Indiana Tribüne, Volume 2, Number 35, Indianapolis, Marion County, 10 April 1880 — Page 5

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I n d i an T r i b ü n e S

Lokal.

An unsere Leser. Wir ersuchen alle diejenigen unsrer ver ehrlichen Leser, welche ihre Wohnung wechseln, uns ihre neue Adresse zukommen zu lassen, damit daS Blatt zeitlich in ihre Hände gelangt. i e Redaktion. Die Wahl.' Bei der am Montag stattgefundenen Township'Wahl, haben, wie das vorauszusehen war, die Republikaner wieder gesiegt. Wir bringen hiermit den offiziellen Wahlbericht: Township - Trustee: Harvey,Rep., 6,375; Spitzfaden, Den., 5,232. Harvey's Majorität 1,143. ; Assessor: Rau, Rep.. 6.917 ; Dunn, Dem., 4,737. ' Rau'Z Majorität 2.180. Friedensrichter: . Woodward, Rep., 6,478; Walpole. Dem., 5,241. Woodward'ö Majorität 1,236. Constabler: Burleigh 6,595 ; Seibert 6,720; Goudy 6,807; Plummer 6.721 ; Lowry 6,822. ir Die Abstimmung über die Amendements zur Consiitution ergab hier fol gendeS Resultat : Ja. Nein. Vajorl'St rste, Amendkment......7,30l 3,920 Z.V1 Zweite Amendement ...7.LA ' 3,583 4,046 Drittes mendement 7,661 3,633 4,013 viertel Slmendement. . . . .7,595 3,533 4,057 Fünfte Amendement.... 7,761 3,366 t39J Lechite men-emenk ...7.S1 5,362 1,553 Neunte Slmendement ...7,754 3,169 4,595 S- Masern grasflren jetzt stärker als Scharlachfieber in unserer Stadt. . JÖ Obst soll es in diesem Jahrein Hülle und Fälle geben. Eine Freude sür grobe und kleine Leute ! In heutiger Nummer bringen vir wieder ein Räthsel und hoffen daß sich diesmal recht viele glückliche Errather mzU den. tZT Die Liebe ist gefährlicher als das Lagerbier; und doch gibt eS noch seinen .Liebes - MäßigkcitS - Verein" meint ein Wechselblatt. tZJ Der Neger George Elliott kam am Mittwoch Abend hinter Schloß und Riegel weil er in einem Ansall von übergroßer Zärtlichkeit seine Frau durchprügelte. jt3 Tim Neeman, ein in den Walz werken beschäftigter Arbeiter verunglückte m Mittwoch dadurch, daß ihm ein schve res Stück Eisen auf den linken Fuß fiel. , XzT Talbott'S Block wird bald wieder soweit hergestellt sein, daß die Logen ibre Hallen wieder einrichten können. JÖ- Andy Farrell wurde am Donners tag Abend wegen Angriffs auf einen Be kannten verhastet. öS" Die Stadtkaffe wurde während des vergangenen Monats durch nach' stehende Posten in Anspruch genommen : Gesundheitsrath j 160 75 AssessorS-Departement 80 25 JngenieurDepartement .; 100 95 Dispensarium 167 18 Sladthalle 786 10 Hospital ; 803 61 Schatzmeisters.Procente 741 98 Koflea und Entschädigungen . 862 95 Feuerwehr 4,794 06 Gat 5,119 43 Verschiedenes 86 43 Zinsen 54,247 75 Marktmeistergebühren 94 74 Parks 43 t0 Polizei 8,444 08 Drucksachen 570 25 Salaire 117 41 Stationthaus 271 68 Straßenverbesserungen 2,853 88 Wasserwerke 7,392 85 Schulfond 4,172 00 Zusammen ..$85,901 28 kS" In der letzten Stadtrathssitzung brachte Mayor Caven einen statistischen Bericht ein, aus dem hervorgeht, daß die Bevölkerung unserer Stadt während der letzten zehn Jahre wesentlich zugenommen hat,dab ferner die Stadt kostspielige Wer. befferungen vornehmen ließ und trotz alledem die Steuerraten nicht gestiegen sind, und dab wir schlieblich allen Grund haben mit dem Gesundheitszustand unserer Be völkerung sehr zufrieden zu sein, da Indianapolis in dieser Beziehung im Vergleich zu andern Städten obenan steht. Der Mayor erntete für diesen Bericht den er selbst aus statistischen Angaben zusammengestellt hat, ein Dankesvotum.

