Indiana Tribüne, Volume 2, Number 34, Indianapolis, Marion County, 3 April 1880 — Page 6

I tt f isltta r t h u n e." 6

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bgrunÄ. , - ; Novelle von S. von der Horst. -j r (Fortsetzung.) ''Riemer's Hand zuckte . Er sah schwerathmend einen Augenblick Zn Bolten's ehr lich'eS Gesicht fast schien es,' als wolle er AfleS dem Jugendfreund.gestehen. Dann aber schüttelte er stumm den, Kopf und wandte sich ab.. ..Gute Nacht, Volten Er ging, ohne sich umzusehen' weiter, und immer war es ihm, als fühle er, daß der Andere seiner entschwindenden Gestalt nächblickte, traurig, im Herzen - überzeugt von einem tiefen, trostlosen Fall. -, , Zu Hause begrüßte ihn daS Jauchzen seiner beiden jetzt ganz genesenen Kinder. Auch Marie sah besser aus als damals. alS sie demZuviel der körperlichen Anstrengung nahezu erlag. Die hundert Thaler hatten Wunder gewirkt, aber gerade DaS, die Unrechtmäbigkeit des Besitzes, schnitt dem jungen Manne täglich mebr in'sHerz. Jedes Lächeln seiner Kinder, jeder freiere Athemzug schien ihm gestohlen. Marie schmiegte sich nachdem das ein fache Abendessen verzehrt war, mit feuchten Blicken an seine Brust. .Mein Emil, ich hätte eine Bitte an Dich !" sagte sie, nur mühsam die Thränen bekämpfend. .Willst Du sie mir bewilligen, obgleich es ein Opfer ist?Er Mte mit inniger Zärtlichkeit die be denden Lippen der jungen Frau, und Mi nuten vergingen, bevor Eins von ihnen wieder sprach. Marie weinte jetzt unauf haltsam. Ich weiß, was Du wünschest, mein Herz," sagte er nach einer Pause. .Du willst das Grab unserer kleinen Elise sehen ich kann's mir denken." 0 Emil." schluchzte sie leise, .vergib mir's. daß ich Dich schon mehrere Male bat, den weiten Weg mit mir zu gehen. Aber Du bist dagewesen, Emil, Du hast-" .Stille!- bat er erschüttert. .DieWunde blutet zu srisch. Wem welltest Du aber die beiden Kinder überlassen, wenn wir fortgehen würden, Marie V .Emma Bollen kommt hierher versetzte die junge Frau. .Nun sie für ihre eigenen Kinder keine Ansteckung mehr zu fürchten braucht, hilft sie mir mit wahrer Aufopfe rung Riemer erbleichte. Bollen und , seine Frau sind herrliche Menschen sagte er nach einer Pause. .Aber bei aller Freund schaft, liebes Herz erzähle doch, wenn ich Dich bitten darf, Nichts von jener Summe, die wir damals aufnahmen es könnte unter k ie Leute kommen, mich com promittiren, kurz, ich wünschte, daß es uw ser Geheimniß bleibe Marie streichelte zärtlich- die blasse Wange ihres Mannes. .So mußt Du unerhörte Procente bezahlen, mein Emil? Der Darleiher ist ein Wucherer V .Er machte sich hastig los von ihren um schlingenden Armen. .Schnell versetzte er mit heiserer Stimme, .ich höre Jemand kommen. Ja, Du hast Recht es und theuere Zinsen die ich bezahlen muß ein Pakt, mit Blut unterschrieben Er ging aus demZimmer, ohne sich umzusehen, und begrüßte später die Frau sei nes Freundes in so zerstreuter, sonderbarer Weise, daß diese mitleidig den Kopf schüttelte. .Bleibt nur recht lange fort, Kinder sagte sie gutmüthig, .und bringt mir von draußen ein grünes Reis mit herein' ich hab' ja auch ein kleines Herzblättchen da unter den Blumen schlummern Sie nickte unfähig, weiter zu sprechen, und die beiden Frauen umarmten einander schluchzend, ehe sich die Thüre schloß. Marie ließ den Schleier herabfallen, um ihr Gesicht den Vorübergehenden zu verbergen.' Was Riemer auf diesem Wege litt, das schildert keine Feder. Er empfand eine Art von scheuer Furcht, sich dem Grabe sei nes Kindes zu nähern es war ihm, als habe er den Tod um, seine Würde, seine hehre Majestät freventlich betrogen, wenn er.an all dieEinzelheiten.jenerTage zurück dachte. " ' Sarg und Blumen, das Geläute der Kl'rchenglocken. das Gebet des Geistlichen Alles bezahlt von gestohlenem Gelde ! Neben dem Gottesacker dehnte sich lang. gestreckt, ein 'See. 