Indiana Tribüne, Volume 2, Number 36, Indianapolis, Marion County, 17 April 1880 — Page 6

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Irputttt; ,- -- - Novelle vnn-Sdon der Horst." , (Fortsetzung.) Der Lieutenants erröthete wieder..' Er dachte an die fast gleichlautenden WoNe des Commissionsrathes, welche dieser persä lich zu ihm gesprochen, und die unwill kürliche Frage nach dem Grunde dieses Hasses trat ihm aus die Lippen. 2Ba ist es denn so Schweres, das Sie und jenen Änderen entzweit, Herr Dahlberg ?" DerKaufmann zog wieder dieSchultern. Eme .fatale Geschichte," sagte er, schon alt und nicht hier passirt. . Ich mußte vor Gericht gegen ihn zeugen das trägt er mir so sehi. nach." Der Osfizier fragte nicht mehr. Trotz dem eine Felsenlast von seiner. Seele genommen, seit er hörte, daß für ihn die drö hende Wechselklage .nicht mehr ' exissirte, empfand er doch von der Genugthuung solcher plötzlichen Erlösung nichts. . Es schien ihm vielmehr, als fielen Schläge von unsichtbarer Hand unablässig auf seinen K.'pf herab. Adieu, Herr Dahlberg," sagte er nach einer Pause ; . so hätten wir Beide denn mit einander nichts mehr zu schaffen, wie ich aus Jzren Worten annehmen. muß." . .DerNegociant eilte ihm nach und ergriff seinen Arm. Bis auf das, was Sie freiwillig. thun,' Herr Lieutenant, nicht wahr ?" , . Ich ? .Freiwillig ? Aber dennochSie meinen wenn " . ; Gewiß, gewiß, wenn Fräulein Amalie Ihre Frau Gemahlin geworden. Das meine ich." . Der Osfizier nickte. Wenn !" wiederholte er. Wenn !" Seine vand wehrte dem Kaufmann, ihm ferner zu folgen, und dann ging er hin aus, um allein zu sein mit sich und allen den Gedanken, die auf ihn einstürmten. Empfehle mich bestens !" rief ihm der Negociant nach. Gratulice im Voraus !" Er hörte nichts mehr ; die Thür fiel in's Schloß und er stand auf der Straße, vom Wind umspielt und von den dunklen Wo! ken unwillkürlich 'deprimirend berührt. Wohin sollte erjetzt gehen? '' Es gab keinenOrt.' zu dem ihn dieSehnsucht gezogen hätte, und er wanderte daher durch den Sommerabend fort, ohne zu erwägen, wohin ihn sein Weg führen würde. , Konnte es noch zweifelhaft sein, daß Malchen Philipp Diejenige gewesen, welche seinen Wechsel bei Dahlberg einlöste ? Er wußte es nicht mit Sicherheit, aber es schien kaum eine andere Möglichkeit denkbar. ' Die Idee brannte in seiner Seele wie eine tiefe, schmerzliche Wunde. Er ahnte noch vor einer Stunde von dieser Umwäl zung der Dinge nicht das Mindeste, und jetzt gab es für ihn keine Aussicht, derselden zu entrinnen ; er mußte es sich gefallen laffen. daß der Wechsel, den er accep tirt, von dem Eigenthümer verkauft wurde, gleichviel an wen, dergleichen geschah ja alle Tage. Malchen Philipp, die zu rechnen verstand, wie ihr Vater selbst, die alle diese Verhältniffeso genau kannte, fie war es, die ihn aus den Händen Dahlberg's befreite, die ihm also diese sechstausend Thaler schenkte, ja schenkte, er konnte es nicht anders nennen. Seine Zähne preßten.sich tief in die Unterlippe und. immer schneller ging er vorwäus. Etwas wie maßloser, glühender Haß erfüllte ihn ganz ; er würde freudig das Leben hingegeben haben, um diese Schmach von sich abwälzen zu können. Dunkle Röthe särbte seine Stirn, als er immer