Indiana Tribüne, Volume 2, Number 37, Indianapolis, Marion County, 24 April 1880 — Page 3

I n d i an a T r i b si n e

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2in Kapitel über weggeworfene Dinge. Die Natur erhält sich selbst und verliert nichts. Ihre großeWerkstatte bringt fortwährend neue Formen aus den alten Stoffen oder Nachbildungen der alten Formen mit den ihnen einmal zugetheil ten ' Eigenschaften hervor. Manches Nahrungsmittel kann durch die Flüsse in das Meer und durch Bache in Seen geführt werden ; aber, in dem Meere und in den Seen sind diese Nahrungsmittel im,mer noch vorhanden. Vielleicht werden sie von den Fischen verzehrt und erscheinen wieder in anderer Form auf der Tafel; .vielleicht werden sie auch von der Vegeta tion absorbirt und in Seegräser verwandelt, während ein Theil davon sich auf den Boden des Oceans niederschlägt oder dem Salz und Wasser einverleibt wird. Aber ganz verloren geht nichts und kann nichts gehen. Auf welche Weise das Zerstreute wieder zusammenzubringen sein wird, das ist eins der Probleme, mit besten Lösung sich die menschliche Weisheit zu beschädigen hat. Rohe, unwissende Menschen sind in ihrem Urzustände der Existenz froh, wenn sie sich des sog. Abfalles, der sich im gesell! gen Beisammensein anhäuft, entledigen können, und Flüste waren und sind zu diesem speziellen Zwecke in der Nachbar schast großer Städte immer wünschens werth. Die Themse tragt den Unrath London's

fort, die Seine den von Paris, die Sree den von Berlin, und diese Fortschaffung wird als eine große Wohlthat betrachtet; aber diese Abfälle sind weiter nichts, als ein Theil der -großen Mäste Nahrungsstoffe. welche die Welt enthält, und würde nicht eine gleiche Quantität dieses Stoffes wieder von anderwärts herbeigeschafft, um den Verlust zu ersetzen, welchem das Land durch die von dem Flusse bewirkte Räu mung unterworfen ist, so würde der Boden bald ganz erschöpft sein. Liebig, der be rühmte Chemiker, glaubt, daß die einst so fruchtbaren und völkerreichen Strecken des Orient auf diese Weise in Wüsten verwandelt worden sind, indem sie theils von den Einwohnern, welche die Kunst, den erschöpften Boden wieder zu stärken, nicht kannten, ausgesogen und durch die großen Flüffe, welche ihre Ebenen überschwemm ten, ausgewas cn und ihrer vegetabili schen und anirnalischenSubstanzen beraubt wurden. Der Tigris und Euphrat müssen jähr lich eine Quantität Nahrungsstoff ins Meer führen, welche für Millionen mensch licher Wesen hinreichend wäre. Könnten diese Substanzen in ihrer Flucht ausgehal ten und in Brod, Wein. Obst, Fleisch, Wolle und Leinen :c. verwandelt werden. dann könnten wieder große Städte in der Wüste blühen da, wo man jetzt die Ueber bleibsel einer entschwundenen Civilisation ausgräbt, und die Symbole des Luxus und des Ueberflusses unter dem unfrucht baren Sande und dem sonnverbrannten Lehm entdeckt. Die Künste des Lebens bestehen in be deutendem Umfange in demSammeln und klugen'Gebrauche von Unrath und Absäl len. Das Papier ist weiter nichts, als der Abfall von Leinen, Baumwolle und Werg dieLumpen von den abgetragenen Kleidern der Reichen und Armen. Diese Lumpen werden sorgfältig gesammelt und nachdem sie den untergeordneten Zweck, den Körper zu bekleiden, erfüllt, wird aus ihnen ein Werkzeug zum Schmucke des Geistes. Sie werden aus der materiellen Sphäre in die geistige versetzt und bringen Rath und Belehrung dem Unwiffenden, Trost dem Betrübten und Muth dem Furchtsamen. Vor einigen Jahren kam ein Londoner auf den Gedanken, alles in der Hauptstadt vergoffene Seisenwaffer zu sammeln und daraus die beim Walchen gebrauchte Seife wiederzugewinnen, und hätte er nur ein Versahren auffinden können, dieses weg gegoffene Waffer zu sammeln, so würde sein Projekt gelungen sein. Eine ähnliche Idee ist im Lause der letzten Jahre in Manchester mit den Abfällen aus den Fabriken ausgeführt worden. Die Erfin dung ist patentirt und es wird auf diese Weise eine ungeheureQuantität verbrauch ter Talg wiedergewonnen, der früher in den irischen Kanal gespült ward, anstatt in den Bereich der Civilisation, in die Wasch und Schlafzimmer, um die Leiber und Kleider der großen Menge zu waschen. Die Themse führt viele tausend Tonnen gute Seise und Talglichter fort, welche in dieser bekannten Gestalt und Eigenschaft der Gesellschaft viel nützlicher und den