r3 In der BezirksrathSsitzung , am Mittwoch Abend wurden als Vertreter des

Vorortes zur BezirksTagsaKung Georg Kothe, Frank Vonnegut und A.- Bohn er wählt. Die darauf vorgenommene Zu sammenstellung der Abstimmung ver ein zelnen Vereine über die Delegaten zur BundeS-Tagsatzung ergab folgendes Re sultat: ChaS. Koehne, Indianapolis 109Stimmen Dr. R. Knoefel. New Albany 99 '-. m LouiS Kimmel, Lafayette 95 m Otto Schiffel, Indianapolis 83 Henry Miller, Louisville 82 I. Eßlinger, EvanSville 71 m W. H. Esch, Louisville 67 Als Ersatzmänner wurden die drei nächst Höchsten bestimmt : H. Stolz, EvanSville 64 St., Carl Betz, LouiSville 65 St. und H. Pantzer. Indianapolis 41 St. rT JameS Smith wurde wegen einer Schlägerei zu einer Geldstrafe verurtheilt. . Jö Am 3. Mai wird der deutsche Un terstützungS Verein No. 1 sein StistungSfest verbunden mit einem Tanzkränzchen in der Mozart Halle feiern. VzT Wo steckt der Teufel? Diese Frage sollte jetztHerr E. Sch unter allen Umständen zu lösen versuchend Eine ziemlich große Anzahl fröhli cher Turner und Turnerinnen reist heute nach New Albany, wo die Bezirkstagsatz ung stattfindet. tsr Rose Thomas, des Kleindiebstahlö angeklagt mubte wegen mangelndcrBeweise wieder in Freiheit gesetzt werden. Äphn Pfeiler klagte aufScheidung von seinerGattin Marie, die wie er angibt ihn sehr schlecht behandelt hat. tT Der wegen DiebgahlS im Jahre 1876 zu fünfjährigen Zuchthausstrafe ver. urtheilte Samuel Jones wurde unter der Bedingung begnadigt, dab er fortan dem Genuß geistiger Getränke entsage. 2T Im August soll in Köln ein inter nationaler Gesangwettstreit stattfinden. Wird sich Die Lerche", Frl. Römer, deren herrliche Stimme noch vom vorigen Jahr bei uns in gutemAndenken ist, nicht auch an diesem künstlerischen Wettstreit betheiligen. DerKunst wäre damit jedenfalls ein grober Dienst geleistet. XST Am Sonntag ' verhaftete man Walther Chandler, weil'er des Diebstahls angeklagt ist. rr Die StaatShauS-Commissäre be riethen sich am Donnerstag über die ein gelaufenen Offerten zur Lieferung der Marmor- und Granitsäulen für daS neue StaatshauSgebSude. Eine Entscheidung, wem der LieferungS Contrakt ertheilt werden soll, haben sie indeß noch nicht getroffen. tT In der Frauenabtheilung des Irrenhauses herrscht die Dyptheria in ziemlich hohemGrade. Es, sind schon über dreißig Fälle vorgekommen, zwei mit tödt lichem Ausgang. Selbstmordversuch. Im Irrenhause versuchte vor einigen Nächten eine Frau, sich an einem Stricke aufzuhän gen, den sie sich 'aus abgerissenen Stücken ihres BettucheS gedreht hatte. Ein Wärter überraschte sie und schnitt sie noch recht zeitig ab, ehe das Leben aus ihr entflohen war. JC5 Verschwunden. Charles Reiche! begab sich am Donnerstag Nachmittag nach dem New Pork Store, um Stoff zu einer Wagendecke zu kaufen, und ist seitdem nicht wiedergesehen worden. Er betrieb eine Wirthschaft im Hause 303 Ost Washington Straße und hatte zur Zeit seines Weggehens $300 bei sich. ZF Ein Confidenzler wurde am Donnerstag am Union Depot auf der That er tappt und verhaftet. rS' CharleS Preston war angeklagt mehrere Damen insultirt zu haben und muß deshalb in der Stone ZZard eine Zeit lang Steine klopfen Xr Die Untersuchung der gegen Rev. Boung erhobenen Anklagen nimmt ziemlich viel Zeit in Anspruch. ES scheint also doch nicht ganz richtig mit dem Herrn Pastor zu sein denn sonst wäre der Mann gewiß längst weißgewaschen. Da die Ver Handlungen bei verschlossenen Thüren stattfinden so müffen sich die Neugierigen damit begnügen, die Kirche zu umstehen ohne jedoch etwaS hören oder sehen zu können. Und doch war die Kirche während der ganzen Woche von einer sehr gro ßen Zahl dieser Neugierigen umlagert. Nanct) E. Elem wurde, am Don nerstag nach der Besserungsanstalt ge bracht. LS" John L. Eampbell wurde zum Vormund von Elisabeth Youart ernannt. Wades Prozeß wird am 19 d. Mts. beginnen.

