Indiana Tribüne, Volume 2, Number 33, Indianapolis, Marion County, 27 March 1880 — Page 5

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Lokal.

An unsere Leser. Wir ersuchen alle diejenigen unsrer verehrlichen Leser, welche ihre Wohnung wechseln, uns ihre neue Adresse zukommen zu lassen, damit das Blatt zeitlich in ihre Hände gelangt. Die Redaktion. SS- Morgen ist Ostern. Lasse sichJeder die Ostereier gut schmecken. 3T Am Montag fand im Arsenal eine kleine Pulver . Explosion statt. Glückli cherweise verunglückte Niemand, auch ist der dadurch entstandene Schaden nicht groß. ST Die Woodburn Sarven Rädersa brick hat die Löhne ihrer Arbeiter um 15 Prozent erhöht. Während der vergangenen Woche kamen in unserer Stadt 33 Todesfälle vor. ST Am Montag Nachmittag verun glückte ein Arbeiter der Walzwerke indem sein Fuß durch eine Schiene die daraus siel, ganz zerquetscht wurde. S- George Gilbert, der vor Kurzem verhaftet wurde weil er auf der Straße ei ner Dame ein Portemonai aus der Hand entriß muß dafür ein Jahr lang im Zucht haus brummen. Dan Jones ist des Hühnerdieb stahls' angeklagt und befindet sich hinter Schloß und Riegel. ZT Thomas Lockhardt der eine zwei jährige Zuchtbausstrafe zu verbüßen hatte. weil er seiner Zeit den Barbier Meyer ge schössen hat genießt jetzt wieder seine Frei heit. . jSrSc bensmüde. John Anderson, der am Montag Vormittag Selbstmord htnlnn indem tt stck eine Kuael in die r D - - - , w Brust schoß, scheint zu diesem verzweifelten Schritt durch unglückliche Verhältnisse ge trieben worden zu sein. Anderson war stets ein allgemein geachteter Mann und war früher an der Indianapolis, Blos mington & Western Eisenbahn angestellt. Als diese Bahn jedoch eine andere Ver waltung bekam verlorAnderson seineStelle und seitdem konnte er keinen Ersatz für diesen Verlust finden. Dazu kamen noch unglückliche FamUienverhältnisse, so daß der Unglückliche schließlich ' lebensmüde wurde und die entsetzliche That begmg. Die Mitglieder des Vorstandes der Edwin Ray Kirchengemeinde scheinen nicht aa? zu viel christliche Nächstenliebe für einander zu empfinden. Dem Pastor Bouna wurden schon neulich Sünden zum Vorwurs gemacht woraus hervorgeht, daß dieser Pastor sich nicht mit dem Verstände feiner Eollegen messen kann, die das eiste Gebot stets heilig halten. Viele Mitglieder dringen jetzt darauf, daß Voung .eines Amtes enthoben werde. Andere nehmen hingegen seine Ehrwürden in Schütz und beschuldigen Herrn Patterson, der Haupt sächlich die Anklagen gegen Poung erhob. derVerlaumdung. Deshalb wurde auch be schlössen, dak vor Allem der Ankläger ein Verhör bestehen soll und den Angeklagten wird man hernach schon weißzuwaschen verstehen. BeiPatterson hat indeß dieUntersuchung ein Resultat zu Gunstendes Angeklagten ergeben und nun geht's an den Pastor. Dem Criminalrichter wurden am Montag nachstehende Personen vorgeführt welche aber sämmtlich behaupten unschul dia zu sein und es auf einen Prozeß an kommen lassen wollen : Henry Patton, John Franklin, Alfred Barbour und Richard Taylor, angeklagt de3 Einbruchs und Großdiebstahls; Charles Potter, an geklagt des Kleindiebstahls ;PrestonDaviS, angeklagt des Angriffs und der Schlägerei in mörderischer Absicht und George Gll bert desStraßenraubs angeklagt, wurde je doch mittlerweile prozesstrt und verurtheilt.' Auch über Charles Potter wurde unter deß daA Urtheil gesprochen. Er hat fünf Jahr im Countygesängniß zu brummen. Kleindiebstahl rentirt sich eben nicht so gut wie Großdiebstahl la Mayo. LS- Am Montag wurde Charles W. Swabb von Fannie Swabb geschieden. Miranda A. Blake und Albert C. Blake wurden ebensalls die Ehefesseln abgenom men. Auch Carolina M.' Sedgebeer er langte eine gerichtliche Scheidung von ih rem Gatten Charles M. Sedgebeer. - Der May'sche Prozeß gegen die taatsbaus Commissre wurde am Mon g zu Gunsten derVerklagten entschieden.

