Indiana Tribüne, Volume 2, Number 37, Indianapolis, Marion County, 24 April 1880 — Page 7

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Unsere .herrliche Flotte.In zwölf Jahren des Friedens hat das Volk der Ber. Staaten 416 Millionen Dollars für den Bau und die Erhaltung kiner Flotte ausgegeben, die zum Schutz für unsere Küsten dienen sollte, wenn Um stände dieses Land in einen Krieg hineinziehen würden. Fast der größte Theil jener ungeheuren Summe, mit der man die gewaltigste Flotte der Welt hätte herstellen können, ging durch die Hände der Grant'schen Flottenminister. Ein Theil jenes Geldes wurde verschwendet, ein Theil gestohlen und der Rest sür die Flotte ausgegeben. ' Wie es mit dieser Flotte aussieht. darüber hat uns dieser Tage der Senator McPherson vonNew Jersey belehrt. Wir haben nicht ein einziges Kriegsschiff, das so beschaffen und seetüchtig wäre, wie eines der Kriegsflotte einer andern großen Nation. Bon Kriegsschiffen zweiten Ran ges haben wir neun, die seeüchtig sind. Bon den Schiffen dritten Ranges sind im Ganzen fünfzehn als Kreuzer verwendbar, von denen aber selbst das größte unter 1000 Tonnen gehalt ist. Bon denSchffen vierter Claffe sind höchstens sechs verwend bar. Wenn man die Panzerschiffe nicht in Betracht zieht, so haben die Ber. Staaten eine Kriegsflotte ohne allen Werth. Blickt man aber auf die Panzerschiffe, so sieht es ebenso traurig mit unserer Flotte aus. Auf dem Papiere haben wir vierundzwanzig Panzerschiffe, allein von diesen sind nur vierzehn nach dem Bekennt niß des Flottenministers kriegstüchtig. Wie es aber mit der Kriegstüchtigkeit die ser vierzehn aussteht, erhellt daraus, daß sie alle nur zwei Geschütze sühren. Ebenso haben die Ber. Staaten auf dem Papier vier mächtige und theure ThurmMonitors, Amphitrite", Miantonomoh", Puritan- und Terror". Diese kosteten $5.457,791.01. Sie gingen in die Hände von John Roach und andere Cntractoren über, die alle mit dem berüchtigten Secor Robeson unter einer Decke steckten, und diese Leute erhielten $53,628.32, um sie in altes Eisen niederzureißen. Dieses alte Eisen wurde dann denselben Contractoren zum Preise von zwei Cents per Pfund verkaust. Hieraus wurden mit den Contractoren neue Verträge für den Bau neuer Panzerschiffe gemacht. So hat denn unsere Flotte in den letzten zwöls Jahren $416,785,201.00 gekostet und heute stehen wir als Seemacht hinter Spanien, Holland, Brasilien und sogar hinter der Tülkei zurück und das Land wird ungezähltMillonen ausgeben müffen, wenn es eine Kriegsflotte haben will.

Telegraphen - Drahte. Der Western Union Gesellschaft wird nicht nlaubt, Telegraphenstangen an der Aine Straße in Cincinnati aufzustellen. Die Zelt der demokratischen NationalConvention rückt immer näher, und die Wahrscheinlichkeit, daß die Erlaubniß zur Aufstellung von Telegraphenstangen er theilt wird, immer weiter. Der Rath der Councilmänner verweigert der Western Union Telepraphcn'Gesellschaft die Er laubniß, von der Office, Ecke 4ter und Vine Straße aus, dieser letzteren entlang bis zur Uten Straße, Telegraphenstangen auszustellen. Herr Armstrong, voa der WesternUnion Telegraphen-Gesellschaft, sagt, daß diese Weigerung des Riiths der Councilmänner der Gesellschaft großen Schaden zufügen und d'em Publikum in so fern nachth-ilig sein wird, als die Rachrichten viel später mitgetheilt werden wurden. Herr Armstrona sagt ferner, daß die Western Union Gesellschaft innerhalb der Stadtgrenzen nur 700 Telegrapenstangen habe, während die Televbon-Comvaanie deren 7000 be sitze. Um die Communikation von der Western Union Office bis zur Musikhalle, durck die Vine Straße entlang gehende Tratte zu bewerkstelligen, dlauche man nur 27 Stangen; die Compagnie habe allerdings an der Main Stratze ele aravbenstanaen. allein dieselben seien so niedrig und bereits so mit Drähten über-' laden, daß das Feuer-Departement mi Recht einer weiteren Anlegung von Dräh itn entgegentreten müsse. Herr Armstrong erwartet Nachricht von John W. Simonton von der New Yorker und Neu'England und von W. Smith, von der Western Affocsirten Preffe, denen er die Entscheidung des Raths der Coun cilmänner mitgetheilt hat.