' ro Der Liederkrä nz beging am letzten Mittwoch sein neuntes StiftungS fest. Daß sich zu dieser Gelegenheit alle Mitglieder des Vereins einfanden, läßt sich wohl denken,' aber auch ' sehrviele Freunde desselben waren gekommen um dem herrlichen Feste beizuwohnen. So kam eS, dab in der Mozart'Halle kein leeres Plätzchen mehr zu finden war und sich gar Mancher mit einem Stehplatze begnügen mußte. Das Vergnügen wurde durch diesen ausgezeichneten Besuch nur erhöht und die Stimmung der Anwesen den war eine sehr heitere. Das sür jenen Abend aufgestellte Programm war sehr reichhaltig und wurde mit großem Beifall aufgenommen. Die Festrede hielt Herr Spielhoff, der Präsident des Vereins und dieselbe fand verdiente Anerkennung. Nachdem daS Conzert vorüber war wurde noch tüchtig getanzt und nach Beendigung de.KrSnzchen5 gestand sich Jeder, daß er sich schon lange nicht so vortrefflich amü sirte. '

Am Mittwoch Früh brach in dem Wohnhause von Frank Kennedy an Ecke von Meridian und Michigan Straße Jeuer aus, wodurch ein Schaden von etwa $2,500 angerichtet wurde, der indeß durch Versicherung gedeckt ist. Ein Wagen der Adam'schen Back-stein-Gesellschast fuhr am Mittwoch so stark gegen das Eisenbahngeleise an Vir ginia Avenue an, daß der Kutscher da durch aus die. Straße geschleudert wurde und erhebliche Verletzungen davontrug. jßr An der Ecke von North und Ala bama Straße brannte es am Mittwoch Nachmittag. Der verursachte Schaden ist indeß nur unbedeutend. tST Für die katholische St. Johnö Kirche kam am Mittwoch ein Marmor Altar aus Rom hier an. tT Levi Wright, der vor Kurzem durch einen Fall in einem von der Wasser werk'Gesellschast' an Lincoln Avenue her gestellten Graben .verunglückte, hat gegen die WasserwerkGesellschast Klage erhoben und dieselbe wurde von Friedensrichter Seibert zur Zahlung von $35 Schaden ersatz verurtheilt. ' Wahrheit. - Der wahrhast streb same Mensch nimmt die Wahrheit, wo er sie findet, und weist sie nie ihrer Quelle wegen, ab. Eine bloße Andeutung, dem Munde des Bettlers entsprungen, ist ihm eben so werthvoll, nlS wenn sie von könig licher Lippe fällt' ... Wirklich strebsame. Wahrheit liebendH.Menschen suchen alles Gehörte zu verwerthen denken tief, versü chen selbst und stützen sich nicht eher aus Autoritäten, alS bis sie dieselben in ihrem ganzey Werthe erkannt haben. Wie der Bergmann suchen sie nach Gold, und wie er nehmen sie es, ohne sich durch die uned len Stoffe, die ihm anhangen, beirren zu lassen. Sie wissen das Edle vom Unedeln zu scheiden und nur das Erstere zurückzu halten. Freilich, ohne Arbeit, ohneMühe, ohne Anstrengung geht es selten ab, und darin liegt wohl auch hauptsächlich die Ur säche der geringen