Der Vtrwaltungrath deö IrrenasyZö

unterbreitete dem Gouverneur seinen Iah resbericht woraus wir Folgendes entneh men : j Das bewegliche Eigenthum der Anstalt repräsertirt einen Werth von $60,304.91, der des' Grundeigenthums einen Werth von $1.248,000. Im vergangenen Jahre fanden 615 Patienten in der Anstalt Aus nähme, 532 wurden entlassen und 69 Pa tienten sind gestorben. Zur Zeit befinden sich 623 Geisteskranke in der Anstalt. Die Gesammteinnahmen des vergangenenJah res beliefen sich auf $195.559 81. Die Gesanmtausgaben betrugen $161.653.28. so da? $33.906.53 Ueberschuß vorhanden ist. (Für die Verpflegung der Patienten wurdt, $120,093.23 vorausgabt, für Reperatmen und Verbesserungen im Ganzen $20.011.03 und für die Einrichtung des neuenJrrenasyls für Frauen $21,549.02. Von dem Ueberschuß wurden $30.454.44 in dieStaatskasie jiurückbewblt. und $3.459,9 wurden für weitere Kosten der Einrichtulg der neuen Anstalt, zurückbehalten. Die Gas Compagnie erlangte einen Lauerlaubnißschein um ihr Anwesen an S o Vennsvlvania Straße vergrößern zu lastn. Die Kosten dafür sind auf $6.00( veranschlagt. Es wäre doch ärger lich wnn EdisonS Licht bald einen Strich durch)ie Rechnung machen würde. ti& Gegen John Jeß. der angeklagt war Keidungsstücke entwendet zu haben. fander sich nicht genug Beweise vor und er muste deshalb wieder in Freiheit gesetzt werdöl. LW' Der Kampf uns Brod hat wieder einen jungen. Mann ins Unglück gestört. Der Unglückliche heißt Fred. Langeund bot am Dienstag in derStuhl fabrik von Löper & Talge seine Dienste an. (r wurde gesragt, ob er mit Cirkel sägen ungehen könne und Lange versicher te, watrscheinlich aus Angst ein Anderer möchte hm die Stelle wegschnappen, daß er schon öfters an derartigen Maschinen gearb.'ibt habe. Daraufhin wurde er an gestellt ciber schon nach wenigen Minuten würd: seine Hand von derCirkelsäge erfaßt wodmcherzwei Finger sofort einbüßte und :in Dritter kaum gerettet werden wird. i Den Platz, auf dem sich noch die Ruinider Musikakademie befindet will die Leicht Infanterie erwerben um dort ein Vere'cslokal errichten zu lasse. Der Ge dankäst sehr schön, aber die Aussüh rung ostet viel Geld. S3 Herr Eugen Dollmetch der im Ge schastivon Charles Mayer & Co. angestellt i und imCircle Haus logirt, versetzte am Snntag die Bewohner des Hotels in großcZlusregung. Als nämlich amSonn tag Nchmittag ein Bewohner des Hauses an bei Zimmer das Dollmetch bewohnte, vorübrging, hörte er diesen recht unheim liche t ausstoßen. Er benachrichtigte davoreinenAngestellten.desHotels und als dieseriaraushm durch das über der Thüre befiniiche Fenster in das Zimmer schaute erblick er Dollmetch bewußtlos amBoden liegen Man erbrach die Thüre mit Ge walt ind der laute Gasgeruch. der dem Zimmr entströmte kündigte sofort an was gescheen war. Ein schnell Herbeigerufe ner Ajt brachte Herrn Dollmetch wieder zum Twußtsein. Dieser konnte es kaum begrern, daß er so unvorsichtig war, das Gas rcht recht abzudrehen. LSDie Advokaken Wright und Martz habenkiobert McQuat auf $6.000 Scha denetstz verklagt. Die Kläger begründen ihre Klge damit, daß McQuat, der Ei genthmer des unter dem Namen, Jron Block1ekannten Gebäudes, an Ecke von Washlgton und Meridian Straße sie vor längere Zeit veranlaßte, eine Ossice in diesenchause zu miethen. Die Advokaten wolltet Anfangs die' offerirten Zimmer nicht chmen, weil daö