Indiana Tribüne, Volume 2, Number 37, Indianapolis, Marion County, 24 April 1880 — Page 4

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I n d i a n a X r i b ü n e 44

ZMana Hriöttne. v

(W o ch e n b l a t t.) Xfftce: Ecke (5ircle u. Meridranstr. dritten Ztrck ) WktrreZ a second-class matter at the j Postolfice at Indianapolis, lndiana. , Abonnements-Preise. rer Stadt durch die Post ins Hau geliefert Vre Jahl im Voraus : 2.00 'J Nummer b KentS. Otto Schiss.l, Herausgeber. ' P.O.B. 993. IsdAnapolis, Ind., den 24. April 1880. Die Demokraten New AorkS 'fid. wie cS scheint, hoffnungslos gespal &o. Au: Dienstag fand ihre Convention Syracuse statt. Eigentlich waren es M?i Conventionen, denn die Tilden Irak' und die Tammany F aktion hielten jöde ibre besondere Convention, und beide ' wählten eine vollständige Delegation zur National Convention. Die Tilden-ffrak ßßr erklärte sich für Niemanden, aber dl 503 ihr gewählten Delegaten sind still -veigend sür Tilden. Die Tammai'y Fiükiion ertheilte zwar keine Instruktiv sen. erklärte sich aber sür Srymour. Natürlich werden beideDelezationen bei Att National- Convention in Cincinnati erscheinen, aber nur eine wird zugelassen Welche Fraktion als die wirk 'U2e Vertreterin der New Porker DemoÄatie zugelassen werden wird, steht kaum W Frage. Zweifelsohne wird die TildenJraZtion zugelassen werden, man wird die Änderen als Abtrünnige, als bolters" betrachten. Welche Wirkuna das aber auf Äie Präsidentenwahl haben wird, läßt sich ?ichi abiehen. Ohne den Staat New )ork habcn die Demokraten gar keine ÄLsficht auf Erfolg, und wenn die Tarn 'zzany Fraktion bei der Wahl nicht für den Kandidaten der Cincinnatier Convention Simmt, so ist den Demokraten jede Mög I&hfnt genommen, den Staat New Pork 33, gewinnen. Möglicher Weise wird es fs kommen, denn derHafc 'zwischen den beiden New Yorker Fraktionen scheint unauslöschlich zu sein. Und sollte in Ein cinnati Tilden" nominirt werden, so wird Ziese Möglichkeit sogar zur Wahrschein fi$fL. " ' ' Keine politische Aufregung. ,. .Wir zweifeln, dak es je eine Zeit gege Jen die der, Periode der Abhaltung von Prasidentschajtskottventionen so nahe vorausging, wo so wenig politische Aufregung 'verspüren gewesen, wie gegenwärtig. Man vermißt nicht nur Parteiausregung, fondein- .auch Partei Enthusiasmus. Wder die 'republikanijche noch die demokratische Parter ist kriegsbegeistert. Wir schreiben diese Mäßigung der öffentlichen Stimmung der Thatsache zu, daß gerade jetzt keine aufregenden Streitfragen vor Legen7 Das Land ist im Friedenszu' Zände. Die hauptsächlichste Agitation zwischen dem Norden und Süden bezieht M auf Eisenbahnverbindungen, welche öie einzelnen Mitglieder der Nation in tnger kommerzielle Beziehungen zu einan ei.h.ring.t. Wir haben keine drohenden Tireitigfeiten mit auswärtigen Mächten. Dem Kongreß liegt kein Gegenstand vor, über den sich irgend eine Volksaufregung m erheblichem Maße entzünden ließe. Es herrsche allgemein die Ansicht vor, daß der Wohlstand, dem das Land entgegengeht. ineStorung erleiden werde. Es gibt so PöZn'g'e Mreitfragen von irgend welcher Bedeutung, welche die rivalisirenden Parkier, scheiden, daß es schwer hält, einen G?isr der Kampflust zu erwecken, und so ziemlich aller Streit wird nicht von Republikanern gegen Demokraten oder von Demokraten gegen Republikaner, sondern 3on Republikanern gegen Republikaner arid von Demokraten gegen Demokiaten zesührt. Sicherlich ist es ein sehr ungeähnlicher Zustand der Dinge, der Kon mtionen vorausgeht, welche Kandidaten sür das oberste Amt der Republik auswähZen sollen. Es mag dies die Stille vor ZleQ Sturme. sein, und wenn die Nomina tronen erfolgt sind, mag sich's herausfiel len,' daß unter der anscheinenden Stille ine Aufregung von großer Stärke ver borgen war,' aber eben äußert sich dieselbe richt.. Eine ziemlich .nüchterne Gemüth tzimmung wird von beiden Parteien kund gegebenalZ'wevn.die wirtliche Bedeutung tz nächsten Wahl , in einem Geist ausge-

faßt würde, der keinen Raum für leere Demonstrationen und frivole Aeußerungen li&t. , -l ' L. V. mim Die deutschen National Liberalen..