Wahrheitsliebe der gro ßen Masse. Diese nimmt weit lieber eine auf dem Präsentirteller entgegen gebrachte handgreifliche Lüge an, als daß sie sich die Wahrheit erst suche mit Mühe zu erarbei ten. tSS- Catharina Grünert wurde am Donnerstag von! ihrem Gatten Herman Grünert geschieden. t Bauerlaubnißscheine im Werthe von $420 wurden am Donnerstag ausge stellt. Aus dem Testament der verstorbe nen Frau Ernestina Vollmar geht hervor, daß sie ihr ganzes Vermögen ihren vier Söhnen vermachte und den ältesten Sohn zum Testamentsvollstrecker bestimmte. tzs Leon Haag wurde am Donnerstag vom Mayor von den Anklagen, die gegen ihn erhoben waren, freigesprochen. kS" Die Großloge der KnightS of Ho nor erwählte in ihrer am Donnerstag abgehaltenen Versammlung folgende Be amte: GroßDiktator-J. E. Cowan. Grob'ViceDiktator W. N. Clitt. Groß.Hülfs.Diktator T. N. Hardin. Groß.Führer-T. H. Walker. - Groß.Kaplan Rev.J. D. JoneS. Groß.Guardian W. F. Ogden. . Groß.WSchter W. H. Nelson. Groß.Trustee (erwählt aus 3 Jahre) James T. Darnall. Groß'Repräsentant zur Supreme Loge -J.B.Lyne. Groß.Rcporter I. B. Jacobs. Groß'Schatzmeister P. W. Bartholo mew. Ein Farbiger entwendete amDon nerstag 10 Yards schwarzen Atlas aus dem Geschäfte des Herrn Leon Kahn.

Deutsches Theater. Die zur Zeit hier weilende' deutsche Künstlertruppe hat mit ihrem ersten Gast spiel ihren Ruf als solche, bewährt. DaS deutsche Theater überhaupt hat sich leider in Amerika noch nicht zu der Höhe emporgeschwungen, wie eS im Interesse derDeutschen zu wünschen wäre. Stehende deutsche Theater die eö uns erlauben, höhe,e Ansprüche zu stellen, haben wir in diesem Lande nur sehr wenige und wenn man bedenkt, mit wie vielen Schwierigkei ten die Theater im Allgemeinen hier zu kämpfen haben, so ist der Mangel an wirklich guten Schauspielertruppen : wahr lich nicht zu verwundern. Man bekommt zwar zuweilen einen Stern zu sehen, aber gewöhnlich verdirbt das lunbesriedigende Ensemble, auch diesen Genuß. Um so freudiger begrüßten wir deshalb die Nach richt, daß die berühmte .Härtingsche Truppe" mehrere Vorstellungen hier geben wird. Härting selbst ist ein anerkannt tüchtiger Schauspieler, und daß er auch in der Auswahl seiner Truppe ttunstverständ niß entwickelte, nun daS haben wir am Sonntag Abend erfahren. Die Vorfiel lung war eine Leistung, wie wir sie nur höchst selten zu bewundern Gelegenheit haben. Ist schon das Stück an und sür sich geeignet das Publikum , zur Begeiste rung hinzureißen, so hat doch die feine, tadellose Aufführung noch viel mehr Be wunderung verdient. Die Hauptrollen lagen in den Händen des Herrn Härting und der Fr. Hesse, und wenn wir .diesem Künstlerpaare unsere ganz besondere An