Indiana Tribüne, Volume 2, Number 38, Indianapolis, Marion County, 1 May 1880 — Page 1

Jahrgang 2 No. 38

Ofsice: Ecke Circle u. Meridian-Straße. Lauscndc No. 90. Indianapotts, Zndiana, Samstag, den 1. Wai 1880.

Frühlingslied. Was lärmt so früh vor meiner Thür, Mich auö dem Schlaf zu wecken? Ich liege K eich und mollig hier In warmen Federdecken. '4 ist Winter draußen noch und kalt, . Noch Stille in den Bäumen ; Der Frühling kommt noch nicht so bald, D'rum laßt mich weiter träumen. Da sing das Lärmen wieder an Durch Thür- und Fensterspalten : Schnell, alle Thore aufgethan, Der Lenz will Einzug halten ! ' So sprach der gold'ne Morgenstrahl, Verjagt hab' ich den Winter Der Wald wird arün, eö klingt im Thal Heraus, ihr Menschenkinder! : Die bunten Falter kamen all' Und all' die gold'nen Käfer ' Und riefe mit Frau Nachtigall : Macht hurtig auf, ihr Schläfer! Ich fuhr empor und machte auf, Da zogen liebe' Gäste Zu mir herein in vollem Lauf Zum frohen Frühlmgsfeste. DaS ist ein Leben, eine Luft, Ein Jubeln und ein Singen, Da muß wohl jede Menschenbrust Voll Freudenlieder klingen ! So zieht der Halde Frühling ein Mit fröhlichem EewimmelDer alte Herrgott schaut darein Und lacht vom blauen Himmel. Hugo Schlag, m I Briefe auö der Hauptstadt.

(Von unserem regelmäßigen Corresxondenten.) W a s h i n g t o n, 23. April 1880. DaS Beste, was der Senat in der letzten Woche that, war dle Verwerfung des trags, den Rest der .Genfer Millionen" unter mehrere Marine VersicherungsGesellschasten zu vertheilen als (5nt schädigung für die Profite, welche sie durch die coniöbewten" Kaperschiffe Alabama und Shenondoah gemacht haben. Die MarineVersicherungs Ge sellschasten berechneten wegen dieser und anderer Kaperschiffe, so lange der Krieg dauerte, eine ExtraKriegsPrämie. Diejenigen, welche mehr Kriegsverluste zu bezahlen hatten, als die erhaltenen Kriegs Prämien betrugen, haben die Differenzen von der Regierung bezahlt erhalten. Es war das offenbar ein Akt von Generösität, indem die Regierung das Risiko Nachtrag lich gut machte, welches die betreffenden Compagnien übernommen hatten. Nun wurden die anderen Versicherungs-Com-pagnieen unverschämt, welche Millionen Dollars mehr in Extra-Kriegsprämien angenommen hatten, als sie für Kriegs Ristkos gezahlt hatten, und verlangten für die mehreren Millionen Dollars Profite, die sie bei demGeschäst gemacht haben. mit mehreren Millionen Dollars entschä digt zu werden. Für dieses absurde Ver langen traten gerade die eminentesten Juristen unter den Senatoren ein, jedoch nicht alle. Senator Edmunds z. B. stellte sich aus Seite des gesunden Menschenver standes, und nicht .juristischerKnistologie. Senator Carpenter lieb sich die Gele genheit nicht entgehen eine .GrantLanze gegen Blaine einzulegen, und sich in ganz spöttischer Weise darüber auszulasten, daß Blaine, der doch kein Advokat sei, sich ein Urtheil über strikte Rechtsfragen anmaße. Blaine leuchtete ihm indeffen heim, indem er nachwies, daß Carpenter selber sechsmal bei verschiedenen Gelegenheiten gegen die selbe Bill stimmte, die er jetzt so sehr be sürwortete. DieAnmaßung der 'LawyeiV? im Senat und im Repräsentantenhaus? geht wirklich ins Weite. Sie machen sich einfach lächerlich mit ihren Prätensionen.' Die große Mehrzahl der wirklich bedeu tenden Staatsmänner in Amerika und Europa begannen ihre Laufbahn nicht als Advokaten.. Für uns genügt es, den Ra men von Washington zu nennen, und was Europa betrifft, so waren weder Bismarck. noch D'Jsraeli noch .Gladstone jemals Advokaten.- Daß diese hier eine so große politische Rolle spielen, liegt einfach daran, daß sie Worte zu drechseln" verstehen, oder wie Nicolaus, .der Kaiser aller