weiter über alle Einzelheiten nach grübelte. Er war verloren, ganz verloren, jetzt mehr denn je, wenn er sich nicht entschließen konnte. Malchen Philipp zu heirathen. Noch hatte er Nichts gethan, diese Vermuthung in der Seele der jungen Dame zu erwecken, aber er fing bereits an, den Ausweg für möglich zu halten, bis ihn das Unerwartete des heutigen Abends wie ein plötzliches Verhältniß aus allen seinen Gedanken aufschreckte. Sollte er sich von ihr, die ihn abstieß. deren er sich heimlich schämte, Geld schenken laffen? Niemand hätte das wagen dürfen, aber gerade sie ? sie ? Und wenn er eS that, wen keine Werbung erfolg:, was war dann sein Loos ? Leute, wie diese Philipp's, würden keine Rücksichten nehmen, das wußte er gewiß. Das eisige Grauen, welches über seinen

Am

Rucken herablief, fagte es ihm nur zu deut lich " ' - " ' Dahlberg hatte bei Abschluß dös Ge

schastes aus diese Vorlobung jedensals mit Sicherheit gerechnet, und wenn er denJrrthum erkannte, wenn er sein Geld in Frage sah würde er dann schweigen? Malchen Philipp war nicht volljährig, er'mußte sich an den Vater halten, um sicher zu gehen. Nein nein,' es gab kein Entrinnen, jetzt nicht mehr, seit ein so unzartes -Mittel an gewendet worden war, um ibn in Feffeln zu schlagen. Er hatte mit dem Feuer g spielt, als er sich von dem Commissionsrath verleiten ließ, dessen Haus zu besuchen jetzt erfaßte ihn die Flamme, das war so einfach, so natürlich. . :, . Er konnte sich sagen, daß in der schmeichelhaften Aufnahme, welche man ihm gewährte, eine-tiefer liegende Absicht verborgen sein muffe; ''er hatte Zeit genug gehabt, zu sehen, wieviele Avancen ihm'gemacht wurden warum schloß er geflis sentlich die Augen und wagte sich hinan an den Abgrund, in den er jetzt geflürzl war? Immer weiter ging er vorwärts, immer heftiger wehte der Wind und jagten die Wolken er bemerkte es nicht über den Sturm in seiner Seele.' . .. . Und dann stand er vor einer. Mauer, weiße Kreuze glänzten durch die Finsterniß, mit welken Kränzen spielte der W.iad das'war ein Kirchhof, eine Todtenstadt inmiitcn derHäusermassen, in denen noch das Leben sortpulsirte, schmerzvoll und voller Falschheit, ein Gewebe von Täuschungen aus jedem Schritt, ein Sterben in jedem bangen Augenblick, der das Verhängniß bringen konnte. Robert v. Holten ging langsam zwischen den Gräbern dahin. Hier begegnete ihm wenigstens Niemand,' und die Umgebung paßte zu dem verzehrenden Schmerz in seiner Seele. Zwischen den grünen, windgepeitschen Büschen schimmerte. ein Licht, und als er näher kam, gewahrte er mehrere Männer, welche ein Grcb ausschauselten. . . Die Hornlaterne stand auf einer breiten Marmorplatte, und die. Leute -arbeiteten emsig. - Holten trat näher herzu, er wußte nicht warum; aber das Sonderdare der. ganzen Scene zog ihn magnetisch an.. Ringsumher das frische Grün, die tausend bunten Blumen, die .goldenen Verzierungen und betenden Engelsgestulten, dazwischen der schwarze Hause, den die rastlosen Armbewegungen der Männer mit jeder Minute höher auswarfen. An einen Baum gelehnt, sah er der Arbeit, zu, ohne seine Gegenwart den beiden Arbeitern bemerkbar zu machen. . " . ' : Da nahm der Eine die Laterne vom Grabstein und hielt sie prüfend über die aufgeworfene