Indiana Tribüne, Volume 2, Number 36, Indianapolis, Marion County, 17 April 1880 — Page 3
In d i a n a T r i b ü n e."
, I 3
l 1.
! . I , i
Von den Grenzen der Verantwort lichkeit der Menschen. ' ' Von Theodor Hofferichter. . Wenn auch unsere Sittenlehre die Vcr. antwortlichkeit des Menschen für seinThun aufrecht'erhält, so sind wir doch keines wegder Meinungdaß diese Verantwortlichkeit des Menschen eine durch nichts begrenzte sei. Sie wird eingeengt durch mancherlei Schranken. Im Allgemeinen aber müssen wir sagen, daß die Verant wortlichkeit des - Menschen'-' so weit Reicht, als die Freiheit seinesWillens. Nur wenn die Willensfreiheit des Menschen, eine unbeschränkte wäre, würde auch seine Verantwortlichkeit eine unbegrenzte sein.. Die. Willensfreiheit des Menschen erleidet aber vielfache Beschränkungen, und Alles, was. die , Freiheit des Willens benimmt oder schwächt, beeinträchtigt zugleich die.Verantwortlichkeit oder hebt sie . auf. Wir sind nicht im Stande, all die verschiedenen Einflüsse aufzuzählen, welche den mensch-
lichen. Willen binden und beschränken.' Wir können nur Einzelnes hervorheben : Der . Umsang der, geistigen Anlagen, die mehr öder minder' sorgfaltige Erziehung, der Grad der Bildung und der erlangten Charakterstärke, rüvzsitige , Steigerung und Entartung einzelner .Leb'enstriebe allerhandäubcre Lebensverhältnisse und Umstände,. Noth' und, Elend,' körperliche Schwäche und Krankheit, Klima und Wis teiung, die in der Gesellschaft bestehenden Sitten, Gewohnheiten und Einrichtungen, die Macht des Beispiels und die geistigen Strömungen der Zeit, sowie endlich die Allgewalt der Naturkrüfte wirken aus den Entschluß, auf den Willen , und die That des Menschen ein, bedingen und beschränken sie. Und alle diese Dinge und VcrHältnisse werden deshalb auch in Rechnung gezogen werden müssen bei unseremUrtheil über. die Verantwortlichkeit des Menschen im Allgemeinen und über die Handlungs weise des Einzelnen im besonderen Falle, d.h. wir werden ebenso die Verantwort lichkeit, wie die Willensfreiheit, für keine unbedingte halten dürfen, sondern werden sie für eine vielfach beschränkte und be grenzte erklären müssen. . Eben deshalb aber ist es auch, so schwierig, im einzelnen Falle das richtige.Matz der Verantwort lichkeit zu erkennen und ein gerechtesUrtheil zu fällen. Und eben wohl dieser Schwie rigkeit wegen sagte schon Jesus : Richtet, l nickt !" Am Betten wird es . immer sein. , das Urtkcil über die öandlunasweise des s. . t. naHZlen venlenlgen zu uoerlaen, ote zum Urtheilsspruch berufen sind die ein Recht haben, den Menschen zur Rechen.schuft zu. ziehen dem eigenen Gewissen und dem angestellten Richter. Die aber ein Urtheil fällen, haben sich nach zwei Seiten hin vor Mißgriffen zu hüten. . Sie sollen die Verantwortlichkeit deS Menschen nicht allzu sehr beschränken, andererseiis aber sie' auch nicht allzuweit ausdehnen. Das Erstere thun Diejenigen welche' bei jedem Unrecht, das von ihnen selbst oder auch von ihren Angehöri gen. Freunden und Gesinnungsgenossen begangen wird, sogleich einen Entschul digungsgrund bei der Hand haben und es ganz zu vergesien scheinen, daß der Mensch in seiner Vernunft, mag diese nun mehr oder weniger entwickelt sein, doch immerhin einen Rathgeber besitzt, an den er stets zuerst sich wenden, desien als Gewissen sich von selbst kundgebende Stimme zu beacht ten er als seine Pflicht erkennen sollte. Solche die Macht der menschlichenErkennt niß, die Macht der Vernunft und des Ge