'und 'in seiner blauen, regungslosen Milte spiegelten sich die jungen Weiden am User. Das einsame Licht im Hause des Todtengräbers' glänzte wie in Stern röthlichgolden aus der Tiefe

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heraus und hinter den Hecken sangen spie

lende Kinder. Die tiefst?, beiligste 'Stille' lag ringum her auf der ganzen Gegend ' " . Riemer sah starr hinab'in die Fluthen. Könnte ich mich in ihrem tiefsten Schoobe verbergen !" dachte er. , ,;.. . ., . v . . t . '... ', . ; i -.. ' ' ' - Das Leben gleicht den wechselnden Bil dern eines Wolkenhimmels. Der Sturm schüttelt und die Gestalten sind ändere, neue, die Figuren sind verschoben dieFar den gemischt. .- - ' Zwischen dkr bescheidenen Wohnung des Post' Secretars und dem Kirchhof lag an einer der elegantesten Straßen das Schau spielhauS, und während dort draußen auf das Gründer Grabesblump so bittere SchmerzenSthränen herabflosien,' wurde hier gelacht und gescherzt oft auch mit zuckenden Kippen und wahrend das Herz nach ivnen blulete ; aber äußerlich um hüllt doch AlleS der schimmernde, verschönerte Glanz desReichtbums und der gesell' schastlichen Stellung. In einer Loge des ersten Ranges saßen mehrere Personen und unterhielten sich lebhast mit einander, während die Neben platz?, nur durch verschiebbare grüne Gar dinen von jenem getrennt, bis jetzt noch leer geblieben waren. Ein junges Mädchen im übermäßigen Putz saß zunächst der Balustrade und ließ fast unausaeletzt das Opernglas wandern, um Alles und Alle mit jener kecken Weise zu mustern, die jetzt unter der fashionablen Mädckenmelt leider mehr und mehr zur Mode wird. Nichts weniger als schön, hielt sich doch offenbar die junge Dame für den Gegen stand allgemeiner Aufmerksamkeit, das be wies die gesuchte und ccquettirndeArt und Weise, in welcher sie mit der Hand aus dem Sammet des Balkons alle möglichen Spielereien vollführte. Bald war es dcr Theaterzettel, bald der Fächer oder das Glas, immer aber mukte ein Gegenstand dazu dienen, mittelst desselben sich bemerk bar zu machen. ' ' Hinter dieser interessanten jungen Dame saßen zwei Herren, die beide von ihrer Gk sellschuft äußerst enlzückt schienen, obwohl einer derselben mit der Bezeichnung .Pa pa" angeredet und der andere überhaupt äußerst selten einesBlickeö. .gewürdigt wurde. Der ältere Herr war ein Fünfziger mit ebenso verschlagenem als schlauem Ge sichtsausdruck. Die Aehnlichkeit zwischen ihm und seiner Tochter trat unverkennbar zu Tage, obwohl die junge Dame ziemlich mager und unbedeutend' genannt werden mußte, er dagegen eine stattliche Rundung zur Schau trug. DieseLeute unterhielten sich lebhast über das bevorstehende , Schauspiel,, , und mehr als eine Bemerkung der j mgen Dame er regte bei den Umsitzenden jene Heiterkeit, welcher es nicht gestattet ist. anderes als hinter demTaschentuche oder in denAugen winkeln überhaupt zu existiren.' 