erkennung zollen, so glauben wir damit auch der Meinung der .meisten Zuschauer zu entsprechen. Im Uebrigen ließen auch die Leistungen der übrigen Mitwirkenden nichts zu wünschen übrig und verdient be sonders das , ausgezeichnete Zusammen spiel hervorgehoben zu werden. Rechnet man hierzu noch die prachtvollenToiletten, hauptsächlich die fürstlichen Anzüge der Fr. Hesse, so kann man sagen, daß über die Vorstellung eben nichts zu sagen war. Der einzige Mangel den wir am Sonntag Abend entdecken konnten, war der an Zuschauern. Die Halle war zwar ziem lich besetzt aber immerhin hätten noch ge nug LeutePlatz finden können.. Bei einem derartigen Kunstgenuß urste man erwar ten, dap. sich das ganze kunstliebende Deutschthum einfinden würde. Nun viel leicht ist dies morgen Abend der Fall. Zwei wunderschöne Lustspiele kommen zur Aufführung, .Der höfliche Mann" und .DaS heimliche Zimmer". In dem erste ren hat hauptsächlich Herr Engel Gelegen heit sich hervorzuthun, und da dieser Schauspieler im vergangenen Sommer der Liebling des hiesigen Publikums war, so bezweifeln wir nicht, daß es ihm auch morgen gelingt seineAnziehungskraft auszuüben und ein recht volles Haus zu ziehen. 3 In der am Mittwoch Abend abge haltenen Versammlung des Indianapolis Soc. Turnvereins wurde beschlossen, am Donnerstag, den 15. April, ein Tanz Kränzchen in der Turnhalle abzuhalten. In Wien wurde am 12. März der pensionirte Feldmarschall Lieutenant Ottokar Freiherr von Prohaöka wegen Betrug verhaftet. Er ist 63 Jahre alt nud gehört einem uralten böhmischen Adelsgeschlechte an. Shon seit längerer Zeit hatte er versucht, bei Wiener Bankhäusern Geschäfte von zweifelhaftem Werth zu entriren. Bereits vor einiger Zeit erzählte die Presst, tdaß ein hoher Militär die angebliche Conzegion zu einer Spielbank in San Merino besitze, von welcher der Staatssekretär der Republik in demselben Blatte erzählte, daß sie un rechtmäßig erworben und ungültig sei. Der Besitzer dieser Concession war eben der Baron Prohaöka, ur.d er versuchte in der That bei Wiener urd Pariser Bank Häusern diese Conzession' zu verwerthen. Die Frau Josephme Shaw Lowell wurde vor einigen Jahrm vom Governor als Mitglied der StaetS'Armenbehörde angestellt. Sie hat in diesem Amte seitdem mit Eifer und Erfolg -gewirkt. Ihrem Einflüsse ist zu verdanke,, daß ein Antrag in der Behörde wohl durchgehen wird, wonach alle aus öffentlichen Mitteln unter stützten Armenpflege Anstalten genaue Berechnungen ihrer AuZgaben und Ein nahmen vorlegen müsser. Sie hat nämlich entdeckt, daß eine Äizahl solcher An stalten blos zum Scheins bestehen, und daß deren vom Staate gezogenen Gelder blos dazu dienen, unnütze B:amte zu besolden.