wissens ganz übersehende, ganz außer Acht lassende Beurtheilung des sittlichen Verhaltens führt zuletzt zu einer durchaus laxen Moral, zu einer sittlichen Schlaff' heil, der wir nicht das Wort reden tön nen. Jedes Unrecht, jedes Laster wird da zuletzt beschönigt, und zwar ost sogar mit einer scheinbar frommmen Phrase, indem man entweder mit dem Psalmisten ruft : So du willst, Herr, Sünde zu rechnen, Herr, wer wird bestehen V (Ps. CXXX, 3) oder mit dem Apostel Paulus : Es ist hier kein Unterschied ; sie sind allzumal Sünder und Mangel des'Rubmes, den sie an Gott haben sollten !" (Rörn. III, 23). Namentlich den eigenen Fehlern und Schwächen gegenüber sollen wir uns alle zeit daran erinnern, daß wir in unserem vernünstigen Willen die Macht besitzen, dem Bösen Widerstand zu leisten, Laster und Sünde von uns fern zu halten und frei das Gut: zu wählen, sollen wir streng darüber wachen, daß nicht die auf unseren Willen einwirkenden Lebensmächte mehr und mehr uns beherrschen, sondern daß wir durch Ausbildung und Erweiterung
unseres vernünftigen Bewußtseins und
durch Uebung und Stärkung unserer silt lichen Kraft eine immer größere Herrschast gewinnen über sie. ... Je strenger gegen uns selbst, desto mil der und nachsichtiger dürfen wir aber sein, in unserem Urtheil über die Verantwort lichkeit Anderer, Fremder, desto eifriger dürfen wir uns bemühen, darauf hinzu wirken, daß im gesellschastlichen Leben die Strafen für die sittlichen Vergehungen des Einzelnen in Uebereinstimrnüng gebracht werden mit dem Grade, seiner Schuld. Man kann die Verantwortlichkeit des Einzelnen auch biel zu weit ausdehnen, und das ist in der menschlichen Gesellschaft leider nur gar zu oft geschehen und geschieht zum Theil noch jetzt. Unsere Sitten und Gesetze legen dem Einzelnen noch oft harte Strafen auf die zu dem-Grade seiner Verantwortlichkeit in keinem richtigenVerhältniß stehen. Doch hat sich in dieser Hinsicht in neuester Zeit schon Vieles an ders und besser gestaltet.. Unsere Sitten sind, milder, unsere Gesetze menschlicher ge worden. Nicht mehr walt?t im Gerichtshose der todte Buchstabe, sondern derRichter richtet sich bei seinem Urtheil nach dem Wahrspruche der Geschworenen, nimmt Rücksicht auf die Zurecnungssähiakeit und auf den Grad, der Bildung des.Uebelthä ters, fragt, ob wohl. sonst noch mildernde Umstände vorhanden sind, und bestimmt hiernach die Strafe. Die Strafgesetze selbst aber sind ungleicher milder, als sie es in vergangenen Zeitaltern waren, die Strafen weniger barbarisch und die BeHandlung der Missethäter im Allgemeinen freundlicher und menschlicher. Klagen wir .nicht über diese größere Milde, wie es wohl noch von mancher Seite geschieht, sondern freuen wir un über jeden Fortschritt zur Menschlichkeit und helfen wir mit, e!wa noch vorhandeneUberreste mittelalterlicher Barbarei aus der Welt zu schaffen ! Lehrunfciheit in den höheren Bild, ngöschulen. Der Durchschnitts'Europäer würde un gläubig mit dem Kopfe schütteln, wenn ihm Jemand erzählte, daß im freien Ame rika die freie Lehre der Wissenschaft in den Hochschulen geächtet ist. Er würde das nicht fassen können, da nach seinen Begrif sen bit Aechtnng der freien Forschung nur in monarchischen Ländern möglich sein kann. Dennoch ist kaum eine größere Lehrun Freiheit zu finden, als gerade in denjenig en 1 WilhiitirtfiOrtfrt hr )htrtrih nitf melshen i -" u .v.,v.. in erner inie oie ineniaiafi in lyrer Höchsten Vollendung thronen sollte. Nachdem schon früher in Harvard und anderen