Sinnen viel angenehmer lein würden, als

in der, in welcher ste ihre Reise nach dem Ocean machen. Was schon geschehen ist, zeigt, was noch geschehen könnte und welch' eine ungeheure Summe Reichthum jährlich aus Mangel an Mitteln, die zerstreuten Theilchen des selben zu sammeln, verloren geht. Die Absälle Londons allein nach Liebig's Schätzung durchschnittlich drei Pfund von jedem Individuum per Tag werden von Einigen bis auf dreizehn Millionen Pfund Sterling jährlich angeschlagen und daher müssen zehn Millionen Pfund Sterling als ein mäßiger Anschlag betrachtet werden. Dies ist nicht weniger als ein Fünf tel der ganzen Staatseinkünste oder ein Drittel der Zinsen der engllschenNtivnal' schuld, u elche jährlich blos 20 Millionen Pfd. Sterl. betragen. Aber der Abfall des ganzen vereinigten Königreichs ist von derselben Autorität auf hundertundachtzig Millonen oder nach einem mäßigen Anschlage auf hundert' undsünfzig MillionnPfund geschätzt worden; das wäre also der dreifache Betrag des Staatscinkommens und genug, um in fünf oder sechs Jahren das ganze Capital der Nationalschuld abubezahlen ! Das ist ein Californien ! Was brauchen wir nach dem Goldgräbereien im sernenWesten oder den Ophirgebirgen Australiens zu ziehen, wenn solche unendliche, unerschöpfliche Quellen des Reichthums in Rinnen und Gosten zu finden find ? Farbige auf dem Marsch nach Afrika. Wer gern tanzen will, dem ist leicht gepfiffen." Die Farbigen im Süden be finden sich in ganz neuen Verhältniffen gegen früher; sie verloren die Heimath, die sie früher als Sklaven hatten und waren daraus angewiesen sich eine neue zu suchen.- Viele fanden sie da, wo ihre alte war, sehr Viele aber suchten sie anderswo und haben sie noch nicht gefunden. Die veränderte Lebenslage, die so selten den übertriebenen Erwartungen entspricht, welche die Neger auf ihre Emanzipation gründeten, hat einen groken Theil derselden zum Umherwandern getrieben, und viele Andere mitWanderlust ersüllt. Man chrfe dazu noch die ungünstige Zeit, welche dem neuen Ausschwung voraus ging, und man bedarf kaum jener Ge schichten von politischen Verfolgungen der selben im Süden, um es erklärlich zu fin den, baß Tausende und Zehntausende aus ihrer alten oder neuen Heimath weiter zu wandern bereit sind, sobald ihnen hier oder da eine Aussicht auf besseren Ver dienst oder aus Erwerb von Grund und Boden geboten wird. Wer wandern will. der ist leicht dazu zu bewegen. Dieses Wandern begann sofort nach Schluß des Krieges, und Tausende sind damals aus dem Osten nach den Missis sippiStaaten und nach Texas gezogen. Viele von diesen haben es zu keiner festen Wohnstätte bringen können und unter den Zügen von Farbigen, die sich in letzter Zeit nach Kansas ergoffen, war gewiß Mancher, welcher schon seit Jahren um hergewandert. Bei solchen Verhältniffen ist es wohl erklärlich, daß es irgend welchen Agenten, Fantasten oder Betrügern leicht werden muß, diesen Wandertrieb durch irgend welchen glänzenden Vorhalt nach ganz bestimmter Richtung zu lenken. So war es mit Kansas und mit Liberia. Für die Auswanderung nach Afrika interesstrten sich besonders wohlhabendere Farbige, da die Reise dorthin und die Ansiedlung da selbst nicht ohne alle Mittel zu bestreiken ist und die Zuschüsse der Liberia Coloni satlons-Geelllcyast teyr gering waren. Die Letztere hatte aber nur ein Schiff und so kam es, daß Hunderte, die Alles ver kauft hatten, um nach Liberia zu schiffen, keine Beförderung finden konnten, als sie in den Hafenplätzen ankamen, und in das größte Elend gedeihen. Die Nachrichten, welche von Denen an langten, welche glücklich nach Liberia ge kommen waren, lauteten wenig ermuthi gend. Aber alles Das hat, wie sich jetzt zeigt, ebenso wenig abgeschreckt, wie die Kunde vom Elend der nach Kansas Gezo genen, andere Tausende abhielt, denselben nachzufolgen. Im Gegentheil kommen Berichte, daß der Wanderzug der Farbi gen nach Kanias mit Beginn des Früh jahrs stärker zu werden verspricht, wie je zuvor. Und ebenso geht es mit Liberia. In New York sind hundert farbige Aus Wanderer fürLiberia angekommen, sammt lich aus Arkansas. Sie melden, daß aus demselben County bald weitere 300 anlan gen werden, und daß eine Armee von

