Indiana Tribüne, Volume 2, Number 32, Indianapolis, Marion County, 20 March 1880 — Page 5
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An unsere Leser. Wir ersuchen alle diejenigen unsrer ver ehrlichen Leser, welche ihre Wohnung wechseln, uns ihre neue Adresse zukommen zu lassen, damit das Blatt zeitlich in ihre Hände gelangt. Die Redaktion. AuS demBerichte des Gesundheits rathes geht hervor, daß während der ersten Hälste diesesMonats 59 Personen hier ge florben sind. Der Mayor theilte dem Stadtrath mit, daß er im Monat Februar im Ganzen - $51.60 für Strafgelder eingenommen und diese an den Stadtschatzmeistsr abgeliefert hat. y SST 3n der jüngsten Stadtrathssitzung -wurde die vonHerrn Vieler am 2. Februar introduzirte Resolution, die Straßen Ei senbahn Compagnie möge ersucht werden von der Ecke der Illinois bis zur Sud straße ein neues Geleise legen zu lassen. 1?assirt. ST Der städtische Steueraufnehmer M. F. Connett und der Township Steu erausnehmerBrouse berichteten demStadtrath, daß sie eine Anzahl Asststen ernannt haben. Darunter befinden sich die folgen -1)en Deutschen : Gustav Bohn, HugoPan zer, Fred. Rakfeld. I. H. Lehr, Chas. Baden, C. B. Feibelmann. Chas. Rabe. Der Bericht wurde angenommen. JCT Die Gas - Compagnie wird ihre Jabrick dadurch vergrößern, . daß sie das Gebäude in welchem sich Root's Eisengie'tzerei befand und das sie käuflich erwarb 'ebenfalls benutzt. Als Nachfolger der Polizisten Potts und Murphy wurde John Weidel und Michael Nafterty ernannt. Der Stadtrath erwirkte bei den ' County-Commissären eine Reduktion der Miethe für die Räumlichkeiten, in denen sich die städtischen Ossicen befinden. .Die Reduktion ist so bedeutend, daß es sich der 'geringen Mühe lohnte. . CST Und in den Armen lagen sichBeide und weinten vor Schmerz und Freude. Wir meinen nämlich den Herrn Alfred McGruder und. seine Herzallerliebste, eine junge Wittwe. Das Pärchen lernte, sich .vor nicht .sehr langer Zeit kennen. und Aeben. Der junge Mann scheint aber die '. Sache nicht so ernsthaft aufgefaßt zu ha .ben, als die schon ersahreyereWittwe. Ans . Heirathen scheint er gar nicht gedacht 'zu i haben, aber desto mehr dachte die' junge Frau daran. Als deshalb Alfred sich im mer nicht dazu verstehen wollte die nöthigen Schritte zu einer Heirath zu thun, sprach die jangc Frau einen Friedensrichter - um Hilse an. Der. junge Mann ließ es , es aber nicht zu einem Prozesse kommen, sondern machte die Sache wieder gut indem er .sich mit seiner Flamme von Fritder.srichter Pease trauen ließ.'''- 1 .' : T Di: Goodyearlche ' Dental Vul- . anite Compagnie von hier hat gegen 13 '.Zahnärzte wegen Verletzung ihres Patent'.rechtes Klage erhoben.' ' ST. Das erste und . beste Frühlings zeichen ist gutes Bockbier. Ches Feuerwehr- Jngieur Peu ., dergast theilte in der letzten Stadtrathssi . tzung mit, daß an folgenden Plätzen neue Hydranten angebracht worden sind : , Nordöstliche Ecke der Cedarstraße uvd FletcherAve. ' ; . Nordwestliche Ecke der -Dillonstr. und FletcherAve. - ''"'' v Nordwestliche Ecke der Olivestr. 'und FletcherAve. 1 ' - ' Nordwestliche Ecke der Lindenstraße'und Fl'tchkrAve. " : :' ' Südwestliche Ecke der Lindenstr. uud Höht Ave. - Südwestjche Ecke der Linden und Pleasantstr. ' . . . i j Südwestliche Ecke der. Lindenflraße und Woodlawn Ave. Nordöstliche Ecke der Linden und Pro spektstr. , STT) iXlIAM flf U y.yMt(AM V.. CY1 t - 3 uuvu uc, ucuumuci utt jicoriw kastr. . Madison Ave., gegenüber der Dunla straße. Madison Ave., gegenüber der Downey straße. Madison Ave., gegenüber der Yeiser straße. !. Die Hydranten sind alle geprüft worden und arbeiten gut. Die Beerdigung der frühelen Schauspielerin Coleman Pope fand am Donnerstag hier statt.