Universitäten der Streit zwischen der orthodoxen Theologie, in deren Händen das Ruder liegt, mit Männern der Wisienschaft, wie Professor Fiske, ausge Krochen war und mit einer Niederlage der sich gegen orthodoxe Lehrbücher sträuben denden Lehrer geendet, sehen wir neuer dings wiederum einen Conflikt zwischen dem Zeitgeist und dem Glauben, im Pale College, in New Haven. Professor W. G. Sumner liest in der .eniorenklaffe dieser Universität über Soziologie, die Lehre von dem Gesellschastsleben, und benützt als Textbuch Herbert Spencer's Werk : Studium der Soziologie." Da nun derUniversitäts-P'ästdent Por ter ein gläubiger Theologe ist, welcher sich mit der Spencer'schen Philosophie gar nicht befreunden kann, da diese die Ent Wickelung des Menschengeschlechts nach natürlichen und nicht nach göttlichen Gc setzen ableitet, so hat er dagegen Wider spruch erhoben, aß den Studenten etiraS gelehrt werde, was, wenn es auch au Grund geschichtlicher Thatsachen und wis senschastlicher Forschungen geschieht, im Stande sei, ihren christlichen Glauben zu. erschüttern. Profeffor Sumner wurde ausgefordert Spencers Werk nicht weiter zu benützen. er hat sich aber entschieden geweigert, die ser Aufforderung nachzukommen, da es ein Rcht des Proseffors ist, seine Textbücher zu wählen, und Spencer,s Werk das Ein zige ist, welches die Gesellschafts'Wiffen. schaft in englischer Sprache behandelt. Wie dieser Zwist ausgetragen werden wird, weiß man noch nicht. Die Theolo.gm haben eine seh? hohe Achtung vor Professor Sumner, nach dessen Ansicht mit der Verbannung des Spencerjchen Buches der Eursus über Soziologie eingestellt werden muß. Äber in Dingen des Glau bens kennen Theologen selten Nachgie big!eit. jedenfalls wirst die ganzeAngelegenheit
ein trübes Licht auf unsere Jugenderzie. ! hung.' Wenn schon der Elite unserer
Jugend. eine Summe von Vorurtheilen anerzogen wird, wennn schon sie sorgsältig vor dem Hauche der Wissenschaften be wahrt wird, damit ja kein Lichtstrahl in ihren Geist falle, wenn dies bei ihr geschi'ht, aus. deren Reihen unsere großen Staatsmänner" hervorgehen, was ist dann von der Jugend zu erwarten, Mein Schulen geringeren Grades erzogen wird ? Ein Trost bleibt, uns, die Wissenschaft läßt sich nicht ächten. . Möge.' die .Promi'" nenz sie verscheuchen, 'sie soll bet uns in den ärmeren Klaffen ein Heim finden. Eine Schauergeschichte,,.die. vor einiger Zeit aus Jshew. von russischen Blät. tern gemeldet, aber bezweifelt wurde, scheint sich doch bewahrheiten zu wollend Der Eorrespondent des ;Golos" berichtet, daß in dieser Angelegenheit eine gerichtliche. Untersuchung eingeleitet worden ist, aber weiter leine Folgen nach sich', gezogen hat. Es handelt sich um eine lebendig begrabene schwangere Frau, die. im Grabe niedergekommen ist. Nach dem Eorrespondcnten des genannten Blattes hat .sich der Vorfall folgendermaßen zugetragen : Zu Jshew in Rußland lebte eine junge Frau, die ihrer, baldigen Niederkunft! entgegen sah. In einer Nacht erkrankte sie plötzlich unerwarlet ' und verschied. Die Leiche wurde, wie üblich gewaschen, angekleidet und aus einen Tisch gelegt und nach zwei Tagen in die Kirche in einem Sarge 'ge bracht, um -am anderen Tage beerdigt zu werden. Der plötzliche Tod und der Um stand, daß die Leiche durchaus keine Spuren einer Verwesung zeigte, erregten in dem Flecken die verschiedensten Gerichte, die sich noch mehr verstärkten, als die Wangen cine Röthe zeigt., während das Gestcht der Verstorbenen während ihrer