10.000 unterwegs sei nachdem dunklen Continent". Wie sie dahin gelangen wol

len und werden, ist völlig unklar. Reli giöser Fanatismus scheint dabei eine , Rolle zu spielen; von farbigen Geistlichen ist die Parole ausgegeben worden, daß Afrika von seinen eigenen Kindern, welche in Amerika civilisirt worden sind, vom Un glauben erlöst werden muffe : Es wurde eine Liberia Ausmanderungs und Colo nisations-Gesellschaft" gestiftet mit dem oben angegebenen Zweck und zu derselben gehören viele Tausende in allen südlichen Staaten'. ; Die farbigen Prediger in New Pork unterstützen den Plan und: haben eine Organisation errichtet, welche die Auswandernden unterstützen soll, auch sind schon einige hundert Dollars zusammen gekommen, und giebt man an, Zusagen von dedcutender Unterstützung Seitens vielet reicher Geschäftsleute erhalten zu haben. Der Plan geht ferner dahin, daß eine Commission den Auswanderern vor ausgehen Zoll, um einen paffenden Platz für eine Colonie zu wählen, wenn die Re gierung von Liberia jedem Einwanderer 25 Acker Land verwllligt, wie das liberisches Gesetz ist. Sobald eine Colonie-Gesellschaft 3000 Mitglieder zählt, oder nach Bedürfniß auch früher, soll eine solche Commission abgeschickt werden, welches binnen' Iah ressrist in Person berichten soll. Als emer der Zwecke dieser Colonisation wird auch angegeben, daß man die Fähigkeit der Neger zur Civilisation und Seldst-Regie rung durch die That beweisen wolle, .durch Bauen von Eisenbahnen und Kanälen, durch Ackerbau, Bergbau und Handel, in dem man einen der größten und fruchtbarsten Continente der Welt kultivire. Es fehlt nicht an Farbigen und an Weißen, welche den Wanderlustigen tour stellen, daß hinreichend Platz für sie in den Vereinigten Staaten ist, und daß es leich lcr sein werde, sich hier empor zu arbeiten, als in einem neuen unbekannten Welt theil, nach welchem die Auswanderung allein schon so viele Mittel verschlingt. Aber wer hemmt einen Wander-Zug, der von der Noth diktirt von Fanatismus diri girt wird. Der Süden hat noch nicht gelernt, sich seine naturwüchsigen Arbeitskräfte zu sichern. Maffen-Auswanderun gen der Farbigen, wie die nach Kansas und Liberia, werden ihm vielleicht ein besleres Verständniß seines eigenen Vortheils beibringen. Millionärs-Scherze. Eine neue Probe von der geschmacklosen Großthuerei der amerikanischen Geldari stokratie lieferte dieser Tage der mehrfache New Yorker Millionär Hamersley in seinem Palast in der Fünften Avenue. Er hatte eine Heine aber ausgesuchte" Tischgesellschast geladen, worunter der alte Advokat O'Connor, der mehrfache Millionär John Jacob Astor, Geistliche und Richter, und auch George W. Childs, der Eigenthümer des Philadelphiaer .Ledger", bekannt durch die schönen Leichenverse in seinem Blatt und durch die Gcschicklichkeit, womit er jede von ihm geübte Wohlthat an die große Glocke hängt. Der Speisezettel war in französischer Sprache verfaßt und deshalb nicht allen anwesenden Shoddies" verständlich. Der Speisesaal war von dem Empfangs-Sa lon durch Vorhänge getrennt. Die Gäste wurden, nachdem das Zeichen zum Beginn der Mahlzeit gegeben worden, von zwölf Dienern in der Tracht, wie sie in der ersten Zeit Neu.Amsterdam's, des späteren New Pork, gebräuchlich war, nach dem Speisesaale geleitet. Kein Gas beleuchtete diesen, das Licht der Wachskerzen in den mächtigen Armleuchtern war mit rother Seide verhüllt. Jeder Gast fand auf seinem Platze ein mit gelber Seide umwickelte' Sttau&enei; in die Seide war sein Name gestickt. Im Innern des gleichsalls mit gelber Seide gefütterten Eies befand sich eine Liste der Eingeladenen auf Seide. Das Tcfelgeräthe war von Silber, und die Ausschmückung des Saals bestand aus frischen Palmenblättern und ausländischen Blattpflanzen und , Blumen. Sorbet wurde in einer Schale in Gestalt einer riestgen Muschel aufgetragen. Zum Nachtisch ließ Herr Hamerslea Tokayer, der über hundertJahre alt war, auffahren. Die Cigaretten hatte er, wie er ankündigte, unter seiner persönlichen Aufsicht aus Tabak anfertigen lasten, der vor langer Zeit an den Abhängen des Libanon ge wachsen und ihm dort von der Königin des Ostens Lady Ehester Stanh ope, die er in seiner Jugend auf seinen Reisen