9ll vis-a-vis in der Logenreihe jenseits des P ttterre'S ein eleganter Herr seinen Platz einnahm und dabei zufällig auch die gegenüber befindliche Seite mustexnd streifte, da grüßte der, stattliche Mann sehr leicht , und oberflächlich mit der Hand. .Sieh' nicht hin. Matchen flüsterte er. .das ist der Baron von Uhlseld. Was ich mir für den " ' Das junge Mädchen berührte schnell mi dem Fächer seinen Arm. .Laß doch das .Malchen unterwegs. Papa, und gar erst die trivialen Redens arten flüsterte sie. .Werde ich den armen Schlucker beachten, der Nichts hat, und vocy thut, als jei Unsereins nur in der Welt, um seinen Kaffenmeister zu spielen !" Und der Fächer fuhr rauschend ausein ander, um zwischen die aristokratisch hochmülbigen Blicke des Barons und das ge schminckte Antlitz von Fräulein Malchen eine Scheidewände zu bringen, die nur ganz selten und im Fluge ein wenig verschoben wurde, wenn sich die junge Dame überzeugen wollte, ob denn derVerschmäh te gar keinen auch nicht den allerkleinsten Versuch machte, von ihr ein Lächeln zu er . ' ...... -. - haschen. - 4 , . ... , Aber das war verlorene Mühe. , Baron Uhlseld sah aus,' als langweil er sich mehr denn je, ja, er wandte sogar ausdrücklich das Gesicht, zur Seite, und zeigte.in dieser Weise nur sein feines,' sehr schönes Profil. Das'Theater hatte sich - allmälig. gefüllt und die'Musller',stimmtensbereits ihre Instrumente. : Ganz kurz vor Beginn des Stückes' kamen noch. drei Person'en,welüe ihre,,'Platze Unmittelbar neben jene 'Erst genannten einnahmen vorn .an 'der Brüstung ein kleiner alter Herr, neben ihm das schöne junge Weib, und hinter den

Beiden eint Mädchengestalt, ganz ohne

Schmuck, im dunklen, - schlichten Keide, blaß und unbeachtet. . : Im selben Moment, als. dies? Letzteren erschienen, beugte sich derBaron v. Uhlseld über den Rard ; seines Sitzes .herab., und kaufte ein.Rsenbouquet,'wie solche wäb rend der Zwischenakte oder vor Beginn der Darstellung im Theater feilgeboten zu werden pflegen. Er wählte lange und gab dann eine größere Münze, ohne , sich den Ueberschuß herauszahlen zu lassen. . Die junge Dame und. der stättliche Herr drüben ln ihrer Loge wechselten einen schnellen Blicke . - : . i. :;, .Was wi! er mit denBlumen V flüsterte achselzuckend, in unverkennbar geringschä tzigem Tone der Papa. .Du lieber Gott, schenkt erden alten Weibe da eine ganze Hand voll Groschen ; ich hab's gesehen, es war ein Thaler!" Die Tochter hatte indessen fortwährend den eleganten Herrn fixitt und es endlich entdeckt, daß fein Blick eine bestimmtcRich' tung verfolgte, daß er nahe, ganz nahe an ihr vorübersah, und dann, als sei er be merkt worden, dasBouquet langsamem porhob an seine Lippen. Fast hatte Malchen einen Augenblick lang geglaubt, daß ihr seinGruß gegolten. der Fächer sank um Zollbreite herab, die schwarzen Augen flammten heißer aber dann erkannte sie denJnthum und wandte sich nun mit spöttischem Lächeln zu dem Alten. .Papa, diese Blumen wird er ohne Zweifel auf die Bühne nrerfen raunte sie. .Wie nobel er Dein Geld unter' die Leute bringt so schone ihn doch nicht länget Der Alte zuckte die Achseln und spreizte alle zehn F nger weit auseinander. Thue ich das tlxotV fragteer. .Ich schone mich. Was ist vo dem Hempelmann zu holen V Die Tochter beobachtete immer noch das Spiel mst dem Rosenbouquet. Der