Mannerchor-MaökenkrSnzchen
Jetzt hat Prinz Carneval wieder für ein volles Jahr den Laufpaß erhalten, . denn am Freitag Abend war es wohl das letzte Mal für diese Saison, daß sich die früh, lichen Paare in ihren bunten Gewändern tummelten und von der Maskensreibeit ausgiebigen Gebrauch machten. DieNar renkappen und die farbigen Anzüge mögen jetzt wieder in ihrer Kiste ruhen, bis im nächsten Jahre die Posaune der Narren zu neuem Auserstehen ruft. Die Gelegenheit, welche sich am Freitag Abend in der Mannerchorhalle bot um die Maskensreuden noch einmal in vollen Zügen zu genießen, wurde von den Mitgliedern des Männerchor nicht unbenützt gelassen, denn dieselben fanden sich sehr zahlreich ein. Es war also weder an Masken noch an Zuschauern einMangel u. an Unterhaltung fehlte es in Folge' dessen auch nicht. Hauptsächlich gaben einige sehr orginelle Masken zu großer Heiterkeit Anlaß. Hier verdient hauptsächlich eine recht stramme, irische Waschfrau erwähnt zu werden, die ihre Rolle wirklich vorzüg lich durchführte. Auch dieBerliner Appel frau war eine sehr gelungene Maske und erregte viel Heiterkeit." Ein herumziehendes Ehepaar, das gleich den Sängern, die die deutschen Jahrmärlte besuchen. rührende Mordgeschichten ableierte, er weckte manche Erinnerung aus der Kind heit in uns. Der Gesang solcher Leute kam uns ja damals so bezaubernd vor, daß wir Stra ßenweit mitliefen, trotzdem wir in steter Angst schwebten, denn die Augenblicke, wo die grau die blecherne Büchse ausstreckte, waren ja nicht selten und daß sie dann über unsere leeren Taschen schimpste. nun das kam noch häufiger vor. Das Raisoniren der wandernden Künstlertruppe hat . dann wohl zuweilen für ein paar Minuten die geängstigte Kinderschaar ver scheucht, aber der rührende Gesang und der noch herrlichere Text oder gar die grase lichen Bilder übten stets wieder ihre An ziehungskraft aus. Die gelungene Darstellung einer solchen Sängertruppe .wurde auch am. Freitag Abend recht beifällig aufgenommen. . Ein Dichterquartett war auch auf dem Kränz chen erschienen und vertheilte .seine poeti schen Erzeugnisse. an die,prysaischeMensch heit. Das Quartett sollte die. bekannten Größen, Mirza Jususf. Zeus, Jndiana polis Schiller und Rappelkopf vorstellen. Die Idee, war jedenfalls eine, sehr gute und erntete verdienten Beifall. Jman zen war das Maskcn'Kränzchen des Män nerchor ein Erfolg und es zeigte sich da bei wieder, daß die Männerchorhalle doch viel gemüthlicher als das Parklheater ist. -LS Die Harmonie Halle erfreute .sich am Donnerstag Abend eines so zahlreichen Zusprungs, daß sich der Raum beinahe als zu klein erwiesen hatte. . Die .. Sozialisten und die Freunde derselben hatte sich mas' senhaft zu dem von der sozialistischen Sektion veranstalteten Balle eingefunden. Die heitere Gesellschaft amüsirte sich vortresf lich. Man ianzte'bis zum frühen Morgen und trat erst sehr spät und ungern den Heimweg an. , . ,, a- Herrn Kessler wurde am Mittwoch von zwei jungenBürschchen' Stiefelwichser von Prosession, .sehr viel -Aufmerksamkeit geschenkt. ' In Ermangelung von