Wenn es je in einem Lande eine .Politik s he Partei gab, welche durch Liebedienerei. Speichelleckerei, und Unterwürsigkeit ihrem Namen Schande gemacht hat, so ist es die von ibrer Machtstellung gestürzte national - liberale Partei in Deutschland. Wie sehr diese Partei alles Selbstgefühl und alles Verständniß für Volksrechte verloren hat, geht daraus hervor, daß sie gegen, den von ultramantaner Seite kommenden An trag, die Anwendung des Sozialistengesetzcö nicht auf Wählerversammlungen aus zudehnen, stimmten. . Diese national Ii berale Partei besitzt auch keine Spur von Liberalität. Selbst die Ultramontanen sind liberaler. Sie, die im Kampfe mit der Regierung stehen, sehen freilich schärfer als Jene in ihrer blinden Unterwürfigkeit. Nun wird's hübsch werden, in dem einigen Deutschen Vaterlande. Früher müßte die Regierung noch vorsichtig sein, denn sie mußte glauben in ihrer Handhabung des Gesetzes nicht mit dem Reichstage übereinzustimmen. Jetzt ist es anders, und man kann sich daraus verlassen, daß in Deutschland eine Aera der Reaktion eintreten wird, in welcher jede freie Meinungsäuße rung. jedes selbstständige Wort verpönt sein wird. Und das hat das deutsche Volk Niemand zu verdanken, als der, wie der Volksmund sagt, national miserablen Parier. Der Einwanlcrcr - Strom der sich jetzt von Deutschland über die Ver. Staaten ergießt, giebt vom amerikanischen Standpunkte aus zu allerhand erfreelichen Bemerkungen Anlaß. Man darf mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß die Einwanderer nicht zu den ärmeren, wenig stens nicht vi den ärmsten Klassen gehören. Die Meisten, oder wenigstens Viele von ihnen werden wohl so viel mitbringen um sofort in die Lage v"rsetzt zu sein, Land wirthschaft treiben zu können. Wenigstens wirö das bei den vom Lande kommende., Bauern der Fall sein. Bei dem gegenwärtigen Wiederaufleben der Industrie dürften auch Handwerker bald Beschäfti gung finden, ohne einen Druck auf die Löhne auszuüben, welche jetzt eine starke Tendenz zum Steigen haben. Es dürfte dies um so mehr der Fall sein, als dieselben sich über das ganze Land zerstreuen. Bedenkt man serner, daß diese Arbeiter doch auch zugleich Consumenten sind, daß durch ihre Anwesenheit der Verbrauch an Consumartikeln 'größer wird, so braucht man sich vorerst nicht derBesürchtung hingeben, daß durch die Einwanderung ein Druck auf den Arbeitsmarkt ausgeübt wild. Daß dagegen diese Massen'Einwunderung auf lange Zeit hinaus, den deutschen Einfluß kräftigen, und Einführung deutscher Sittten, Gebräuche und Sprache sör dein wird, steht außer allem Zweifel. Es läßt sich nicht in Abrede stellen, daß das deutsche Element in den Ver. Staaten einen so starken Assimilationsprozeße im tergeht, daß nach Verlauf mehrer. Gene rationen ohne Zufluß von draußen von spezifisch DeutschemNichts mehr zu bemer ken wäre. Freilich ist das anglo amerikanische Element deshalb von dem Einflusie des Deutschthums nicht unberührt geblieben und hat jedenfalls manches spezifisch Amerikanische abgestreist, so daß man wohl sagen darf, daß der Affimila tionsprozeß auf beiden Seiten vor sich geht, aber so lange das amerikanische Element so nummerisch vorherrschend ist, ist es natürlich, daß bei diesem Prozeß das Deutjchthum den Kürzeren zieht. Eine Entwicklung des spezifisch Deutschen, oder des spezifischAmerikanischen ist an sich nicht wünschenswerth. Wenn auf beiden Seiten das Gute der anderen Seite erkannt und ausgenommen wird, so wird dabei die einheitliche Entwicklung der Nation am Besten gesördert. Dazu bedarf aber das deutsche Element einer größeren Stärke, als es jetzt besitzt. Man wird wobt allen! halben ein Zurückgehen des Deutschthums bemerkt haben. Die deutschePresse nimmt sehr wenig zu, deutsche Schulen nehmen ab und der deutsche Unterricht ' in den öffentlichen Schulen führt einen wirklich verzweifelten Kampf um sein Dasein. Um bei dem Assimilationsprozeffe nicht zurückzustehen, um für die Erhaltung d:r deut leben Sprache und die Pflege derselben hierzulande mehr Boden zu gewinnen, kommt dieser Einwandererstrom sehr gele gen. Dauert er längere Zeit an, so wer den wir sehr bald .ein Wachsendes deut schen Einfluffes bemerken.