Gebäude 'zu weit vom Curthaus entfernt ist, aber da Herr McQit den Rechtsgelehrten das Ver spreche gab, bei vorkommenden Fällen ihre Änste in Anspruch zu nehmen und da er hauptsächlich für die nächste Zeit einen etten Prozeß in Aussicht stellte, willign dieselben ein und mietheten die Ossiceür den verlangten Preis von $20 per Mnat. ' Der besagteProzeß kam auch wlrkllä ader-Ieioer betraute McQuat eine andereZirma damit: Da nun die Herren Wriab und Mark die Advokatenkosten in diew Prozesse auf mindestens $6,000 veransilagen, so glauben' sie H:rrn Mc Quat ein Versprechen dadurch ins Ge däcktn zurückrufen zu müssen, dak sie obige pumme als Entschädigung' ver langen

Friedensrichter. Es ist in der That bedauerlich, wie wenig Beach tung daö Volk den Kandidaten sür Frie densrichterstcllen schenkt. Und doch giebt es kaum irgend ein Amt, das wichtiger ist. Der Friedensrichter bildet den Gerichtshos des Arbeiters und des Unbemittelten, für den der kleine Betrag, um den es sich in seinem Prozesse handelt, ' ost von viel größerer Wichtigkeit ist, als die Tausende für den Reichen, der sich an die höheren Gerichtshöfe wendet. Der Betrag, um den '3 sich in einem Prozesie handelt, bat weder mit den Rechtsfragen, noch mit der Feststellung der Thatsachen etwas zu thun, und die Schwierigkeit der Entscheidung wird mit der Verkleinerung des Objektes nicht vermindert. Man kann nun allerdings nicht erwar ten, daß geschulte Juristen oder Leute von bedeutender Bildung sich um das nicht s?hr einträgliche Amt eines Friedensrichters bewerben, aber man könnte doch wenigstens darauf sehen, daß ein Friedensrichter die körperlichen Eigenschaften besitzt, welche zur Ausübung seines Berufs nöthig sind. Statt dessen aber hat sich der Gebrauch eingesührt, irgend ein körperliches Ge brechen als besondere Qualifikation für das Amt eines Friedensrichters anzusehen. Friedensrichter New:omb war vielleicht der beste Friedensrichter, den wir noch je hat ten. Bewandert in den Gesetzen, erfahren in seinem Berufe, ehrlich und ehrenhaft, hatte er außerdem noch den Vortheil, daß ihm sein Bruder der frühere Richter der Superior-Court mit seinem Rathe zur Seite stand. Er mußte jedoch dem Herrn Woodard weichen, weil nun weil dieser bloß ei.'.en Arm hat. Das ist aber noch nicht so schlimm. Der Mangel eines Armes verringert noch nicht die richterliche Befähigung. Da haben es die Demokra ten viel schlimmer gemacht. Sie machen einen Blinden, Luke Walpole, zum Kan didaten für die Stelle eines Friedensrich ters. Ein Blinder ist vollständig unfähig, ein richterliches Amt zu versehen. Ja, wenn man sich darauf verlassen könnte, daß die Zeugen stets die Wahrheit sagen, dann ginge es noch. Wenn man aber be denkt, was hier Alles zusammengeschwo ren und gelogen wird, dann begreift man, wie schwierig es ist, die Glaubwürdigkeit eines Zeugen festzustellen. Um dies zu können, muß der Richter im Stande sein, den Gesichtsausdruck und das Benehmen, das ganze Thun und Lasten des Zeugen zu beobachten. Das kann ein Blinder nicht. Wer Erfahrung in dem Gang der Prozeßführung hat, der weiß, welchen Ein