Schnee ballen warsen' die Burschen dem' jungen Rechtsgelehrten Welschkorn an den Kopf so daß dieser sich schließlich nicht mehr zu helfen wußte. Nach einem heißen Kampfe mit den beiden übermüthigen Beng'eln gelang es Kessler jedoch, dieselben, verhaften zu lassen. ; ' : . -. , ; tL Der Freidenkerverein hat beschlos sen die Herrn Reitzel und Schünemann Pott' kom'nien zu lassen.' Den Mitgliedern des Freidenkervereins steht also der Genuß ln Aussicht, zwei äußerst begabte Redner zu hören.t -.- , . . v ' , SLS Jn der Praxis des Patentamts sind Aenderungen'' vorgenommenj.welche für Personen, die beim PatentCommissar um ein Patent auf eine Erfindung nach suchen von Wichtigkeit sind.' Danach brauchen Modelle nicht gleich bei Ein? reichung von Gesuchen um Patente einge schickt zu werden, sondern ihre Vorlegung ist nur dann nöthig, wenn die Examinatoren dieselbe verlangen und eine etwaige Appellation gegen, die Forderung beim Commissär nicht, bestätigt wird. Es läßt sich annehmen, daß fortan die Unterbrei tung von Modellen nur dann erforderlich ist, wenn die Brauchbarkeit der Erfindung bestritten wird.
Freidenkcr-Verein
Am Sonntag Vormittag hielt der Frei denkerverein seine JahresVersammlung und Beamtenwahl ab. DerPräsident deö Vereins, Herr Rappaport erstattete Be richt über die Thätigkeit deS Verems wäh. rend des vergangenen Jahres und sprach sich ohngefähr wie folgt aus : Geehrte Mitglieder, des Freidenker Vereins! Es tritt nach altem Brauche am Schlusie des Jahres an mich, a s Präsident Ihres Vereins, die Pflicht heran, einen Rückblick auf die im abgelaufenen Jahre von dem Vereine entfaltete Thätigkeit zu werfen, und so weit es mir möglich ist, Andeutun gen und Vorschläge für die Zukunft zu machen. Unser Verein hat im vergangenenJahre, ebenso wie in den vorhergegangenen eine Reihe natur- und sozialwisiinschastlicher Vorträge arrangirt, welche zum größten Theile von Mitgliedern selbst gehalten wurden. All denjenigen, welche so freund lich waren, dem Vereine in dieser Bezie hung gefällig zu sein, sage ich hiermit im Namen desselben meinen besten Dank. Die Vorträge, welche im Lause des Jahres gehalten wurden, waren folgende: Ueber Leichenverbrennuna" von Dr. Scheller. Verleumdete Thiere" von Herrn Rud. Tschentscker. Dle Rellaron in der Ge cklckte von Phil. Rappaport. Die Stellung der Frau zur sozialen Frage" von Frl. Fannie Oppenheimer. Aberglaube" von Herrn Pinapank. Der Kamps ums Dasein" von Phil. Rappaport. Debatten hatten wir zwei. . Die erste war über das Thema : Ist die republikanische Regierungssorm der monarchisch constitutionellen vorzuzie UnV Diese Debatte wurde von den Herren Vonnegut und Köhne eröffnet. Die Debatte über das Thema:. Sind progressive Einkommensteuern ein wirk sames Mittel eine gleichmäßigere Vertheilung der Elücksgüter herbeizuführen," wurde von den Herren Vonnegut und Rappaport eröffnet.' Von bedeutenoem Interesse waren auch die Debatten über die von der Philadelphiaer Convention des .radikalen Bundes vorgelegte Platform, welche sich ebenfalls um sözialwissenschaftliche Fragen drehten. Bei