Viel hängt davon ab, wie sich der EinWanderer Strom' vertheilt. Ergießt er sich nur nach'einer oder wenigen Richtungen,' so wird der Eindruck mehr ein lokalst bl.iben. Von ' allgemeiner Wirkung wird er nur sein, wenn er sich, wenn auch nicht über das ganze Land, so doch über einen großen Theil des elben verbreitet. Ueber diesen Punkt fehlen uns noch bestimmte Mittheilungen, und noch weniger misten wir, wie Viele von den Einwanderern sich nach unserer Gegend wenden. m i Die Nachricht, daß Tilden 'sich von der Kandidatur um die Präsidentschalt zurückgezogen habe, war eine Ente. Es wäre auch gar zu merkwürdig gewesen. Das landwirtschaftliche Comite des Repräsentantenhauses des Congreffes em Pfahl eine Bewilligung von $25,000 zur Untersuchung der Ursachen und Wirkun gen der tzeuschreckenPlage. Bei der Jischerer-Ausstellung in Ber. lin sind, wie das Kabel meldet, die V:r. Staaten sehr respektabel vertreten. Die Ausstellungsgegenstände von Amerika repräsentiren einen Werth von $250,000. Das Repräsentantenhaus des Kongresseö nahm mit 143 gegen 56 Stimmen oie Bill an, welche das Abhalten einer Weltausstellung in New Pork im Jahre 1883' gestattet. Diese Weltausstellungen kommen viel zu oft. Die Majorität ?ür das erste Amende ment beträgt nach offizieller Zählung 17,232, für das zweite 38.319, für das dritte 29,024, für das vierte 39.429, für das fünfte 44.509, für das sechste 34.308, für das neunte 49.990. . Die Bierbrauer in New Pork haben den Preis des Bieres erhöht. Da es nun nicht angeht, mehr als 5 Cents per Glas zu 'fordern, so sind die Wirthe mit dem Preis des über die Straße geholten Bieres von 34 aus 15 Cents die Quart und 8 Cents das Pint aufgeschlagen. Der König von Siam wird diesen Sommer die Ver. Staaten besuchen. Wahrscheinlich hat er von den vielen Elephanten gehört, die es in Amerika giebt, und glaubt vielleicht einen weißen zum Anbeten darunter zu finoen. Unsere Ele phanten sind jedoch nicht anbetenswerth. Diese Woche scheint eine wahre Un-

tglücksmoche zusein. Der furchtbareS'.urm in Arkansas und Missouri, der Einsturz des Madison Sqaare Gardens in New Vork, das große Feuer in Hull, Cangde. ! und der Sieg Tildens in der demokrati schen Convention von New tyoxl. Das ist wahrlich genug für' eine Woche. Der deutsche Reichstag hat die Regierungsvorlage . zur Verlängerung des Sozialistengesetzes für die nächsten vier Jahre angenommen. Es war auch nichts Anderes zu erwarten. Doch wurde beistimmt, daß Reichstags- und Landtagsabgeordnete während der Dauer der Sitzungen nicht ausgewiesen werden können. Der König von Birma, der auf den Rath seiner Sterndeuter 700 Menschen lebendig begraben ließ, um gesund zu wer den, ist doch gestorben. Vielleicht waren seinen Göttern die 700 nicht genug. Man behauptet, die -birmanischen Götter seien Nachkommen des Kardinal Himenes, und hätten seit der spanischen Inquisition den Appetit nach Menschenfleisch noch nicht verloren. Denis Kearncy wurde am Montag in's Correktionshaus abgeführt, wo er seine sechsmonatliche Strafe abzubüßen hat. Die Monopolistenblätter jubiliren, aber es ist im Grunde nichts zu jubili ren dabei. DemManne geschieht vielleicht recht, denn er hat in der letzten Zeit durch sein rohes,' ausreizendes Verfahren, der Sache der Arbeiter mehr geschadet, als genützt. Die Strafe ist aber nichts desto weniger eine zu harte, und offenbar von Parteieiser diktirt. - Der Cincinnatier Stadtrath geberdet sich sehr ungefällig gegen die Demokraten. Erihat der Western Union Telegraph' Compagnie nicht gestattet, Telegraphen Pfosten zum Zwecke einer Leitung nach der Musikhalle zu errichten, und doch findet daselbst nächstens die demokratische Natio nalconvention statt, wobei eine Telegra phenleitung etwas sehr Nothwendiges ist, um die Neugierigen in allen Theilen des Landes' auf dem .Laufenden zu halten. Der Stadtrath wird sich wohl noch erweichen lasten.