fluß das aus einen zur Lüge geneigten Zeugen ruhende Auge des Richters hat. Dies Hilfsmittel besitzt der blinde Richter nicht. Wie oft entscheidet bei einem Pro zeste das Aussehen eines Schriftstückes, die Handschrift, die Farbe der Tinte, wie oft muß der Richter durch den Augenschein sich von der Identität einer Person oder einer Sache überzeugen ! Wie kann man unter solchenUmständen von einem blinden Richter Gerechtigkeit erwarten? Und der Arme,' der nicht die Mittel hat, die Verlegung seines Prozesses zu erzwingen, oder die nöthige Bürgschaft für eine Appellation nicht beschaffen kann, muß sich ruhig dem Urtheilsspruche des blinden Richters unterwerfen. EinenBlinden zum Richter zu machin, ist mehr als unklug. Es ist ein Verbrechen an all Denjenigen, welche gezwungen sind, ihre Sache vor ihm zu vertheidigen. Die Stadt Logansport wurde mit ihrerSchadenersatzklage gegen die Logans Port, Crawsordsville und Rorth Western Eisenbahncompagnie von . Bundesrichter Drummond abgewiesen. Die Stadt be a?:sprüchte von der Compagnie . $40,000 Entschädigung weil dieselbe ibrVersprechen ihre Maschinenwerkstätten in jcntr Stadt zu errichten, nicht gehalten hat. CS Eheerlaubnißscheine ha ben erlangt : Henrv List und Katie Hinkson ; A. I Culter und Ella E. Margason ; Jocob I Murray und Laura S. Spangler ; Si mon Brown'und Nancy Dulan; John Bacigalupo und Mary Lee ; Georg Bauer und Lucy B. Branham ; James A. Dunn und Jda B. Smith ; Edward Hill und Lizzie Latgen; Edward Johnson undAlice Okay;'. Ezra Hamilton und Elisabeth P Hathaway; Ralph T. Coval undMinerva .E. Wood; .Benjamin :.8n McKee und Dona M, Gearhart'; Elmar..D. Sadler und Fannie .M. Hinkton..' :; :. ! 3 Der Antrag aus einen neuen Pro zetz wurde-von Antenots Vertheidiger am Montag im Cnminalgericht gestellt.

Geistiges Turnen. Wie gewöhnlich erfreute sich auch am

letzten Sonntag die Versammlung für gei stiges Turnen eines recht guten Besuches. Das Programm befriedigte die Anwesenden vollkommen, denn es war nach jeder Richtung hin zufriedenstellend. Die mu sikalischen Vorträge fanden viel Beifall und der deklamatorische Vortrag von Frl. Koster erntete verdiente Anerkennung. Em Aufsatz, (der Eid) den Frl. Jda Steffens vorlas, verdient besonders hervorgehoben zu werden. ES war dies eine sehr gelun aene Arbeit die an Logik und gesunden Ansichten nichts zu wünschen übrig liefe. Es wäre deshalb zu wünschen, dak es die Dame nicht bei diesem ersten Versuche be wenden ließe, sondern öfters dazu beitra gen würde, daS Programm in solch besne digender Weise zu vervollständigen. Die Debatte, ist der verkürzte normale Arbeitstag eine zeitgemäbe Forderung wurde recht lebhaft geführt. Es wurden alle möglichen Argumente für und gegen diese Forderung gebracht, aber die Anwesenden sprachen sich schlichlich fast Alle zu Gunsten der Forderung aus. LS- Im Laufe dieser Woche kehrte Elias" Schlammassel Cheap John von Texas von einer zweimonatlichen Reise nach Europa wieder in unsere Stadt zu rück, um die Strafen derselben mit seinem Schimmel nebst importirten" Geschirr un sicher zu machen. Derselbe hat noch verschicdene Raritäten mitgebracht und wird in nächster Zeit von sich hören lasten. Briefe aus der Hauptstadt. (Von unserem regelmäßigen Correspondenten.) Washington, 19. März 1880. Auf dem Schachbrett der Präsident schafts-Campagne sind in dieser Woche manche wichtigen Züge gethan worden. Sherman hat seinen Freunden die wohl überflüssige Notiz zukommen lasten, daher allen Ernstes ein Candidat sei, wenn auch für ihn kein Boom" existirt, und daß er nicht eher zurückzutreten gedenke, als bis die National-Convention gegen ihn entschieden