in ihrer dortigen Einsiedelei besuchte, ver ehrt sei. .

AIs der Kaffee herumgereicht wurde, emfing jeder Gast ein Couvcrt aus SilberPapier,- in orientalischer Weise gefaltet. worin er einige ihm schmeichelhafte Verse fand,' welche die Damen des' Hauses geschrieben hatten. Nach dem Mahle' erhob sich der Gastgeber und machte die feierliche Mittheilung, daß er einen neuen Orden sürGentlemen" gestiftet habe welche nicht das goldene Bließ bloßen Reichthums, sondern das silberne Vließ edlen Ruhmes suchten. Darauf ernannte er einen derGäste, Ge.e ral Cullum, ' zum Ordenömeister hieß Oberrichter Shea niederknien, und bekleidete ihn mit dem Abzeichen des neuen Ordens.' ' 'Oberrichter Shea - that das Gleiche bei den übrigen Gästen. Mit Helm, Halsberge und sonstigen Ritterklei' dern ' bekleidet, nahmen die Gäste darauf wieder' ihre Plätze ein, und der üppige Lichtglanz von den rothbeschirmten Ker-zen-wie die Hosjournale am nächsten Morgen beschrieben, warf malerische Reflrxe auf die wunderbaren Kostüme dieser einzigen Scene." In' solchem Aufzuge hielten alte vornehme Pfaffen, hohe Rich ter und auch der Gesandte Stoughton von St. Petersburg abgeschmackte Tischreden, während die anderen Ritter" bewundernd lauschten. ' Nur der alte O'Connor that nicht mit, sondern drückte sich bei Zeiten. Der West'Pointer Skandal. Die Untersuchung der am Kadetten Whitaker verübten Schandthat hätte sich wohl noch manche Woche hingeschleppt und es wäre sicherlich noch manche absurde Hypothese von den aristokratischen Herren Profefforen, die Whitaker um jeden Preis überführen möchten, ansgestellt worden, wenn nicht die Weinfröhlichkeit und Red seligkeit mehrerer Marsjünger die sophi' stischen Argumente, welche gegen den armen Burschen vorgebracht worden stnd, zumal über den Haufen geworfin hätten. Es stellt sich nämlich heraus, daß die jun gen Herren Springinsfeld der Akademie in einem etwa y2 Meile von der Garnison entfernten Dörfchen, Highland Falls, oder vielmehr in den Kneipen dieses Dörfchens ihre freie Zeit verbringen nnd auch sehr häufig nach dem Zapfenstreich aussteigen", um dort einzukehren. In der Nacht, in welcher die Schandthat begangen wurde, trieben drei Kadetten (deren Namen bekannt sind) das böse Bachausspiel gar zu weit und schwatzten in ihrem Dusel aus der Schule. Der Schankwarter hörte, daß sie davon sprachen, den Whitaker schön herrichten" zu wollen u.s. w. Sie verkleben tief in der Nacht das Lokal und am nächstenMorgen wurde dieSchand that ruchbar. Der Schankwärter hielt einige Zeit reinen Mund, ließ aber vor gestern einige Worte fallen, welche den Freunden Whitaker's zu Ohren kamen ; er machte darauf das obige theilweise Ge ständniß. Die Offiziere und Kadetten ließen den Mann kommen und redeten ihm in die Seele" und seitdem will er mit der Sprache nicht mehr herausrücken : indessen unterliegt es keinem' Zweifel, daß die Sache an's Tageslicht kommen wird. Der Bundes Distriktsanwalt Fiero hat die Sache selbst in Händen. Der vom Kriegsminister mit der Ueberwachung der Untersuchung betraute Achtbare M. I. Townsend traf gestern in West Point ein und mußte sich gleich zu Beginn seiner Thätigke't eine Robheit von Seiten des Auditeurs der Militär Commission gefal len lasten. Er betrat nämlich den Sitz ungssaal und bat diesen Beamten um eine Unterredung gleichzeitig sein Telegramm vom Kriegsminister vorzeigend. . Der AuditeurlRecorder) war barsch und meinte, er wolle in Ruhe gelaffen sein ; er habe für den Martin keine Zeit übrig. Nach einigem Hin- und Herreden gestattete man Hrn. Martin zögernd und mit Widerwillen, an den Verhandlungen theilzunehmen. Er kreuzverhörte die beiden Aerzte der Anstalt, jedoch ohne irgend eine andere Thatsache zu Tage zu fördern, als die bereits mitgetheilten. Herr Townsend sowohl als auch Herr Fiero stnd von W's. Unschuld überzeugt und werden nichts unversucht lasten, um die Schuldigen zur gerechten Strafe zu bringen. Mönche und Nonnen in Frankreich. ES ist intereffant, zu beobachten, wie die Zahl der Mönche und Nonnen in Frankreich seit Jahren beständig zugenommen hat, und wie die Re-' gierungen es sich von jeher gefallen ließen, daß die frommen Genoffenschaften die