Reußen" sich einst ausdrückte .die erbarm

liche Gabe der Beredsamkeit", besitzen. Wir misten von diesen Schwätzern mehr als Kaiser Nicolaus je in seinem ganzen Leben, von ihnen erfahren hat, denn in Rußtand war es unter seiner Regierung nicht ratbsam, öffentlich zu schwatzen. Ein Curiojum ohne Gleichen ereignete sich in der letzten Woche im Repräsentanz tenhause. Mr. Downey, Delegat vom WyomingTerritorium, stellte den Antrag daß $500.000 bewilligt würden um das Capital mit Bildern auö der biblischen Geschichte zu dekoriren. Das war kurios genug, aber da Niemand Willens war seine Rede zur Begründung desselben an zuhören, so wurde , ihm gestattet, sie im Congressionel Globe" drucken zu lasten. Als nun das betreffende Hestchen erscheint, waren die CongreßMitglieder nicht wenig erstaunt, statt der Rede, ein 15 Seiten (doppelspaltig) langes Gedicht zu finden. welches nebenbei bemerkt, nicht nur von Helden derbiblischenGeschichte,sondern auch von Helden des .Heidenthums", alter und neuer Zeit handelte, und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, hat Mr. Downey diese nie gehaltene und im lobe" ge. druckte .Rede" gegen .Nachdruck" gesichert. Es ist das von Mr. Conger und Anderen ins Spaßhafte gezogen worden, aber es wäre angeniesten gewesen Mr. Downey aus dem Repräsentantenhaule auszustoßen und ihn in seine heimathlichen Gefilde zurückzuienden, in die er ohne Zmeisel viel besser ,pßi, als in den Congreß. Die Sicherung gegen Nachdruck hat nur den Zweck, pekuniärer Vortheile für den Urhe ber .geistiger Produkte" und Mitglieder des Congrestes, welche mit ihren Reden pekuniäre Vortheile zu erlangen suchen. gehören nicht in denselben. Mr. Downey hat wohl selber nie daran gedacht, daß irgend Jemand sein .Blech" nachdrucken wird, aber er wird es aus Kostcn der Ver. Staaten in unendlich vielen Exemplaren drucken und portofrei per Post versenden lasten. C. A. S. In Paris beschäftigt man sich gegen wärtig mit dem Plane, .Hochbahnen" an zulegen. Als Verkehrsmittel sind diese Hochbahnen jedensalls von unschätzbarem Werthe, aber wenn man sieht wie diese! den eine Stadt ganz und gar verunzieren, so möchte man doch lieber von diesem aller dings wichtigen Vortheil abstehen. Die Stadt NewPork hat durch die Hochbahnen ein finsteres, unschönes Anssehen erhalten. abgesehen von dem ganz abscheulichen Spektakel, den diese fliegenden Wagen verursachen. Die Bewohner der Häuser, an denen dieseBahnen vorübersausen, können fast in ihrem eigenen Hause ihr eigenes Wort nicht verstehen, und wenn sich auch Großstädter sonst darein ergeben mästen furchtbares Geräusch für recht großartig anzuschauen, so muß doch Jeder gestehen, daß dieser Lärm ein wenig gar zu groß artig ist. Das Alles sollten stch die Pariser doch erst überlegen. Vielleicht wäre es trotz der gescheiterten Versuche in New Pork doch möglich, statt der Hochbah nen unterirdische Bahnen zu errichten. General Schofeld, der unrühmliche Abkömmling des deutschen Volkes, der sei nen Namen in .Schofield" amerikanistrte und schon 1863 in Tennestee .Schofel getauft wurde, vertheidigt die in West Point bestehende Einrichtung, daß ein Cadet, welcher einen Schlag bekommen hat sich duelliren muß, und vertheidigt dies aus den Srund hin, daß die Bibel für Militärs nicht gelte, daß diese, wenn sie einen Schlag auf den linken Backen be kommen; statt des rechten Backens den Säbel oder Revolver Hinhalten müsten. Die ,.N. 7). V. Ztg." meint dazu : Wir visten recht wohl, daß dieses Gesetz für alle europäischen Militärs gilt. Wir er fahren zum ersten Male, daß es auch in diesem dibelfrommen Lande gilt. Das christliche : .Rächet euch nicht selbst ! die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr", findet also auch hierzulande auf Ossiziere keine Anwendung. Und der Staat, der das verordnet, nennt sich .christlich". Aber dies ist immer nur ein Stück von der ungeheurer'Heuchelei, welche die Gesellschaft vergiftet."