Zum Jesuitenk ampf in

Frankreich. Wu.sich herausstellte, sind die Jesuiten, welche durch den päpstlichen Nuntius wiffen, daß die Regierung die be stehenden Gesetze streng in Anwendung bringen wird, darum augenblicklich klein laut, weil der Vatican . nicht die Absicht hat. sich ihretwegen mit Frankreich zu ver feinden, nachdem Frankreich erklärte, daß es die Schließung der Schulen als eine innere AngelegenheitFrankreichs betrachte, in die sich Niemand einzumischen habe. Auf den Schutz der französischen Bischöfe können die Jesuiten aus die Dauer nur wenig zählen; denn die meisten Bischöfe ertragen nur mit Ungeduld den Uebermuth der Jesuiten und werden höchst zufrieden sein, wenn sie endlich wieder frei aufath men können. Einer der Bischöfe von Frankreich, nämlich der von Rodez, ist bereits offen gegen die Jesuiten aufgetreten. Er ertheilte nämlich dem Jesuitenpater Charly, Professor der Theologie am Gym nasium zu Rodez, einen scharfen Verweis, weil er über den Mord, den Meineid, den Diebstahl, den Wucher Lehren vorgetragen hatte, welche mit der Moral und dem Strafgesetzbuch im vollständigen Widerspruch stehen. Der Bischof nennt die Lehren der Jesuiten abscheulich" und ist empört, daß man solche Grundsätze aufstellen kann. Und doch ist dieser Bischas von Rodez keineswegs ein freisinniger Mann sondern ein eifriges Mitglied der höheren Pfaffbeit. Auch die niederen Geistlichen scheinen sich nicht mehr, gegen die Jesuiten Front zu machen, wie folgender Vorfall beweist: Der Jesuitenpater Forbes hielt kürzlich in der Kathedrale zu Angers Fastenpredigten im bekannten Geiste seines Ordens. Als er nach seiner letzten Predigt, in der er die moderne Gesellschast und die gegenwärtige Regierung mit besonderer Heftigkeit angegriffen hatte, die Kanzel verließ, erhob sich der Pfarrer der Kirche von seinem Sitze und sprach : Bisher habe ich an mich gehalten; heute kann ich aber nicht umhin, gegen denChar rasier, welchen der Redner seinen Predigten gegeben hat, Verwahrung einzulegen. Ich kann dieselben weder nach ihrem Geiste noch nach ihren Ansichten gelten lasten und bitte die Gemeinde, ihre Gaben lieber sür dieSammlung zurückbehalten, die ich selbst zum Besten unserer Friedhofskapelle veranstalten werde." Diese Worte machten in der Kirche begreiflicher Weise tiese Sensation. Die Petroleum-Quellen Rußlands sollen denen der Ver: Staaten weniü nach' stthen und in der Provinz Rouban nahe dem schwarzen Mecre sollen an 250 Orten Petroleum in ungeheurer Quantität gefunden werden. Russische Ingenieure beHäupten, daß der Ertrag der Quellen auf 660.000.000 Gallonen gebracht werden und Rußland ganz wohl die Concurrenz mit den Ver. Staaten in Lieferung dieses wichtigen Handels-Produktes aufnehmen könne. Bei der Fußwaschung, welche am Gründonnerstag der Kaiser von Oesterreich in der Hosburg zu Wien an zwölf Greisen vorrahm, zählte der älteste derselben. Namens Joseph Schumzly, nicht weniger als 102 Jahre, der jüngste 87. Das Lebensalter der tt)ölf Kreise revräsentirt Aiifam men die respektable Summe von 1082 w - - - , l k.. m v . ü , c o I ugren. -oirn uen jioui uimcii xjiuucn, an denen die Kaiserin die Ceremonie bewirkt, ist die älteste nur 92 Jahre alt, die jüngste 83. Die zwöls Frauen haben zu sammen 9GG Lebensjahre. Kumoristisches. Die Schwestern. Kürst : .Lieber Baron, ich sehe Sie in lekter Seit nicht mehr bei Hose ; selbst bei den letzten Jagden habe rch öte nläzt ve " . . merkt" Baron Fips :' Durchlaucht werden mich entschuldigen : ich lebe sehr "zurückgezogen aus meinen Gutern. . ftiint: Das denke ich mir für einen Junggesellen nicht sonderlich interessant, lieber Baron." Baron Fips: Ich habe zwei Schwestern, Durchlaucht, die mir Gesellschaft leisten." ftürtt: Alle Achtung vor dem Geiste der beiden Damen, aber Schwestern, lieber Raron " Baron Fips: . Verzeihung, Durch' laücht, es .sind ja nicht meine Schwe stern !" . Polizeiwidrig. Ein hochstehender fcemder Gast einer großen Residenz soll sich kürzlich dem er