Landesgesctze umgingen. Als im Jahre

1790 die Aushebung aller Klöster beschloß sen wurde, zählte man in ganz Frankreich 18,000 Mönchen und 30,000 Nonnen; nach 1804 bevölkerten sich die Klöster wieder, und die Reaktion begünstigte diesen , Zug verhielt sich aber feindselig gegen die Jesuiten, die Karl X. durch zwei-Decrete auswies. Im Jahre 134 entwarf Dupin eine Statistik der Jraucnllöster und fand deren 1800, von deren nur 876 anerkannt waren, mit 25,0(0 Bewohnerinnen die genaueZahl der männlichen Genostenschaften konnte damals nicht ermittelt werden. Zwölf Jahre später ergab, eine amtliche Zählung 9136 Mönche' und 40,391 Nonnen; allein Hr. onjcan konstatirte im Senat, daß diese Ziffer zu niedrig ge griffen, und daß 4777 Mitglieder nicht ermächtigter männlicher Genoffenschaften, sowie 10.000 in kleinen Ortschaften zer streute Nonnen vergessen worden seien so daß nach dieser Berechnung die Zahl der Klosterleute im Jahr- 1856 gegen 65,000 betrug. Im Jahre 1861 fand eine neue Zählung statt, derzufolge Frankrech 17,775 Mönche und 90 343 Nonnen besaß, so daß die Kongregationen in 5 Jahren sich um 43.726 Mitglieder vermehrt hatten. So ging es fort, und die Republik, über deren Verfolgungswuth" die Finsterlinge bittere Klagen anstimmen, tdat diesem Wachsthum keinen Eintrug. Im Jabre 1879 war die Zahl der Mönche auf 30 287, dle der Nonnen auf 127.753 gestiegen, wobei noch zu bemerken ist. daß Frankreich in der Zwischenzeit mit Elsaß und Lothringen dritthalb Millionen Einwohner verloren hatte. Demgemäß beträgt die Zahl der Ordensleute gegenwärtig um 153 000 ; doch w'ir oer Artikel 7 nur auf 21.448 Individuen, nämlich 7444 Mönche und 14,003 Nonnen gerichtet, welche den nicht aneikannten Genoffenschasien angehören. Unter diesen 7444 Mönchen siguriren nur 1506 Jesuiten, während man annehmen darf, daß die Gesellschaft Jesu, viel zahlreicher vertreten ist, ihre Mttglieder aber in andercm Gewand und als Lehrer in Anstalten, an deren Spitze Weltgeistliche stehen, verbergen. Chas. Mchen & (5o. einzige bentftbe Anzeigen - Agentur für die gesammte deutsch. amerikanische Presse. 37 Park Row, New York. Etablirt seit 1857.. Z H. Batcs. 