Brron v. Uhlseld jatte es einmal bis zu seinen Lippen erhoben und dann nochmals, aber jetzt nicht ganz. Auf halbem Wege hielt er inne, wie absichtslos tändelnd in den Anblick der Zrosen versunken. Drüben ll alterte in diesem Augenblick der Theaterzettel, offenbar über die Brüste ung der Loge herabgeglitten, langsam bis in das Parterre, und wurde dort von meh reren Herreu zugleich erhascht. Man be eilte sich, der schönen Frau, die so kühl und königlich lächelte, das Verlorene zurückzu erstatten. Dabei bevegte der entstehende Zugwind aus Sekunden die grüne Gardine, und und Malchea sah im Hintergründe der Loge das blasse junge Mädchen, dessen wir vorhin gedachten. Gedankenschnell flog ihr Blick hinüber zu dem Baron, wie sragend, erstaunt. Aber nein, er und das junge Mädchen konnten einander nicht sehen. Das Spiel mit den Rosen halte jetzt gänzlich ausge hört. Die Glocke des Jnspicienten machte sür den Augenblick allen anderweitigen Unter Haltungen und Beobachtungen ein Ende. Wer nicht aus wirklichem Jnteleffe- das Stück verfolgte, der that es doch scheinbar um nicht sür gedankenlos zu gelten. Nur Eine, eine Einzige hörte und sah vonDem, was um sie berum vorging. Nichts. Minna saß hinter der Stiefmutter und gab sich ganz ihren Betrachtungen hin. Seit vierzehn Tagen war von Robert keinerlei Botschaft mehr zu ihr gelangt. Sie hatte ibn nicht gesehen und keinen Brief erhalten. Tante Wilhelmine war bei dem Commissionsrath Philipp gewesen und'hatte'ihn offen . und ehrlich in ihrer geraden Weise. gebeten, den jungen Mann nicht in'S Verderben zu stürzen; ja,, sie that noch mehr, obwohl das Minna nicht erfuhr; sie brachte dem Geldmann "ihr ganzes kleines Vermögens wenige tausend Thaler nur, bei diesem Besuche mit' und legte die Dokumente auf den Tisch. Das sind ' ehrliche Zinsen auf Jahre hinaus , sagte Tante Wilhelmine. zum Commissionsrath Philipp. .Und nun geben Sie mir Ihr Wort, Niemanden von der Sache zu erzählen, dem jungenManne selbst am wenigsten, aber lassen Sie ihn in seiner Stellung bleiben, damit er nicht zu Grunde geht." Da hatte der Commissionsrath mit iro nischem Lächeln die Papiere gestreift nnd im Gönnertone gesagt : : ,Gie Frau, das verstehen Sie nicht. Es sind übrigens andere Arrangements im Werke.. r. . Das war Alles was Tante' Wilhelmine erreichte. -' Später liefe sich der Geldmanr. nicht wieder sprechen und, Minna" erfuhr nur seinen letzten undeutlichen Ausspruch. WelchesArrangement konnte er meinen ? War's ein Dienst im fremden Welttheil ?

War's eine reiche Heirath, zu der ihn der

Speculationsgeist desGläubigerS drängte. vom ersten Widerwillen, zum scheuen An hören und von da zum Ueberlege?, was t . ' ' n ' ' ' . " ' v' ikyreailazer ii; oic ourgerucye Vcyanoe oder das Elend des HerzenS? i. Zehnmal stand die Geängstigte auf dem Punkt,, ihn. selbst um eine Erklärung zu bitten; , aber dann sielen ihr;, wieder die Worte seines Ärieses . ein:. Warn Du mich.siehst, 'dann wende . den Blick! dann dachte sie an daS räthselhafte : ES sind andere Arrangements im Werke !" und die Feder entsank der. zitternden Hand. . ' Nein, nein, sie konnte ihm nicht schreiben. Wenn er einen Vorwand gesucht hatte, um sich zurückzuziehen ja, wenn vielleicht eine Andere seinem Herzen näherstand als sie. und er scheute sich nur, ihr die harte Wahrheit offen zu bekennen, er schützte Empfindungen