hat. Die Versicherung, daß er keinen Boom" für sich in Scene setze, weil ihm das als ein Mißbrauch des Einflustes, den ihm sein Amt verleiht, ausgelegt wer den könnte, wird wohl bei vielen Einge weihten ein Lächeln hervorgerufen haben. Sonst ist anf republikanischer Seite nicht viel passirt, aur dab die 8 Rhode Island Delegaten zur republikanischen National Convention für Blaine instruirt worden sind, und dak Grant sich plötzlich entschlos sen hat, nach Hause zurückzukehren. Auf demokratischer Seite hat sich mehr zuge trafen. Die New York Sun" hat in einem sechs Spalten langen Artikel den Senator (und früheren Richter der V. St. Supreme Court) David Davis als even tuellen Candidaten vorgeführt, nämlich für den Fall, daß ihr Candidat in erster Reihe -Samuel I. Tilden nicht genug Stimmen auf der.National'Convention erhalten sollte. Senator Davis ist ein ganz tüchtiger Mann, aber seiner Nomination als demokratischen Candidaten dürste ein wesentlichesHindernik entgegen stehen, nämlich, daß man nicht recht weiß, ob er ein Demokrat" ist. ExGouverneur Palmer, einstiger republikanischer Kriegs Gouverneur von Illinois hat sich offen als Bewerber für die demokratische Convention angekündigt, und hat, ein wie eifriger Re publikaner er auch zur Zeit des Krieges war. sich, seitdem der Grantismus anS Ruder kam. der demokratischen Partei zu gewendet. Von Gouverneur Seymour wird so oft berichtet, er werde unter keinen Umständen die Nomination annehmen, dab man sich versucht fühlt, daö Gegentheil anzunehmen. In 1868 hatte er ebenso positive Zusicherungen gegeben. Das hinderte aber keineswegs, daß er die No mination doch annahm und Salmon P. Chase von ihm und seinen Freunden .aus verkauft" wurde. Tilden und Ranoall erlitten am- letzten Donnerstag in Penn sylvanien eine WaterlooNiederlage." Das demokratische StaatsComite, wel ches in Pittsburgh zusammentrat, beschloß nämlich im Voraus, wenn auch nicht dem Wortlaut nach, so doch in der Sache, daß von den beiden demokratischen Orgavisa tionen in Phitaoelphia, die AntiTilden Organisation die .reguläre demokratische" sei, und ihre Delegaten zur.StaatsCon. ventiott zugelasten werden sollen. Es war dies ein großer Sieg für Senator.Wallace nicht nur über Tilden, sondern noch mehr über Randall, der in Folge.davon sehr, an Prestige einbüßen wird. Es haben, sich die Anti'Tildeniten in Pennsylvanien bis

jetzt noch nicht auf einen bestimmten Candidaten vereinigt, doch läßt sich annehmen, daß Gen. Hancock ebenso gute', wenn nicht bestere Aussichten auf das Pennsylvania Votum in der National Convention hat, als irgend ein anderer Candidat. Auch in Virginien und in Louistana soll er die besten Chancen haben. Die Skandal-Geschichten hier mehren stch. Miß Jessie Raymond erschien eines Tages mit ihremSöhnchen .Tbomas Sill"

Roymond vor der Senats'Kammer, um auf seinen Vater" den Senator Ben Hill zu warten und mit ihm eine Unterredung zu haben, so bald er die Senats Halle ver lasse. Er kam indessen nicht, sondern eö kam sein Privatsekretär, welcher nach einem langen, geflüsterten, Ge,präch mit Miß Raymond dieselbe bewog sich zurückzu ziehen. Am Donnerstag war sie aber wie ' der mit dem kleinen Thomas Hill" auf der Gallerie deS Senats, und nicht weit von ihr safc Mife Lucy Horton, die vor einiger Zeit in der Straße auf Senator Mdrgan's Sohn, den sie als ihren Ver führer