Die berühmte Frauenrechtlerin, Frl. Hubertine Auclert in Paris hat sich in einem Briefe an den Seinepräfekten ganz entschieden geweigert, die ihr aufgebürdete Steuerlast zu entrichten. Sie sagte, daß sie diesen Pflichten erst dann nachkommen werde, wenn man ihr auch die ihr zu Theil kommenden Rechte verleihe. Bis dahin meinte sie, überlaste ich den Männern, die sich das Vorrecht anmaßen, zu regieren, zu befehlen und die Budgets nach ihrem Gutdünken zu verwenden, : auch das Vorrecht, die Steuern zu bezahlen, welche sie nach ihrem Belieben votiren-und umlegen. Gegen die Berechtigung dieser Weigerung wird wohl kein vernünftiger Mensch etwas einzuwenden haben, aber , das Herz und den Muth, derartige Ansichten zu unter stützen, . haben leider bis jetzt nur Wenige. St. Louis sowohl als Chicago können mit Recht Anspruch darauf erheben, als Großstadt betrachtet zu werden. Die erst genannte Stadt kann mit der großen Anzahl Mörder, die gegenwärtig im dortigen

Gefängniste der Dinge harren, die da kommen werden, prahlen, und Chicago kann sagen, daß es nur eine Großstadt vermag, jede Woche sieben Personen (wie das in den letzten Wochen dort der Fall war) für das Irrenhaus reif zu machen. Ob wohl die Kleinstädter aus die Vorzüge der Großstädte neidisch stnd s Der Redakteur der Omaha Post", Hugo Rosinsky hat seineln" Leben durch einen Sprung in die Fluthen einEnde ge macht und die Gattin des Herausgebers jener Zeitung, Frau Banks hat zu gleicher Zeit zu dem ästhetischeren Töstungsmittel, dem Gifte gegriffen. Zwar kündigte die .Omaha Post" den Tod der Frau Banks mit der Bemerkung ' arr, d jene Dame diesen Schritt in einem Anfall von Gei steszerrüttung beging, aber Zböse Zungen wollen wisten, daß die beiden Selbstmorde in Zusammenhang stehen. Eine Cigarren'Fabrik, welche in San Francisco gegründet wurde, scheint die Aufgabe zu haben, den Kindermord in höherem Grade zu betreiben. Es werden in dieser Fabrik nur Knaben und Mäd chen beschäftigt, ohngefähr. 6000 an der Zahl, die natürlich alle gar bald physisch und moralisch zu Grunde, gerichtet sein werden. Neue Anzeigen. Toöes-Mnzelge. Freunden und Bekannten die traurige Mit theilung, daß unser geliebter Gatte, Vater, Schwiegervater und Großvater Carl Nolting im Alter von 85 Jahren und 7 Monaten Sonn tag Morgen um 8 Uhr nach kurzem Kranksein uns durch den Tod entnssen wurde. Louise Nolting, Gattin, geb. Boakowtty, im Namen der trauernden Himerbliebenen. c : Proelmnation. D a ti für irgend Jemand ' ungesetzlich ist, irgend welche svirituose, weinartige, Malz, oder anoere verauicyenoe rirore, um am age irgeno einer City.Wahl alö em Getränk benutzt zu wer. den, zu verkaufen, zu verhandeln oder sortzuge. den, und ' D a eine City.Wahl in der Stadt Jndiana. polis am , Dienstag, den 1. Mai 1880 abgehalten wird, -S o werd:n alle Personen, die es angeht, hier eurch benackrichtigt, daß die Polizei angewiesen ist, da Gesetz am genannten Tage streng zu handhaben und alle Gesetzübertreter sofort zu verhaften. Zum Zeugniß habe ich eigenhändig nnterschrie ben am 1. Mai 1880. ,. I. Caven, Mahor. Zm fyet$m$ew. EinPatent für Fcnster-AwningS ist billig zu verkaufen. Wegen Näherem wende man sich an Otto Schiffel. P. 0. B. 295. Indianapolis, Ind.

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unserer Pretse überzeugen.

Da wir nun einmal die Frühjahrs - Saison

eröffnet baben, versichern wir auch ernstlich dabei zu verbarren, daß man stets die

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