Grube. Noch nicht genug," brummte er, es fehlt hier rechts ein wenig." Er veränderte den Platz der Laterne, um die 'mangelhafte Arbeit beffer zu beleuchten, und jetzt war es dem verborgenen Lauscher, als falle plötzlich eine Binde, welche bisherleine Augen verhüllt. An dieser Stelle befand er sich nicht zum ersten Male. Das Licht der Laterne siel in schrägen Streiken auf ein prachtvolles Monument von Marmor und Alabaster, das inmitten eines eingefriedigten Raumes stand, und zufällig war es. gerade das erste Wort jeoer Zeile, welches die im Wind flackernde Flamme scharf heraushebend überglänzte. Große goldene Buchstaben auf weißem Grunde traten aus der umgebenden Dunkelheit klar erkennbar hervor. Das Auge des Offiziers hing wie gebannt an diesen ' Charakteren. In der obersten Reihe stand ein Name, der plötzlich alles Blut heiß emportrieb in seine Schläfen Minna Charlotte. Und was dann kam, das verhüllte die dichte Finsterniß. Robert von Holten wußte es, wer dort unter dem kostbaren Monumente schlief. Es war die Mutter seines Geliebten, Verlorenen, und mit ihr selbst hatte er heim lich so manches Mal diesen Platz besucht ; zu den Todten waren er und sie geflohen, wenn das Leben seine schwersten Stunden sandte, wenn das verwaiste Mädchen, von der Stiesmutter aus allen ihren Rechten systematisch verdrängt, nach einem unbe lauschten Plätzchen suchte, um sich auswei nen zu dürfen. Jetzt waren er und sie geschieden. Minna hatte ihm nicht geantwortet, ihm kein Lebenszeichen gegeben, seit er ihr zuletzt vor etwa vier Wochen schrieb; sie hatte neulich im Theater den Blick abgewandt, hastig, als sei sie beleidigt worden. Er brachte ein schweres Opfer, er beraubte sich seines letzten Gutes, als er jenen Brief

schrieb den nur das Ehrgefühl diktirte, der

die bitterste Stunde, seines Lebens gekoste 7 und Minna fragte nach. allem Diesem nicht, sondern vergaß ihn, als sei er ge storben. ' ''.,.' ' Er grollte ibrem Andenken, und lrotzdem that eö ihm weh, ihren Namen, auf dem Grabstein zu lesen. . ' Langsam ging er den Hauptweg wieder hinauf, zur Straße zurück. - Unweit des BegräbnißplatzeS erfaßte Je mand seinen Arm, und ein schlaues Gesich sah in das seine. - .. Nun Freundchen, was thun wir am späten Abend hier so ganz.alleiy he?" ' . Es war.der. .Commijstonsrath. .Philipp, der ihn anredete. Seine listigen Augen schienen in dem blaffen Gesicht,. des, Ossi ziers lesen zu wollen; er trat ganz nahe an denselben. heran. . Waren ,Sie bei Dahlberg, meinB.ester ? Haben Sie sich mit ihm geeinigt?-'" Der Lieutenant fuhr mit der.Hand über die heiße Stirn. Er .gab prüfend. und fest den Blick des Anderen zurück. , -Ich war bei ihm, Herr. Commissionsrath,'" '.versetzte er, jedes Wort betonend, und fand ihn geneigt sehr geneigt sogar mirFrist zu. gewähren. Haben Sie e'wa für mich diese günstige Wendung angebahnt,?" .. Der Com missionsrath trat hastig .einen Schritt, zurück und machte eine Geberde des Abscheues. . , Das that er," versetzte der Lieutenant. Sie schwören mir, Herr Commissionsrath, daß Ihnen die Gründe dieser . Nachgiebig keit sremd ? Sie leisten mir daraus einen einen Eid?" . . Der Commissionsrath hob zwei Finger empor. Bei meinem. .Leben, ich würde unter keinen Umständen