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Oin &otmopoUtiffit& Unternehmen

cditorielle lton anner. St. Jakobs Oel. das arok k,tW - Heilmittel, ist jetzt durch die unternehmende FirmaA. V o g eler k C o. in Baltimore auf der ganzen Erdkugel eingeführt. Ob. wohl das Oel wegen seiner lindernden Kraft und merkwürdigenWirksamkeit schon Hunderte von Jahren nicht nur - im 'Schwarzwalde, sondern auch weit über seine Grenzen hinaus, bekannt wär fo blieb es doch erst der Firma Vogel er & Co. vorbehalten, diesem Heilmittel 'eine Weltkundschaft zu verschaffen.'- Sie that tS Yiurth 9snnnnrn N. OiMv..M . v - i "viini tu umii ;uiiU(iii unO in allen Zeitungen und hatte sich dadurch die Anerkennung von Tausenden, welche mit dem S t. Jakobs Oel einen Ber such machten, zu erfreuen. ' Als später, durch diesen Erfolg angestachelt. Andere Nachahmungen in denMarkt gebracht hat ten. wurden die Fälscher durch die Bun desgerichte verurtheilt als Schadenersatz nicht unbeträchtliche Geldbußen zu bezah. len. ' Die Gebrauchsanweisung für daS St, Jakobs Oel erscheint in elf Sprachen und wird in Millionen Ejm plaren verschickt : In der englischen, deut, schen,' französischen, italienischen, polni schen, böhmischen, spanischen, portugiest schen, holländischen, dänischen und schwe dischen Sprache. DaS Circular ist neuer Beweis deS UnternehmungSgeisteS,welcher vondenHerrenA.Boaelerä: C o. in Betrieb ihrer Medizinen unter allen civil! nrien vollern entwickelt wird und spricht zugleich für den Werth derselben.-rS-George Thompson wurde am Donnerstag Nacbmittaa verbakte al r eben im Begriffe war einem Farmer seine Baarschaft abzunehmen. Auf diesen Schwindler ist die Polizei schon lange nicht gut zu sprechen. " b ' ES ist bekannt, dab zur Äeit febr viele Leute am Colerado Fieber leiden und dab vleje Krankhett von Tag zu Tag mehr um sich greift. .-Man ist der Ansicht, daß mäh. rend des SömmerS wenigstens 70,000 Personen nach jenem gelobten Lande zie hen werden. Wenn sich diese Annahme verwirklichen würde, so wäre-daS im 5ln. teresse der Leute, die ihre Heimath aufga ben um sich den Goldsuchern anzuschließen. zu bedauern. Denn fast Alle werden Nck in ihren Erwartungen gar bald getäuscht sehen. Geschürt wird dieseAufregüng dann noch durch die Elsenbahngesellschaften, de ren Routen nach den Minen . Distrikten führen und welchen reiche Einnahmen auS den PassagierschwSrmen erwachsen. Die große Mehrheit dieser 70,000 hoffnungSse. ligen Leute, welche sich in den 'Rocky Mountains" von Colorado über Nacht zu bereichern gedenken, wird gar bald auS finden daß sie den Warnungen HStteGehör schenken sollen. Amerikanische und englische Liberali. tät. In den Ver. Staaten ist als Beitrag zur Unterstützung der Nothleidenden in Irland bis jetzt schon die Summe von 1.5000,000 aufgebracht worden. Dage gen belief sich den letzten Nachrichten zu. folge der Mansion House UnterstützungS konds auf nicht mehr als Z433,000. Und selbst dazu hatten die Ver. Staaten $28, 290 beigetragen. Ferner Indien $17,750; Canada 511,760 und Australien $278,000. Nach Abz'kg aller dieser Summen von dem Fond bleibt aber als Beitrag ganz Eng. lands blos die bescheidene Summe von $102,000. Die verbissene Unverschämtheit der deutschen Polizei wird wirklich nachgerade lächerlich. So hat sie sich am 18. März in Berlin wieder einmal unsterblich ge. macht. Es wurden da wie gewöhnlich die Gräber der Märzgefallenen im Friedrichs Hain geschmückt: Einzelne der Gräber wa ren mit einem Kranze geschmückt, von de nen einer die Inschrift trug : .Zur Erin nerung an die im Kampfe für die Freiheit am 13. März gefallenen Buchbinder", ein . 15 . P i n . anvrrer vir : unvergevttcy vielvu VU ven Deinen." Zur Feier deS TageS hatte der Berliner Arbeiter Verein, wie alljährlich, auch dieses Jahr einen Lorbeerkranz auf die Gräber derMSrzGefallenen im Fried richshain niedergelegt. Nachdem die De putation des Vereins den Kranz dort an pebracht, erschienen sofort Polizeibeamte und geboten, daß die schwarzroth.golden: Schleife und die Inschrift : .Berliner beiter Verein" entfernt werde. Die Dk tatisn protestirte dagegen und wieg darauf hin. daß noch mehrere Kränze mit In schristen vorhanden seien; die Polizei be stand aber dennoch darauf, und entfernte die Deputation deshalb die rothe'und die goldene Schleife, so daß der Klanz nur mit der schwarzen Schleife dort verblieb.