Lebenszeit von auffallender Blässe gewesen war. Der Geistliche weigerte sich daher auch, die Beerdigung vorzunehmen, be sonders als eine Hebamme sich auf das Bestimmteste ebenfalls gegen eine solche aussprach. Da aber. alle Vorbereitungen zur Bestattung getroffen waren, und das Träuermahl die Leidtragenden erwartete, wurde die Beerdigung doch schließlich vorgenommen. Das auf dem Kirchhose be sindliche Volk beruhigte sich jedoch nicht. Es wurde ein Arzt gerufen, das Grab wie--der geöffnet und die Leiche untersucht. Es wurde nicht nur der Tod, sondern auch festgestellt, daß die Verwesung eingetreten sei. In Folge dessen wurde der Sarg mit der Leiche sofort wieder der Erde überge den. Die Gemüther der Bevölkerung be ruhigten sich aber nicht,' und am andern Tage versammelte sich vor dem Polizei amte eine Menschenmenge und forderte die Oeffnung des Grabes. Dies geschah, ohne daß man jedoch an der Leiche irgend etwas Verdächtiges finden konnte. Die Gerüchte aber, es sei eine Frau lebendig begraben worden, hielten sich so hartnäckig ausrecht, daß eine formelle Untersuchung eingeleitet wurde. DasGrab wurde aber mals geöffnet, und man fand bei der Leiche im Sarge ein neugeborenes Kind. Die Wjatkasche Medizinalverwaltung hat auf Grund der durch die Obduktion ergebenen Daten festgestellt, daß sowohl Kind, als auch Mutter bei der Geburt am Leben ge wesen waren. Aus der Insel Mytilene bei Klein asien hat sich ein Vorfall zugetragen. der deutlich beweist, zu welchen sonderba ren Streichen der Fanatismus manche schwache Köpfe verleiten kann. Zwei ver heiratheteFrauen verließen ihreEhemänner was den dortigen Bewohnern und insbesondere den Bewohnerinnen Anlaß zu allerlei Aegerniffen gab. lim diesem Uebel abzuhelfen, ließ die griechische Kirchenverwaltung die beiden Frauen ge fänglich einziehen. Sie ließ im Keller einer Kirche zwei Gräber ausgraben, in welche die Frauen eingemauert wurden. In der Mauer selbst war eine ganz kleine schmale Spalte angebracht, durch welche die Gefangenen athmen konnten und ihnen Nahrung in den Mund gesteckt wurde. Glücklicherweise erhielt bald darauf der Gouverneur von Mytilene- Kenntniß von diesem Justiz'.Aft, und natürlich veran labte er die Befreiung der Unglücklichen. - Der Benediktmer.Orden. Am 20. März war der vierzehnhundertste Jahrestag der Gründung des BenediktinerOrdenS. Derselbe rechnet nämlich seine Entstehung.vom Geburtstage des Stifters .der Geburtstag aber wird am ersten Früh lingstage gefeiert. Der Orden ist nur um fünf hundert Jahre jünger als das Chri
stenthum: und viel älter als der Mohame- . danismus., Zur . Zeil seiner Gründung brach die römische Weltherrschaft zusam
men. Damals gründete der heilige Benc dikt auf dem Monte Casina, an der Stelle des ApolloTempels, den berühmten Mönchsorden, der seitdem eine bedeutende Rolle' spielt' im Leben der christlichen Völker. - Aus dem Orden sind im Lause der Zeiten 40 Päpste, 200 5kardinäle, 1400 Erzbischöfe,.4600 kanonisirte Heilige u. i w. hervorgegangen. ' Die Sonntagstyrannei in Baltimore wird immer ärger. Jetzt werden wegen Bruchs des Sonntagsgeletz?s" auch die geachtetsten deutschen geschlossenen Vereine verurth-ilt, deren Mitglieder am Sonntag unter sich im geschlossenen Vereinslokal ein Glas Vier trink.n. So ist es der dortigen Concordia" ergangen, und das Ur.heil e:stcr Instanz bestätigt. Jetzt geht's an den dortigen, unter allen deutscken Sangcsbrüdern. in Amerika rühm lichst bekannten .Germania Männerchor" gegen welchen drei Anklagen