mit Dahlberg sprechen ich weiß von Nichts." Der Lieutenant ließ den Arm sinken. Ein Ausdruck bittersterEnttäuschung zeigte sich auf seinem Gesicht. Es ist so," dachte er, sie hat es gethan in blink er unsinni ger Leidenschaft ich bin verloren, wenn mich nicht eine Heirath rettet." ' Der Commisstonsrath hatte mittlerweile seinen Arm unter den deö gänzlich Ver stummten geschoben und ihn mit sich fort gezogen. Kommen Sie, Freundchen, meine Tochter wartet mit dem Nachteffen," sagte er, wir wollen eine Flasche Champagner trinken und gemüthlich' plaudern. Solcher Gläubiger, wie ich, giebt eö nicht viele, aber es kommt, weil Malcher. fürSie bittet. Das Kind ist so weichherzig, so zärtlich." Er führte seinen Begleiter durch die nächsten Straßen bis zu dem eleganten Hause, das er bewohnte'. Unterwegs ließ er sich erzählen, was bei Dahlberg ausge richtet word?n sei, und als ihm der Osfizier von dem bereitwilligen Entgegenkommen des Regocianten erzählte, da drückte er schmunzelnd den Arm, welcher in dem seinigen lag. Es werden Gerüchte sein, die den Filou bestimmten, Gerüchte, mein Bester, denken Sie nicht auch?" Der Osfizier biß sich aus die Lippen. Ich weiß es nicht, Herr Commissions rath." Aber reinen Mund," warnte dieser. Zwischen mir und Dahlberg liegt ein alter Streit, er soll nimmer erfahren, daß ich vielleicht hm, hm Daö ist übrigens mein Haus, und nun wollen wir zu Abend effen." Er führte seinen Gast in die Hausthür, wo schon ein Diener den Herren entgegen' eilte, um ihnen Hut und Handschuhe abzunehmen, und dann die Portieren zu rückzuschlagen, bis an den Salon, wo das GaS eine blendende Tageshelle verbreitete und die Pracht derAusstattung mehr frap pirte als gewann. Malchen Philipp, die Herrin dieser prunkenden Räume, lag gelangweilt in einer chaise longue und spielte mit ihren mageren, weißen Händen, an denen die Türkisen im Gaslicht funkelten, so daß es aussah, als zuckte zuweilen ein jäher Blitz über das meerblaue Seidenkleid dahin. Sie drehte halb den Kopf, als der Diener die Flügelthüren öffnete und mit lauter Stimme den Besuch meldete. Herr Lieutenannt von Holten I" Fast wäre sie unvorsichtig emporgeschnellt und hätte es verrathen, daß ihr Herz vor Entzücken einen vollständigen Wirbel executirte. Daö blaue Kleid rauschte verrätherisch, und durch die sonst etwas scharfe Stimme klang verständlich der kaum gemäßigteFreudenschrei : Sehr willkommen, Johann sehr willkommen !" Der Lieutenar.nt sah die ebbenden und fluthenden Bewegungen der blauen Sei

denwellen, erhörte das umschriebene, nur

ihm allein verständliche So weiß.er Alles" -7 aus jener üblichen stereotypen Redensart heraus und ' seine Lippen preßten sich krampfhaft auf einander , ... ; , . Der vergoldete glitzernde Salon, war er nicht ein Spinnengewebe, und das blaffe, schwarzäugige Mädchen dort im niederen Seffel die Kreuzspinne mit ausgestreckten Fängen,- mit siegessicherem Blick und dem Bewußtsein jener Widerhaken, die das einmal gefaßte Opfer so unerbittlich festhalten? -.. , , - Der Commissionsrath rüffelte den Lakaien., ' ... , , (Slaubst Du, daß es überflüssig war, auch mich zu . melden, Tölp.'l? In guten Hausern platzt man nicht in das Zimmer einer Dame hinein, wie in eineBierschenke, merk' Dir das.. . .. ... Der Gescholtene, vielleicht im höchsten Erschrecken, beeilte sich .seinen Fehler wie der gut zu machen. '.Als . sei das unvermeidlich sür eine Vorstellung, 'so riß' er die Thür wieder auf. und .rief mit Stento?' stimme in den Saal hinein.:. .Herr Commissionsrath Philipp!