vor, die in Wirklichkeit längst erloschen waren ? Solcher Fälle gibt es so viele, und aus allen geht der Mann als Sieger hervor, alle treffen mit ihrer vernichtendeuSchwere nur das Weib, wenn ihm dieBesonnenheit fehlt, zur rechten Zeit die blutende Wunde den Augen der Welt zu entziehen und zu schwigen, als sei Nichts geschehe. Und Minna schwieg. Sie ging auch nur selten zu der alten Tante, veil es ihr schrecklich war, von der Sache zi sprechen. Damals suchte die erste Verzweiflung ge waltsam einen Ausweg, jetzt abel Ichmerzte die Wunde zu sehr, um eine Berührung zu ertragen. . Der alte Herr , sah es wohl, nie bleich und krank sem Kind in der letzten Zeit geworden ; er forschte mit heimliche?, unein gestandener Furcht in ibren Zigen, und wenn es sich traf, dab er mit dem Nädchen allein war, sah er sie an, als schvebe aus seinen Lippen eine Frage. Abc: wenn dann Leonore hinzukam, kehrte t: sich ab, wie aus einem Unrecht betroffen, i 1 . .Geht sie noch Abends aus V jragte er. .Merkst Du Nichts mehr von derkiebschast mit dem Holten V ! Das mußte Frau Leonore verieinen, so sehr es sie verdroß. Es war Nichts gesche hen. j 'ßttlleich ändert Minna dat trotzige Wesen gegen Dich, mein Liebling," ant wartete der alte Herr. .Was vürde ich . t rn i ff Darum geven, zw.lcyen ucy lven ein gutes Verhältniß existiren zu jchen, wie das von Schwestern etwa, ')enn sür eine Mutter bist Du viel zu junj, zu rosig und schön." j Frau Leonore wandte sich ab.i.Fromme Wünsche !" versetzte sie, gezmngen lä chelnd. j Er seuszte schmerzlich bei dies Worten. .Aber vielleicht ändert sich daj ja Alles noch. Der Leute wegen hätte ch so gern ein gutes Einvernehmen lakuns z. B. Minna heute Abend mit in dcv Theater nehmen. Sie. verdient es nio):, das weiß ich wohl, aber der Arzt sagte air neulich. daß sie sehr schlecht aussähe. Minna ist krank." r Frau Leonore kannte zur Cmüge den Starrsinn ihres Mannes und j wußte sehr wohl, daß die Bitte nur eine ächere Form sei, der Kern aber ein Befehl. Sie machte daher keinerlei Einwendungen, obwohl die Heftigkeit ihrer Erregung sich deutlich of fenbarte, wie damals, als der Perlbesatz über den Teppich herabrollte. ' Du bist ein Anderer geworden, Ru dolph," dachte sie. die es gewchnt war. zu schweigen, .Du bist nicht mchr derselbe Mann, seit Dir Wilhelm im 'Traum erschienen. Hüte Dich ! - Ru))lph, hüle Dich!Sie legte mit ihrem gewöhnen ruhigen Lächeln die Hand auf seinen Am, aber in ihr gährte es stärker denn je. die schwär zev Augen strahlten . einen richiüchtigen Triumph. Minna ging mit ii das Thea ter, weil es derVater wünschte nd sie dem Kranken keine Weigerung entgegensetzen wollte. , Er bemerkte es abejsehr wohl, daö seine Tochter von der Stiefmutter nicht die geringste Notiz nahm, ja, dab sie es zu überhören schien, als er ihr flüsternd sagte i.Mama wünscht Dee Beglei tung." ; ''' . .Es ist vergebens 'dachte er, .meine ttinder . empören sich gegen nich, Haffen mich ich bin ihnen ein Feiid, ein Wi' dersacher. , '. I , ' -Pann sprach er mit dem junjenMädchen kein Wort weiter, sondern 'genoß voll heimlicher Freude den Triumph zu bemer? ken, .dak seine junge Frau durcj ihre glän zende Schönheit alle anderen Damen ne bensich verdunkelte und weii überragte Kamen zuweilen Bekannte üld Freunde des Hauses in die Loge, um ht reizenden

Frau gleich einer Fürstin zu huldigen.