wegen befiel den Vergehens vorliegen. Dielen Versolgungen im Gibraltar der Demokratie liegt auch -viel Knownothingthum 'zu Grunde. Denn als en aus Eingeborenen bestehender hocharistc.kratischer. Club vor Jahr und Tag wegen desselben Verget)cn" angeklagt war, da. erfolgte die gerichtliche Entscheidung, daß ein geschlossener Club, welcher Sonntags Getränke ausschenkt, nicht der Ue ertretung 'der Sabbathgesetze angeklagt oder schuldig besunden werden kann." - Bon einer Mutter, welche ihre . vier Kinder rettet und das eigene Leben opfert, berichtet die Detroiter Abendpost": Das Haus No. 145 Jndiana Straße., in welchem der Schreiner John Vandergyp mit seiner Familie wonht, war am 31. März Mittags der Schauplatz ei-es schrecklichen Unglücks. Zwei der Kinder spielten im Vorzimmer mit Hobelspähnen, während Frau Vandergyp im Hofraum mit Aufhängen von Wäsche beschäftigt war. Plötzlich hörte sie die Kinder laut schreien und sah Feuerschein an den Fenstern. Sie rannte in das Haus und fand, das die Kinder die Spähne in Brand gestickt, worauf die Flammen einen Stoß trockenen Holzes und die Bretter wände ergriffen hatten. Von den Kindern hatten sich zwei Knaben in einen Schrank geflüchtet und um sie auö ihrer gefähr lichen Lage zu befreien, mußte die Mutter durch die zwischen ihr und den Kindern lodernden Flammen schreiten. Ohne nur einen Augenblick zu zögern, eilte die be herzte Frau durch die Gluth und brachte auch glücklich die Kinder in Sicherheit, aber aus Kosten ihres eigenen Lebens. Ihre Kleider hatten Feuer gefangen, das, da die Frau nach Hilfe rufend in's Freie stürzte, stärker angefacht ward und sie gänzlich einhüllte. Ein Nachbar lief her bei und goß einen Eimer Waffer über die Unglückliche, wodurch dieFlammen gelöscht wurden, aber sie hatte bereits so schwere Brandwunden davongetragen, daß der Arzt, welchen man herbeiholte, die Hoff nung aus Rettung aufgab. Das Haus brannte theilweise ab, eh? die Feuerwehr zur Stelle war. Die unglückliche Frau, die 36 Jahre alt ist, wird vielleicht noch einige Tage am Leben erhalten werden können. Von den Kindern, vier an der Zahl, ist das älteste 10 Jahre, daö jüngste 22 Monat alt. Ein braver junger Mann, Anton Effer, hatte ebenfalls zur Rettung der Kinder beigetragen. Daß die Narrheit keine Gränzen habe und man nie wiffen könne, 'wie weit dieselbe gehe, wo und wann sie ende, das legten die Gesetzgeber im Staate Maine an den Tag. Dort haben nämlich diese verrückten Häringe, nicht zusrieden mit dem Verbot der Wirthshäuftr und des öffentlichen Ausschankcs, das Verbot deö Genuffes geistiger Getränke auch aus die Privatfamilien und jeden Menschen im Staate ausgedehnt. Die Heuchler in der Gesetzgebung welche sehr oft besoffen sein sollen, haben jetzt ein Gesetz erlassen, nach welchem Niemand im Staate irgend etwas Stärkeres als Waffer trinken darf, nicht einmal Cidec ist erlaubt. Ja man darf in einer Privatfamilie nichts der artiges seinen Gästen auftischen. Keine Frau darf ihrer Nachbarin etwas Cider leihen oder zum Geschenk machen, damit sie Kuchen damit backen kann. Jede erste Ucbertretung kostet $100 und Kosten, und, wenn man nicht zahlen kann, 90 Tage Arrest, auch kann sechs Monat Straf
arbeit auferlegt werden. Für jede iveitere Ucbertretung ist diese angeordnet, nebst $100 Strafe und der? Bestimmung, daß der Bestraste so lange sitzen, muß, bis er zahlt. Das kann: ei.nem. armen mitlei digen Mann, der einem Verschmachtenden etwas Cider einflößt, lebenslängliches Gesängniß eintragen.