- ... . .Ist willkommen!" rief Malchcn. die Erregung desAugenblickes jetzt unter einem lauten Lachen verbergend, und .die beiden Herren lachten mit ihr. Dann erhob sich die schlanke Gestalt aus dem Seffel, einige Worte wurden gesprochen, bedeutungslos, wie bei solchen Gelegenheiten immer, und ehe er. sich ganz selbst wiedergesunden, führte der Lieutenant die Tochter seines Wirthes in das Speisezimmer. Ganz entre 11011s," r'ncf der Commis sionsrath, als er den gedeckten Tisch über blickte, nichts - von. einem Gastmahl oder Fete. Ganz cii sarnille; einiges Wild, ein Steinbutt, Dessert, das ist Alles. Hausmannskost,, wie Sie sehen, mein Bester !" Er tranchirte behaglich die gebratenen Vögel und fragte dann nach Diesem oder Jenem. Plaudern' konnte man nicht, weil Johann zugegen war. Als aber die Fruchte und die Näschereien auf den Tisch kamen, da verschwand der dienstbareGeist.und. auch derCommisstonsrath entfernte sich auf Augenblicken, um eigenhändig den Champagner aus dem Keller, zu holen. . Der Offizier und Malchen blieben minutenlang allein. Wollen Sie eine Neuigkeit hören, Herr Lieutenant ? fragte die Dame, ihre blitzenden Augen halb furchtsam, halb triumphirend auf die seinen' heftend, eine Neuigkeit der letzten vierundzwanzig Stunden?" ' Bitte', rief er lebhaft und doch srappirt von dem unerkennbaren' Sieg'esblick. womit sie ihn ansah, was ist geschehen V 'Malchen Philißp spielte mit einer Nußschale, die sie auf ihrer Fingerspitze balanciren ließen. . Kennen Sie meine Freundin Minna V fragte sie nachlässig, dieselbe, welche neulich mit mir im Theater war? Ich glaube. von der Schulzeit her müffen Sie th oer kleinen Person erinnern etwas einfältig und nicht besonders hübsch, aber seelengut." Der Lieutenant verbeugte sich leicht. Ich glaube fast, daß Sie- Recht haben, mein Fräulein. Jedenfalls sah ich neulich neben Ihnen eine Dame ist sie plötzlich gestorben V Malchen Philipp lachte. Keine Miene zuckt !" dachte sie, ich irrte doch gewiß." Welch ein prophetischer Geist !" rief sie laut, aber nein, ganz so schlimm ist es nicht. Das Sterben bleibt vor der Hand ein halbes " Der Osfizier sah fragend in die fchwar zen Augen. Ein halbes?" wiederholte er. Ja, oder beffer dreiviertel. Minna tritt als Novize in die hiesige DiakonissenAnstalt ein." Unmöglich !" rief er voll Ueberraschung. Weshalb sollte " Der Commissionsrath ließ sich in diesem Augenblick von Johann die Thür öffnen und erschien mit mehreren Flaschen Champagner, für die der Diener den eleganten Kübel nachtrug. So !" rief er, jetzt nach dem Garten' saal, die Fenster auf und das Gas halb abgedreht. Dann wird es gemüthlich. Oho, mein Herr Lieutenant, wir haben zehn Zimmer allein zum Bewohnen, Sie kennen erst die Hülste, kommen Sie nur mit." Papa ist schrecklich ungebildet !" flüsterte auf dem Wege durch das Haus die interes sante Amalie, ihm haftet noch so sehr der Jude an ach, das Christenthum ist doch allem elegant und nobel !