dieser Convention hatte ich die Ehre unseren Verein zu vertreten. Auch Herr Lieber war als Delegat gewählt, konnte jedoch leider' aus 'Gesundheitsrücksichten die Reise nicht machen. Man hatte mir keine Instruktionen ertheilt, und ich ver theidigte nach Kräften, das was ich für recht und gut hielt. Die von der Cönven tion vorgeschlagenen Verfassungsänderun gen wurden verworfen, weniger, wie mir scheint in Folge der größeren Anzahl 'der Gegner derselben, als durch zufällige Um stände. Nach dem Bericht des Bundes Vorstandes wäre die neue Platform ange nommen worden, wenn die Abstimmung gemäß der neuen Verfassung vor sich ge gangen wäre, und in unserem Verein wäre die Annahme ersolgt,' wenn statt meiner. ein Gegner der Platform den Vorsitz ge führt hätte. Sie kennen meine Ansichten in Bezug auf die streitigen Punkte und es ist daher nicht nöthig, mich des Weiteren darüber an dieser Stelle auszulassen. ' ' Im Ganzen dürfen wir wohl mit Be-. friedigung auf die Thätigkeit deS Vereins im ' abgelaufenen Jahre : blicken um so mehr da sämmtliche Leistungen von Mit gliedern ausgingen: ' Nicht' unerwähnt darf ich die Feier deS Geburtstages Tho mas Paines lassen. ' ' ! Um die Thätigkeit des Vereins während des Sommers nicht ganz einzustellen, ver anstalteten wir ein Picnic, das so besriedigend ausfiel, daß wir das Experiment im nächsten Sönuner jedenfalls wjederho len sollten. ' ' j Der Verein hat im Lause des Jahres 3 Mitglieder verloren, dagegen 3 neue Mitglieder gewonnen.' Die 'Mitgliederzahl beträgt jetzt 36. - - In Herrn Tschentscher hat unser Verein eine sehr tüchtige Kraft eingebüßt, welche für unS schwer zu ersetzen ist. 1 Nachdem die Clevelander Tagsatzung des TurnerbundeS sich zu den Prinzipien des radikalen Bundes bekannt hatte und sich von dem sozialen Turnverein diejeni gen Elemente ausgetrennt hatten, welche diesenGrundsätzen feindlich gesinnt waren, konnte der schon oft vorgeschlagene Plan, mit dem Sozialen Turnverein Hand in Hand zu gehen, auch ausgeführt werden. Der Turnverein enthält zum großen
Theil jüngere Kräfte, und daSZusammen-j
t gehen der beiden Vereine hat einen Theil dieser jüngeren Kräfte zu Zuhörern unse rer Borträge und Debatten gemacht.. Die Heranziehung einer freisinnigen Jugend ist von große? Wichtigkeit für die endliche praktische Einführung unserer Grundsätze, und ich benütze diese Gelegenheit, den nächsten Vorstand um die Erwägung der Frage, zu ersuchen, ob die Einrichtung einer Sonntagsschule . nicht am Platze wäre, in welcher Moral und Lebensweis heit auf Grund freisinniger Anschauungen die Unterrichtsgegenstände bilden sollen. .Mit der von beiden Vereinen gemein schaftlich arrang.irten Theatervorstellung errangen wir in Folge der Ausdauer, dem Fleiße und dem guten Willen der Mitwir kenden sowohl in Bezug auf die Vorfiel lung als in pekuniärer Hinsicht einen be deutenden Ersolg. Den Mitwirkenden sage ich hiermit mei nen verbindlichste Dank im Namen des Vereins. Der Ersolg der Vorstellung berechtigt uns zu der Absicht im Anfang des Aprils wieder eine Vorstellung zu arrangiren. Der