sten Polizeibeamten gegenüber geäußert

haben: Ich kann gerade nicht finden, daß Ihre Einrichtungen durchgreifender Natur sind. Gestern Abend wurde ich in der F....straße von fünf Damen nach einander um Begleitung gebeten !" .Ihre Schuld, Hoheit!" .Wie so? .Hatten Sie die erste begleitet, würden Sie nicht weiter belästigt worden sehr' Die satale Jägersprache. Förster : .Gnädige. Frau Baronin, ich habe die Ehre, zu melden, daß der. Herr Baron heute früh das Glück hatte, auf dem Anstand einen prächtigen Rehbock zu schießen." Baronin: .Auf demAnstand? was heißt das?" Förster : .Ach, entschuldigen, Frau Baronin, ich habe nicht daran gedacht, daß gnädige'Frau nicht wiffen, waS .Anstand" ist." Am Ende. Heeren Sie, was is Sie nu besser, e zinnerner Sarg oder eener von Eechenholz !" .3 nun, e zinnerner werd Sie eleganter sin, aber e eechener is Sie gesünder!" Gut m o t i v i r t. Geistlicher: .Hören Sie die mahnende Stimme eines Freundes und lassen Sie ab von dem Genusse geistiger Getränke !" Brennicke : .Ach, Herr Prediger, det Leben is so schwer. Is et mir da zu verden ken, wenn ich' mir manchmal mit einem Bittern zu versüßen suche? Hab' ick Eenen jetrunken, bin ick jleich een andererMensch, un eenen andern Menschen muß man doch ooch wat sönnen." Den Herrn Professor Asselwurm in Dingshausen, der sich um die Stadt sehr verdient gemacht hatte, sah man nie ohne Kappe, blauer Brille und Regenschirm ausgehen. Nach seinem Tode ließen ihm die dankbaren Bürger ein Monument setzen ; aber Niemand fand die Büste ähnlich. ,S.o hat er nicht ausgesehen!" hieß es allgemein, und der Unwille über das mißlungene Werk war sehr groß. Der geniale Bildhauer sann hin und her, wußte sich aber schließlich nicht anders .zu helfen, als daß er der Büste eine Kappe und blaue Augengläser aufsetzte und einen blechernen Regenschirm darüber ausspannte. Jetzt war die Stadt voller Jubel, denn Jeder mann erkannte nun den guten, alten Professor Asselwurm. Die Offizin der Indiana NhÄNt" empfieljlt sich zur Anfertigung von s-w-k yiCulttUttflClt. y j Cirkularen, Briefköpfen, Preislisten, Quittungen Eintrittskarten. Mitgliederkartcn, Broschüren, Confiitutloncn, Adrcßkarten, und allen einschläglichen Artikcln unter Zusichcrung ele ganter AuSfübrung bei hiüi Nem Preise.

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