bezeichnet, feuerte, und ihn ander Schulter verwundete. Ein fast noch größerer Skandal scheint, der bevorstehende Ehesckeidungsproceb deS Ex-SenatorS und jetzigen Gesandten in Peru, Mr. Christiarcy, zu werden. Er heirathete als 60jähriger Mann ein 17jäh riges Mädchen Mitz L '.ngenbeel, die alS Clerk im Schatzamt'Departement ange ' stellt war. Senator Christiancy hatte bei ihrer Mutter, die ein Boardinghaus" hält, Logis genommen, und dort daö Mädchen kennen gelernt. Ein Bruder der selben ist Colonel in der Armee. Die Ehe war gleich am Anfang nicht glücklich und in Peru trennte sich die junge Frau von ihrem Gatten und kehrte nach Washington zu ihrer Mutter zurück. Auf die Verdäch tigungen, die gegen ihren moralischenCha rakter ausgesprengt wurden, erwiedert sie, daß sie in Erfahrung brachte, daß ihr Mann seinen Sitz im Senat nicht allein für den Gesandschaftspostn in Peru, son dern für baares Geld ausverkaufte, und daß,. als er erfuhr, daß sie darum wußte, sie wiederholt von ihm niedergeschlagen, und mißhandelt wurde, wofür sie Zeugen beibringen könne. Ackerbau'Commissioner Le Duc möchte m O.l, .. .rni: u : n . 5. ucinc auciuuu'ujumiur uctucn, uno eine dahin zielende Bill liegt jekt dem AckerbauComite vor. Um die Sache etwas schneller im Gang zu bringen, hatte er am letztenSamstag ein glänzendes Fest. mahl veranstaltet, und etwa 70 der einfluß reichsten Congreß.Mitglieder, und andere einflußreiche Personen eingeladen. Aber die Eingeladenen merkten die Absicht und wurden verstimmt." Nur vier von ihnen fanden sich ein, und auch diese wünschten, sie wären daheim geblieben. Es gab mehr EllbogeN'Raum auf diesem Gastmahle, ai7 wünschenswerth war. C. A. S. Alle yungersnoiy tn lemasten ou auf das Entsetzlichste gestiegen sein. Die Leute haben nicht die Mittel sich nur noth dürftig zu kleiden und viele Personen ster ben an Entkräftung. Die Lage der türki schen Flüchtlinge in Ost'Rumelien wird , v ... rnt:r:.k.i..r:s r v c. M , t r vuii uci ijuiwuuiis luiyciiutEuiuiicii beschrieben : Die Einwohner des Dorfes Eryler bei Philippopel richteten ein Gesuch um Hilfe an das Central-Comite; die größere Zahl der Einwohner habe seit mehreren .Tagen nichts gegesten und Todesfalle in Folge der Kälte und des Hungers häufte stch. Ein Commistär, begleitet vom Jman des Dorfes und mit Lebensmitteln und Kleidungsstücken ver sehen, gelangte glücklich durch den Schnee bis an das fragliche Dorf. Am Eingange desselben bemerkten sie einige Frauen und Kinder theils halb nackt, theils in Lumpen gehüllt, welche die Flucht ergriffen. Die wenigsten Hütten hatten eine Strohmatte, einen alten Zeppichfetzen oder ein Kisten als einzigesMöbel aufzuweisen. In einer Hütte fand man eine nackte Frau im Ster ben, welche, den Kopf auf einen Klotz ge legt, auf der bloßen Erde lag. Vor drei Tagen war ihr Kind dem Hunger erlegen. Ueberall skelettartig zusammenge schrumpfte Gestalten. Eine Frau und drei Kinder fand man über eine Waster lache gebeugt, von welcher sie den schlammi gen Bodensatz gierig verschlangen; seit drei Tagen hatten sie keine andere Nah rung gehabt. Eine andere Frau nagte an einem Maisstrunk und - etlichen welken Kohlstengeln, die sie. das Glück gehabt, auf einem Düngerhaufen -zu finden weniger Glückliche behalfen sich mit Kohl strünken, Eicheln zc. Aehnliche Zustände werden aus einem andern Dorfe, Geik dschilar, berichtet."