I Der Offizier mußte für . diesen Erauk

töchterlichen Mißfallens .nicht ganz disponirt gewesen sein, wenigstens gab er eine völlig ungereimteAntwort.. Worum in die Diakoniffen Anstalt, mein Fräulein.? , ,Jch begreife es nichts Haben.Sie die Nachricht von der jungen Dame selbst?" : nr)A(4..u nc:r: . .1 l. . : - r-1 . . ' xiuiujcil iuu jcuc.uic siun. Ach, Sie denken noch an meine Neuigkeit. .. Ja,' ich war'heute Nachmittag bei Minna ' und da" erfuhr ich die lächerliche Geschichte. Denken Sie doch, eine, weiße Kappe, schwarzes Kleid, Lederschuhe irnd Barmherzigkeits'Suppentopf in der Hand, ha, ha, ha, es ist ein köstlicher Spaß." Der Osfizier antwortete nicht. Er sah durch die geöffneten Fenster in den Garten hinaus, und im Nächtlichen Dunkel schimmerte vor snnen Bliesen ein Name golden auf weißem Gräbmal : ' Minna Charrotte." ' So halte'doch das sonderbare.Abenteuer der letzten Stunden seine entschiedene Be deutung gehabt. ' Malchen Philipp sagte es ja Minna war halb und halb eine Gestorbene Das Kleid der' Diakoniffin ooer eln ?arg was veraziug oas k Ihm alsAntw'ort auf' seinen letzten Brief, vielleicht ihm zur Strafe, 'geschah der seltsame Schritt, aber war; e freundlich und zärtlich, ohne ein gutes Wort zu scheideii,"als,sei er ein Ucbelthä ter, dem stumme Verachtung entgegengesetzt werden, mußte als einziger Bescheid? . Das Blut stieg ihm heiß in die Schläfen empor. Er hatte leichtsinnig gehandelt, hatte Schmerz und Weh auf da5 Haupt des geliebten Mädchens herabgezo gen, aber sie- sollte doch ' nicht glauben, daß er sich gleich einem Schulknaben züch tigen laffe. 1 Wollte sie freiwillig sterben gut, so würde er ihrer gedenken wie einer Todten. Ist das ein Gesicht, wie es in die Situ ation hineinpußt V fragte mit einem freundlichen Rippenstoß der Commissionsrath. Woran denken Siemcin Bester?" Er füllte die Gläser und stand dann vom Sitz auf. Der Johann vergißt immer die Haupt?nrfin nnf tr f ssimiin pfnh sft mnfc V 4 Vt I 0 I JVltV j uns wahrhastig aus dem Comptoir eine Cigarre heraufholen. Du erlaubst.es doch. Malchen ?" ' Ein halb ärgerlicher, halb schlauer Blick flog zum Papä-hinuber. ' Es war nett von ihm, sehr nett, daß er sich als ganz entbehrlich selbst erkannte, aber er sollte das odiöse ' Malchen" bei Seite laffen. Wird etwas lange dauern," sagte er blinzelnd, ich muß ein gutes Blatt aussuchen. Habe kürzlich einmal reinen Tisch gemacht, ausgepfändet, was nicht zahlen konnte, und da ist Manches in natuni hierhergewandert : Malchen's Türkisen, der Champagner, die Cigarren; ichbin bald zurück, Ihr Beiden unterhaltet Euch gut." Der Lieutenant lachte' daß sich die junge Dame fast erschreckt umwandte. Mein Gott, finden Sie eZ so komisch. daß Papa von Dergleichen spricht V fragte sie äußerst geziert. Die erbärmlichen Steine ich habe ganz andere im Besitz." Und das Armband flog klirrend unter den Tisch. Seine Eigenthümerin haßte es, seit der Lieutenant erfahren, daß eine elegante, vielleicht vornehme Dame es beseffen, und daß eS erst durch die Vermittelung des Executors in ihr Schmuckkästchen gelangte. Der Lieutenant lachte noch immer. Im Wege der Execution," dachte er. Alles, was ringsumher vorhanden ist, die Delicateffen, die Bijouterien und ich selb''t Psandobjekt; was bildest Du Dir ein. mehr zu bedeuten, als die sonstige Waare ! Lächerlich, für Kreuzspinnen ist das In sekt nur Futter, ob es eine Fliege sei oder ein Falter mit Goldflügeln warum ging es in das Netz?" Er lehnte sich über den Seffel der Dame und drehte daö Gas noch t'efcr herab. - (Fortsetzung folgt.) Bestraftes Foppen. . Als ein Witzbald eines Tages zufällig in eine Gesellschaft aufgeblasener Leute kam, bestürmten ihn diese : - Ach ! Sie machen so. ausgezeichnete Witze,' geben Sie uns gleich einige Ihrer besten Funken !" Sie wissen doch, meine Herren," entgegnete der allezeit Schlagfertige, daß eö polizeilich verboten ist, da Funken zu fchlagen, wo Stroh lagert."