dann überwachte er eisersüchtig jedesWort, jeden Blick ; dann sah er zum hundertsten Male, daß sie keinen der eleganten Cava liere irgendwie auszeichnete, sondern, sü Jeden das gleiche kühle Lächeln zur Schau trug v";' ' : ;,! , Minna wurde neben ihrer Stiefmutter nicht beachtet; sie hatte wahrend des ganzen ersten Aktes vollauf Zeit, an jene dunsein unruhigen Augen zu denken, welche vorhin eine' Sekunde lang ihr Gesicht ge streift, um dann hinter dem grünen Vorhang wieder zu verschwinden, gleich einer Erscheinung. . ; Das war Malchen Philtpp, die dort so in ihrer nächsten Nähe saß. Warum schlug das Herz so : ungestüm, warum schien jeder Blutestropfen plötzlich ein selbstständiges Leben zu besitzen und rmporzuwirbeln in das heiße, brennende Hirn? War es deiin nicht einerlei, ob dort hin ler den grünen Vorhängen Malchen Phi lipp sich befand oder sonst Jemand ? Minna erwartete in jedem Momemt das Gesicht ihrer Schulfreundin im Rahmen der Thür zu erblicken. Weshalb sie daS so bestimmt glaubte, wurde ihr selbst nicht klar, ja nicht einmal, ob sie cs hoffte oder fürchtete. . Der erste Akt war vorüber. Bravo und Handeklatschen durchdröhnte das Haus; ans allenCorridors drängte dasPublikum. Minna sah zufällig in das Gesicht ihrer Stiefmutter es glänzte von stolzer Be friedigung, und um die Mundwinkel lag es wie ein verstecktes Entzücken. Das junge Mädchen mußte an die Mondnacht denken, in der sie so unvermuthet zurZeu gin eines Rendezvous geworden da mals sah Leonore gerade so' aus, wie heute. Die grünen Gardinen verschoben sich, und hinter denselben winkte eine Hand, die von Gold und Juwelen funkelte. .Komm', Kind flüsterte Malchen PhU lipp, .wir wollen plaudern. Ich bin ganz allein hier, komm'. Laß die Alten, wir Beide brauchen sie nicht." Minna übersah mit schnellem Blick die Loge. Sie war ganz leer. Die beiden Begleiter der jungen Dame hatten es je denfalls vorgezogen, den Zwischen Akt amüsanter zu verbringen als hier in der engen, heißen Umgrenzung. .Ich will nicht !" dachte Minna, .ich will nicht !" Aber dennoch erhob sie sich und griff an den Thürdrücker, dennoch stand sie neben ihrer ehemaligen Spielge sährtin, ehe sie sich des Entschlusses ganz bewußt geworden. Was würde sie jetzt möglicher Weise erfahren ? Es lag so nahe, daß von den beiderseiti gen Bekannten gesprochen wurde. Malchen Philipp lachte halblaut. Du armes Ding, welche Toilette ! Ist es denn wahr, daß Du ganz verstoßen wirst ? Wahrhaftig, ich glaube. Dich noch nie mals hier gesehen zu haben. Deine Stiefmutter ist eine leidlich hübsche Frau, nur sür meinen Geschmack etwas zu derb, zu üppig." Malchen Philipp begrüßte während die ser Worte mehrere Herren, die an der Loge vorübergingen, und plauderte dann weiter, ohne eine Antwort zu erwarten, wie eö schien. .Wie lästig ist es, von so vielenAnbetern umringt zu sein; man fürchtet immer, Duelle zu erregen. Dort, der Dunkle, mit dem kleinen coquetten Bärtchen, und der Andere, Große, die Beiden könnte ich alle Tage haben, aber puh, viel zu geringe. Ein' Referendar und ein Arzt ohne Praxis, das wäre noch schöner ! Sag' mal, Kind Dein Kletd sitzt erbärmlich ! hast Du noch nichts Heimliches V Minna er'öthete unwillkürlich. Sie schüttelte den Kopf. .Nein, Malchen. Bei uns . .Bitte unterbrach die Andere, .nicht Malcken, das klingt so jüdisch. Freilich hat Papa Geld genug, um sich überall auf die erste Stufe zu stellen, aber es ist doch nobler, zu den Christen zu gehören, daher haben wir.uns auch taufen lasten; ich werde jetztnur noch Amalie genannt. Aber, waSich sagen- wollte, es schien mir doch, als sei da früher in der . Schule W eine Art von Liebesverhältniß im Bange gewesen, wer war's doch gleich V : (Fortsetzung folgt.) ' ... Neueste Forschungen. Profestor $ : .Den neuesten Forschungen zufolge hat der Saturnus' einen Ning in der Breite von 6000 Meile'n . Zuhörer : .Gott im Himmel, muß der einen Finger haben !"