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vorzüglich anerkannt. Austräge zum Verschiffen von Lagerdrer aus allen Eisenbahn Zmien werden prompt ersüllt.

u i. Die aus Frankreich ausgewiesenen Zesuiten beabsichtigen sich in Aegypten niederzulaffen. Sie haben in Cairo eine Anzahl großer Gebäude käuflich erworben. Die Königin von England Hot die Resignation Beaconfields angenommen und nach Lord Hartington geschickt. Man glaubr, daß Hartington der Königin ra then wird, Gladstone mit der Bildung des neuen Ministeriums zu beauftragen. Die gegenwärtige Congreßsitzung ist : eine der langweiligsten, die wir je gehabt : haben. Es befinden sich leider zu viele kleine und zu wenig grof-.e Geister im Congreß. Es wird wohl spät in den Sommer hineingehen, bis die Session schließen wird. Bei' dem langsamen Voranschreiten der Bewilligungen für die verschiede nen Zweige der Administration, ist wenig Aussicht vorhanden, daß die Session vor Juli oder August schließrn wird. Die Republikaner desStaatesGeorgia hatten am Mittwoch eine Convention zur Erwählung von Delegaten zur Nationalconvention. Die Zahl der JrcundeShe?' man's war nur gering. Um so größer d.-gegen dieZahl der Anhänger Blaine's und Grant's. Der hestigeKamps zwischen Beiden zeigte jedoch klar, daß der Anhang Grands im Süden nicht so groß ist, als man geglaubt hat, und daß Grant'sChancen sür die Nomination keineswegs auffallend günstig stehen. Delegat Downey vom Wyoming Ter--ritorium scheint reis sür's Irrenhaus zu sein. Kürzlich stellte er dn Antrag im Congreß 500,000 zu dem Zwecke zu bewilligen, das Capital mit Bildern aus dem Leben Jesu zu schmücken. Vorgestern ließ er in das Protokoll des Hauses eine Rede zu Gunsten seines Antrages eintragen, welche ganz in Versen geschrieben war. Der Mann ist off.-nbar verrückt. Es sollte uns nicht wundern, wenn er nächstens Ver künder einer neue.r Sekte würde. Im Osten scheinen die Arbeiter den günstigen Zeitpunkt der Wiederbelebung der Industrie auch sür ihre Zwecke wohl zu benutzen. Allenthalben bilden sie Vereine und Gewerkschaften, wohl fühlend, daß sie nur durch gemeinsames Handeln und festes Zusammenhalten Etwas erreichen können. In dem großen Strike der Pianomacher in New Pork sind die Fabrikanten auch dadurch meistens gezwungen worden, den Forderungen der Arbeiter nachzugeben. Die Ochsen- oder Kunstdutter hat in der New Porker Legislatur einen Sieg errungen. Eine Commission wurde bc austragt, mit der Hilfe von Chemikern und Mikroskopikern, zu untersuchen, ob sie sich als Nahrungsmittel eigne. Die ComMission erstattete Bericht dahin lautend, daß als Nahrungsmittel Oleomargarin ebenso dienlich sei, wie aus Kuhmilch her gestellte Butter, es sei schmackhaft und ge sund, könne billiger wie Butter verkaust werden, und sei, da es weniger lösliche Fette als Butter enthalte, weniger dem Ranzig werden ausgesetzt. Eine der Ursachen, welche die Bewohner von Colorado so einmüthig in dem Streben machen, die UteJndianer aus ihren Reservationen und ganz aus dem Staate Colorada zu verjagen, ist, daß ein ausgedehntes Lager von Goldsand am San Miguel Fluffe bekannt worden ist, dessen Auswaschung die Indianer bisher zu verwehren gewußt haben. ' Das Lager soll 30 Meilen lang sein, und da es zwi schen . hohen schneebedeckten Gebirgen der (Uncompagre-Kette) vorkommt, soll an dem zur Gewinnung nöthigen Wasser kein Mangel sein.