Vorstand hat Herrn Robert Reitzel von Washington zu einem Vortrage engagirt. Derselbe wird im Lause desMonats März stattfinden. Herr SchünemannPott wird im Früh jähr eine Vortragsreise antreten. Ich empfehle dem künftigen Vorstände, unver zügliche Schritte zu thun, welche zu einem Engagement des berühmten Redners führen. Noch möchte ich dem Vereine eine Ver mehrung seiner Mitglieder empfehlen. Wenn jedes Mitglied es sich zur Aufgabe macht, dem Vereine im Lause des nächsten Jahres nur ein neues Mitglied zuzfuüh ren, so werden wir unsere Zahl bis zur nächsten Jahresversammlung verdoppeln. Wähle sich Jeder binnen Kurzem einen Bekannten aus, und lasse er nicht nach, bis er diesen zum Mitgliede gemacht. Er wird kein Jahr dazu brauchen. Ich hoffe, daß der Verein nicht Ursache hat, niit der Thätigkeit des bisherigen Vorstandes unzufrieden zu sein. . Wir haben uns keine Mühe verdrießen lassen dem.Verein, so weit es in unseren Kräften stand, zu fördern. Den Mitgliedern des Vorstandes, welche mir in der Leitung der Vereinsargclegenheiten . thätig zur Seite standen, sage ich im Namen des Vereins besten Dank. Und hiermit, lege , ich mein Amt, das zu, führen, ich mir stets zur Ehre anrechnete, in Jbre Hände zurück. Zum Schlüsse spreche ich den Wunsch aus, daß unser Verein gedeihen möge; möge er nie aufhören, ein Tummelplatz der verschie densten Anschauungen fortschrittlicher und freiheitlicher Richtung zu sein, und das Seinige zum Wohle der Menschheit bei zutragen. . Darauf schritt man zur Wahl des Vor standes über, der dann unter sich die Acmter vertheilte. Daraus ergab sich folgen des Resultat: Präsident Herr Philipp Rappaport. Vice-Präsident-Herr Charles Grobe. ' Schatzmeister Herr Charles Kühne. Hrot. Sekretär Otto Schisse!. . Corresp. Sekretär Frl. FannicOppen' heimer. ... ; Am Donnerstag Abend , feierte der Ver ein,sein Stiftungsfest. Es wurde zu die semLwecke einTanzkränzchen in derTurnhalle -veranstaltet. , iDie Mitglieder des Freidenkervereins sowie die des Sozialen Turnvereins, der speciell eingeladen war. fanden. sich . sehr zahlreich ein und die An wesenden waren alle 'von ausgezeichnetem Humor beseelt. Getanzt, wurde bis zum frühen Morgen und die lustige Gesellschaft trat nur ungern . den Heimweg an. Das Nächste ist. eine . brillante Theatervor stellung. , S" John Rupp beabsichtigt an Mary landstr. zwei Wohnhauser errichten, zu las sen und hat zu, diesem Zwecke Bauerlaub Nlbscheine erlangt. . I. W. Hadley erhielt ebenfalls einen Bauerlaubnißschein für ein Wohnhaus, das er an Park Avenue errichten lasien will. ... In einem Zimmer das ' sich über den Laden von' Roll & Morris an Süd JUinoisstr. befindet brach' am .' Montag Abend Feuer aus indem der Bewohner des Zimmers die heiße Asche m einen Holzka sten geschüttet hatte.Glücklicherweise wurde das. Feuer gleich bemerkt und gelöscht. F Die drei Farbigen, welche ange klagt sind am Samstag einen Mann Na me'ns Eubank in John Brunners Wirth schaft beraubt zu haben würden am Mon. tag nach einem Vorverhör im Polizeige gericht den Großgeschmorenen überwiesen.