41 Park Row (Times" Building). New. York. Anzeigen-Agentur. industiläociatioii von Indianapolis, Ind., ist eine einheimische Institution, welche auf Unrattel Uchkeit und Skkechtigkett gegen Jedermann basirt ift Wegen näherer Information und Pi osoekte wende man sich brieflich od r rersönlich an die Office von Geo. W. Arseph, Spe,ialZlgent, 70 Ost Markelstiaße, Jndianaxolis, In Mannbarkeit. Wie verloren lcdcr s.czscnÄ. eine ?lb5and!unq über die radiale He.luvz von Cm rie oder Seldjtdefteckunz. fcoeren ycrz'uZzi'qken, r.n; ntne SMtt&t. k? .irr ljr Kits n-rtnrfl'4 - - - V 411 IIVK w Verlos, nq u.crdie rad laie öciinn , von T'olluticn? oder Samen fAir&Ae, geistige m.d körperl .che Schwäche, jötncernifa zum eU ritten, k., rrvk???ebracht durch Qetbstrcflkcku-q und scs'lcttt!che Ausschweifungen. Tic sreckÄki: Zvclzea t icscS LastrrS smo in dieZ r brr, bmtcn Brocküre zur Tarnung der Jug?nd n?it Me stericba't gcschiüxrt, und ter einzige fitere W?g angegeben, auf wcl.dnn emc voll ft!ud.fle Hellunz, eh.ie ten vebrauH g'.fhrUchcr inner licher Medizinen, erzielt lrerdc kai.a. A5e, alt nnd ijvz, wcl,?e an ???n?ensck'!i5'e, wieder ' aschlazrnheit, Impotenz oder Pcllut onen, uns dn tau i?nd traurigen Aolqen efchlkck-tleder Zlusscl'welfunze Uiten, sollten diese Schnit mit Sorgfalt studiren. Um ibr dke weitmöasichste Verbreitung m rersZafsen, r?'rd dieselbe britZmvfan von 6 Eents in Peststamp rostfrei nach allen Theilen dn Oeremigten Staate rersaudt. Man adrcssire: Ikz Cclrervell Ueiicaj Ccinpqf, 41 Ann St.. New Tort, Tost Box 4380. Die beste Zeitschrift- halte sie. , Schön illustrier. 23. Jahrgang. Der SciGnttfic American. Der Seie"tisie American ist ein Wochenblatt von 18 Seiten, schön gedruckt und reich illuitrirt, berichtet über die neuesten Erfindungen und über die Fortschritte i unst und Winenschaft, bringt Berichte über Land wirthschaft, Obstzucht, Naturmissen schast, Geologie Astronomie usw. Prei $3.20 per Jahr, 1.60 für 6 Monate, einschließlich Porto. Rabatt für Agenten. Einzelne Nummern 10 t. Rmtat,on per Poftan Weisung an WunnCo.. Herausgeber, 37ParkRom,N.D. P 4.. W:r besorgen amerikanische und uiiiii; ausländlsche Patente und h baden darin Vjhrige Erfahrung. 1 Patente werden ,u billi. gen Bedingungen oesorgt. a in dem Ectent,sicme rican alle durch uns erworbenen Patente bekannt ge macht erden, so ist da bei der großen Eirculation des Blatte von großem Lortheil. Auf Verlangen untersuche wir in jedem Falle so ftenfret, ob ein Patent erlangt werden kann der nicht. Auch schicken wir Jedermann frei unser Hand buch über Patentgesetze. SaveatS, Handelsmarken, und wie u. zu welchenKosten dieselben erlangt werden. Nun & Co., 37 yark Nov, Rev Jttk. Zweig, Office, Scke F und 7. Str., Washington, 7j. ff.

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