getöd tet wurde. Es sprachen Blarqui und daS Gemeinderathsmitglied Cattiaux. Chas. Meyen & Co. einzige deutsche Anzeigen - Agentur für die gesammte deutsch. amerikanische Presse. 37 Park Now. New York. Etablirt seit 1L?7. I. H. Batcs, 41 Park Rom (Times"' Building).! New York. Anzeigen-Agentur. ... IflUmUFEUSOCUllOI von Indianapolis, Jnd-, ist eine .inhlimiscke Institution, clche auf Unratt.i llckkeit und e,ecbtiakelt aecen Jedermann basilt ist Weg näherer Jnorm i bxtlCt) vt- X l Ci0niic9 an oie uijuc von Geo. w. A, seph, Sxe,ial.Agent, 70 Ost Markelstlaße, JndianaxoiiZ, Jn Mannbarkeit. vcr.ore und Icdcr gcrocnncn. Miö ll'me Mbandlunq über die radele Hebung von Cna r.ie ocer Skibstdefteckunz. tocven ycrausgrgcven, e;ne nrnc flu&tstbe vc:l Lr. 5ulvcrwcl!'s W.'rlcs'nq ü .cr tie rad Uit HeUuaz von Pollutionen oder Samen schwäche, geistige u:.S körper!:chi Ccklvcke. uitemfie iua ci r-iktn. ,c., k"-no?aeb?acht durch Selbstdeflkcku-k, und s'sct-köcku,cke Ausfchwelfun.ea. Tic schrecklichen tzslzr i 1ck3 Lasters swo in dicser ben bmten Brochüre zui ?I?z:nl:nz der Jugend mit Me sterscha't gkschttdi'U, Und der cinz'ge fitere Weg angegeben, aus welchem eine ve2, psnc'.ae Hcilunz, ehne den (Sedraucy gcführüchcr L-.net Ucher Medizinen, erzielt werden kann. 81?, alt nd junz, welZ'e an Nervenschwäche, Nieder gchlazenheit, Jmpctenz oder Pollutionen, nv de:: tau srnd traurigen Folqen gescblecdtlicher Ausicdweifunze icen, sclUen diese Schnst mit Sorgsalt studiren. Um ihr die weitmöglichste Verbreitung zu verscbafZen, Zrd dieselbe bei Lmrsana von 6 Eenls in Poststamxi rcstfrri nach allen Theilen der LZeremtgten Staate versandt. Man adnssire: - ' Iks Culvenell Uedlczi Ccrnpanj, 41 Ann St.. New Tori. Post Box ( Dle beste Zeitschrift balte sie. Schön illustrirt. 35, Jahrgang. Der Scientific American. Der Scie-tifie American ist ein Wochenblatt von 16 Seiten, schön gedruckt und zeich illustrirt, berichtet übe? die neuesten Erfindungen und über die Fortschritte in unst und Wiienschaft, bringt Berichte über Land roirthschaft, Obstzucht, Naturwissen schz st, Geologie Astronomie usm. Preis Z3.20 ver Jahr, $i.0 für 6 Monate, einschließlich Porto. Rabatt für Agenten. Einzelne Nummern 10 Et?. Remitation per Postan roeisung an MunnCo.,Herausgeber, Z7ParkRow.N.D. QKk4-4i4-d Wir besorgen amerikanische und 'yailll ausländische Patente und haben darin Njhrige Erfahrung. Patente werden ,u billi. gen Bedinpunaen besorgt. Da in dem Scientific Ame rican alle durch u, e erworbenen Patertc bekannt ge macht werden, so ist daS bei der großen Eirculation des Blattes von großem Vortheil. Auf Verlangen untersuchen wir in jedem Falle lo st en fr ei, ob ein Patent erlangt werden kann oder nicht. Auch schicken mir Jedermann frei unser Hand buch über Patentgesetze. EaveatS, Handelsmarken, und wie u. zu welchenKosten dieselben erlangt werden. Munn & Co., 37 Park Rov, Nev York. Zweig-Ossice, Eie F und 7. Str., Washington, D. C.