r Seit langer Zeit hat man' hier nichts mehr von einer deutschen Theatervorstellung gehört und wir glauben uns nicht zu täuschen, wenn wir annehmen, daß sich da? deutsche. Publikum nacb dieser unerquicklichen Kunstpause wieder einmal nach einem wirklichen Kunstgenuß sehnt. Wir freuen uns deshalb denDeutschen die Mit theilung machen zu können, daß dieser Wunsch demnächst ersüllt werden wird, denn die berühmte Härting'sche Truppe wird vom 4.,April an, vier SonntagS Vorstellungen hier veranstalten. Herr Engel, den die Theaterfreunde ge wik noch nicht vergessen haben, ist einMitglied dieser Truppe und hat bereits am Dienstag hier die nöthigen Arrangements getroffen, bei welcher Gelegenheit er auch uns mit seinem Besuch erfreute. DaS Programm, welches er uns mittheilte wird gewiß alle Kunstfreunde zufrieden stellen, denn schon die erste Aufführung, daS prachtvolle Stück von Scribe: 'Ein Glas Waffer" in welchem Herr und Frau Härting die Hauptrollen tragen, wird seine alte Zugkrast bewähren. Herr Engel hat seine Forcerolle in dem Lustspiele : Die Junggesellen" und wir sind überzeugt, daß hierbei selbst die höchsten Erwartungen be friedigt werden. Hoffen wir deshalb daß die seltene Gelegenheit, deutsche Künstler hier begrüßen zu dürfen, von den Deut schen auch gebührend qewürdigt wird. SS Besser spät als gar nicht kann man bei dem Clem'schen Prozeß sa gen M't dem man endlich Montag im Cri minalgericht begann. ' Wie sich schon im Voraus vermuthen ließ fanden sich zu den Verhandlungen ' sehr viele Neugierigen. Die Angeklagte Nancy Clem erfreut sich keines beneidenswerthen Rufes. Der An geklagten stehen nicht weniger als sechs Anwälte zur Seite. Am Montag brauchte man fast den ganzen Tag dazu eine pas sende Jury auszusuchen, die aus'den fol genden Personen besteht: George W. Mc Cleland, & C. Lafferty, Jsaac Ray, Mar dinL. Rudisell, Thomas Hunter. Levi Clark, Jacob Grube, Henry Law.rence, Amos H. Mills,' Albert Rivet, James Mc Clain, Wm. I. Jackson. Die Anklage unter welcher Nancy Clem steht lautet auf Meineid und ist aus die Aussagen basirt, welche Clem vor einem Jahre - unier Eid ablegte. Damals hat nämlich der Farmer Hinkston eine Civillklage gegen die 'Clem anhängig gemacht wobei ', sie beschuldigt wurdeWechsel, die eine ziemlich hoheGeld summe repräsentirten, und die sie Hinkston schuldete, ihrem Gläubiger aus der Hand geriffen und davon Besitz genommen zu haben. ' Wie aber erwähnt hat die Ange klagte diese Beschuldigung damals unter Eid in Abrede gestellt. Mit dem Zeugen verhör wurde man am Donnerstag Nach mittag fertig. 1 Die Angeklagte welche an jenemNachmittag auf demZeugenstand war leugnete Alles und benahm sich sehr unbe sangen.. Sie wußte den verfänglichen Fragen wahrend desKreuzverhörs geschickt auszuweichen und ließ sich nicht in ' die Enge treiben. Nach dem Verhör mußte sie in die Jail wandern ' was ihr jedoch gar nicht zu'behagen schien Mit dem Plai doyer wurde gestern begonnen. '' ' S e lbstmord versuche In der Nacht vom Sonntag auf Montag ver suchte die Kleidermacherin Pettijohn ihrem Leben ein Ende zu'machen, indem sie eine Portron Morphium zu sich nahm Die Dosis muß jedoch nicht stärk genug gewe sen sein, denn die Frau hat ihren Plan nicht ausgeführt, da sie am Leben blieb. Sie lebt schon seit einem Jahre von ihrem Gatten, der Doktor ist, getrennt und schei nen demnach unglückliche Familienverhält niffe die Frau zu dem entsetzlichen Schritt bewogen zu haben. fi- Backmann und Peters, zwei Irr sinnige; die vermuthlich aus der Jrrenan staltjwCincinnati entsprungen sind,fanden am Dienstag im hiesigen - Stationshause Unterkunft ' - , '-; LS- Gestern früh brannte es in einem Hause neben dem Little Hotel. Das Feuer verursachte jedoch keinen beträchtlichen Schaden.' ' SS' Freunde des Negers Stuart,' der im Mai vorigen Jahres registrirte Briefe aus der Postossice entwendete und deßhalb zu zweijähriger Zuchthausstrafe verurtheilt wurde wollen den Gouverneur um Begna digung Stuart's angehen. - ' ' Calvin T. Fletcher wurde zum as sistirenden Arzt im städtischen Hospitäler nannt und Frank Morrison erhielt' eine solche Stelle im städtischen Dispensarium.
Ein bevorstehender Kunstgenuß
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