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- Wramm 5 SQUARE,) INDIANAPOLIS, IND. Brauerei 'm Staate. Mein Lagerbier Bottle Beer" ist vor allem anderen als C. F. Schmidt. Die Stadt Hull in Canada wurde am Mittwoch fast vollständig von Flammen zerstört. Zwischen siebenhundert und achthundert Häuser brannten nieder und über viertausend Menschen sind obdachlos Auch ist eS gewiß, daß mehrere Menschen verbrannt sind, obwohl sich nicht, angeben läßt, wie viele. Der GeneralGouver nör und die Prinzessin Louise kamen noch während des Feuers und boten alle mög liche Hilfe an. Der Sturm, welcher das Städtchen Marshfielö zerstörte, hat eine größere Ausdehnung gehabt, als man zuerst glaubte. Er entstand in Arkansas und durchstrich einen großen Theil desselben und des Staates Missouri; überall Tod und Zerstörung zurücklaffend. Er zerstörte das Städtchen Fayetteville in Arkansas theilweise, und das Städtchen Licking in Missouri fast ganz, wobei viele Menschen verletzt und Mehrere getödtet wurden. Auch auf dem flachen Lande hauste der Sturm entsetzlich und überall, wohin er kam, vernichtete er Menschenle ben und zerstörte Alles, was ihm nicht zu widerstehen im Stande war. DasStädtchen Marshfield in Misiouri wurde am Montag durch einen Orkan fast vollständig zerstört. Der Surm fegte mit einer rasenden Geschwindigkeit Alles vor sich her, riß Häuser und & iurne iutn, und schleuderte Menschen, O6 n und Pferde hoch in die Lust. In U Heulen des Sturmes mischte sich das Angstgeschrei der Menschen. In wenig Minuten war das blühende Städtchen von 800 Einwoh nern in einen Trümmerhaufen verwandelt. Von 200 Wohnhäusern blieben bloß 20 stehen. Fast die ganze Einwohnerschast ist obdachlos. Die Z ,h! der Todten und Verwundeten ist sehr beträchtlich. Sobald die Heftigkeit des Sturmcö nachgelassen hatte, ging man daran, nach den Ver schütteten zu suchen. Die Zahl der Todten ist nicht viel kleiner als Hundert. Bon den benachbarten Ortschaften wuiden schleunigst Lebensmittel und Medikamente herbeigeschafft. Der Schaden an Geldeswerth beläust sich auf nahezu eine halbe M'Uion. Ein schreckliches Unglück trug sich am Mittwoch in New Pork zu. In dem vor deren Gebäude des Madison Square Gartens, früher Gilmores Garten, war ein Bazar im Gange, der täglich von vie len Menschen besucht wurde. Äm Mittwoch Abend, als das Gebäude wieder mit Menschen angesüllt war, bemerkte gegen 10 Uhr der Superintendent, daß sich Riffe und Spalten in den Wänden der Bilder gallerie zeigten. Er besürchteteSchlimmes. Er ersuchte das Publikum das Gebäude zu verlassen und ließ einen Theil der Lichter auslöschen. Ehe jedoch die Räumlichkeiten leer waren, stürzte die äußere Wand und der Fußboden ein und. bedeckten mit ihren Trümmern den gerade darunter befind lichen und mitMenschen angefüllten Tanz saal. Wenige Minuten nachher stürzte auch das Dach des Gebäudes ein. Die darauf folgende Scene tpottet jeder Beschreibung. Es wurde sofort das Feuer AlarM'Signal gegeben und die Feuerwehr eilte zur Rettung der unter den Trümmern Befindlichen herbei.. Eine große Anzahl von Personen wurde mehr oder weniger verletzt und leider wurden auch Mehrere getödtet. DieBilder in der Bildergallerie, welche, einen Werth von 5150 000 besaßen, wurden, fast .alle zerstört. Der Schäden am . Gebäude beläust sich auf ungcfl.hr 30.000. Da das G'.bäude erst vor ungefähr fünf Monaten gebaut wurde, so kann nur sträflicher Leichtsinn, der bei der Er richtungi desselben, Schuld an. dem Un glücke sein..