. In Montevideo erscheint seit dem ersten Februar wöchentlich die Deutsche 'Zeitung" Organ der Deuschen in Ar gentinien, Brasilien und Chili. Die Deutsche Zeitung" ist mit lateinischen Lettern gedruckt. und enthält auf ihren vier Seiten mehr als zur Hälfte Anzeigen.. Aus dem noch ziemlich dürftigen Lesestoff ist hervorzuheben, daß die Feuerwehr in Montevideo noch etwas hinter New Porker Begriffen zurücksteht. Es brach nämlich in der Brauerei unseres Landsmanncs C. Schenzer Feuer aus. Da nicht genug Wasserkur Hand war, so mußle eine be deutende Quantität des edlen goldenen Gerstensaftes" zum Löschen verwendet werden. Tragikomisch macht sich ferner die Klage darüber, daß die Löschmann schaften bei den Bergungsarbeiten Flaschen, Gläser und Geschirr zum Fenster hinaus auf die Straße warfen, während sie die Matratzen und Betten keuchend die Treppen ' hinabschlcppten. . Demnach sch?int es fast, als ob die großen Quanti täten des edlen Gersten'sastcs nicht ausschließlich zum Löschen der Feuersbrust verwendet wurden. . .. Berlin. 11. Avnl. Der Reichstag hat die zweite Lesung der Armee-Bill 'beendigt, nachdem der Rest der Paragraphen ohne Aenderung ' angenommen woiden war. Amendements, welche verfügen, dafc Geistliche vom Militärdienst befreit wer den, .wurde verworfen. Der Vorschlag rvi r. c i c von Bueyler'ö zur i?oroerung ver allgemeinen Abrüstung einen Eongreß einzu berufen, wurde fast einstimmig verworfen. Z.H. Bates, 41 Park. Row (.Times- Building). , New York. - , , Anzeigen-Agentur. ISDUSTllüFEraCliTIOII1 don Indianapolis, Jnd-, ' ,st eine kinh imiscb Institution, welche auf Nnrartei lichkeit und Geiechtigkett gegen Jedermann bofirttft' Wegen näherer Information und Profvekte wende man sich brieflich vd r rersönlich an die Office von . Geo. W. Acseph, Spe,ial.Agent, 70 Ost MarkersNaße, Indianapolis, In Manttbarkcit. M!e vcrorc ::d lcder gewönnen Eine ?lb5andlunq über die radilsle Heilung von Ona, nie orer Sclbstbefleckunz. ocren ycrzuezc'zeven, rne neve ?l usq-.de r?n Vr Cnlvcrwell's V.'rlc, i u.cr tu rav lau Hcnunz sen IcIIutiencn et Same. fbicl(t?e, geistige . v kbrxerl che Cch'.vää'?, Hlnt?7n:sse turn Hei. Trtfe n, ?f., !rvorictrac! durch Sfldstdcflccku"q unb s?slll.cke Ausschlvelsunqen. Tie schreck'.e,: Fclzfn di?ZcZ Lasers TrnD in dieser lerl hmten 'rochüre zur WsrnÄnz der J'.,?fnd n:it Me stkrfcbast gkZchilocrt, und in- rii'z'ge fitere WfZ ankqel'en, auf welchem eine oll stänt qe Heilung ch ?e den Gebrauch gcsährlichcr inner lichcr Mcdlzi:icn erzielt lvcrde'.i kann. Ll"e, Ct und i'tnv rcclfe an ???n?enschwäck'e, Nieder flrschlzzcnhctt, Jmxctenz cdor Pollut onen, ns den tan ftiid traunzfn fielen geschieht! chcr NuZsöweikunze lacen, sollten diese Schritt mit Sorgfalt studiren. Um ibr die wfitmöz'ichste Verbreitung zu ve rsibaffen, ttii'd tieskll'e bkiEmrfZnz von 6 Cents tn Pcststamx rostfrei nach allen Theilen der Veremtgten Staate versandt. Man adrcsstre: The CuSverwell Mzi Ccmpanj, 41 Ann St.. New York, Post Box 4583. (Ti XCl (dUf4slfi TaX4a Vt4t JtlllVMkM 4 Schön illustrirt. 2S. Jahrgang. Der Sciontifi American. Der Sciftific American ist ein Wochenblatt von 18 Seiten, schön gedruckt und 'eich illustrirt, bertcktet über die neuesten Erfindungen und über die Fortschritt t unst und Wi'enschaft, bringt Berichte über Landwirthschaft, Obstzucht, Naturwissenschast, Geologie Astronomie usw. Preis ZZ.20 per Jahr. $1.60 für 6 Monate, einschließlich Porto. Rabatt für. Agenten. Einzelne Nummern 10 Cts. Remitation rer Postantneisung an MunnHCo..tzerauSgeber. Z7ParkRom.N.D. c Wir besorgen amerikanische und ?pULenre. ausländische Patente und Haien darin lÄjchrige Erfahrung. Patente werden zu billigen Aedinpunaen besorgt. Da in dem ScientifieAme man alle durch u'.s erworbenen Patente bekannt gemacht roeren, so ist daS bei der großen Eireulation dti Blatte v?n großem Vortheil. Auf Verlangen untersuchen ir in jedem Falle l$ ft e n s r e i, ob ein Patent erlangt werden kann oder nicht. Auch schicken wir Jedermann frei unser Hand buch über Patentgesetze. Caveat. Handelsmarken, und wie u. zu elchenKosten dieselben erlangt werden. Munn & Co., 37 Park Row Rett York. weig.Ofsice, Ecke F und 7. Str., Washington, D. S.
i
i
